Saarlouis, im September 2001

PINwand N° 45


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde von Pinard de Picard,

die heutige Pinwand steht ganz im Zeichen der Rhône und des Languedoc, zu gut einfach die aktuellen Jahrgänge und so unglaublich spannend die qualitative Entwicklung in Südfrankreich, dass wir Ihnen beständig erstklassige Neuaufnahmen präsentieren mit einem Preis-Genussverhältnis, das seinesgleichen sucht. Aber wir versprechen den Freunden spanischer und italienischer Weine: In den nächsten Pinwänden bis Jahresende kommen auch Sie auf Ihre Kosten.

Überblick:

Michel Ogier hat im schönsten Jahrgang an der nördlichen Rhône seit dem legendären 61er die besten Weine in der Geschichte seiner Domaine erzeugt, majestätische Gewächse mit einem Entwicklungspotential von wenigstens 20 Jahren.
Zudem ist der von vielen Kunden sehnlichst erwartete 2000er „Nadal“ von der Domaine Fondrèche eingetroffen. Unser Freund Sébastien Vincenti hat für uns noch einmal die Restbestände der Domaine geplündert und uns die endgültig letzten 300 Flaschen Rosé 2000 zugeteilt.

151400 Fondrèche, Côtes-du-Ventoux, Rosé 2000 12,50 DM

Leider ausverkauft!


An der südlichen Rhône ist André Brunel, Eigner der Spitzendomaine „Les Cailloux“ zu einem der neuen Stars der Weinszene avanciert. Herausragend sein 99er Châteauneuf-du-Pape, geradezu spektakulär der 2000er „Sommelongue“, sensationelle Qualität für unglaublich wenig Geld.

Sie kennen die herausragenden Qualitäten, die in der reizvollen Landschaft der Corbières erzeugt werden, Château Mansenoble produziert dort großartige Qualitäten. Unsere Neuentdeckung Château La Condamine“ lässt dort seit zwei Jahren mit tollen Qualitäten (biologisch angebaut!) aufhorchen, gilt aber immer noch als Geheimtipp, was auch die so genussfreundlichen Preise belegen. Die Basiscuvée ist ein attraktiver, schmeichlerischer Alltagswein, nicht nur für Weineinsteiger, die Spitzencuvée fordert die Sinne des fortgeschrittenen Weinliebhabers.
Vom Pic Saint Loup, von vielen Kennern wegen ihres überragenden Terroirs und ihres spezifischen Mikroklimas als DIE Grand Cru Lage des Languedoc bezeichnet, haben wir DEN Aufsteiger des letzten Jahres verpflichten können, die allerdings in Deutschland noch fast gänzlich unbekannte Domaine „Ermitage du Pic Saint Loup“. Hier werden Weine produziert, die mit einer ungewöhnlichen Frucht brillieren, die mit ihrem Finessenreichtum das großartige Terroir widerspiegeln und die von einer beeindruckenden aromatischen Expressivität geprägt sind. Unsere ganz besondere Empfehlung!

Kurzinformationen:

Parker bewertet den 98er L’Ermita von Alvaro Palacios mit 97 Punkten - nur noch in geringer Menge verfügbar!
DIE französische Fachzeitschrift „Revue du vin de France“ veröffentlichte in ihrer Augustausgabe einen Testbericht der Spitzenweine des Roussillon. Im großen 99er Jahrgang erhalten 5 Weine die begehrten, sehr selten vergebenen 5 Sterne, was bedeutet, „Auf keinen Fall entgehen lassen“: „Temporis“ von Château Mossé, „Terroir Mailloles“ von Sarda-Mallet, „La Muntada“ von Domaine Gauby, „Falaises“ von Domaine Gardies und unsere Cuvée „Romain Mercier“ der Domaine Joliette. Herzlichen Glückwunsch! Und ein Tipp: Vergleichen Sie einmal die Preisunterschiede zwischen diesen großartigen Weinen.

313999 Joliette, CdR "Cuvée Romain Mercier", rouge 1999 18,00 DM

Leider ausverkauft!


Soeben erschienen ist die Septemberausgabe von „Vinum“ mit einem ausführlichen Test der besten Wein-Sites im Internet. Die Bewertung von Pinard de Picard: “Grosse Auswahl an hoch stehenden Weinen ... detaillierte Info über Anbaugebiete und Winzer. Lesenswerter Newsletter namens Pinwand ... sehr ästhetische, individuelle Site, die zudem auch mit vorbildlicher Navigation und sehr gutem breitem Infoangebot überzeugt.


FRANKREICH

Domaine Michel Ogier, Côte Rôtie

Die Rhône gehört neben Rhein, Mosel, Donau, Douro, Loire und Garonne zu den bedeutendsten Weinflüssen der Welt: Südlich von Lyon zieht sich das breite Flusstal fast 200 km schnurgerade nach Süden und gebiert zwischen Vienne im Norden und Avignon im Süden eines der ältesten, facettenreichsten und spannendsten Weinanbaugebiete der Welt mit dem nach Ansicht vieler Weinkenner zur Zeit besten Preis-Genussverhältnis überhaupt, basierend auf seinem enormen Potential an einzigartigem Terroir, optimalen klimatischen Voraussetzungen und exzellenten Rebsorten.

Im ältesten Weinbaugebiet des Rhônetals, südlich von Vienne an schwindelerregend steilen Hängen hoch über dem Strom gelegen, der Côte Rôtie (wörtlich übersetzt:„gerösteter bzw. verbrannter Hang“), werden die spektakulärsten, wenn nicht gar besten Weine der Region erzeugt, die von Weinliebhabern mit einer Hochachtung genossen werden, wie man sie nur den wahrhaft großen Weinen der Welt entgegenbringt.

Die kleine Appellation Côte Rôtie wird geprägt durch ein „kühles“, kontinentales Klima mit warmen Sommern, in denen die Sonneneinstrahlung durch terrassenförmige Weinberganlagen optimal genutzt, gleichzeitig jedoch die Hitze durch permanenten Wind gelindert wird, und für den Breitengrad überraschend kalten Wintern:
Hitze und Kühle sorgen durch ihr Zusammenspiel für die reiche, komplexe aromatische Ausprägung und elegante Struktur der großartigen Gewächse. So werden auf den granit- und schieferhaltigen Böden ausschließlich lang entwicklungs- und lagerfähige (25 Jahre und mehr) Rotweine aus einer der edelsten Rebsorten der Welt gekeltert, der Syrahtraube.

Diese in ihrer Spitze großartigen, gewaltigen, hinreißenden Gewächse präsentieren sich gehaltvoll, rauchig, kernig, körperreich und elegant zugleich, duften unwiderstehlich nach Cassis, Kirsche und gebratenem Speck, begleitet von Aromen von vollreifen Himbeeren, Pflaumen, Oliven, Grillfleisch, Veilchen und orientalischen Gewürzen.
Sie begeistern durch eine herrliche pfeffrige Süße sowie eine „kühl“ wirkende schmelzige Tanninstruktur. Die interessantesten Weine aus dieser weltberühmten Appellation, in der mittlerweile die Hektarpreise gar höher sind als im Bordelais!, werden auf einem winzigen Familienbetrieb (ganze 3,3 ha) produziert:
Michel Ogier stellt nicht nur in Bezug auf das Preis-Leistungsverhältnis einen der besten Weine der Côte Rôtie her, sondern er produziert auch einen der elegantesten Côte Rôties, vorzugsweise von der Côte Blonde“ (Robert M. Parker), Weine, die genau jene unnachahmliche duftige Eleganz besitzen, über die unter allen großen Syrahs der Welt nur die besten Weine von der Côte Rôtie verfügen.
Ogier selbst war über viele Jahre der geniale Kellermeister von Guigal und verkaufte diesem auch seine Trauben aus eigenen hervorragenden Lagen, die seit vielen Generationen im Familienbesitz sind, bevor er sich selbständig machte und im Laufe der Jahre kleinere exzellente Parzellen hinzukaufen konnte.
Das wichtigste Merkmal seiner sich stets an der höchsten Qualität orientierenden Arbeitsweise ist die streng selektive Lese von Traubenmaterial auf dem absoluten Höhepunkt seiner Reife, um ein ideales Verhältnis zwischen Zucker und Säure zu erreichen und eine optimale Tannin- und Farbausbeute zu gewährleisten.
Ausgebaut werden die Weine dann von Ogier und seinem hochtalentierten 24jährigen Sohn Stephane, der an der berühmten Winzerschule in Beaune studierte, für 18 Monate im Eichenfass. Sie besitzen nach ihrer Abfüllung ein faszinierendes, charakteristisches, komplexes Aromenspektrum, Körper, Tiefe, Konzentration, schiere Kraft und eine perfekte Struktur, vereint mit einer unnachahmlichen Eleganz und Finesse.

Heute präsentieren wir Ihnen Ogiers große Weine aus dem überragenden 99er Jahrgang, welcher an der nördlichen Rhône als der beste gilt seit dem legendären 61er.
Parker behauptet, er selbst habe noch nie einen besseren Jahrgang von der Côte Rôtie getestet und schreibt: „Bereits alle jüngeren Jahrgänge von Ogier waren herausragend, aber die 99er sind die feinsten Weine, die er je produzierte“.
Die Ursachen für diese qualitative Weiterentwicklung liegen neben den herausragenden klimatischen Jahrgangsbedingungen in den immer älter werdenden Rebstöcken, denn Ogier besitzt zwar alte Syrahreben aus den ererbten Familienparzellen, doch die neu erworbenen Lagen rodete er und bepflanzte sie neu mit erstklassigem Rebmaterial, das jetzt langsam das Alter erreicht, um Spitzenqualitäten erzeugen zu können.
Meine Fassproben dieses großartigen Jahrgangs ließen mich bereits euphorisch werden, die Flaschenabfüllung hat meine Erwartungen fast noch übertroffen. Warum Parker jedoch, der die Weine verbal derart lobt, den Côte Rôtie dann „nur“ mit 92-94 Punkten bewertet, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

161299 „La Rosine“, Vin de Pays Rhodanienne, rouge 1999 27,00 DM


Von einer Parzelle gleichen Namens, unmittelbar an die Spitzenlagen der Côte Blonde angrenzend, mit nach Süden abdrehenden, identischen Böden gesegnet, aber eben außerhalb der Appellation gelegen, deshalb nur ein Vin de Pays, stammt diese Preissensation, die im Geschmack einem guten Côte Rôtie sehr ähnlich ist. „Zusammen mit August Clapes Côtes-du-Rhône, der auch aus 100% Syrah hergestellt wird, ist dies einer der besten Weine aus dem nördlichen Rhônetal, den man für billiges Geld bekommen kann“, so urteilt Parker über diesen tiefdunklen, konzentrierten, attraktiven Wein. Bouquet nach vollreifen Himbeeren, Cassis, Gewürzen, Vanille und geräuchertem Speck, saftig, süßlicher Abgang; zu genießen jetzt bis 2006.

Leider ausverkauft!

161199 „Côte Rôtie“ rouge 1999 59,00 DM


Erstmals verwendete Ogier 30% neue Barriques für diesen Weltklassewein: Rubinrot, ja violett steht der Weinriese im Glas, dem ein betörendes Aromenspektrum entströmt: Schwarze Johannisbeeren, geräucherter fetter Speck, Veilchen, orientalische Gewürze und Vanille. Am Gaumen präsentiert er sich dicht, sehr konzentriert, tief, fett, fast dick, enorm reichhaltig, die Gerbstoffe erscheinen saftig und von seidener Struktur, herrliche Süße im langen Abgang, einer der schönsten Syrah, die ich in den letzten Jahren von der Côte Rôtie verkosten durfte, Höhepunkt 2003 bis mindestens 2018.

Leider ausverkauft!


Schnäppchen:

161197 „Côte Rôtie“ rouge 1997 35,00 DM


Völlig zu Unrecht unter dem schlechten 97er Jahrgangsimage litt Ogiers wirklich hervorragender, allmählich trinkreif werdender, verführerischer Syrah, dessen letzte Flaschen wir Ihnen jetzt zu einem absoluten Schnäppchenpreis offerieren. Schnell zugreifen!

Leider ausverkauft!


Domaine Les Cailloux, Châteauneuf-du-Pape

Wir haben Sie bereits des öfteren informiert, dass nicht nur an der nördlichen Rhône 1999 noch spektakulärere Ergebnisse erzielt wurden als im großartigen 98er Jahrgang, sondern dass auch an der südlichen Rhône, teilweise in Châteauneuf-du-Pape und in einem kleinen Gürtel nördlich und nordwestlich davon, in Rasteau, Gigondas und bei Orange, die eingebrachten Qualitäten bei den Spitzenwinzern den 98ern in nichts nachstehen, ja bei einzelnen Winzern diesen gar überlegen sind.
Einen eindrucksvollen Beweis hierfür liefert einer der neuen Stars der Weinszene von Châteauneuf, André Brunel, eng befreundet mit Laurence Féraud von der Domaine du Pégau. Sein Weingut in Châteauneuf, „Les Cailloux“ (so benannt nach den Kieselsteinen, die das exzellente Terroir bedecken) bietet zuverlässig erstklassige Qualitäten in jenem von mir so geschätzten klassischen Stil, der die großen Weine aus Châteauneuf-du-Pape so unnachahmlich erscheinen lässt, bemerkenswert beständig in schwierigen Jahren, in großen Jahren wie 90, 98 und 99 himmlisch, „wie aus einer anderen Welt stammend“ (Parker).
Es sind gewaltige terroirgeprägte und grenachedominierte Gewächse in Reinkultur, mit einer eindrucksvollen Balance auf der Zunge und einem beispielhaften süßen, aromatischen, expressiven Bukett ausgestattet.

So großartig Brunels Châteauneufweine auch sind, die eigentliche Überraschung kommt aus einer erstklassigen Parzelle nahe der alten Römerstadt Orange, etwa 10 km nördlich der Weinberge von Châteauneuf gelegen.
Hier produziert Brunel ohne jeglichen Einsatz von Chemie eine klassisch vinifizierte Cuvée aus 75% erstklassigen Grenachetrauben, der Rest ist Syrah, Mourvèdre, Cinsault und Clairette.
Der vielschichtige Duft von schwarzen Kirschen, Himbeeren, Pfeffer, Oliven und Kräutern der Garrigue fasziniert selbst Kenner, die sonst nur wesentlich teurere Weine genießen, die samtene Textur des Weines, sein bestens eingebundenes, kaum mehr schmeckbares Tannin, sein beeindruckender Nachhall heben ihn deutlich aus der Masse seiner Konkurrenten hervor.
Und Sie erinnern sich, in der vorletzten Pinwand berichteten wir Ihnen von einer überschwänglichen Bewertung des 99ers durch Robert M. Parker in der Juni-Ausgabe 2001 des wine advocate. Parker stellte einige Weine mit „tollem“ Gegenwert vor, er feiert diesen so vorbildlich preis“werten“ CdR überschwänglich, gibt ihm 90 Punkte und bemerkt wörtlich zu seiner kleinen Auswahl herausragender Weine, dass sie „die besten Schnäppchen sind, die ich in vielen Jahren getestet habe ... Diese Weine muss man verkostet haben, um es zu glauben. Ich befürchte, dass manche Leser nicht bereit sind zu akzeptieren, dass solche Qualitäten zu diesen Preisen angeboten werden. Aber wie immer, in vino veritas, es zählt allein, was in der Flasche ist“.
Die Konsequenz solchen Lobs war abzusehen, unsere Vorräte schmolzen wie der Schnee in der Frühlingssonne. Doch waren wir darob nicht gram, wussten wir doch, dass in Brunels Keller bereits der 2000er Jahrgang der Abfüllung harrte, der aufgrund der Jahrgangsgegebenheiten einfach überragend ausfiel.

140300 „Cuvée Sommelongue“, rouge 2000 14,50 DM


Côtes-du-Rhône Weine waren völlig zu Recht über Jahrzehnte hinweg verschrien als Synonym für bestenfalls süffige, jedoch nichts sagende dünne Weinchen, zum schnellen Genuss in Kneipen und Bistros bestimmt. Doch welche Renaissance haben ausgerechnet diese Weine von der südlichen Rhône in der letzten Dekade erlebt. Die Cuvée Sommelongue, ein Überflieger in ihrer Preisklasse, ist ein wahrlich traumhafter Côtes-du-Rhône und belegt, dass im Bereich knapp über 10 DM die Weine von der südlichen Rhône weltweit fast konkurrenzlos gute Qualitäten bieten. Mittleres Kirschrot mit leicht lila Reflexen, so präsentiert sich der würdige Nachfolger des zu Recht so hoch gerühmten 99ers in der Farbe, ebenso feingliedrig, aber noch komplexer in der Nase als sein Vorgänger, ein leicht süßlicher, fein verwobener Duft, geprägt von subtilen Kirscharomen, wilden Himbeeren, weißem Pfeffer, schwarze Oliven, dazu leichte Anklänge an Gewürze der Garrigues, die sich am Gaumen vertiefen und nach 48stündiger! Öffnung von einer animierenden pfeffrigen Süße begleitet werden, sehr weich, dicht, dennoch große Eleganz und Finesse, anregende Gerbsäure, braucht noch etwas Zeit ca. bis Weihnachten, um sich harmonisch abzurunden, dann exzellenter Trinkgenuss bis 2005. Unsere ganz besondere Empfehlung!

Leider ausverkauft!

140199 „Les Cailloux“, Châteauneuf-du-Pape, rouge 1999 39,00 DM


Mittleres Kirschrot, im Bukett zarte, fein gewirkte Aromen nach Cassisblättern, Brombeeren, Himbeeren, süßlichen, prallen schwarzen Kirschen, frischem Fleisch, zart unterlegt von orientalischen Gewürzen und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer, nach 24stündiger Öffnung gesellen sich Nuancen von reifen Brombeeren hinzu und ein Hauch von Zimt und Nelken. Ich verspüre beim Genuss dieses Weines eine tiefe Lust, mich einen ganzen Abend mit einer Flasche dieses großen Châteauneuf zu beschäftigen, darin träumerisch zu versinken und immer neue Facetten zu entdecken, denn kaum hat man eine Duftkomponente herausgeschmeckt, gesellen sich subtile neue Aromen hinzu. Unwahrscheinlich vielschichtig am Gaumen, komplex, mit einer fast burgundischen Finesse gesegnet, weiche, ja seidene Tannine, darin an den erst kürzlich wieder verkosteten legendären 90er Rayas erinnernd. Trinkgenuss sicherlich ab Spätherbst dieses Jahres, da die Tanninstruktur sich wunderbar weich und aufgeschlossen präsentiert, Höhepunkt 2003 bis 2012. Ich bin mir sicher, dass Parker bei einer Nachverkostung seiner Fassprobe seine damalige Bewertung von 90 bis 92 Punkten deutlich nach oben korrigieren wird, nicht zuletzt, weil Brunel sich entschieden hat, seine besten Trauben aus über 100 Jahre alten Grenachereben diesmal nicht separat als Cuvée Centenaire abzufüllen, sondern diese mit in die reguläre Cuvée einzubringen.

Leider ausverkauft!


Domaine de Fondrèche, Côtes-du-Ventoux

Es ist mir immer eine große Freude, Ihnen die neuen Jahrgänge der traumhaft am Fuße des malerischen Mont Ventoux gelegenen Domaine de Fondrèche, vinifiziert von unserem ambitionierten Freund Sébastien Vincenti, vorzustellen, so überragend die immensen Qualitäten für wenig Geld. Dennoch befällt mich auch stets eine gewisse Scheu, die Weine in der ihnen gebührenden Form zu würdigen, denn im Handumdrehen sind sie immer ausverkauft angesichts ihres phantastischen Preis-Genussverhältnisses und infolge der großen Fangemeinde unter unseren Kunden, die diese Weine in jedem Jahr sehnsüchtig erwartet, wie die jährlich große Anzahl an Vorbestellungen eindrucksvoll belegt.

Im März präsentierten wir Ihnen die rote Basiscuvée der Domaine, den natürlich mittlerweile längst vergriffenen Fayard, der im gerade erschienenen „wine advocate“ von Parker mit 89 Punkten bewertet wurde und unter der Rubrik, „The world’s greatest wine values“ zu einer auserwählten Gruppe von Weinen gezählt wird, die einen verblüffend hohen Gegenwert bieten für das kleine Geld, das sie kosten. Mitte des Monats trifft bei uns der „große Bruder“ des Fayard ein, die teilweise im neuen Barrique ausgebaute und nur unwesentlich teurere, von Syrah und Grenache geprägte elegante Cuvée Nadal. Sie besticht wie immer durch eine beerige Aromatik, ihre animalische Wildheit, die Anklänge an Kirschen und Gewürzkräuter der Provence und ihre von saftigen und reifen Gerbstoffen geprägte Tanninstruktur, trinkbar sofort, Höhepunkt Ende 2002 bis mindestens 2005.

151200 „Cuvée Nadal“, rouge 2000 16,50 DM

Leider ausverkauft!


Château La Condamine, Corbières

Zu dem herausragenden Potential der östlich der großartigen mittelalterlichen Festungsstadt Carcassonne gelegenen Corbières brauche ich Ihnen wohl kaum noch etwas zu erzählen, denn wer von Ihnen kennt nicht die Aufsehen erregenden Qualitäten, die unser Freund Guido Jansegers auf Château Mansenoble mit großer Konstanz in jedem Jahrgang erzeugt? Jedenfalls folgten wir bei unserem letzten Besuch in der Region der dringlichen Empfehlung eines befreundeten französischen Kollegen, der genau wie wir häufig vor Ort recherchiert, und suchten ein Weingut auf, von dem wir noch nie zuvor etwas gehört hatten:
Château La Condamine, dessen Weinberge am Fuße der Montagne d’Alaric gelegen sind. Zwar ist diese Domaine bereits seit 5 Jahrhunderten im Besitz der gleichen Familie und bestückt mit teilweise uralten Reben, doch das Gut lag bis vor wenigen Jahren in einem Dornröschenschlaf. Als die Großmutter des heutigen Besitzers, die mittlerweile 78jährige, aber eminent rüstige Madelaine Carbonel, das Gut 1962 erbte, führte sie die Domaine wie selbstverständlich weiter, obwohl es genügend Gründe gegeben hätte, das Château zu verkaufen:
Die Preise für Trauben und Most lagen am Boden, kein ernsthafter Weinliebhaber interessierte sich für die Weine aus Frankreichs armem Süden, Madelaines Mann verdiente genug in der Industrie. Und die beiden Töchter hielt, wie viele junge Leute damals, überhaupt nichts in ihrem kleinen Dorf, das ihnen zu eng wurde und keine Perspektive bot, sie zogen fort. Die älteste Tochter wurde Anästhesistin, heiratete einen Apotheker und nichts deutete darauf hin, dass jemals jemand aus der Familie die Domaine weiterführen würde, geschweige denn, hochwertige Weine produzieren sollte.

Doch es kam ganz anders. Henri, der Sohn von Martine, der Anästhesistin, verbrachte häufig die Ferien auf dem großmütterlichen Weingut, wurde deren erklärter Liebling und verkündete schon als Knirps, später einmal Winzer werden zu wollen. Und anders als sonst häufig bei kindlichen Berufswünschen, bei Henri wurden sie zur fixen Idee, er studierte Önologie, zog 1994 aufs Land zurück und übernahm die Regie auf dem Château, beseelt von seiner Idee, in dieser abgeschiedenen, so reizvollen Landschaft erstklassige Weine zu erzeugen. Die natürlichen Voraussetzungen waren optimal: die ärmlichen Kalk-Lehm-Böden erstklassig und die Rebstöcke alt. Sie tragen nur noch wenig, aber die Trauben sind geradezu mit Geschmack prall gefüllt. Zudem schützt der heiße, trockene Tramontanewind, der von den Bergen der Corbières weht, die Weinberge vor Schädlingsbefall.
Sehr sorgfältige Handlese der besten Trauben, schonende Vinifikation in den alten Kellern, teils in mit Glas verkleideten Zisternen, teils in Barriques, keine Filtration, der Trub setzt sich in zwei kalten Wintern von alleine ab. Die behutsame Verknüpfung von traditionellem Anbau und moderner Technik, die notwendigen Veränderungen im Einklang mit den Traditionen der Domaine, ermöglichen es Henri Baronet, das große Potential des traditionsreichen Gutes voll auszuschöpfen. Dieser engagierte, innovative junge Mann wird in den nächsten Jahren mit seinen Weinen für viel Furore sorgen, davon sind wir fest überzeugt.
Henri ist in der Tat der Prinz, der Dornröschen wach geküsst hat. Beide Rotweine der Domaine besitzen ein hervorragendes Preis-Genussverhältnis und verdienen eine besondere Empfehlung.
Übrigens: Wie die meisten unserer Winzer arbeitet Henri nach ökologischen Kriterien, das heißt ohne Einsatz synthetischer Spritzmittel und mit organischen Düngern, hier konkret nach dem Programm „Viticulture Raisonnée Contrôlée“, was in Deutschland weitestgehend den Prinzipien der Naturland-Gruppe entspricht.

334199 „Cuvée Tradition“, rouge 1999 11,50 DM


Sattes Kirschrot, in der Nase die typisch beerige Aromatik des Midi, dazu Oliven, Holunder, Schwarzbrotrinde, auch eine leichte Süße, die sich am Gaumen fortsetzt, unterlegt von leichten Gewürzkräutern, passt gut zu herbstlichen Wildgerichten mit leicht süßlicher Note, die reifen, seidenen Tannine sind bereits voll entwickelt, dies ist kein Wein zur intellektuellen Herausforderung für fortgeschrittene Freaks, dafür bietet er Trinkgenuss pur, gerade auch für Weinnovizen und wird im Verlaufe von 1-2 Tagen Öffnung immer subtiler, jetzt bis 2004.

Leider ausverkauft!

334299 „Cuvée Mathilde“, rouge 1999 18,90 DM


Erstmals 98 legte Henri ausgesuchte Partien der besten Parzellen ins Barrique, mit überragendem Erfolg. Und der 99er ist noch besser ausgefallen, das ist kein Schmeichler wie die „Cuvée Tradition“, dieser Wein fordert vielmehr die Sinne. Er erinnert zunächst an einen hervorragenden Barbera infolge des dichten Aromas von Sauerkirschen und seiner Säurestruktur. Nach mehreren Stunden Öffnung reife, pralle Beeren, das neue Holz ist perfekt in die reiche Frucht integriert, ein dichter, fleischiger, weicher, dennoch eleganter, finessenreicher Rotwein, ein spannender, ein interessanter Wein, deutlich präsente, aber geschmeidige Tannine, macht jetzt schon Spaß, Höhepunkt 2003 bis 2010. In der Maiausgabe von DM wurde sein Vorgänger zum Wein des Monats gekürt!

Leider ausverkauft!


Ermitage du Pic St. Loup, Pic St. Loup

Der Präsentation dieses Weingutes hatten wir von der Planung her eigentlich den größten Raum widmen wollen, da dessen Weine uns unwahrscheinlich faszinieren. Doch zu sehr ging mir mal wieder das Herz über bei der Beschreibung der anderen Domainen, der Drucktermin der Print-Pinwand sitzt uns im Nacken, deshalb mehr im Telegrammstil die wichtigsten Infos zu diesem neuen Stern am Himmel des beeindruckenden Bergriesen Pic St. Loup. Dessen Terroir gilt unter Weinkennern als mit das beste im Languedoc.
Die Weine dieser kleinen, landschaftlich reizvollen Appellation zeigen einen ganz spezifischen Charakter: eine „kühle“, beerige Frucht, eine große Eleganz und Finesse sowie eine edle, tiefgründige Gerbstoffstruktur.
Nahe St. Mathieu de Tréviers haben die 3 Brüder Ravaille nach Abschluss ihrer Studien (Önologie und Jura) die 1950 von ihrem Großvater gegründete Domaine Sainte Agnès vor 9 Jahren übernommen, behutsam die bis zu 50 Jahre alten Rebstöcke auf den optimal nach Süden hin ausgerichteten kalk- und schieferhaltigen Parzellen restauriert und bei dem nach biologischen Kriterien vorgenommenen Weinanbau die Herausarbeitung des spezifischen Terroircharakters zur Maxime erhoben, was sich auch in der Umbenennung des Gutes in Ermitage du Pic Saint Loup ausdrückt.
Tief wurzelnde Rebstöcke, eine extreme Mengenbegrenzung (nur 20hl/ha bei der Spitzencuvée) sowie eine rigorose Selektion sehr reifen Lesegutes führen zu Weinen, bei denen man mit jedem Schluck schmeckt, dass die großartigen Qualitäten den Trauben und dem Weinberg entstammen und nicht das Resultat sind von moderner Weinbereitung im Keller.
Jedem Liebhaber terroir- und fruchtbetonter Weine möchte ich diese Neuaufnahme, die trotz hoher Parkerbewertungen noch sympathisch niedrige Preise bietet, ganz besonders anempfehlen. Diese harmonischen, von einer selten erlebten aromatischen Expressivität geprägten Weine gehören in jeden ambitionierten Keller, in dem die besten Weine des französischen Südens zu finden sind.

300200 „Cuvée Sainte Agnès“, Coteaux du Languedoc, blanc 2000 24,00 DM


Ein Weißwein vom Pic St. Loup, wie er grandioser nicht sein kann, mit einer ganzen Palette an erfrischenden Aromen: Blütendüfte,reife Birnen, Äpfel, Melonen, geröstetes Korn; mineralische Frische gepaart mit belebender Säure, der differenzierte Geschmack, der eindrucksvolle Charakter fordern die Zunge und alle Sinne gleichermaßen, dieser harmonische Klassewein übertrifft bei weitem seinen 99er Vorgänger, der ebenfalls von Parker in die Auswahl der „world’s greatest wine values“ aufgenommen wurde, jetzt bis 2003.

Leider ausverkauft!

300100 Coteaux du Languedoc, rosé 2000 14,50 DM


Sehr würziger, reintöniger (Lieblings)rosé, mit einer vornehmen Säure, von unseren Kunden vor Ort begeistert aufgenommen.

Leider ausverkauft!

300599 Coteaux du Languedoc, rouge 1999 14,80 DM


Dunkles Kirschrot, in der Nase deutlich vernehmbar Salbei und Minze, eingebettet in eine Orgie von Waldbeeren, dazu frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und Holunderblüten, der Gaumen wird umhüllt von einer schmeichlerischen, saftig-weichen Tanninstruktur, dicht, dazu kräutrig-würzig, ein traumhafter Begleiter eines Lamms mit Kräuterkruste, jetzt bis 2004.

Leider ausverkauft!

300699 „Cuvée Sainte Agnès“, Coteaux du Languedoc, rouge 1999 24,00 DM


Ungeheuer viele Facetten in der Nase, insbesondere dunkle Früchte, nach längerer Öffnung ebenfalls Salbei und Minze, am Gaumen wiederum viel Frucht und eine eher schwere, syrahgeprägte Süße, unterlegt von einer subtilen Würzigkeit, die nach ca. 6stündiger Öffnung immer stärker hervortritt, das Holz des Barrique ist überhaupt nicht erkennbar, wird völlig umhüllt von der überbordenden Frucht, voll und dicht am Gaumen, lang anhaltend, idealer Essensbegleiter zu allen Speisen, die mit einer großen Aromenpalette den Herbst bereichern, Hasenrücken, Gans mit Rotkohl, jetzt bis 2008.

Leider ausverkauft!

300798 „Cuvée Gaucelm“, rouge 1998 59,00 DM


Die in kleiner Menge erzeugte Spitzencuvée ist ein vibrierender Rotwein voller Faszination und Klasse.

Leider ausverkauft!


Herzliche Grüße, Ihr

Tino Seiwert