Saarlouis, im Januar 2001

PINwand N° 37


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

wir hoffen, Sie hatten schöne, geruhsame und friedliche Weihnachtsfeiertage und wünschen Ihnen nochmals alles Gute zum neuen Jahr 2001, Glück, Erfolg und vor allem Gesundheit.

In unserer heutigen Pinwand präsentieren wir den Freunden französischer Weine wiederum einige ausgesprochene Leckerbissen aus den herausragenden Jahrgängen 1998/99.
Vom Pic St. Loup, einer der besten Appellationen im Languedoc, haben wir neu im Programm die 98er Spitzencuvée „Les Escarboucles“ der Aufsteigerdomaine Château L’Euzière, für mich einer der herausragenden Weine des Jahrgangs zu sehr sympathischem Preis.
Eines unserer erfogreichsten Güter im abgelaufenen Jahr war die Domaine Belles Pierres, wir präsentieren neue Jahrgänge und mit dem „Chant des Ames“ 98 eine neue rare Spitzencuvée aus dem Languedoc.
Und von Pierre Clavel bieten wir ihnen den 99er Mas de Clavel ab sofort im Verkauf an und aufgrund starker Nachfrage den 99er Copa Santa in Reservierung.

Die Weinfachzeitschrift „Vinum“ feiert in ihrer Dezemberausgabe die noch relativ unbekannte spanische Region Toro als „neues Weinwunderland“ und „El Dorado“ für preisbewußte Weinliebhaber. Und ganz an die Spitze der Region stellt sie unser Topgut Vega Sauco. Wir präsentieren ihnen heute neue Jahrgänge mit einem Preis-Genußverhältnis, das für Spanien völlig ungewöhnlich ist. Zudem gibt es ab sofort einen der besten spanischen Weine überhaupt, den 97er Kultwein Cims de Porrera.

Bei unseren Verkostungen von Weinen aus der „Neuen Welt“ haben uns zwei große Syrahweine aus Südafrika und Australien fasziniert, beide bieten ausnehmend viel Wein fürs Geld.Unbedingt probieren.

Dann möchten wir Sie noch hinweisen auf die neue Edition unserer beliebten PINart“, einen Vierfarbdruck in DIN-A 3 Format zur Domaine Pégau, wie immer in limitierter Auflage von 50 Exemplaren und von der Künstlerin handsigniert.

Wir haben zu Beginn des Jahres die übliche Inventur vorgenommen und unsere Jahresplanung 2001 durchgeführt. Davon können Sie heute in besonderem Maße profitieren. Weine von Winzern, von denen wir uns trennen und Weine, die nur noch in geringen Mengen vorrätig sind, bieten wir Ihnen auf unserer Schnäppchenseite zu attraktiven Abverkaufspreisen an, solange der Vorrat reicht.


FRANKREICH

Château L’Euzière, Pic Saint Loup

Für mich jedesmal eines der beeindruckendsten Erlebnisse auf meinen Einkaufsreisen in den Süden Frankreichs bietet eine Bergregion in den Ausläufern der Cevennen, nördlich von Montpellier im Herzen des Languedoc gelegen, eine einsame, malerisch schöne Landschaft um den alles überragenden, in klaren Mondscheinnächten fast mystisch anmutenden Felsriesen Pic St. Loup.

Aber es ist nicht nur der Charme dieser reizvollen Gegend, dem wir erliegen, es sind auch die in dieser privilegierten Appellation wachsenden Spitzenqualitäten mit ihrer so eigenen Stilistik. Die ärmlichen, steinigen Kalk- und Lehmböden und die extremen Unterschiede zwischen Tages- und Nachttemperaturen – es fehlt der mäßigende Einfluß des Mittelmeeres in dieser zerklüfteten, hochgelegenen nördlichen Region – führen zu Weinen mit edlen, reifen Tanninen, großer Finesse und Eleganz, einer spezifischen Frische und Kühle sowie einer beerigen Frucht mit einem faszinierenden Bukett.

Zu einer Handvoll erstklassiger Spitzenwinzer zählt seit 3 Jahren eine bescheidene, zarte, fast zerbrechlich wirkende Frau, Marcelle Cause. Doch mit welch großer Leidenschaft, mit fundiertem vinologischem Wissen und einem Hauch weiblicher Intuition leitet sie zusammen mit ihrem Bruder Michel die Geschicke dieses am östlichen Rande der Appellation gelegenen Gutes Château L’Euziére. Und es ist vor allem die traumhafte, im kaum merklichen Barrique ausgebaute Spitzencuvée „Les Escarboucles“ aus 85% Syrah, 10% Grenache und 5% Mourvèdre, die uns so fasziniert und die für soviel Furore in der Fachpresse sorgt.
Als wir diesen tiefdunklen, ausdrucksstarken, ungeschönten und unfiltrierten Wein erstmals im Glase hatten, erinnerte er uns mit seiner kühlen Finesse eher an ein großes Gewächs von der nördlichen Rhône als an einen Wein aus dem Languedoc. Was für eine Winzerkunst ist notwendig, um einen solch eleganten Wein mit großer Fruchtfülle, Schmelz und Frische zu erzeugen, ohne die Authentizität, den speziellen Charakter der Region gänzlich zu verleugnen.

Einer meiner persönlichen Favoriten.

330698 Cuvée „Les Escarboucles“, rouge 1998 22,00 DM


Intensive Aromen von Johannisbeeren, roten Kirschen, Zedernholz, frischem Fleisch und Gewürzen umschmeicheln die Nase, ein edler, kompakter, kräftifer, kerniger und dennoch weicher Wein mit saftigen, noch präsenten, aber bestens eingebundenen Tanninen, die sein großes Potential belegen. Obwohl etliche Kunden nach Verkostungen bei uns – die Cuvée traf bereits Anfang Dezember ein – diesen Wein begeistert kauften, um ihn sofort zu trinken, empfehle ich, ihn zumindest zu dekantieren, aber besser noch, ihn für etwa 2 Jahre im Keller einzulagern und ihn dann bis 2008 zu genießen.

Leider ausverkauft!


Domaine Belles Pierres, Côteaux du Languedoc

Die Weine dieser noch weitgehend unbekannten, kleinen, nordwestlich von Montpellier gelegenen Domaine Belles Pierres gelten in der Branche eher als Geheimtip denn als großer Verkaufsschlager. Doch bei uns setzte bereits mit dem 96er Jahrgang eine große Nachfrage ein, die nach ersten Verkostungen des grandiosen 98ers seitens unserer Kundschaft eine außerordentliche Dynamik erfuhr.

Diese wurde noch einmal verstärkt durch eine fachlich fundierte Würdigung dieses Kleinodes durch Peter Paul Falkenstein, renommierter und kundiger Weinjournalist, in der Zeitschrift „DM“ 11/2000 und seine Wahl des vorzüglichen Alltagsweines „Cuvée Mosaique“ aus dem 99er Jahrgang zum Wein des Monats in eben dieser Ausgabe.

Die großartige Qualität dieser Weine ist wiederum das Resultat eines erstklassigen Terroirs im Languedoc, Saint Georges D’Orques, das jedoch erst in Insiderkreisen bekannt ist. Im Herzen dieser Appellation, die gekennzeichnet ist durch extrem steinhaltige Kalk- und Lehmböden mit einem hohen Eisenanteil, die feinduftige, expressive Weine hervorbringen, besitzen die beiden Freunde und Eigner der Domaine, Damian Coste und Régis Sudré, hervorragende, mosaiqueartig in die Garriquelandschaft eingebettete Lagen.

Damian und Régis sind Freunde von Kindesbeinen an, wuchsen gemeinsam in dem beschaulichen 100-Seelen Ort Murviel auf, bis Régis 1992 nach einem Studiem des Agraringenieurwesens die Sehnsucht nach der großen weiten Welt packte und er sein Glück in Venezuela suchte. Damian blieb zurück, überredete jedoch seinen Vater, bis dahin Mitglied in der örtlichen Winzergenossenschaft, nach ersten erfolgreichen Experimenten mit kleinen Mengen selbstausgebauten Weines, die Genossenschaft zu verlassen und ihm die Weinberge zu übereignen. Flugs gründete er die Domaine Belles Pierres, „Schöne Steine“, so benannt nach den malerischen Steinmauern, die zum einen die Reben vor dem stürmischen Tramontanwind schützen und zum anderen die Hitze des Tages speichern und nachts wieder abgeben. Und Damien hatte sofort großen Erfolg mit seinen Weinen.

Ein Hinweis eines befreundeten Winzers und ein lobender Artikel in der „Revue du Vin de France“ brachten uns dann auf die Spur dieser Aufsteigerdomaine, auf der mittlerweile auch Régis mitarbeitete. Diesem war mit einer eigenen Pferdezucht in Südamerika wenig Erfolg beschieden, und deshalb folgte er nur zu gerne einem Hilferuf seines alten Freundes Damian, der einen qualifizierten Mitarbeiter auf dem Weingut benötigte. Heute präsentieren wir Ihnen 2 neue Jahrgänge bereits etablierter Weine in unserem Programm und erstmals eine in kleinster Menge - 3000 Flaschen - produzierte traumhafte Spitzencuvée, von der wir uns eine größere Marge sichern konnten, dafür ganz herzlichen Dank an Damian und Régis!

308299 Cuvée Mosaique, rouge 1999 11,50 DM


Dieser Jahrgang ist deutlich fruchtgeprägter (Grenache, Syrah, Mourvèdre und Carignan) als sein Vorgänger und sofort zugänglich. Zitieren wir doch einfach Falkensteins „DM“- Kolumne: „Der 99er nähert sich allmählich der Trinkreife, ein prunkvoller Schluck, der nach Kräutern des Südens, nach Rosmarin und Salbei, duftet und saftig nach dunklen Kirschen schmeckt“. So bereiten auch preiswerte Trinkweine wahren Genuß.

Leider ausverkauft!

308499 Les Clauzes de Jo, blanc 1999 18,00 DM


Der Qualität dieses Weißweines waren wir uns zwar schon immer bewußt, daß der 98er jedoch unser erfolgreichster Weißwein aus dem Süden Frankreichs werden und dementsprechend schnell ausverkauft sein würde, hat uns doch ein bißchen überrascht. Hier endlich der würdige Nachfolger: Wie immer aus sehr reifen Roussanne- (80%) und Viogniertrauben (20%) geerntet, und das ganz früh im Morgengrauen noch vor Sonnenaufgang, um dem Wein eine unvergleichliche Frische und einzigartige Aromatik zu bewahren, dezent im neuen Barrique ausgebaut, Anklänge von Honigaromen, Früchte, Mineralien, weiße Blüten, Brioche und Mandeln, mundfüllend, schöne Balance, jetzt bis 2003.

Leider ausverkauft!

308798 Chant des Ames, rouge 1998 27,00 DM


Als eine Hommage an die schwierigen Aufbauarbeiten der früheren Winzergenerationen, die auch schon schmackhafte Weine hergestellt haben, allerdings ausschließlich im Einklang mit der Natur und ohne Manipulationen, soll die Namensgebung verstanden werden.
Chant des Ames, „Gesang der Seelen“, so heißt auch eine ererbte Einzelparzelle der Großeltern von Régis, und so soll sich nicht nur das außerordentliche Terroir von St. Georges in diesem wahrhaft großen Wein wiederfinden, sondern die Seele der älteren Generationen und der Natur überhaupt: Ideen, die im Zeitalter von BSE und anderer Ungeheuerlichkeiten der Agrarindustrie so wohltuend altmodisch und gleichzeitig hochaktuell wirken.
Mich selbst haben in den letzten Monaten wenige Weine so fasziniert wie diese ausdrucksstarke barriqueausgebaute (aber das werden Sie nicht schmecken) Cuvée aus 65% Syrah, 20% Mourvèdre und 15% Grenache. Kategorie Lieblingswein, jetzt bis 2006.

Leider ausverkauft!


Domaine Pierre Clavel, Côteaux du Languedoc

Kaum ein Winzer aus dem Languedoc hat in den letzten Jahren für so viel Furore unter den Weinliebhabern und in der internationalen Fachpresse gesorgt wie der so sympathische Pierre Clavel, zu gigantisch die Qualitäten seiner Weine, zu unverschämt niedrig die verlangten Preise.

Die Qualität dieser Weine entsteht auf erstklassigen kargen Böden direkt bei Montpellier, die in ihrer Charakteristik dem Terroir von Châteauneuf-du-Pape ähneln, die aber größere Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht aufweisen, was den Weinen eine unverwechselbare Stilistik verleiht: Reife, fast süßliche Frucht, eine immense Fülle und für Weine aus dem französischen Süden eine rare, faszinierende Kühle und Frische. Heute bieten wir Ihnen den gerade eingetroffenen 99er Mas Clavel an, diesen hervorragenden und bei Ihnen so beliebten „Alltagswein“, und – in Reservierung – den großartigen Copa Santa.

311399 Mas Clavel, rouge 1999 11,50 DM


Idealer Zechwein und vorzüglicher Essensbegleiter, ein frischer, würziger Spaßwein mit Anklängen an reife, schwarze Früchte, geschmeidiger als sein Vorgänger und deutlich fruchtbetonter, zu genießen jetzt bis 2003.

Leider ausverkauft!

311299 La Copa Santa, rouge 1999 in Reservierung 26,00 DM


Wohl kein anderer Spitzenwein der Welt ist derart unterbezahlt wie der mittlerweile legendäre Copa Santa und daher stets in Windeseile ausverkauft, wenn er auf den Markt kommt. Und bei uns häufen sich bereits die Reservierungen für den neuen großen Jahrgang, auch und gerade von Neukunden aus dem Internet, die uns dort als preiswerte Einkaufsquelle für diesen raren Wein entdecken. So sehr wir uns natürlich freuen, neue Kunden zu gewinnen, so bedacht sind wir auch, daß unsere Stammkunden in den Genuß dieses großen Weines kommen. Deshalb unsere dringliche Empfehlung: Reservieren Sie diesen Wein der Extraklasse schon jetzt, Bezahlung selbstverständlich erst bei Auslieferung, voraussichtlich im Mai 2001.

Leider ausverkauft!


Domaine Berthoumieu

In den letzten beiden Pinwänden stellten wir Ihnen die Weine der Domaine Berthoumieu aus dem Madiran als preiswerte Alternative zu wesentlich teureren hochwertigen Bordelaiser Weinen vor und wiesen darauf hin, daß der „kleine“ Tradition den begehrten „coup de coeur“ im neuen Guide Hachette 2001 erhalten hat und der phantastische Charles Batz im „Handelsblatt“ ausführlich gewürdigt wurde. Und wie vorhergesagt, waren beide Weine binnen kurzer Zeit restlos vergriffen, obwohl wir eine große Menge eingekauft hatten und obwohl die Weine aus dem Madiran alles andere als leicht zu verstehen sind. Aber zu überzeugend waren hier die Qualitäten.

Leider mußten wir von Didier Barré, dem ambitionierten Winzer, auf Nachfrage erfahren, daß er ebenfalls ab Gut restlos ausverkauft sei. So teilten wir allen Nachfragern mit, daß die Weine nicht mehr verfügbar seien und nahmen folglich zeitweise auch keine Reservierungen mehr entgegen. Doch dann kam ein erneuter Anruf von Barré, ein Händler habe seine Marge noch nicht abgerufen, ob wir denn immer noch Interesse hätten, wenn die Weine bis Jahresende noch nicht abgeholt seien. Natürlich wollten wir diesen Restbestand! Anfang Januar kam die Zusage, so daß mittlerweile diese Weine aus ganz großem Jahr wieder bei uns verfügbar sind.

506498 Domaine Berthoumieu, Cuvée Tradition, rouge 1998 14,00 DM

Leider ausverkauft!

506598 Domaine Berthoumieu, Cuvée Charles Batz, rouge 1998 21,00 DM

Leider ausverkauft!


SPANIEN

Vega Sauco, Toro

Unter dem etwas reißerisch formulierten Aufmacher „Wunderkinder aus Toro“ beschreibt die Dezemberausgabe 2000 von „Vinum“ die dramatischen Qualitätsverbesserungen der letzten Jahre und die historische Aufbruchstimmung dieser Region am Unterlauf des Duero, nahe der portugiesischen Grenze, und konstatiert resümmierend, in dieser romantischen Landschaft sei ein „neues Weinwunderland“ im Entstehen, ein „El Dorado“ gar für preisbewußte Weinliebhaber. Nun, da auch mir enthusiastische Weinbeschreibungen so fremd nicht sind, kann ich sehr wohl nachvollziehen, daß die seit wenigen Jahren in Toro produzierten Qualitäten den betreffenden Fachjournalisten zu derartigen Elogen bewogen haben. Denn seine Einschätzung ist absolut stimmig!

Was die Spitzenproduzenten dieser Region, deren Weine im Mittelalter als DER Maßstab für alle anderen spanischen Rotweine galten, seit etwa 5 Jahren auf die Flaschen füllen, läßt mich den Glauben wiederfinden, daß in Spanien nicht nur hervorragende Weine mit außergewöhnlicher Struktur und viel Charakter produziert werden können, sondern daß auch das Preis-Genußverhältnis bei einigen Erzeugern noch immer – oder wieder – stimmig ist.

Bereits in den 70er Jahren überzeugte der Vater der modern ausgebauten Toro-Weine, Manuel Fariña, mit seinen ersten Erzeugnissen, die nichts mit den jahrzehntelang dort gekelterten ungemein schweren, plumpen Weinen zu tun hatten. Wegweisend zur notwendigen Zähmung der Toro-Weine waren seine Ideen, einmal angesichts der extrem heißen Sommer die Ernte um ca. 4 Wochen vorzuverlegen, um den hohen Alkoholgrad zu reduzieren und so eine bessere Harmonie zwischen Alkohol und Frucht zu erreichen. Und zum zweiten die Erkenntnis, sanftere Weine zu gewinnen, indem nur der natürliche Ablauf des ersten Anstiches der geernteten Trauben verwendet wurde, um so die harten Tannine der einheimischen Rebsorte, Tinta de Toro, zu vermeiden. Aber trotz dieser immensen Fortschritte kam die Region nicht so recht in Schwung, bis ein Winzer für erhebliches Aufsehen sorgte, zuerst in Insiderkreisen, dann bei den Konsumenten.

Wenceslao Gil heißt der Mann, der die Region endgültig aus dem Dornröschenschlaf riß. In Spanien war er zumindest in Fachkreisen bekannt, gilt er doch als renommierter Önologe und profunder Kenner der spanischen Weinszene, der im gesamten Land schon hochwertige Weine produziert hatte. Und so schlug die Nachricht wie eine Bombe ein, daß Gil sich als Winzer niederlassen wollte, und dies ausgerechnet in Toro.
Doch er war überzeugt vom Potential dieser Region: Erstens die einzigartigen klimatischen Bedingungen, denn bis zu 3000 Sonnenstunden im Jahr garantieren ein perfektes Ausreifen der auf luftigen Anhöhen angepflanzten, zum größten Teil noch wurzelechten Reben, die von der Reblausplage verschont geblieben sind. Und zweitens die dominierende Rebsorte selbst, Tinta de Toro, eine enge Verwandte der Tempranillo, die ungemein extraktreiche, fruchtige, gleichzeitig verblüffend opulente und dennoch weich wirkende Weine mit viel Tiefgang hervorbringt, mit angenehm zurückhaltenden Aromen von Kirsche und Brombeere und einer würzigen, an Tinte erinnernden Note, wie sie nur sehr konzentrierten Weinen zu eigen ist.
Und die finessenreichen, schmelzigen Weine von Vega Sauco, alles andere als moderne Extraktionsmonster, handselektioniert von sehr alten Rebstöcken geerntet, ganz schonend ausgebaut und unfiltriert abgefüllt, stehen dank Gil heute unangefochten an der Spitze dieser Aufsteigerregion. Einen Wemutstropfen gibt es jedoch bereits, denn leider hat der Erfog dieser Weine geradezu eine Invasion von Neuinvestoren angelockt. Das „who is who“ der spanischen Winzerelite, sei es Vega Sicilia, Alejandro Fernãndez, Bodega Mauro oder Telmo Rodriguez, alle wollen dabei sein und kaufen sich ein in dieses neue Objekt der Begierde, eine ähnliche Erfogsstory wie im Priorat erwartend. Und schon wird das Rebland knapp, ziehen die Preise kräftig an. Wir freuen uns jedenfalls auf die neuen Jahrgänge unseres Kleinodes: die besten, da elegantesten, bisher und noch immer außerordentlich preis“wert“.

411198 Tinto Cosecha 1998 14,90 DM


Die kleinbeerigen, von Hand gelesenen Trauben werden nur angepreßt, der frei ablaufende Saft wird kühl vergoren, so daß die Fruchtaromen fast vollständig erhalten bleiben. Teilweiser Ausbau in Barrique, feine, geschliffene, ungewöhnlich frische, elegante Aromen von schwarzen Johannisberen und Brombeeren, ganz dezente Röstanklänge, jetzt bis 2002.

Leider ausverkauft!

411297 Tinto Crianza 1997 24,00 DM


Welche Eleganz kennzeichnet diesen tiefdunklen, 12 Monate im neuen Barrique ausgebauten Wein, welch saftige, reife Tannine geben ihm sein eigenes Gepräge, welch eigenständige, terroirgeprägte Aromatik fasziniert im Glase, konzentrierter, noch relativ verschlossener Duft nach Heidelbeeren und Brombeeren, lang anhaltend, jetzt bis 2008. Mein Favorit!

Leider ausverkauft!

411396 Tinto Reserva 1996 34,00 DM


Tiefrubinrote Farbe und ein reifer Duft nach Waldbeeren kennzeichnen diese 16 Monate in teilweise neuen Barriques ausgebaute Reserva, konzentriert am Gaumen, rund, weich, harmonisch, präsente, gut strukturierte Tannine, die dem Wein ein großes Reifepotential verleihen, die allerdings durch eine große Fruchtsüße neutralisiert werden, so daß der Wein schon heute mit großem Genuß getrunken werden kann, bis 2010.

Leider ausverkauft!

Alle 3 Weine, insbesondere den Reserva, unbedingt mehrere Stunden dekantieren, sie lohnen es sehr.


Mas Martinet, Priorat

Als einer der besten Weine Spaniens gilt unser nach strengen ökologischen Kriterien hergestellte Kultwein Cims de Porrera von Mas Martinet aus dem Priorat, aus über 100jährigen Rebstöcken produziert. Nur schier unglaubliche 5hl/ha hochkonzentrierte und handselektionierte Trauben aus z.T. über 100 Jahre alten wurzelechten Reben, die den exorbitanten Qualitätsansprüchen für den Cims genügen, wurden geerntet und 2 Jahre lang in neuen französischen Barriques ausgebaut.

Warum der 97er exzellente Nachfolger unseres großen 96er Erstlingserfolgs nun allerdings in der Auswahl der „100 schönsten Entdeckungen des Jahres 2000“ in der aktuellen „Feinschmecker“-Ausgabe 1/2001 als großartige Neuentdeckung gefeiert wird, die erstmals auf dem deutschen Markt erhältlich sei, bleibt mir ein Rätsel.
Einsichtig jedoch die Beschreibung: „Ein Gigant, der am Gaumen immer dichter, größer und länger wird, gepaart mit mineralischer Eleganz und überragender Vitalität“, der nur einen Nachteil hat, die geringe zur Verfügung stehende Menge. Zu trinken bereits jetzt, allerdings unbedingt dekantieren, Potential bis 2010.

Leider ausverkauft!

410297 Cims de Porrera 1997 109,00 DM

Leider ausverkauft!


NEUE WELT

Wir sind dabei, unser „New World“-Programm auszubauen, dabei gehen wir behutsam und sachte vor, degustieren, vergleichen und wählen sorgfältig aus. Bisweilen stoßen wir dabei auf grandiose Weine mit tollem Preis-Genußverhältnis, die wir Ihnen unbedingt sofort präsentieren möchten – so wie in dieser PINwand zwei hochwertige Syrahweine.

822296 Marienberg Shiraz 1996, McLaren Vale, Australien 34,00 DM


Einen Wein, der dem Gaumen mehr schmeichelt und trotzdem nicht ohne Charakter ist, da nicht ganz so glatt und poliert wie viele andere Weine aus der Neuen Welt, können Sie nirgendwo erhalten als mit dieser australischen Shiraz-Fruchtbombe. Eleganz und Finesse, Kraft und sanfte Fülle kennzeichnen diesen unter der Regie des australischen Starönologen Grant Burge vinifizierten Wein, der bei Verkostungen von Kunden bei uns im Haus teilweise auf eine derartig begeisterte Zustimmung stieß, wie wir es nach eigenen, durchaus kontroversen Diskussionen (zu gefällig?) so nie erwartet hatten; zu genießen bereits jetzt mit größtem Vergnügen, da schon weit geöffnet, haltbar bis mindestens 2004.

Leider ausverkauft!

891299 Slaley Cellars, Shiraz 1999, Stellenbosch, Südafrika 39,00 DM


Wie schreibt doch Dagmar Ehrlich, renommierte Önologin und Autorin, so zutreffend in ihrer bereits oben angesprochenen Auswahl der 100 schönsten Entdeckungen des Jahres 2000 im aktuellen „Feinschmecker“ über diesen großen Syrah: „Er füllt den Mund mit warm-würziger, reicher Frucht, verwöhnt mit süßer Pflaume und Schokolade sowie jugendlicher Kraft und feuriger Fülle. Im Finale wird er noch fester, delikater und intensiver.“ Jedenfalls einer der besten Weine, die je in Südafrika erzeugt wurden, aufgrund seiner weichen Tannine bereits jetzt schmachkhaft, Potential bis mindestens 2010.

Leider ausverkauft!


Internet:

Unsere Verkaufszahlen im Internet haben im letzten Jahr mit ca. 25% Anteil am Gesamtumsatz wiederum unsere Erwartungen weit übertroffen, Ihnen unseren aufrichtigen Dank dafür. Sicherlich sind diese Zahlen auch ein Kompliment Ihrerseits an die übersichtliche, hochwertige und stets aktuelle Präsentation sowie die immense Informationsfülle zu Weinen und Winzern. Und ich selbst gelobe Besserung in einem wichtigen Punkt: Aufgrund starker Inanspruchnahme in den übrigen Geschäftsbereichen habe ich bisher unser eigenes Diskussionsforum, das wir zur Zeit durch interessante Rubriken erweitern – so die Aktualisierung von Trinkempfehlungen – arg vernachlässigt, das wird sich grundlegend ändern!


Öffnungszeiten:

Ab sofort gibt es weitere Verbesserungen für unseren Direktverkauf ab Saarlouis. Sie können montags bis freitags von 10 - 18.30 Uhr und samstags von 10 - 14 Uhr Ihre Weine direkt bei uns einkaufen, Degustationsmöglichkeiten bestehen weiterhin donerstags und freitags von 15 - 18.30 Uhr und samstags von 10 - 14 Uhr.

Mit freundlichen Grüßen

Tino Seiwert