Saarlouis, im Juli 1999

PINwand N° 24


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

unsere Arbeiten an der neuen Verkaufs- und Lagerhalle in der Saarlouiser Innenstadt schreiten zügig voran, so daß ein Ende des provisorischen Zustandes bald erreicht sein wird und wir Sie heute schon einladen, am Samstag, dem
4. September 1999, unser großes Eröffnungsfest mit uns zu feiern. Von 11.00 bis 18.00 Uhr bieten wir Ihnen eine große Degustation quer durch unser aktuelles Weinprogramm; viele kleine Weine werden kostenlos ausgeschenkt, größere Gewächse berechnen wir glasweise zum Einkaufspreis. Zudem offerieren wir einen interessanten Resteverkauf zu kleinen Preisen und haben zur musikalischen Untermalung ein Trio engagiert, das uns swingenden, klassischen Jazz präsentieren wird. Kommen Sie vorbei, es lohnt sich bestimmt. Wir freuen uns sehr auf Sie, denn Sie wissen, die gemeinsame Verkostung, die - auch kontroversen - Diskussionen sind ein Herzstück unserer Geschäftsphilosophie.

Pinard de Picard stellt die Weichen für die Zukunft!

Man muß aber, bei aller Bedeutsamkeit des privaten Kundenkontakts, kein Visionär mehr sein, um zu erkennen, daß „die Welt noch viel schneller durch das Internet verändert wird, als wir es erwarten konnten” (so Hasso Plattner, im Spiegel-Interview 28/99). Wir sind bereits seit 1997 dabei, uns darauf vorzubereiten. Schon Ende letzten Jahres wurden immer häufiger Kataloge per E-Mail angefordert, die Weinbestellungen aus dem Internet nahmen geradezu dramatisch zu, und so haben wir in den letzten 4 Wochen nach intensiven Planungen unser neues Konzept für den Verkauf per Internet fertiggestellt und umgesetzt.
Unsere Ziele sind dabei hoch gesteckt, denn wir wollen: - die ästhetische Qualität unseres gedruckten Kataloges erreichen, - kürzest mögliche Ladezeiten, - übersichtliche Navigation trotz hoher Informationsdichte, - ein datenbankgestütztes Warenkorbsystem, das auf höchste Zugriffsraten ausgerichtet ist - ein Weinforum, um dem fachlichen Austausch mit unserer bundesweiten Kundschaft eine Plattform zu geben und die kommunikativen Möglichkeiten des neuen Mediums zu nutzen. Zudem bieten wir an: - eine Schnäppchenecke, die immer mindestens ein Schnäppchen enthält, das es exklusiv im Internet gibt. - ein Archiv unserer Pinwände ab Nr. 19.

Alle Kunden, die über einen Internetzugang verfügen, laden wir herzlich ein, unsere neue Homepage zu besuchen und vor allem das Diskussionsforum mit Leben zu füllen. Beachten Sie dabei jedoch bitte, daß wir nicht nur physisch umgezogen sind, sondern auch virtuell: Sie erreichen uns ab sofort unter www.pinard-de-picard.de sowie unter www.pinard.de.Wir sind sehr gespannt auf Ihr Urteil und freuen uns über Anregungen, Kritik und Komplimente.


Domaine de Limbardié

Da wir von den außergewöhnlichen Qualitäten unserer Neuentdeckung Domaine de Limbardié, die wir Ihnen in der letzten Pinwand vorstellten, restlos überzeugt sind, hatten wir eine recht große Marge von diesem in Deutschland noch gänzlich unbekannten Kleinod geordert und insgeheim befürchtet, vielleicht sogar zuviel Wein auf Lager genommen zu haben. Doch kaum hatten die ersten Kunden Ihre Probierpakete bestellt und insbesondere den 98er „Murviel” degustiert, da setzte ein in unserer bisherigen Geschäftsgeschichte beispielloser Run auf diesen sagenhaft günstigen Rotwein ein, und wir waren zur Enttäuschung zahlreicher Kunden im Handumdrehen ausverkauft.

Diese Assemblage aus Merlot und Cabernet, von der wir Ihnen soviel vorgeschwärmt haben, ist beileibe keine billige Kopie von Bordeaux-Weinen, sondern von höchst eigenständigem Charakter, geprägt vom Terroir des französischen Südens und insbesondere den faszinierenden Aromen und Düften der dortigen Kräuter und Gewürze. Und das Beste: Es ist uns gelungen, noch einmal einen größeren ?Nachschlag? zu erhalten, und wir können Ihnen deshalb ab sofort wieder anbieten:

323298 VdP „Murviel”, rouge 1998 9,90 DM

Leider ausverkauft!


Château Mansenoble

Seit wir mit Guido Jansegers zusammenarbeiten, dem Besitzer von Château Mansenoble, welches in der reizvollen Landschaft der vom Tourismus noch fast unberührten Region des Corbières gelegen ist, gehören seine Weine nicht nur zu den Favoriten unserer Kunden. Auch wir freuen uns immer wieder ganz besonders auf jeden neuen Jahrgang und jeden neuen Besuch bei diesem symphatischen Quereinsteiger aus Belgien.

Innerhalb nicht mal eines Jahrzehntes führten er und seine Lebensgefährtin Marie-Annick dieses zuvor relativ verwahrloste Gut nicht nur an die Spitze der Appellation; Robert M. Parker stuft es völlig zu Recht bei den weltweit besten Weingütern ein, und Dagmar Ehrlich bezeichnet den Preis für das Flaggschiff des Châteaus, den Reserve, in ihrem Buch der besten Weine der Welt für unter 20 DM als geradezu sensationell! Und welche Qualitäten Guido Jansegers im für den Süden Frankreichs relativ schwierigen Jahrgang 1997 produziert hat, ist schon außergewöhnlich.

Zwar hängt das Image eines Jahrgangs bedauerlicherweise immer noch stark von der Bewertung der Bordelaiser Gewächse ab, doch gab es in diesem Jahr in der Tat ähnlich gelagerte große Probleme in der Region Bordeaux wie auch im Midi. Andererseits, welch ein grandioser Jahrgang an der Loire, im Elsaß, bei einigen Winzern des Burgund und in weiten Teilen Deutschlands und Italiens, was deutlich macht, wie unsinnig es ist, einen Jahrgang in Europa über einen Kamm, den des Bordelais, zu scheren. Zudem zeigen die völlig heterogenen Qualitäten im französischen Süden selbst die Notwendigkeit, auch eine Region nicht pauschal zu bewerten, sondern sehr genau zu differenzieren, wie und ob sich der Erfolg bei den einzelnen Winzern eingestellt hat.

So wie wir in PINwand 22 feststellten, daß die Güte der Weine im Burgund im 97er Jahrgang höchst unterschiedlich ausgefallen ist, gilt diese Einschätzung in fast noch stärkerem Maße für den französischen Süden.

Die Mehrzahl der Rotweine schmeckt schlichtweg katastrophal; dünne, bläßliche, gar roséfarbene Tropfen wurden von denjenigen Winzern produziert, die während oder kurz nach den großen Regenfällen des Sommers geerntet hatten. Wiederum bewahrheitete sich die Regel, daß in einem wirklich guten Jahrgang – fast – jeder Winzer einen zumindest passablen Wein erzeugen kann, sich in schwierigen Perioden jedoch gnadenlos die Spreu vom Weizen trennt.

Diejenigen Weinmacher, die mit intensiver Arbeit im Weinberg, Blattwerksausdünnung und rigoroser Auslese fauler Trauben, gesundes Lesegut in einen ähnlich traumhaften Herbst wie in Deutschland hineinretteten, können jetzt mit schönen Qualitäten aufwarten, zum Teil auf gleichem Niveau wie der 96er Jahrgang, jedoch von anderer Charakteristik. In aller Regel haben die wirklich guten Weine einen mittleren Körper, dabei weniger Farbextrakt als die hyperkonzentrierten und geradezu pechschwarzen 98er Weine und sind bereits sehr früh trinkreif.

Fast alle Klasse-Weine des 97er Jahrgangs bereiten schon jetzt oder in Kürze hohen Trinkgenuß, werden aber unserer Einschätzung nach keine großen Lagerweine sein, ganz im Gegensatz zum grandiosen Nachfolgejahrgang, auf dessen Reife wir voraussichtlich sehr lange werden warten müssen. Insoweit ergänzen sich die schönsten Weine des 97ers bestens mit ihren Nachfolgern.

Diese Jahrgangscharakteristik trifft exakt auf die hervorragenden Rotweine von Château Mansenoble zu, allesamt ab sofort mit viel Freude zu trinken, auch und gerade an warmen Sommertagen, mit Ausnahme des Réserve jedoch zum baldigen Verbrauch bestimmt:

305197 VdP des Coteaux de Miramont, 1997 9,00 DM


Sehr weicher, süffiger Landwein mit kaum vernehmbarer, bestens eingebundener Säure, samtige Frucht, Anklänge an rote Sauerkirschen, Birnengelee und Zimt.

Leider ausverkauft!

305397 Merlot-Cabernet, VdP des Coteaux des Miramont, 1997 12,00 DM


Rund, ausgewogen, in der Nase Anklänge an eingekochte Früchte, Cassis, dazu exotische Aromen, superb!

Leider ausverkauft!

305497 Corbières Tradition "Montagne d'Alaric", 1997 13,00 DM


Für uns der bisher beste! "d'Alaric", den wir je getrunken haben, herrlich weiche Frucht, schwarze und rote Johannisbeeren, animalische Noten, Leder, Tabak, bereits jetzt Trinkvergnügen pur.

Leider ausverkauft!

305297 Réserve du Château Mansenoble, 1997 19,50 DM


Wie immer hochelegant, rauchige Nase, leichte Vanilletöne und deutlich vernehmbare Waldbeeren, weiche Frucht, perfekt eingebundene Gewürze des Südens, dazu Kardamon und Pfeffer, harmonisch, Potential!

Leider ausverkauft!


News:

Gerade eingetroffen ist der 98er Jahrgang unserer beliebtesten Sommerweine überhaupt, der feinfruchtige Auxerrois und beste Pinot Gamay Lothringens, beide von Michel Maurice, jeweils für 13,00 DM. Nachkaufen zum noch günstigen Preis konnten wir auch unsere Weine der 98er Bordeauxsubskription, so daß wir alle Weine aus der PINwand 23 bis zum Abverkauf weiter anbieten können. Achtung: z.T. nur noch kleine Mengen vorrätig, weiterhin freie Kontingentierung. Zudem spielte uns der Druckfehlerteufel einen Streich. Der Subskriptionspreis für den Valmy Dubourdieu beträgt nur 25,00 DM ohne Mwst.. Angebot des Monats 7/99: die 4 Rotweine von Mansenoble und die 2 Sommerweine von Maurice für 65,00 DM.

Mit freundlichen Grüßen

Harald Ley und Tino Seiwert