Saarlouis, im Juli 2003

PINwand Nº 70


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde von Pinard de Picard,

unsere letztjährige Entdeckung des Jahres in Deutschland, der Weinhof Herrenberg, brilliert mit einer phantastischen Kollektion 2002, Spitzenrieslinge von der Saar mit einem traumhaften Preis-Genussverhältnis.

Der Jahrgang 2001 ist an der südlichen Rhône einer (DER?) beste(n) der letzten 25 Jahre. Ein neuer Winzerstern ist in diesem Jahrhundertjahrgang in Châteauneuf-du-Pape aufgegangen, Jean-Marie Royer, der eine winzige Produktion von wenigen tausend Flaschen pro Jahr aus teilweise uralten Rebstöcken vinifiziert. Als Parker diese Terroirweine allerbester Güte im Wine Advocate Nr. 145 als „DIE Entdeckung seiner Châteauneuf-du-Pape Reise” feierte, „mit reichhaltigen, kraftvollen Weinen im Stile von Pégau und Henri Bonneau”, stand das Telefon bei Jean-Marie nicht mehr still: Händler aus aller Welt witterten das große Geschäft. Zu spät: Längst waren diese sensationell großen Weine in kleinster Auflage an Insider verkauft, die lange vor Parkers Veröffentlichung vor Ort recherchiert hatten.
Wir freuen uns sehr, Ihnen die großartigen Gewächse dieses neuen Kleinods am Weinhimmel von Châteauneuf zusammen mit einem befreundeten Händlerkollegen exklusiv in Deutschland anbieten zu können.

Im Unterschied zu Deutschland und Österreich ist schon lange kein Jahrgang in Frankreich mehr so heterogen ausgefallen wie der 2002er. Nur an der Loire, im Elsass, im Burgund und in Teilen Südwestfrankreichs ist er ein ganz großer Spitzenjahrgang, an der Rhône ist er überwiegend sehr problematisch (Ausnahmen bestätigen hier nur die Regel), in den anderen Regionen hängt die Qualität stark von mikroklimatischen Einflüssen ab, vom Glück oder Pech bei der Ernte oder, ganz entscheidend, vom Können des Winzers.
2002 ist in vielen Appellationen der„Jahrgang des Winzers”. Und wir präsentieren Ihnen in Subskription Weine von Spitzenwinzern, die Kreszenzen auf absolutem Weltklasseniveau produziert haben. Pascal Verhaeghe von Château du Cèdre und Gérard Gauby sind überzeugt, die besten Weine in ihrer Karriere vinifiziert zu haben. Wir stimmen uneingeschränkt zu!
Große Qualitäten, deren Preis-Genussverhältnis unübertrefflich ist, kommen von der Domaine Laffont mit dem mittlerweile legendären Hécate und von Château Haut Monplaisir. Die REVUE DU VIN DE FRANCE erkor das Gut in ihrer Ausgabe 6/01 zu DER Entdeckung des französischen Südwestens, der GAULT MILLAU feiert gar in seiner Ausgabe vom November 2002 Cathy Fournié, die begnadete Winzerin dieses Kleinods aus dem Cahors, als „Winzerin des Jahres 2002”.

Kurzinformationen:

„Der gesündeste Wein der Welt” ist laut der ÄRZTEZEITUNG, die eine Aufsehen erregende Untersuchung von Dr. Roger Corder vom Londoner William Harvey-Institut für Kreislaufforschung zitiert, unser phantastisch schmeckender Madiranwein „Cuvée Charles de Batz” von der Domaine Berthoumieu, vinifiziert aus der Tannat-Traube, „der eindeutige Sieger” aller getesteten Weine hinsichtlich des Schutzes vor Herzinfarkten. Den vollständigen Artikel finden Sie hier.


506500 Berthoumieu Cuvée „Charles Batz“, rouge 2000 11,80 Euro

[Berthoumieu, Charles Batz]

Leider ausverkauft!

Parker hat zwei unserer Weine wiederum sehr gelobt: Der in der letzten Pinwand vorgestellte Galets 2002 von Château Mourgues du Grès erhielt für einen Roséwein phantastische 89 Punkte und geradezu ein Schnäppchenwein – angesichts der Preishysterie, Bordelaiser Gewächse aus dem Milleniumsjahrgang betreffend – ist der mit 92 Punkten bewertete, herausragende Reignac 2000.


136102 „Les Galets Rosés”, rosé 2002 6,60 Euro

Leider ausverkauft!

599100 Château Reignac, Bordeaux Supérieur 2000 25,00 Euro

[599100]

Leider ausverkauft!

Die deutlich zurückhaltender als Parker wertende Weinzeitschrift MONDO hat in Ausgabe 34 einen wahren Punktesegen über einige unserer großen Languedocweine ergossen, mit der Spitzenbewertung von 95 Punkten für den 2001er „Muntada” von Gauby.


354501 Côtes du Roussillon „Muntada” rouge 2001 67,00 Euro

[Gauby, Muntada]

Leider ausverkauft!

Herzlichen Glückwunsch unseren Winzern!

Wir bieten Ihnen aus diesem Test ein erlesenes Languedoc-Rotweinpaket, bestehend aus je einer Flasche 2001er Muntada und Vieilles Vignes von Gauby und den sensationellen Roc d’Anglade sowie die 2000er Weine Faugères von Barral, Tobataire von Domaine du Tabatau und die Cuvée „La Sauvageonne” von Sauvageonne zum Sonderpreis von 149,- Euro (statt 167,- Euro) an.


81403 Mondo-Paket, Languedoc-Roussillon (statt 167,00 Euro) nur 149,00 Euro

Leider ausverkauft!

Der neue Katalog erscheint bald, wir trennen uns von Winzern und Jahrgängen und erfreuen Sie mit radikal reduzierten Abverkaufspreisen, Sie finden diese Angebote auf unserer Schnäppchen-Seite.


DEUTSCHLAND

Weinhof Herrenberg – Mosel-Saar-Ruwer

Unsere letztjährige Entdeckung des Jahres in Deutschland kommt von der Saar. „Claudia Loch hat 1999 eine Atem beraubende Kollektion vorgestellt, ein Wein ist besser als der andere”, begeistert sich Marcus Hofschuster im Weinplus Weinführer Deutschland 2001. Und Mario Scheuermann, erfahrener Fachjournalist und Veranstalter des Hamburger Weinsalons, meinte gar: „Das Weingut Herrenberg ist für mich schon seit zwei, drei Jahren ein herausragender Geheimtipp an der Saar. Bei einer Erstteilnahme (am Hamburger Weinsalon) wäre das ziemlich uneinholbar die Nominierung für die Entdeckung des Jahres gewesen. Bei der minimalen Jahresproduktion und solchen Qualitäten müssten die Weinkenner eigentlich Schlange stehen und alles müsste zu Höchstpreisen ständig ausverkauft sein. Herrenberg ist so etwas wie ein weißer Riesling-Petrus von der Saar: Winzige Produktion, total eigenständiger Terroircharakter in absoluten Spitzenlagen”.

Welches Geheimnis steckt nun hinter diesen faszinierenden Qualitäten zu immer noch extrem fairen Preisen? Keines! Diese großen Rieslinge sind nichts anderes als das Resultat erstklassiger Lagen, ehrlicher, harter handwerklicher Arbeit in den strikt biologisch bewirtschafteten Weinbergen und einer vehementen Liebesbeziehung der Lochs zu majestätischen, aber auch mehr und mehr filigranen, von Eleganz und Finesse geprägten Rieslingen und zu der unnachahmlichen Sinfonie eines wahrhaft großen Terroirs.

Claudia und Manfred, beide Seiteneinsteiger, erwarben 1992 ihren ersten, nur 1.200 Quadratmeter großen Weinberg im verträumten Schoden, im Folgejahr kamen dann 30 Ar von Claudias Eltern dazu. Prachtstück ist wohl eine Parzelle mit 100 Jahre alten, wurzelechten Reben im Wiltinger Schlangengraben.
Alle Lagen in den extrem steilen, mit Schiefer bedeckten Hängen (bis 80% Neigung!) werden „parzellenrein” ausgebaut, um das jeweilige Terroir (wechselnde Schieferformationen, unterschiedliche Anteile an Feinerde) im Wein optimal zur Geltung zu bringen. Der Schodener Herrenberg mit seinen extrem unterschiedlichen Bodenzusammensetzungen innerhalb der einzelnen Parzellen liegt mit seinem privilegierten Mikroklima optimal süd-südwestorientiert wie ein riesiger Brennspiegel, der jeden auch noch so kleinen Sonnenstrahl einzufangen vermag, in einem nur etwa 4 km großen Gürtels, innerhalb dessen sich alle großen Lagen der Saar befinden.

Wenn man hoch über der Saar in diesen steilen Schieferlagen des Schodener Herrenbergs kraxelt, fallen sofort die Unterschiede zwischen den Parzellen des strikt qualitätsorientierten Winzerpaars und denen ihrer Nachbarn ins Auge. Zum einen die extrem gepflegten „lebenden” Böden mit ihrem komplexen natürlichen Grünbewuchs (von den Lochs neu erworbene Parzellen in der Umstellungsphase zum biologischen Anbau weisen erst 1-2 verschiedene Kräuter auf), der durch die Konkurrenzsituation die Wurzeln der Reben tiefer in die Erde zwingt, der Entwässerung und dem Erosionsschutz dient sowie zur Humusproduktion beiträgt, und die Nistkästen für die einheimische Vogelwelt, die durch den Fraß der Schädlinge zum ökologischen Gleichgewicht in den Weinbergen beitragen.
Zum anderen sticht ein Rebschnitt ins Auge, der sich von dem der Nachbarn völlig unterscheidet und der meines Wissens nach von kaum einem Winzer an Mosel-Saar-Ruwer angewandt wird: die Vertiko-Erziehung nach Prof. Cargnello, eine Außenseitermethode eines engagierten Querdenkers, eine schwierig zu handhabende Schnittform, welche die Lochs ganz allein, ohne Hilfskräfte praktizieren müssen, die aber nach ihren Erfahrungen dem traditionellen Moselschnitt weit überlegen ist, da die buschartigen Reben infolge der wesentlich höheren Blattwerksproduktion (das Kraftwerk der Reben) über ein deutlich besseres Blatt-Fruchtverhältnis verfügen, dass mitverantwortlich ist für die herausragende Qualität der Trauben.

So katapultiert sich der Weinhof Herrenberg mit spektakulären handwerklichen Qualitäten im besten Sinne des Wortes und mit dem singulären Charakter ihrer in konsequenter Ertragsreduktion entstandenen Naturweine nicht nur mit an die Spitze der Weinanbauregion Saar mit ihrer großartigen Tradition, meiner Meinung nach sind die sympathischen Quereinsteiger Claudia und Manfred Loch zusammen mit Johannes Leitz aus dem Rheingau die größte Bereicherung der deutschen Winzerszene im letzten Jahrzehnt und zählen zur Winzerelite Deutschlands:
Die mit viel Herzblut vinifizierten Weine mit ihrer glasklaren, saftigen Rieslingfrucht, ihrer charakteristischen, eher saaruntypischen Fülle am Gaumen, ihrem Extraktreichtum, ihrer Frische, ihrer beispielhaften Mineralität, ihrer Kraft sowie ihrem kompromisslosen Terroirkonzept besitzen ein schwerlich zu schlagendes Preis-Genussverhältnis. Von Claudia und Manfred Loch werden wir in Zukunft noch sehr viel hören, wir freuen uns jedenfalls auf eine weitere spannende Zusammenarbeit.

Zum Jahrgang 2002 im Detail: Ich kann verstehen, warum in der Vergangenheit die Stilistik der Weine von Herrenberg etwas polarisierend wirkte, die zwar viele Liebhaber fand, aber nicht alle Rieslingfreunde gleichermaßen begeisterte. Wie hat es einmal ein sympathischer Kunde formuliert: „Der Wein ist sehr individuell und sehr eindrucksvoll, aber häufiger als alle zwei Wochen möchte ich ihn nicht trinken, denn ich kann alle verstehen, denen der Herrenberg-Stil zu heftig ist. Vielen ist Mozart halt lieber als Wagner”.
Doch ohne ihre Authentizität zu verlieren und ohne ihre Dichte und Mineralik eingebüßt zu haben, sind die Weine des 2002er Jahrgangs „saartypischer”, finessenreicher, verspielter, rassiger geworden. Die sympathischen Lochs bringen neben dem großartigen Terroir ihrer Lagen immer mehr ihre ureigene Handschrift im Weinberg (im Keller hat sich nichts verändert) mit ein, denn ganz offensichtlich trägt ihre jahrelange harte Weinbergsarbeit erkennbare Früchte (Claudia Loch, für die Arbeit im Wingert verantwortlich, hat einfach ein feines Gespür für die Reben), sind die Böden der erstklassigen Lagen, insbesondere diejenigen, die schon relativ lange von den Lochs bewirtschaftet werden, jetzt in dem optimalen Zustand, dass die Trauben und später der fertige Wein davon nachhaltig profitieren. „Und natürlich ist es ein himmelweiter Unterschied, ob, wie bei uns, ausschließlich Fachkräfte einen Rebschnitt und die Lese durchführen oder angelernte Saisonkräfte”, so das Fazit von Manfred Loch.

Gerade dieser Aspekt hat den Lochs im Erntepoker des schwierigen Herbstes 2002 sehr geholfen, sie haben dabei ein feines Händchen bewiesen, sicherlich auch das notwendige Quäntchen Glück gehabt. Im Herbst 2002 gab es auch an der Saar problematische Wetterverhältnisse, mehrfach wurde mit der Ernte angefangen und dann wegen des Regens wieder abgebrochen.
„Da die Trauben sich jedoch in einem hervorragendem Zustand befanden und die Öchslegrade gar nicht mehr zu steigern waren, um trockene Weine zu erhalten, haben wir, wann immer es möglich war, sehr flexibel reagiert und in trockenen Stunden abgeerntet. Hier war es natürlich ein ausgesprochener Vorteil, dass wir ein sehr kleiner Familienbetrieb sind” (Manfred Loch).
Und da das Novemberhoch, auf das viele Winzer vergeblich gewartet hatten, nicht kam, haben die Lochs, im Unterschied zu vielen Kollegen, im Lotteriespiel des Herbstes 2002 das große Los gezogen. Bei den trockenen Weinen wurden fast keine Botrytistrauben verwendet, nur ca. 10% allerbester Qualität, was nicht schmeckbar ist, sich aber am Gaumen in Fülle und Schmelz niederschlägt.

Fazit: Trotz der schwierigeren (Ernte-) Bedingungen des Jahrgangs 2002 hat man auf dem Weinhof Herrenberg die Qualität des großartigen 2001ers noch einmal getoppt!


908402 Riesling Schodener Herrenberg Fass Nr. 2, trocken 2002 10,50 Euro

Relativ dichte, grün-gelbe Farbe wie bei allen anderen Weinen übrigens auch, in der Nase dominiert zunächst eine fein ziselierte Mineralität, nach ein bis zwei Stunden Öffnung bzw. am 2. Tag gesellen sich leicht süßliche, sehr verführerische Fruchtaromen hinzu, Nektarine, ein Hauch von Cassis, Limone und Pfirsich. Am Gaumen deutlich mehr Saartypizität als in der Vergangenheit, spielerischer und „beschwingter”, die Zunge erspürt wieder Mineralität und zunächst ansatzweise, am zweiten Tag intensiv die von der Nase her bekannten Aromen, schöne Dichte und Fülle, Harmonie und Balance, faszinierendes Spiel auf der Zunge, eine fein gewebte, klare Struktur, gleichzeitig auch straff gewirkt, dabei ist der Wein viel mehr von Finesse und Eleganz geprägt als von schierer Kraft und Konzentration, viel mehr Mozart als Wagner diesmal. Ein ganz zartes süßes „Restschwänzchen” macht den Wein sehr gefällig, dazu überzeugt er mit einer bemerkenswerten Frische.
Insgesamt ein ungemein filigraner, rassiger Wein, „vibrierend” (Spätlesecharakter), die wunderbare Leichtigkeit des Seins an lauen Sommerabenden auf einer Terrasse auf des Angenehmste begleitend, zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2004 bis 2008. Gerade beim Fass Nr. 2 bemerkt man, dass diese Parzelle („Stabler”) des Herrenbergs schon seit ca. 10 Jahren im Besitz der Lochs ist, so dass die Bodenstruktur bereits sehr von ihrer Arbeit geprägt wird. Die Trauben für dieses Fass Nr. 2 kommen dabei von der oberen Lage des Stablers, ca. 280 m hoch gelegen, so dass nachts eine frische, ja kalte Luft die Trauben bestreicht, der Grund für die höhere Eleganz, Finesse und Frische (durch die noch knackigere Säure) als in der Vergangenheit.

Leider ausverkauft!

909502 Riesling Schodener Herrenberg Fass Nr. 4, trocken 2002 9,50 Euro

Schon in der Nase zeigen sich deutliche Unterschiede zu Fass Nr. 2, eher Kabinettcharakter, feine Mineralität, dazu Weinbergspfirsich, am Gaumen dann etwas fülliger und kraftvoller als von Kabinettweinen gewohnt, mineralisch, dicht, gehaltvoll, finessenreich, elegant, ohne das süße „Restschwänchen” von Fass Nr. 2, anhaltend. Die aus dem Kreuzberg, einer dem eigentlichen Herrenberg westlich vorgelagerten Parzelle mit hervorragenden Bodeneigenschaften (hoher Humusgehalt, da schon lange im Loch’schen Besitz), stammenden Trauben wurden bewusst relativ früh gelesen, „um einen Wein für Vieltrinker zu gewinnen, die abends auch mal gerne 2 Fläschchen genießen wollen”, so Manfred Loch. Zu trinken jetzt bis mindestens 2007.

Leider ausverkauft!

909002 Riesling Schodener Herrenberg Fass Nr. 5, trocken 2002 10,90 Euro

Die Nase zeigt sich zunächst verschlossen, auch die Mineralität ist nicht so hervortretend wie bei Fass Nr. 2, nach ca. 1 Sunde Öffnung komplexe, saartypische Fruchtaromen (Pfirsich, gelbe Früchte wie Mirabellen, bei der Fassverkostung auch zarte Honiganklänge), selbst am zweiten Tag kaum mehr geöffnet. Am Gaumen tolle Mineralität, Frische, feine Frucht, bemerkenswerte Struktur, dichter, fülliger als die Vorgänger, trotzdem eher „moselanisch” wirkend im Vergleich zur Nummer 6, die an große Wachauer Weine erinnert, viel Druck, konzentriert, schönes, grandioses Spiel zwischen der Frucht und der fein ziselierten Säure, lang anhaltend. Die Trauben für diesen erstklassigen Riesling mit Auslesecharakter stammen überwiegend aus dem steilen Herzstück des so genannten großen Herrenbergs (sowie aus dem Stabler und dem kleinen Herrenberg) und wurden zu Beginn des Monats November geerntet. Viel Potential, zu genießen Ende 2004 bis mindestens 2010.

Leider ausverkauft!

909602 Riesling Schodener Herrenberg Fass Nr. 6, trocken 2002 14,90 Euro

Die Nase bleibt selbst über Stunden hinweg sehr verschlossen, auch am zweiten Tag wenig Veränderungen, eine feine Mineralität ist spürbar, dazu Anklänge an eine verführerisch Kruste von ganz frisch gebackenem Brot und ein Hauch von Rauch und Cassis. Am Gaumen extraktreich, sehr dicht, sehr konzentriert, ungemein tief, füllig und wuchtig, fast opulent (hier haben wir wieder mehr Wagner als Mozart), aber gleichzeitig ein ähnlich schönes Spiel wie bei Fass Nr. 5 und eine hohe Mineralität, großen Wachauer Weinen oder dem Nigl Privat aus dem Kremstal nicht unähnlich, großartige Struktur, phantastisch eingebundene Säure, viel Druck am Gaumen und dennoch Eleganz und Finesse, lang anhaltend. Ich halte diesen großartigen Riesling (Auslesecharakter), dessen Trauben ausschließlich aus dem Herzstück des Herrenbergs stammen, für den potentiell gesehen besten trockenen Riesling des Jahres vom Weinhof Herrenberg. Zu genießen frühestens ab 2005, enormes Potential. Bei diesem Weinmonument wird Terroir erlebbar, „Aromen aus geologischen Tiefen und eine Frische wie von einem Wasser, das über Felsblöcke in eine kühle Schlucht sich ergießt”, wie dies Stuart Pigott einmal so treffend formuliert hat.

Leider ausverkauft!

908502 Riesling Schodener Herrenberg Fass Nr. 7 „Quasaar”, halbtrocken 2002 13,90 Euro

Wiederum eines der von Lochs so geliebten Wortspiele, die diesen traumhaft schönen, halbtrockenen (oder wie Manfred Loch es formuliert: „quasi harmonisch trockenen”) Riesling auszeichnen sollen. Komplexe Nase, wiederum diese wunderbare Leichtigkeit des Seins verströmend, verführerische Frucht und zarte Mineralität in der Nase und am Gaumen, tolles Spiel Süße-Säure, wobei die Süße kaum merklich ist, schöne Balance und Harmonie, viel Power und Extrakt, aber schlanker, verspielter wirkend als die Fässer 4, 5 und 6, wieder mehr Saarweincharakter, feinsinnig, elegantes Spiel, anhaltend. Der 2000er halbtrockene Riesling von Herrenberg wurde vom Gault Millau als drittbester halbtrockene Wein des Jahrgangs in Deutschland gefeiert, ich halte den 2002er für nochmals deutlich besser, zu genießen ab sofort.

Leider ausverkauft!

908602 Riesling Schodener Herrenberg Fass Nr. 8 „Saartyr”, trocken 2002 15,90 Euro

Nach der mythologischen Gestalt des Satyr, des lüsternen, sinnesfrohen Waldgeistes und Begleiter des Dionysos benannter Spitzenriesling: Aus der extrem steilen, „Stier” (ein dialektaler Ausdruck für „Stirn”) genannten Parzelle mit dem höchsten Schieferanteil, direkt unterhalb des Kamms des Herrenbergs gelegen, stammen die absolut gesunden Trauben dieses exzellenten Rieslings. Was für eine großartige Mineralität und subtile Würze, welch feinste Frucht, welch ungemein komplexe, aber auch verspielte Aromatik, (Pfirsich, Limone, Cassis, Holunderblüten und Minze), am Gaumen wiederum die gleichen betörenden, subtilen Aromen, dicht und konzentriert, dennoch sehr elegant und finessenreich, dabei feinst balanciert, dazu eine traumhafte, reife Textur, animierend, frisch am Gaumen, da rassige Säure, sehr lang anhaltend. Das Wortspiel im Namen suggeriert es bereits: Wahrhaft ein „lüsterner” Wein, der Emotionen und Sinnlichkeit zu wecken vermag und neben dem Fass Nr. 2 die schönste Ausprägung des „neuen” Stils vom Weinhof Herrenberg. Zurzeit sicherlich der schönste trockene Wein des Gutes (wobei ich in fernerer Zukunft das Fass Nr. 6 vorne sehe), zu genießen bis wenigstens 2008.

Leider ausverkauft!

909702 Riesling Schodener Herrenberg Spätlese (0,5 l) 2002 14,50 Euro

Noch etwas unzugänglicher, aber wunderschöner, klassischer edelsüßer Riesling von hervorragender Qualität aus dieser großartigen Saarlage, aus der 99 der fast schon legendäre „Contes” vinifiziert wurde. In der Nase charakteristische, expressive Rieslingaromen (Weinbergspfirsich, gelbe, exotische Früchte), auf der Zunge ungemein füllig, dicht, frisch, großartiges Spiel Süße-Säure, feinste, seidige, zarte Fruchtsüße, faszinierende, hochfeine Mineralität, ausgezeichnete Struktur, wunderschöne Balance, sehr lang anhaltend, in ein bis zwei Jahren ein Schmeichler der Sinne, eine Verkörperung der unvergleichlichen Sinfonie großer Schieferlagen der Saar, zu genießen 2004 bis mindestens 2012.

Leider ausverkauft!

909302 Riesling Ockfener Bockstein Spätlese 2002 (0,5 l) 16,50 Euro

Von einer der Traumlagen der Weinanbauregion Saar im ursprünglichen alten Bockstein, die der Vorbesitzer aufgrund der extremen Steilheit nicht mehr bearbeiten wollte, mit seinem eher rötlichen, erzdurchwachsenen Schiefer kommt diese Labsal der Seele, eine gelungene Symbiose, eine Liebesbeziehung gar zwischen der Rieslingfrucht und dem Schiefer, ein spektakulär gut gelungener Saarriesling allererster Güte! In der Nase eine hochfeine Mineralität und ein komplexes Aromenspektrum (Pfirsich, Cassis, Limone und Maracuja, selbst Anklänge von Stachelbeeren), am Gaumen füllig, dicht, konzentrierter noch als sein Pendant vom Herrenberg, aber auch sehr elegant und finessenreich, Schmelz, subtiles Spiel Süße-Säure, geschmeidig, nachhaltige mineralische Rasse und zarte Würze, großartige Länge, zu genießen ab sofort bis mindestens 2012.

Leider ausverkauft!

908802 Riesling Schodener Herrenberg Auslese 2002 (0,5 l) 27,90 Euro

Schöne Konzentration im vielschichtigen, zart honigwürzigen Bukett, reife, klare Frucht, kandierte Zitrusfrüchte, Pfirsich, Ananas, Maracuja und Aprikosen, im Mund dicht, tief, cremig, sehr elegant, tolles Spiel zwischen der rassigen Säure und der süßen Frucht, beeindruckende Frische, wunderbare Balance, mineralisches Spiel, sehr harmonisch, herrlich reintönige Auslese, im langen Nachhall öffnet sich ein wahres Pfauenrad an betörenden Aromen; zu genießen 2005 mindestens 2020.

Leider ausverkauft!

908702 Wiltinger Schlangengraben Riesling feinherb 2002 (0,5 l) 16,50 Euro

Eine nominell zwar halbtrockene,, aber fast „trocken” schmeckende Rieslingrarität, von sehr alten, wurzelechten Rebstöcken, die vor 1893 gepflanzt, wurden, feinst verwobenes, rassiges Aromenspektrum in der Nase (Pfirsich, Aprikosen, Mandarinen), am Gaumen extraktreich, ungemein dicht, konzentriert, dennoch elegant, ja von weicher, femininer Stilistik, sehr harmonisch, ausgesprochen saftige, rassige Frucht, großartige, feingliedrige, zart mineralische Struktur, sehr nachhaltig, ein kleines Weinmonument, zu genießen jetzt bis 2010.

Leider ausverkauft!

909402 Wiltinger Schlangengraben Riesling Auslese 2002 (0,5 l) 29,00 Euro

Noch sehr zurückhaltend in der Nase, am zweiten Tag kristallisiert sich ein rassiger Duft heraus von Pfirsich, Ananas und Grapefruit, unterlegt von einer feinen Mineralität, am Gaumen keinerlei vordergründige Süße, stattdessen eine saftige Frucht und eine intensive Mineralität, ansprechende Säure, welche die Süße in beeindruckender Art und Weise abpuffert, viel Dichte und Fülle, Spiel, Finesse, Eleganz gleichermaßen, ausgewogen, harmonisch, balanciert. Man ist leicht verwirrt von dieser ungewöhnlichen Stilistik, sie vereint filigranen Saarcharakter und barocke Fülle gleichermaßen. In einer Blindprobe würde man sich fragen, woher dieser Wein kommt. Man testet, vergleicht, überlegt, findet keinen rechten Vergleichspunkt: Saar?, Wachau?, Rheingau, ein völlig eigenständiger Charakter, faszinierende traumhafte Auslese, zu genießen jetzt oder 2005 bis 2020.

Leider ausverkauft!

908902 Riesling Schodener Herrenberg Beerenauslese 2002 (0,375 l) 75,00 Euro

Diese Wahnsinnsbeerenauslese entzieht sich jetzt, unmittelbar nach der Abfüllung, noch einer detaillierten Beschreibung, es ist ein großartiger meditativer Wein zum Träumen mit saartypischer Stilistik, eine phänomenale Essenz mit fülliger Opulenz, einer frischen ausgeprägten Säure, einer tollen Mineralität und einer fabelhaften Struktur, die jeden Liebhaber edelsüßer Kreszenzen in ihren Bann zieht. Das Faszinierende an dieser Beerenauslese ist, wie sie trotz ungeheurer Mächtigkeit infolge ihrer ausgeprägten Frische und ihrer großartigen Balance immer wieder zum nächsten Schluck animiert, ein Traum!

Leider ausverkauft!

FRANKREICH

Jean-Marie Royer

Unsere Entdeckung des Jahres aus Châteauneuf-du-Pape

Wir haben Sie bereits seit Spätherbst 2001 immer wieder nach meinen Verkostungsreisen an die südliche Rhône informiert: 2001 wird in Châteauneuf-du-Pape ein großer Jahrgang, vergleichbar 1978, 1990, 1998 und 2000, wobei 2001 sich anschickt, selbst seinem großartigen Jahrgangsvorgänger noch einmal leicht überlegen und so das berühmte i-Tüpfelchen in der Abfolge vierer großer Jahrgänge nacheinander zu sein, bevor wir nächstes Jahr mit dem höchst problematischen Jahrgang 2002 konfrontiert werden, der in Châteauneuf nur in Einzelfällen gute Weine hervorbringen wird.

Parker spricht von einem „excellent to outstanding year” und vergibt höchst gerechtfertigt einen wahren Punkteregen. Ich selbst halte 2001 ebenfalls für einen der größten Jahrgänge aller Zeiten, qualitativ und stilistisch in den letzten 25 Jahren nur noch mit dem legendären 78er vergleichbar.

Heute präsentieren wir Ihnen ein in Deutschland noch gänzlich unbekanntes Gut, unsere Entdeckung des Jahres in diesem Jahrhundertjahrgang! Wir kennen diese Domaine bereits seit 2 Jahren, infolge eines absoluten Insidertipps. Der renommierte Önologe Philippe Gambié, der bereits seit Jahren für unsere großartigen Domainen Pégau, Clos du Caillou und Les Cailloux tätig ist, hatte einen alten Rugbyfreund unter seine Fittiche genommen, Jean-Marie Royer, der eine schwierige Zeit hinter sich hatte.
Aus einer alteingesessenen Familie in Châteauneuf stammend, verlor Jean-Marie bereits in seinem dritten Lebensjahr seinen Vater, der bis dahin die kleine Familiendomaine betrieben hatte. Um die Familie nach dessen Tod über Wasser zu halten, verkaufte die Mutter einen Teil der erstklassigen Weinberge, zudem ging ein beträchtlicher Teil durch Erbteilung an andere Familienmitglieder. Der kleine Rest wurde verpachtet.
Als Jean-Marie Royer dann mit 18 Jahren beschloss, sich dem Wein zu widmen, waren nur noch wenig eigene Weinberge vorhanden. Er begann damit, gute Qualitäten bei befreundeten Winzern aufzukaufen und unter dem Etikett eines kleinen selbst gegründeten Handelshauses zu vermarkten. Mit dem damit verdienten Geld kaufte Jean-Marie Parzelle für Parzelle der besten Lagen aus dem Besitz seiner Verwandtschaft wieder zurück, bis er schließlich drei Hektar beisammen hatte. Eine kleine Fläche zwar nur, doch welche Qualität!
Bei diesen Parzellen handelt es sich um nichts anderes als (mit) das beste Terroir der Appellation, teilweise bestockt mit über 110 Jahre alten, tief wurzelnden, sehr ertragsschwachen Grenachereben (Was sind das für prachtvolle Rebstock-„Persönlichkeiten” auf einem ungemein steinhaltigen Terroir) und in unmittelbarer Nachbarschaft zu den berühmten Lagen von Henri Bonneau, eine Sonneninsel aus roten Steinen, mit leuchtenden Sommerfarben: Das Blau des Himmels, das Grün der Rebblätter, das Gelb der Sonne und das Ockerrot der Steine. Die Grillen zirpen, man schließe die Augen... .

Zunächst verkaufte Jean-Marie aus Geldnot einen Teil seiner hochreifen Trauben seiner erstklassigen Lagen an einen Ihnen sicherlich nicht unbekannten Weinmacher erster Güte, an Michel Tardieu, der von der einzigartigen Qualität dieses Lesematerials begeistert war und vom Jahrgang 2001 in seinen unterirdischen Kelleranlagen im malerischen Lourmarin einen Wein ausbaut, den Sie bei uns schon lange in Subskription kaufen konnten und der von Parker mit 95 bis 98 Punkten bewertet wurde.

Doch jetzt kommt Philippe Gambié ins Spiel. Fasziniert von der fast einzigartigen Qualität dieses singulären Terroirs überzeugte er Jean-Marie, Tardieu nicht die gesamte Lese zu verkaufen, sondern mit ihm zusammen einen Teil seines erstklassigen Traubenmaterials selbst auszubauen und beide erklärten ihr neues Projekt zur Herzenssache, mit durchschlagendem Erfolg.
Während die Tardieu-Variante wie immer mit reifer Frucht und einem fein dosierten Holzeinsatz eher von moderner Stilistik geprägt ist, erweisen sich die von Royer und Gambié vinifizierten Weine als geradezu distinguiert und äußerst klassisch, so, wie wir es vom Altmeister Henri Bonneau und seinem unvergleichlichen, doch kaum erhältlichen Unikat „Reserve des Celestins” kennen, von dessen Art der Weinbereitung sich Jean-Marie inspirieren ließ.

So sind Royers Weine aus dem großartigen Jahrgang 2001 Terroirweine allerbester Güte, von Parker (Wine Advocate Nr. 145) als die „Entdeckung seiner Châteauneuf-du-Pape Reise” gefeiert „mit reichhaltigen, kraftvollen Weinen im Stile von Pégau und Henri Bonneau” (Wer jemals Royers eindrucksvolle Weinberge und seinen altertümlichen, einfachen Keller begutachten kann, dem werden auch diese Parallelen sofort ins Auge fallen) und der dringlichen Empfehlung an die „Importeure, sich um dieses bis dato unbekannte Weingut unverzüglich zu kümmern”.
Doch Händler, die jetzt erst, nach Parkers Elogen, Jean-Marie kontaktierten, kamen bei der kleinen Produktion von einigen wenigen Tausend Flaschen natürlich viel zu spät. Wir selbst jedoch hatten uns schon unmittelbar nach Philippe Gambiés Empfehlung und bevor Parker es bewertete, mit einem befreundeten Weinhändler aus Süddeutschland ein größeres Kontingent (was man angesichts der insgesamt gesehen kleinen Produktion jedoch stark relativieren muss) gesichert und können es nun exklusiv auf dem deutschen Markt anbieten.
Jean-Marie Royer ist zweifellos der neue Stern am wunderbaren Weinhimmel von Châteauneuf-du-Pape mit klassischen, herrlich altmodischen, zeitlosen Gewächsen in der Tradition von Bonneau und Rayas und meilenweit von jeder Modetorheit entfernt: kraftvolle, harmonische Weine in perfekter Balance mit einer traumhaften Fruchttextur und einer großartigen, seidenen Tanninstruktur und einem langen mineralischen Abgang, exemplarische Terroirweine erster Güte, die das einzigartige Potential ihrer berühmten Appellation beispielhaft widerspiegeln! Zwar präsentieren sich diese sensationell gelungenen Weine bereits heute ungemein beeindruckend, wenn aber in den kommenden Jahren die Tannine abschmelzen werden und die Qualität des Terroirs weiter in den Vordergrund tritt, dann werden wir mit großartigen Weinunikaten belohnt.


172101 Châteauneuf-du-Pape rouge „Tradition” 2001 27,00 Euro

Ein fast reinsortiger Grenachewein von etwa 70 Jahre alten Reben mit einer tiefrubinroten Farbe. Die faszinierende Aromatik ist wunderbar klar und reintönig, mit viel feiner Frucht, Kirschen, Unterholz und feinsten provenzalischen Gewürzen. Ein herrlicher, puristischer Châteauneuf zum Verlieben, authentisch, unverwechselbar, von hoher Eleganz, aber auch einer großen Dichte geprägt, sehr anhaltend. Nach mehrstündigem dekantieren ab sofort ein Genuss, Höhepunkt 2006 bis 2015.

Leider ausverkauft!

172201 Châteauneuf-du-Pape rouge „Cuvée Prestige” 2001 35,00 Euro

Die Trauben stammen ausschließlich aus einer mit roten Steinen übersäten Lage mit bis zu 110 Jahre alten Grenachereben, unweit der Parzelle von Henri Bonneau gelegen, aus der dieser seine „Réserve des Célestins” gewinnt.
Satte purpurrote Farbe, in der sehr komplexen Nase eine wunderbare Noblesse und eine verführerische Würze, dazu schwarze Beeren, süße Kirschen, Feigen und eine pfeffrige Mineralität. Auf der Zunge kühle, kompakte, aber seidige Tannine, der Wein präsentiert sich ausgewogen, dicht, mit einer Wagenladung voll Glycerin, wie auf Samtpfoten fast kommt die zart süßliche, an schwarze Kirschen erinnernde Frucht daher, ein sehr traditioneller, Wein mit einer feinen animalisch-wilden Fleischnote, einer schlanken Eleganz und einer seidigen Textur. Die präsenten, aber feinen Tannine fließen fast in Form flüssigen Gesteins über die Zunge und hinterlassen zusammen mit der edlen Frucht einen Eindruck größter Komplexität, wie man sie auch bei den allerbesten Burgundern findet, enorm langer, mineralischer Abgang. Ein großer Lagerwein mit einem immensen Potential, zu genießen ab sofort (mindestens 5 Stunden Dekantieren), Höhepunkt 2006 bis nach 2020. Parker: „DIE Weinentdeckung auf meiner diesjährigen Reise an die südliche Rhône”.

Leider ausverkauft!

172301 Châteauneuf-du-Pape rouge „Sola Syrah Regalis” 2001 35,00 Euro

Eine wunderbare Rarität stellt dieser 100%ige Syrah dar, den Royer aus besten Parzellen selektiert hat. Ganze vier Barriques (1.200 Flaschen) hat er von diesem Unikat gefüllt, das durch seinen einzigartigen syrahgeprägten Charakter fasziniert. Schon im edlen Bukett dominiert die Syrahtraube, tief und konzentriert wirkt dieser Weingigant in seiner grandiosen Aromatik wie eine hypothetische Mischung aus einem großen Côte Rôtie, einem Grange Hermitage und einem Châteauneuf-du-Pape. Und dann der Gaumen: Noch mehr Fruchtdichte und Konzentration und noch feineres Spiel als beim Prestige, noch mehr Raffinesse bei gleichzeitig mehr Extrakt, mehr Frische, mehr vibrierende Rasse und noch mehr Mineralität. Dieser extrem rare Wein wird zur Legende mutieren, weil er auf einmalige Art und Weise mediterrane Reife, Aromenintensität und Fülle mit nobler Côte Rôtie Finesse, Frische und Eleganz vereint. Einer der größten Weine des Jahrhundertjahrgangs 2001, nach mehrstündigem Dekantieren oder nach tagelanger Öffnung der angebrochenen Flasche genieße ich bereits heute immer wieder diesen Wein, Höhepunkt 2006 bis nach 2020.

Leider ausverkauft!


SUBSKRIPTION

(befristet bis 15.08.2003 und solange Vorrat reicht)


Château du Cèdre – Cahors

„Das Potenzial unserer Region ist gewaltig und gleichwertig mit dem des Bordelais!” Diese auf den ersten Blick manchem Weinfreund gewagte These Pascal Verhaeghes findet ihre Bestätigung nicht nur in historischen Texten der Vergangenheit, in denen gar von einer Überlegenheit des „black wine” aus dem Cahors über die Konkurrenz aus dem Bordelais die Rede ist, davon überzeugt jeder Schluck der großartigen Weine von Château du Cèdre.
Unser Freund Pascale, ein ungemein sympathischer, visionärer und innovativer Weinmacher belgischer Herkunft, von Winzerkollegen hinter vorgehaltener Hand respektvoll als primus inter pares seiner Zunft in Frankreich apostrophiert, ist zweifellos der Initiator und die Seele der Renaissance der großen Weine des Cahors und seine eindrucksvollen Gewächse gehören seit Jahren zu den großen Klassikern in unserem Programm, extrem dichte, tiefe, konzentrierte, sehr farbintensive Weine, die dem legendären Image des „black wine” voll gerecht werden.

Doch Pascals Weine besitzen mittlerweile auch eine immense Frucht, eine extrem rare Komplexität und eine faszinierende Finesse, die man bei so wenigen großen Weinen auf der Welt überhaupt findet. Die Ursachen für diesen Stilwandel und die damit nochmals verbundene Steigerung der Qualität liegen in den ständig älter werdenden Rebstöcken, der Jahr für Jahr verbesserten Weinbergsarbeit, einer noch feinfühligeren Extraktion und noch sensiblerem, perfektioniertem Holzeinsatz.
So verfügen die unfiltriert abgefüllten Weine noch immer über enorm viel Dichte und Rückgrat, Kraft und Komplexität und einen ursprünglichen, wilden Charakter, besitzen aber mehr denn je eine phantastische Eleganz, eine typische, erfrischende Säure, eine wunderbare Harmonie zwischen Frucht und Holz und ein charakteristisches Bukett von wild wachsenden schwarzen Beeren, Veilchen, Lakritze und deutlichen Gewürzanklängen.
Dabei sind die vibrierend rassigen Weine von du Cèdre trotz aller Dichte und Konzentration keine Kraftprotze und parkerisierte Fruchtbomben, sondern reinste „Haute Couture”: eigenständige, handwerklich produzierte Persönlichkeiten aus Samt und Seide.
Sie setzen schlichtweg neue Maßstäbe, nicht nur für ihre Region, und sind unter Preis-Leistungsgesichtspunkten mehr als eine unerhörte Provokation für die gerühmten Bordelaiser Gewächse. Und so erscheint es nur noch auf den ersten Blick überraschend, bei genauerem Hinsehen jedoch folgerichtig, dass sich mittlerweile etliche Châteauxbesitzer aus Bordeaux nach Cahors auf den Weg machen, um bei Pascal zu lernen, wie er aus der nicht leicht zu handhabenden Rebsorte Malbec diese faszinierenden Spitzenweine vinifiziert.

Dabei gibt es auf Château du Cèdre keine Geheimnisse zu entdecken. Pascals „vins de garde”, die in der Weinwelt für dieses erhebliche Aufsehen gesorgt haben, sind schlicht das Ergebnis harter Arbeit im Weinberg und im Keller sowie einer Vielzahl von innovativen Ideen und kleinen Verbesserungen, auch Meister ihres Faches lernen ständig hinzu. So wird beispielsweise Anfang Juli das Blattwerk gekappt und alle Beeren, die sich berühren, werden aussortiert, damit keine Fäulnis entsteht. Im August werden dann nochmals die unreifen Früchte abgepflückt. Diese extreme Auslese ergibt bei der Ernte ganze drei bis fünf Trauben pro Stock. Und 2000, 2001 und erst recht 2002– Pascals bislang besten Jahrgängen – waren es sogar noch weniger!
„Und selbst nachdem der Wein in den Barriques reift”, erzählt mir Pascal, „nehme ich ständig Fassproben und überlege, wann welcher Wein wieder was braucht. Die anderen Winzer sperren einfach den Keller zu und warten.”

Wenn Sie, liebe Kunden, jemals die Möglichkeit haben, diese Domaine zu besuchen, dann sollten Sie Pascal überreden, dass er Sie die einzelnen Cuvées aus den unterschiedlichen Barriques der besten Tonneliers probieren lässt: Eine bessere Vorstellung davon, wie sich unterschiedliche Barriquesorten auf den Wein auswirken, werden Sie nirgendwo erhalten und sie bekommen gleichzeitig eine Vorstellung, wie ein im positiven Wortsinn Qualitätsbesessener seine Weine in aufwendiger Arbeit komponiert, mit einer Stilistik, die Maßstäbe setzt für die großen Weine der Welt.

Sowohl die Selektion „Le Prestige” (90 % Malbec, 10 % Tannat) als auch die 1996 erstmals produzierte Supercuvée „Le Cèdre” (100 % Malbec, in Cahors auch Cot oder Auxerrois genannt), von alten Rebstöcken, beide übrigens vom „Feinschmecker” bereits zu den 100 besten Weinen der Welt gezählt, werden in sehr unterschiedlichen neuen und gebrauchten Barriques verschiedener Herkunft ausgebaut unter feinst dosierter Anwendung der Mikrooxidation und nach abgeschlossener Reifung mit großer Könnerschaft assembliert.
Es entstehen eigenständige und komplexe Weine mit kräftigen, jedoch seidigen Tanninen, die zugleich an große Bordeaux-, als auch an erste Rhônegewächse erinnern, Weine, die allerdings ein Vielfaches dieser tiefdunklen Cahors-Weine mit ihren betörenden Beerenaromen kosten. Und seit dem 2000er Jahrgang setzt Pascal, dieser niemals ruhende, stets kreative Geist noch eins drauf:
Zusammen mit seinem Freund Luc de Conti (Tour des Gendres) hat er eine spezielle Form der Mikrovinifikation entwickelt, die ihn einen historischen Wein, die Grande Cuvée, hat produzieren lassen, gewonnen aus verrückt niedrigen Erträgen von 19 hl/ha von seinen ältesten Malbecreben.
Historisch zu nennen ist dieser Weltklassewein deshalb, weil erstmals in der neueren Geschichte von Cahors ein Gewächs kreiert wurde, das die absoluten Top-Weine aus dem Bordelais, die Premier Grand Crus, qualitativ herausfordert, und das bei einem deutlich niedrigeren Preis!

Im Sommer 2002 sah es noch nicht nach einem großen Jahrgang in Cahors aus. Zwar gab es im Laufe des gesamten Jahres, im Unterschied zu anderen Regionen, nur sehr wenig Regen, doch war es im Juli und August häufiger bewölkt als in den Vorgängerjahren, so dass nur 90% der durchschnittlichen Sonneneinstrahlung gegeben war. Deshalb hat Pascal mit seinen Mitarbeitern in Handarbeit bei allen Rebstöcken Ende August die nach Westen hin orientierte Seite entblättern lassen, so dass die Strahlen der Nachmittagssonne, die den Trauben nicht gefährlich werden können, ungehindert die Trauben bestreichen konnten.
Der herrliche September (die Sonne schien fast ununterbrochen jeden Tag) hat dann für eine langsame und optimale Reifung der Trauben gesorgt, die zudem exzellente Säurewerte besaßen. Die Ernte begann riskant spät, Anfang Oktober, doch als der gefürchtete Regen einsetzte (15. 10.), waren alle Trauben in kerngesundem Zustand eingebracht.

Das Resultat: Wie 2000 und 2001 wieder ein Traumjahrgang mit einem kleinen Wermutstropfen für den Winzer: relativ kleine Erträge infolge einer nicht unproblematischen Blütezeit. Es sind sehr konzentrierte, dichte Weine mit einer wunderschönen Eleganz und Finesse; die früher in der Jugend so nicht erreichte, schier unglaubliche Balance und Harmonie lassen gar auf ein noch höheres Niveau als in den beiden Vorjahren schließen, das sind großartige Weinunikate, die im heterogenen Jahrgang 2002 mit den Spitzenweinen von Gauby und Mouton Rothschild Geschichte schreiben werden, diese Weltklasseweine haben das Zeug zur Legende!


502202 „Le Cèdre”, rouge 2002 24,00 Euro

Wir arbeiten bereits seit mehreren Jahren eng und erfolgreich mit Pascal zusammen, der uns in dieser Zeit Freund geworden ist. So teilt er uns auch immer eine große Partie seiner Luxuscuvée „Le Cèdre” zu, die zu 100 % aus alten Malbectrauben mit niedrigem Ertrag vinifiziert und 20 Monate in neuen Barriques ausgebaut wird. Undurchdringliche schwarze Farbe mit violetten Reflexen, dieser Weinriese steht wie dickflüssige Tinte im Glas, schier unglaubliche aromatische Konzentration, ausdrucksstarkes, explosives Beerenbukett, kleine, schwarze Heidelbeeren, Veilchen, Bitterschokolade, Unterholz, Laub, Pflaumen, leicht süßliche Würze, schwarze Oliven, mineralische Anklänge, Lakritze, gepaart mit einer Minzfrische, die an einen Mouton-Rothschild erinnert.
Am Gaumen feinste Struktur, ein unfassbar dichter, konzentrierter, körperreicher und dennoch eleganter, rassiger und finessenreicher Wein mit präsenter, perfekt eingebundener Säure für eine lange Entwicklungs- und Lagerzeit, die Tannine für einen Cahorswein ungemein seiden, weich und saftig, aufgrund der geringen Erträge noch etwas extraktreicher als bei seinen Vorgängern, sehr langes Finale. Ein großer Cahors, gewirkt wie ein edler Samtteppich, der den Gaumen mit seinen überaus wohlschmeckenden Aromen vollständig auskleidet.
Welcher Wein aus dem Bordelais kann zu solch akzeptablem Preis eine ähnliche Klasse aufweisen? Keiner! Vielmehr ist dieser Wein die neue Referenz, an der sich die besten Weine aus Bordeaux messen lassen müssen, das ist der Stoff, aus dem Legenden geboren werden! Denn bei dieser enormen Extraktion jene rassige Frucht und transparente Kühle in den hochfeinen Gerbstoffen herauszuarbeiten, das ist höchste handwerkliche Kunst. Welche Noblesse, welche Extraktsüße, welch explosive Fruchtfülle und welch katapultartiges Finale!
Das ist ein gigantischer Stoff, aus dem die Träume des ambitionierten Weinliebhabers bestehen, ein hochkonzentrierter Extrakt in Abendgarderobe aus Samt und Seide, geschaffen von einem begnadeten Winzer. 94-96+ PdP-Punkte, Potential bis nach 2020.
Übrigens: LES PLUS GRANDS VINS DE FRANCE behauptet, „die Cuvée Le Cèdre’ ist sicherlich der größte aus der Malbectraube vinifizierte Wein Frankreichs”.

Leider ausverkauft!

502402 „La Grande Cuvée”, rouge 2002 55,00 Euro

Schlichtweg das Non plus Ultra, ein großes Gewächs mit einer legendären Aura, in der Stilistik dem Le Cèdre zwar ähnlich, aber mit dem kleinen, entscheidenden Kick mehr. Mehr an allem, an Komplexität, Konzentration, Dichte, Eleganz und explosivem Extrakt, ein Traum aus Seide und Finesse, eine bisher im französischen Süden, außer bei Gaubys „Muntada”, nicht gekannte Tanninstruktur feinster Ausprägung, in dieser so dynamischen Region Cahors eine neue Dimension des Weins einläutend. Worin liegen die Ursachen für die nochmalige Steigerung der Qualität im Vergleich zum schon so großartigen „Le Cèdre”?
Nun, zum einen in den noch geringeren, verrückt kleinen Erträgen, (19 hl/ha bester Malbectrauben liefern den Stoff, aus dem die Träume sind), in der extremen Selektion der ältesten Rebstöcke der Domaine, im Einsatz der besten und teuersten Barriques der französischen Spitzentonneliers und in einer von Pascal entwickelten besonderen Art der Vinifizierung:
Schon die Vergärung findet statt in offenen, 500 l fassenden neuen Eichenholzfudern, was zu einer maximalen Extraktion der Frucht beiträgt und – so bizarr der Gedankengang im ersten Moment auch sein mag – die Vergärung im neuen Holz führt dazu, dass im fertigen Wein der Einfluss des Holzes wesentlich geringer ist als sonst. Die komplizierten chemischen Prozesse, die hierbei eine Rolle spielen, führen zusammen mit dem Einfluss des Sauerstoffs im offenen Bottich zu fabelhaft seidenen, weichen Tanninen und gleichzeitig besitzt der Wein eine enorme Konzentration, Dichte, Tiefe und eine unendliche Länge. Und genau dieses Gleichgewicht zwischen Kraft und Konzentration auf der einen Seite und Finesse, Eleganz und seidener Tanninstruktur auf der anderen Seite zu erreichen, das ist höchste winzerliche Handwerkskunst, die Pascal wie kaum ein zweiter beherrscht.
Diese ultimative Herausforderung Bordelaiser Premier Grand Crus hat ein Potential für eine über 20jährige Entwicklungs- und Lagerzeit, nur 7.500 Flaschen werden abgefüllt, Kultweinstatus, ein aristokratischer Wein, der einen neuen Mythos begründen wird! 98-100 PdP-Punkte und vielleicht der größte Wein, der jemals im Cahors produziert wurde.
Noch ist Pascal vorsichtig („Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber ich denke, dieses ist mein größter jemals vinifizierte Wein”), doch eines verspreche ich Ihnen, eine solche Qualität, einen Rotweingiganten dieser Ausstrahlung, hat man nur sehr, sehr selten im Glase. Ewiges Potential! Mit Gaubys„Muntada” vielleicht der Wein des Jahrgangs.

Leider ausverkauft!

Château Haut Monplaisir – Cahors

Hinter den großartigen Qualitäten unserer letztjährigen Neuaufnahme aus dem Cahors verbirgt sich niemand anderes als unser Freund Pascal Verhaeghe, genialer Weinmacher des Château du Cèdre.
Unweit seines Gutes existiert seit ewigen Zeiten die Domaine Haut Monplaisir, gesegnet mit erstklassigem, extrem steinigen Terroir (dazu Grünbewuchs, der den Böden Nährstoffe entzieht, in regnerischen Jahren auch Wasser, und die Wurzeln tief in die karge Erde zwingt), gelegen auf den hochwertigen dritten Terrassen, aber bedauerlicherweise in der Vergangenheit ohne qualitätsorientierte Besitzer. Dies änderte sich vor 4 Jahren schlagartig, als Cathy Fournié die Leitung übernahm und sich mit Pascal zusammentat, der seitdem als önologischer Berater fungiert und die Weine auch vermarktet. So brauche ich Ihnen hier nichts über die intensive Weinbergsarbeit und die sorgfältige Vinifizierung im Keller zu erzählen, das wissen Sie bereits alles zur Genüge von Du Cèdre.

Jedenfalls schlug schon der erste selbst abgefüllte 98er Jahrgang wie eine Bombe in der Weinszene ein: Die REVUE DU VIN DE FRANCE erkor das Gut in ihrer Ausgabe 6/01 zu DER Entdeckung des gesamten französischen Südwestens, mittlerweile wird Haut-Monplaisir mit Ehrungen überhäuft: u.a. zählt der FEINSCHMECKER die Domaine in seiner spannenden und bestens recherchierten Cahors-Reportage (Juni 2002) zu den besten Gütern der Region, der GAULT MILLAU feiert gar in seiner Ausgabe vom November 2002 Cathy Fournié, die begnadete Winzerin dieses Kleinods aus dem Cahors, als „Winzerin des Jahres 2002” aus dem französischen Südwesten.
Ist die Schülerin dabei, den „Meister” selbst zu überflügeln? Pascal Verhaeghe jedenfalls freut sich souverän lächelnd über jeden Erfolg seiner gelehrigen Eleven. Die (Malbec-)Trauben für die beiden großartigen Rotweine der Domaine entstammen exponierter südlicher Terrassenlage, der Anbau erfolgt nach streng biologischen Richtlinien, der schonende Ausbau sowohl in neuen als auch in gebrauchten Barriques, selbstverständlich ohne jede Filtrierung. So können wir Ihnen wiederum ein in Deutschland noch relativ unbekanntes Gut präsentieren, dessen Weine mit einem außerordentlich günstigen Preis-Genussverhältnis ausgestattet sind!

518202 „Pur Plaisir”, rouge 2002 18,00 Euro

Nomen est Omen, denn nichts als „reine Freude” erfasst den Weinliebhaber, wenn er dieses große Gewächs, das im vorhergehenden Jungfernjahrgang analog zu Pascals Spitzencuvée „Grande Cuvée” hieß, im Glase hat: Fast schwarz in der Farbe, mit purpurvioletten Reflexen, im Bukett dunkle, wilde Beeren und rote Früchte, Veilchen, Zimt, Schokolade, Unterholz, leicht süßliche Würze und mineralische Anklänge. Am Gaumen zeigt er sich voluminös, konzentriert, tief, dicht und ausgewogen, mit einer exzellenten Struktur und einer erstaunlichen Fruchtkonzentration (kein Wunder bei den geringen Erträgen von nur 25hl/ha), dazu ein großartiges Gleichgewicht und eine feine Harmonie aller Komponenten, bestens eingebundenes seidenes Tannin, deutlich weniger Holz als in der Vergangenheit, lang anhaltendes, frisches, fruchtiges Finale, dem 2001er hierin nochmals überlegen.
Riesiges Potential, phänomenales Preis-Genussverhältnis! 93-95 PdP-Punkte. In der Jahrgangsbestenliste der REVUE DU VIN DE FRANCE, Ausgabe 2003, wie Pascals „Le Cèdre” mit der Höchstbewertung ausgezeichnet.

Leider ausverkauft!

Domaine Laffont – Madiran

Pierre Speyer, lebenslustiger und ungemein liebenswerter Winzer belgischer Herkunft, erfüllte sich nach 20jähriger Tätigkeit in der Filmbranche und 2jähriger intensiver Suche im französischen Südwesten seinen Lebenstraum, Winzer zu werden und erwarb 1993 eine leider sehr kleine (3,5 ha), allerdings mit bis zu 70 Jahre alten Rebstöcken bepflanzte Domaine im Madiran mit optimal südlich ausgerichteten Hängen (eine Rarität im Madiran) und erstklassigen Böden (sehr arme, schwere Lehmböden unterschiedlicher Ausprägung und Parzellen mit kleinen Kieselsteinen). Schon seine ersten Jahrgänge nach behutsamer Restauration der alten Weinberge ließen aufhorchen, ohne dass er jedoch bereits wirklich zur Elite der Appellation gehörte, spätestens mit dem 99er Jahrgang hat er sich jedoch, inspiriert von unserem gemeinsamen Freund Pascal Verhaeghe, in die Handvoll Spitzenwinzer dieser erstklassigen Appellation eingereiht.
Die kontinuierlichen Verbesserungen im Weinberg, das arbeitsintensive Wegschneiden der seitlichen Wurzeln, um die Hauptwurzeln tiefer in die Erde zu treiben, optimale Blattwerksarbeit, extrem späte Lese im Oktober, wenn die Trauben die volle physiologische Reife erreicht haben und die Inbetriebnahme des neuen Weinkellers mit idealen Lagermöglichkeiten, eine extrem schonende Pressung der Trauben durch eine eigens neu konstruierte Maschine, die meisterhafte Anwendung der Mostoxidation und das Extrahieren nur der feinsten Tannine aus den dickbeerigen Schalen der Tannattraube, all diese Maßnahmen katapultieren Pierres Weine in die absolute Spitzenliga des Madiran, einer der zurzeit spannendsten Appellationen ganz Frankreichs.

Die REVUE DU VIN DE FRANCE bewertet beispielsweise die Topcuvée „Hécate 2000” in ihrer Jahrgangsübersicht der besten Weine Frankreichs im Milleniumjahrgang gar höher als den mit großem Werberummel auf den Markt gebrachten „La Tyre” von Montus und vergibt sowohl dem 2000er, dem 2001er wie dem heute präsentierten 2002er die Höchstnote.
Leider können wir Ihnen von diesem großartigen Spitzenwein auf Weltklasseniveau nie genügend anbieten, zu stark die Nachfrage angesichts dieses so fairen Preises: die gesamte in aller Welt dem Markt zur Verfügung stehende Menge dieses traumhaften Weines beträgt gerade einmal 4.500 Flaschen.


504102 „Hécate”, rouge 2002 19,90 Euro

Der Jahrgang 2002 war im Madiran etwas schwieriger als im Cahors, der Sommer war durchwachsen, relativ kühl und regnerisch und es fehlte an Sonnenscheinstunden. Pierre arbeitete „wie verrückt” im Weinberg, führte zwei! Grüne Lesen durch, verlor daher viele Trauben, aber er wurde belohnt. Ab dem 20. August begann eine traumhafte Schönwetterperiode: Der September war fantastisch, es gab viel Wind, es war sehr warm, es fiel keinerlei Regen und Pierre erntete ungewöhnlich spät vom 4. bis 10. Oktober kerngesunde, vollreife Trauben.
Das Resultat: Eine kleine Ernte mit einem traumhaften Wein, von der REVUE DU VIN DE FRANCE mit der Höchstbewertung ausgezeichnet, der sich noch zugänglicher, noch weicher als in der Vergangenheit schon präsentiert. Pierres unermüdliche Weinbergsarbeit, die dadurch sich immer weiter verbessernde Bodenstruktur, seine kellertechnischen Fortschritte infolge langer Gespräche mit Pascal Verhaeghe, all dies trägt erkennbare Früchte.
In der Farbe zeigt der Hécate ein extrem dichtes Schwarz mit violettem Rand, in der Nase eine grandiose Aromenvielfalt, im verschwenderischen Bukett Anklänge an saftige, wild wachsende, süßliche schwarze Beeren, Schokolade in Hülle und Fülle und würzigen Tabak, dazu Noten einer betörend duftenden Kruste frisch gebackenen Brotes, zart mineralisch. Die samtige Fruchtfülle kleidet den ganzen Gaumen aus, kriecht unaufhaltsam bis in den letzten Mundwinkel, die bestens integrierten reifen, knackigen Tannine sind derart elegant, seiden und finessenreich, dass man kaum glauben mag, dass dieser Klassewein aus dem Madiran stammt, leicht süßliche Holztöne, jedoch noch besser in die gewaltige Frucht integriert als früher, schöne Dichte und Konzentration, dabei faszinierend elegant und finessenreich, lang anhaltend, groß, eigenständig, ein Aristokrat mit großem Potential!

Leider ausverkauft!

Domaine Gauby – Roussillon

Seit Jahren gehört Gérard Gauby zu den besten Winzern des gesamten französischen Südens und dennoch, Sie wissen es, haben wir lange gezögert, ihn in unser Programm aufzunehmen. Der Grund liegt darin, dass ich die Weine zwar schon immer als ungeheuer konzentriert, dicht, ja als gewaltig eingestuft habe, ihnen für meinen Geschmack aber bis Ende der 90er Jahre die Finesse und Eleganz fehlte, die sie weit über die anderen Weine der Region gestellt und die ihre bereits damals nicht gerade niedrigen Preise gerechtfertigt hätten.
Natürlich kann man über diese Einschätzung diskutieren, aber nicht mehr darüber, dass mit Gaubys großartigen Jahrgängen 99/2000 ein Stilwandel einsetzte, der statt auf übermäßige Konzentration und schiere Kraft auf eine fabelhafte Finesse, eine hohe Eleganz und ultrafeine, geschliffene Tannine setzt. Wie kam dieser Wandel zustande?

Nach der Hinwendung zum biologischen Anbau folgte in aller Konsequenz 1999 die Einführung der Biodynamie, zu deren bedeutendsten Verfechtern Gérard mittlerweile zählt und die mitentscheidend war für den dramatischen Qualitätssprung, der damals einsetzte.
Zudem reduzierte Gérard im gleichen Jahr als einer der ersten Winzer, damals noch völlig gegen den Zeitgeist, die Extraktion, um keine Konzentrationsmonster mehr zu erhalten, sondern bei aller Dichte und Tiefe großartige TRINKWEINE, die Lust machen, mehr als zwei oder nur drei Gläser zu genießen.
Gaubys Kellertätigkeit ist seither gekennzeichnet durch einen wesentlich sensibleren „zarteren” Ausbau (reduziertes Untertauchen der Maische oder Umpumpen des Mostes) als in der Vergangenheit, was zu deutlich geschliffeneren, feineren, frischen, seidigen Tanninen führt, durch eine spontane Vergärung in großen hölzernen Gärbottichen und Betontanks (je nach Zustand der Trauben entscheidet Gérard intuitiv, ob die Behälter dabei offen oder geschlossen sind), in denen durch die ausschließliche Verwendung weineigener Hefen die Gärung langsam verläuft und so eine Extraktion der feinsten Inhaltsstoffe der Trauben ermöglicht wird, einen langen Hefekontakt und eine immer stärkere Zurücknahme des Holzes infolge der voranschreitenden Umstellung vom Barrique auf neue Eichenholzfuder (zunehmend auch gebrauchte! Barriques statt neue, „Die Mischung ist entscheidend”), was den Weinen mehr Finesse, Eleganz und Geschliffenheit vermittelt und zu der im Weinberg angelegten Dominanz des Terroirs über den Rebsortencharakter beiträgt

„Ich will eigentlich nichts anderes als das, was ich im Weinberg angelegt habe, im Keller bewahren”, so die Maxime von Gérard Gauby, die in den traumhaften Weinen der exzellenten Jahrgänge 2001/2 einen vorläufigen Höhepunkt, aber sicherlich noch keinen Abschluss findet.
Gauby ist ein „Wissender”, er hat als einer der ersten Winzer des Languedoc- Roussillon begriffen, dass die Zeit der überkonzentrierten Monsterweine vorbei ist, dass der kundige Weinliebhaber zwar dichte, aber keine überextrahierten Weine, zwar vollmundige und geschliffene Gewächse, aber keine Fruchtbomben mehr im Glase haben möchte:
Delikate Finesse und hochfeine Eleganz, gepaart mit feinster Mineralität, betörender Fruchtfülle, animierender Frische, vibrierender Rasse und sagenhaft weichen, seidenen, cremigen Tanninen, Trinkgenuss pur statt marmeladiger Punkteheimsterer („Marmelade ist gut fürs Brot, aber nicht für den Wein”), Gaubys extraktreiche Weine demonstrieren exemplarisch die Zukunft dieser großartigen Region und die wahre Alternative zu Bordelaiser Hochpreisgewächsen.

So wichtig Gaubys modifizierte Kellerarbeit auch ist, seine authentischen, terroirgeprägten Weine entstehen nicht primär nach der Ernte. Sie sind vielmehr zuallererst die Folge von Niedrigsterträgen auf „begrünten, lebenden Böden mit einem voll intakten Ökosystem und einer ungeheuren Anzahl von Kleinstlebewesen” sowie äußerst penibler und aufwendiger Weinbergsarbeit (Maultiere ersetzen die Traktoren) und somit der unverfälschte Ausdruck von Klima, Bodenbeschaffenheit und handwerklicher Kunst des Winzers, eines einzigartigen Terroirs eben auf der Hochebene von Calce im Herzen des Roussillon.
Gaubys mühsame Arbeit in seinen in die intakte Naturlandschaft eingebetteten Parzellen fand seine Belohnung im nicht einfachen 2002er Jahrgang. Zwar regnete es kaum in der Umgebung von Calce, aber aufgrund der Witterungsbedingungen schimmelten bei Gaubys konventionell arbeitenden Nachbarn die Trauben buchstäblich am Stock und sie ernteten sie in Panik ab, lange bevor sie ihre physiologische Reife erreicht hatten. Anders bei Gauby:
Als Folge der biodynamischen Arbeitsweise und einer dadurch entstandenen inneren Balance der Rebstöcke ist der Fruchtansatz bei seinen Reben geringer und sind die Beeren kleiner geworden und besitzen eine dickere Haut. So konnte Gauby in aller Ruhe seine Trauben hängen lassen und brachte nach der längsten Vegetationsperiode, die seine Trauben je hatten, ein kerngesundes, perfekt gereiftes Lesegut ein.
Die Erträge reduzieren sich bereits seit zwei bis drei Jahren auf natürliche 15hl/ha und seine 2002er Weine besitzen eine schier unglaubliche Balance, Fruchtkonzentration, Mineralität, Cremigkeit und Frische, bei moderaten Alkoholgraden von ca. 13% und ein Reife- und Lagerpotential von sicherlich 20 Jahren, so dass Gérard nicht zu Unrecht meint, „dass mir in diesem schwierigen Jahrgang wohl die bisher besten Weine meiner Winzerkarriere gelungen sind”.
Für mich persönlich gehören Gaubys Weine zusammen mit denjenigen von Pascal Verhaeghe zu den spektakulärsten, die ich aus diesem so heterogenen Jahrgang 2002 verkosten durfte, Weinunikate auf schwierig zu überbietendem Niveau!

Gaubys atemberaubende, perfekt ausbalancierte, harmonische Weine sind somit spätestens mit den exzellenten Jahrgängen 2001/2 die ultimative Herausforderung finessenreicher und eleganter Bordelaiser Gewächse, sie sind DIE Antwort des Südens auf die großartigen Weine der klassischen Regionen der Welt.
Die Bibel der französischen Weinliebhaber, das „Classement des meilleures vins de France 2003” von Bettane & Desseauve, vergibt der Domaine Gauby als einziger des gesamten Südens 2 Sterne, was bedeutet: „Produzent sehr großer Weine in den besten Lagen Frankreichs”.
Auch der WEINWISSER, die renommierte Schweizer Fachzeitschrift (Hrsg: René Gabriel, Autor des Standartwerkes„Bordeaux Total”) bewertet in ihrer Ausgabe Juni 03 Gérard Gauby als zur Winzerelite Frankreichs” gehörend. Diesem Lob braucht man wohl nichts mehr hinzuzufügen, Gérard Gaubys Weinbereitung ist höchste handwerkliche Kunst und er, der kreative Visionär, zählt mittlerweile zweifelsfrei zu Frankreichs avantgardistischen Weltklassewinzern: Seine terroirgeprägten Weine haben allesamt uneingeschränkten Kultstatus!


354402 Côtes du Roussillon „Vieilles Vignes” rouge 2002 27,00 Euro

Uralte Grenache- und Carignanreben aus dem Ende des 19ten Jahrhunderts, dazu etwas Syrah und Mourvèdre (über 50 Jahre alt) ergeben einen der besten Rotweine des gesamten französischen Südens, der wegen seiner faszinierenden Frische und Kühle, seiner fulminanten Finesse und Eleganz (bei aller Dichte und Konzentration, die jedoch nicht vordergründig daherkommt) und seines eigenständigen Charakters wegen fast Referenzcharakter besitzt.
Keine marmeladige Überreife, Rumtopfnoten oder uniforme Schokoladennoten vom neuen Barrique attackieren Gaumen und Nase, stattdessen brilliert dieser autochthone, tiefstdunkle Weine mit einer aristokratischen Noblesse, einer sagenhaften Fruchttiefe und einer traumhaften expressiven Aromatik: edle, burgundisch kühle, hochkomplexe, feinwürzige Beeren- und Kirscharomen in Nase und Gaumen, extrem feine, in dieser Form bisher im französischen Süden wohl noch nie zuvor erlebte seidige, Gerbstoffe.
Die immense Fruchtfülle schmiegt sich verführerisch, lasziv fast wirkend, auf die Zunge und betört den gesamten Gaumen mit ihrer reifen, so subtilen Konsistenz und es folgt ein enorm lang anhaltender Abgang: dies ist ein Spitzenwein, der im internationalen Maßstab keinen (Preis-) Vergleich zu scheuen braucht.
Zu trinken nach seiner Auslieferung im Herbst/Winter 2004 in seiner schönsten Primärfruchtphase oder 2008 bis wenigstens 2015.

Leider ausverkauft!

354502 Côtes du Roussillon „Muntada” rouge 2002 54,00 Euro

Junge Syrahtrauben von einer traumhaften, nach Nordwesten! ausgerichteten großartigen Einzellage und uralte Grenache- und Mourvèdrereben ergeben, zusammen mit Pascal Verhaeghes „Grande Cuvée” den für mich persönlich besten Wein (zumindest) des französischen Südens im so heterogenen Jahrgang 2002. Dieses sensationelle Weinunikat ist das Größte, was Gérard Gauby in seiner bisherigen Winzerlaufbahn vinifiziert hat:
Eine fabelhafte Konzentration, Dichte, Tiefe und Extrakt (aber beileibe kein Konzentrationsmonster), gepaart mit einer einzigartigen Finesse, Frische und Mineralität formen einen sagenhaften Wein der absoluten Weltspitze mit dem Potential für eine Legende, der mediterrane Reife und phantastische Aromenvielfalt mit nobler Bordelaiser Eleganz vereint.
Dieser subtile, hochkomplexe, beerenwürzige Wein setzt neue Maßstäbe, betört, fasziniert, fordert die Sinne, macht sprachlos gar. Seine noble Frucht, seine exorbitante Fruchtsüße, seine Gerbstoffqualität, die von größten burgundischen Gewächsen nicht übertroffen werden kann, seine subtile, sich am Gaumen langsam aufbauende Aromenintensität (bei der Fassprobe im März dieses Jahres präsentierte sich der Grenacheanteil in einer Qualität, wie ich dies bisher nur bei Rayasweinen in größten Jahrgängen erlebt habe), seine innere Balance, all dies macht dieses einzigartige Gewächs zum bisher unerreichten Vorbild aller Weine des gesamten Midi!
Ein einzigartiges Gewächs, das die Sinne ob seiner Komplexität und seiner unermesslichen Fülle fast verwirrt, in sich vereinend die südfranzösische Wärme mit einer (durch seine Eleganz, Finesse und Beschwingtheit) wunderbaren Leichtigkeit des Seins und einem tiefen inneren Wunsch nach einem intensiven, meditativen Genuss.
Zu degustieren nächstes Jahr nach seiner Auslieferung in seiner phantastischen Primärfruchtphase und dann erst wieder ab ca. 2008 bis nach 2020. Wurde schon der 2001er, zu Recht, vom Weinwisser mit der Weltklassenote von 19/20 Punkten beurteilt, so kann dieser Traum eines Weines nur mit der Idealnote bewertet werden, (98-) 100 PdP-Punkte.

Leider ausverkauft!

Herzliche Grüße aus Saarlouis, Ihr

Tino Seiwert