Saarlouis, im Oktober 2000

PINwand N° 34


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

heute stellen wir Ihnen zunächst die neuen Weine von zwei der führenden Protagonisten des qualitativen Weinanbaus im französischen Südwesten vor, in dem die Entwicklung mittlerweile wenigstens genauso spannend ist wie im Languedoc-Roussillon, wenn hier nicht gar die besseren Qualitäten erzeugt werden.

FRANKREICH

Château Tour des Gendres

Ein visionärer Winzer und eine große Persönlichkeit, mit dessen Philosophie wir uns in unserem Katalog ausführlich beschäftigt haben, ist der Autodidakt Luc de Conti, qualitätsbesessener Eigner des Château Tour des Gendres in der Appellation Bergerac, die über die gleichen, aber zumeist ungenutzten erstklassigen Voraussetzungen für hochwertige Weine verfügt wie das benachbarte Bordelais. Geradezu spektakulär sind die Resultate, die Luc in den Jahrgängen 1998/99 erzielt hat, die beiden „Moulin des Dames“, blanc oder rouge, sind so ausdrucksstarke, eigenständige, originäre Weine, wie ich sie ganz selten genießen durfte, Weine von höchster Konzentration und reifen Tanninen infolge exzellenter Weinbergsarbeit und innovativer Kellertechnik, Weine, die unverkennbar Lucs Handschrift tragen und die gegenüber den 96ern, die vom „Feinschmecker“ bereits zu den „100 besten Weinen der Welt“ gezählt wurden, noch einmal einen schmeckbaren Qualitätsgewinn aufweisen. Und der „La Gloire de mon Père“ 98 ist für mich zusammen mit dem ebenfalls in dieser PINwand präsentierten „Cèdre Prestige“ eine Herausforderung, wenn nicht eine Provokation für Bordelaiser Weine nicht nur in dieser so genußfreundlichen Preisklasse. Ich kann mich an keinen Wein aus dem Médoc erinnern, der für so wenig Geld auch nur annähernd so viel Qualität bietet wie diese Weine mit ihrem einzigartigen Preis-Genußverhältnis.

510299 Tour des Gendres, „Moulin des Dames“, blanc sec 1999 34,00 DM


Unfiltrierte, im dezent schmeckbaren Barrique ausgebaute Weißweinrarität (40% Sémillon, 30% Sauvignon, 30 % Muscadelle) mit einem unvergleichlichen, komplexen, ausdrucksstarken Bukett nach reifen exotischen Früchten, Blüten, Honig und Vanille, ungeheuer voll und kraftvoll im Mund, langer Nachhall, ein Wein zum Süchtigwerden!!! und ein weiterer Beweis unserer These, daß im so heterogenen 99er Jahrgang im Süden Frankreichs, in dem es viele schwache Weine gibt, die besten Winzer infolge rigoroser Selektionierung und harter Weinbergsarbeit gleich gute oder gar bessere Resultate erzielten als im hochgelobten 98er. Dieser Wein jedenfalls ist phänomenal, zu trinken jetzt bis 2004. Unbedingt 2-3 Stunden vor dem Genuß dekantieren und nicht zu kalt servieren, am besten bei 13 - 14 Grad.

Leider ausverkauft!

510398 Tour des Gendres, „La Gloire de mon Père“, rouge 1998 24,00 DM


In der Farbe tiefdunkelrot mit violetten Reflexen, dezente Holznote, perfekt eingebunden, Aromen von schwarzen und roten Beeren, im Mund reife, saftige Tannine, deutliche Anklänge an fette, schwarze Brombeeren, Fülle, gepaart mit Eleganz und Finesse, bereitet nach 24stündigem Dekantieren bereits heute hohen Genuß, sonst 2002 bis 2008.

Leider ausverkauft!

510396 Tour des Gendres, „La Gloire de mon Père“, rouge 1996 15,00 DM


Prima Wein, fast trinkreif, zu fast unverschämt günstigem Abverkaufspreis, die noch verfügbare Menge ist gering!

Leider ausverkauft!

101000 Tour des Gendres, Diskussionspaket bis zum 31.10 2000 statt 206,- DM 180,00 DM


Trotz phantastischer Qualitäten sind die Weine dieser Aufsteigerdomaine vielen Kunden immer noch unbekannt, wir haben von diesen grandiosen Weinen genügend eingekauft und bieten bis Ende Oktober einen sehr günstigen Aktionspreis: je 2 Fl. „Gloire de mon Père“ 98, „Moulin des Dames“ Rouge 98, (Kat. S. 66), „Moulin des Dames“ Blanc 99.

Leider ausverkauft!


Château du Cèdre

Das zweite Gut aus dem französischen Südwesten, die Domaine du Cèdre, die in den 90er Jahren für so viel Wirbel in der internationalen Weinszene gesorgt hat, steht unter der Leitung des mit Luc de Conti eng befreundeten Belgiers Pascal Verhaeghe, nicht minder ambitioniert und innovativ. Seine Weine verleugnen ihre Herkunft nicht, es sind die herausragenden Vertreter der Appellation Cahors, mit einer fast unglaublichen Farbintensität, extrem viel Frucht und einer immensen Tiefe und Konzentration. Andererseits stehen Pascals Gewächse weit über dem Niveau der anderen Weine, die in dieser für den Weinanbau so prädestinierten Region hergestellt werden, verfügen sie doch über eine einzigartige Komplexität, eine fast spielerische Finesse, eine hohe Extraktion und insbesondere ganz feine, reife Tannine.

502398 Château du Cèdre „Tradition“, rouge 1998 14,00 DM


Eigenständiger, authentischer Wein von jüngeren Malbec-Rebstöcken, im gebrauchten Barrique ausgebaut, 2001-2005.

Leider ausverkauft!

502198 Château du Cèdre „Le Prestige“, rouge 1998 21,00 DM


Cuvée aus 90 % Malbec und 10% Tannat; tiefdunkle, fast schwarze Farbe mit violettem Rand. In der Nase Aromen von schwarzen Beeren, aber auch Toast und Gewürze. Kräftige, bestens eingebundene Tannine im Mund, viel Frucht, Tiefe, Kraft, Konzentration, feine Struktur, Eleganz und Finesse. Schmeckt jetzt in der Primärfruchtphase, zu Wildgerichten getrunken, nach 1-2 Tagen am besten und entwickelt Aromen nach Waldbeeren, Schokolade und etwas Lakritze. Bildet im Glas lange Schlieren, ein großer Trinkgenuß zu kleinem Preis, auch und gerade für Bordeaux-Freunde; 2003 bis 2012.

Leider ausverkauft!


Domaine Lacroix-Vanel

Eine unserer interessantesten Neuentdeckungen der letzten Jahre aus dem Languedoc verdanken wir Charles Giner, dem Eigner von Saint-Andrieu, der uns bei einem Besuch im Frühjahr dieses Jahres geradezu auf die uns bis dato unbekannte Domaine Lacroix-Vanel verschleppte, denn eigentlich glaubten wir uns mit hochwertigen und gleichzeitig so preiswerten Weinen aus dieser Region bestens eingedeckt, und wir sträubten uns gar, aber manchmal müssen auch wir zu unserem Glück gezwungen werden! So sehr M. Giner, den früheren Top-Manager von IBM, und Jean-Pierre Vanel, einen früheren Hochschullehrer, der dann zunächst ein gut gehendes Restaurant in Sête eröffnete, eine große Seelenverwandschaft verbindet, beide haben schließlich inmitten ihres 5. bzw. 4. Lebensjahrzehntes ihre erfolgreiche berufliche Laufbahn aufgegeben, um sich dem Weinanbau zu widmen, so sehr unterscheidet sich die Charakteristik ihrer Weine.

Geradezu überbordende Gewürzaromen prägen den Stil der Weine von Saint Andrieu, eine kühle Stilistik, eine rassige Eleganz, hochfeine, reife Beerenaromen sind das Kennzeichen des Erstlingswerks! von Jean-Pierre Vanel. Und die genauso überzeugenden Faßproben des 99er Jahrgangs zeigten uns sofort, daß die tiefdunklen, uns auf Anhieb faszinierenden Weine dieses Autodidakten, der sich über mehrere Jahre hinweg mit der Theorie des Weinanbaus beschäftigte und sich bei befreundeten Winzern im Languedoc praktische Fähigkeiten aneignete, kein Zufallsprodukt eines großen Jahrganges waren, sondern das Resultat eines qualitätsbesessenen Weinliebhabers.

Karge Kies- und Basaltböden inmitten der Trüffeleichenwälder und mediterranen Garriguelandschaft, gepflegte, ca. 16 Jahre alte Syrah-, Grenache-, und Cinsaultreben, die von M. Vanel nach den Kriterien des biologischen Landbaus bewirtschaftet werden, starke Mengenbegrenzung, Bodenpflege ohne Maschinen, selektive Ernte natürlich von Hand, eine eher reduktive Vinifikation, abhängig von den Bedingungen des Jahrgangs, kein Ausbau im Barrique, um die vorzüglichen Gegebenheiten des Terroirs optimal zur Entfaltung zu bringen, das sind die Grundsteine für 2 besondere Weine des Languedoc, die mit einem superben Preis-Genußverhältnis überzeugen und die das unverwechselbare Ergebnis von einem der interessantesten Newcomer dieser Region sind, der uns irgendwie mit seiner Unbekümmertheit und seiner Herzlichkeit an Pierre Clavel erinnert.

327198 Domaine Lacroix-Vanel, „Clos Fine Amour“, rouge 1998 12,90 DM


Tiefdunkle Farbe, Beerenaromen, Minze, Lorbeer, Lakritze, geschmeidig, finessenreich; jetzt bis 2003.

Leider ausverkauft!

327298 Domaine Lacroix-Vanel, „Clos Mèlanie“, rouge 1998 18,00 DM


Intensives Purpurrot, Nase von roten Früchten und Unterholz, feinste Tannine, lang anhaltend; jetzt bis 2005.

Leider ausverkauft!


Viele von Ihnen kennen meine Präferenz für große Gewächse aus dem Bordelais und meine Unmut, die dortige Preispolitik betreffend, was, von rühmlichen Ausnahmen abgesehen, die weitgehende Abstinenz zumindest der 98/99er Jahrgänge aus unserem Programm erklärt. Berühmte Namen mit großem Klang für viel Geld, jedoch ohne entsprechenden Gegenwert anzubieten, das ist nicht unsere Geschäftspolitik. Aber der Roc de Cambes, mittlerweile ein legendärer Wein und das Prestigeobjekt der Appellation Côtes de Bourg, ist jede Mark wert, die er kostet, dunkelrubinrot steht er im Glas, Merlot-typisches Bukett von rauchigem Kaffee, süßem Mokka und reifer Beerenfrucht, fleischig, 2002 bis 2008.

511598 Château Roc de Cambes, rouge 1998 79,00 DM

Leider ausverkauft!


SPANIEN

Castell del Remei

Castell del Remei, ein schönes herrschaftliches Anwesen in der katalanischen Provinz, zur D.O. Costers del Segre gehörend, ist ein altes, traditionsreiches Weingut, dessen Erzeugnisse bereits vor über 100 Jahren hohes Ansehen genossen. Doch zuerst die Reblausplage zu Beginn des 20. Jahrhunderts, dann die Zerstörungen in den Wirren des spanischen Bürgerkriegs ließen die Bodega in der Bedeutungslosigkeit versinken.

Der Wiederaufstieg zu einem der führenden Weingüter Spaniens begann 1982 infolge der Übernahme durch die Gebrüder Cusiné, die das erstklassige, teilweise 700 m hoch gelegene Areal hauptsächlich mit den französischen Edelreben Cabernet Sauvignon und Merlot bepflanzten, aber auch alte, erstklassige Tempranillo- und Garnachalagen bestehen ließen und behutsam restaurierten. Die Kelleranlagen wurden von Grund auf modernisiert, vergoren wird ausschließlich im Edelstahltank, wobei den Weinen nach der malolaktischen Gärung genügend Zeit eingeräumt wird, sich fast vollständig durch natürlichen Absatz des Trubes selbst zu klären. Anschließend werden die Weine im Barrique ausgebaut, aber so behutsam, daß die Holzaromen immer dezent im Hintergrund stehen.

Vom Stil her finden wir hier keine Weine mit einer übermäßigen Konzentration, stattdessen stehen Eleganz, Finesse und Fruchtaromen im Vordergrund. Angesichts der exorbitanten Preissteigerungen in den letzten Jahren in Spanien bilden die Weine von Castell del Remei eine rühmliche Ausnahme, und das, obwohl der allgegenwärtige Robert M. Parker, der in der Vergangenheit doch so sehr die hochkonzentrierten Weine bevorzugte, die von uns heute erstmals angebotene „kleine“ Cuvée „Gotim Bru“ 97, ein Wein unterhalb der 20 DM Grenze, mit 90 Punkten bewertet hat. Ein doppeltes Bravo den Gebrüdern Cusiné, einmal für diesen großen Erfolg und zum anderen für Ihre Preisdisziplin.

416197 Castell del Remei Gotim Bru Tinto 1997 19,80 DM


Tempranillo, Cabernet Sauvignon und Merlot prägen diese tiefdunkle Cuvée, Aromen von schwarzen Johannisbeeren und Brombeeren, dazu Schokolade, Gewürze und ganz dezent Lakritze, elegant, harmonisch, ausgewogen, jetzt bis 2003.

Leider ausverkauft!

416297 Castell del Remei Oda Tinto 1997 33,00 DM


Tiefes Dunkelrot in derFarbe, Aromen von schwarzen Früchten und dezente Vanilletöne prägen diesen Blend aus je 40% Cabernet Sauvignon und Merlot, ergänzt von Tempranillo und Garnacha, noch eleganter, geschliffener und finesenreicher als der „Gotim“, aber auch mit mehr Körper ausgestattet, ausgewogen, anhaltend, jetzt bis 2007.

Leider ausverkauft!


Condado de Haza

Wie kaum einem anderen spanischen Erzeuger ist es Alejandro Fernândez, dem „Großmeister“ der Tempranillorebe, gelungen, Traubenreife und kraftvolle Fruchtkonzentration mit großer Finesse und Eleganz zu verbinden, und mittlerweile sind die stets unfiltrierten und ungeschönten Weine dieses Pioniers des qualitativen Anbaus in Ribera del Duero neben denen der weltberühmten Vega Sicilia nicht nur zu Aushängeschildern dieser Region, sondern von ganz Spanien geworden.

Seit Ende 1986 hat dieser so ambitionierte Winzer etwa 20 km flußaufwärts vom Ort Pesquera über 300 ha Tempranillo-Rebstöcke in südlicher Exposition neu angepflanzt auf für diese Rebsorte besonders geeigneten Kieselsteinböden mit kalkigem Untergrund, und die dort unter dem Namen der Kellerei „Condado de Haza“ produzierten Weine hatten, als sie erstmals 1996 außerhalb Spaniens vermarktet wurden, sofort einen überwältigenden Erfolg. Vom 98er Jahrgang, dem besten der Bodega bisher, haben wir uns ausreichend eingedeckt und bieten Ihnen diesen 15 Monate in amerikanischer Eiche ausgebauten Wein bis Ende Oktober zu einem ausgesprochen günstigen Kennenlernpreis an, danach gilt der reguläre, immer noch sehr angenehme Preis für einen Tempranillo dieser Güteklasse.

415198 Alejandro Fernândez, Condado de Haza Tinto 1998 ( bis 31.10.2000 34,00 DM ) 39,00 DM


Purpurrot mit lila Reflexen, Bukett von Kirschen, roten Beeren, Tabak und Leder, schmeichlerisch, anhaltend, bis 2008.

Leider ausverkauft!


Dominio de Valdepusa

Es war wieder einmal Robert M. Parker, der durch seine euphorischen Bewertungen die Weine des neuen Juwels in unserem Programm, des Weingutes Dominio de Valdepusa, international berühmt gemacht hat. Carlos Falcó, Marqués de Griñon, produziert unter Anleitung des berühmten Önologen Michel Rolland aus Pomerol auf dem seit 1292 in Familienbesitz befindlichen Weingut in Malpica de Tajo, La Mancha, Weltklasseweine aus besten, in den 70er Jahren zunächst illegal angepflanzten und zu 100% in neuer französicher Eiche ausgebauten Spitzenrebsorten.

Die Weine sind gekennzeichnet durch ihre Opulenz, ihr gewaltiges Bukett, eine süße, subtile Eichenholzwürze, vielschichtige Geschmacksnuancen, große Extraktion und Fülle und einen langen, komplexen Abgang. Alle drei hochwertigen Weine, die wir Ihnen heute präsentieren, bieten nicht nur für spanische Verhältnisse ein außergewöhnliches Preis-Genußverhältnis.

417197 Dominio de Valdepusa, „Petit Verdot“ 1997 45,00 DM


Farbe lila-schwarz, rauchige Aromen, dazu Beeren, Rosinen, sehr komplex, füllig, elegant, weich, saftige, hochreife Tannine, ein sehr charaktervoller Wein, der schon in diesem Herbst/Winter Trinkvergnügen pur bereitet, bis 2005.

Leider ausverkauft!

417297 Dominio de Valdepusa, „Syrah“ 1997 45,00 DM


Tief purpurfarben, reife, süßliche Waldfrüchte, rauchig, Fülle, samtene Tannine, ein Wein, der ein inneres Feuer ausstrahlt, ohne südländisch zu wirken, weder eine Kopie eines Syrah mit überbordender Frucht aus Australien noch eines eher kühlen Côte Rôtie, stattdessen höchst eigenständiger Charakter, braucht noch Zeit, 96/100 Punkte Wine Enthusiast.

Leider ausverkauft!

417397 Dominio de Valdepusa, „Emeritus“ Tinto 1997 - Preissenkung: 78,00 DM
Der 1997 erstmals produzierte „Emeritus“, eine Assemblage aus 51% Cabernet Sauvignon, 35% Syrah und 14 % Petit Verdot und damit eine einzigartige Cuvée weltweit, von ausgesuchten Reben der besten Parzellen, wurde 13 Monate in neuem französichen Barrique ausgebaut. Tiefpurpurot präsentiert er sich, mit einem schwarzen Kern, im Glase entfaltet sich eine sehr reife, beerige Frucht, dennoch ist dieser Wein alles andere als eine der modernen Fruchtbomben, die auf den ersten Blick betören, geradezu überwältigen, die aber häufig nach dem zweiten oder dritten Glas bereits langweilen, bei denen die Lust auf den Wein früh schwindet. Sicherlich, der „Emeritus“ ist auf den ersten Blick kein spektakulärer Wein, doch nach und nach offenbart er eine große Komplexität, das neue Holz, perfekt eingebunden, ist nur dezent vernehmlich, erst nach längerer Öffnungszeit zeigen sich zarte Röstaromen.
Im Mund spürt man die große Reife der Trauben, hier wird seine spanische Herkunft erkennbar, aber das ist kein traditioneller Wein von der iberischen Halbinsel, dazu hat er zu sehr einen eigenen neuen Stil, ohne aber „modernistisch“ zu sein. Identifizierbar sind zunächst Anklänge von schwarzen Beeren und Schattenmorellen, mit der Zeit zeigen sich Pflaumen- und Feigenaromen, die sich in der Nase widerspiegeln, nach 1-2 Stunden unterlegt von Gewürzen und ein wenig Minze, nichts erscheint aufdringlich, alle Komponenten sind harmonisch miteinander verwoben. Der Wein besitzt eine immense Fülle, Textur und Dichte, eine große Eleganz sowie eine perfekte Struktur; er ist kein Kraftprotz, aber dennoch konzentriert, die Tannine präsent, aber geschmeidig, der Nachklang ist sehr lang. Fast andächtig genieße ich diesen großen Wein, ein aristokratisches Gewächs, der Inbegriff eines charaktervollen und harmonischen, ja eines Meditationsweines gar. Soviel Trinkvergnügen dieser Wein bereits heute bereitet, hat er sicherlich Potential für 10, wenn nicht gar 15 Jahre.
Einer der besten Weine, die ich in diesem Jahr erstmals degustieren durfte, meine ganz persönliche Empfehlung für Sie, ein großes Gewächs, das schon jetzt auch eine festliche Mahlzeit aufs angenehmste begleitet.

Leider ausverkauft!


DEUTSCHLAND

Weingut Karthäuserhof

Erhofft vielleicht, aber nie erwartet haben wir Ihre so positive Resonanz auf die Präsentation der 99er Kollektion des Karthäuserhofs, die wir heute mit zwei Spitzengewächsen im trockenen Bereich aufstocken können und die wir Ihnen auch im Hinblick auf die problematischen Witterungsbedingungen in diesem Herbst 2000 sehr ans Herz legen, das sind zwei Auslesen, wie sie filigraner und finessenreicher bei großen Rieslingen nie sein können.

910799 Weingut Karthäuserhof, Riesling Auslese, trocken 1999 36,00 DM


Einer der 3 besten trockenen Rieslinge, die ich aus diesem großen Jahr degustiert habe, klare Struktur, viel Schmelz, feinste Fruchtaromen, große Konzentration und Fülle und dennoch so filigran, öffnet sich erst Mitte 2001, bis 2005.

Leider ausverkauft!

910899 Weingut Karthäuserhof, Riesling Auslese S, trocken 1999 44,00 DM


Schiere Kraft und Volumen, gepaart mit hoher Eleganz, welche Auslese ist die bessere? Geschmackssache!

Leider ausverkauft!


Weingut Kirsten

Unser zweites Weingut aus der Region Mosel-Saar-Ruwer unterscheidet sich in zweierlei Hinsicht vom Karthäuserhof. Zwar sind die hier produzierten Weine von ähnlicher Qualität, jedoch von gänzlich anderer Stilistik. Wo die Ruwerrieslinge von Christoph Tyrell durch ihre einzigartige Filigranität brillieren, überzeugen die Weine von Bernhard Kirsten aus Klüsserath durch ihre regionsspezifische blumige Fruchtigkeit, ihre Konzentration und schiere Kraft, es sind Paradebeispiele dafür, wie großartig feinfruchtige Rieslinge von ambitionierten Winzern der Mittelmosel munden können. Und der zweite Unterschied besteht darin, daß das junge, sympathische Winzerpaar Inge und Bernhard, das Ende der achtziger Jahre den Familienbetrieb übernommen hat, noch nicht den gleichen Bekanntheitsgrad und die internationale Reputation und damit ihre Weine auch noch nicht das Preisniveau besitzen, das ihnen angemessen ist.
Bernhards Maxime lautet, daß „große Weine draußen im Wingert wachsen“, weshalb er mit extremen Mengenbegrenzungen arbeitet und für ihn ist „das Schlimmste, was ein Winzer machen kann, das Geschenk der Natur mit Füßen zu treten“, was für diesen ehrgeizigen Winzer bedeutet, nach einer sehr selektiven Ernte besondere Sorgfalt im Keller walten zu lassen.
Abhängig vom Gesundheitszustand der Trauben entscheidet er für jeden Jahrgang neu, wie er das Lesegut vinifiziert, ob Ganztraubenpressung oder Maischestandzeit und Mostoxidation, alles dem Prinzip untergeordnet, möglichst reintönige Weine zu erzeugen. Der 99er Jahrgang ist infolge einer riskant späten Lese mit seinen hohen Extraktwerten, einer niedrigen Säure und seinen sehr reifen Weinen wohl der gelungenste, der bisher auf diesem Aufsteigergut vinifiziert wurde, und damit unsere besondere Empfehlung für die Freunde exzellenter Weine der traditionsreichen Mittelmosel.

911199 Weingut Kirsten, Riesling Wolkentanz trocken 1999 13,50 DM


Bis 2002 zu trinkender beschwingter (Nomen est Omen!), frischer, leichter Riesling (10% Alk.) von hoher Fruchtigkeit.

Leider ausverkauft!

911299 Weingut Kirsten, Riesling Herzstück trocken 1999 16,00 DM


Ausbalancierter Riesling aus dem Herzstück, der erstklassigen Kernlage der Klüsserather Bruderschaft aus Schiefer mit feinerdiger Unterlage, niedrige Säure, fruchtige Aromen, (gelbe Früchte), kraftvoll, mineralisch, lang, bis 2003.

Leider ausverkauft!

911399 Weingut Kirsten, Riesling Auslese trocken 1999 27,00 DM


Außergewöhnlicher, voluminöser Riesling der Extraklasse, extrem niedriger Ertrag, sehr reifes, gesundes Lesegut, abgebeert, lange Maischestandzeit, die zu großartigen Fruchtaromen und Körperreichtum führte, Rarität, bis 2006.

Leider ausverkauft!

911499 Weingut Kirsten, Pölicher Held Riesling Spätlese 1999 23,00 DM


Auf verwittertem blauem Schieferboden wächst dieser filigrane, grazile, feinfruchtige Riesling, jetzt bis 2008.

Leider ausverkauft!

911599 Weingut Kirsten, Riesling Eisbeer 1999 0,375l 55,00 DM


Welch eine Rarität! Eine Cuvée aus Beerenauslese und Eiswein, 150° Öchsle, jeweils getrennt im Barrique ausgebaut, mundfüllender, aromenreicher Extrakt, lang anhaltend, ewiges Potential, Kategorie Lieblingswein!

Leider ausverkauft!


In diesen Wochen erfreuen sich wieder drei unserer Weine einer spektakulären Resonanz in der Presse, was uns zwar erfreut, was zum anderen infolge des damit verbundenen baldigen Abverkaufs Probleme für unsere Stammkundschaft bedeuten kann.
„Alles über Wein“ veröffentlicht in ihrer Ausgabe 5/2000 einen Test über 160 große Syrah aus aller Welt bis zum Verkaufspreis von 60 DM; „Les Nobles Pierres” 98von Lascaux, 22 DM, einer meiner Favoriten in seiner Preisklasse, belegt in dieser Degustation den 7. Platz, vor ihm nur deutlich teurere Konkurrenten.
Der renommierte Fachjournalist Peter-Paul Falkenstein wählt den „Mosaique“ 98 von Belles Pierres, einen trinkreifen Alltagswein besonderer Güte, für 11 DM geradezu eine Provokation, in seiner Weinkolumne in der Novemberausgabe der „DM“ zum Wein des Monats.
Und in der neuen Oktoberausgabe von „Vinum“ werden die besten Weine der nördlichen Rhône aus den herausragenden 98/99er Jahrgängen verkostet, mit hervorragenden Bewertungen für die Weine von Alain Graillot, dessen ausverkaufte Cuvée „La Guiraude“ mit 17/20 Punkten auf die gleiche Stufe gestellt wird wie die Hermitage Weine von Chapoutier, Jaboulet und Chave, knapp übertroffen nur von den Lageweinen von Guigal, allesamt Weine, die „Unsummen“ (Vinum) kosten, der „Guiraude“ war bei uns für 30 DM zu haben, der noch erhältliche „Crozes-Hermitage“ 98, mit nur einem Punkt weniger bewertet, kostet gerade mal 23 DM.
Wir schwärmen schon lange von diesen Qualitäten, die einfach konkurrenzlos preiswert sind, aber halt „nur“ ein Crozes-Hermitage. Nichts für Etikettentrinker!

Mit freundlichen Grüßen

Tino Seiwert