Saarlouis, im März 2002

PINwand N° 51


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde von Pinard de Picard,

in den letzten Monaten war ich wieder in etlichen Weinbauregionen unterwegs und habe bei meinen zahlreichen Verkostungen ein wesentliches Augenmerk auf ausgesprochen preis„werte” Weine gelegt, die als Trinkgenuss für jeden Tag hervorragend geeignet sind. Neben viel unsäglicher Brühe gerade bei größeren Produzenten konnte ich bei einigen kleineren, handwerklich arbeitenden, verantwortungsbewussten Winzern enorme qualitative Verbesserungen auch im Niedrigpreissegment feststellen, dazu eine spürbare Preiszurückhaltung, so dass wir Ihnen in den nächsten Monaten in nahezu jeder Pinwand Weine zwischen 3 und 5 Euro präsentieren können, die unserem hohen Qualitätsstandard entsprechen – für so wenig Geld keine großen, ausdifferenzierten Weine, aber Trinkspaß pur zu einem mehr als fairen Preis.

Roséweine haben in der Vergangenheit einen geringen Raum in unserem Programm eingenommen. Aber unsere kleine Auswahl gehört sicherlich mit zum Feinsten, was Sie derzeit auf dem Markt finden können – so belegen beispielsweise unsere Rosés von Mourgues und Fondrèche die Plätze eins und drei in der großen Verkostung des FEINSCHMECKER, Ausgabe 6/01.
Heute präsentieren wir Ihnen zwei weitere Rosés, passend zur Jahreszeit und in ihrer jeweiligen Preiskategorie einfach von überragender Qualität. Die Domaine Força Real gehört sicherlich zu den fünf besten Weingütern des Roussillon, hier fand ich bei meinem letzten Besuch einen wunderschön süffigen Rosé für unter 3 Euro! Dazu ist die Qualität der Rotweine sensationell, ebenso ihr günstiger Preis. Im Roussillon haben wir zudem mit der Domaine Boudau eine Neuentdeckung getätigt mit unglaublichen Rotweinqualitäten, die von der „Revue du vin de France” zur absoluten Spitze der Region gezählt wird. Und der zweite neue Rosé stammt von der biologisch bearbeiteten Domaine du Vieux Chêne von der südlichen Rhône, eine weitere Neuaufnahme mit unspektakulär schönen, klassischen Weinen.

Unter der Rubrik „Klassiker” finden Sie den überragenden Murmurium 2001, eine „Granate” in seiner konsumentenfreundlichen Preisklasse, den Sommelongue 2001 von Les Cailloux, mittlerweile ein fast schon legendär günstiger Alltagswein, und wieder eingetroffen ist der süffige Tonnelle 2000 der Domaine Fondrèche, dann den Bronzinelle 2000 und einen bezaubernden Weißwein von Château St. Martin de la Garrigue, vier herausragende Rotweine von Saint Andrieu, dem neuen Superstar von Montpeyroux, einen Überflieger der Domaine Montpezat, eine wahrlich preis„werte” Alternative zur Domaine Trévallon und einen faszinierenden Sommerwein, zudem noch einen herausragenden Madiran der Domaine Laffont und Telmo Rodriguez’ verführerischen weißen Basa.


Kurzinformationen:

Die 4-seitige Print-Pinwand ist bereits im Druck, da erscheinen 2 Presseartikel zu Weingütern, die wir Ihnen heute präsentieren. Stuart Pigott bewertet in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 30. Juni die besten Weine aus dem Roussillon zu Recht als preislich herausragende Alternative zu überteuerten Bordelaiser Gewächsen und resümiert, dass der bereits jetzt hervorragend schmeckende „2000er Les Hauts de Força Real den größten Anspruch auf den Titel Spitzen-Rotwein aus dem Roussillon” habe, während sein kleinerer Bruder, der „2001er Mas de la Garrigue beweist, dass es in Frankreich Weine mit einem hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis gibt”.
Und wenn ich noch in der Pinwand anmerke, dass unsere Neuentdeckung von der südlichen Rhône, die Domaine du Vieux Chêne, (nicht nur) in der deutschsprachigen Fachliteratur meines Wissens nach gänzlich unbekannt sei, da erscheint in der neuen WEINWIRTSCHAFT 14/02 ein Bericht über eine umfangreiche Degustation herausragender Côtes-du-Rhône des großen Jahrgangs 2001. Insgesamt standen 127 Weine zur Probe, die Höchstnote erhält, wie sollte es auch anders sein, unser „Fleur de Confiance” von Soumade (Wir empfehlen bereits jetzt Reservierung, obwohl der Wein erst in einem Jahr abgefüllt wird).
Was uns besonders freut, auch 2 Weine der Domaine du Vieux Chêne wurden degustiert und hervorragend bewertet. So belegt der in der Pinwand vorgestellte Weißwein in seiner Kategorie den 2.Platz und die noch so ungemein preis„werte” Rotweincuvée „Béatrice” erhält eine der besten Bewertungen der Degustation, wird auf eine Stufe gar gestellt mit dem 2001er Confiance.
Herzlichen Glückwunsch unseren beiden Winzern aus dem Roussillon und von der südlichen Rhône!


KLASSIKER

Die Qualität des Jahrgangs 2001 an der südlichen Rhône ist spektakulär. Der Sommer war ungewöhnlich heiß und trocken (daher auch eine um ca. 25% niedrigere Ernte), die Weine der besten Erzeuger, die ihre Trauben auf dem Höhepunkt ihrer physiologischen Reife geerntet haben, beeindrucken durch ihre Fülle und Dichte und brillieren mit einer feinwürzigen, dunkelbeerigen Frucht. Bereits jung zeigen sie sich schwelgerisch aromatisch, verführerisch und relativ reif.

Gerade eingetroffen ist der „Murmurium 2001” von Jean Marot, der nach einer erfolgreichen Karriere als Apotheker sein Leben umkrempelte und in den südlichen Ausläufern des Mont Ventoux, in dieser so bezaubernd anmutigen Landschaft mit ihrem faszinierenden fahlen Licht, gepflegte Weinberge mit altem Rebbestand aufkaufte und seit wenigen Jahren nach streng biologischen Methoden traumhaft schöne Rotweine erzeugt, deren betörender Duft in unnachahmlicher Weise die Seele der provenzalischen Landschaft widerspiegelt.
Seine phantastischen 98er und 99er avancierten in kürzester Zeit zu unseren meistverkauften Rotweinen, aber im 2000er Jahrgang konnte nur die überragend ausgefallene Spitzencuvée Carpe Diem restlos überzeugen, die Trauben für den so wunderbar preis„werten” Murmurium hatte Jean schlichtweg zu früh geerntet. Aus diesem Fehler hat er gelernt, die Qualität der 2001er Cuvée ist sensationell.


152101 Murmurium, Le Murmurium, rouge 2001 7,20 Euro

Welch überbordende Aromen von Cassis, Wildbeeren, Gewürzen, Pfeffer und Amarenakirschen. Im Mund noch ein wenig verschlossen, konzentriert, dicht und finessenreich, die seidenen, von einer leicht süßlichen Frucht umhüllten Tannine gleiten fast zärtlich die Zunge hinunter, nach längerer Öffnung zeigen sich immer mehr betörende Aromen, Flieder, Veilchen, Blaubeeren und exotische Hölzer. Eine herausragende Qualität aus mustergültiger Weinbereitung, eine terroirbetonte Cuvée (70% Grenache, 20% Syrah, 10% Carignan) zu extrem günstigem Preis.

Leider ausverkauft!


Auch wieder eingetroffen ist der 2000er Carpe Diem, auf dem qualitativen Niveau vorzüglicher Châteauneuf, preislich aber eines CdR, nach unserer Bewerbung in der letzten Pinwand binnen Tagen abverkauft.

152200 Murmurium, Carpe Diem, rouge 2000 9,90 Euro

Leider ausverkauft!


Unser Freund Sébastien Vincenti von der großartigen Domaine Fondrèche teilte uns noch einmal eine Palette seines so süffigen Trinkweines Tonnelle 2000 zu. Herzlichen Dank, Sébastien! Meine dringende Empfehlung: Reservieren Sie sich unbedingt seinen phantastischen Nadal 2001, der voraussichtlich im September bei uns eintreffen wird, ein grandioser Wein, die Nachfrage ist riesig.


151700 Fondrèche, La Tonnelle, rouge 2000 4,90 Euro

Leider ausverkauft!


Einer der neuen Stars der Winzerszene von Châteauneuf ist André Brunel, eng befreundet mit Laurence Féraud von der Domaine Pégau. Sein Weingut „Les Cailloux” (so benannt nach den Kieselsteinen, die in extremer Ausprägung das exzellente Terroir bedecken) bietet zuverlässig erstklassige Qualitäten in jenem von mir so geschätzten klassischen Stil, der die großen Weine aus Châteauneuf-du-Pape unnachahmlich erscheinen lässt. Es sind gewaltige, terroirgeprägte und grenachedominierte Gewächse in Reinkultur, mit einer eindrucksvollen Balance auf der Zunge und mit einem beispielhaften süßen, aromatischen, expressiven Bukett ausgestattet.
So großartig Brunels Châteauneufweine auch sind, die eigentliche Überraschung kommt aus einer speziellen Parzelle nahe der alten Römerstadt Orange, etwa 10 km nördlich der Weinberge von Châteauneuf gelegen. Hier produziert Brunel im naturnahen Anbau mit dem Sommelongue eine klassisch vinifizierte Cuvée aus 75% erstklassiger Grenachetrauben, dazu Syrah, Mourvèdre, Cinsault und Clairette.
Der leicht süßliche, fein verwobene Duft, geprägt von schwarzen Kirschen, Brombeeren, Pfeffer, schwarzen Oliven und würzigen Kräutern der Garrigue fasziniert selbst Kenner, die sonst nur wesentlich teurere Weine genießen, die samtene Textur des Weines, sein bestens eingebundenes, kaum mehr schmeckbares Tannin, sein beeindruckender Nachhall heben ihn deutlich aus der Masse seiner Konkurrenten hervor.
Und Sie erinnern sich noch an die überschwängliche Bewertung des 99ers durch Robert M. Parker in der Juni-Ausgabe 2001 des WINE ADVOCATE, wo er diesen so vorbildlich preis„werten” CdR enthusiastisch feiert, ihm 90 Punkte gibt und wörtlich bemerkt, dass er zu den „besten Schnäppchen gehört, die ich in vielen Jahren getestet habe”. Der tolle 2001er bietet ab Spätherbst dieses Jahres Hochgenuss pur!


140301 Les Cailloux, Cuvée Sommelongue, rouge 2001 7,80 Euro

Leider ausverkauft!


Wohl DIE Entdeckung des letzten Jahres in unserem Programm, das Château de Montpezat im Herzen des Languedoc. Frisch eingetroffen ist der Sauvignon 2001 und ein Rotwein, der Prestige 2000, dessen Preis-Genussverhältnis meines Erachtens nach unschlagbar ist, verzauberte mich bereits bei mehreren Fassproben.


306101 Montpezat, Sauvignon blanc 2001 5,90 Euro

Herrlich reintönig, Aromen von Stachelbeeren, ein wenig frisches Heu, Mineralien, klar, fruchtig, frisch, ungemein viel Qualität, dem 2000er noch einmal deutlich überlegen, für kleines Geld weit mehr als nur ein einfacher Sommerwein, eine überzeugende Alternative zu wesentlich teureren Sancerreweinen.

Leider ausverkauft!

306300 Montpezat, Prestige, rouge 2000 14,90 Euro

Infolge seiner Rebsortenzusammensetzung (Cabernet/Syrah) evoziert er Anklänge an die wesentlich teureren Kultweine von Trévallon, wirkt dabei aber nicht animalisch, stattdessen klassischer eleganter, finessenreicher: ein komplexer, hochkonzentrierter Sinnenzauber, eine Provokation für wesentlich teurere Bordelaiser Gewächse, ein Kraftprotz in Abendgarderobe aus Samt und Seide, das ist wahre handwerkliche Kunst, Kategorie Lieblingswein!

Leider ausverkauft!


Kein Wein sorgte im letzten Jahr für größere Schlagzeilen als der 99er Bronzinelle von Château Saint Martin de la Garrigue, wurde er, ein sagenhaft preisgünstiger Alltagsrotwein, doch vom WINE SPECTATOR mit sensationellen 94 Punkten ausgezeichnet. Sicherlich ein wenig zu hoch, dieser überaus feine und elegante Wein gehört nicht in die angehende Weltklasse, doch ein ungemein rares Schnäppchen ist er allemal. Wir können ab sofort den herrlich zu genießenden großen, attraktiven 2000er wieder liefern.
Dazu haben wir einen einfach nur schönen, wunderbar frischen, leckeren Weißwein aus autochthonen Rebsorten des Midi neu eingekauft, die Cuvée Saint Martin, einen traumhaften Begleiter zu Fisch und allen sommerlichen Gerichten.


342300 St. Martin de la Garrigue, Bronzinelle, rouge 2000 7,90 Euro

Leider ausverkauft!

342501 St. Martin de la Garrigue, Cuvée Saint Martin, blanc 2001 7,90 Euro

Leider ausverkauft!


Zu den 3 besten Winzern aus Montpeyroux zählt er allemal, nicht wenige Kenner sehen im Seiteneinsteiger Charles Giner, einem weltoffenen Grandseigneur alter Schule und Eigner von Saint Andrieu, mittlerweile den Superstar der Appellation, eine Auszeichnung, die dieser so sympathische Genussmensch weit von sich weisen würde.
Und dennoch ist seine kleine Domaine mittlerweile zu einem wahren Juwel avanciert, verströmen seine „kleineren” Cuvées (Vallongue und Séranne) in ihren faszinierenden Düften doch wie wenige andere die expressiven Aromen des französischen Südens, man glaubt gar bei ihrem Genuss das flirrende Licht dieser unvergleichlichen Landschaft im Glase eingefangen und die beiden Spitzencuvées (Marnes Bleues und Yeuse Noir) gehören zu den besten Weinen des Languedoc überhaupt.
Die neuen Jahrgänge sind eingetroffen, wir hoffen, endlich einmal in ausreichender Menge, wie immer unfiltriert und ungeschönt, dafür aber mit einer ganz besonderen Empfehlung!


315100 Saint Andrieu, Vallongue, rouge 2000 7,40 Euro

Leider ausverkauft!

315200 Saint Andrieu, La Séranne, rouge 2000 10,50 Euro

Leider ausverkauft!

315400 Saint Andrieu, Les Marnes Bleues, rouge 2000 14,50 Euro

Leider ausverkauft!

315399 Saint Andrieu, Yeuse Noir, rouge 1999 16,90 Euro

Leider ausverkauft!


Pierre Speyer, so sympathischer Madiranwinzer belgischer Herkunft und Besitzer der leider nur 3,5 ha großen privilegiert gelegenen Domaine Laffont, ist mit seiner Topcuvée Hécate mittlerweile zu einem Kultwinzer avanciert.
Unter Preis-Genussgesichtspunkten nicht minder attraktiv ist die Cuvée Erigone aus dem 2000er Jahrgang, dem bis dato besten der Appellation.


504200 Laffont, Erigone, rouge 2000 12,50 Euro

Tiefschwarze Assemblage aus barriqueausgebauten Tannat- und Cabernettrauben, ein faszinierender Wein, geprägt von einem immensen Fruchtreichtum, von Blaubeeraromen und Graphit, einer traumhaften Finesse, mit einer nur Spitzenweinen vorbehaltenen Dichte und Konzentration und verblüffend weichen Tanninen. Sensationell preis„werter” großer Madiran!

Leider ausverkauft!


Als Sommerwein kaum zu toppen: der jetzt herrlich zu genießende Basa 2001 von Telmo Rodriguez, aromenintensiv (Aprikose-, Pfirsich-, Zitrus- und exotische Aromen gleiten verführerisch über die Zunge), klar in der Frucht, mild in der Säure. Nach unserer Ankunftsofferte in der letzten Pinwand waren unsere ersten beiden Paletten im Handumdrehen ausverkauft, wir haben, natürlich per Kühltransporter – wie bei allen unseren Weinen –, weitere Reservierungen abgerufen und können diesen großartigen Weißwein zu einem mehr als fairen Preis wieder liefern.


420101 Telmo Rodriguez, Basa, Rueda blanco 2001 5,90 Euro

Leider ausverkauft!


FRANKREICH

Von Mitte bis Ende Juni habe ich eine Winzertour ins Languedoc-Roussillon unternommen, den hoch gelobten Jahrgang 2001 weiter zu verkosten. Dabei haben sich die Eindrücke meiner Märzreise verfestigt:
Der Jahrgang ist im Midi wesentlich heterogener ausgefallen, als dies die hervorragenden klimatischen Bedingungen (zumeist sehr heiß und trocken, kurze Regenperioden zur rechten Zeit, um Reifungsblockaden zu lösen) während der Vegetationsperiode vermuten ließen. Neben wirklich erstklassigen dichten, finessenreichen Weinen wurde viel unsägliche Brühe produziert!
Die Gründe: Zum einen haben viele Winzer zu früh geerntet, geblendet von hohen Alkoholgraden, aber die physiologische Reife der Trauben war noch nicht abgeschlossen, Haut und Kerne brauchten noch Zeit. Andere Winzer, insbesondere im Languedoc, überkam eine regelrechte Panik nach Regenfällen in einigen Regionen zu Beginn der Erntezeit und auch sie brachten ihr Traubenmaterial zu früh in die Keller. Das jeweilige Resultat: Unreife Alkoholmonster mit blässlicher Farbe ohne Dichte und Extrakt.
Aber welch großartigen Qualitäten haben diejenigen Winzer produziert, die lange genug warteten, um schöne ausgereifte Trauben zu ernten. In ihren Kellern schlummert ein wahrlich großer Jahrgang heran, die Tendenz des 2000ers verstärkend, reichhaltige, dichte, dabei aber elegante, finessenreiche Trinkweine zu erzeugen statt überextrahierter Konzentrationsmonster. Die ersten großartigen, gerade abgefüllten Weine können wir Ihnen heute anbieten, das Roussillon scheint die besten Qualitäten zu bieten!


Domaine Força Real, Roussillon

Ein traumhafter Anblick, ein kleines Paradies! Nach einer leicht abenteuerlichen Anreise über serpentinenartige, schlaglochdurchsetzte Feldwege schweift mein Blick von der über 400 m hoch gelegenen Anhöhe bei traumhaft schönem Wetter und angenehmen Morgentemperaturen über die steilen Parzellen mit ihren so gepflegten, im saftigen Grün stehenden Edelreben zu den schneebedeckten Gipfeln der Pyrenäen (2 Wochen zuvor, Anfang Juni hatte es noch geschneit) und weit unten am Rande der Ebene schimmert tiefblau das Mittelmeer und lädt zum Baden. Ein Moment zum Innehalten, zum Meditieren gar.
Jean-Paul Henriquès, genialer Winzer und Eigner dieser adlerhorstartig gelegenen Domaine nähert sich in seiner bekannt dynamischen, ungemein freundlichen Art und begrüßt mich sehr herzlich. Zunächst besichtigen wir das traumhafte Areal, das Jean-Paul 1989 gekauft hat und seither mit seinem Sohn Cyril bewirtschaftet, ein altes Gebäude auf dem Gipfel des Bergkamms, das einst als Wachstation diente, als früher die Grenze zwischen Spanien und Frankreich noch weiter östlich verlief, insbesondere jedoch die mit großer Sorgfalt und klug bedachter Standortwahl erst 1989 neu angepflanzten Edelreben für die erstklassigen Rotweine; die Vorbesitzer hatten auf diesem Höhenzug noch süße Rivesaltesweine produziert.

Dieser Höhenlage mit starken Temperaturschwankungen von Tag und Nacht und dem herausragenden Terroir aus ärmlichen Schieferböden verdanken die Weine von Força Real ihre so traumhafte, sonst nur selten anzutreffende Kombination einer reifen, sehr weichen, expressiven Frucht mit einer faszinierenden Finesse und Eleganz und einer frischen Säurestruktur.
Nachdem Jean-Paul Henriques, ehemaliger Négociant, dieses spektakulär über der Ebene von Perpignan gelegene „Adlernest”, gekauft hatte (trockene Winde, schützende Bergketten, Sonnenbestrahlung von früh morgens bis spät abends bieten ein optimales Mikroklima), regenerierte er zunächst in mühsamer Arbeit die verwahrlosten Rebanlagen, pfropfte um auf Syrahtrauben und pflanzte neu an, renovierte im zweiten Schritt das heruntergekommene Gut, investierte viel Geld in hochmoderne, unterirdische, auch im heißesten Sommer kühl bleibende Kelleranlagen und begann bald, Aufsehen erregende Qualitäten zu erzeugen, die spätestens seit dem 2000er Jahrgang zur absoluten Spitze des Roussillon gehören.
Die Weine betören seither neben ihrer Finesse durch eine ungemein attraktive, beerige Frucht, ihre Harmonie und Ausgewogenheit sowie ihre satten, aber weichen, extrem reifen, schmelzigen, edlen Tannine. Das sind wohlschmeckende, ungemein preis„werte” Weinunikate, die vortrefflich ihr jeweilig so unterschiedliches Terroir reflektieren; so etwas findet man nicht oft im Ozean immer uniformer werdender Weine.
Die Qualitäten sind so spektakulär, dass wir eingekauft haben, was wir nur bekommen konnten und hoffen, alle Kundenwünsche nach diesen originären Weinen befriedigen zu können. Die Weine von Força Real eignen sich vorzüglich als große Lagerweine, sind aber aufgrund ihrer weichen Tanninstruktur schon in der Jugend mit größtem Genuss zu trinken.


344401 „Le Petit Mas”, rosé 2001 2,95 Euro

Von langjährigen Vertragswinzern nach Jean-Pauls Vorgaben bearbeitete Weinberge, von diesem Ausnahmewinzer jedoch selbst vinifiziert, ein aromatischer, frischer, fruchtiger, sehr angenehm zu trinkender Rosé aus Grenache, Cinsault und Syrah, natürlich keine Konkurrenz für unsere komplexen Spitzenrosés, das will er aber auch gar nicht sein, dennoch ein echter Preis-Leistungsknüller!

Leider ausverkauft!

344101 „Mas de la Garrigue”, rouge 2001 6,50 Euro

Einer der schönsten Alltagsrotweine, den ich je genießen durfte, in der Nase voll betörender beeriger Frucht, unterlegt mit zarten Würzaromen, am Gaumen delikat, dicht, tief, mit einer feinen Säurestruktur, die ihm eine angenehme Frische und Kühle verleiht, ein Charmeur erster Güte und dennoch mit ausgesprochenem Charakter, die Tannine delikat, weich, höchst angenehm. Kurzum: Für sein Geld ist dieser Wein sensationell und eine Demonstration der herausragenden Qualitäten des Jahrgangs 2001 im Roussillon; trinkbar ab sofort, Höhepunkt 2003 bis 2006.

Leider ausverkauft!

344201 „Côtes du Roussillon Villages”, rouge 2001 9,40 Euro

Syrah, Grenache und Carignan ergeben einen herrlich expressiven Wein von hoher Eleganz und großer Dichte mit einem betörenden Aromenspektrum von reifen Pflaumen, prallen Kirschen, Unterholz, ein wenig Minze und süßlichen Gewürzen. Am Gaumen eine berauschende Komplexität der Aromen, der Wein präsentiert sich dicht, voller subtiler Kraft und Charakter, dabei wirkt er dennoch fein, „nobel” gar, saftig, kühl, sein zartes, seidenes Tanninkorsett lässt den Charme und die südliche Aromatik dieses Gaumenschmeichlers voll zur Geltung kommen, ein önologisches Preiswunder, wie es nur der Süden Frankreichs in seinen großen Jahrgängen hervorbringen kann; trinkbar ab sofort, Höhepunkt 2004 bis 2009.

Leider ausverkauft!

344300 „Les Hauts de Força Real”, rouge 2000 13,50 Euro

Einer der besten und schmackhaftesten Syrahs des gesamten französischen Südens, von steinigen Schieferböden, denen der Mosel nicht unähnlich, ausgebaut in neuen und gebrauchten Barriques, von tiefdunkler Farbe und expressiver, würziger Beerenaromatik (betörende Cassis-Aromen), dazu feinherbe Bitterschokolade, seiden, geschliffen, ja zärtlich gleitet der Wein über die Zunge, füllt mit seiner eleganten, dichten Textur den Gaumen vollständig aus, bleibt haften, verzaubert, die Zartheit des Holztones verbindet sich mit der Komplexität der Aromen zu einer beeindruckenden Geschmackssinfonie. Dieses vinologische Meisterwerk verfügt über kernige Gerbstoffe mit Fülle und faszinierender Kühle, nobler, lang anhaltender Nachklang. Ein originärer Terroirwein aus einem der besten Jahrgänge aller Zeiten im Roussillon, der eindrucksvoll belegt, dass selbst Weine der beginnenden Weltklasse nicht teuer sein müssen, Trinkgenuss pur ab sofort, wird sich im nächsten Jahr verschließen, Höhepunkt voraussichtlich 2004 bis 2012.

Leider ausverkauft!


Domaine Boudau, Roussillon

Mehrere Topwinzer des Roussillon hatten mir einen in Deutschland noch gänzlich unbekannten Kollegen eindringlich ans Herz gelegt, dessen Weine in internen Proben für viel Aufsehen sorgten. Und so machte ich mich nach meinem Besuch auf Força Real auf den Weg, ein wenig „schläfrig” zunächst, denn Jean-Paul Henriquès feierte am gleichen Tage Geburtstag und diesen hatten wir mit einem entsprechenden Mittagsmahl gewürdigt. Doch kaum hatte ich die ersten Weine der Domaine Boudau im Glase, da war ich schlagartig hellwach und geradezu elektrisiert, da verspürte ich es wieder, dieses Jagdfieber, das immer dann erwacht, wenn ich herausragende Weine erstmals verkosten kann.
Und welch ein Glück, das Gut zu dieser Zeit aufzusuchen, denn während meiner 14-tägigen Reise war die Juniausgabe der „Revue du vin de France” erschienen mit ihrer Bewertung der besten Weine des Jahrganges 2001 in Frankreich, und die beiden neuen Rotweine, die wir Ihnen heute präsentieren, hatten spektakulär abgeschnitten:
Trotz ihres so maßvollen Preises werden beide! – zu Recht – auf eine Stufe gestellt mit den Prestigeweinen des Roussillon. Dementsprechend war die Reaktion der französischen Händler, die das Gut im Handumdrehen leer gekauft hatten. Doch die Geschwister Véronique und Pierre Boudau, die die alte Familiendomaine 1993 übernommen hatten, waren sehr angetan von unserem Konzept und unserer Weinauswahl.
Als ich nach der Verkostung, die mich derart begeisterte, dass ich zum zweiten Mal in unserer Firmengeschichte unser ehernes Prinzip brach, alle Weine, seien sie in einer Probe auch noch so überzeugend, vor einer Kaufentscheidung in Ruhe zu Hause nachzuverkosten, spontan unseren Willen zur Zusammenarbeit bekundete, verkauften sie mir ihre letzten Gutsreserven, die eigentlich für den Privatverkauf ab Hof gedacht waren. Herzlichen Dank dafür!

Diese großartigen Weine sind in erster Linie das Resultat eines erstklassigen Terroirs, das sich in mehreren Gemarkungen mit sehr unterschiedlichen Bodenzusammensetzungen befindet und durch diese Differenziertheit zur Komplexität der Weine entscheidend beiträgt. Weitere Qualitätskriterien sind die radikalen Veränderungen, die seit der Übernahme des Gutes durch die junge Generation vorgenommen wurden, so die intensive Weinbergsarbeit und die behutsame Restaurierung der alten Reben, ein naturnaher Anbau, selektive Lese von Hand, die vollständige Renovierung der kühlen Kelleranlagen im Jahre 2000 sowie eine schonende und für jede Parzelle getrennte Vinifizierung der Trauben, um so den Terroircharakter im Wein deutlich herauszuarbeiten.
Die beiden Spitzenrotweine dieser Domaine mit großer Zukunft bieten wir Ihnen heute mit großer Freude an, Weine mit einem herausragenden Preis-Genussverhältnis, die beispielhaft für den legendären Siegeszug der südfranzösischen Weine verantwortlich zeichnen. Und lassen Sie sich nicht von der Zugänglichkeit und der feinen Tanninstruktur verleiten, diese Weine zu früh zu genießen, Sie verschenken ein großes Potential!

347101 Le Clos, Côtes du Roussillon, rouge 2001 5,95 Euro

Grenachedominierte, schon zugängliche, schmackhafte Cuvée mit einer hochfeinen eleganten Frucht in der Nase (insbesondere reife, schwarze Beeren), am Gaumen sehr ausdrucksstark, wiederum elegant, zart, „feminin”, mit einer schönen Frische, die so charakteristisch ist für die besten Weine des Roussillon, intensive Frucht, seidene, hochfeine Tannine, Höhepunkt Mitte 2003 bis 2007.

Leider ausverkauft!

347201 Cuvée Patrimoine, Côtes du Roussillon Villages, rouge 2001 14,90 Euro

Extrem selektionierte Grenachetrauben, barriqueausgebaute (unmerklich!) Syrah und etwas Carignan prägen den Charakter dieser betörenden, tiefroten Cuvée: sehr komplexe Nase nach roten Früchten, Cassis und ganz feinen Gewürzen. Im Mund hocharomatisch, vielschichtig, reichhaltig, ungemein expressiv, neben den wilden Beeren ein Hauch von Lakritze, dazu Kakaoanklänge und wilde Kräuter, schmeichlerisch kleidet der Wein den Gaumen aus, lädt sinnlich zum Genießen ein, verführt durch seine Eleganz, wirkt dabei gleichzeitig „fett” und dicht, besitzt ein wunderschönes Gleichgewicht, harmonisch, lang anhaltend, feste, feine Tanninstruktur, Höhepunkt 2004 bis 2012.
Nur 5000 Flaschen dieses großartigen Weines der Highend-Kategorie wurden abgefüllt!

Leider ausverkauft!


Domaine du Vieux Chêne, Südliche Rhône

Nein, auch von dieser Domaine werden Sie wahrscheinlich noch nie etwas gehört haben, aber solange solch erstklassig arbeitende Winzer von der Fachpresse noch nicht entdeckt sind, verfügen sie eben über ein derart unerreichtes Preis-Genussverhältnis, dass ich auf meinen Reisen der Entdeckung solch verborgener Juwele große Aufmerksamkeit widme.
Unweit von Châteauneuf-du-Pape erstreckt sich in einer schier unendlichen Ebene ein Meer von Rebstöcken. Hitze, Trockenheit, ein heftig wehender Mistral und steinige Böden bilden optimale Voraussetzungen zum Erhalt extrem reifen, gesunden Lesegutes.
Und hier, im Norden der Vaucluse, an der Pforte zur Provence, unweit der bizarren, wild-romantischen Felsenformation der Dentelles de Montmirail produzieren Béatrice und Jean Claude Bouche nach streng biologischen Methoden mit einer bemerkenswerten Sorgfalt und ungemein schonend faszinierend schmackhafte, bekömmliche Weine mit einem sensationellen Preis-Genussverhältnis.
Von diesem Gut werden wir Ihnen in den nächsten Monaten noch einiges erzählen! Ganz wichtig: Geben Sie den völlig unmanipuliert hergestellten, naturreinen Rotweinen genügend Zeit zum Atmen, bei der großartigen Spitzencuvée „Béatrice” wenigstens 12 Stunden, oder genießen Sie beide Rotweine über 3-4 Tage! Sie werden mit einer kaum für möglich gehaltenen Aromenentwicklung belohnt.


165401 Cuvée des Capucines, Rosé 2001 6,40 Euro

Klassische Roséfarbe, zartwürzig, fruchtig (Himbeeren und Erdbeeren), ausgesprochen fein und elegant, dazu sehr preiswert!

Leider ausverkauft!

165301 Cuvée des Seigneurs, Côtes du Rhône Villages, blanc 2001 7,90 Euro

Je ein Drittel Marsanne, Roussane und Viognier ergeben einen komplexen Weißwein mit rassigen Aromen (Akazien, ganz zarte Honignoten, geröstetes Weißbrot, Mandeln), der jetzt schon hervorragend mundet; nach einem weiteren Jahr Flaschenreife ein würdiger Konkurrent wesentlich teurerer Weine aus Châteauneuf! Eine Empfehlung für Liebhaber außergewöhnlicher Weißweine!

Leider ausverkauft!

165501 Cuvée de la Dame Vieille, VdP de Vaucluse, rouge 2001 4,90 Euro

Man glaubt es kaum: Selbst nach 3 Tagen schmeckt dieser so preiswerte Rotwein noch ungemein frisch, keine Spur von Oxydation, ein sehr „zarter”, ja femininer Wein, so ziemlich das genaue Gegenteil der prallen Weine von La Soumade. Die Aromatik wird geprägt von reifen Früchten, Brombeeren und Cassis, leichte Vanilleanklänge, aber kein Barriqueausbau, jetzt bis 2006.

Leider ausverkauft!

165100 Cuvée Béatrice, Côtes du Rhône Villages, rouge 2000 11,50 Euro

Unfiltrierter großer Syrahwein, tiefdunkel, sehr komplexe, harmonische Nase, Schwarzkirsche, Leder, Karamell, zarte Gewürzanklänge, Lakritznoten, die im Laufe der nächsten Jahre immer deutlicher werden, am Gaumen ungemein elegant, finessenreich, filigran, dicht, konzentriert, zarter Schmelz, harmonisch, tolle Frische, völlig ungewöhnlich für die südliche Rhône, schöne Fülle, seidene, weiche, aber kernige Tannine, jetzt schon ein Hochgenuss, nach mehreren Jahren ein großer Konkurrent selbst für herausragende, wesentlich teurere Weine aus Châteauneuf, ein Wein mit immensem Potential bis wenigstens 2012. Unbedingt probieren!

Leider ausverkauft!

Herzliche Grüße, Ihr

Tino Seiwert