Saarlouis, im Juni 2000

PINwand N° 31


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

wir haben uns aufrichtig gefreut über Ihre außerordentlich positive Resonanz bezüglich unseres neuen Kataloges und wollen uns auf diesem Wege herzlich für die zahlreichen liebevollen Komplimente bedanken, die viele von Ihnen uns haben zukommen lassen; sie sind uns Ansporn für die weitere Arbeit. Heute möchten wir Sie zunächst einladen, mit uns zu feiern. Zum einen haben wir Geburtstag: Im Juli sind es 5 Jahre her, daß wir angefangen haben, unsere Leidenschaft für erlesene Weine in geschäftliche Bahnen zu lenken. Zudem hat der „WeinGourmet“, die neue empehlenswerte Weinfachzeitschrift des „Feinschmecker“, in seiner aktuellen Ausgabe vom 7. Juni mit dem Themenschwerpunkt Südfrankreich in einer großen Vergleichsprobe der besten 80 Syrah, der Edelrebsorte des Languedoc-Roussillon, auf den ersten 5 Plätzen 4 „grandiose“ Weine von Pinard de Picard gelistet: als Testsieger den 95er Syrah Léone von Peyre Rose, auf dem dritten Platz den 95er Cistes vom gleichen Weingut und auf den Plätzen vier und fünf zwei Weine der Domaine Guy Moulinier, den Terrasses Grillés 98 (unseren persönlichen Favoriten!) und den wahrlich preiswerten 98er Sigillaires. Auch werden das Châteaux Lascaux und die Domaine de L’Aigle mit ihren Weißweinen zu den zehn besten des Languedoc-Roussillon, dieser größten zusammenhängenden Appellation der Welt, gezählt. Wie Sie wissen, bildet diese Region mit einem „unglaublichen Potenzial“ (Weingourmet), die wohl das beste Preis-Leistungsverhältnis unter allen Weinanbauregionen besitzt, einen gewichtigen Schwerpunkt innerhalb unseres Programms, wir recherchieren ständig vor Ort und sind schon ein wenig stolz, wenn die von uns ausgesuchten Weine von der Fachpresse als die bestmöglichen Einkäufe gepriesen werden. Alle diese Gewächse werden im übrigen von Winzern hergestellt, für die der Wein noch ein Naturprodukt ist, welcher das Terroir, die Rebsorte, den Jahrgang und die Persönlichkeit ihres Produzenten reflektiert: Weinbergsarbeit kommt hier stets vor Kellertechnik.

Beide Ereignisse, unser Geschäftsjubiläum und den großartigen Testerfolg unserer Winzer, nehmen wir zum Anlaß, Ihnen das Angebot zu machen, sich selbst einen aktellen Überblick von der derzeitigen Qualität unseres Programmes zu vermittleln. Von heute an bis zum 15. Juli 2000 können Sie sich ein Probierpaket Ihrer Wahl zusammenstellen (max. jedoch 3 Flaschen pro Wein), und wir gewähren Ihnen darauf 10% Rabatt und berechnen innerhalb Deutschlands keine Versandkosten. Zudem werden wir am 23. September dieses Jahres gemeinsam mit unseren Freunden Sigrun und Thomas vom Landgasthof Paulus in Nonnweiler, deren Restaurierung ihres ebenso geschmackvollen wie qualitativ erstklassigen Restaurants ebenfalls 5 Jahre her ist, in deren Räumen ein gemeinsames Fest feiern. Merken Sie sich bitte schon heute diesen Termin vor, auch Reservierungen sind bereits möglich, weitere Informationen folgen.

Wir haben Ihnen im Vorwort unseres Kataloges versprochen, unser Programm mit erstklassigen Weinen aus neuen Anbauregionen zu ergänzen, Weine, die aufgrund ihrer unverwechselbaren, faszinierenden Individualität unseren hohen Qualitätsanforderungen entsprechen. Im Frühjahr 99 fand an der Mosel unter ausgewiesenen professionellen wie privaten Weinkennern eine große Vergleichsprobe der besten 95er Weine des gesamten französischen Südens statt, die – für uns keine Überraschung – analog dem aktuellen Weingourmet-Test den Syrah Léone von Peyre Rose als eindeutigen Sieger sah, gefolgt vom großartigen Montus Prestige und auf dem dritten Platz von der nicht minder überzeugenden Cuvée Laurence von Pégau, allesamt Weine von Weltklasseformat. Als eigentliche Sensation erwies sich jedoch ein eingeschmuggelter Pirat, der nach Punktzahlen gleichauf mit dem Châteauneuf auf den dritten Rang gewertet wurde und den mir einer unserer Kunden und Teilnehmer dieser Probe – herzlichen Dank Roman Niewodniczanski – sofort zukommen ließ, neugierig, wie mir dieser Wein denn schmecken würde: Und es war geradezu eine Offenbarung, wieder mal eine Liebe auf den ersten Schluck! Was für ein tiefdunkler, geradezu schwarzer, betörender, sinnlicher Tropfen funkelte da in meinem Glase, mächtig, voll überbordender Aromen und dennoch grazil, ein Wein mit einem gänzlich eigenen Charakter, gewiß kein Schmeichler für Weinnovizen, sondern ein Herausforderer der Sinne fortgeschrittener Weinkenner, ein intellektueller Tropfen, der fordert und der am besten dekantiert über mehrere Stunden hinweg genossen werden sollte. Und dieser Wein, den ich seither mehrfach das Vergnügen hatte zu verkosten, erschloß mir seither eine Reihe von weiteren eigenständigen Weinen aus einem Land, das ich bis dato eher ignoriert hatte, mit Ausnahme seiner großartigen Ports, ein Land, das aufgrund des grandiosen Potentials erscheint wie ein schlafender Weinriese mit großer Zukunft: Portugal. Und der Pionier, der dieses sinnliche Weinvergnügen kreierte, ist Dirk van der Niepoort, visionärer Sproß eines zwar kleinen, aber herausragenden, traditionsreichen Portweingutes, der, ohne mit den Erfahrungen seiner Vorfahren zu brechen, das in seinen Lehr- und Studienjahren an den besten Universitäten erworbene Wissen gewinnbringend in die Erzeugung erstklassiger Weine einzubringen weiß. Der 96er Redoma Tinto, den wir Ihnen erstmals anbieten können, eleganter als sein Vorgänger, extrem ausgelesen (12-14 hl/ha), von imposanter Statur, mit einem tiefen Purpurrot in der Farbe, überzeugt durch seine Leder- und Tabaknoten, eine Vielfalt von Beerenaromen und komplexe, dichte Tannine, ein großer Wein mit immensem Reifepotential für Connaisseure, die bereit sind, neue Wege zu gehen und sich die unendliche Vielfalt dieses faszinierenden Naturproduktes zu erschließen, „ein Bruce Willis im Armani-Anzug“, so Stuart Pigott in seinem 1999 erschinenen Meisterwerk „Göttertrank und Blendwerk“, S. 271.

450196 Redoma Tinto 1996 49,00 DM

Leider ausverkauft!


Von gänzlich anderer Stilistik, sofort zugänglich, die Nase und den Gaumen umschmeichelnd, präsentieren sich die Weine der Domaine des Lauriers, die im Herzen des Languedoc vom erst 25jährigen Marc Cabrol, dem dynamischen Sohn einer auf landwirtschaftliche Maschinen spezialisierten Unternehmerfamilie, mit großer Leidenschaft produziert werden. Die Weinberge dieser erst 1969 gegründeten Domaine liegen wie so oft bei unseren Spitzenwinzern wie kleine Inseln in der unendlichen Weite der südfranzösischen Garriguelandschaft mit ihren vielfältigen Gewürz- und Kräuteraromen, die sich dann später im fertigen Wein aufs angenehmste widerspiegeln. Die südlich ausgerichteten Parzellen der Domaine, auf denen die insgesamt 11 Weiß- und Rotweinreben wachsen, bestehen großteils aus roter Erde, die mit kleinen, weißen Steinen bedeckt sind, welche die Hitze der sommerlichen Sonnentage speichern und so den Trauben eine größtmögliche Ausreifung gestatten. Zudem gibt es geradezu extreme Unterschiede zwischen den Tages- und Nachttemperaturen, die für die ausgesprochene Frische insbesondere der Weißweine verantwortlich sind. Zwar bestehen die unterirdischen Kelleranlagen der von der Familie Cabrol aufgekauften Gebäude bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts, doch wurden sie 1995 komplett modernisiert unter dem Aspekt der größtmöglichen Kühle und der maximalen hygienischen Vorraussetzungen, ein entscheidender Schritt auf dem Wege hin zur Produktion wirklich herausragender Weine, wie auch die unendliche penible Arbeit in den Weinbergen selbst, so zum Beispiel der unverzügliche Abtransport der geernteten Trauben (bei den Weißweinen nur nachts, um ihre außerordentliche Frische zu erhalten) in maximal 45 Minuten, um jegliche Oxydation zu vermeiden und die höchst mögliche Qualität des Lesegutes zu bewahren. Zwei Weine dieser aufstrebenden Domaine möchten wir Ihnen heute anempfehlen:

324199 Picpoul de Pinet, blanc 1999 9,90 DM


Traumhafter, charaktervoller, frischer und fruchtiger Sommerwein, in der Nase eine Symphonie von Aromen, insbesondere exotische Früchte und Pfirsisch, im Mund harmonisch und voller Feinheit und Eleganz, dazu wiederum exotische Anklänge.

Leider ausverkauft!

324298 Vin de pays d’Oc fût de chêne, rouge 1998 11,90 DM


Syrah (80%) und Grenache, überreif geerntet, prägen diesen marmeladigen, würzigen, in ein bis drei Jahre alten Barriques von Seguin Moreau gereiften, bereits wunderschön trinkreifen Wein, der bis 2005 Vergnügen pur bereiten wird.

Leider ausverkauft!


„Welche Weinbauregion erzeugt die anpassungsfähigsten Weißweine, die sich als Begleiter zu verschiedenen Speisen eignen? Welches Gebiet ist eine noch wenig erschlossene Quelle erstaunlich preisgünstiger und hochwertiger Weine? Wohin wenden sich Spitzenfachleute und echte Weinkenner, wenn sie Weißweine von außergewöhnlicher Alterungsfähigkeit suchen, die unmittelbar ansprechend und genußbetont sind und deren erschwingliche Preise den Kauf eines solchen Tropfens auch für den Alltag erlauben?“, so fragt der amerikanische Weinpabst Robert M. Parker in seiner soeben erstmals auch in deutscher Sprache erschienenen Gesamtausgabe, dem „Weinguide“, geradezu einer Bibel für Weinliebhaber, die mit Parkers Bewertungen der getesteten 8000 Weine auf über 2000 Seiten umzugehen wissen, und gibt dann auch selbst darauf die Antwort: „ Es ist das Elsaß, eine legendäre Weinbauregion und eine der schönsten auf Erden hinzu“. Wie wahr, und dennoch können wir geradezu ein Lied davon singen, wie schwierig es ist aufgrund des durchaus zu Recht ramponierten Rufes der Elsässer Weine – saure, extrem geschwefelte oder süßliche Pampe aus Massenproduktion in den höchstens zur Weißkohlerzeugung geeigneten Ebenen des Elsasses hat dazu ihren Beitrag geleistet – die wirklich erstklassigen, charaktervollen, eigenständigen großen Weine selbst der Weltklassewinzer zu vermarkten. Doch allmählich beginnt sich unser unermüdlicher Einsatz abseits aller modischen Trends, unsere große Leidenschaft für die rebsorten- und/oder terroirgeprägten Weine dieser Region auszuzahlen, sind immer mehr Kunden bereit, zunächst einmal zu probieren und beginnen dann zumeist, unsere Passion zu teilen. Dies ermutigt uns, einen weiteren Winzer aus dem Elsaß ins Programm zu nehmen, diesmal keine originäre Entdeckung unsererseits, sondern eine Empfehlung des renommierten Elsaßkenners- und liebhabers Wolfgang Faßbender, der in seiner unbedingt lesenswerten Einführung in die „Weine des Elsass“, Heyne Verlag, die Domaine Julien Meyer als „Geheimtip“ preist und urteilt:, daß die „noch niedrigen Preise kaum zu glauben sind“ (Auch Parker hat dieses Gut mittlerweile entdeckt und stuft es als „ausgezeichnet“ unmittelbar hinter das gute Dutzend an „outstanding“ Winzern ein). Nach dem frühen Tod des Vaters übernahm der äußerst sympathische Patrick bereits 1994 die Leitung des Gutes, scherte sich wie Marc Kreydenweiss wenig um althergebrachte Elsässer Methoden der Weinbereitung, begann mit Barriqueausbau und malolaktischer Gärung auch der Weißweine zu experimentieren, arbeitet seit langem in den Weinbergen mit extremen Mengenbeschränkungen und weitgehend nach biologischen Methoden (keine Düngung der Pflanzen, sondern Ernährung der Böden), läßt natürlich stets von Hand lesen, praktiziert Ganztraubenpressung, beläßt die Weine sehr lange auf der Hefe und verzichtet oftmals auf Filtrierung. Das Resultat dieser qualitätsorientierten Arbeit sind sehr trockene, komplexe, elegante Weine eigenen, eher traditionellen Stils, wie wir sie von früher her kennen und lieben, hervorragende Essensbegleiter, aber auch als Trinkweine bestens geeignet, und das zu Preisen, wie wir sie sonst im Elsaß bisher in dieser Qualitätsstufe noch nicht gefunden haben. Vorerst vier Weine – allesamt bereits schön zu trinken und dennoch auch der Sylvaner und der Pinot Blanc mit einem Entwicklungspotential von mehreren Jahren ausgestattet – dieses großen Talentes, der mit seinen innovativen Ideen noch für viel Furore sorgen wird, haben wir für Sie ausgesucht:

115199 Pinot Blanc „Les Pierres Chaudes“ 1999 14,50 DM


Deutlich durch die Frucht der Rebsorte geprägter Pinot Blanc – ansonsten bevorzugt Patrick die Prägung des Weines durch das Terroir – weich, konzentriert, toll eingebundene Säure.

Leider ausverkauft!

115297 Sylvaner Zellberg „Vieilles Vignes“, Barrique 1997 25,00 DM


Eigentlich sind wir keine Freunde des barriqueausgebauten Elsässer Weißweines, aber Patrick hat uns mit diesem Sylvaner aus fast 50 Jahre alten Rebstöcken begeistert, der 22 Monate im neuen Barrique ausgebaut wurde, jedoch nicht, weil ein Holzgeschmack im Vordergrund stehen sollte, sondern um bei hochwertigen Elsässer Lagen wie dem Zellberg einen wirklich trockenen Wein ohne Restsüße zu erzeugen. Ein Wein voller Komplexität und großer Tiefe, unbedingt dekantieren.

Leider ausverkauft!

115398 Pinot Gris „Funny Elisabeth“ 1998 25,00 DM


Obwohl Botrytis befallen, ein fast gänzlich trockener Pinot Gris von exzellenten Schieferböden, traumhaft, große Eleganz, dennoch viel Körper, rassig, komplexe Aromen von gekochten Früchten, lang anhaltend.

Leider ausverkauft!

115498 Riesling Grand Cru Muenchberg 1998 32,00 DM


Rarer, konzentrierter, komplexer Weltklasse-Riesling von außergewöhnlichem Terroir, die Verkörperung von Patricks Maxime: „Meine Arbeit ist im Weinberg, im Keller habe ich nur noch wenig zu tun“. Unbedingt karaffieren.

Leider ausverkauft!


Mit freundlichen Grüßen

Tino Seiwert und Harald Ley