Saarlouis, im Mai 2001

PINwand N° 41


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

den Freunden französischer Weine stehen heute zwei Leckerbissen ins Haus. Spätestens seit dem überragend gelungenen 98er Jahrgang und der sich daraus ergebenen Adelung durch Parkers Punktesegen, gehört die Domaine Clos du Caillou zu der Handvoll Weltklassewinzer aus Châteauneuf-du-Pape. Ab sofort ist der 99er Jahrgang vorrätig, in dem die Weine dieses Vorzeigegutes für mich schlicht die besten sind von dieser grandiosen Appellation. Und aus der unmittelbaren Nachbarschaft, aus Gigondas, ein neuer Wein des Superstars dieses kleinen Ortes, Yves Gras von der Domaine Santa Duc.

Aus Italien präsentieren wir Ihnen zwei spektakuläre Neuaufnahmen. Bruno Giacosa, der große alte Mann des piemontesischen Weinbaus, seit Jahren eine lebende Legende, der wie kein zweiter traditionell vinifizierte, authentische Weine produziert, hat im spektakulärsten Jahrgang des Piemont aller Zeiten einen traumhaften Barolo erzeugt, einen Stoff, aus dem die (Wein-)mythen erwachsen. Daneben finden Sie neu in unserem Programm ein Weingut aus Friaul, Davino Meroi, das in Deutschland kaum jemand kennt, da die Weine eigentlich nicht exportiert werden. Ganze 2000 Flaschen! werden von jeder der drei Spitzenweine produziert, in Italien hat der junge Winzer bereits Kultstatus erreicht.

Erinnern Sie sich noch an das Aufsehen, das ein portugiesischer Wein im November letzten Jahres erregte, als dieser bei der Verkostung der besten Weine Spaniens und Portugals den ersten Platz belegte, die gesamte spanische Winzerelite hinter sich lassend. Marques de Borba Reserva heißt dieser Weltklassewein, und der 99er Jahrgang, in Portugal ganz groß, ist ab sofort bei uns zu haben.

Aktuell finden Sie auf unserer Schnäppchen-Seite noch einmal einige Weine zu sehr günstigen Preisen im Resteverkauf, obwohl wir Ihnen bereits im Januar nach unserer Inventur einen „Schnäppchenkauf“ geboten hatten, und es sollte eigentlich der einzige in diesem Jahr bleiben. Doch bei der Erstellung des neuen Programms und der damit verbundenen nochmaligen Überprüfung unseres Bestandes mußten wir – verwundert, aber natürlich auch erfreut – feststellen, daß schon wieder einige Weine soweit abverkauft waren, daß es sich nicht mehr lohnen würde, sie in den neuen Print-Katalog aufzunehmen. Dazu kommen noch 3 Weingüter, von denen wir uns trotz guter Zusammenarbeit in der Vergangenheit schweren Herzens trennen. Im Laufe des Jahres stehen noch einige spektakuläre Neuaufnahmen an, so daß wir unser Progarmm auch immer wieder etwas straffen müssen.


FRANKREICH

Domaine Clos du Caillou, Châteauneuf-du-Pape

Die Weinberge DES Aufsteigers der letzten Jahre in Châteauneuf-du-Pape grenzen teilweise unmittelbar an die besten Lagen des Ortes, zum einen an die Rebflächen des Château Beaucastel und zum anderen an die des Château Rayas. Trotzdem hatte Claude Pouizins bis Anfang der 90er Jahre eher rustikale Weine durchschnittlicher Qualität erzeugt. Als jedoch mit dem 96er Jahrgang sein dynamischer Schwiegersohn Jean-Denis Vacheron aus der berühmten Winzer-Dynastie von der Loire die Regie auf der Domaine übernahm, begann eine neue Ära, die an ein modernes Märchen erinnert.

Seit diesem Zeitpunkt werden traumhafte Châteauneuf eines eher modernen Stils erzeugt, die durch ihren betörenden Duft, ihre Tiefe, ihre Harmonie sowie ihre berauschende, reiche, gewürzhaltige Frucht erhebliches Aufsehen erregen. Was ist das Geheimnis dieser Erfolgsstory? Nun, wie immer entstehen wirklich große Weine nicht im Keller, sondern im Weinberg. Dort begann Jean-Denis folgerichtig mit seinen radikalen Veränderungen:
Ertragsreduzierung, Verzicht auf jeglichen Einsatz chemischer Erzeugnisse in den sonnenexponierten Lagen, die zudem stark dem Mistral ausgesetzt sind, dafür aber kontinuierliche, aufwendige Handarbeiten, so das regelmäßige Auflockern der schweren Böden und intensive Blattwerksarbeit, all das führte zum Einbringen exzellenter Traubenqualitäten. Hinzu kamen vorsichtige Modernisierungen im Keller wie der Einsatz neuer Holzfuder, und als Resultat dieser gewaltigen Anstrengungen findet man sehr verführerische, fast schmeichlerische Weine, die sich dennoch aufgrund ihres Terroircharakters voller Authentizität präsentieren und die in dem schwierigen 99er Jahrgang ein ganz seltener Glücksfall sind: unfiltrierte, kraftvolle, tiefe und dennoch feine Weine, mit großer Fülle und Komplexität. Parker, der ja gerade bezüglich der Rhôneweine über eine hervorragende Kompetenz verfügt, hat den 99er Châteauneufs von Clos du Caillou zu Recht die gleiche Klasse wie den spektakulären 98ern zugebilligt und sie gar höher eingestuft als die Weine des legendären Château Rayas.
Wir bekamen natürlich seither sehr viele Vorreservierungen, und das bei einer fast halbierten Produktionsmenge in 99 infolge einer rigorosen Selektion. Kontaktieren Sie uns also rasch, wenn Sie an diesen Weltklasseweinen interessiert sind, die noch zu Preisen angeboten werden wie keine anderen entsprechend hochgepunkteten Weine aus Châteauneuf.
Wir bitten auch um Verständnis, daß wir die raren Rotweine nur in limitierter Menge abgeben können, damit möglichst viele Kunden in den Genuß dieser traumhaften Gewächse kommen können.

154400 Châteauneuf-du-Pape, blanc 2000 48,00 DM


Ganz leise nur, die Mengen sind arg klein, möchten wir daruf hinweisen: Einer der schönsten Weißweine, die je in Châteauneuf produziert wurde, einfach grandios, 2002 bis mindestens 2009.

Leider ausverkauft!

154299 Châteauneuf-du-Pape, rouge 1999 maximal 6 Fl. pro Kunde 39,00 DM


In den historischen, unter den eigenen Weinbergen gelegenen Kellern reift dieser brillante Wein zu 80% in 25 Jahre alten Fudern, aber auch zu 20% in neuen Barriques, so daß die assemblierte Cuvée eine fast burgundische Finesse aufweist. Rubinrote Farbe, Aromen von saftigen, dunklen Himbeeren, Kirschen und Preiselbeeren, sehr konzentriert, ein Hauch von süßem Fruchtextrakt und ein kräftiger, langer Abgang. Welche Komplexität, welche Eleganz! Als habe eine Vermählung stattgefunden zwischen einem Grand Cru aus dem Burgund mit einem Spitzenwein aus Châteauneuf. Parker geht gar soweit, diesen erstklassigen Wein mit einem „Topjahrgang von Rayas oder des ruhmreichen Pomerol, Château Lafleur“ zu vergleichen, 2002 - 2015.

Leider ausverkauft!

154699 CdP „Les Quartz“, rouge 1999 91-93+Parkerpunkte, max. 3 Fl. pro Kunde 59,00 DM


Besitzt das größte Entwicklungs- und Lagerpotential aller CdP des Jahrgangs, ist vielleicht gar der beste!

Leider ausverkauft!

154599 Châteauneuf-du-Pape Reserve, rouge 1999 92-95 Parkerpunkte, max. 3 Fl. pro Kunde 74,00 DM

Leider ausverkauft!


Domaine Santa Duc, Gigondas

In unserer Februarpinwand haben wir Ihnen unseren ersten „kleinen“ Wein von Yves Gras vorgestellt, diesem so jungenhaften und dennoch bereits legendären Weltklassewinzer aus Gigondas, mit der fast befürchteten Reaktion: Wir waren im Handumdrehen ausverkauft. Aber, gute Kunde ist angesagt. Ab sofort führen wir den 99er Jahrgang des „Vieilles Vignes“, den zweiten Jahrgang dieses neuen Weines von Yves, den er aber nicht nur selbst vinifiziert, sondern auch im Weinberg unter seiner Kontrolle hat bearbeiten lassen.
Die Konsequenzen: Natürlich noch einmal eine deutlich bessere Qualität, der Wein ist konzentrierter und harmonischer, aber nur wenig teurer, doch überzeugen Sie sich selbst, jetzt bis 2003.

148199 Santa Duc, Selections CDR „Vieilles Vignes“, rouge 1999 14,00 DM

Leider ausverkauft!


ITALIEN

Bruno Giacosa, Piemont

In der sanft gewellten Hügellandschaft der Langhe wird zwar seit Menschengedenken Wein angebaut, aber zu wahrem Ruhm hat der zauberhaften Region erst die Nebbiolo-Rebe verholfen, aus deren Trauben die bei Kennern in aller Welt begehrten, komplexen, langlebigen Barolo- und Barbarescoweine erzeugt werden.
Aber auch in dieser reizvollen Landschaft entstehen die raren Spitzenweine nur dann, wenn unter den günstigen klimatischen Bedingungen – viel Sonne, relativ wenig Niederschlag – erstklassige Trauben aus den bevorzugten kargen, trockenen Lagen von wirklich guten Weinerzeugern verarbeitet werden. Und viele Liebhaber sehen in den gesuchten Barolo und Barbaresco des begnadeten Traditionalisten Bruno Giacosa nicht nur die besten Weine des Piemont, sondern sie zählen sie zu den größten Weinen der Welt.

Niemals werde ich jenen lauen Herbstabend im September 96 vergessen, als ich in einer kleinen Enoteca in Rom eine Flasche eines auf den Punkt gereiften, majestätischen 78 Barolo Rocche del Falletto des legendären Meisters der Nebbiolotraube genießen durfte, kein Wein der Welt kann je mehr meine Sinne betören, je mehr Genuß bereiten als dieser absolute Weltklassewein. Diese Rarität, vinifiziert in den allerbesten Jahren wie 78, 85 und jetzt 97 aus selektionierten Trauben vom Hügelkamm der steilen, süd- und südwestlich ausgerichteten Spitzenlage Falletto, erschien geradezu wie eine Liebkosung der Seeele!

Was ist das Besondere an den unverwechselbaren Weinen des „großen Schweigers“, wie Bruno Giacosa aufgrund seiner Wortkargheit und seiner Öffentlichkeitsscheu – allein die Qualität seiner Weine soll für sich sprechen – gerne tituliert wird? In seinen großen Rotweinen findet sich die Quintessenz der Nebbiolotraube, aus der seine weltberühmten Barolo und Barbaresco gemacht werden, es sind Weine von unerhörter Opulenz, Komplexität und fruchtiger Fülle, von Kraft und beispielloser Langlebigkeit, gepaart mit Feinheit und Eleganz, wenn sie denn ihre Trinkreife erreicht haben.
Es sind Weine großen, individuellen Charakters und einzigartiger Typizität, Lichtjahre entfernt von jenem austauschbaren internationalen Stil, der uns gar zu sehr in Mode gekommen ist.

Natürlich hat sich auch Giacosa gemeinsam mit seinem Kellermeister Dante Scaglione behutsamen, sinnvollen Neuerungen in der Kellertechnik nicht widersetzt, hat die Gär- und Maischezeit auf 2 Wochen verkürzt, da in seinen Kellern jetzt mit neuen Edelstahltanks gearbeitet wird, deren Rührwerk und Remontagetechnik eine ausreichende Tanninausbeute garantieren. Allerdings werden dabei vorwiegend die Gerbstoffe aus der Schale extrahiert und nicht aus den Kernen, was dazu führt, daß die Intensität der Farbstoffe und Polyphenole viel höher ist, die Tannine selbst wesentlich weicher erscheinen.
Aber nicht nur aus der Nebbiolorebe vinifiziert Giacosa unstrittige Weltklasseweine, viele andere erstklassige Weine werden von ihm produziert und in allen spiegelt sich das Terroir der unterschiedlichen Lagen wieder.
Wer die Seele des Piemont sucht, findet sie in den grandiosen Weinen des großen Weinmachers aus Neive.

613100 Giacosa, Roero Arneis, 2000 29,00 DM


Dieser grandiose trockene Weißwein aus einer fast schon vergessenen, autochthonen Rebsorte, „der beste Arneis im ganzen Piemont“ (Parker) ist schlichtweg hinreißend, wunderbar textuiert im Mund, frisch, delikat, intensive Aromen von Zitrusfrüchten, Birnen und ein wenig Kräuter. Am besten im ersten Jahr nach der Abfüllung trinken, also bis Mitte 2002.

Leider ausverkauft!

613297 Giacosa, Spumante brut 1997 39,00 DM


Einer der besten trockenen italienischen Schaumweine, ausschließlich aus Pinot Nero gewonnen, extram klares glänzendes Hellgelb mit blassen grünen Reflexen, elegant, lebhaft und voller Finesse im Mund, zarte Fruchtanklänge, großer Charakter.

Leider ausverkauft!

613399 Giacosa, Barbera d’Alba 1998 23,00 DM


Aus dem fünften großen Jahrgang in Folge ein preiswerter Trinkwein auf hoher Genußebene, in der Nase Kirschlikör, Zedernholz, Rauch, im Mund schmeichlerisch, sehr reife, feine Tannine, eigenständiger Charakter, einfach lecker; jetzt bis 2004.

Leider ausverkauft!

613497 Giacosa, Le Rocche del Falletto, Barolo 1997 168,00 DM


Der Barolojahrgang 1997 ist sicherlich einer der besten aller Zeiten, aber auch ein ganz außergewöhnlicher. Neben seiner extremen Konzentration und seiner öligen Textur verblüfft er die Fachwelt und die Winzer selbst durch seine ungewöhnlich reifen, saftigen Tannine, die schon sehr früh einen großen Trinkgenuß bereiten, dennoch besitzen die großen Barolo ein riesiges Reifepotential.
Parker postuliert, der 97er Jahrgang habe ihm mehr Freude bereitet als jeder! zuvor, mit spektakulären Weinen, die eine außerordentliche Reife aufweisen, einen hohen Alkoholgehalt und eine beeindruckende Komplexität und resümmiert: „Der von ihnen gebotene hedonistische Genuß sprengt die Grenzen des Gewohnten“.
Bruno Giacosa hält diesen Spitzenjahrgang bei seinen Weinen für absolut ungewöhnlich, da auch sie in ihrer Jugend schon so außergewöhnlich gut schmecken, wie er dies noch nie erlebt habe. Aber da die Qualität so exorbitant ist, hat er sich entschlossen, erstmals seit vielen Jahren wieder einen Rocche del Falletto abzufüllen, der dem legendären 78er absolut ebenbürtig ist.
Dicht, kraftvoll, voluminös präsentiert er sich im Glas, die Nase wird betört von der überbordenden Aromenvielfalt, Kirschlikör, Tabak, Gewürze, Rosenblätter und schwarze Früchte sind zur Zeit am deutlichsten wahrnehmbar, im Mund sehr üppig, reichhaltig, muskulös, zeigt er den offen gewirkten Charakter des 97er Jahrgangs.
Wurde schon der „normale“ Falletto, diesmal seiner besten Partien beraubt, von Parker mit 93 Punkten bewertet, kann dieser Traum eines Barolo nur mit der Idealnote versehen werden.
Das ist ein aristokratischer Wein, der einen neuen Mythos begründen wird! Früher zu trinken als „normal“, vielleicht ab 2003.

Leider ausverkauft!


Davino Meroi, Friaul

Von Enzo Pontoni, dem Besitzer des bekannten Weingutes Miani und seinen herausragenden Rot- und Weißweinen haben Sie sicher schon gehört, wenn Sie sich für italienische Spitzenweine interessieren, sie gehören unzweifelhaft zu den besten der Region.
Seit ein paar Jahren hat er einen jungen Winzer aus der Nachbarschaft unter seine Fittiche genommen, der ihm mittlerweile Freund geworden ist und dem er seine „Geheimnisse“ im Weinberg und im Keller vermittelte. Und Paolo Meroi war nicht nur ein äußerst gelehriger Schüler, dessen Weine unzweifelhaft die Handschrift des Meisters tragen, aber beileibe keine bloße Kopie dieser großen Weine darstellen, nein, Paolo hat durchaus seinen ureigenen Stil entwickelt und faszinierend charaktervolle Weiß- und Rotweine auf seiner uralten Familiendomaine geschaffen, die nur ein Manko besitzen, die homöopathisch geringe Verfügbarkeit: Jeweils nur ca. 2.000 Flaschen produziert Paolo von den hier vorgestellten Weinen, was auch den geringen Bekanntheitsgrad erklärt, aber was sind das für grandiose, noch bezahlbare Qualitäten!
In seinen in Buttrio und auf den Anhöhen von Rosazzo gelegenen Wingerten strebt Paolo eine späte Lese sehr reifer Trauben mit minimalen Stockerträgen an, die seinen Weinen ihre großartige Struktur und Komplexität verleihen sowie eine bemerkenswerte Konzentration, bereits die Moste werden im Barrique vergoren und auch die Weißweine durchlaufen die malolaktische Gärung.
Das Resultat sind großartige, individuelle Weine voller Authentizität, die weniger dem Weinnovizen als dem fortgeschrittenen Liebhaber anempfohlen sind; in Italien genießt Paolo mittlerweile Kultstaus und seine großartigen Weine gehören zu den gesuchtesten des Landes.

622198 Meroi, Blanc di Buri, bianco 1998 24,00 DM


Fermentation im französischen Barrique, eine intensive, komplexe Frucht prägt diese Cuvée aus Chardonnay, Pinot Grigio und Malvasia, buttrige Aromen, dazu ein frischer Strauß von Blumen- und Fruchtnoten, komplex, dicht, von beträchtlicher Länge, faszinierender, leicht herbwürziger Abgang, jetzt bis 2008!

Leider ausverkauft!

622298 Meroi, Ros di Buri, rosso 1998 24,00 DM


12 Monate im Barrique ausgebaute Cuvée von Merlot und Cabernet Sauvignon, die durch ihre frischen, fruchtigen, beerigen Aromen betört, von ausgesprochener Rasse, weich und finessenreich, beginnt sich gerade zu öffnen, Höhepunkt 2002 bis 2007.

Leider ausverkauft!

622397 Meroi, Dominin 1997 39,00 DM


Ein großer, ein majestätischer Wein, der den friaulischen Namen des Großvaters von Paolo trägt, vinifiziert aus extrem spät und daher sehr reif geernteten Merlot-, Cabernet- und Pignolotrauben, ausgebaut in französischen Barriques, faszinierend warmes Bukett von Brombeeren und Himbeeren, unterlegt von Räuchernoten, Unterholz, etwas Cassis und Lorbeer, dicht strukturierter Körper, allerdings mehr Eleganz und Finesse denn schiere Kraft, geschliffen, terroirgeprägt, nachhaltig, jetzt bis 2007.

Leider ausverkauft!


SPANIEN

Compania de Vinos Telmo Rodriguez

Seit geraumer Zeit schon stand er auf unserer Prioritätenliste ganz oben, einer der begabtesten und kreativsten Köpfe der spanischen Winzerelite, eine visionäre, charismatische Persönlichkeit, Weinliebhabern in aller Welt als Macher des großartigen Remelluri aus Rioja längst ein Begriff: Telmo Rodriguez.

Bevor ich Ihnen drei wirklich köstliche und vor allem unglaublich preis“werte“ Weine dieses genialen Önologen vorstelle, eine knappe Skizze seines Lebensweges und seiner Weinphilosophie.
Geboren vor knapp 40 Jahren im Baskenland, verbrachte er seine Kindheit auf dem Weingut seines Vaters in Rioja, studierte später zunächst Biologie in Bilbao, erwarb dann das Önologiediplom in Bordeaux, um anschließend 3 Jahre beim legendären Bruno Prats auf Cos d’Estournel die hohe Schule der Weinbereitung in der Praxis zu erlernen und eine Passion für wahrhaft große Weine zu entwickeln.
Aber selbst diese erstklassige Ausbildung genügte ihm noch nicht, denn er wollte neben der technischen Seite auch die eher intuitive Art kennenlernen, erstklassige Weine herzustellen, wollte sein Wissen und seine Erfahrungen erweitern und bat deshalb Eloi Durbach von der Domaine Trévallon um eine Art Assistentenstelle, doch dieser lehnte zunächst brüsk ab:
Was Telmo während seines Studiums vermittelt bekommen habe, reiche vielleicht aus, um Coca Cola zu produzieren ... Aber Telmo blieb hartnäckig, überzeugte Durbach, ihn anzustellen, blieb wiederum drei Jahre und lernte hier die „menschliche“ Seite des Weines und seiner Erzeugung kennen. Weitere Stationen seiner außergewöhnlichen Lehr- und Wanderjahre führten ihn noch einmal zu drei ganz großen Winzerpersönlichkeiten: Perrin, Guigal und Chave.

So mit einem theoretischen und praktischen Rüstzeug ausgestattet wie wohl kein zweiter, übernahm er, zurück in Rioja, die Leitung von Remelluri und führte das Familiengut innerhalb weniger Jahre nicht nur an die Spitze der Region, sondern in die Elite der spanischen Weinkultur. Er entwickelte dabei seinen ureigenen, handwerklich geprägten Stil, der finessenreiche, fruchtige Weine mit feinen, saftigen Tanninen ergibt. Als äußerst fruchtbar erwies sich dabei die enge Zusammenarbeit mit Pablo Vicente Eguskiza, der in Bordeaux sein Examen als Ingenieur der Agrarwissenschaften erworben hatte.
Vor 6 Jahren gründete Telmo dann die „Compania de vinos“, da er spürte, daß ihn auf Dauer die Arbeit auf Remelluri allein nicht ausfüllen würde: Dieses Gut war etabliert, galt als neues Aushängeschild von Spaniens wichtigstem Anbaugebiet, und Telmo suchte neue Herausforderungen in anderen spanischen Regionen. Er scharte ein begeisterungsfähiges und engagiertes Team von Önologen und befreundeten Winzern um sich, mit denen er seither, nach umfangreichen Studien, Experimenten und großen Anstrengungen, moderne und dennoch höchst individuelle, saftige, fruchtbetonte Weine in unterschiedlichen Landesteilen produziert, mit sensationellem Erfolg und zu ungewöhnlich niedrigen Preisen.

Eine sehr persönliche Anmerkung: Ich bin durch das herausragende Preis-Genußverhältnis der südfranzösischen Weine in der 10-12 DM Klasse schon sehr mit Gaumenfreuden verwöhnt, doch was wir von Telmo Rodriguez an Qualitäten erhalten haben, läßt mich fast sprachlos werden. Natürlich, um keine falschen Vorstellungen zu wecken, sind die heute vorgestellten Weine für den täglichen Trinkgenuß keine Spitzengewächse, aber in Ihrer Preisklasse meine ganz besondere Empfehlung.

420100 Basa, Rueda blanco 2000 11,00 DM


Einer der interessantesten trockenen spanischen Weißweine für unfaßbar wenig Geld, eine erfrischende Cuvée aus Verdejo, Sauvignon und Viura, explosive Nase, fruchtig, würzig, angenehme Säurestruktur, Aromen von Aprikosen und exotischen Früchten. Der Basa ist für den baldigen Trinkgenuß konzipiert, also innerhalb der nächsten 12 Monate zu konsumieren.

Leider ausverkauft!

420200 Al Muvedre, Alicante tinto 2000 9,90 DM


Telmos jüngstes Projekt: Dr. Parcé, der legendäre, mittlerweile leider verstorbene Banyulswinzer, hatte ihm erzählt, daß der beste Mourvèdre, den er je getrunken hatte, aus Alicante kam. Daraufhin machte sich Rodriguez auf die Suche, wurde schließlich auf einer gepflegten Bodega mit über 40 Jahre alten Rebstöcken fündig und produzuierte 2000 erstmals diesen tiefen, vollen, fruchtigen, süffigen Rotwein mit ganz weichen Tanninen. Wie meint doch Telmo schelmisch, aber mit durchaus ernstem Unterton: „Es ist schon Luxus, einen solch guten Wein mit einem derart phantastischen Preis-Genußverhältnis herzustellen“. Wie wahr! Jetzt bis 2003.

Leider ausverkauft!

420399 Vina 105, Cigales tinto 1999 12,80 DM


Aus der Tempranillotraube vinifiziert Rodriguez in Cigales, der westlich von Ribero del Duero gelegenen, in Deutschland weitgehend unbekannten Region diesen durchaus komplexen, würzigen, rassigen Roten, in der Nase Aromen von Johannisbeeren und Waldbeeren, dazu ganz leicht animalische Anklänge, bereitet einfach Trinkvergnügen pur, jetzt bis 2004.

Leider ausverkauft!


PORTUGAL

João Portugal Ramos, Alentejo


Im Herbst letzten Jahres konnten wir Liebhabern wahrhaft großer, eigenständiger, individueller Gewächse einen raren Wein anbieten, den wir bei unseren Recherchen hinsichtlich erstklassiger Weine von der iberischen Halbinsel entdeckt hatten und der uns angesichts seines überragenden Aromenspektrums geradezu sprachlos werden ließ.
Welch irrsinnige Qualtät funkelte da im Glase, überwältigte, betörte, bezauberte die Sinne, ließ mich den Wein in meditativem Zustand genießen! Hatte ich je zuvor einen Wein aus Portugal oder Spanien getrunken, der mir mehr Genuß bereitete? Wohl kaum. Auch mein bisheriger Favorit aus Portugal, der Redoma von Niepoort, hatte seinen Meister gefunden.
Doch würden unsere Kunden bereit sein, für einen portugiesischen Wein fast 100 DM auszugeben, selbst wenn er diesen Preis mehr als wert war? Jedenfalls kauften wir die kleine Menge dieses so faszinierenden Weines, die uns angeboten wurde auf, und boten ihn in unserem Ladengeschäft ausgewiesenen Weinliebhabern zur Verkostung an, gespannt auf deren Reaktion, bevor wir ihn in einer Pinwand präsentieren wollten.
Doch es geschah das für uns so nie Erwartete: Wer den Wein degustierte, teilte uneingeschränkt unsere Euphorie und kaufte. Im Nu waren die geringen Bestände geräumt, und wir orderten sofort zunächst eine Faßprobe des 99er Jahrgangs und nach deren Verkostung die größtmögliche Menge, die man uns geben konnte.

Unmittelbar nach der Bestätigung unserer Bestellung veröffentlichte dann das „manager magazin“ in seiner Novemberausgabe 2000 einen Test einer erstklassig besetzten Jury (u.a. nahmen teil Paula Bosch, Stuart Pigott, Peter Hilgard und Martin Kössler) über 48 erstklassige Rotweine aus Spanien und Portugal, bei dem das „who is who“ der iberischen Halbinsel degustiert wurde.
Der souveräne Sieger dieser Blindprobe, „mit einer Traumnote für einen Traumwein“, war, Sie ahnen es natürlich schon, der Wein, der uns Wochen zuvor ein sinnliches Vergnügen par excellence bereitet hatte: der Marques de Borba Reserva aus dem nicht gerade überragenden 97er Jahrgang. Selbst der Pingus, der Cims, der L’Ermita oder der Vega Sicilia, allesamt Weine von Weltklasse, mußten sich diesem so eigenständigen, feinen, subtil gewirkten Portugiesen geschlagen geben.

Der Vater dieses „Weinwunders“ ist kein geringerer als der begnadete Önologe und Winzer João Portugal Ramos, der neue, alles überstrahlende Stern an Portugals Weinhimmel, der wie kaum ein anderer Tradition und Moderne miteinander zu verschmelzen weiß und dessen Weingut in der südlich gelegenen Region Alentejo angesiedelt ist, das man wegen seines heißen Klimas auch das „Kalifornien Portugals“ nennt. Inmitten seiner 40 ha eigenen Weinberge in Estremoz liegt sein hochmodernes, erst 1998 fertiggestelltes Weingut, wo sich modernste Kellertechnik und das Potential sorgfältig gepflegter Rebstöcke zu diesem majestätischen Wein vereinen. Das ist der Stoff, aus dem die (Wein-)Träume sind!

453199 Marques de Borba Reserva, tinto 1999 97,00 DM


Welche Frische, welche Konzentration, Eleganz und unnachahmliche Finesse kennzeichnen dieses vinologische Meisterwerk, gekeltert aus den autochthonen Rebsorten Trincadeira, Aragonez (Tempranillo), Periquita und Alicante Bouschet, ein individueller, feinst strukturierter Tropfen der absoluten Weltklasse; 2003 bis mindestens 2012.

Leider ausverkauft!

Herzliche Grüße, Ihr

Tino Seiwert