Saarwellingen, im September 2007

PINwand Nº 137


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde von Pinard de Picard,

in unserer heutigen Pinwand berichten wir Ihnen von einer spektakulären Pinot-Noir-Probe mit einem völlig unerwarteten Ergebnis, das vinologische Weltbilder verändern könnte. Wir haben in vielen Mailings dieses Jahres informiert, wie nahe in Deutschland in 2006, dem Jahrgang der Extreme, Himmel und Hölle beieinander liegen, dass aber die besten Rieslinge die Vorzüge dreier großer Jahrgänge vereinen: den traumhaften Extrakt aus 1998, die vibrierende Frische und Mineralität aus 2004 sowie die innere Dichte und Konzentration aus 2005.
Eine der renommiertesten Weinexpertinnen der Welt, Jancis Robinson, hat die Ergebnisse ihrer Verkostung der Großen Gewächse 2006 veröffentlicht und sieht es genau so: Sie wertet die Spitze der trockenen deutschen Rieslinge auf einem Qualitätsniveau wie noch nie zuvor!
Unsere Klassiker, das Schlossgut Diel von der Nahe und Van Volxem von der Saar (mit einer stilistischen Weiterentwicklung zu noch mehr Finesse) brillieren in 2006 mit fabelhaften Weinen!

Freunde italienischer Rotweine können sich an den ungemein preiswerten, autochthonen Tropfen von Felline erfreuen.

Frankreich fasziniert mit zwei großartigen Weingütern, die zu den Urgesteinen von Pinard de Picard zählen: den Domainen Vieille Julienne aus Châteauneuf-du-Pape und Aires Hautes aus dem Minervois.


News: Der WeinGourmet stellt in seiner aktuellen Ausgabe September/Oktober 2007 „die besten Schnäppchen aus Spanien vor: 50 tolle Rotweine für unter 15 Euro.” Unser Bestseller, die Bodega Inurrieta, ist gleich mit zwei Weinen vertreten. Wir zitieren:

429503 Altos de Inurrieta, Reserva tinto 2003 11,00 Euro
„Ein Super-Schnäppchen: Die süffige Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot vereint in ihrem Geschmacksbild Eleganz und Konzentration. Weil die Proportionen gewahrt werden, ist es kein Marmeladenwein-Konzentrat geworden, sondern in sich stimmig, mit dem süchtig machenden Geschmack vollreifer Trauben, Frische und präsenten Tanninen. Etwa vier Jahre lagerfähig. Zu Steaks, Lammkoteletts oder Ratatouille.”


Bodega Inurrieta
Sanfte Hügellandschaften prägen das Bild der Region Navarra

429204 Inurrieta, Sur „S”, tinto 2004 6,60 Euro
„Ein unkompliziertes Preiswunder mit Niveau. Vier Monate Reife in Fässern aus amerikanischer und französischer Eiche zugunsten der Struktur – nicht für einen Holzgeschmack! Am Gaumen erstaunlich elegant, gefällige Frucht, harmonisch, dennoch spannungsreich und mit feiner Frische.”



In letzter Minute frisch bzw. wieder eingetroffen:
Großartige Grüne Veltliner und Rieslinge aus dem besten Jahrgang in Österreich seit 25 Jahren, aus biodynamischem Anbau und garantiert korkfrei, da Drehverschluss, vom Weingut Hirsch im Kamptal und von F.X. Pichler, der Legende aus der Wachau!

701106 Hirsch, Grüner Veltliner „Trinkvergnügen #5” (DV) 2006 7,40 Euro

Weingut Hirsch
Johannes Hirsch (rechts im Bild) und Tino Seiwert beim Fachsimpeln in den Rieden


701206 Hirsch, Grüner Veltliner „Heiligenstein” (DV) 2006 11,00 Euro


Weingut Hirsch
Johannes Hirsch, unter den österreichischen Spitzenwinzern der Vorreiter des Schraubverschlusses

701406 Hirsch, Riesling „Zöbing” (DV) 2006 11,00 Euro


F.X. Pichler
Das Urgestein der Wachau: F.X. Pichler

721306 Pichler, Loibner Berg, Riesling Smaragd 2006 42,00 Euro


721906 Pichler, Dürnsteiner Kellerberg, Riesling Smaragd 2006 49,90 Euro


721006 Pichler, Riesling „Unendlich” 2006 89,00 Euro


Limitiert: max. 2 Flaschen pro Kunde!

721606 Pichler, Grüner Veltliner „M” Smaragd 2006 47,00 Euro



Domaine de Limbardié: Legendär ist mittlerweile die Degustation der Schweizer Fachzeitschrift „Weinwisser”, herausgegeben von dem bekannten Fachautor René Gabriel („Bordeaux Total”), in welcher der „Tradition” in einer Welt-Merlot-Probe den 10. Platz erreichte, einen Rang hinter La Conseillante und gar zwei Plätze vor Pétrus, dem großartigen Prestigegut aus Pomerol.

Domaine de Limbardié - Cessenon
Die Domaine de Limbardié

323206 Limbardié, VdP „Murviel”, VdP de Cessenon, rouge 2006 5,30 Euro


323303 Limbardié, Tradition, rouge 2003 12,90 Euro



Cusumano: „Mehr Klasse gibt es für diesen Preis in Italien nicht”, feiert der bekannte Italienjournalist Jens Priewe den großartigen „Benuara, rosso 2006” unseres sizilianischen Kleinods!

Cusumano - Sizilien
Sizilien - Insel voller Schönheit

691506 Cusumano, Benuara, rosso 2006 8,95 Euro
Welch traumhafter, nach einer auf der Insel beheimateten Blumensorte benannter Sizilianer und welch brillante Rebsorten-Expression (Nero d’Avola mit 30% Syrah), ohne jegliche Überreife oder rosinige Chi Chi-Noten, sondern ganz einfach nur richtig guter Wein. Nichts wirkt dick aufgetragen oder gar breit und plump, stattdessen seidig, fruchtig, herrlich extraktreich, mineralisch und lebendig-fein. Brava Italia! Das ist eines der Aushängeschilder für das neue kultivierte Sizilien, wo eine Qualitätsrevolution wie in kaum einer anderen italienischen Weinregion einen katapultartigen Schub nach vorne gebracht hat. Und dies vor allem mit Finesseweinen, welche die Charakteristika von Böden und Mikroklima optimal mit den autochthonen Sorten vereinen und auf die zwei Schlüsselfaktoren setzen: gestiegene Traubenqualität und schonender Ausbau im Keller. Reife Schattenmorellen duften im Glas, dazu gesellen sich kleine, feine Wacholderbeeren, aber auch saftige, vollreife große Pflaumen: Welch aufgefächertes, komplexes, delikates Fruchtbukett! Am Gaumen vereint sich die expressive Frucht mit feinem Schmelz, dann begeistert eine feine, subtile Mineralität und zart-süßliche Pflaumenanklänge, das Tannin ist jugendlich-straff, frisch und ellenlang. Im Finale kommen Röstaromen von Nougat und Schokolade hinzu sowie eine feine mineralische Würze. Dieser herrliche, balsamisch weiche Wein spielt mit allen olfaktorischen Sinnen. Kraft ohne Schwere! Der Benuara wirkt geradezu avantgardistisch in seiner Kombination aus typisch süditalienischem Temperament und nördlicher Finesse: Er zeigt Feuer, Feinheit und Frische. Drei Gläser erhielt sein ungemein beliebter „großartiger Jahrgangsvorgänger mit seiner reifen Frucht und seinen schmeichlerischen Tanninen” (Gambero Rosso) und war blitzartig ausverkauft. Sein Nachfolger aus großem Jahr ist in jeder Hinsicht ebenbürtig – und dies zu unschlagbar günstigem Preis. „Mehr Klasse gibt es für diesen Preis in Italien nicht”, feiert der bekannte Italienjournalist Jens Priewe diesen großartigen Wein!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Mitte 2008 bis mindestens 2012.

Cusumano, Benuara, rosso 2006


Dirk Würtz: Seit Jahren unser erfolgreichster Basisriesling – Ein wunderbarer „Saufwein” aus biologischem Anbau!

Weingut Dirk Würtz
Blick auf Dirks „Königsmühle” aus luftiger Höhe.

950406 Würtz, „Potate Rheinhessen”, Riesling trocken (DV) 2006 5,20 Euro
Aus unterschiedlichen Parzellen mehrerer Paradelagen in Gau-Odernheim hat unser Revoluzzer aus relativ kleinem Ertrag (40 hl/ha) wiederum einen „ansprechenden Saufwein im unteren Preissegment vinifiziert, von dem man garantiert keine Kopfschmerzen (auch keine verkorkten Flaschen, da Drehverschluss) bekommt”, so Dirk Würtz, Understatement pur betreibend. Es ist schlichtweg sensationell, mit welcher Aromenintensität dieser herrliche Alltagswein begeistert. So fasziniert er stets aufs Neue durch seine ungemein expressive Aromen von Cassis, Stachelbeeren und mineralische Noten in der Nase, dazu gesellt sich die typische „Würtz-Würze”, am Gaumen relativ dicht mit einer feinen Säure und einer zarten Mineralität infolge des hohen Kalkanteils im Boden. Sicherlich kein großer, komplexer Riesling, doch in seiner Preisklasse qualitativ eine unerhörte Provokation!
Dieser Auffassung ist auch die Fachpresse: Lassen Sie mich stellvertretend für alle Elogen, die ihm zuteil wurden, Stephan Reinhardt zitieren, der in einer ausführlichen Reportage in der WELT am Sonntag unter der Schlagzeile „Generation Riesling” über junge Winzer berichtete, die mit „Leidenschaft und handwerklicher Sorgfalt” Deutschlands Paraderebsorte „an die Spitze führen”. Als einer von fünf besonders herausgehobenen Rieslingen wird der ‘Potate’ sowohl für seine Qualität als auch für sein tolles Preis-Genussverhältnis ausdrücklich gelobt. Reinhardt schreibt:„‘Sauft’, Brüder”, heißt dieser ökologisch erzeugte Riesling mit Schraubverschluss aus Rheinhessen. Damit sich weniger Leute durch den Namen abgestoßen oder gar ausgegrenzt fühlen, hat Winzer Dirk Würtz den Imperativ in lateinischer Sprache aufs Etikett gesetzt: Potate!
Der Name ist Programm: Die frische und leichte Einstiegsdroge zum Thema „Riesling trocken” eignet sich für alle Anforderungen des Lebens, etwa zu Vergessen, Verlieben, Durstlöschen und Sparen.” Lassen Sie sich diesen leckeren Trinkspaß auf keinen Fall entgehen!





ITALIEN

Azienda Agricola Felline

Einer der beliebten Klassiker unseres Italien-Programms fasziniert mit ungemein preiswerten, autochthonen Rebsorten seiner süditalienischen Heimat.

In den weiten, sanft zum Meer hin abfallenden Ebenen Apuliens, tief im Süden des italienischen Stiefels gelegen, produziert seit einem Jahrzehnt eine kleine Elite qualitätsorientierter Winzer aus ihren einheimischen Rebsorten großartige Weine und hat daher mittlerweile zu Recht eine hohe internationale Reputation erreicht. Voraussetzung für diesen Qualitätssprung war die Verknüpfung einer jahrhundertealten Tradition – insbesondere die Verwendung der regionalen autochthonen Rebsorten – mit einer radikalen Mengenbegrenzung in den Hektarerträgen und den Segnungen der Moderne im besten Sinne, insbesondere einer behutsamen Verarbeitungstechnik in neu konstruierten, hoch modernen Kelleranlagen mit optimalen Kühlmöglichkeiten. Diese Synthese trug entscheidend dazu bei, dass die früher nur allzu oft überreifen und oxidativen Weine Apuliens heute mit ihrer betörenden sinnlichen Frucht und einer würzigen Note brillieren. Eines der Vorzeigeobjekte für diese „neue Weingeneration mit einem großartigen Preis-Genussverhältnis” (so das Urteil des Gambero Rosso) ist die Kellerei Felline in Manduria.

Die Gebrüder Perucci vinifizieren hier unter Anleitung eines der renommiertesten italienischen Önologen, Dottore Cosimo Spina, autochthone Rotweine voller Originalität – mit einem Schuss unverfälschter Wildheit, aber in einer zeitgemäßen Stilistik. Insbesondere der Primitivo von Manduria, wohl der Stammvater des kalifornischen Zinfandels, eine Rebsorte, die wie keine andere die Zukunft und das Potential Apuliens verkörpert, wird hier auf geniale Weise neu interpretiert. Italiens wilder Süden erlebt daher (jenseits aller Massenertragsorgien von Genossenschaften, deren Billigplörre auch heute noch in Supermärkten achtlos verramscht wird) in seiner Spitze verdientermaßen eine wahre Renaissance und folgerichtig einen sagenhaften Nachfrageboom nach seinen temperamentvollen, charakterstarken Weinen: Seit Jahren bereits sind folgerichtig die urwüchsigen Rotweine unseres apulischen Kleinods Felline ein großer Renner in unserem Programm! Für uns daher auch keine Überraschung, dass die renommierte Weinzeitschrift DECANTER („Süditalien ist das neue Kalifornien – nur viel billiger”) unseren Basiswein ‚Alberello’ ebenso wie den ‚Primitivo di Manduria’ mit vier von fünf Sternen auszeichnet, was bedeutet „highly recommended”. Und im aktuellen Gambero Rosso 2007 erhält der „kleine” Alberello gar zwei Gläser und natürlich die Auszeichnung für ein besonders günstiges Preis-Genussverhältnis: Welch sensationell guter Stoff für die ungemein sympathische Preisklasse unter 6 Euro!


681105 Felline, Alberello, rosso 2005 5,95 Euro
Leuchtendes Tiefrot in der Farbe, dem Glase entströmt eine betörende, leicht süßliche Fruchtnase mit Anklängen an reife Kirschen, feine orientalische Gewürze, dunkle Beeren, geschmolzene Vollmilchschokolade, Lakritze und faszinierende Veilchenblüten. Wie seine Jahrgangsvorgänger ein feuriger Schmeichler des Gaumens mit seiner herrlich reifen, saftigen Frucht, dazu süße Kirschen und feinste schokoladige Anklänge. Die präsente, sehr angenehme Säure verleiht diesem leckeren Wein eine traumhafte Frische. Mit einer für seine Preisklasse selten anzutreffenden Dichte und seiner zart malzigen Struktur erfreut er die Zunge, die cremigen, würzigen Tannine sind perfekt eingebunden in die zart süßliche Frucht: Ein Musterexemplar für die neue Generation authentischer, grundehrlicher süditalienischer Alltagsweine, die wieder so richtig Lust machen, sich den Weinen dieses wunderschönen Landes zuzuwenden. Ein extrem fairpreisiger Charmeur (je zur Hälfte aus den heimischen Reben Negroamaro und Primitivo vinifiziert) und daher wie sein Vorgänger zwei Gläser im Gambero Rosso 2007 und die Extra-Auszeichnung für ein besonders gutes Preis-Genussverhältnis. Es gibt wohl in ganz Italien kaum einen zweiten Alltagswein in dieser sensationellen Qualität!
Zu genießen ab sofort bis 2009.


Gambero Rosso: 2 Gläser

681205 Felline, Primitivo di Manduria, rosso 2005 9,50 Euro
In der Farbe bereits findet sich das rebsortentypische satte Braunrot der autochthonen, uralten Rebsorte ‚Primitivo’, mit schwarzem Kern und ziegelroten Aufhellungen zum Rande hin. In der stilistisch höchst eigenständigen, charaktervollen Aromatik der Nase betören tiefgründige, feinwürzige Beerenaromen, charakteristische schwarze Kirschen, dazu reife Pflaumen, balsamische Noten und faszinierende Anklänge an Eukalyptus, Tannennadeln sowie getrocknete Rosenblätter, Veilchen und Flieder. Am Gaumen dicht, füllig, ja, wollüstig-opulent (ohne jedoch ins Marmeladige abzugleiten) und herrlich saftig, eine samtige Beerenfrucht, Noten von Lebkuchen, Zimt und Nelken, dazu weiche, fabelhaft cremige Tannine. Dieser Schmeichler der Sinne, der die Faszination traditioneller Weinbaukultur unverfälscht ins Glas zu zaubern vermag, macht mit seiner feinen Säurestruktur und seinen geschmeidigen, geschliffenen Tanninen von Glas zu Glas mehr Lust zum weiter „Süffeln”: Faszinierend für einen feurigen Süditaliener seine ungewöhnlich „kühle” Stilistik und sein pikanter, feingliedriger Nachhall. Jahrgangsbedingt nochmals besser als seine ebenfalls herausragenden Vorgänger, z.B. der herrliche 02er (aus wahrlich nicht leichtem Jahr), der von VINUM mit 17/20 Punkten als Top-Tipp und der Empfehlung „unbedingt kaufen” geadelt wurde.
Zu genießen ab sofort bis etwa 2010.


681305 Felline, Vigna del Feudo, rosso 2005 13,50 Euro
Endlich können wir Ihnen wieder in ausreichenden Mengen (die zugeteilten Flaschen können niemals die große Nachfrage nur annähernd befriedigen) die legendäre Spitzencuvée Vigna del Feudo anbieten, die nur in großen Jahrgängen vinifiziert wird und die im Gambero Rosso 2007 mit 2 roten Gläsern (das bedeutet: in der Endausscheidung für die begehrten 3 Gläser nur knapp gescheitert) ausgezeichnet wurde. Diese großartige Cuvée aus Primitivo, Malvasia nera und Ottavinello, der apulischen Rebart der Cinsault-Rebe, die für eine traumhafte Frische im fertigen Wein verantwortlich zeichnet, fasziniert durch ihr betörend-blumiges Bukett von Heidelbeeren und Brombeeren, orientalischen Gewürzen, balsamischen Noten, Rhabarber und Anklängen an frisch gebackenes, lecker duftendes Brot. Tiefgründig, dicht und komplex auf der Zunge mit einer reifen, saftigen, weichen Tanninstruktur und verführerischen Noten von süßlichen dunklen Beeren, Kirschen sowie Tabak- und Kaffeeanklängen, feinst unterlegt von einer knackigen, trinkanimierenden Säureader und mineralischen Noten. Ein authentischer Traumtropfen, der wie kaum ein zweiter die Originalität großer apulischer Weine verkörpert! Infolge seiner phantastischen Frische und Feingliedrigkeit einer der großen Stars der süditalienischen Weinszene zu einem phänomenal günstigen Preis angesichts seiner grandiosen Qualität!
Zu genießen wegen seiner seidenen Tannine ab sofort, Höhepunkt 2008 bis wenigstens 2014.


Gambero Rosso: 2 rote Gläser




FRANKREICH

Domaine des Aires Hautes - Minervois

In einem Special der Revue du vin de France über die besten Weine Frankreichs wird unser Naturtalent Gilles Chabbert wegen seines fabelhaften „Clos de l’ Escandil”, einem „reichhaltigen, kraftvollen, aromenintensiven Wein mit phantastisch reifen Tanninen und der gleichzeitig großartigen Frische und Finesse, einer Cuvée also höchster Qualität zu weisem Preis”, zum „Mann des Jahres” gekürt!

„Das Minervois hat vielleicht auf lange Sicht das beste Potential aller Appellationen im Gebiet Languedoc-Roussillon”, urteilen einflussreiche Weinkritiker auf der ganzen Welt, wie beispielsweise Robert M. Parker. Warum ist dem so? Nun, die besten Weingärten im Herzen des Minervois liegen relativ hoch auf sanften, nach Süden ausgerichteten Hängen (viel Steine, nur wenig Bodenauflage) in „La Livinière” am Fuße der Montagne Noir, welche vor atlantischen Tiefausläufern schützen, gleichzeitig aber in der Nacht frische, ja kühle Luftmassen von den Bergkämmen zu den Wingerten führen. Diese bedingen extreme Temperaturunterschiede (entscheidend für die fabelhafte Komplexität der Weine), denn am Tage findet sich in dieser Subregion das heißeste Mikroklima des gesamten Languedoc mit extrem wenig Niederschlägen. Der vegetative Zyklus dauert relativ lange von Anfang April bis Mitte Oktober und gewährleistet somit einen idealen, da langsamen Reifeprozess. Das dominierende Terroir in „La Livinière” besteht aus harten Kieselsteinen und Löss an der Oberfläche und hartem Kalkgestein im Untergrund – die ideale Basis für tief mineralische Weine. Die geringe natürliche Fruchtbarkeit dieses Bodens verbindet sich mit seiner wenig ausgeprägten Fähigkeit, Wasser zu speichern, so dass die Erträge schon von Natur aus gering ausfallen.

Domaine des Aires Hautes
Blick über die gepflegten Rebzeilen der Domaine

Aber es sind nicht nur diese idealen natürlichen Voraussetzungen, welche die eingangs zitierte hohe Einschätzung renommierter Experten stützen, sondern es ist vor allem die Aufbruchstimmung der Menschen, die hier in der Gluthitze des Südens die steinigen, kargen Böden bewirtschaften und sich dem Streben nach Qualität verschrieben haben. Im Bewusstsein der großartigen Chance, die ihnen die natürlichen Gegebenheiten ihrer privilegierten Heimat bietet, lebt eine avantgardistische Generation junger Winzer ihre Vision. Inspiriert durch die römische Göttin Minerva, die ihrer Heimat den Namen gab und nicht nur Göttin der Weisheit, sondern auch des Mutes ist, haben sie sich mit unermüdlichem Elan und großer Leidenschaft daran gemacht, das Geschenk der Natur zu nutzen. So initiierten sie bereits 1990, ziemlich am Beginn der revolutionären Aufbruchstimmung im Languedoc, eine Qualitätsoffensive und reduzierten freiwillig die erlaubten Erträge. 1998 schließlich wurde La Livinière mit vier Nachbargemeinden offiziell als erster Cru des Minervois anerkannt. Beispielhaft für den Erfolg dieses qualitätsorientierten Denkansatzes steht der märchenhafte Aufstieg unserer Domaine „Aires Hautes” nicht nur an die Spitze des Minervois, sondern in die kleine Eliteklasse der südfranzösischen Domainen überhaupt!

Bevor die Brüder Eric und Gilles Chabbert die von ihrem Vater gegründete Domaine übernahmen, wurde die gesamte Ernte zum Spottpreis lose „en vrac” verkauft. Gilles, für die Weinbereitung zuständig und ein typischer Vertreter des neuen Denkens der nachrückenden Winzergeneration, war mit den erzeugten Qualitäten völlig unzufrieden und stellte die gesamte Produktion auf biologischen Anbau um, beseelt von der Absicht, auf den wertvollen Parzellen der Familie großartige Weine zu erzeugen. Eric, der eine Apotheke besitzt und der sich um die geschäftlichen Angelegenheiten der Domaine kümmert, betont wie sein Bruder immer wieder, dass sie sich als „Handwerker” (artisan) verstehen, die in bester Tradition mit dem Geschenk der Natur, ihren privilegierten Weingärten, behutsam umgehen. Gilles ist wohl ein vinologisches Naturtalent. Er hat zwar eine Landwirtschaftsschule besucht, die ihm aber seiner Meinung nach zur Erzeugung wirklicher Spitzenweine nur wenig gebracht hat. Entscheidend für ihn waren vielmehr die unzähligen Stunden angeregter Diskussionen mit gleich gesinnten jungen Winzern des Languedoc und die Literatur zur Produktion biologischer Weine, die er geradezu verschlang. Angewandt auf die Praxis heißt dies: starker Rückschnitt der Stöcke, hohe Rankhilfen, die eine optimale Sonneneinstrahlung und eine hohe physiologische Reife der Trauben gewährleisten, rein organische Stoffe pflanzlicher Herkunft zur Düngung der extrem ärmlichen Böden, intensive Bodenbearbeitung und ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem zur Vermeidung von sommerlichem Trockenstress, manuelle Lese sehr reifer Trauben und rigorose Selektion. All diese Maßnahmen lassen die wirklich großen Weine zuallererst im Weinberg wachsen, im Keller wird nur noch behutsam (im gekonnt oxidativen Stil) vinifiziert.

So entstehen in harter handwerklicher Arbeit dichte, tiefgründige, elegante, biologisch erzeugte Weine mit einer ausladenden Frucht und von einer beeindruckenden Balance und Klarheit. Monumente der Inkarnation von Frische und Terroircharakter, die wie Fanale der Authentizität und Natürlichkeit aus einem Meer uniformer Massenerzeugnisse herausragen. Die Fachpresse ist dementsprechend voll des Lobes für die Erzeugnisse unseres Kleinods: Die Domaine Aires Hautes gehört ein Jahrzehnt nach dem Beginn der weit reichenden Veränderungen, die Gilles und Eric vornahmen, unzweifelhaft zur Elite der Weingüter des Languedoc!

Domaine des Aires Hautes
Der Barriquekeller der Domaine des Aires Hautes

Besonders erfreulich dabei ist, dass die sympathischen Brüder trotz der enorm gestiegenen Qualitäten bei ihrer Preisgestaltung extrem bodenständig geblieben sind – ein Charakterzug, der unsere Vorliebe für diese hervorragenden Weine und ihre Erzeuger noch einmal gesteigert hat. Die neuen Jahrgänge zeugen mehr denn je zuvor von der enormen Anstrengung und von dem Enthusiasmus, mit dem Gilles und Eric ihr Handwerk betreiben und von der Naturverbundenheit, mit der sie ganz tief im französischen Süden, in der Einsamkeit ihrer wildromantischen Landschaft, traumhafte Weine aus biologischem Anbau produzieren, die mit das beste Preis-Genuss-Verhältnis des gesamten Languedoc besitzen!
P.S. Vielen Dank „Mama” Chabbert für ihre traditionellen Menüs, die sie mir bei jedem meiner Besuche mit viel Liebe zubereitet.


301106 Aires Hautes, Sauvignon blanc 2006 5,90 Euro
Frischer, reintöniger Sauvignon Blanc, exzellenter Rebsortencharakter mit Aromen von Zitrusfrüchten, Minze und zarten Anklängen von Cassisblatt. Am Gaumen feine Würze, dezente, perfekt eingebundene Säure, feine mineralische Note, angenehme Frische, dichter, fülliger als in den Vorjahren, (nicht nur) ein herrlicher Sommerwein und eine erstklassige Alternative für alle diejenigen, denen mittlerweile die Loireweine à la Sancerre aus verständlichen Gründen zu teuer geworden sind. Die Trauben für diesen erfrischenden Wein mit angenehm niedrigem Alkoholgrad wurden bereits Mitte August geerntet, um die feine Säurestruktur zu erhalten.


301405 Aires Hautes, Minervois, rouge 2005 6,90 Euro
Tiefdunkles Purpurrot, in der Nase verschwenderische Aromen von vollreifen schwarzen Kirschen und roten Beeren, mediterranen Kräutern, schwarzen Oliven, Wacholderbeeren, Nelken, Zimt und zarten Anklängen von schwarzem Pfeffer und ausgeprägt duftige Noten von Rosen und Veilchen. Am Gaumen zeigt sich die gleich komplexe, feine Frucht in Verbindung mit einer kühlen Mineralität. Die elegante Säurestruktur und das feinkörnige Tannin tragen dazu bei, dass es sich bei diesem ungemein preiswerten Rotwein um einen sehr anregenden Tropfen handelt, der zu keinem Zeitpunkt sättigend wirkt. Der Wein präsentiert sich weich, harmonisch, feingliedrig und schön balanciert, die cremigen Gerbstoffe sind kaum vernehmlich, sehr schöner, feinherber Nachhall. Leicht gekühlt auch ein faszinierender Rotwein für wärmere Tage, ansonsten ein wunderschöner Alltagswein von hohem Niveau für jede Gelegenheit aus niedrigen Erträgen von unter 30 hl/ha, der das große vinologische Können der sympathischen Chabbert-Brüder ausdrücklich demonstriert.
Zu genießen ab sofort bis 2010.


Domaine des Aires Hautes

301505 Aires Hautes, Malbec, rouge 2005 7,90 Euro
Ein gleich überragendes Preis-Genussverhältnis wie der beliebte Basiswein der Domaine bietet dieser verführerische, rebsortenreine Malbec, dessen Jahrgangsvorgänger bereits in „Alles über Wein” im großen Report über die Weine des Languedoc zu den besten Schnäppchen der gesamten Region gezählt wurde! Ein verführerisches Gewächs, das in einem tief dunklen Violettrot (ja, fast schwarz im Kern) ins Glase läuft. Mit seinem animierenden Duft nach wild wachsenden Beeren, rotem Fleisch, schwarzem Pfeffer, mediterranen Kräutern und Veilchen besitzt dieser Wein schon in der Nase eine wilde, ursprüngliche Tiefe. Im Mund kraftvoll, mit reifen, aber präsenten Tanninen und mit einer anregenden Säure versehen. Mit seiner ausgeprägten Würze von Pfeffer und wilden Kräutern haben wir es hier mit einem leckeren Rotwein zu tun, der nach kräftigen Gerichten wie gegrilltem Pfeffersteak, geschmortem Hirsch- oder Lammbraten geradezu schreit. Am Gaumen sehr saftig, dicht, schmelzig, reife Frucht, viel Fülle und Fruchtextrakt, dabei elegant und lang anhaltend, schöne Struktur, lebendige Säure, markanter, mineralischer Nachhall. Vergessen Sie alles, was Sie bisher an unzugänglichen Malbec-Weinen aus anderen Regionen getrunken haben, dieser Wein bereitet trotz noch präsenter, jedoch reifer und geschliffener Tannine ab sofort hohen Genuss und ist ein idealer Begleiter zu Wildgerichten. Am zweiten Tag präsentiert er sich am schönsten, noch eleganter, harmonischer, weicher als unmittelbar nach der Öffnung, mit einer subtilen Aromatik. Extrem gutes Preis-Genussverhältnis.
Potential bis mindestens 2010.


301605 Aires Hautes, „La Livinière”, rouge 2005 9,90 Euro
Seit Jahren ist der Preis für einen unserer meistverkauften Rotweine aus den besten Lagen des Minervois in „La Livinière” nahezu unverändert günstig geblieben, auch im sensationell schönen Jahrgang 2005! Eric und Gilles haben verstanden, so wie beispielsweise auch Pierre Clavel. Sie, die sie nie die Wurzeln ihrer bäuerlichen Herkunft vergessen haben, sie, bei denen Gastfreundschaft keine leere Worthülse ist, sondern unvergessliche Abende mit himmlischen leiblichen Genüssen und intensiven Gesprächen bedeutet, haben wirklich begriffen: Das Languedoc darf niemals seinen einzigartigen Vorsprung verlieren, der diese von ihren so unterschiedlichen, aber jeweils erstklassigen Böden und ihrem privilegierten Klima gesegnete Region in den letzten Jahren zu einem weltweit einzigartigen El Dorado für preisbewusste Weinliebhaber hat werden lassen: herausragende Terroirweine mit einem großartigen Preis-Genussverhältnis zu produzieren, was ihren legendären Ruf bei Liebhabern in aller Welt vor mehr als einem Jahrzehnt begründet hat.
Diese verführerische Cuvée aus Syrah, Grenache und Carignan mit ihrem tiefdunklen gedeckten Granatrot, von Michel Bettane, dem großen alten Mann des französischen Weins, als intensiver Ausdruck ihres großen Terroirs gefeiert, besitzt ungemein ausladende, komplexe Aromen. Fast wollüstig duftet sie nach süßen Beeren wie Cassis und Heidelbeere sowie nach reifen Sauerkirschen, begleitet von Zimt, Nelke, Anis, Koriandernoten, Oliventapenade und dunklem Nougat. Am Gaumen dann ein faszinierender Kontrast zwischen kühlen, mineralischen Noten und einer feinen, erfrischenden Frucht. Das Tannin gestaltet sich reif und nobel. Hinzu kommt eine für einen Languedocwein wunderbare Frische infolge einer perfekt eingebundenen Säure. Paula Bosch, Deutschlands renommierte Sommelière („Tantris”, München), würdigte einen vergleichbar guten Vorgänger dieses Weins in der Süddeutschen Zeitung „als zweifellos zum Besten gehörend, was das Languedoc zu bieten hat. Ein Schmusewein ohne langweilige vordergründige Frucht, mit langem kraftvollem Finale. Eine einzige Verführung zum Weitertrinken.”
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Mitte 2008 bis 2012.


301705 Aires Hautes, „Clos de l’Escandil”, rouge 2005 19,90 Euro
Dieses großartige Elixier von perfekt gereiften Trauben sehr alter Rebstöcke aus dem besten Terroir von „La Livinière” ist die nochmalige Steigerung des spektakulären, von Paula Bosch und Michel Bettane gefeierten vorigen Weins und gehört zweifellos zu den größten Gewächsen des gesamten Midi! Ein Wein, der in einem tiefdunklen Schwarzrot mit dezenten violetten Reflexen zum Rande hin ins Glas rinnt. In der Nase eine begeisternde Fruchtsüße in Form von kandierten Kirschen, hoch reifen Beerenfrüchten, flüssiger dunkler Schokolade, Marzipan und Früchtebrot, verbunden mit ätherischen Noten, die an Lavendel und Eukalyptus erinnern.
Am Gaumen setzt sich dieser sinnlich-laszive Eindruck der Nase fort in Verbindung mit Lakritz-, Tabak- und Pfeffernoten. Die anregende Säure und die feinkörnige Tanninstruktur sowie die markante Würze sorgen dafür, dass der Wein zu keinem Zeitpunkt schwülstig oder überkonzentriert erscheint, sondern anregend und markant, was bei einer Alkoholgradation von 14,5 Vol% fast einer kleinen Sensation gleicht. Enorm einladend die südliche Wärme, wirkt wollüstig in seiner barocken Fülle und verfügt dennoch über eine enorme Frische und Finesse. Ein großer, herrlich balancierter Wein mit dem Potential zum Kultstaus, ein sinnliches Gewächs, das verzaubert und das mir bei meinem letzten Besuch auf der Domaine zu einem von Gilles erlegten und von „Mama” Chabbert am offenen Kaminfeuer im Wohnzimmer traumhaft zubereiteten Wildhasen phantastisch mundete. Großer Stoff, kleiner Ertrag (22 hl/ha) aus den Edelreben Syrah, Mourvèdre und Grenache!

Bei diesen fabelhaften Qualitäten ist es kein Wunder, dass sich die französische Fachpresse bei der Bewertung für die letzten Jahrgänge mit Lobeshymnen überschlägt: „Coup de coeur” im Guide Hachette; Bettane & Desseauve stufen den 04er wie den 05er wegen seiner Eleganz und seiner rassigen Tannine als „très bon vin” ein, die Bibel der französischen Weinkritik, des „Classement 2005 der besten Weine”, zählt ihn zu den 10 größten, die Revue du vin de France zu den fünf größten Rotweinen des Languedoc und wählt Gilles wegen dieses „reichhaltigen, kraftvollen, aromenintensiven Weines mit seinen phantastisch reifen Tanninen und der gleichzeitig großartigen Frische und Finesse, einer Cuvée also höchster Qualität zu weisem Preis, zum „Mann des Jahres”! Herzlichen Glückwunsch Gilles Chabbert für diesen emotional aufwühlenden Referenzwein aus Frankreichs wildem Süden!
Bereitet jetzt schon großes Trinkvergnügen, wird noch harmonischer mit der Zeit, Höhepunkt Ende 2008 bis 2015.


Reservierbar, lieferbar ab Ende September




Domaine de la Vieille Julienne - Châteauneuf-du-Pape

Jean-Paul Daumen hat die traditionsreiche Familiendomaine mit großartigen Rotweinen aus biodynamischem Anbau innerhalb nur einer Dekade qualitativ „in die Stratosphäre geschossen. Er ist nicht nur einer der brillantesten Winzer von Châteauneuf-du-Pape, sondern seine Domaine zählt zu ‚France’s superstar wineries’,” Robert M. Parker.

DER WINZER: Seitdem Jean-Paul Daumen mit den großartigen Jahrgängen 98/99 und vor allem dem hedonistischen 2000er der ganz große Durchbruch gelungen ist, wird er regelmäßig von der Weinkritik je nach Sichtweise zu den besten Winzern der Rhône, Frankreichs oder gar der Welt gezählt. Nachdem er diesen Ruf eindrucksvoll mit phantastischen Qualitäten in den Jahrgängen 2001 bis 2003 bestätigt hat (So erhielt als einziger Wein der Appellation beispielsweise der 03er Réservée von Parker die glatte Punktzahl 100!), zeigt er wiederum sein großes Können mit dem klassischen Jahrgang 2004, in dem Jean-Paul ungemein ausbalancierte, frische, samtige, ja seidige Weine produziert hat, die den Vorjahren in nichts nachstehen, sie wegen ihrer feinen Art nach meinem persönlichen Geschmack sogar nochmals übertreffen.

Domaine de la Vieille Julienne
Jean-Paul Daumen in seinem Weinberg mit den extrem
ärmlichen Sandböden, auf denen nicht mal
der berühmte Grashalm wächst.

Dabei hat der immense Erfolg den ungemein sympathischen Winzer überhaupt nicht verändert, Jean-Paul bleibt so zurückhaltend, beinah schüchtern, wie stets zuvor und seine Auftritte in der Öffentlichkeit sind extrem rar. Doch wie einst bei der leider verstorbenen Winzerlegende Jacques Renaud von Château Rayas oder Henri Bonneau bahnt sich hier ein neuer Mythos in Châteauneuf-du-Pape an! Und auch wenn die Vieille Julienne erst seit einigen Jahren zu den absoluten Topweingütern ganz Frankreichs gehört, wird Jean-Paul nicht müde, darauf hinzuweisen, wie sehr er sich der Arbeit von vier Generationen vor ihm verpflichtet fühlt: „Die Vieille Julienne ist kein modernes Weingut, das quasi über Nacht aus dem Boden gestampft wurde. Ohne die Arbeit meiner Vorfahren wäre es unmöglich, die heutigen Qualitäten herzustellen. Unsere Rebstöcke haben ein Durchschnittsalter von siebzig Jahren, da versteht man sofort, wie wichtig es ist, darauf aufzubauen, was mein Urgroßvater bereits seit 1905 geleistet hat.” Wir sind sehr stolz darauf, diesen sympathischen Ausnahmewinzer seit einigen Jahren auf seinem Weg begleiten und Ihnen, liebe Kunden, seine unvergleichlich feinen und eleganten Weine anbieten zu können.

DAS TERROIR: Sämtliche Parzellen der Domaine liegen im nördlichen Bereich von Châteauneuf-du-Pape, in Le Grès. Heute mutet es höchstens noch wie ein böswilliger Scherz an, dass über lange Zeit hinweg die extrem ärmlichen sand- und lehmhaltigen Böden, auf denen bisweilen nicht mal der berühmte Grashalm zu wachsen gedenkt, maßlos unterschätzt und geradezu als ‚unwürdig’ für die weltberühmte Appellation angesehen wurden. Das aber änderte sich schlagartig, als Jean-Paul das erste Mal 1998 mit Aufsehen erregenden Qualitäten von sich hören ließ. Und seitdem zeigt sich Jahrgang für Jahrgang, dass gerade die extrem armen, wasserdurchlässigen und relativ kühlen Böden mit Nordausrichtung (was auch die Theorie nahe legt, dass die klimatischen Veränderungen sich ausgesprochen positiv für Vieille Julienne auswirken) harmonische, fein ziselierte Weine hervorbringen, die vor allem durch ein phantastisches Gleichgewicht von Frucht und Tanninen, Säure und Alkohol begeistern. Doch das Terroir der Vieille Julienne ist extrem anspruchsvoll. Nichts geht hier einfach wie von selbst. Alle Arbeitsschritte müssen genau durchgeplant werden. Der Boden wird ständig bis in mehrere Meter Tiefe analysiert, vor allem der Feuchtigkeitsgehalt, ein Faktor, der in den letzten, immer heißer und trocken werdenden Jahren enorm an Bedeutung gewonnen hat. In einem Computerprogramm sind Karten verschiedener Bodentiefen gespeichert. Terroir, so wie Jean-Paul es versteht, ist keine Modeerschienung oder ein Begriff von Marketingexperten. „Terroir ist das exakte Durchleuchten des Zusammenspiels von Pflanze, Bodenuntergund, Ausrichtung der Rebe (Sonneneinstrahlung und Windrichtung) sowie die Geschichte des Ortes und das genaue Wissen um das Zusammenspiel der verschiedenen Qualitäten.”

Domaine de la Vieille Julienne
Bodenanalysen, bis zu mehreren Metern Tiefe, erlauben
eine präsise Kenntnis des Terroirs

Der Boden besteht (bis zu einem Meter Tiefe) aus 35% Galets (den für Châteauneuf so typischen Steinen, die vor 1,2 bis 1,8 Millionen Jahren von der Rhône angeschwemmt wurden), der Untergrund ist nichts als der für Vieille Julienne so wichtige reine Sand, der im Myozen, also vor ca. 16 bis 10 Millionen Jahren, abgelagert worden ist. Darauf fühlen sich vor allem Grenache-Stöcke pudelwohl (ca 80% der Bestockung), aber auch Syrah und Mourvèdre (etwa 5 bis 10%) gedeihen hier bestens. Dazu gesellen sich in kleinen Anteilen Bourboulenc, Vaccarèse, Cinsault, Counoise und alle anderen in Châteauneuf zugelassen Rebsorten. Zu vermerken ist noch, dass die Parzellen nicht rebsortenrein gepflanzt wurden, sondern nach bester Tradition des französischen Südens geht es hier kunterbunt durcheinander und alle Rebsorten beeinflussen sich gegenseitig! Durch Jean-Pauls vorbildliche Weinbergsarbeit ist Le Grès heute zu einem der berühmtesten Terroirs von Châteauneuf-du-Pape geworden!

IM WEINGARTEN: Nur durch ein ausgeklügeltes System von traditioneller Bodenbearbeitung, Unterstützung der natürlichen Abwehrkräfte der Pflanze durch biodynamischen Landbau, Nachpflanzung von Rebstöcken nur aus eigener Produktion besten genetischen Pflanzmaterials (sélection massale), strengem Rebschnitt, optimaler Laubwerksarbeit, die jedes Jahr erneut den Wetterbedingungen angepasst werden muss, und Lese bei perfekter Reife der Traube (die alkoholische UND phenolische Reife muss vorhanden sein) gelingt die Ernte allerbester Weintrauben. Und es wird stets erst dann geerntet, wenn diese Trauben so gut schmecken, dass man Lust hat, sie sofort zu essen! Seit einigen Jahren bereits wird auf der Vieille Julienne nach biodynamischen Prinzipien gearbeitet.

Domaine de la Vieille Julienne
Jean-Paul beginnt mit den jährlichen Rebschnitt

Jean-Paul und seine Mitarbeiter sind felsenfest davon überzeugt, dass sich die Qualität der Trauben, vor allem die Struktur der Häute und der Kerne – und damit der Tannine im fertigen Wein – dadurch entscheidend verbessert hat. Dazu erlaubt die Verwendung von biodynamischen Produkten auf Basis von Brennesseln ein deutliches Absenken der Schwefel- und Kupfermengen zum Pflanzenschutz. Dabei ist die Biodynamie für Jean-Paul keine Ideologie. Wenn man ihn darauf anspricht, erwidert er lächelnd: „Schon mein Großvater hat so gearbeitet. Das ist einfach gesunder Menschenverstand und keine Religion. Wir bewahren für die zukünftigen Generationen, was uns die vorherigen übermittelt haben. Anders kann das im Weinbau nicht gehen. Wer meint, die schnelle Lösung durch moderne Techniken gefunden zu haben, ist sicher auf dem Holzweg.”

IM KELLER: Ziel der Kellerarbeit ist es anschließend, diese so köstlich schmeckenden Weintrauben in einem möglichst schonenden Prozess in ebenso köstlichen Wein zu verwandeln. Dies geschieht ohne irgendwelche Eingriffe von außen (keine Reinzuchthefen, keine Filtrierung, keine Schönung, kein neues Holz, keinerlei Schwefeln während des Ausbaus). Die alkoholische Gärung findet in Betoncuveés statt, die alle unterschiedlich groß sind, um die Trauben der verschieden großen Parzellen aufzunehmen und somit die Eigenschaften jeder einzelnen Lage herauszuarbeiten. Nach gut zwanzig Tagen wird der Most in alte Holzfuder abgelassen, wo sich die malolaktische Gärung mit all ihren Rätseln vollzieht. Und anschließend heißt Jean-Pauls Devise: Kontrolliertes Nichtstun! Geduld, kühle Kellerräume, die großen, majestätisch wirkenden Fuder, totale Ruhe und Stille. Eineinhalb Jahre lang nimmt das Wunder seinen Lauf. Nicht einmal verkostet wird der Wein in dieser Zeit, so genau ahnt, nein spürt Jean-Paul, wie die Entwicklung verlaufen wird. Und dann kommt der magische Moment. Die Assemblage (der Verschnitt der einzelnen Fässer), die Abfüllung. Alles auf einmal (bis vor wenigen Jahren eher untypisch in der Region), um jede Art von Flaschen- und damit Qualitätsschwankungen zu vermeiden, die früher oftmals den Genuss selbst bei renommierten Gütern beeinträchtigten. Im Übrigen verzichtet Jean-Paul auf jegliche Zusammenarbeit mit einem Önologen. Seine unumstößliche Maxime lautet: „Wein wird vom Winzer gemacht. Perfekte technische Weine können sicherlich interessant sein, wirklich gut wird Wein aber erst durch seinen Charakter, seine Ecken und Kanten.”

Domaine de la Vieille Julienne
Jean-Paul beim „kontrollierten Nichtstun”

DIE JAHRGÄNGE 2004 und 2005: Der Jahresverlauf 2004 war vor allem durch eine lange Trockenperiode von April bis zum 20. August gekennzeichnet. Nicht ein Tropfen Regen! Zum Glück wurzeln die alten Grenachestöcke bis zu acht Meter tief im Boden und die Temperaturen waren deutlich niedriger als 2003. Und dann kam er endlich doch, der Regen. Rechtzeitig vor der Ernte! Die Rebstöcke sogen das Wasser geradezu aus dem Boden und produzierten wieder Blätter. Gar nicht so leicht, unter diesen Bedingungen Traumqualitäten herzustellen! Doch Jean-Paul bewies wieder einmal, dass er sein Terroir, jede einzelne Parzelle, bis in die letzten Winkel kennt. Über fünfeinhalb Wochen streckte er die 18 Erntetage. Immer wieder ließ er dabei die Mannschaft anhalten, um jeweils den optimalen Reifezeitpunkt zu erwischen. So wurden jeweils nur Teile einer Parzelle gelesen. Dann wieder abgewartet, beobachtet, verkostet. Beste Wetterbedingungen mit kühlen Nächten und einem glücklicherweise nur leichten Mistral (zu heftige Winde führen nämlich zu einer raschen Saftkonzentration und damit zu „fetten” Weinen mit hohen Alkoholgradationen) erlaubten, höchstes Risiko einzugehen. Bis Anfang Oktober wurde gelesen – mit bis zu sechs Durchgängen in den besten Parzellen. Nicht einmal 45 Minuten dauerte es dann vom Schnitt der Trauben bis in den Keller. Bei den Hitzegraden im Süden Frankreichs ist diese Schnelligkeit unablässig für höchste Qualität. Und so hat Jean-Paul in sorgfältigster Lesearbeit nur bestes Traubenmaterial eingefahren. Hier zeigt sich die wahre Handschrift eines Winzermagiers, der alles über Bord geworfen hat, was man auf der Schulbank lernt, und nur noch nach eigenem Fingerspitzengefühl vorgeht. Solche Intuition, das zeichnet den wahren Meister aus. Bravo! Das Resultat: Ich habe Ihnen, werte Kunden, nach mehreren Verkostungen vor Ort zu völlig unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Weine schon oft geschrieben, dass mir persönlich der Jahrgang 2004 an der südlichen Rhône noch besser gefällt als der so hoch gelobte Jahrgangsvorgänger 03, denn die Weine verfügen über mehr Frische, mehr Struktur und eine höhere Komplexität. Und sie sind nicht so ‚fett’ wie im Hitzejahrgang 2003, der wiederum einigen Journalisten und Weinkritikern wegen der schier unglaublichen Konzentration mehr zusagte. Es hat mich jedoch sehr gefreut und in meiner Einschätzung bestätigt, dass René Gabriel, Fachautor („Bordeaux Total”) und Herausgeber des WEINWISSER, als erster namhafter Journalist ebenfalls konstatiert, dass die „2004er Weine besser sein werden als die 2003er”. Doch wie in jedem Jahrgang brauchen die biodynamisch und ohne jegliche Manipulation produzierten Weine der Vieille Julienne wesentlich mehr Zeit als meisten ihrer Konkurrenten, bis sie anfangen sich zu öffnen und ihre wahren Qualitäten zeigen. Daher präsentieren wir ab jetzt immer erst etwa ein Jahr nach der Abfüllung die Weine dieser Ausnahmedomaine in ausführlicher Beschreibung, wenn die fabelhaften Qualitäten, wie jetzt beim 2004er Jahrgang, sich langsam entfalten und die Weine auch ersten Trinkgenuss bereiten.

Domaine de la Vieille Julienne
Extrem selektive Handlese auf der Domaine

Dazu bieten wir Ihnen (aber ohne Beschreibung) natürlich auch den gerade abgefüllten Jahrgang 2005, den sich viele Kunden und Liebhaber großer Châteauneufweine sofort in den Keller legen wollen. Der generell wie im Burgund und in Bordeaux auch an der südlichen Rhône als Jahrhundertjahrgang gefeierte 2005er scheint mir persönlich, wie mancher andere große Jahrgang zuvor (die klimatischen Veränderungen haben an der Rhône schlichtweg zu einer sensationellen, vorher nie gekannten Abfolge fabelhafter Qualitäten geführt wie in 95, 98, 99, 2000/1/3/4/5), in seiner gesamten Breite keineswegs so einheitlich grandiose Qualitäten erbracht zu habe, wie man es vielleicht aufgrund der traumhaften klimatischen Bedingungen erwarten konnte. Stattdessen gibt es (wie im Hitzejahrgang 2003, aber auch in 1995 und 2001, die in ihrer Stilistik dem 05er ähnlich sind), insbesondere was ihre traumhafte Aromenkomplexität, ihre sensationelle innere Dichte, Konzentration und Struktur sowie ihre erfrischende Säure betrifft, beträchtliche Qualitätsschwankungen: Zum einen scheinen, wie Parker wohl zu Recht vermutet, einige Winzer schlicht zu früh geerntet zu haben, so dass die Trauben noch nicht die höchste physiologische Reife erreicht hatten, was sich bei diesen Weinen in einer nicht optimalen Tanninstruktur niederschlägt. Mir dünkt aber auch, dass so mancher Winzer zuviel des Guten wollte und im Bestreben, den ultimativen Wein seines Lebens zu vinifizieren, eine zu lange Maischestandzeit wählte und deshalb zu viele Tannine extrahierte, ein Problem, von dem so mancher Winzer hinter vorgehaltener Hand mit mir gesprochen hat. „Nichtsdestotrotz gibt es in 2005 einen Ozean phantastischer Weine” (Parker), aus dem wir Ihnen, werte Kunden, mit den Traumweinen der Vieille Julienne das Beste vom Besten herausgefischt haben. Lassen Sie sich diese fabelhaften Wein-Werte auf keinen Fall entgehen und bestücken Sie Ihre Keller für viele Jahre: Das Reifepotential des 2005er Jahrgangs ist nicht zuletzt wegen der großartigen Säurestruktur, denen großen Weine ihre fabelhafte Frische und Trinkanimation verdanken, legendär!

Domaine de la Vieille Julienne
Kerngesundes Lesegut


138204 Vieille Julienne, VdP Principauté d’Orange Les Fiefs, rouge 2004 6,90 Euro
Zum ersten Mal mit dem Jahrgang 2004 hat Jean-Paul diese vorzügliche Cuvée aus Syrah und Cabernet mit gut 25% Grenache assembliert. Das war aus meiner Sicht eine sehr weise Entscheidung, da die „Fiefs”, die auf reichhaltigerem Lehmboden als die übrigen Parzellen wachsen, neben ihren Anklängen an getoastetes Brot, schwarze Trüffeln, feine Zedernholznoten und weißen Pfeffer eine frische Note von roten Früchten (ein ganzer Aromenstrauß von schwarzen Kirschen, Sauerkirschen sowie roten Johannisbeeren) und damit eine regionaltypischere Ausrichtung erhalten. Wilde Minze im betörenden Abgang sorgen für rassige Frische, die gepaart mit den pfeffrigen Aromen des Cabernet einen komplexen Wein ergeben, der sowohl zum Grillfest als auch zu anspruchsvolleren Gerichten getrunken werden kann. Übrigens habe ich vor kurzem einen hervorragenden 2001er verkostet. Ein wahrer Trinkgenuss, und der Beweis dafür, dass auch die so genannten „kleinen” Weine der Vieille Julienne phantastisch altern.
Zu genießen ab sofort bis 2010.

Vieille Julienne, VdP Principauté d’Orange Les Fiefs, rouge


Und als ganz besonderes Schnäppchen:

1382904 Vieille Julienne, VdP Principauté d’Orange Les Fiefs, rouge (Paket 12 für 10) 2004 9 l , statt 82,80 nur 69,00 Euro


(12 Flaschen zum Preis von 10)


138004 Vieille Julienne, VdP Principauté d’Orange Classique, rouge 2004 11,90 Euro
Dieser traumhafte Landwein wächst auf einer Sandsträhne, welche die lehmhaltige Parzelle der „Fiefs” diagonal durchläuft. Das macht die Erntearbeit zwar deutlich schwieriger, denn die Beerchen, die an den Reben auf der Strähne wachsen, werden gut eine Woche nach den Trauben gelesen, die in den oben präsentierten Fiefs wandern. Doch wie immer ist Jean-Pauls oberstes Leitmotiv auch hier das Herausarbeiten terroirspezifischer Weine. Und die wachsen nun einmal in einzelnen Weinbergsparzellen mit ihren unterschiedlichen Bodenformationen und nicht im Keller. (Das heißt, bei industriellen Massenerzeugern ersetzt nur allzu gerne das Chemiesäckchen im Keller die Naturaromen, aber das ist wiederum eine ganz andere Geschichte.) Der ärmere Boden der Sandsträhne sorgt jedenfalls für eine deutlich tiefere Struktur dieses noblen Weines, der jeweils zur Hälfte aus Syrah und Cabernet assembliert wird und der in der Nase mit seinen Anklängen an Cassisblätter, wilde Minze und den typischen Gewürznoten der Garrigue begeistert, dazu feine Fruchtnoten von Schattenmorellen und Brombeeren und Cassis. Eine phantastische Länge und die feine Mineralik, gepaart mit würzigen Noten von südfranzösischer Garrigue (Thymian und Rosmarin) deuten jetzt schon auf einen großen Tropfen hin, dem man aber noch ein bis drei Jahre Kellerreifung gewähren sollte. Von Parker „als Schnäppchen des Jahrgangs” gefeiert!
Möchten Sie diesen Wein aber schon heute trinken, empfehle ich, ihn zwei Stunden lang zu karaffieren. Höhepunkt 2008 bis 2010.

Vieille Julienne, VdP Principauté d’Orange Classique, rouge

138005 Vieille Julienne, VdP Principauté d’Orange Classique, rouge 2005 11,90 Euro
Parker: „Wahrhaft ein Schnäppchen des Jahrgangs, 90 Punkte”.


138404 Vieille Julienne, Côtes du Rhône rouge 2004 14,90 Euro
Mit dem großartigen 2004er Côte du Rhône ist Jean-Paul ein traumhaft fein ziselierter Wein gelungen: Die bis zu hundert Jahre alten Weinstöcke (die ältesten der Domaine, 80-100 Jahre alte Grenachereben) mit lächerlich niedrigen Hektarerträgen geben diesem Wein eine ganz besondere Ästhetik, die ihn meilenweit aus dem Meer mittelmäßiger Rhôneweine herausragen lässt. Welch schlanker, welch herrlich rassiger Wein. Zunächst dominiert die feinsinnige Frucht, ganz reife Kirschen, aber ohne in die Überreife abzugleiten. Phantastische Winzerkunst!
Dann die provenzalischen Garrigue-Noten und wieder Früchte: Waldhimbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren, dazu feine Zedernholznoten, schwarzer Pfeffer und zarten Kaffeeanklänge. Am Gaumen eine großartige Säurestruktur, die sich harmonisch mit feinen Tanninen verbindet, um diesem Wein eine Länge und Ausdauer zu geben, die ihn zu einem großartigen Mittelstreckenläufer macht. Phantastisch jetzt schon zu trinken (bei vielen Blindverkostungen wird dieser Wein immer wieder für einen sehr guten Châteauneuf gehalten) und viele Jahre – vor allem in der Magnum – lagerfähig. Trinkgenuss pur. Weinfreund, was willst du mehr?
Von Parker, natürlich, ebenfalls „als Schnäppchen des Jahrgangs” gefeiert!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2008 bis 2012.

Vieille Julienne, Côtes du Rhône rouge

1384104 Vieille Julienne, Côtes du Rhône rouge, Magnum 2004 1,5 l 32,90 Euro

Vieille Julienne, Côtes du Rhône rouge, Magnum

138405 Vieille Julienne, Côtes du Rhône „lieu-dit Clavin”, rouge 2005 14,95 Euro
Von Parker für meinen Geschmack unverständlicherweise nur mit 90 Punkten bedacht, spielt dieser grandiose Wein für viele Kenner locker in einer Liga mit vielen bekannten Namen aus Châteauneuf-du-Pape!
Potential bis nach 2020.


138604 Vieille Julienne, Châteauneuf-du-Pape, rouge 2004 39,95 Euro
Die ersten Begriffe, die mir bei diesem phantastischen Wein einfallen, sind Intensität und Kompaktheit. Man mag den Mund nach dem Genuss gar nicht mehr öffnen, um den phantastisch langen Nachhall bis in die letzten Züge auszukosten. Zu den feinen Aromen schwarzer, reifer Früchte gesellt sich eine Tanninstruktur, die in ihrer Sanftheit wohl ihresgleichen sucht im gesamten französischen Süden. Wie Samt legt sich dieser Wein auf die Zunge und füllt den Gaumen aus. Total intensive Schokolade- und Mokkatöne als Essenz uralter Grenachestöcke, die bei perfekter Reife gelesen wurden, erinnern den Kenner an eine Cuvée très spéciale, deren Namen ich hier jedoch nicht verraten möchte.
Und doch kommt dieser Wein als „einfacher” Châteauneuf-du-Pape und nicht als Prestigecuvée daher. Jean-Paul hat mit mir in vielen persönlichen Gesprächen immer wieder von seiner Skepsis gegenüber den zahlreichen Luxuscuvées gesprochen, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. „Eine Cuvée wird in der Parzelle gemacht, sonst gibt es keinen Grund dafür”, sagte er mir immer wieder. Und da im Jahr 2004 die Bedingungen nicht hundertprozentig gegeben waren, die berühmte Cuvée Réservé herzustellen (die Syrahtrauben waren wesentlich früher reif als die Grenache und Jean-Paul konnte sie nicht zusammen vinifizieren), hat Jean-Paul während der Ernte in der Parzelle entschieden, nur EINEN Wein zu vinifizieren. Wie in der guten alten Zeit! Glückwunsch, Jean-Paul, zu dieser mutigen Entscheidung. Und Bravo für diesen fabelhaften Wein, der das Herz eines jeden Weinkenners höher schlagen lässt zu einem Preis, der heutzutage in Châteauneuf die absolute Ausnahme darstellt. Ein Emotionen auslösendes Weinmonument, ein Archetypus großer Rhôneweine!

Christina Hilker, Sommelier des Jahres 2005, urteilt begeistert: „Ein faszinierender und wahrhaft großer Wein!”. Robert M. Parker bewertet diesen Weltklassewein als einen der Superstars des Jahrgangs! Michel Bettane, der große alte Mann des französischen Weines, beurteilt ihn gleich hoch wie den fabelhaften 2005er. Für meinen persönlichen Geschmack hat Jean-Paul Daumen einen der schönsten Châteauneufweine der letzten 10 Jahre vinifiziert, Ich mag einfach diesen feinst balancierten Stil, die unvergleichliche Komplexität, die Eleganz und die einzigartige Frische und Finesse eines klassischen Jahrgangs wie 2004!
Zu genießen 2009 bis 2025.

Vieille Julienne, Châteauneuf-du-Pape, rouge

138605 Vieille Julienne, Châteauneuf-du-Pape, rouge 2005 45,00 Euro
Einer der ganz „großen Weine des Jahrgangs”, (Parker) in einem traumhaft traditionellen Stil!
Zu genießen 2010/11 bis nach 2030.



Als besonderes Schmankerl möchten wir Ihnen mit folgendem Paket die Möglichkeit bieten, die 3 letzten großen Châteauneuf-Jahrgänge der Domaine la Vieille Julienne im Vergleich probieren zu können mit jeweils 1 Flasche aus den Jahrgängen 2003, 2004 und dem aktuellen Jahrgang 2005:

80003 Vieille Julienne Châteauneuf-Probierpaket 2003/2004/2005 statt 120,95 nur 99,90 Euro



1386105 Vieille Julienne, Châteauneuf-du-Pape, rouge, Magnum 2005 1,5 l 92,50 Euro


138905 Vieille Julienne, Châteauneuf-du-Pape Réserve, rouge 2005 249,00 Euro
Leider kann einer der größten jemals erzeugten Châteauneuf-du-Pape-Weine wegen seiner extremen Rarität nur als Einzelflasche verkauft werden!


Limitiert: Maximal 1 Flaschen pro Kunde!




DEUTSCHLAND

Weingut Van Volxem - Wiltingen Saar

STERN: „Der Rebenflüsterer – Roman Niewodniczanski erzeugt Saarweine mit mythischem Ruf”

Stephan Reinhardt FEINSCHMECKER: „Van Volxem: Sehr komplexe Rieslinge mit Struktur, innerer Dichte und cremiger Textur; lecker für die einen, kulturphilosophische Traktate für die anderen. Jedenfalls Weine, auf welche die Welt in Zukunft nicht mehr wird verzichten wollen.”

Am Anfang stand eine Vision: Es müsste doch möglich sein, in den legendären Steillagen der Saar, in dieser so traditionsreichen deutschen Weinanbauregion, den Schiefer im Riesling wieder zum Klingen zu bringen und diesen authentischen Weinunikaten ihren angestammten Platz in der Weltspitze zurückzugeben. Denn bevor der Saarriesling, von wenigen rühmlichen Ausnahmen wie den fabelhaften Gewächsen von Egon Müller abgesehen, fast in der Bedeutungslosigkeit versank, reihte ihn Ende des 19. Jahrhunderts seine unvergleichliche Eleganz und Finesse sowie seine einzigartige Noblesse ein in die absolute Spitzenliga der begehrtesten und damit teuersten Weine der Welt, gegen die selbst die großen Namen des Bordelais billig gehandelt wurden.

Weingut Van Volxem
„Niwo” hoch über den Steillagen der Saar

Doch dies klingt wie eine Mär aus grauer Vorzeit, die Realität sah bis vor einem halben Jahrzehnt ganz anders aus: Saarwein wurde zumeist billigst verramscht! Denn zum einen hatte die Saar wie alle anderen deutschen Anbaugebiete nach den Katastrophen der beiden Weltkriege viele traditionelle Absatzgebiete verloren und zum anderen waren Weinliebhaber in aller Welt entsetzt über die Verbrauchertäuschung Mitte des 20 Jahrhunderts, als durch die „Ausweitung” der steilen Toplagen in die Ebene die Qualitäten drastisch verwässert wurden und zeigten dem ‚neuen’ Stil die kalte Schulter. Die tragische Konsequenz: Ein Weingut nach dem anderen scheiterte an den enorm hohen Kosten des Steilhanganbaus; die meisten aus der jungen Generation waren nicht mehr bereit, den unprofitablen elterlichen Betrieb zu übernehmen, mit der Folge, dass die einst weltberühmten Steillagen aufgegeben wurden.

Diese Ausgangssituation war es, die Roman Niewodniczanski, jüngster Spross einer der bekanntesten Bierbrauerdynastien Deutschlands und begeisterter Liebhaber großer Weine aus aller Welt, reizte. Aus dieser Leidenschaft genährt und der Liebe zu dem kleinen, aber spektakulär schönen Anbaugebiet der Steillagen der Saar nahm seine Vision Gestalt an. Roman kauft im Jahr 2000 einen traditionsreichen, berühmten Betrieb, ein ehemaliges Klosterweingut im historischen Zentrum von Wiltingen, der bedeutendsten Weinbaugemeinde der Saar, der in Konkurs geraten war, der jedoch einst strahlenden Klang an der Saar besaß: Van Volxem, mit Besitz in den legendären Kernparzellen der renommiertesten Saarlagen und einem besonderen Schatz: uralten, z.T. wurzelechten Rebstöcken auf skelettreichen, aber sehr unterschiedlichen Schieferböden – ein weltberühmtes Terroir!

Dann beginnt eine sehr harte handwerkliche Arbeit. Das Traditionsgut wird renoviert, in den hoch und extrem steil über der Saar liegenden Weinbergen werden Böden aufgelockert und Unmengen von Humus eingebracht. Diese Maßnahme dient der Erhöhung der Wasserhaltekraft und der Vitalisierung der Böden: Die Mikroorganismen kehren infolge der bioldynamischen Wirtschaftsweise zurück – im Gegensatz dazu ist mit chemischem Dünger und Pestiziden behandelter Boden fast so tot wie Saharasand! Aufwändige Laubwerksarbeiten an den wertvollen Rebanlagen mit ihren tief ins Mineralreich wachsenden Reben werden zur Selbstverständlichkeit. Niedrigertragsreben aus genetisch wertvollstem Material werden hinzugepflanzt, die Pflanzdichte selbst drastisch erhöht. Eine massive Ausdünnung der Trauben führt dazu, dass die völlig unterschiedlichen Mineralien des je nach Parzelle differierenden Grau-, Blau- und Rotschieferanteils ebenso wie die der Feinerde- und Grauwackenanteile in jedem einzelnen Wein stilistisch deutlich schmeckbar und damit sinnlich erfahrbar werden.

Natürlich profitieren die Reben (außer in zu kalten Jahrgängen, die früher den Weinbau an der Saar auch zu einer Gratwanderung machten, die es heute aber de facto nicht mehr gibt) auch vom relativ kühlen Klima ihres nördlichen Anbaugebietes, das 50 bis 100 m höher liegt als die Spitzenlagen der Mosel und zudem in unmittelbarer Nähe zu den Mittelgebirgen Hunsrück und Eifel. Denn bei den großen Rieslingen der Saar, die ihren Weltruf bei aller Komplexität und Kraft insbesondere ihrer unvergleichlichen Finesse, Eleganz und Filigranität verdanken, garantieren die großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sowie die lange Vegetationsperiode von bis zu 160 Tagen von der Blüte bis zur Vollreife der klein- und lockerbeerigen Trauben (optimales Verhältnis der die Inhaltsstoffe beherbergenden Haut zum Saft), dass sie ihre komplexen Aromen langsam ausreifen lassen können. Der Riesling, diese uralte Rebe, trotzt in dieser Zeit mit seiner schier unglaublichen Vitalität allen Wechselfällen des Wetters wie Kälte und Regen, Hitze und Trockenheit und transformiert mit seinen bis zu mehr als 10 m tief in die Felsböden reichenden Wurzeln den Eigengeschmack der unterschiedlichen Schieferarten in die vollreifen Trauben.

Weingut Van Volxem
„Niwo” und Ralf Zimmermann beim Begutachten der
feinkrümmeligen Weinbergserde

Roman lässt den Trauben viel Zeit, ihre volle physiologische Reife zu erlangen. Sehr spät wird extrem selektiv in mehreren Durchgängen geerntet, die Spitzenlagen zumeist tief im November. Viel Zeit erhält auch der Most nach einer schonenden Pressung und einer je nach Traubenqualität unterschiedlich langen Maischestandzeit (bis zu 2 Tagen) im kalten Keller in seinen Holzgebinden, spät erst ist die Umwandlung des ausschließlich spontan vergorenen Traubenzuckers in Alkohol abgeschlossen, lange verbleibt der ungeschwefelte Wein auf der Feinhefe, wird dabei ungemein cremig, hochkomplex und – aller Jungweinhysterie zum Trotz – erst im August des Folgejahres abgefüllt, so wie in den großen Zeiten des Saarrieslings üblich.

Solch immenser Aufwand, solch durchdachte Sorgfalt im Detail, solche Liebe bei der täglichen Arbeit trägt erkennbar schnell Früchte in euphorischen Bewertungen in der Fachpresse und kulminiert in einer sensationell schönen aktuellen Kollektion: Niemals bisher waren die Van Volxem Weine so gut wie in 2006, so feingliedrig, so mineralisch, so salzig und jodhaltig, wie ich es sonst fast nur von teuersten Weißweinen der berühmtesten Lagen des Burgund kenne. Denn Roman selbst wie auch sein leidenschaftlicher Kellermeister Dominik Völk verstehen ihre Lagen immer besser („Winzer sein heißt lebenslanges Lernen im Weinberg und Keller”) und haben mehr denn je zuvor in ihren Weinen die Saar-typische Finesse, Filigranität und Feinheit herausgearbeitet, ohne dass jedoch die Cremigkeit ihrer rassigen Rieslinge, das fabelhaft schöne Mundgefühl, dass diese grandiosen Weine auszeichnet, verloren gegangen wäre. Deshalb möchte ich auch nicht von einem Stilwechsel auf Van Volxem sprechen, sondern einer behutsamen Weiterentwicklung, welche die weltweit einzigartigen Stärken der Saar noch besser zur Geltung bringt: Keiner der Rieslinge hat zudem über 12 Volumenprozent Alkohol (kaum glaublich bei ihrer inneren Dichte, Kraft und Konzentration), aber eine neue Dimension der Leichtigkeit, der schwebenden Transparenz, Filigranität und Finnesse gewonnen! Die Aromatik ist noch terroir- und lagenbetonter als in der Vergangenheit, die fein ausbalancierte Harmonie lässt diese großen individuellen Rieslinge trockener schmecken als je zuvor: Diese genialen Gewächse sind zweifellos die ultimativen Referenzweine für eine ganze Region!

Natürlich profitieren die Rieslinge von Van Volxem in ihrer glockenklaren aromatischen Reinheit und fabelhaften Mineralität gerade in einem schwierigen Jahrgang wie 2006 (in dem in vielen europäischen Anbauregionen die Qualitäten zwischen Himmel und Hölle schwanken und der unter den Winzern die Spreu vom Weizen trennte) von einer extrem arbeitsintensiven Weinbergsarbeit während des ganzen Jahres und den spezifischen klimatischen Bedingungen an der Saar: Die verzögerte Reife in dieser Region mit ihrem kühlen Klima ließ die Regenfälle Ende September auf kerngesunde, noch unreife Trauben mit fester Haut fallen, die unempfindlich auf die Nässe reagierten. Der Regen floss zudem in den Steilhängen mit ihren biologisch intakten Böden sofort ab und dann folgte ein goldener Oktober, ein traumhafter Altweibersommer mit kühlen Nächten, optimale Bedingungen für die Ernte also, wie Sie, werte Kunden, sie bereits von den Beschreibungen unserer anderen Spitzenwinzer kennen.

Weingut Van Volxem
Die Heimat der Saar - Rieslinge

Daher zählen Romans 2006er Weine zu den besten Kollektionen in ganz Deutschland; es sind begeisternde Rieslingunikate, stilbildende, authentische Klassiker der Weinwelt, gewachsen auf großen, steilen Lagen mit einzigartigem Terroir, nirgendwo auf der Welt kopierbar. Ein eindrucksvoller Spagat zwischen Tradition und Avantgarde. Sie besitzen neben ihrer komplexen Aromatik ein traumhaftes, weiches, cremiges, enorm dichtes Mundgefühl, sind kraftvoll und komplex, sagenhaft mineralisch und enorm extraktreich, dabei fein, elegant und höchst finessenreich wie nie zuvor, voll von subtilem Spiel und innerer Frische!

Wer Roman Niewodniczanski persönlich kennt, weiß um die charismatische Begeisterungsfähigkeit und die besondere Aura, die ihn umgibt. Dabei ist er alles andere als ein weltfremder Träumer oder Esoteriker. Er ist unübersehbar ein gestandenes Mannsbild, steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Aber wenn ich mit ihm durch seine imposanten Weinberge kraxele, wenn er sich in jeder Lage buchstäblich in die Rebzeilen hinein kniet, mit leuchtenden Augen die duftende, ‚lebendige’, feinkrümelige Erde durch die Finger rieseln lässt, die augenscheinlich die Grundlage seiner großen Rieslinge bildet, dann sehe ich, wie in der imposanten Gestalt eines Riesen (immerhin stolze 203 cm misst der Hüne) der kleine begeisterungsfähige Junge steckt, der, häufig genug tief verborgen, in jedem von uns weiter lebt und der dabei ist, seinen großen Traum zu verwirklichen. Wenige Winzer tragen diese Bestimmung und dieses Feuer in sich; bei Didier Barral, dem genialen Winzer aus Faugères habe ich es gesehen, bei Gauby und bei Marc Kreydenweiss, bei Klaus-Peter Keller, bei Helmut Dönnhoff (wenn er von seinen Rebstöcken wie von seinen Kindern spricht) und einigen wenigen anderen. Es ist „wahnsinnig, gigantisch, was dieser Kerl (Roman) geschaffen hat,” lobt daher euphorisch, aber völlig zu Recht der Rieslingexperte Stuart Pigott!

Das Eintauchen in die magische Welt der großen, zutiefst bekömmlichen Weine Roman Niewodniczanskis ist vergleichbar nur noch der kontemplativen Betrachtung des Ozeans oder einer lustvollen erotischen Begegnung, der Augenblick verschmilzt mit dem Unendlichen, die Zeit scheint still zu stehen – Glück stellt sich ein.

Probieren Sie und nehmen Sie uns beim Wort. Die Weine dieses ebenso ehrgeizigen wie sympathischen Winzers zählen zu meinen persönlichen Favoriten! Sie werden entscheidend dazu beitragen, der Region Saar die internationale Reputation zurück zu geben, die sie aufgrund ihres großen Terroirs seit jeher verdient.


907106 Van Volxem, Saar Riesling, trocken 2006 9,90 Euro
Es sind nicht immer nur die teuren Kultgewächse, die den wahren Weinliebhaber emotional berühren. Denn was strahlt beispielsweise dieser unter Kennern bereits legendäre Saar-Riesling nur für eine Magie aus! Ein großartiger Saarriesling von spektakulären Steillagen aus einem Traumjahrgang von Van Volxem zu einem fast unglaublich fairen Preis, der Leichtigkeit und Tiefe, Feinheit und Kraft schwerelos in sich vereint.
Höchster Trinkgenuss ab sofort bis 2010.


907206 Van Volxem, Saar Riesling Alte Reben „Fuder Nr.4” 2006 15,40 Euro
Zum zweiten Mal hat Roman uns in seinem Traumjahrgang 2006 sein bestes Fass der ältesten Reben aus seinen Saar-Steillagen separat abgefüllt und damit einen Wein geschaffen, der Liebhaber großer deutscher Rieslinge wegen seiner traumhaften Mineralität, seiner geschmeidigen, cremigen Textur und seiner faszinierenden Frucht schlicht in Entzücken versetzt – und dies zu einem Preis, der im internationalen Kontext gesehen geradezu als unverschämt niedrig zu bezeichnen ist! Worin liegt nun aber die Ursache für die singuläre Qualität dieses Fuders Nr. 4? Nun, es ist die Zugabe zweier phantastischer Traubenpartien erlesener Parzellen in unsere Exklusivabfüllung: Zum einen stammen diese hocharomatischen Beerchen von einer großartigen Steillage aus dem legendären Gottesfuß! 50 bis 120 Jahre alte Reben sind verantwortlich für den Stoff, aus dem die Träume geboren werden! Zum anderen kommen die Träubchen aus einer Steillage in Wawern, einem Weinbauort, der heute in Deutschland kaum noch bekannt, aber historisch gesehen die älteste Lage der Saar ist und dessen beste Parzellen im Goldberg liegen und aus roten, eisenreichen Schieferverwitterungsböden bestehen. In der frühen Blütezeit der Saar kamen, wie alte Preislisten beweisen, aus dieser grandiosen Lage phantastische Rieslinge, die stets zu den drei teuersten Weinen von Mosel, Saar, Ruwer gehörten! Dieses absolute Spitzen-Terroir hat Roman Niewodniczanski, dem die Region der Saar so unendlich viel zu verdanken hat, neu erworben und in den nächsten Jahren werden aus dieser Parzelle Einzellagen-Rieslinge kommen, die mit Sicherheit den legendären, aber verblassten Ruhm dieses Weinbauortes in neuem Glanze erstrahlen lassen. Da Roman zudem in den letzten Jahren seinen individuellen Stil konsequent weiter entwickelt hat und in seinen großen Rieslingen präziser denn je zuvor die Finesse und Eleganz seiner Lagen mit Weltruf herausarbeitet, präsentiert er uns und Ihnen mit diesem extrem frischen und tief mineralischen 2006er einen herrlich trockenen, vibrierend rassigen Riesling voll feiner, filigraner Frucht, der seine Herkunft von einem der besten Weißweinterroirs der Welt, den steilen Schieferlagen der Saar, in Referenzqualität widerspiegelt.

Dem goldenen Oktober 2006, einem herrlichen Altweibersommer, verdanken wir die balsamische Konsistenz des Saftes dieser perfekt gereiften kleinen Beeren von bis zu 120 Jahre alten Reben aus allersteilsten Schieferschluchten, so dass sich dieser große trockene Riesling noch dichter und komplexer zeigt in der traumhaft vielschichtigen, ungemein mineralisch-brillanten Aromatik als sein schon genialer „kleiner” Bruder, der Saar-Riesling. Nase und Gaumen werden verzückt von einer vibrierenden Mineralität, einer animierenden Frische und einem komplexen Aromenbündel voll Frucht, insbesondere rosa Grapefruit, Minze, reife Zitrusfrüchte, Ananas und Mandarinen; dazu betört eine ungemeine feine Würze und nach längerer Öffnung faszinieren verschwenderische Aromen wie von einer leckeren, selbst gemachten Fruchtcreme aus exotischen Früchten. Obwohl die Zunge von einer seidigen Textur wohlig umhüllt wird, fasziniert dieser harmonisch trockene, ungemein tiefe und dichte Wein infolge seiner reifen, sehr bekömmlichen Säure und seiner kristallinen, fast salzig anmutenden Mineralität auch durch seine Transparenz, sein Spiel, seine vibrierende Rasse und seine noble Finesse, die Leichtigkeit des Seins an magischen Abenden traumhaft widerspiegelnd. Phantastische Präzision! Viel Schmelz im ungemein langen, mineralischen Abgang (Salz und Jod, großen Prestigegewächsen des Burgunds gleich!), ein wunderschöner Riesling von den Steillagen der Saar aus traumhaft alten Reben, ein phantastischer Essensbegleiter, der den Maßstab setzt in seiner Preisklasse. Wahnsinnsstoff für’s Geld – zweifellos einer der größten Wein-Werte Deutschlands! Bravo, Roman.
Zu genießen ab sofort (Dekantieren bitte), Höhepunkt Herbst 2008 bis nach 2014.


Exklusivabfüllung für Pinard de Picard!

Weingut Van Volxem
Blick über die „Kupp”

906806 Van Volxem, Wiltinger Braunfels Riesling 2006 12,50 Euro
Welch eigenständiger Charakter! Welch nobler Wein in zutiefst mineralischem Gewand! Ein erlesener Riesling von kargen Grau- und Braunschieferböden mit einem fabelhaften Aroma nach rauchig-salzigen Mineralien, Jod, wilden Kräutern und weißem Pfeffer. Jaaa, genau so riecht und schmeckt Schiefer! Nach einigen Minuten im großen Glas entwickelt dieser traumhafte Terroirwein, ein Spiegelbild seines mineralischen Bodens, Anklänge an ganz reife gelbe Früchte mit feinsten Nuancen von Heidelbeere, Süßholz, Veilchen und Lakritz. Dieser faszinierende Duft mündet in einem verführerischen, facettenreichen Spiel, das großen Wein mit langem Nachhall sinnlich erlebbar macht. Niemals zuvor habe ich einen Braunfels getrunken, der in seiner Jugend schon mit einer solch brillanten Qualität begeistert, dabei stilistisch einzigartig, niemals kopierbar! Diese ungemein aromatische, intensiv an Jod erinnernde salzige Mineralität macht den extrem trocken ausgebauten Braunfels Riesling zu einem der besten Essensbegleiter im Portfolio Van Volxems im großartigen Jahrgang 2006! Heute schon ungemein verführerisch (hier erschmeckt man die jahrelange intensive Weinbergsarbeit und die stetigen Verbesserungen auf Van Volxems Terroir ganz deutlich, insbesondere, wenn man vergleicht, wie abweisend sich dieser großartige Saarriesling bis zum Jahrgang 2004 in seiner Jugend stets präsentierte), wird sich dieser fabelhafte Riesling über Jahre hinweg positiv entwickeln. Kaum glaubliches Preis-Genussverhältnis!

Van Volxem, Wiltinger Braunfels Riesling

906406 Van Volxem, Wiltinger Gottesfuß Riesling 2006 17,50 Euro
Nur in relativ kleinen Mengen gibt es einen der elegantesten Weine der großartigen Van Volxem Kollektion 2006 aus einer der schönsten und dramatisch steilsten Lagen der Saar von Parzellen, auf denen nicht die uralten Reben des Gottesfuß stehen sondern Neuanpflanzungen aus hochwertigster Selektion. In der Nase dominieren erfrischende Blütenaromen von Orangen, Jasmin und weißen Rosen. Der rote Schieferboden dieser traditionsreichen Saarsteillage besitzt eisenhaltige Anteile, die diesem verspielten Riesling am Gaumen eine verführerische, rotbeerige Frucht und tänzerische Leichtigkeit vermitteln und in einen seidigen, elegant verspielten Abgang münden. Dieser traumhafte Gottesfuß verkörpert eine wunderschöne Leichtigkeit des Seins und kann ab sofort bist 2015 mit großem Vergnügen getrunken werden.


907306 Van Volxem, Volz Riesling 2006 21,00 Euro
Aus einer besonders wertvollen, südwestlich ausgerichteten Spitzenlage, unmittelbar an den Scharzhofberg angrenzend (daher auch in der Preußischen Lagenklassifikation von 1868 in der Klasse der privilegierten Lagen als Grand Cru geführt!), mit skelettreichen Blauschieferböden mit zahlreichen Quarziteinschüben und 60 Jahre alten Reben ausgestattet, stammt dieser feingliedrige, phantastische Riesling, der uns mit einem Feuerwerk aus mineralischer Expressivität und feinster, fruchtreicher Eleganz betört. Welch ein Triumph des Terroirs! Hat Roman es je besser, präziser herausgearbeitet als in 2006? Vergesst alle Analysen! Kostet! Trinkt! Erfahrt eine Jahrhunderte währende Weinkultur in einem einzigen Schluck! Die Volz-Aromen sind häufig geprägt von Ananas, feinster schwarzer Johannisbeere, würzigen Kräutern, Minze, Heidelbeeren, einem dezenten Jod-Ton sowie rauchigen Anklängen und Noten von feuchtem Schiefergestein. Auf der Zunge vibriert eine würzige, fast narkotisierende Mineralität, die süchtig machen kann. Ein – bei aller Opulenz und Dichte – herrliches, saar-/volxemtypisches Spiel und eine faszinierende Frische und auch hier eine Feinheit, Finesse und Filigranität wie nie zuvor. Ein wahrhaft großer, grandioser, lang anhaltender, zutiefst mineralischer, aristokratischer Saarriesling mit vornehm-kühlem, enorm langem Abgang. Erhebend wie Haydns Messias und der beste Volz aller Zeiten!
Ab sofort, Höhepunkt 2008 bis nach 2015.


907606 Van Volxem, Scharzhofberger Pergentsknopp Riesling 2006 27,80 Euro
Welch fabelhafter Riesling, hervorgegangen aus der exzellenten Parzelle Pergentsknopp aus dem steilsten Kernstück mit den ältesten Reben eines der berühmtesten Weißweinterroirs der Welt und vinifiziert in der Obhut eines großartigen Winzers und magischen Künstlers! Roman erzählt begeistert: „Selten zuvor haben wir derart reife, nach Muskatblüte und herrlich exotischen Früchten duftende Trauben in Händen halten dürfen. Es hat sich wiederum gelohnt, lange mit der Ernte zu warten, um diese winzig kleine Menge an aromatisch voll reifen Beerchen zu ernten”. Und wie recht er hat! Welche Vielfalt der Aromen! Konzentriertes Steinobst, hochreife Weinbergspfirsiche, Williamsbirne, exotische Früchte, raffiniert verquickt mit mineralischen Gesteinsnoten, frischem Ingwer, ungemein intensiven Jod-Salz-Anklängen (welche den Hauch einer salzigen, erfrischenden Meeresbrise ins Glas hineinwehen) und frisch gemahlenem weißem Pfeffer. Bereits im betörenden Duft offenbart sich eine Symbiose aus tiefer mineralischer Würze, dichter Cremigkeit und Komplexität der feinsten aller Schieferlagen Van Volxems, die sich im Glas mit Grandezza fortsetzt.

Hier entfaltet sich dieser monumentale Riesling wie ein großer roter Burgunder in seiner ganzen Komplexität und verführerisch seidigen Geschmeidigkeit. Blauer (und ein kleiner Anteil roter) Schiefer prägt seine wahnwitzig dichte, mineralische Struktur, welche die Sinne eines jeden Genießers betört. Roman Niewodniczanski erweist sich als sensibler Interpret eines Terroirs, das er sinnlich erlebbar in Wein überführt hat: Extrem fein und elegant entwickelt dieser Weltklasseriesling nach einigen Monaten der Flaschenreife eine noch cremigere Textur, wird aber niemals seine noble Stilistik und fordernde Tiefgründigkeit verlieren. Ein irrsinnig feiner Aristokrat mit einer großen Länge und Orangenzesten im nicht enden wollenden Abgang, an das man sich noch Tage nach der Verkostung gerührt zurückerinnert. Man muss aber nicht zwangsläufig ehrfürchtig meditierend genießen, denn dieser fabelhafte Wein verfügt über einen ungemein hohen Trink- und Genussfaktor. Dieses Meisterwerk vom in der ganzen Welt berühmtesten Weinberg Deutschlands erfüllt alte Lagenklassifikationen mit neuem Leben! Chapeau!
Zu genießen ab sofort (unbedingt Dekantieren), Höhepunkt 2009 bis nach 2025.


907706 Van Volxem, Kanzemer Altenberg Riesling Alte Reben 2006 32,00 Euro
Die Geheimnisse der großen Weine der Welt liegen im schöpferischen Zusammenspiel von Boden, Mikroklima und Rebe sowie der Gestaltungskraft und Vision eines begnadeten Winzers. Die ideale Symbiose führt zu einem einzigartigen, authentischen Sinnenerlebnis, das die Singularität des jeweiligen Terroirs widerspiegelt. Dass sich Roman Niewodniczanski und der Altenberg zu Kanzem gefunden und inspiriert haben, ist ein derartiger Glücksfall und nie hat er sich vollkommener manifestiert als in den grandiosen Rieslingen aus alten Reben der Jahrgänge 2005 und 2006! Der Altenberg, die renommierte Spitzenlage der Saar, erhebt sich majestätisch, einer unüberwindbaren Wand gleichend (daher von den Weinbergsfrauen auch voller Ehrfurcht ‚Watzmann’ genannt, in Analogie zu der von Bergsteigern gefürchteten Steilwand in den Alpen) vor den Augen des staunenden Besuchers, der von Kanzem kommend die Saar überquert. Der schieferduftende Weinberg ist bepflanzt mit uralten Reben hochwertigsten genetischen Materials. Romans lang gehegter Wunsch, in dieser Weltklasselage die besten und ältesten Parzellen zu erwerben, ging erst vor vier Jahren in Erfüllung. Voller Enthusiasmus machte er sich sofort an die alles andere als leichte Aufgabe, den Wingert Zeile für Zeile und Stock für Stock zu restaurieren. Letztlich wurden – in steilstem Gelände – 9.000 Stützpfähle ausgetauscht und der steinige Boden (Grauschiefer mit roten Einschlüssen) mit Humus durchmischt, so dass die Pflanzen behutsam regenerieren konnten – „eine grausame Arbeit” (Roman).

Das Resultat: Der grandiose Jahrgang 2006 lieferte kerngesunde Trauben mit sagenhaft reifen Kernen, die Roman in Halbfuderfässern bester Provenienz zu einem majestätischen Riesling singulären Charakters vinifizierte. Schwer vorstellbar, dass Sie je Besseres von dieser legendären Saar-Steillage im Glase hatten! Die Nase ist irrsinnig komplex und in der Aromatik terroirbedingt völlig anders als alles, was Sie bisher von den Van Volxem Rieslingen kennen: Papaya, feinste, rauchige Mineralität, Mandarinen, Sandelholz, weißer Pfeffer, vollreifer Weinbergspfirsiche, Kirschen, Mirabellen und gar Vanille, die aber nicht vom Holz stammt, sondern ausschließlich vom grandiosen Terroir! Am Gaumen ungemein geschmeidig, opulent, ja monumental und mit jenem cremigen Mundgefühl versehen, das wir von feinsten burgundischen Grand Crus kennen. Zweifellos der Montrachet von der Saar!

Das Terroir des kargen Schiefergerölls der dramatisch steilen Schieferwand des Altenbergs und das reife Lesegut des Jahres ergeben einen fast athletisch anmutenden Wein mit unfassbarer Mineralität von perfekter Harmonie, einer Pantherartigen Geschmeidigkeit, einer fabelhaften Frische, aber auch erstmals einer „zärtlich verspielten Leichtigkeit” (Roman) und damit einen irrsinnigen inneren Spannungsbogen. Dank seines homöopathisch niedrigen Ertrags verfügt der Altenberg 2006 über eine herrlich dezente Extraktsüße, die ihm einen fordernden, nicht enden wollenden langen Abgang verleiht. Welche Vielschichtigkeit und Rasse! Welche Harmonie! Was für ein beeindruckendes, lang anhaltendes, wiederum ungemein salziges Finish – ein wesentliches Signum seines großen Terroirs. Dieser legendäre, ungemein langlebige Wein ist ein feierliches, sinnenbetörendes Animationsprogramm zum kollektiven Vollrausch in der Luxusklasse. Sollten Sie sich auf gar keinen Fall entgehen lassen! Gehört in jeden großen, ambitionierten Weinkeller!
Riesiges Potential, zu genießen ab sofort in großen (!) Burgunderpokalen nach mehrstündigem Aufenthalt in der Karaffe. Höhepunkt sicherlich erst zwischen 2010 (frühestens) bis nach 2030.


907806 Van Volxem, Wiltinger Gottesfuß Riesling Alte Reben 2006 32,00 Euro
Dieser extrem steile Prachthang, einem Amphitheater gleichend, mit warmer Thermik von der unmittelbar zu seinem Fuß fließenden Saar verwöhnt, verfügt über extrem skelettreiche Rot- und Blauschieferböden mit hohem Eisengehalt. Die Pflanzdichte (über 11.000 Stöcke pro Hektar!) der bis zu über 120 Jahre alten wurzelechten Reben unterbindet jede Bodenbesonnung und setzt die Pflanzen extremer Konkurrenz aus, weshalb sie ihre Wurzeln tief in die Erde versenken müssen, um wertvolle Nährstoffe zu sichern. Dies ist die Grundlage für diesen phantastischen Riesling und seine sagenhafte Mineralität. Schier ungeheuer war der Arbeitsaufwand in dieser einst renommiertesten Wiltinger Lage, ja, sie war angesehener noch als der Scharzhofberg (!) und ich bin sicher, Roman wird diesem Terroir seinen gebührenden Rang zurückgeben: Tausende von Einzelpfählen mit Wagenladungen von Draht und Nägeln wurden in den Fels geschlagen, Selektionsreben von Hand nachgepflanzt, Tonnen von Pferdemist, Stroh und diversen Komposten eingebracht. Nicht zuletzt wurden die Rebstöcke in mehreren Etappen durch Schnitt ‚tiefer gelegt’, damit die Wärme des Schieferbodens die Trauben optimal versorgen kann.

Das Resultat in 2006: Ein Riesling von göttlicher Herrlichkeit, vinifiziert aus wiederum sehr spät gelesenen goldgelben, geschmacksintensiven Minitrauben. Der Wein verführt im Sommer 2007 bei all meinen Proben durch ein ungeheuer komplexes Bukett mit Aromen von exotischen Früchten und Waldbeeren sowie den verschwenderischen Duft von Rosenblüten, Zimt, Anis und Sauerkirsche. Dieses phantastische, traumhaft dichte Konzentrat vibriert vor salziger Mineralität (auch Noten von rotem Erz) und feinsten Jodanklängen, verwöhnt mit seiner opulenten Frucht und kleidet den Gaumen mit einer cremig-weichen, seidigen Textur aus, der ein dichter, kompakter Kern innewohnt. Hier ist sie wieder, die in den letzten Jahren bereits mehrfach beschriebene innere Paradoxie, die den großen Rieslingen von Van Volxem zueigen ist: Kraft, Konzentration, innere Dichte und Reife werden quasi aufgehoben in einem faszinierend subtilen, leichtfüßigen Spiel. Eine verführerische Finesse und schwebende Transparenz – nie zuvor haben Romans Weine so sehr mit diesen Parametern brilliert! 120 Jahre alte wurzelechte Reben in einer dramatisch schönen und zugleich grausam steilen, von edlem Rotschiefer geschaffenen Lage haben einen Wein zum Schwelgen hervorgebracht, der Zeugnis ablegt von der Wärme eines Goldenen Oktobers. Feurig-lebendig vermittelt dieser edle Riesling – einem Flamenco-Tanz gleichend – einen Eindruck purer Lebensfreude. Glauben Sie mir bitte, liebe Kunden, dieser grandiose Weltklasseriesling ist infolge der subtilen Weiterentwicklungen in Weinberg und Keller nochmals besser, da finessenreicher und spielerischer, als der von Parker mit 94 Punkten geadelte großartige 2004er.

Der Gottesfuß 2006 ist ein transzendentaler Riesling, ein großer, beseelter Wein, der berührt und dessen Zauber sich niemand wird entziehen können.
Genießen Sie diesen göttlichen Trank mit der zutiefst irdischen Mineralität ab sofort. Bitte über mehrere Tage aus der Dekantierkaraffe probieren! Höhepunkt 2009/10 bis nach 2030.



Götterdämmerung: Die letzten Tage des Burgund!

In den letzten Jahren haben wir eine bestimmte Weinprobe immer wieder mit allergrößter Spannung erwartet: Wir degustieren in einer Gruppe leidenschaftlicher Burgunderliebhaber (Deutsche und Franzosen) den aktuellen Jahrgang deutscher Spätburgunder mit den Spitzenweinen aus dem Burgund. Das Ergebnis in all den Blindproben war stets das gleiche. Zwar wurden die größten deutschen Rotweine immer besser, rückten näher an ihre Pendants aus den zu Recht gerühmtesten Weinbergen der Welt, doch das Resultat schien in Kalkgestein eingemeißelt: The winner is Burgundy. Zwar schmolz der Abstand beständig und so mancher Premier Cru wurde hinter den erlesenen Tropfen von Becker, Keller, Fürst, Rebholz & Co gewertet, doch die besten Grand Crus der Côte d’Or blieben einfach unerreicht.

Ende August 2007 war es dann wieder soweit. Wir trafen uns in illustrer Runde, zu vergleichen den Jahrgang 2005, der für deutschen Rotwein ebenso wie für das Burgund als Jahrhundertjahrgang angesehen wird. Und: Unerhörtes sollte sich ereignen. Denn als wir nach ausgiebiger Verkostung und intensiven Gesprächen die Flaschenhülsen fallen ließen, gab es ungläubige Gesichter und es erfolgten hitzige Diskussionen. Unter den 8 Siegerweinen, die sich vom übrigen Feld abgesetzt hatten, teilten sich brüderlich Franzosen und Deutsche die Plätze und der Gesamtsieger kam – aus Deutschland. (Von mir mitprotokolliert lauteten einige Kommentare der Beteiligten während der Verkostung zu diesem Wein: „Das ist ganz großes Terroir aus Burgund, wahrscheinlich ein Echezeaux”. „Niemals ist das ein deutscher Wein, eine solche Finesse können wir einfach noch nicht auf die Flasche zaubern”, – so übrigens die Anmerkung des deutschen Winzers, der diesen Wahnsinnswein gemacht hat und der wie stets an der Probe teilnahm. „Welch intellektueller, transparenter, feinsinniger Wein, das ist Burgund in seiner ganzen Größe!”) Wir werden Ihnen, werte Kunden, heute und in den nächsten beiden Pinwänden die phantastischen Vier, diese traumhaft schönen Rotweine aus deutschen Landen, die qualitativ auf Augenhöhe mit den besten burgundischen Rotweinen brillierten (aber zu einem Bruchteil deren Preise), präsentieren, so wie sie gerade von den drei Winzern (das heißt, ein Winzer ist gar mit zwei Weinen vertreten) abgefüllt werden.

Wir möchten aber auch, dass Sie, werte Kunden, das Ergebnis dieser Verkostung adäquat einschätzen können und daher folgendes zu bedenken geben: Es waren natürlich bei weitem nicht alle großen Burgunder in dieser Probe vertreten und Sie wissen vielleicht aus eigenen Erfahrungen, dass bei Jungweinproben durchaus an einem anderen Tag mit anderen Verkostern andere Ergebnisse erzielt werden können. Deshalb wollen wir diese Degustation keinesfalls gleich setzen mit der berühmten Wein-Olympiade 1976 in Paris, als unter großem medialen Getöse eine – wohl unter ganz bestimmten Gesichtspunkten zusammen gezimmerte – Probe den berühmten Sieg der Übersee-Weine über große französische Gewächse erbrachte, ein Ergebnis, das ich übrigens geschmacklich nie nachvollziehen konnte. Wir von Pinard de Picard jedenfalls sind und bleiben Liebhaber der großen Weine des Burgund und bauen gerade unser Programm mit den besten Tropfen dieser faszinierenden Region mit großem Zuspruch unserer Kundschaft immer weiter aus. Und deshalb haben wir auch die Überschrift zu unserer Story mit einem zwinkernden Auge und ironisierendem Unterton gewählt, in Anlehnung übrigens an die heftig diskutierten diesjährigen Festspiele in Worms, in denen in diesem Sommer unter der Regie von Dieter Wedel der Untergang der Nibelungen inszeniert worden ist. Aber – Fakt bleibt auch: Vor ein paar Jahren noch unvorstellbar, hat eine Handvoll deutscher Spitzenwinzer es geschafft, Rotweine von einer derart phantastischen Güte zu produzieren, dass sie in Blindproben gleich hoch wie ihre berühmten Vorbilder aus dem Burgund gewertet werden! Bestes handwerkliches Können, großer Ehrgeiz, Enthusiasmus und die bedingungslose Liebe zum Wein ebenso wie die klimatischen Veränderungen des letzten Jahrzehnts, von denen die nördlich gelegenen Weinanbauregionen auf unserer Erdhalbkugel schmeckbar profitieren, haben zu diesem Ergebnis gleichermaßen beigetragen, welches, auch das sei deutlich angemerkt, schon einem kleinen Erdbeben gleichzusetzen ist!

Übrigens: Schon lange vor dieser Probe haben wir uns mit diesen großen deutschen Spätburgundern eingedeckt, so gut es nur irgend ging, da wir seit den ersten Fassproben von deren Qualitäten (unabhängig von einem Vergleich mit der burgundischen Weinelite) restlos überzeugt waren. Daher machen wir denjenigen unter Ihnen, werte Kunden, die alle vier großen deutschen Pinot Noirs probieren wollen, folgendes Angebot: Sie erwerben mit dem Kauf unseres heute präsentierten ersten Spätburgunder-Highlights das Vorrecht, in gleicher Menge die drei anderen Spitzenweine (welche das sind, wollen wir heute noch nicht verraten, ein bisschen Neugier steigert schließlich die Spannung auf die nächste Pinwand, aber natürlich wird der Siegerwein auch dabei sein!) zu erwerben, denn der Run auf diese feinen Pinots wird gewaltig sein. Bei Interesse bitte Ihren Reservierungswunsch unbedingt mit Ihrer Bestellung aufgeben.

Den ersten der großartigen deutschen Spätburgunder aus dem Jahrhundertjahrgang 2005, den wir Ihnen heute anbieten wollen, stammt aus einem deutschen Weinanbaugebiet, das, ebenso wie das rheinhessische Hügelland und die Mosel, im letzten Jahrzehnt am meisten von den klimatischen Veränderungen profitiert hat: „Gott lebt an der Nahe”, dieser begeisterte Ausruf Sam Hofschusters, renommierter Verkoster des Internetweinführers weinplus.de , ist unter Weinliebhabern schon zum geflügelten Wort geworden. Sage und schreibe vier absolute Spitzengüter von Weltruf hat diese kleine, aber ebenso feine Region zu bieten und auf dem Schlossgut Diel werden neben dem Riesling auch die weißen wie roten Burgundersorten auf höchstem Qualitätsniveau angebaut!

Schlossgut Diel


932405 Diel, Cuvée Caroline, rot 2005 39,90 Euro
Caroline Diel ist nach Abschluss ihres Önologiestudiums in Geisenheim und Praktika in den renommiertesten Weingütern der Welt, u.a. Romanée Conti, voller neuer Ideen und Tatkraft in den familiären Traditionsbetrieb zurückgekehrt und ist seither zusammen mit dem jungen, höchst talentierten Kellermeister Christoph J. Friedrich federführend für die Weinbereitung zuständig. Insbesondere den Rotweinen hat sie sich mit viel Herzblut angenommen, aufwändige Handarbeit wird groß geschrieben, alle Beerchen wurden zudem handentrappt und wie bei den Spitzen des Burgund wird wieder wie früher mit den Füßen die Maische getreten („Ích mag das wohlige Kribbeln, wenn man in die Maische steigt”, lächelt Caroline, als sie mir die Rückkehr zu den traditionellen Wurzeln der burgundischen Rotweinbereitung erklärt). Und ihr großer Spätburgunder weist auch in seiner Stilistik Anklänge an die besten Pinot Noirs von den großen Terroirs der Côte d’Or auf. In der Nase fasziniert eine grandiose Frucht: Feine Kirscharomen, rote Johannisbeeren, saftige Himbeeren und ein Hauch von Anis dominieren zurzeit den ungemein komplexen Duft, Holzaromen zeigen sich strukturgebend nur ganz dezent im Hintergrund. Am Gaumen breitet sich bei aller Dichte und Kraft eine feinsinnige Pracht aus und kleidet die Zunge verführerisch aus mit delikaten Aromen roter Beerenfrüchte. Ein trinkanimierender Säurenerv sorgt in Verbindung mit feinherben, cremigen Gerbstoffen für lebhafte Frische und ein traumhaftes Mundgefühl. In unserer Blindprobe wurde dieser grandiose Rotwein als glänzender Vertreter eines eleganten, feinen, zarten Burgunders erachtet, den man ab sofort bis 2015 genießen sollte. Dieser harmonische, perfekt ausbalancierte Pinot Noir (60% neues Barrique) kann niemals billig sein, doch im internationalen Vergleich gesehen ist sein Preis geradezu ein Schnäppchen!

Zweifellos: Der Jahrhundertjahrgang 2005 ist nicht nur im Burgund oder im Bordelais von erlesener Güte, er stößt auch in Deutschland im Rotweinbereich die Tür zu einer neuen Qualitätsdimension ganz weit auf!


 

Schlossgut Diel
Caroline und Victor Diel


Aber nicht nur der 2005er Spätburgunder vom Schlossgut Diel ist ein vorzüglicher Pinot Noir. Sein bereits heute mit großem Vergnügen zu trinkender 2002er Jahrgangsvorgänger hat in einer anderen Blindverkostung von Rotweinliebhabern im Saarland, in der die großen Rotweine Österreichs, die von der Presse gefeierten und wirklich besten Gewächse unseres schönen Nachbarlandes, sich mit ihren deutschen Pendants messen lassen mussten, gar den Sieg davon getragen. Caroline Diel hat uns dankenswerterweise noch einige Kisten aus ihrer Schatzschatulle dieses bereits heute wunderbar zu trinkenden Spätburgunders zur Verfügung gestellt, der noch wenigstens fünf weitere Jahre sein großes Können demonstrieren wird:

932402 Diel, Cuvée Caroline, rot 2002 38,00 Euro


 


Dazu brilliert das Schlossgut Diel nach seiner Auszeichnung als „Kollektion des Jahres 2005” (Sam Hofschuster, www.weinplus.de) auch in 2006 wieder mit Rieslingqualitäten vom Feinsten! Wir haben Sie in vielen Pinwänden dieses Jahres informiert, wie nahe in diesem Jahrgang der Extreme Himmel und Hölle beieinander liegen, dass aber die besten Rieslinge die Vorzüge dreier großer Jahrgänge vereinen: den traumhaften Extrakt aus 1998, die vibrierende Frische und Mineralität aus 2004 sowie die innere Dichte und Konzentration aus 2005. Und eine der renommiertesten Weinexpertinnen der Welt, Jancis Robinson, die brandaktuell die Ergebnisse ihrer Verkostung der Großen Gewächse 2006 aus Deutschland veröffentlicht hat, sieht es genau so und wertet die Spitze der trockenen deutschen Rieslinge auf einem Qualitätsniveau wie noch nie zuvor! Wir freuen uns sehr darüber, dass dem trockenen deutschen Riesling auch international endlich die Anerkennung erfährt, die er schon lange verdient. Mit großer Freude präsentieren wir Ihnen daher unmittelbar nach Eintreffen der Großen Gewächse, die wir in Pinwand 133 ausführlich vorstellten, heute die fabelhaften trockenen Rieslinge eines der renommiertestern Traditionsweingüter, die als Synonym stehen für trockenen Weltklasseriesling bester deutscher Provenienz!


939006 Diel, „Nahestein”, Riesling trocken 2006 11,00 Euro
Traumhaft schöner, extrem sorgfältig selektionierter Riesling von unterschiedlichen Böden bester Südlagen, deren kleinbeerige, kerngesunde und hoch aromatische Trauben entscheidend zur Komplexität und Verspieltheit dieser großartigen Visitenkarte des traditionsreichen Weingutes beigetragen haben. In der Nase fasziniert ein mineralischer, ‚kühler’ und leicht kräuterwürziger Duft nach wilden Aprikosen, Weinbergspfirsich und nach längerer Öffnung ein Hauch von schwarzen Johannisbeeren sowie zarten exotischen Aromen.
Am Gaumen dicht, cremig, mineralisch und ungemein rassig: Nur knappe 12 Volumenprozent Alkohol verleihen diesem verspielt-mineralischen Riesling eine traumhafte Trinkanimation. Zudem verführt eine zartsüße, beschwingte, rassige Frucht und die feinst ziselierte Säure macht diesen Einstiegsriesling in die magische Welt der Diel’schen Weine traumhaft erfrischend und höchst animierend. Nach längerer Öffnung im Glas finden sich wiederum herrlich betörende Cassisnoten, dazu eine dezent unterlegte rauchige Note und ein faszinierender mineralischer Abgang. Phantastisches Preis-Genussverhältnis, ein großartiger, bestens balancierter, harmonischer Basiswein (Understatement pur!) auf dem Niveau einer hochkarätigen trockenen Spätlese, die ungemein viel Lust macht auf das nächste Glas.


 


933406 Diel, „Eierfels”, Riesling trocken 2006 15,90 Euro
Armin Diel ist ein absoluter Perfektionist. Daher entschied er nach langen Überlegungen und Verkostungen, jährlich einen Teil seiner ursprünglich für das jeweilige Große Gewächs aus Goldloch und Burgberg vorgesehenen Fässer separat abzufüllen, gewissermaßen als Zweitwein der beiden Grands Crus, um deren Qualitäten bis zum Äußersten auszureizen. Er benannte den in 2004 erstmals erzeugten und im Handumdrehen ausverkauften spektakulären Wein nach einem eierförmigen, im Trollbachtal liegenden Felsmassiv, welches zwei der großen Renommierlagen der Nahe, das Goldloch und den Burgberg, von einander trennt. (Diesen Fels schenkte Armin Diel übrigens seinem Sohn Victor 1992 zu dessen zehntem Geburtstag – welch cleverer Schachzug, um die Jugend schon frühzeitig an das Weingut heranzuführen!) Das Ergebnis ist ein cremiger, sehr harmonischer, ausgewogener, tiefgründig mineralischer Spitzenwein, der vielen anderen Winzern Deutschlands als Großes Gewächs zur Ehre gereichen würde. Diese knochentrockene, exklusive Cuvée aus erlesenen Trauben der großen Terroirs des Burgbergs und des Goldlochs können wir Ihnen, werte Kunden, glücklicherweise zu einem ganz besonders sympathischen Preis anbieten. Ein edler Riesling, qualitativ auf dem Niveau eines Großen Gewächses, aber preislich Understatement pur!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2008 bis 2012.


 


Schlossgut Diel
Der Blick vom Fuße des „Pittermännchens”
demonstriert eindrucksvoll die Steilheit dieser renommierten Lage

932906 Diel, Dorsheimer Pittermännchen Riesling Großes Gewächs, trocken 2006 29,50 Euro
Mit einem Besitz von nur einem Hektar ist das ‚Pittermännchen’, das sich in seiner geradezu moselanischen Stilistik sehr stark von seinen beiden Nachbarlagen unterscheidet, ein sprichwörtliches Kleinod in der Kollektion des Schlossgut Diel. Die Bezeichnung geht zurück auf das 16. Jahrhundert, als ein ‚Pittermännchen’ eine kleine Silbermünze war. Der tiefgründige Lehmboden dieser steilen Südlage weist einen sehr hohen Anteil an Schiefer und Kieselsteinen auf, was den feinrassigen Weinunikaten eine erfrischende mineralische Note verleiht. In der Nase fasziniert ein kühler, zart minziger Duft vom Schiefer, der dieses Idealbild eines filigranen trockenen Rieslings in seiner gesamten Stilistik prägt. Nach längerer Öffnung feinfruchtige, verführerische Noten von Aprikosen und Pfirsichen mit einer Spur Cassis, deutlich schmeckbar die traumhaft reife Frucht des penibel selektierten Lesegutes – DER Schlüssel zum Erfolg in einem Jahrgang des guten Winzers und der großen Terroirs. Am Gaumen zwar deutlich fülliger (!) als in den Vorgängerjahren, dennoch begeistert immer noch eine ungemein finessenreiche Stilistik mit animierendem Säurespiel. Feingliedrig und zart wie stets, doch die famosen Jahrgangsbedingungen zeichnen für eine nie zuvor erlebte innere Dichte und eine vibrierende Strahlkraft verantwortlich. Feinst ziselierte Säure, großartiges Spiel, bestens eingebundene tiefgründige Mineralität, fruchtiger, extrem dichter, packender Nachhall, der noch sehr lange auf der Zunge verweilt. Liebhaber mineralischer Rieslinge mit moselanischer Finesse und Eleganz, die nicht unbedingt barocke Gewächse oder Pfälzer Schmusekätzchen zu ihren persönlichen Favoriten zählen, werden mit diesem laserartig fokussierten Riesling, der eindrucksvoll demonstriert, wie sensationell gut auch extrem trockene Rieslinge von Schieferböden schmecken können, eine große Freude haben. Welch traumhaft mineralisches Meisterwerk aus dem großen 2006er Jahrgang, zusammen mit dem 2005er dem spektakulärsten in der glanzvollen Geschichte des Weinguts. Mein persönlicher Favorit im trockenen Bereich in der diesjährigen phantastischen Kollektion aus dem traditionsreichen Schlossgut Diel! Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2009 bis mindestens 2018.



Schlossgut Diel
Blick auf das felsige Terroir der
Großen-Gewächs-Lage „Burgberg”

932606 Diel, Dorsheimer Burgberg Großes Gewächs Riesling, trocken 2006 31,50 Euro
Erst seit Mitte der 90er Jahre besitzt das Schlossgut Diel 1,8 ha im extrem steilen Burgberg und damit exakt die Hälfte dieser mikroklimatisch einzigartigen Hanglage, die, wie ein Amphitheater nach beiden Seiten von den kalten Hunsrückwinden geschützt, im engsten, fast schroff wirkenden Teil des Tales zu finden ist. Der Name entstand in Anlehnung an die Burg Layen und unterstreicht die Besonderheit seines einzigartigen Terroirs. Der mit einer Unmenge an Quarzitsteinen durchsetzte tiefgründige Lehmboden über nacktem Fels bietet exzellente Voraussetzungen für die Erzeugung hochfeiner, rassiger und mineralischer Rieslinge mit großem Alterungspotential. In der ungemein verführerischen Nase betört ein sehr kühler, traumhaft mineralischer, feinst kräutriger (typisch für Taunusquarzit) und zart rauchiger Duft mit Anklängen an Feuerstein, weißen Weinbergspfirsich, Ananas und Maracuja. Am Gaumen extrem vielschichtig und harmonisch, enorm dicht und konzentriert, dabei voller Eleganz und Finesse, feinsaftige, überwältigende Pfirsich-Zitrusfrucht, lebhafte Säure, große Länge. Ein vibrierender, sensationell fokussierter Riesling aus extrem niedrigen Erträgen goldgelber, phantastisch aromatischer Trauben aus einem großartigen Steilhang, der trotz seiner gewaltigen Mineralität auf der Zunge einen Reigen zu tanzen scheint. Dies ist einer dieser so raren, großen Terroirweine, die eine ureigene Geschichte erzählen: Von tiefen Schieferschichten und von hartem Fels, in die sich die Wurzeln alter Rieslingreben hinein gewunden und vom glockenklaren Klang der Mineralien, die sie dabei aufgenommen haben. Gänsehautatmosphäre!
Wurden bereits die beiden Vorgängerjahre dieses Wahnsinnstoffs von der Fachpresse zur Elite der deutschen Spitzenrieslinge gezählt (etwa der 2003er, von VINUM als die Nr.1 eingestuft), werden sie von diesem monumentalen Meisterwerk großer deutscher Rieslingkultur nochmals um einen Wimpernschlag übertroffen. Niemals zuvor kam die Mineralität des Goldlochs geschmacklich so zu tragen wie in 06. Herzlichen Glückwunsch Armin Diel und Christoph Friedrich. Bei aller Dichte, Konzentration und Cremigkeit entwickelt sich dieser phantastische Weißwein zur Inkarnation von Mineralität, Eleganz und Finesse mit einer Präzision und einem Glanz, der alles überstrahlt, was jemals zuvor aus dieser legendären Lage produziert wurde. Dieser Traum von Wein munden bereits heute hervorragend und sich über zwei Jahrzehnte phänomenal entwickeln.



932006 Diel, Dorsheimer Goldloch Riesling Großes Gewächs, trocken 2006 30,90 Euro
Mit gut fünf Hektar Rebfläche ist das Schlossgut Diel bei weitem der größte Besitzer in dieser legendären Steillage, in der nach alten Überlieferungen im 17. Jahrhundert nach Gold gegraben worden sein soll. Eine andere Deutung des Namens kommt aus dem Volksmund und besagt, dass früher die Winzer mit ihren Weinen aus dieser Spitzenlage viel Gold verdient hätten. (So erzielten Spätlesen aus dieser großartigen Lage vor 100 Jahren höhere Preise gar als die zu Recht gerühmten Gewächse von Château Latour!) Wie auch immer der Name entstanden sein mag, es ist der von einer dünnen Lehmauflage und Kieselsteinen bedeckte Urgesteinsboden auf felsigen Konglomeraten, der dem Wein seine immense Kraft, seine hohe Eleganz und formidable Tiefe zugleich verschwenderisch verschenkt. Doch Vorsicht: Unmittelbar nach der Öffnung wird Sie der mineralische Extrakt dieses Weltklasserieslings mit seiner Urgewalt geradezu ‚anspringen’ und alle olfaktorischen Sinne betäuben. Bis etwa ein halbes Jahr nach der Füllung wird dieser Zustand so bleiben, dann wird sich dieser monumentale Wein – insbesondere mit Sauerstoffzufuhr im großen Burgunderglas (!) – immer mehr öffnen und mit ungemein komplexen, verführerischen, lasziven Noten begeistern, die ins Rotfruchtige gehen und mit saftigen gelben Früchten wie Mango, Maracuja und Pfirsich changieren. Reintönig, mächtig, konzentriert, opulent und zupackend am Gaumen, einem Symphonieorchester ähnlich, das zur Ode an die Mineralität und Komplexität großer trockener Rieslinge aufspielt, ungemein komplex in seiner Aromatik (deutlich wahrnehmbare Cassisaromen und Mandarinen), perfekte Balance zwischen phantastischem Schmelz, schmeichelnder Cremigkeit und vibrierender Stahligkeit, „eine eiserne Faust im samtenen Handschuh”, wie die Franzosen gerne solch gleichermaßen zupackende wie burgundische Noblesse ausstrahlende Weincharaktere beschreiben. Was mich an diesem Wein diesmal noch mehr fasziniert als in der Vergangenheit, ist, wie er sich im Mund nach hinten immer mehr aufbaut, fordernd und verführerisch zugleich mit einer Wahnsinnstextur und sensationellen rauchigen Mineralität.
Ein majestätischer Riesling, ein singuläres Unikat, ein würdiger, doch stilistisch völlig anders gearteter Rivale des puristischeren ‚Burgbergs’, vielleicht gar auf Dauer gesehen noch ein einen Tick besser? Die Zeit wird es zeigen! Zu genießen ab sofort (am besten aus einem großen Burgunderpokal) bis wenigstens 2020.



Herzliche Grüße aus Saarwellingen,

Tino Seiwert, Martin Lehnen und Ralf Zimmermann