Saarlouis, im Februar 2001

PINwand N° 38


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

in unserer heutigen Pinwand präsentieren wir schwerpunktmäßig den Freunden französischer Weine einige ausgesprochene Leckerbissen. Château Mansenoble, eines der besten Weingüter aus dem französischen Süden, brilliert mit den enorm konzentrierten und dennoch weichen Weinen aus dem 99er Jahrgang, dem besten, der bisher dort produziert wurde.

Und an der Rhône konnten wir die Domaine Santa Duc in unser Programm aufnehmen, deren symphatischer Eigner und Weinmacher Yves Gras zu den größten seiner Zunft in ganz Frankreich gehört.
Unsere Freunde von der Domaine du Pégau haben im 98er Jahrgang eine Spezialcuvée geschaffen, die zu den größten Rotweinen gehört, die bisher nicht nur in Châteauneuf-du-Pape, sondern in Frankreich überhaupt produziert wurden. Ein betörender Sinnenzauber mit schier unglaublichem Potential!
Marc Kreydenweiss, einer der Pioniere des biodynamischen Anbaus, hat 1999 im Elsaß die besten Weine seit dem legendären 90er geschaffen und im gleichen Jahr erstmals im Languedoc zwei Rotweine produziert, die auf Anhieb für viel Aufsehen sorgen.

Für die Liebhaber des italienischen Weins haben wir einen weiteren Spitzenwein aus dem großen 98er Jahrgang im Piemont im Programm, den 2 Gläserwein Bastian Cuntrari von Felice Coppo aus der Barberatraube.

Immer mehr Weinfreunde wenden sich deutschen Spitzenweinen zu, die Renaissance der wirklich guten deutschen Weine ist in vollem Gange. Soeben wurde die Auslese „S“ des renommierten Karthäuserhofs als bester trockener Riesling des grandiosen 99er Jahrgangs an Mosel-Saar-Ruwer gewählt. Lassen Sie sich diesen großen Wein ebensowenig entgehen wie DIE Neuentdeckung dieser Region, den Lubentiushof von den Steilterrassen der Untermosel.

Kurzinformationen:

Bereits mehrfach berichteten wir über eine unserer schönsten Neuentdeckungen der letzten Jahre, die Domaine Berthoumieu aus dem Madiran, die wir an die Spitze dieser erstklassigen Appellation stellten, auf eine Stufe mit dem legendären, aber wesentlich teureren Château Montus, eine Einschätzung, die in der aktuellen Februarausgabe der „Revue du vin de France“ von den französischen Fachjournalisten unter der Schlagzeile „Montus und Bouscassé nicht mehr allein an der Spitze“ nachvollzogen wurde. Herzlichen Glückwunsch an Didier Barré.

Eine der qualifiziertesten deutschen Weinjournalistinnen und TOP-Sommelière Paula Bosch lobt in ihrer Kolumne in der „SZ“ den 98er Pinot Gris „Funny Elisabeth“ der Domaine Julien Meyer als echten Geheimtip. Wir können ab sofort den noch konzentrierteren Nachfolgejahrgang zum gleichen Preis anbieten.

115399 Meyer, Pinot Gris "Cuvée Funny Elisabeth" 1999 25,00

Leider ausverkauft!


Im Resteverkauf:

315397 Domaine Saint Andrieu, „Yeuse Noir“ 1997, trinkreif, statt 28,00 DM nur 21,00 DM.

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FRANKREICH

Château Mansenoble, Corbières

Kaum ein Weingut hat sich in den letzten Jahren einer größeren Beliebtheit bei Ihnen erfreut, als das in der reizvollen, vom Tourismus unberührten Hügellandschaft der Corbières gelegene Château Mansenoble des ehemaligen Versicherungsmaklers und Weinjournalisten Guido Janseghers.

Und auch kaum ein Weingut ist in den letzten Jahren von den Kritikern so mit Elogen überhäuft worden: So zählt Parker es schlicht zu den herausragenden Weingütern der Welt, die renommierte französische Fachzeitschrift „Revue du vin de France“ erkor Janseghers gar zum „Héro du millésime 98“, zum „Helden des Jahrgangs“ also, und der „Feinschmecker“ 1/2000 wählte die so preiswerte Spitzencuvée Réserve 98 zu den 100 besten Weinen. In mehreren Pinwänden und in unserem Katalog haben wir Ihnen das Gut und die Rebsortenzusammensetzungen der Cuvées bereits ausführlich beschrieben, so daß wir uns heute auf die Präsentation der neuen Weine beschränken können.

Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen, daß etliche Spitzenwinzer im 99er Jahrgang im Languedoc grandiose Qualitäten erzeugt haben – besser noch als in dem als Jahrhundertjahrgang gefeierten 98er –, neben den vielen problematischen, ja schlechten Weinen, die den Markt überschwemmen aufgrund der schwierigen Witterungsbedingungen im Herbst 99. Aufwendige Arbeiten im Weinberg (Ausdünnung der Trauben, zeitintensive Blattwerksarbeit zur Durchlüftung der Beeren und besseren Zufuhr von Sonnenlicht, extrem selektive Lese) waren notwendig, um wirklich phänomenale Weine zu erzeugen, mit Schmelz und Fülle, guter Extraktion und beeindruckender Dichte sowie einer großen Eleganz und Finesse.

Da wir infolge mehrerer Telefonate bereits wußten, daß die Erntemenge auf Château Mansenoble nicht nur aufgrund der peniblen Auslese im Herbst, sondern auch wegen Nachtfrösten beim Austrieb im Frühjahr stark reduziert war, rechneten wir bei unserem letzten Besuch auf dem Gut durchaus mit sehr konzentrierten Weinen. Nur, was Janseghers uns dann an Proben servierte, übertraf unsere optimistischen Erwartungen noch einmal deutlich.

Die Weine erinnern mit ihrer fast schwarzen Farbe an die großartigen Cahors von Pascal Verhaeghe, sie sind füllig, konzentriert und hochelegant gleichzeitig, die Aromen explodieren förmlich im Glas, es sind Weine, die man wegen der wunderbar weichen Gerbstoffe schon in ihrer Jugend mit großem Genuß trinken, aber aufgrund ihrer Tanninstruktur auch lange aufbewahren kann. Begeistert konnten wir Guido zustimmen, der stolz bemerkte, daß dieser Jahrgang für ihn der Prototyp eines modernen Corbièresweines darstelle, es sind schlicht die besten Weine, die er bisher gemacht hat!

305199 Mansenoble, VdP des Coteaux de Miramont, rouge 1999 11,00 DM


Dunkles Rubinrot, leicht süßliche Fruchtnase, Aromen nach Beeren, Kirschen und Kräutern, im Mund schon recht weich sowie mit einer Eleganz, wie ich sie ganz selten bei einem so preis“werten“ Landwein gefunden habe, jetzt bis 2004.

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305399 Mansenoble, Merlot-Cabernet, VdP des Coteaux de Miramont, rouge 1999 12,00 DM


Fast schwarz in der Farbe, dezente Röstaromen, dickflüssig, seidene Tannine, kleidet den Mund in ein beeriges Aromenspektrum, erinnert an wesentlich teurere Bordeaux, ein wahrlich unschlagbares Preis-Genußverhältnis, jetzt bis 2005.

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305499 Mansenoble, Corbières Tradition „Montagne d’Alaric“, rouge 1999 14,00 DM


Tiefdunkle Farbe, attraktive Fruchtsüße, Schwarzkirschen, Brombeeren, Anklänge von Unterholz und Leder, im Mund runde, weiche, schmeichelnde Tannine, ein Wein, der brilliert durch seine Frische, Ausgewogenheit und Harmonie, bis 2005.

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305299 Réserve du Château Mansenoble, rouge 1999 22,00 DM


Tintenschwarz steht dieser Weinriese im Glas, sinnliche Nase mit betörender Fruchtsüße, eine Sinfonie aus reifen Waldbeeren, Kirschen und Brombeeren, ein konzentrierter, dichter, harmonischer, weicher, komplexer Wein mit Fülle und Schmelz, Eleganz und Finesse, die Tannine fest und von feiner Struktur, ein geradezu erotischer Wein, in dem sich Gedichte von Baudelaire widerspiegeln könnten! Zu genießen entweder 2001 in seiner Primärfruchtphase oder von Ende 2003 bis 2009.

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Domaine Santa Duc, Gigondas

Unsere Auswahl an Weinen der südlichen Rhône findet bei Ihnen schon lange begeisterte Zustimmung, worüber wir uns aufrichtig freuen und auch ein wenig stolz sind, aber daß wir einen Winzer nicht im Programm hatten, dessen Weine wir ganz besonders gerne trinken und die wir seit Jahren im eigenen Keller haben, hat uns schon geschmerzt, da diese Weine ein sehr seltenes Preis-Genußverhältnis aufweisen und der Winzer selbst eine sympathische Persönlichkeit ist, den zu treffen immer eine besondere Freude darstellt: Yves Gras.

Und ein bißchen bizarr war die Situation schon, denn auch Yves betonte bei jedem Treffen, wie gerne er seine Weine in unserem Programm sehen würde, da ihn sowohl dessen grafische Gestaltung als auch die Auswsahl der Weine begeisterte. Nur, er hatte einfach keine Weine, zumindest nicht in ausreichender Menge für uns, da seine Produktion zu klein ist und diese bereits restlos von langjährigen Stammhändlern vermarktet wird. Und so insistierten wir auch nicht weiter, denn wir wissen die Treue eines Winzers zu seinen Händlern und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sehr zu schätzen.

Deshalb kam es uns wie ein verspätetes Weihnachtsmärchen vor, als wir Anfang Januar dieses Jahres ein Fax dieses Ausnahmewinzers vorfanden, daß er infolge der Übernahme einer Parzelle seines Schwagers, die bisher von Guigal genutzt worden war, seine Abfüllmenge leicht erhöhen und ab sofort mit uns zusammenarbeiten könne.

Und somit bieten wir Ihnen weitere Weine der Spitzenklasse an, denn die Produkte der Domaine Santa Duc bilden schon seit Jahren nicht nur DAS Aushängeschild der hervorragenden Appellation Gigondas, die in einer der landschaftlich schönsten Gegenden Südfrankreichs gelegen ist, sondern gehören zu den besten Weinen des Rhônetals überhaupt.

Kennzeichen der Weine von Yves Gras sind ihre enorme Konzentration, ihr üppiges beeriges Aromenbukett, ihre hervorragende Reife und ihre weichen, seidenen, runden Tannine. Heute stellen wir Ihnen einen „kleinen“ Trinkwein für jeden Tag vor, die großen Cuvées präsentieren wir im Laufe des Jahres, sobald sie nach der Abfüllung bei uns eintreffen.

148198 Santa Duc, Selections CdR „Les Vieilles Vignes“, rouge 1998 12,00 DM


Aus über 50 Jahre alten Grenache- und Syrahreben baute Yves Gras die Trauben der von seinem Schwager übernommenen Parzelle 1998 getrennt aus, da er in diesem Jahr noch nicht für die Weinbergsarbeit, sondern „nur“ für die Vinifizierung zuständig war. Schöne Fruchtsüße in der Nase, ein frischer, beeriger, trinkreifer Spaßwein, bis 2003.

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Domaine du Pégau, Châteauneuf-du-Pape

Über diese weltberühmte Domaine, mit deren Eignern, der Familie Féraud, uns seit langem eine Freundschaft verbindet, habe ich in den letzten Jahren wohl schon alles geschrieben, so daß ich heute nur EINEN Wein vorstellen möchte. Aber was für einen! Auch als Weinhändler, dessen Privileg es sicherlich ist, häufiger große Weine trinken zu dürfen – neben vielen grottenschlechten auf Entdeckungsreisen –, habe ich nur selten ein solches Vergnügen auskosten dürfen.

141498 Pégau, Châteauneuf-du-Pape, Da Capo, rouge 1998 249,00 DM


Ein geradezu majestätischer, tiefdunkler Wein, 16,6% Alkohol, aber überhaupt nicht alkohollastig im Geschmack, für mich derjenige Châteauneuf, der von allen dem legendären Céléstins von Bonneau am nächsten kommt, kein Zufall, ist doch Laurence bei diesem Schulfreund ihres Vaters in die Lehre gegangen. In der Farbe ein tiefes, dunkles Purpurrot mit lila Reflexen, eine perfekte Synthese zwischen enormer Konzentration, einer hohen, fast Pégau-atypischen Eleganz, feinster Struktur und einer grandiosen Aromensymphonie (schwarze Früchte, reife Kirschen, Rauch, Pfeffer, Gewürze des Südens), saftige, traumhaft-balancierte und perfekt eingebundene Tannine, mundfüllend, ganz lang anhaltend, wohl mit der 95er Cuvée Maxime der beste Pégau, der je produziert wurde, vielleicht eine Spur weniger konzentriert, aber mit einer unglaublichen Eleganz. Ein betörender Sinnenzauber mit schier unglaublichem Potential, einer der besten Rotweine, die ich je getrunken habe, ein geradezu irres Zeug, das ist der Stoff für eine Legende. Warum Parker seine Bewertung bei 97 Punkten stoppte, kann ich nicht nachvollziehen, zu trinken 2004 bis 2025. Gratulation an Laurence und ihren Vater Paul.

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Übrigens: Trotz unserer bisher größten Einkaufsmenge geht der wunderbare 98er Réserve langsam zur Neige.

Domaine Marc Kreydenweiss, Alsace/Languedoc

Seit dem ersten Jahr des Bestehens unseres Weinhandels arbeiten wir mit diesem so bescheidenen, sympathischen, biodynamisch arbeitenden Winzer zusammen, zu meiner größten Freude – schließlich sind wir Weinhändler aus Leidenschaft. Nur die Vermarktung war nicht einfach, Elsässer Weine waren in Deutschland, ganz im Gegensatz zu den USA, einfach „out“, und das teilweise zu Recht, wie in Pinwand 31 ausführlich dargelegt.

Unter den selbstverschuldeten Problemen des Elsaß leiden selbst Winzer von Weltformat, besonders, wenn der Zeitgeist, der ach so flüchtige, einer Weinbauregion nicht hold ist. Aber so wie wir zur Zeit eine bemerkenswerte Renaissance des deutschen Weines erleben, so erscheint in den letzten Monaten eine Fülle von positiven Berichterstattungen in der Fachpresse über Elsässer Weine. „Vorbei scheint die Zeit des süßlichen Plempel und überschwefelter saurer Weine. Gewiss, es gibt sie noch, aber sie werden allmählich von erstklassigen Weinen verdrängt“, schrieb im Januar dieses Jahres die renommierte Fachbuchautorin und Sommelière des „Tantris“, Paula Bosch, in ihrer wöchentlichen Kolumne in der „SZ“, als sie den Pinot Gris „Funny Elisabeth“ unserer Domaine Julien Meyer als Geheimtip veröffentlichte. Und wir merken es schon seit Monaten, das Bestellaufkommen für Elsässer Weine steigt drastisch an.

Und so freue ich mich, Ihnen heute zwei Weine aus dem 99er Jahrgang von Marc Kreydenweiss anbieten zu können, in dem er Qualitäten erzeugte, die auf der gleichen Stufe wie die legendären 90er stehen, Weine, die ich allen Liebhabern trockener Weißer ganz besonders empfehlen möchte.

111199 Kreydenweiss, Kritt Pinot Blanc 1999 18,00 DM


Vom „Genie in Bezug auf Pinot Blanc“ (Parker) für mich der schönste Pinot seit langem, voller Extrakt und Frische, ein Wein, der auf der Zunge tanzt, der einen nicht mehr losläßt, eine Flasche, die man in einem Zuge leeren möchte, bis 2004.

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111799 Kreydenweiss, Riesling Kastelberg Grand Cru 1999 55,00 DM


Aus steiler Weinlage mit steinigen Böden und einzigartigem Schiefer, vergleichbar den Steilhängen der Mosel, kommt dieser Weltklasse-Riesling: Vielfältige Geschmacksnuancen, die sich erst ansatzweise zu erkennen geben, sehr konzentriert, dicht, füllig, würzig, ein ganzer Mund voller Riesling, sein hervorragender Jahrgangsvorgänger erhielt von Parker schon mit Recht 92+ Punkte, dieser grandiose Weinriese ist noch einmal deutlich! besser. Zu trinken sicherlich ab 2002, der Höhepunkt wird wohl zwischen 2004 und 2012 liegen. Einer der besten trockenen Weißweine, die ich je genießen durfte.

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Eine wirkliche Überraschung für unsere Freunde der Domaine Kreydenweiss dürfte es sein, wenn sie erfahren, daß Marc im Jahre 99 eine neuerliche wichtige Wendung in seinem Leben einleitete und auf der neu erworbenen Domaine des Perrières im Languedoc nahe Nîmes anfing, große Rotweine zu produzieren.

Damit erfüllte er sich seinen Traum vom Süden, den er schon lange gehegt hatte, mit seinem in Jahrzehnten im Elsaß erworbenen“know-how“ im Languedoc große Rotweine – eine stille Liebe von ihm – zu produzieren. Nachdem sein ältester Sohn von der Ausbildung her soweit war, ihn tatkräftig bei allen Winzerarbeiten in beiden Regionen zu unterstützen, suchte Marc im Languedoc ein Stückchen Erde, wo er sich seinen Wunsch erfüllen konnte.
Und er, der entschiedene Verfechter des Terroirprinzips, wurde fündig in Manduel, wo die mineralreichen Böden der Domaine du Perrières mit ihren über 40 Jahre alten Rebstöcken ideale Vorraussetzungen boten.

Voller Enthusiasmus machte er sich ans Werk, stellte die Produktion auf biodynamischen Anbau um, dessen mittlerweile immer häufiger nachgeahmter Vorreiter im Elsaß er war, führte strenge Ertragsbegrenzungen ein, läßt generell das Blattwerk ausdünnen zur optimalen Belüftung der Trauben sowie selektiv von Hand ernten und darüberhinaus noch einmal beschädigte Trauben vor dem Entrappen auslesen, vinifiziert die Weine temperaturgesteuert in den Chais von Manduel, baut den Wein dann aber in Barriques in den extrem kühlen Kellern in Andlau im Elsaß aus und füllt ihn dort auch unfiltriert in Flaschen.
So entstehen Weine, die ein unverwechselbares Gepräge aufweisen, die anders sind als die meisten Weine aus dem Midi, filigraner, „kühler“, ausgestattet mit einer harmonisch eingebundenen, erfrischenden Säure, diese Roten kann man auch mit großem Genuß im Sommer trinken.
Und schon der 99er Premierenjahrgang geriet zu einem großen Erfolg, der „Weingourmet“ 3/2000 feiert den „Rozières“ als Entdeckung mit herausragendem Preis-Qualitätsverhätnis, und während ich in der Schlußredaktion dieser Pinwand bin, ereilt mich ein Anruf von Marc, der mir mit berechtigtem Stolz mitteilt, daß eben dieser Wein von dem Syndicat des vins de pays d’Oc in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift „Saveur“ zu deren besten Wein des Jahrgangs gewählt wurde. Kann man sich einen besseren Einstand wünschen?

304199 Perrières, VdP des Coteaux Flaviens, rouge 1999 12,00 DM


Mittleres Rot, angenehm dezente Röstaromen in der Nase, süffig, eine schöne, leicht zu trinkende Cuvée (90% Carignan, 10% Cinsaut) für jeden Tag mit nur 11% Alkohol, dieser Wein überzeugt durch eine frische Natürlichkeit, bis 2003.

Leider ausverkauft!

304299 Perrières, „Rozières“, VdP d’Oc 1999 23,00 DM


Wunderbar betörender, intensiv roter Wein mit konzentrierten Aromen roter Früchte und verführerisch weichen Röstanklängen, seidig am Gaumen, von distinguierter Struktur, perfekt ausbalanciert, mit einem langen Abgang, jetzt bis 2005.

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ITALIEN

Felice Coppo, Piemont

Gerade eingetroffen ist ein Wein, den ich Ihnen zwar unbedingt noch präsentieren möchte, obwohl ich ihm leider nicht mehr den gebührenden Platz einräumen kann. Auf den idealiter südlich ausgerichteten Hügeln von Monferrato im Piemont, der wärmsten Zone der Region überhaupt, allerdings mit die Reifezeit verlängernden nebligen Herbstmorgen und kühlen Brisen aus den Alpen, bewirtschaftet Felice Coppo sein kleines Weingut mit einer außergewöhnlichen Leidenschaft. Er schneidet seine alten Rebstöcke so rigoros zurück, daß jeder nur ca. 300 g! Trauben trägt, was neben der sehr späten, selektiven Lese die unglaubliche Intensität, Aromenexplosion und Konzentration seines „Cuntrari“ erklärt, den er nicht mehr als Barbera auf den Markt bringt, sondern als Tafelwein, weil er die DOC als einengende Fessel empfindet.

612198 Coppo, Bastian Cuntrari 1998 39,00 DM


Eine sehr reife und komplexe, aromatische Frucht zeichnet diesen dunkelroten 2-Gläserwein aus, ohne einen vielfach übertrieben Säuregeschmack, der vielen Barbera eigen ist, der Wein bereitet schon Trinkvergnügen pur, Höhepunkt ab 2002.

Leider ausverkauft!


DEUTSCHLAND

Natürlich gibt es in allen Anbaugebieten Deutschlands hervorragende Weine, doch findet man nirgendwo eine derartige Fülle filigraner, feinfruchtiger, eleganter Rieslinge trockener oder edelsüßer Provenienz wie an der Mosel und in den benachbarten Flußtälern von Saar und Ruwer. Mit dem Karthäuserhof und dem Weingut Kirsten haben wir Ihnen im letzten Jahr zwei renommierte Güter der deutschen Spitzenklasse vorgestellt (vgl. Pinwände 33/34).

Ganz aktuell wurde in der Ausgabe 1/2001 von „Alles über Wein“ die Auslese „S“ des Karthäuserhofs aus dem großen Jahr 1999 zum besten trockenen Riesling dieser grandiosen Region gekürt. Herzlichen Glückwunsch an Christoph Tyrell und seinen genialen Kellermeister Ludwig Breiling. Wir empfehlen Ihnen heute noch einmal dieses großartige Weinmonument:

910899 Weingut Karthäuserhof, Riesling Auslese „S“ trocken, 1999 44,00 DM


Ausgewogener, kraftvoller, voluminöser Riesling von großer Eleganz, mittlerweile deutlich vernehmbarer Schieferduft, ausgeprägte Fruchtfülle, Pfirsischaromen, feinwürziger, langer Nachhall, großartiges Preis-Genußverhältnis, bis 2006.

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Weingut Lubentiushof, Mosel

Wie Sie wissen, bieten wir Ihnen nicht nur erstklassige Weine an von hervorragenden Winzern mit großem Renommee, sondern wir sind ständig auf der Suche nach neuen Talenten, die preis“werte“ Weine mit bestem Preis-Genußverhältnis produzieren.
Kein geringerer als Reinhard Löwenstein, einer der kreativsten Köpfe der deutschen Winzerelite, war es, der mir im letzten Jahr den Lubentiushof als Geheimtip eindringlich ans Herz legte. Dessen Eigner Andreas Barth, jung, sympathisch und ehrgeizig, orientierte sich während seines Jurastudiums um, nachdem er sich in den Semesterferien als Erntehelfer verdingte und vom Weinvirus infiziert wurde, studierte er in Geisenheim Önologie. Während dieses Studiums erhielt er 1994 überraschend die Möglichkeit den Lubentiushof zu übernehmen, gelegen an der Untermosel mit den weltweit bekannten, steilen Schieferterrassen, die so ideal sind zur Erzeugung großer, trockener Weißweine.
Und das Herzstück dieses traditionsreichen, allerdings vor 1994 heruntergewirtschafteten Gutes ist die Monopollage Gondorfer Gäns, eine privilegierte, extrem steile Südlage, die vor dem Niedergang des Gutes mit den berühmten Lagen Uhlen und Röttgen in einem Atemzug genannt wurde. Andreas Barth stürzte sich sofort voller Enthusiasmus in die Arbeit, rekultivierte die alten Rebanlagen, entbuschte die heruntergekommenen Weinberge und schaffte sich eine völlig neue Kellereinrichtung an.
Doch seine Weine entstehen zuallererst im Weinberg, indem er extrem spät, weit im November noch, und sehr selektiv erntet und dann „nur das, was die Natur im Weinberg heranreifen läßt, in die Flasche hinüberrettet“. Barths terroirgeprägte Weine bekommen ihre Klasse auch dadurch, daß nach einer ganz schonenden Pressung gekonnt oxydativ gearbeitet wird, damit möglichst viele Extraktstoffe der Beerenhaut in den Most übergehen.
Nur mit traubeneigenen Hefen wird die extrem lange Gärung initiiert, und der werdende Wein entwickelt sich dann möglichst ohne Eingriffe, so daß ähnlich wie bei Löwenstein, mit dem Andreas Barth sich häufig austauscht, Weine entstehen, die wenigstens 1 Jahr brauchen, um nach der Flaschenfüllung ihre einzigartige Klasse zu demonstrieren, da die Abfüllung für solche in großer Ruhe entstandene, völlig unmanipulierte Weine einen großen Schock darstellt.

Für mich jedenfalls gehören die Weine vom Lubentiushof, die nach mehrern Tagen! Öffnung am besten schmecken, zu den schönsten Überraschungen der letzten Jahre. Seit kurzem ist auch die Fachpresse dabei, diese so eigenständigen Weine zu entdecken und bescheinigt Andreas Barth „einen glanzvollen Aufstieg“ (Hugh Johnson) in „die Riege der deutschen Topwinzer“ (Dagmar Ehrlich), denn seine Weine „zeigen wirklich Charakter und besitzen das Potential, um sich über viele Jahre in der Flasche zu entwickeln“ (Stuart Pigott).

912199 Lubentiushof, Burg von der Leyen, Riesling Q.b.A. trocken, 1999 13,00 DM


Welches Trinkvergnügen bereitet dieser tägliche Trinkwein für kleines Geld, feine Rieslingfrucht, jetzt bis Ende 2002.

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912299 Lubentiushof, Riesling Spätlese trocken Gondorfer Gäns, 1999 22,00 DM


Sehr reife, eindringliche Rieslingfrucht, betörende Aprikosen- und Pfirsicharomen gepaart mit mineralischen, ja auch ganz zarten Kräuternoten vom wild wachsenden Majoran in den Steilterrassen, Kategorie Lieblingswein, ab Ende 2001.

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912298 Lubentiushof, Riesling Spätlese trocken Gondorfer Gäns, 1998 22,00 DM


Trinkreifer, feinsaftiger, mineralischer Riesling mit duftigen Apfelaromen, der bereits eindrucksvoll zeigt, in welche Richtung sich die Weine aus dieser großartigen Lage entwickeln, zu genießen jetzt bis 2005.

Leider ausverkauft!

912399 Lubentiushof, Riesling Spätlese feinherb Gondorfer Gäns, 1999 18,00 DM


Eindringliche, würzige Rieslingfrucht, Zitrusanklänge und reife Äpfel dominieren die Aromen, im Mund umschmeichelt die süße Frucht die Zunge, ein enorm süffiger, klar strukturierter Wein, stoffig, ab Ende 2001.

Leider ausverkauft!

912499 Lubentiushof, Riesling Spätlese Koberner Uhlen, 1999 21,00 DM


Der Schieferboden des Uhlen gibt diesem restsüßen Wein sein unverwechselbares Gepräge, konzentrierte Frucht im Bukett, Zitrusfrüchte, sehr stoffig, konzentriert, kraftvoll im Mund, deutlich zu spüren die extremen, für die Mosel absolut untypischen Mengenreduzierungen im Wingert, zu genießen ab Ende 2001 bis wenigstens 2008.

Leider ausverkauft!

912998 Lubentiushof, Gondorfer Schlossberg, Riesling Eiswein 1998 0,375 l 98,00 DM


Wunderbarer botrytisgeprägter Eiswein (270g Restsüße) auf Weltklasseniveau, eine Explosion an Aromen, insbesondere Litschi, weich und süß im Mund, dann wieder Frische!, sensationelle Qualität, jetzt bis 2030.

Leider ausverkauft!


Mit freundlichen Grüßen

Tino Seiwert