Saarlouis, im Januar 20066

PINwand N° 109


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde von Pinard de Picard,

wir wünschen Ihnen von ganzem Herzen ein gesundes, erfolgreiches und friedliches Jahr 2006 mit vielen genussreichen Stunden. In unserer ersten Pinwand des Jahres präsentieren wir Ihnen aus dem französischen Süden Weltklassegewächse und herausragende Alltagsweine von Santa Duc (mit dem Testsieger in der aktuellen FEINSCHMECKER-Verkostung), Peyre Rose und Saint Antonin.
In Österreich hat unser Weingut Hirsch lt. VINARIA den besten Riesling des Jahres vinifiziert und Gernot Heinrich brilliert ebenso mit herausragenden Rotweinen wie Friedrich Becker in Deutschland.


In letzter Minute wieder eingetroffen:

420204 Rodriguez, Al Muvedre, Vino Alicante, tinto 2004 5,30 Euro



623104 Cerro del Masso, Chianti, DOCG rosso 2004 6,90 Euro



80116 Die Preissensation aus Spanien: Bodega Olivares 2004 9 l, statt 70,80 nur 62,00 Euro



Werte Kunden, gestatten Sie mir zu Jahresbeginn ein paar Gedanken zur Situation auf dem Lebensmittelmarkt. Das vergangene Jahr bescherte dem qualitätsorientierten Genießer negative Bilder und Schlagzeilen, die wir uns alle gerne erspart hätten. Den traurigen Schlusspunkt bildete das unselige Weinabkommen zwischen der EU und den USA: Hatte Stuart Pigott in seiner 2003 erschienen, höchst lesenswerten Studie „Schöne neue Weinwelt: Von den Auswirkungen der Globalisierung auf die Kultur des Weines” gewohnt pointiert die „weltweite Tendenz zur Angleichung und Homogenisierung des Weines aus kommerziellen Gründen” kritisch unter die Lupe genommen und vor dieser Entwicklung gewarnt, so ist mit dem oben zitierten Abkommen endgültig eine Grenzlinie überschritten: Statt mit einem strengen Reinheitsgebot die Interessen der Verbraucher zu schützen, wird ab sofort billiger „Kunst-Wein” ohne diesbezügliche Kennzeichnungspflicht die Regale der Supermarktketten füllen: Anreicherung mit Zuckerwasser, Zerlegung des ,Weines’ in seine Bestandteile in hochtechnisierten Labors und Zufügen von Aromastoffen und Holzspänen zum Vorgaukeln von Barriquereifung und vermeintlicher geschmacklicher Komplexität.
„Im Wein liegt Wahheit?” in solchen Industrieprodukten industriell arbeitender Global-Player mitnichten.

Das gleich schäbige Spiel wird seit Jahren mit dem Olivenöl Extra Vergine getrieben, einer delikaten Gaumenfreude und einem heilsamen Bestandteil qualitativ hochwertiger Küche. Gerade erst ist es Forschern gelungen, die schon seit langem bekannten gesundheitlichen Vorzüge hochwertigen Olivenöls auch wissenschaftlich nachzuweisen: Die ungesättigten Fettsäuren des Olivenöls verhindern im Laborversuch die Entstehung von Krebszellen und bestimmte Inhaltsstoffe in Olivenöl machen Blutgefäße elastischer und schützen damit vor Herz-Kreislauf-Krankheiten. (Wenn Sie sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchten, finden Sie hier eine ausführliche Darstellung hierzu. Doch skandalöserweise werden „ungenießbare Öle als Extravergine verkauft, die keine sind” (zitiert nach der sehr informativen Zeitschrift MERUM), urteilen drastisch italienische Olivenölexperten. So wundert auch nicht das beschämende Fazit einer gemeinsamen Verkostung von STERN, ZDF und Slow Food Deutschland: „Ein haarsträubendes Resultat. Keine 5 oder 10 % des im Mittelmeerraumes erzeugten Olivenöls erfüllen die gesetzlichen Extra Vergine-Bestimmungen” (MERUM).

Solch unsäglichen Entwicklungen gilt es entgegenzutreten. Nur ein unverfälschtes Extravergine der Spitzenklasse ist ein reines Naturprodukt und transformiert alle wertvollen Bestandteile der Oliven in die Flasche. Und unsere europäische Weinkultur darf niemals zur billigen Handelsware verkommen: Pinard de Picard wird daher auch in diesem Jahr, wie stets in der Vergangenheit, durch eine sorgfältige Selektion seiner Weine und Feinkostartikel dafür Sorge tragen, dass der informierte Verbraucher aus ehrlich produzierten (Spitzen-)Qualitäten von seriösen Winzern und qualitätsbewussten Olivenölproduzenten auswählen kann!

FRANKREICH

Domaine Santa Duc - Gigondas

FEINSCHMECKER: „Unikate mit starkem Charakter” — Unser Klassiker Santa Duc gewinnt große Gigondas-Verkostung!

Yves Gras, dieser so sympathische, jungenhaft wirkende und dennoch bereits legendäre Star von Gigondas, steht seit Jahren unangefochten in vorderster Reihe der Spitzenerzeuger an der südlichen Rhône („Ausnahmegut für erstklassige Gigondas, die beste Adresse in diesem Gebiet”, Parker). Insbesondere die alten Reben der Parzelle ,Haut Garrigues’, die aus terrassierten Kalk- und Lehmböden besteht, erbringen herausragende Qualitäten, allerbesten Lagen in Châteauneuf-du-Pape absolut ebenbürtig: Auf diesem sehr steinigen Terrain entstehen grandiose Weine, die zu den besten Gewächsen Frankreichs gehören und schon seit langer Zeit weltweit heiß begehrt sind.

Doch mit seinen neuen großen Jahrgängen hat Yves seine stilistisch so originären, charaktervollen Terroirweine infolge subtiler Verbesserungen in Weinberg und Keller in neue qualitative Höhen katapultiert — mit einem größeren Spektrum an Expression und Typizität als früher — die sich in Textur, Struktur und Geschmackskomplexität mit jedem großen Wein der Welt messen lassen können. „Gigondasweine faszinieren durch eine ursprüngliche, ausdrucksvolle Art, die auf Frische und Finesse nicht verzichtet. Selten hat die Jury Weine einer Appellation verkostet, die von kommerziellen Glättungstendenzen so unberührt war: kuschelweicher Frucht- und Schokoladenschmelz? Fehlanzeige. Der Gigondas ist ein mutiger Individualist, originell, eigenständig, lagerfähig”, so das fundierte Urteil von Autor Stephan Reinhardt im aktuellen FEINSCHMECKER 12/2005. Und wie als Beweis für die unangefochtene Spitzenposition unseres Klassikers Santa Duc belegen Yves phantastische Cuvées in dieser großen FEINSCHMECKER-Verkostung souverän die Plätze eins und zwei!

Diejenigen unserer Kunden, welche die enorm lager- und entwicklungsfähigen großen Rhôneweine von Santa Duc seit Jahren kennen, werden sich kaum wundern, dass Yves’ ungemein attraktive und verführerische Basiscuvée in der Blindprobe den Testsieg vor der Spitzencuvée ,Hautes Garrigues’ davon getragen hat, die zwar auf Dauer gesehen der deutlich bessere Wein sein wird, die aber in ihrer Jugend stets extrem verschlossen ist: Ein majestätischer, traditioneller Rhônewein singulären Charakters mit authentischem Terroir- und Rebsortencharakter. Referenzqualität!


148201 Santa Duc, Gigondas, rouge 2001 18,50 Euro
Testsieger der großen FEINSCHMECKER-Verkostung
Nach dem FEINSCHMECKER-Testerfolg waren wir im Handumdrehen ausverkauft, doch dank unserer freundschaftlichen Beziehung teilte uns Yves seine letzten Châteaureserven zu. Vielen Dank dafür! Wir zitieren aus der Preisverleihung der Jury: „Die körperreiche Standardcuvée des Spitzenwinzers Yves Gras präsentiert sich zurzeit besser, auch puristischer, als sein mächtiger, noch etwas unzugänglicher „Prestige” (der auf den 2. Platz gesetzt wurde) und fährt darum den Sieg ein. Das Bukett ist intensiv fleischig-würzig, duftet nach dunklen Beeren, Pflaumen und Leder. Geschmeidiger Fruchtauftakt mit Veilchen, Zigarrentabak und Schokolade; feste, kräftige Struktur, unheimlicher Druck, sehr gehaltvoll, reife Frucht im langen Finish, dabei noch immer jugendlich. Exzellent!”
Ein toller Wein mit noblem Nachklang, der gemütliche Winterabende mit festlichen Mahlzeiten traumhaft begleitet. Ein Schmeichler der Sinne, sein Preis ist angesichts seiner traumhaften Qualitäten ein Schnäppchen!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Herbst 2006 bis nach 2010.



148203 Santa Duc, Gigondas, rouge 2003 17,90 Euro
Der Nachfolger des großen FEINSCHMECKER-Testsiegers aus ebenfalls hervorragendem Rôhnejahrgang, der mich in seiner traditionellen Stilistik sehr stark an Yves legendären 89er erinnert, der gerade jetzt erst seinen Höhepunkt erreicht hat!
Ein Gigant mit einem unglaublichen Reife- und Entwicklungspotential, zu genießen etwa 2008 bis 2015.



148403 Santa Duc, „Cuvée Prestige des Hautes Garrigues”, rouge 2003 29,00 Euro
Eine der legendären, gesuchten Spitzencuvées der südlichen Rhône, von etwa 80 Jahre alten Rebstöcken mit niedrigsten Erträgen um die 15hl/ha (80% Grenache, 20% Mourvèdre) von erstklassigen Parzellen, die nur in ganz großen Jahrgängen produziert wird.
Dieser grandiose Weltklassewein begeistert durch sein tiefes, dunkles Rot in der Farbe und seine explosive Nase nach feinen Gewürzen, Schwarzbeeren, Cassis, Heidelbeeren, Mokka, Pfeffer sowie reifen Schwarzkirschen und mit einer beeindruckenden Mineralität. Im Mund fasziniert die Kombination zwischen fabelhafter Konzentration, Dichte und Fülle sowie einer spektakulären Aromenvielfalt, einer enormen Extraktion, einem Hauch von Vanille und Würze und phantastisch cremigen, „kühlen” Tanninen, ein Wein, der „daher fast schon burgundisch” wirkt, wie der FEINSCHECKER über seinen gleich guten 2001er Jahrgangsvorgänger schreibt, der aber bereits restlos ausverkauft ist.
Ein Wein mit einer sagenhaften Opulenz, einer phantastischen Reife sowie einer für alte Grenachereben charakteristischen Fruchtsüße. Dazu gesellt sich ein traumhafter Abgang voller Extrakt und von bemerkenswerter Länge. Über viele Jahrgänge hinweg bereits „ein herausragender, großer Gigondas!” (FEINSCHMECKER) und ein überzeugender Beleg, dass Yves Grass seine neuen Barriques wohldosiert und sehr sensibel zur Tanninzähmung, aber überhaupt nicht als dominierendes Stilelement einsetzt.
Ein spektakulär schöner, ungemein konzentrierter, mächtiger Weinriese alten Stils mit sagenhaftem Potential und meilenweit entfernt vom neumodischen, ultraweichen, internationalen Rotweinstil, der weltweit in Labors durch „flauschig weiße Kuschelhäschen” genanntes Tanninpulver herbeimanipuliert wird. Santa Ducs ,Hauts Garrigues’ dagegen ist ein Rhônerotwein voller originärer Ursprünglichkeit in bester französischer Tradition: ein gigantisches Weinmonument von ganz großem Terroir!
Zu genießen 2008 bis nach 2020.



Als besonderes Schmankerl haben wir für alle Santa Duc Fans ein ungemein attraktives Angebotspaket zusammengestellt:

80024 Santa Duc-Probierpaket 2,25 l, statt 65,40 nur 59,90 Euro
Je 1 Flasche:
148201 Gigondas 2001
148203 Gigondas 2003 sowie der
148403 Cuvée Prestige des Hautes Garrigues” 2003.



Aber auch Yves ebenso beliebte wie preis’werte’ Basiscuvées aus zwei grandiosen Jahrgängen der südlichen Rhône können wir Ihnen wärmstens ans Herz legen:

148604 Santa Duc, „Les Plans”, Vins de Pays de Vaucluse, rouge 2004 4,95 Euro
Von ausgezeichneten Weinbergen in der Vaucluse kommt ein wunderschöner leckerer Alltagsrotwein aus ganz großem Jahrgang.
Die in optimalem Reifezustand geernteten Trauben von über 40 Jahre alten Grenachereben (dazu Syrah und ein wenig Merlot sowie Cabernet) ergeben einen erfrischenden (ja, genau das ist die Stilistik von 2004!), schmeichlerisch-leckeren, tiefdunkelroten Wein, den zu genießen Trinkspaß pur bereitet und der bereits mit seinen Vorgängerjahren für erheblichen Wirbel sorgte: Zu spektakulär die Qualität dieses Alltagsweines bei gleichzeitig äußerst fairem Preis.
Im heute präsentierten 2004er dominieren im Duft Aromen von reifen, süßlichen, schwarzen Beeren, dazu Sauerkirschen und würzige Kräuternoten. Im Mund präsentieren sich die noch präsenten, aber weichen, herrlich frischen Tannine bestens integriert, eingehüllt in reichlich viel Frucht und Körper und feinst strukturiert. Yves fröhlich-leckerer Vin de Pays erhebt sicherlich nicht den Anspruch, ein großer Wein zu sein, doch er bietet Qualitäten, die Sie in so manch teurem Prestigewein nicht finden — und das zu einem sensationell günstigen Preis, der in diesem Segment das Maß aller Dinge an der südlichen Rhône darstellt.
Ein sehr ausdrucksvoller Vin de Pays, welcher der Kraft und Würze seiner Region zu perfektem Ausdruck verhilft, ein lebhafter, jugendlich wilder Wein, der mühelos viele Côtes du Rhone übertrumpft, welche die Regale der Supermärkte überschwemmen!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Mitte 2006 bis wenigstens 2008.



148303 Côtes du Rhône Santa Duc „Les Quatre Terres”, rouge 2003 8,50 Euro
Yves Gras gelingt die jährliche Gratwanderung zwischen vertretbarem und bezahlbarem Aufwand in Weinberg und Keller und der schmeckbaren Qualität in der Flasche immer so überzeugend, dass die Weinwelt wenig derart gute, feinwürzige Côtes du Rhône zu ähnlich günstigem Preis kennt. Kein Wunder, dass bei solch zuverlässiger Konstanz und höchst authentischem Rhône-Vergnügen diese so fairpreisige Cuvée, insbesondere in Jahrhundertjahrgängen wie 2003, immer viel zu schnell ausverkauft ist.
Wir können Ihnen heute aber nochmals Yves definitiv letzte Zuteilung anbieten: Leuchtend rubinrot steht dieses Aushängeschild eines erstklassigen, expressiven, Grenache-dominierten Côtes-du-Rhône im Glas, in der Nase komplexe, verwobene Aromen von reifen Waldbeeren und Pflaumen, dazu feine Kräuter der Provence. Am Gaumen präsentieren sich die kernigen Tannine bestens integriert, eingehüllt in reichlich viel Frucht und bestens ausbalanciert.
Yves CdR sind — stets unverkennbar in ihrer Stilistik — terroirbetonte, expressive, konzentrierte Tropfen mit unverwechselbarer Fruchtsüße und reifer Säure von spät geernteten Trauben mit höchster physiologischer Reife, „nicht unähnlich einem sehr guten Châteauneuf-du-Pape” (so Parker über einen seiner gleich überzeugenden Jahrgangsvorgänger), doch zu welch extrem günstigen Preis!
Trinkbar ab sofort, Höhepunkt nach mehrwöchiger Flaschenlagerung etwa ab Mitte 2006 bis 2008.



Domaine Saint Antonin - Faugères

Frédéric Albaret — der neue ungekrönte Winzerkönig des Faugères — produziert Weine voller Frische und Finesse von einzigartigen schwarzen Schieferböden!

Faugères ist ein wildromantisches, dünn besiedeltes, waldreiches Gebiet nördlich von Béziers, das als einzige AOC des Languedoc flächendeckend über homogene karge Böden aus schwarzem Schiefer verfügt, der ansonsten im Midi nur selten zu finden ist. Die Weinberge befinden sich zumeist auf relativ hohen Hügeln mit steilen Hängen und sind somit hervorragend geeignet zur Erzeugung großer Rotweine, die von Liebhabern wegen ihres unverwechselbaren Charakters, ihrer Dichte und Konzentration sowie ihrer außerordentlichen Eleganz und großartigen Finesse, noblen Weinen aus Burgund durchaus ebenbürtig, hoch gerühmt werden. Das die Stilistik prägende Schiefergestein sorgt in den Spitzenweinen für eine ureigene und unverwechselbare Identität, eine äußerst rare Komplexität und eine expressive, phantastische mineralische Aromatik. Bei den besten Winzern der Region sind diese hochkomplexen Weine terroirgeprägte Unikate auf höchstem Qualitätsniveau, die sich so wohltuend aus dem Einheitsbrei vieler industriell „gemachter” Weine hervorheben und von Kennern zu den hochwertigsten des gesamten französischen Südens gezählt werden.

Und es ist vor allem ein Name, der immer wieder fällt, wenn französische Winzerikonen sich über die besten Qualitäten des gesamten Languedoc austauschen: Der aus Montpellier stammende, ungemein dynamische und sympathische Frédéric Albaret ist der neue ungekrönte König des Faugères! In seinen Lehr- und Wanderjahren verdingte sich Frédéric nach einem Önologiestudium in Montpellier zunächst in bester handwerklicher Tradition in ausgesuchten Weingütern des Languedoc und in Châteauneuf-du-Pape, um bei den Großen seiner Zunft zu lernen. 1995 bot sich ihm urplötzlich die Chance, in den Weinbergshügeln um das verschlafene Dörfchen Lentheric im Herzen der Appellation Faugères, dort, wo sich die besten schwarzen Schieferlagen der Region befinden, einige Hektar erstklassigen Terroirs zu erwerben, dessen stilprägende Mineralität im fertigen Wein in Verbindung mit einem wunderschönen delikaten Spiel auf der Zunge und einer einzigartigen Finesse verantwortlich ist für ihren herausragenden Rang unter allen Weinen des Languedoc.

Zwar hat Frédéric seit drei Jahren neue, optimal gekühlte Kellergebäude in Betrieb nehmen können (ein unschätzbarer Vorteil in den heißen Sommern), in denen er äußerst schonend seine stilistisch so singulären Weine ausbaut, aber in der Vinifizierung liegt nicht das Geheimnis dieser großen langlebigen Gewächse aus einer traumhaft schönen Landschaft.

Nein, es ist wie bei allen begnadeten Winzern der Welt. Der Ursprung dieser phantastischen Qualitäten, die noch zu so überaus fairen Preisen zu erwerben sind, liegt primär im großen Terroir des Weinbergs: bestens bearbeitete, karge, schwarze Schieferböden, in harter Handarbeit aufgelockert, ein immenses Blattwerk, an Spalieren hochgezogen, ein naturnaher Anbau und tief wurzelnde Reben, die sich ihren Weg durch den Schiefer hart erkämpfen müssen, um tief in der Erde in den heißen, trockenen Sommern weitab von feuchten Winden des Meeres genügend Wasser zu finden. Infolge einer Exposition der Parzellen, die aus Schutz vor zu viel Sonne nicht nach Süden ausgerichtet sind, kann Frédéric für südfranzösische Verhältnisse sehr spät (Ende September, Anfang Oktober) ernten, dann, wenn die Trauben ihre höchste physiologische Reife erreicht haben. So sorgt neben den Schieferböden diese lange Vegetationsperiode für ein deutliches Mehr an Finesse und Eleganz in den fertigen Weinen und eben eine perfekte Reife, die aber, Frédérics zentrales Anliegen, niemals! in Überreife umschlagen darf. Marmelade mag er höchstens auf dem Baguette, aber keinesfalls im Wein!

Das Resultat einer beispielgebenden handwerklichen Arbeit und des Genius eines sensiblen Winzers:
Ultrafeine, finessenreiche Weine der neuen Generation, wie sie erst von einer ganz kleinen Avantgarde qualitätsbesessener junger Winzer im Languedoc vinifiziert werden. In Frankreich unter Insidern bereits zu den großen Stars des Midi gezählt, in Deutschland noch eher ein Geheimtipp, muss Frédéric seine Ernte den Interessenten aus aller Welt mittlerweile strikt zuteilen. Es sind zutiefst mineralische Bilderbuchweine des französischen Südens, Terroir pur, das eindeutig den Rebsortencharakter dominiert, sehr rar und von phantastischer Qualität!


302304 Saint Antonin, Les Jardins de Saint Antonin, rouge 2004 5,95 Euro
Ja, das ist genau wieder so ein ungemein preis„werter” und schmackhafter Alltagswein aus dem französischen Süden, der das Languedoc vor mehr als einem Jahrzehnt als Quelle herausragender Trinkweine über Nacht weltberühmt machte und der zudem das großartige vinologische Können von Frédéric Albaret eindrucksvoll belegt.
Herrlich leuchtendes mittleres Rot in der Farbe, in der Nase fruchtige, feine beerige und zartwürzige Aromen, dabei von sehr elegantem Stil, der überhaupt nichts Lautmalerisches in sich trägt. Am Gaumen schmeichlerisch, elegant und saftig, geprägt von einer animierenden Trinkfrische und für seine Preisklasse gleichzeitig erstaunlich dicht mit einer verblüffend cremigen Tanninstruktur. Ein herrlicher Alltagswein der eher leisen Töne, eine ehrliche, fröhliche Haut, lecker, frisch und unkompliziert.
Ab sofort zu genießen, Höhepunkt Mitte 2006 bis Ende 2008.



302103 Saint Antonin, Faugères, rouge 2003 8,90 Euro
Intensiv dunkelrote Cuvée (überwiegend Grenache und Carignan, dazu Cinsault und Syrah) mit expressivem, herrlich mineralischem Duft nach den verführerischen, wild wachsenden Gewürzen der Garrigue, Heidelbeeren, Rauch und ein wenig Lakritze.
Die Zunge wird zärtlich gestreichelt von einer ungemein seidenen, kühlen Textur, die nichts anderes ist als der schmeckbare Ausdruck des schwarzen Schieferbodens, der den großen Terroirweinen des Faugères einen unvergleichlichen, ursprünglichen, „heimatlichen” Charakter vermittelt. Rote und blaue Früchte und eine wiederum vom Schiefer stammende feine Mineralität, eine in dieser Preisklasse ganz und gar ungewöhnliche Eleganz, Finesse und Feingliedrigkeit, bestens integrierte, frische, seidige, cremige Tannine und ein schöner, schmeichlerischer, ungemein feiner, rauchig-mineralischer, zart tabakiger Nachhall begründen ein sensationelles Preis-Genussverhältnis, das selbst für den französischen Süden extrem selten ist.
Die unverkennbare Ausstrahlung als absolut eigenständiger Terroirwein macht diesen Wein aus großem Jahrgang mit viel Potential für die Zukunft zu einem Referenzwein für die neue Winzergeneration des Languedoc.
Zu genießen ganz leicht gekühlt (ca. 17°C) ab Frühjahr 2006, Höhepunkt Mitte 2007 bis 2009.



302203 Saint Antonin, „Les Magnoux”, rouge 2003 13,50 Euro
Zweifellos eines der Aushängeschilder der neuen authentischen Spitzenweine aus dem Languedoc, zwar enorm dicht und mit einer grandiosen Tiefe versehen, aber kein Extraktionsmonster mit Muskeln und überbordendem Eichenholz, stattdessen mit einer vor kurzem im französischen Süden noch nicht vorstellbaren Eleganz und Finesse gesegnet, an der sich die anderen großen Weine des Languedoc messen lassen müssen.
Tief dunkelrot steht dieser noble Weinriese (Syrah, hochreife Mourvèdre und ein wenig Carignan, zum kleinen Teil im neuen, bereits jetzt kaum vernehmlichen, aber Struktur gebenden Holz ausgebaut) im Glas, in der Nase ungemein komplexe, verführerische Beerenaromen (Cassis!), dazu extrem feine, würzige Anklänge. Die expressive Frucht und eine traumhaft cremige Textur betören ungemein einschmeichelnd den ganzen Gaumen, hüllen ihn ein in ein samtenes Tuch, verweilen, wollen nicht mehr loslassen. Das ist Faszination pur!
Dieser großartige Wein löst mit seiner seidigen Fülle wohlige Schauer aus, wenn er über die Zunge läuft, ein herrlich runder, harmonischer, delikater Wein; der noble Kern seiner intensiven Mineralität umspielt fordernd die Zunge. Danach öffnet sich die dichte, kühle Gerbstofftextur im Mund, um die Sinne mit mächtiger Kraft, aber auch mit zartem Schmelz, Geschliffenheit und wiederum subtiler Mineralität zu verwöhnen.
Ein wahrer Geniestreich von Frédéric, Terroir pur und von extremer Qualität: Wein-GENUSS in Vollendung. Es fällt schwer, stilistische Vergleiche zu finden für diesen Gänsehautwein, er vereint in sich die edle Kühle eines großen Syrah der nördlichen Rhône mit der Eleganz und Finesse eines aristokratischen Gewächses aus dem Burgund. Bravissimo!
Zu genießen 2007 bis mindestens 2012.



Domaine Peyre Rose - Coteaux du Languedoc

REVUE DU VIN DE FRANCE: „Domaine Peyre Rose: das beste Weingut des Languedoc”

WEINWISSER: „Languedoc-Spitze — Die beiden besten Weine aus dem französischen Weinanbaugebiet Languedoc heißen Clos Syrah Léone und Clos des Cistes”

Seit vielen Jahren ist die Domaine Peyre Rose DER KLASSIKER in unserem Languedoc-Programm: Die stilistisch ungemein eigenständigen, konzentrierten, dichten und dabei ebenso eleganten, finessenreichen wie frischen Terroirweine „der guten Hexe des Languedoc”, so ein von der Fachpresse gern benutzter Kosename für die Winzerikone Marlène Soria, sind der ultimative Maßstab, an dem sich alle anderen großen Syrahweine des Midi, aber auch die teuren Prestigeweine der nördlichen Rhône, messen lassen müssen!

Aktuell belegt wurde diese Auffassung von der „Revue du Vin de France“, die in ihrer Oktoberausgabe 05 das erste inoffizielle „Classement des Grands Rouges du Languedoc” vorstellte. Immerhin 134 Domainen schafften die Aufnahme in die Wertung, die fünf besten Languedoc-Güter wurden zu „Crus exceptionelles” gekührt. Als Siegerin an der Spitze des RVF-Classements: Marlène Sorias biodynamisch bewirtschaftete Domaine Peyre Rose, verträumt tief im Herzen der blühenden Garriguelandschaft des Languedoc gelegen. Die beiden Top-Cuvées ,Clos des Cistes’ und ,Clos Syrah Léone’ „zählen seit einigen Jahren zu Frankreich größten Rotweinen”, so der WEINWISSER, die renommierte Schweizer Fachzeitschrift, herausgegeben von René Gabriel, Autor des Standardwerkes „Bordeaux Total”. Im Handel befinden sich momentan erst die 1998er, denn Weinliebhaber wissen, dass Marlène ihre sensationell schönen Gewächse nur in guten bzw. herausragenden Jahren wie 1998 abfüllt und sie bis zur ersten Trinkreife auf dem Gut zurückbehält.

,Clos Syrah Léone’ und ,Clos des Cistes’ stammen von zwei einzelnen, durch ein schmales Tal getrennten Weinbergen mit unterschiedlichem Terroir — schwere Tonböden für die Syrah- und Mourvèdre-Stöcke des ,Clos Syrah Léone’ und Böden mit hartem Felsuntergrund für die Syrah- und Grenachestöcke des ,Clos des Cistes’. Angelegt worden sind die beiden Rebberge von Marlène Soria in den 1980er Jahren, nachdem der attraktiven Autodidaktin bewusst geworden war, dass das Terroir ihres damals frisch erworbenen Domaine-Besitzes, der ursprünglich als Altersruhesitz gedacht war, das Potential für ganz, ganz große Weine besitzt. Sie begriff sofort, dass sie das traumhafte Lagenpotential nur ohne kellertechnische Kunstgriffe (die sie scheut wie der Teufel das Weihwasser) eins zu eins auf die Flasche ziehen konnte, um die Charakteristik ihrer biodynamisch bearbeiteten Rebsorten aus extrem niedrigen Erträgen (ca.15hl/ha) auf singuläre, nicht kopierbare Art und Weise zu erhalten.

Zwar hat Marlène, die „beste, verrückteste, unbändigste Weinmacherin des ganzen Languedoc” (VINUM) mittlerweile ein ideal temperiertes Kellergebäude errichten können, so dass der Ausbau der Weine auch im heißen Sommer unter optimalen klimatischen Bedingungen vonstatten geht, doch findet die Weinwerdung wie in der Vergangenheit ohne jeglichen Holz- oder gar Barriqueeinsatz statt, was man kaum für möglich hält, wenn man diese so dichten und cremigen Weine erstmals im Glase hat. Aber darin liegt ja gerade der große Zauber dieser phantastischen, in ihrer Reinheit puristischen Gewächse, die nichts anderes widerspiegeln als die Charakteristik ihrer Trauben und das große Terroir, auf dem sie gewachsen sind.

In unmittelbarer Nachbarschaft dieses phantastischen Terroirs stehen übrigens die Rebstöcke, aus denen Neglys „Clos des Truffiers” produziert wird (ein Wein, den Parker wiederum für den besten des Languedoc hält), der infolge seines Ausbaus im neuen Barrique jedoch von gänzlich anderer Stilistik ist. Wem gebührt denn nun die Krone der großen Weine des Languedoc? Den legendären Gewächsen von Grange des Pères, Negly oder Peyre Rose? Das ist eine Luxus-Streifrage, die sich meines Erachtens nicht pauschal beantworten lässt. Es scheint mir — wie bei allen Weltklassegewächsen oberhalb der 95 Punkte-Grenze — eher eine Sache der persönlichen Vorlieben, des individuellen Geschmacks und des emotionalen Berührtseins beim Genuss solcher Weine zu sein als vorgeblich objektiver Kriterien: Große, komplexe, majestätische Gewächse lassen sich nicht in Dogmen pressen!

Mich freut es jedenfalls sehr, dass Marlènes so wohltuend unmodische Weine jenseits aller Holzorgien in zahlreichen Blindverkostungen berühmte, vielfach teurere Weine der nördlichen Rhône (und erst recht die Marmeladenmonster aus Australien) mühelos an die Wand spielten. Ein Bravo der „charmanten Abenteurerin, der Diva des Syrah” (so die auf Frankreichs Süden spezialisierte Weinzeitschrift ,Terre des Vins’) und vielen Dank für die nochmalige Zuteilung aus ihren Châteaureserven, die alle Liebhaber des Gutes das Warten auf die Freigabe des nächsten herausragenden Jahrgangs erträglicher werden lässt. Genießen Sie diese großartigen, authentischen Garrigueweine des Languedoc, Terroir pur, statt des Versuchs, Spitzenweine aus anderen renommierten Regionen der Welt zu kopieren: Unverwechselbare, edle, Weinunikate mit einer ungeheuren Verführungskraft und Kategorie persönliche Lieblingsweine!

Meine eigenen, ausführlichen Weinbeschreibungen finden Sie in unserem Katalog auf S. 175. Daher möchte ich Ihnen im Folgenden die brandaktuellen Verkostungsnotizen des WEINWISSER anempfehlen: Beide Weine erhalten die gleiche Weltklassebewertung, werden als „beste Weine des Languedoc” gefeiert und schmecken bereits jetzt so hervorragend, dass sie jedem festlichen Mahl einen würdigen Rahmen geben werden: Peyre Rose — Kultweine aus dem Languedoc mit magischem Klang!


303298 Peyre Rose, Clos Syrah Léone, rouge 1998 55,00 Euro
„Dichtes Purpur-Granat. Vielschichtige Nase, süßliche Lebkuchengewürze, Pflaumenaromen und viel Rosenparfüm. Geschmeidiger Gaumenfluss, fülliges Extrakt, noble Kandissüße, überraschend satte Tannine dahinter, nebst blauen Fruchtaromen auch Grenadine und Preiselbeeren, gute Frische und bis am Schluss tiefgründige Terroirwürze, überwältigende Ansätze, wird mit der Flaschenlagerung noch an Balance zulegen. Höhepunkt 2007-2020”. Diese auch heute schon herrlich schmackhafte, ungemein verführerische Cuvée (85% Syrah, 15% Mourvèdre) ist eine hinreißende Vermählung von Fülle und Eleganz, Komplexität und Ausgeglichenheit, zu der sich eine subtile Finesse gesellt, wie sie sonst nur großen Weinen der Côte Rôtie zu eigen ist. Ein phänomenaler Wein von geradezu atemberaubender Tiefe und langer Nachhaltigkeit! Ganz ähnlich hat wohl auch Gerhard Eichelmann empfunden, denn er hat im großen, 25seitigen MONDO-Test zum Languedoc diesen traumhaften Tropfen mit der höchsten Bewertung aller Weine ausgezeichnet!

Peyre Rose, Clos Syrah Léone, rouge



303198 Peyre Rose, Clos des Cistes, rouge 1998 55,00 Euro
„Leuchtendes Granat mit rubinfarbenen Reflexen. Intensives Fruchtbouquet, an reife Kirschen, Zwetschgenkuchen und Früchtetee erinnernd, dahinter auch dezente Terroirnoten, Wildleder und Zedernholz. Angenehmer Druck im samtigen Gaumen, noch leicht körnige Tannine in der Mitte, zunehmend süßer werdendes Extrakt, reife Fruchtnoten, nun auch Walderdbeeren und Zimt, gegen das Finale wieder jugendlicher werdend, viel versprechende Reserven. Höhepunkt 2006 — 2018.” Diese in der Jugend im Vergleich zum ,Syrah Léone’ immer etwas ungeschliffener, wilder und kerniger wirkende Cuvée (85% Syrah, 15% Grenache) hat sich innerhalb der letzten zwölf Monate traumhaft schön entwickelt, besitzt einen unendlich langen Nachhall am Gaumen und wurde von Bettane im „Classement 2005” mit der ganz selten vergebenen Weltklassebeurteilung 9,5/10 Punkten geadelt! Eine kompromisslose Schönheit voller Charakter und ungebändigter Eleganz. Ein aromatischer Paukenschlag!

Peyre Rose, Clos des Cistes, rouge



Nur noch einige wenige Kisten unserer anderen Weltklasseweine aus dem Languedoc können wir Ihnen vor den bald anstehenden Jahrgangswechseln anbieten.

318502 La Negly, Clos des Truffiers, rouge 2002 89,00 Euro
96 Parkerpunkte, 18,5/20 Punkte von Jancis Robinson



318702 La Negly, „L’Ancely”, rouge 2002 49,90 Euro
18+/20 Punkte von Jancis Robinson.



318802 La Negly, „La Porte du Ciel”, rouge 2002 79,00 Euro
95 Parkerpunkte, 19/20 Punkte von Jancis Robinson.



352101 Grange des Pères, rouge 2001 49,00 Euro
Für mich persönlich einer der größten jemals im Languedoc erzeugten Weine in seiner so eleganten, finessenreichen, burgundischen Art, weit entfernt von jedem marmeladigen Stil!



Domaine Joblot - Givry: Burgund at its best!

Die Familie Joblot bringt regelmäßig Givrys hervor, die ebenso gut oder besser als die meisten Grands Crus von der Côte d’Or sind” (Parker) — nur wesentlich günstiger!

Was ist die Essenz, was sind die gemeinsamen Charaktereigenschaften der großen Winzer dieser Welt? In erster Linie ihr handwerkliches, natürlich gewachsenes Wissen um die Besonderheiten ihres Terroirs, die gestiegene Traubenqualität und der respektvolle, schonende Ausbau im Keller. Und da reiht sich Jean-Marc Joblot ein in die ganz Großen seiner Zunft. Wenn er über seine Weinberge spricht, seine Arbeit und seine inspirierte Philosophie, so meint man einen hochintellektuellen Professor von der Sorbonne dozieren zu hören, so akribisch, so präzise, so fundiert sind seine Äußerungen und ich fühle mich an viele tiefgehende Gespräche mit Klaus-Peter Keller aus Rheinhessen, Helmut Dönnhoff von der Nahe oder Marcel Deiss aus dem Elsass erinnert.

Jean-Marc Joblot, der mit seinem langen, blonden, wilden Haar eher an einen Rockstar erinnert, als dass er in das traditionelle Bild eines Winzers passt, ist eine Seele von Mensch, ein Mann, der aber auch genau weiß, was er will. Er schwört auf niedrige Erträge von nur 35 hl/ha und eine lange Gärung. Seine Lagen liegen im beschaulichen, romantischen Dörfchen Givry, der sicherlich dynamischsten der vier Appellationen der Côte Chalonnaise, auf optimal exponierten süd- und südöstlich orientierten Hügeln, die wie ein Brennspiegel die Sonnenstrahlen einfangen. Seine Rebparzellen demonstrieren augenscheinlich, wo die Qualität der Weine entsteht. Derart extrem gepflegte, aufgelockerte, sehr steinige Böden (in ihrer geologischen Zusammensetzung den berühmten Crus von der Côte d’Or identisch), derart extrem ausgedünnte Trauben (keine Beere berührt die andere), derart aufwändige Laubarbeiten, um Luft und Sonne an die Trauben zu lassen und dazu noch biologischer Anbau: Die alte Familiendomaine Joblot ist ein wahres Kleinod im unüberschaubaren Dschungel von Burgund. In den unterirdischen, optimal klimatisierten Kellern werden die Weine in gebrauchten und neuen Barriques so schonend wie möglich vinifiziert und ausgebaut, die Weinwerdung erinnert hier sehr an eine sanfte Geburt.

Heute präsentieren wir Ihnen die ungefiltert abgefüllten Weine aus dem großen Burgund-Jahrgang 2004. Sie haben enorme Frucht- und Würzsubstanz und paaren Feinheit und Reife. Vor allem zeigen sie neben dem ellenlangen, frischen Tannin und der eleganten Holznote — die besten Weine werden zu 100 % im neuen pièce aus Allier-Eiche ausgebaut — die typische balsamisch-ätherische Note, die diesen großen Terroir-Weinen zu eigen ist. Nehmen Sie mich beim Wort: Im durch klassische Eleganz glänzenden Jahrgang 2004 hat Jean-Marc Joblot die vielleicht besten Weine seiner beeindruckenden Winzerkarriere gemacht.

Es sind rote und weiße Burgunder, die mir wieder die Liebe zurückgegeben haben zu dieser königlichen Weinregion, wo Weine wachsen, die mit ihrer einzigartigen Finesse, mineralischen Feinheit und subtilen Geschmeidigkeit ein unvergleichliches Erlebnis darstellen. Finesse ist die Kardinalstugend eines großen Burgunders. Und das ist die Essenz der neuen, aufregenden, kräuterwürzigen und dunkelbeerigen Weine von Joblot. Sie paaren eben jene sprichwörtlich „burgundische” Finesse mit Geschmeidigkeit, einem unerhört differenziertem Aromenspektrum und betten dieses ein in eine kühle, faszinierende Mineralität, die sich wie ein Bogen von der Zungenspitze bis nach hinten zum Rachenraum durchzieht. Das ist ganz großes Kino — zu einem Preis, der angesichts der herausragenden Qualität geradezu lächerlich niedrig wirkt. Hier können Sie, liebe Kunden, einen der derzeit größten Geheimtipps in einer der renommiertesten Weinregionen der Welt kaufen! Wer einmal einen 1990er Premier Cru dieses Kleinods im Glas hatte, weiß, zu welch denkwürdigen Leistungen das Gut im Stande ist. Und an diese legendären Tropfen schließen die exzellenten 2004er nahtlos an!


215104 Joblot, „Pied de Chaume”, Givry, blanc 2004 17,50 Euro
Feingliedriger, rassiger, eleganter und finessenreicher Chardonnay aus ganz großem „Eleganz-Jahr” in der Bourgogne. In der Nase mineralische, zartbuttrige und fein rauchige Aromen, am Gaumen reichhaltig, saftig, sehr animierend, daher leichter weg zu „schlabbern” als sein großer Bruder. Eher der „schlanke” Typus, mit einem frischen Kern von Reineclauden und Quittengelee, dazu weiße Blumen, Mineralien und Anklänge von Rosinen, harmonisch, erfrischend, feine Säurestruktur, toller Allrounder!
Am Gaumen sehr saftig, überaus verlockend, in der Säure verhaltener als der „Vieilles Vignes”, reif, elegant, überhaupt nicht fett, sondern ein Wein mit Finesse und Länge, der gleichzeitig aber auch eine mundfüllende präzise Fruchtigkeit zeigt. Ein fröhlich-saftiger Gaumenschmeichler mit wahrhaft geschliffener Charakterstärke, ein betörender Charmeur!
Zu genießen ab sofort bis mindestens 2008.



215204 Joblot, „En Veau”, Vieilles Vignes, Givry, blanc 2004 21,00 Euro
In der Nase ist eine feine, jugendliche, gut eingebundene Holznote bester Provenienz noch zart vernehmbar. Dann öffnet sich eine wunderschön konturierte rosa Grapefruit-Frucht, eingelegte süße Aprikosen quellen hervor, nebst einem zarten Apfel-Touch, dazu weiße Blumen, weiße Schokolade, Haselnuss, geröstetes Karamell und feinste Gewürzanklänge. Das ist eine kraftvolle, seidige Persönlichkeit von mittlerem Körper, einer aromatischen Reinheit und mit dem intensiven Feuerstein-Bodengeschmack von durch tiefe Rebwurzelung gelösten Mineralien — DEN Geschmacksträgern schlechthin!
Dieses fürwahr edle Gewächs strahlt eine typische innere Ruhe und gebündelte, komplexe Kraft aus, wie sie für Weine von „Alten Reben“ — den „Vieilles Vignes” — typisch ist. Seidig, duftig, mineralisch: wie aus einem Guss. Assoziationen an einen berühmteren — und daher wesentlich teureren — Chardonnay aus Puligny-Montrachet werden wach: auch wegen der prononcierten, nervigen Säure, die als wunderschönes Pendant zur dezenten Buttrigkeit steht. Dennoch ist dieser Wein noch einen Tick rassiger als ein Puligny-Montrachet und meine besondere Empfehlung vor allem für Riesling-Freaks.
Probieren Sie einmal diesen traumhaft schönen, feinen, mineralischen Burgunder und lassen Sie sich verzaubern vom Charme und der Ausdruckskraft des Bodens. Toller Understatementwein für kundige Genießer!
Zu trinken ab sofort bis etwa 2010.



215304 Joblot, „Pied de Chaume”, Givry, rouge 2004 17,50 Euro
Pinot Noir ist die dünnschaligste aller roten Rebsorten und daher die zickigste, pflegeintensivste und empfindlichste, die ,sensibel’ auf falsche Behandlung in Weinberg und Keller reagiert. Als die Inkarnation einer fragilen, verletzlichen, grundehrlichen und empfindlichen ,Persönlichkeit’ braucht sie ein ihr gemäßes Mikroklima und die besondere Pflege eines einfühlsamen Winzers sowie einzigartige Böden, um ihre großen Stärken in einem hinreißenden Wein zu offenbaren: Eleganz, Finesse und die Transmission des Terroirs in unvergleichlich brillante, aufregende und feinste Aromen.
Bereits dieses feinduftige Basis-Exemplar aus Givry versöhnt den Liebhaber großer burgundischer Weine mit allen Enttäuschungen der Vergangenheit. Jean-Marc Joblot ist ein sensibler und erfahrener Winzer, dem es vor allem um Finesse und Frische in seinen Weinen geht. Er setzt neues Holz nur sehr verhalten ein und zieht duftige Transparenz der alkoholischen Dichte vor.
Dieser ungewöhnlich gelungene „kleine Burgunder” duftet attraktiv nach reifen Beeren und saftigen Sauerkirschen, zart unterlegt mit orientalischen Gewürzen, besitzt einen feinen und sanften Geschmack mit milden, cremigen Tanninen und frischer feiner Säure und sorgt am Gaumen nachhaltig und seriös für ausgewogene Harmonie und beste Balance. Dies ist ein rarer Glücksfall von Burgunder zum ausgesprochen fairen Preis.
Zu genießen ab Frühjahr 2006 (Dekantieren bitte), Höhepunkt aber erst ab Mitte 2008 bis 2012.



215504 Joblot, Clos de la Servoisine, Givry 1er Cru, rouge 2004 21,00 Euro
Der Clos de la Servoisine ist ein in voller südlicher Exposition gelegener Weinberg, und seine Aromen prunken nur so von Vogel- und Schwarzkirschen, Brombeeren und kleinen, schwarzen Johannisbeeren. Doch das ist längst noch nicht alles! Ich schnuppere Ricola-Kräuterbonbons, frisch geschnittenes Heu wie von einer Bergwiese und schmecke neben den reifen, beerigen Früchten und der dezenten Würze auch Mineralien und ein Aroma von dominikanischem Tabak.
Auch dieser Wein zeigt neben der schmeichlerischen Fruchtsüße die charakteristische Würze, die allen Joblot-Weinen zu eigen ist. Dabei bleibt dieser sensationelle Premier Cru immer auf der feinen, subtilen, delikaten Seite und ist niemals überpowert oder gar marmeladig. Das ist Givry at its best und für mich gar noch besser als der legendäre 1999er Servoisine, der von Parker bereits sensationelle 93 Punkte bekommen hat. Dieser Wein fängt so harmlos an und schraubt sich Schluck für Schluck, unerbittlich gleichsam, in fruchtige Höhen und in mineralische Tiefen. Unbedingt probieren!
Zu trinken ab sofort (mehrstündiges Dekantieren empfohlen) bis nach 2012.



215404 Joblot, Clos Grand Marole, Givry 1er Cru, rouge 2004 21,00 Euro
Bereits der jugendlich-kräutrige Duft betört und verzaubert: welch ein komplexes, sinnliches Pinot-Parfum! Die wunderschöne Landschaft Burgunds taucht vor dem inneren Auge auf und ein Bouquet-Garni-Duft von Estragon, Rosmarin, Wacholder und gemahlenem schwarzem Pfeffer steigt aus dem Glas, dazu sehr frische Fruchtaromen von schwarzen Waldhimbeeren und Mineralien — fast wie bei einem großen Syrah von der Nordrhône.
Der Körper ist ungewöhnlich samtig und doch fest konturiert, das geschmeidige, straffe Tannin trägt ein rot- und schwarzbeeriges Fruchtspiel von Brombeeren, Griotte-Kirschen und Cassis, dazu zeigt sich noch eine feine Note von Holunderblüten. Genial!
Ein Premier Cru, der für die Côte Chalonnaise geradezu exemplarisch ist und DIE ultimative Provokation selbst für die weiter nördlich gewachsenen Premiers oder gar Grands Crus. Maskuline Kraft wird überlagert durch Saftigkeit und finessenreiches Spiel, feinste Mineralität und enorme Differenziertheit der Aromen machen fast süchtig nach dem nächsten Schluck. Das ist Burgund pur, zum Abtauchen, zum Träumen. Und im Nachhall kommt der sattrubinrote Wein selbst dann noch in Wellen wieder, wenn man meint, er wäre schon abgetaucht. Ganz klar in der Anfang 90-Punkte-Kategorie, in die Robert Parker schon den seinerseits genialen 2002er eingereiht hat — vor allem in Relation zum Preis!
Zu trinken ab sofort (mehrstündiges Dekantieren empfohlen) bis nach 2012.



DEUTSCHLAND

Weingut Friedrich Becker

„Deutschlands bester Spätburgunderwinzer” (Gault Millau) aus Schweigen in der Südpfalz, brilliert auch mit einem sensationell schönen Winzersekt auf TOP-Champagnerniveau und erstklassigen Weißweinqualitäten!

Wir gestehen gerne, dass wir vor Erscheinen unserer letzten Pinwand selbst sehr gespannt waren und ein wenig Herzklopfen hatten, inwieweit Sie, liebe Kunden, unser neues Engagement für großen deutschen Rotwein aufnehmen würden. Doch das Resultat übertraf bei weitem unsere kühnsten Träume: Vielen Dank Ihnen allen für Ihr Vertrauen, dass Sie den herrlichen Gewächsen der Rotweinikone Friedrich Becker entgegengebracht haben. Tief im pfälzischen Süden, im Grenzland zwischen Vogesen und Pfälzerwald, sind die exzellenten Böden mit besonderem geologischem Reichtum gesegnet. Neben Buntsandstein findet sich hier jene Melange aus Kalk, Mergel und Ton, wie sie auch das Burgund auszeichnet und das den großartigen Weinen von Friedrich Becker seine einzigartige Stilistik verleiht. Heute präsentieren wir Ihnen von „Deutschlands Aufsteiger des Jahres” (Gault Millau 2006) einen sensationell schönen Winzersekt, bei dessen Genuss Sie alle Preisorgien der Champagne vergessen können und der die Einstiegsweine selbst berühmter Häuser mühelos an die Wand spielt, dazu zwei erstklassige Weißweine und, mittlerweile jedoch streng limitiert, die letzten Flaschen einer nochmaligen Zuteilung dieser großen Spitzenrotweine, die selbst versierte Liebhaber großer Gewächse der Bourgogne ins Schwärmen versetzen.

Ein paar Gedanken noch zum ungemein erfolgreichen Einstiegswein des „Alten Fritz”, der wohl genau den Nerv der Zeit getroffen zu haben scheint: Dieser trinkanimierende Tropfen ist in seiner Stilistik grundverschieden von unseren südlich inspirierten Rotweinen aus Franreich, Italien oder Spanien. Ein ungewöhnlich moderater Alkoholgehalt von knapp über 12%, Finesse, Frische und spielerische Leichtigkeit statt dichter, konzentrierter, beerig-fruchtiger, teilweise opulenter Stilistik aus ,wärmeren’ Regionen. Wenn Sie solch kühl-finessenreiche Weine als Ergänzung Ihres Rotweinkellers suchen, dann sind Sie bestens bei Beckers so sympathisch fair-preisigem Spätburgunder aus klassischem Jahr aufgehoben.


972404 Becker, Spätburgunder QbA trocken 2004 7,95 Euro
Einen großen Winzer erkennt man immer auch an seinem Einstiegswein. Und welch sensationelle Qualität funkelt hier im Glas und bietet ungemein viel Burgunder fürs Geld. Niemals zuvor habe ich in der Bourgogne einen so gelungenen, harmonischen, balancierten Pinot Noir in dieser Preisklasse gefunden, der von jüngeren Reben aus allen großen Terroirs des Weingutes stammt! In der Nase eine feine, attraktive Kirschfruchtigkeit und rote Beerenaromen, die eine klare, unverfälschte Burgundertypizität aufweisen. Am Gaumen saftig, geschmeidig, jugendlich frisch, lecker und unkompliziert und dennoch bestens balanciert mit erstaunlich viel Potenzial. Ein toller Einstiegswein, der die klare Handschrift des Meisters zeigt und der so lecker schmeckt, wie kleine Burgunder sein sollten, aber nur ganz selten sind!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Mitte 2006 bis 2009.



972104 Becker, Silvaner QbA trocken 2004, Literflasche 5,95 Euro
Von erstklassigen Pfälzer Lagen kommt dieser wunderschön fruchtige und frische Trinkwein mit einer beeindruckenden mineralisch-würzigen Note und faszinierenden Anklängen an Pfeffer, Kräuterwürze und aromatische grüne Äpfel. Am Gaumen ist dieser leckere, herrlich süffige Literwein für seine Preisklasse erstaunlich komplex und anhaltend, mit wesentlich mehr Substanz, Dichte und Schmelz als gewohnt, dabei aber von einer traumhaften vibrierenden Luftigkeit, Frische und Transparenz, die wunderbare Leichtigkeit lauer Abendstunden trefflich widerspiegelnd.
Feingliedrige Säure, beste Balance, schöner würziger Nachhall und ein vorzüglicher Essensbegleiter, ob seines phantastischen Preis-Genussverhältnisses wird er sich sicherlich zu einem Renner in unserem Programm entwickeln.
Wie viele höchst banale Silvaner habe ich in den letzten Jahren probieren müssen und was haben die Beckers für ein herrliches, belebendes, mineralisches, ausdrucksstarkes, authentisches Gewächs aus dieser so arg malträtierten, urtraditionellen Rebsorte vinifiziert.



972304 Becker, Riesling Sonnenberg Großes Gewächs 2004 18,90 Euro
Der Jahrgang 2004 ist nach Ansicht aller Weinkenner der bisher größte Weißweinjahrgang, der auf dem Weingut Becker im deutsch-französischen Grenzgebiet, wo der Pfälzerwald und das Elsass sich buchstäblich berühren, produziert wurde. Die stetigen, subtilen Verbesserungen in der Weinbergs- und Kellerarbeit, für die Stefan Dorst, der geniale Kellermeister, mitverantwortlich zeigt, sind unverkennbar und neben der singulären Qualität der Rotweine hat dieser Vorstoß in die absolute Spitzenriege der Pfälzer Rieslinge zur Auszeichnung als „Aufsteiger des Jahres und Einreihung des Betriebes unter die besten deutschen Erzeuger (4 Trauben)” im Gault Millau 2006 entscheidend beigetragen.
Bei aller inneren Dichte und Anklängen an ein typisches Pfälzer Schmusekätzchen ist dieses herrlich balancierte Große Gewächs ein unglaublich präziser Riesling voll strahlender Mineralität und begeisterndem Spiel sowie einer pikanten, aber geradezu cremigen Säure, einer dadurch bedingten animierenden Frische und einem sinnlichen Mundgefühl.
Dieser expressive Wein bezaubert mit seiner frischen kräutrigen Aromatik und feinstem Spiel und deutet schon in der Jugend sein breites Fruchtspektrum an, das von weißem Weinbergspfirsich, Honigmelone, Passionsfrucht und reifem Apfel bis hin zu zart rotfruchtigen Nuancen reicht und das fast süchtig macht in der Intensität der Aromen, in der Reinheit seiner geschmacklichen Komponenten und dem unverkennbaren authentischen Rieslingcharakter seiner großen Lage mit Anklängen an rauchige Gesteinsnoten.
Eine faszinierende Mischung aus stahliger Mineralität, Zartheit und Komplexität, Kraft, Finesse und Pfälzer Fülle, die nur wenige große Winzer auf die Flasche zu zaubern vermögen. Ein brillanter, sehr harmonischer, höchst individueller Riesling mit enorm viel Charakter: Dieses grandiose Große Gewächs ist in seiner Preisklasse einer der attraktivsten und stilistisch prägnantesten Rieslinge Deutschlands mit einem enormen Reife- und Entwicklungspotential!
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Ende 2006 bis 2012, mindestens.



972503 Becker, Spätburgunder Kammerberg Großes Gewächs 2003 32,00 Euro
Wie guter Rotwein gemacht wird, wurde Friedrich Becker einmal gefragt. „Mit dem Bauch”, hat er geantwortet, so wie es die trockene Art dieses individuellen Charakterkopfes ist. Und so präsentiert sich auch dieses Große Gewächs, das seinen Namen wahrlich verdient, bei aller Dichte und Finesse fleischig und emotional und ist sicherlich der kraftvollste unter allen Burgundern aus Deutschlands bestem Rotweingut und evoziert in seiner Stilistik Anklänge an die besten Pinot Noirs aus Volnay. In der Nase eine überschwängliche Frucht: Feine, hintergründige Kirscharomen, rote Johannisbeeren, saftige Himbeeren und ein Hauch von Schokolade dominieren zurzeit den ungemein komplexen Duft. Am Gaumen breitet sich bei aller Dichte und Kraft eine feinsinnige Pracht aus und kleidet die Zunge verführerisch aus mit delikaten Aromen roter Beerenfrüchte. Ein feiner Säurenerv sorgt in Verbindung mit feinherben, cremigen Gerbstoffen für lebhafte Frische und animierende Trinkfreude.
In einer Blindprobe wird dieser grandiose Rotwein stets als glänzender Vertreter eines elegant-kraftvollen, klassischen Burgunders erachtet, den man zwischen Ende 2007 und 2015 genießen sollte. Nur 4 Rotweine dieses ganz großen Spätburgunderjahrgangs (zwei davon folgen ante pedes) wurden vom Gault Millau leicht höher bewertet, als dieses Große Gewächs mit 93 Punkten. Ein solch harmonischer, perfekt ausbalancierter Pinot Noir (zu 60% im neuen Barrique ausgebaut) kann niemals billig sein, doch im internationalen Vergleich gesehen ist sein Preis geradezu ein Schnäppchen!



972603 Becker, Spätburgunder „Res” 2003 55,00 Euro
Ein ganz großer Pinot Noir, zu 100% im neuen Barrique ausgebaut, der seine Pendants findet in den berühmten Lagen von Musigny: Feine Mineralik trifft feinste Frucht. Finesse verbindet sich mit Länge. Genau so muss ein großer Burgunder schmecken! Höchste Eleganz paart sich mit süchtig-machendem Sexappeal und geschliffenen Tanninen. Ach, hätte doch nur Kate Moss diesen Wein gekannt... .
Ein singuläres Meisterwerk, in dem sich ein großes Terroir versinnbildlicht und sein magisches Antlitz enthüllt. Eine Göttergabe, deren aromatische Faszination berührt und die über Jahre hinweg nicht vergessen werden wird!
Doch kommen wir zu irdischen Bewertungen zurück und lassen den Gault Millau urteilen: „Der Spätburgunder „Res” ist ein Klassiker. Friedrich Becker gehört seit seinem legendären 1989er zu den bedeutenden Rotweinmachern Deutschlands und kaum jemand sonst kann seitdem eine so lückenlose Reihe großer Spätburgunder aufstellen. Doch nach dem schon grandiosen 2002er haben Becker und sein Kellermeister Stefan Dorst mit dem jetzt vorgestellten Jahrgang 2003 alles Bisherige noch übertroffen. Anklänge von frisch gebrühtem Mokka, laszive mystische Art, erinnert frappierend an einen Grand Cru aus Chambolle-Musigny, 94 Punkte” und damit die zweithöchste Punktzahl eines deutschen Rotweins ever. Solch burgundische Eleganz, die in die Mysterien des Terroirs einweiht, solch pure Sinnlichkeit werden Sie schwerlich zu diesem Preis in Frankreich finden können. Châpeau, „Alter Fritz”!
Zu genießen wohl zwischen 2007 und 2015.



Bei diesem grandiosen Pinot Noir muss ich jedoch meine Trinkempfehlung aus der letzten Pinwand korrigieren: Dieser edle Tropfen begeistert bereits zurzeit über alle Maßen, kann daher schon jetzt mit höchstem Genuss getrunken werden und wird sich noch über viele Jahre traumhaft weiter entwickeln.

972802 Becker, „Cuvée Salomé” brut 2002 13,90 Euro
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts genoss deutscher Riesling-Sekt weltweite Anerkennung und war oftmals teurer als Champagner. Dann folgte eine lange währende Depression, in der industrielle Massenerzeuger viele kleine, handwerklich arbeitende Sektkellereien vom Markt verdrängten. Doch seitdem Deutschlands Winzerelite beginnt, sich verstärkt um Sektausbau zu kümmern, ist eine erfreuliche Entwicklung zu höchst individuellen Schaumweinen mit best möglicher Qualität zu erkennen: Traditionelle Flaschengärung ist dabei ebenso selbstverständlich wie ein langes Hefelager. Und welche Finesse und Rasse, welch feines Perlenspiel, welch ausdrucksvolles Bouquet kennzeichnen diesen traumhaft schönen Winzersekt, der schwerelos auf der Zunge tänzelt und alle Attribute eines Grand Cru in sich vereint: Cremigkeit, Feinheit, Leichtigkeit, Ausgewogenheit und Bekömmlichkeit. Ein sinnlich-verführerischer Festtagswein mit feinstem Perlenspiel, der aktuell vom Gault Millau 2006 als zweitbester deutscher Winzersekt gefeiert wird: „Verwobener Duft von Holunderblüte und Wildkräutern, imponierende Finesse, spielerisches Finale”. Ähnlich begeistert urteilt der FEINSCHMECKER (JANUAR 2006): „Einer der schönsten deutschen Winzersekte! Die Cuvée aus Schwarzriesling und Chardonnay wirkt in ihrer Reife und Ausgewogenheit ebenso zugänglich wie anspruchsvoll.”

Bei solch fabelhafter Qualität aus deutschen Winzerkellern gibt es wahrlich keinen Grund mehr, dass sich Weinliebhaber mit überteuerten Massenchampagnern aus dem Supermarkt quälen: Charaktervolle Pfälzer Ursprünglichkeit, von Meisterhand sensibel vinifiziert, statt austauschbarer Industrieproduktion!



ÖSTERREICH

Weingut Hirsch - Kamptal

Der Überraschungssieger in der großen VINARIA-Rieslingverkostung verwendet als erster österreichischer Spitzenwinzer Schraubverschlüsse — garantiert korkfrei!

An der Mündung des Flüsschens Kamp in die majestätisch dahin gleitende Donau öffnet sich das Kamptal nach Südosten und damit auch dem Einfluss des pannonischen Klimas: Heiße Tage fördern die Reife der Trauben, während der Kaltluftzufluss aus dem nahen Waldviertel für kühle Nächte sorgt. Für Weinkenner ist daher das Kamptal ein Paradies, verleiht dieses spezielle Klima doch den Rieslingen und Grünen Veltlinern zusammen mit einem großartigen Terroir — verwittertes Urgestein auf den Berglagen, das auf den Osthängen von Löss oder Lehm abgelöst wird — eine würzige, nuancierte Aromatik, ein feines Säurespiel, einen großen Aromenreichtum und einen kristallklaren, mineralischen Charakter.

Aus dieser faszinierenden Region kommt DER Aufsteiger der österreichischen Winzerelite: das Weingut Hirsch. „Ich hasse alles Eintönige und Austauschbare. Meine Weine sollen die Tradition und das Terroir unserer Region widerspiegeln, Eleganz und Finesse sind mir wichtiger als überkonzentrierte Monsterweine mit hohen Alkoholgraden, die keinen rechten Trinkgenuss aufkommen lassen. Entscheidend ist daher meine naturnah betriebene Weinbergsarbeit (extrem aufwändige Laubwerksarbeiten, Gründüngung und künstliche Bewässerung), die Trauben brauchen eine maximale physiologische Reife, dazu kommt eine extreme Auslese mit wenigstens vier Erntedurchgängen in jedem Ried. Im Keller vinifiziere ich ganz traditionell und vergäre ausschließlich spontan mit weineigenen Hefen, die in den einzelnen Rieden vorkommen und die den unterschiedlichen Charakter des jeweiligen Terroirs optimal herausarbeiten”, so Johannes Hirsch, der junge, ungemein sympathische Winzer, der sich trotz seiner extrem traditionellen Arbeitsweise den Ruf eines Revoluzzers eingehandelt hat. Denn immenses Aufsehen erregt unser Shootingstar nicht nur wegen seiner großartigen Qualitäten, sondern auch, weil er sich entschlossen hat, alle Flaschen, auch die Spitzenweine, mit einem „lebensmittelechten Schraubverschluss zu versehen, so dass der Geschmack des Weines immer reintönig, frisch und klar daherkommt, ohne jeglichen Ausfall einer Flasche”.

Sie werte Kunden, sind in den beiden letzten Jahren diesem ,Experiment’ begeistert gefolgt, die superben Rieslinge und Grünen Veltliner von Johannes Hirsch gehören zu unseren meist verkauften Weißweinen überhaupt. Kein Wunder: „Der Name Hirsch ist Garant für höchste österreichische Weißweinqualität” postuliert der Weinguide Falstaff, „das Weingut Hirsch zählt wegen seiner kompromisslosen Arbeit und charaktervollen Weinen zu den besten Weißweinproduzenten Österreichs,” urteilt unisono der Gault Millau und stuft unser Kleinod in die kleine Elite der österreichischen Topwinzer ein! Und VINARIA berichtet brandaktuell: „Die herbstlichen Riesling-Verkostungen des Jahrgangs 2004 hatten einige Überraschungen parat: Gaben sich die Rieslinge im Frühjahr mehrheitlich noch verhalten bis unnahbar, so haben viele dieser Weine inzwischen stark zugelegt und präsentieren sich nun als teils hervorragende Sortenklassiker mit viel Frucht und Fokus. Dabei schienen im Spätherbst 2004 die Riesling-Spezialisten in den donaunahen Weinbaugebieten der Verzweifelung nahe. Immer wieder einsetzende Niederschläge und vielfach kühle Temperaturen setzten der bekanntermaßen sehr spät reifenden ,Königin der Weißweinsorten’ besonders zu. Als Belohnung für ihre nervenzermürbende Geduld konnten aber jene Qualitätswinzer, die ihre Weingartenarbeit den Umständen entsprechend penibel und auch flexibel gestaltet hatten, schließlich zugleich hochreifes, aber auch qualitativ einwandfreies Traubenmaterial einbringen und hervorragende Rieslinge und Grüne Veltliner keltern. Und die Mühe und das Risiko des Zuwartens auf die Phase nach dem Nebel (und eine extrem selektive Lese mit 50% Ertragseinbußen zum Vorgängerjahr!) haben dem Weingut Hirsch qualitativ sehr hochwertige Beute beschert”: Mit der sensationellen Bewertung von 19,3/20 Punkten wurde der Spitzenriesling ,Heiligenstein’ Sieger der großen Rieslingverkostung Österreichs des Jahrgangs 2004. Herzlichen Glückwunsch Johannes Hirsch!


701104 Hirsch, Grüner Veltliner „Trinkvergnügen #3” (PK) 2004 6,95 Euro
Leuchtendes Gelbgrün in der Farbe, zart mineralischer und pfeffriger Duft, Birnen und eine Spur frisch gemähter Sommerwiese, verspielte Würze. Am Gaumen leichtfüßig und herrlich trinkanimierend (ganze 11% Alkohol!), ausgewogen, fein balanciert und harmonisch, klare, feinsaftige Frucht, feinwürzig, reife Säure, wiederum zart mineralisch, ein „jung zu trinkendes Leichtgewicht mit Tiefgang und witzigem Etikett”, so das Lob des Gault Millau.
Zu genießen ab sofort bis Ende 2006.



701204 Hirsch, Grüner Veltliner „Heiligenstein” (DV) 2004 9,95 Euro
Vom Fuß des legendären Heiligensteins, der wohl besten Lage des Kamptals, stammt dieser barocke, feinwürzige, traumhaft schöne Essensbegleiter, mit feinpfeffrigem und zart tabakigem Duft und Anklängen an Honigmelonen, Zitrusfrüchte sowie einem Überschwang an feinduftigen, floralen Aromen. Am Gaumen fest gewirkte, stahlig trockene, phantastische Frucht (fast Rieslingcharakter), pfeffrig, tolle Mineralität, enorm dicht, cremig und dennoch sehr elegant und voller Finesse, bemerkenswerter Abgang.
Bereits der 2003er wurde von VINARIA als einer der drei besten Veltliner Österreichs mit unter 12,5% Alkohol bewertet, also genau in dem Segment, in dem man auch mal ein Gläschen mehr trinken kann. Großer Genuss kann so einfach sein.
Zu genießen ab sofort bis mindestens 2008.



701304 Hirsch, Grüner Veltliner „Lamm”, Alte Reben (DV) 2004 21,90 Euro
Welch phantastischer Veltliner von bis zu 50 Jahre alten Rebstöcken aus einer der berühmtesten Riede Österreichs für Grünen Veltliner zu sagenhaft günstigem Preis — in Relation zu seiner Weltklassequalität! Ungemein vielschichtige Aromen, zurzeit dominiert eine faszinierende, extraktreiche Frucht (Zitrusanklänge, Quitte, exotische und rotfruchtige Noten), dazu unterschiedliche Tabakaromen, eine zarte Mineralität, weißer Pfeffer sowie feinwürzige Anklänge.
Am Gaumen enorm dicht, komplex, von einer rieslingähnlichen Rasse und mit „burgundischen Aromen” (VINARIA) gesegnet; dabei beeindruckend cremig, vielschichtig, facettenreich und weich. Enorme Komplexität, viel Frucht und Würze, fein balanciertes, vibrierendes Säurespiel, perfekte Balance, sehr langer, delikater Abgang. Ein fabelhafter Essensbegleiter zu Fisch oder hellem Fleisch mit kräftigen Saucen.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Mitte 2006 bis etwa 2016.



701404 Hirsch, Riesling „Zöbing” (PK) 2004 9,90 Euro
Herrlich saftiger, animierender Riesling von schieferhaltigen Urgesteinsböden westlich des Heiligensteins, faszinierender, mineralischer Duft von Aprikosen, Litschi, Cassis, Pfirsich, Limone, Kräutern und einem Hauch von Melisse. Am Gaumen trockene Frucht mit feiner Säure, dicht, harmonisch, balanciert, eher „kühle” Stilistik, kräuterwürzig, die betörenden Aromen von der Nase setzten sich auf der Zunge fort, phantastische Mineralität, feines Spiel, sehr schöne Länge, mit animierenden Zitrusfrüchten ausklingend. Das ist einer dieser so raren, wunderschönen Trinkweine (nur 12% Alkohol), die immer wieder Lust machen auf das nächste Glas!
Zu genießen ab sofort bis 2010.



701804 Hirsch, Riesling „Gaisberg” (DV) 2004 21,90 Euro
Der überwältigende Duft dieses sensationell schönen Rieslings, der nach mehrstündiger Öffnung förmlich aus dem Glase in die Nase springt, ist unbeschreiblich zart und dennoch von gigantischer Komplexität: Sehr mineralisch braucht dieser große Riesling noch viel Luft, um sein vielschichtiges Bukett komplett zu entwickeln, konzentrierte Steinobstanklänge, insbesondere Marillen, dazu Pfirsiche, Mango, Papaya und feiner Blütenhonig, zart rauchig, mineralische Noten und ein Kräutersträußchen. Mächtig und druckvoll am Gaumen ist er dennoch von delikater Finesse und nicht so extrem konzentriert wie der ,Heiligenstein’, saftige (Pfirsich-) Frucht, Cassis, berauschend subtile Aromen, feine Extraktsüße, eingebettet in enorme Mineralik, straffe, frische Säurestruktur, tolle Länge, kraftvoller Abgang mit Anklängen an exotische Aromen und Litschi.
Sowohl der FALSTAFF als auch Helmut Knall, renommierter Verkoster der Internetweinführer WineTimes.at und wein-plus.de, bewerten diesen zutiefst mineralischen Riesling höher gar als den ,Heiligenstein’, den strahlenden Testsieger der großen VINARIA-Verkostung!
Obwohl schon zurzeit mit dem höchstem Genussfaktor versehen, wird dieser Weltklasseriesling am besten zwischen 2008 und 2014 munden.



701604 Hirsch, Riesling „Heiligenstein” (DV) 2004 23,00 Euro
DER große Rivale bester und weltweit renommierter, aber wesentlich teurerer Rieslinge aus der benachbarten Wachau! (Karl Mandl, rühriger, weithin bekannter Gastronom vom sehr empfehlenswerten Florianihof in Wösendorf im Herzen der Wachau, nennt diesen Wein in Anspielung an einen legendären Wein von Hirtzberger den „Singerriedl vom Kamptal”).
Sehr intensiver, komplexer, verwobener, faszinierend kühler, mineralisch-würziger Duft nach Weingartenpfirsich, Johannisbeeren, Blüten und Kräutern, ungemein elegant und animierend. Am Gaumen nicht nur Kraft und Muskeln, sondern ein sehr subtiles, finessenreiches Spiel, das den Wein transparent durchzieht und die mächtige Konzentration kaum spüren lässt, eine fast sinnenverwirrende, konzentrierte Frucht und ein herrlicher Säurebogen. Vibrierende Struktur, vielschichtig, rassig-kernig, tiefe mineralische Würze, dazu eine irrsinnige Fruchtsüße und ein Riesenschmelz sowie ein extrem langer, endloser Nachhall mit expressiven mineralischen Noten.
Dieser majestätische Riesling zeigt eine innere Harmonie, die unglaublich begeistert, mit einer feinen, in sich stimmigen, frischen, fruchtig-mineralischen Stilistik und einem herrlichen Extrakt, der sich wie Seide um die Zunge hüllt und sich im grandiosen Finale mit Mineralität und Rasse vermählt. Ein großer komplexer Wein, nahe dem Ideal, ein Meisterwerk, das Johannes Hirsch als virtuosen Künstler zeigt und das von VINARIA (12/05) mit der Traumnote 19,3/20 Punkten als bester österreichischer Riesling des Jahrgangs 2004 gefeiert wird.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2008 bis etwa 2020.



Weingut Gernot Heinrich - Neusiedlersee: Der Zauber Pannoniens

Das Burgenland mit dem Neusiedlersee, der selbst in heißen Sommern durch seine kühlen Brisen und den Morgentau für Frische sorgt, ist ganz zweifellos ein gesegnetes, ja magisches Weinland. Hier liegt Österreichs wärmstes Weinanbaugebiet, und die roten Trauben gedeihen in der Nähe des oft nur knapp zwei Meter tiefen, aber 30 Kilometer langen, romantisch in der Sonne glitzernden Gewässers inmitten der zauberhaften pannonischen Landschaft, die fast schon an das berühmte Médoc erinnert. Viele Kenner und Liebhaber exzellenter österreichischer Rotweingewächse betrachten Gernot Heinrich aus Gols, dem berühmtesten Weinort am Ostufer des malerischen Neusiedlersees, als Primus inter pares seiner Zunft, dessen elegante, finessenreiche, feinfruchtige Weine meilenweit entfernt sind von den marmeladigen Brühen, die mittlerweile in vielen Regionen der Welt produziert werden und die alkohollastig und monströs im Glase krachledern.

Diesem „Terror” der weltweit zunehmenden Gleichförmigkeit und Nivellierung stellt Heinrich genussvolle Trinkweine gegenüber, die bei aller Dichte und Opulenz von ihrem großartigen Terroir geprägt sind, mit Eleganz und Finesse brillieren und die zuallererst das Resultat sind von harter handwerklicher Arbeit in seinen Spitzenlagen an den Südhängen der Parndorfer Platte.

So verknüpft Gernot Heinrich ideal die burgenländische Tradition mit seinem ureigenen innovativen Weinstil, kreiert edle Tropfen voller Schönheit und innerer Kraft, voll samtener Fülle und dichter Frucht, voll Harmonie, Eleganz und beispielhafter Struktur.
Kopf und Herz gehen eine faszinierende Symbiose ein und zeigen uns einen eigenwilligen, jungen Winzer, der sich nicht in ein Klischee pressen lässt und so wohltuend frei jeglicher Dogmen ist. Seine eigenen Wege spiegeln sich schon rein äußerlich in einer sowohl geradlinigen als auch schöpferischen architektonischen Formensprache eindrucksvoll in seinem einzigartigen „Wohn-Arbeits-Lebens-Traumhaus” wieder, das inmitten der exzellenten Weingärten der Parndorfer Platte entstanden ist, beispielhaft den Charakter Pannoniens reflektierend und die Natur gleichsam ins Haus transportierend. So ist die gesamte Architektur des rational bis ins kleinste Detail gestalteten hochmodernen, sich auf drei Ebenen befindlichen Kellers den Gesetzen der Schwerkraft unterworfen, um die Verarbeitung der Trauben zu Wein so schonend wie nur irgend möglich und ohne jegliches mechanisches Umpumpen zu gestalten, was nach Heinrichs Ansicht entscheidend ist, um eine grüne Tanninstruktur zu vermeiden und fern jeder Rustikalität die Eleganz und Finesse zu erzielen, für die seine Weine weltweit berühmt sind.

Gernot Heinrich tritt sehr bescheiden und ruhig auf, vermittelt jedoch im engagierten Gespräch eine profunde Kompetenz, ist ein höchst kreativer Perfektionist und das Burgenland hat ihm sehr viel zu verdanken: Er ist mit seinen herausragenden Rotweinen zu einer Lokomotive geworden für die ganze Region. So kürte das Weinmagazin FALSTAFF folgerichtig Gernot Heinrich zum Winzer des Jahres 2000 und in ihrer Ausgabe 6/2003 zum Sieger der großen Rotweinverkostung von über 1.000 Weinen. VINARIA, „Die besten Weine 2005/6” meint, „das Renommee der Heinrich’schen Rotweine zu preisen, hieße Wasser in den Neusiedlersee zu gießen. Eine fulminante Performance, eine bestechende Kontinuität der gesamten Palette in Verbindung mit den herausragenden Qualitäten des Topsegments”. Und der GAULT MILLAU 2006 urteilt: „Das Weingut von Gernot und Heike Heinrich zählt zur absoluten Spitze unter den österreichischen Rotweinerzeugern: Perfekte Weine mit einer tollen Fruchtprägnanz, enormen Vielschichtigkeit und Komplexität bei gleichzeitiger Feinheit und Harmonie.”

Zu den Jahrgängen 2003/4: Der 2003er gilt bei vielen Experten als der größte österreichische Rotweinjahrgang aller Zeiten, „die krönende Fortsetzung der roten Erfolgsgeschichte der Vorjahre, mächtige, reife, komplexe Gewächse”.(FALSTAFF) und Heinrichs Spitzencuvées Pannobile und Gabarinza 2003 haben das Zeug zur Legende! Klassisch-elegant (und daher gar von so manchem Kenner bevorzugt), feinsaftig und dicht gleichermaßen präsentieren sich die 2004er Basisweine — geniale Luxusweine für den Alltag!


732204 Heinrich, Zweigelt 2004 10,50 Euro
Dieser enorm kraftvolle, aber von Meisterhand gebändigte Zweigelt erinnert an einen Formel 1 Boliden, der erst in der Hand von einem Könner à la Alonso zu wahren Höchstleistungen auflaufen kann. Eindrucksvoll demonstriert dieser enorm leckere Wein, dass der Zweigelt Heinrichs heimliche Liebe darstellt, „mit dem er umzugehen versteht wie kaum ein anderer” (FALSTAFF).
Tolle, intensive Farbe von sattem Purpur-Violett. Rauchig, speckig, maskulin, mit viel Druck und Biss und intensiver Brombeer- und Cassisfrucht. Am Gaumen kommen reife Weichseln hinzu, frische Waldbeeren sowie Kaffeearomen, vom Holzausbau herrührend. Saftig, frisch, viel Kraft.
Für einen Wein dieser ungemein fairen Preisklasse eine enorme innere Dichte. Dieser wunderschöne Trinkwein begeistert durch einen schönen Schliff und eine feine Mineralität (Ursache sind die hervorragenden Kalkböden, auf denen die Trauben wachsen), er ist extraktreich und bereits sehr harmonisch, besitzt saftige, zart süßliche, schmelzige, verführerische Tannine und zeigt im langen Nachhall florale und kräuterwürzige Aromen sowie einen dezenten schokoladigen Touch. Superb gelungen! Seinem sehr guten Jahrgangsvorgänger aufgrund seiner klassischen, kompakten, jugendlichen Eleganz nochmals — einen Tick — überlegen, ein absoluter Preis-Leistungshammer mit dem gewissen Drive!
Schmeckt einen Tag nach der Öffnung fast noch besser, Dekantieren daher empfohlen. Potential bis nach 2010.



732304 Heinrich, Blaufränkisch 2004 10,50 Euro
Dieser reinsortige Blaufränkisch aus der österreichischen Charaktersorte schlechthin besticht durch eine ungewöhnliche Feinheit und Eleganz, da alle rosinenartigen Trauben ausselektiert wurden, um eine überreife, marmeladige Stilistik zu vermeiden. Am Gaumen samtige, schmeichelnde, ausladende Aromen, die eine spezielle würzige Terroirprägung erkennen lassen, ein spannender geschmeidiger Wein mit Potential für die Zukunft!
Dunkles, intensives Kirschrot. Mittlerer Körper, rassiger Bodengeschmack, intensive, kühle Fruchtigkeit, harmonische, zart cremige Textur. Feine Cassisnase mit blättrigen Nuancen und herrliche Noten von Brombeeren und gerösteter roter Paprika, saftige Würze mit Anklängen an Pfeffer und Tabak. Das alles ist zart unterlegt von einer noblen, dezenten pflaumigen Süße.
Ein hinreißender Wein für JEDEN TAG mit konzentrierter Rasse, viel Frucht, geschmeidigem, fast fließendem Tannin und einem langen Nachhall. Feinfruchtig, fleischig und lebendig auch am Gaumen, das ideale Getränk für mediterran inspirierte Gerichte. Tolle mineralische Würze — jeder Schluck ein Treffer!
Zu genießen ab sofort bis 2009.



732504 Heinrich, St. Laurent 200414,95 Euro
„Der St. Laurent ist autochthon wie wir”, meint Familie Heinrich voller Stolz. Und ich schwärme auch für diesen eher femininen, „überaus animierenden” (VINARIA) Rotwein, der mich mit seiner Delikatesse, Dichte und Grandezza begeistert. Gewiss, es ist kein Wein für „Drucktrinker”, aber welche tiefe Farbe, welche betörende, geschliffene Eleganz und Finesse! Bereits der feinmaschige, nussige Duft von sanft angeröstetem Himbeermark begeistert und das Mundgefühl ist von einer nur schwer zu beschreibender Spannung zwischen lebendigem, saftigem Tannin und fleischiger, zarter Frucht von Himbeere, Kirsch und Heidelbeere sowie einem Hauch von roter Paprika geprägt.
Dieser Rote ist ein burgenländisches Pendant zum Riesling, der mit seiner verspielten Eleganz zu bezaubern weiß. Lebendig strukturiert, fein ziseliert, leicht geleehaft verdickt im delikaten Nachhall. Trinkvergnügen pur und mein besonderer Tipp! Man schmeckt förmlich die differenzierte Weinbergsarbeit und die sensible, einfühlsame Hand des Meisters. Eine delikate Burgenland-Grazie. So müssen Monets Seerosenbilder riechen.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Mitte 2006 bis 2010.



732403 Heinrich, Pannobile, rot 2003 23,50 Euro
Feinheit, Eleganz, Harmonie, Intensität: Das sind die Attribute dieser aus einer strengen Traubenselektion heimischer Rebsorten von besten Lagen unter dem Begriff „Pannobile” vermarkteten, hochwertigen Cuvée, die mittlerweile zu einem Klassiker avanciert ist. Der Pannobile von Heinrich ist ein maskuliner, breitschultriger, aber durch und durch feinsinniger Wein, der trotz kräftiger Tanninstruktur von einer weichen Fülle und herrlichen aromatischen Reife geprägt ist.
Die Trauben kommen ausschließlich von südlich exponierten Hanglagen der Parndorfer Platte, was sich durch eine hohe physiologische wie aromatische Reife schmeckbar ausdrückt. Durch die enorme Fruchtsubstanz, die sich am Gaumen, peu à peu, schichtweise freisetzt, schimmert eine lebendige Mineralität und Minzfrische hindurch. Königliches Cassisbukett mit herrlichen Aromen von schwarzen Brombeeren, Kirschen und Holunder, zart unterlegt von Noten von Tee, Rauch und Tabak. Mit zunehmendem Sauerstoffkontakt immer schokoladiger werdend.
Am Gaumen sehr harmonisch, füllig, konzentriert, frisch und elegant. Die verführerische, saftige Frucht kleidet den ganzen Gaumen bis in den hintersten Winkel schmeichlerisch aus. Welch faszinierende Demonstration des großen Potentials seiner pannonischen Heimat, ein Trinkvergnügen pur, das nach jedem Glase einlädt zum Weitergenießen und Meditieren!
Nach längerem Dekantieren bereits ab jetzt trinkbar, Höhepunkt 2007 bis nach 2012.



732703 Heinrich, Gabarinza, rot 2003 34,00 Euro
Die Krönung in Gernot Heinrichs traumhaften 2003er Weinen! Alles scheint ruhig in diesem Wein, doch unter der Oberfläche brodelt es gewaltig! Deutliche Mineralität. Geheimnisvolle Gewürze. Ein Duft von Kokos, Minze und Zitrusfrüchten. Superbe Fruchtsüße, feinste Beerenkonfitüre. Dazu heiße röstige Akzente, darin eingebettet ist eine kühle Terroir-Würze, eingehüllt von warmer, sanft pflaumiger Frucht. Vollmundig und charakterstark, füllig und fein, weich und doch straff. Ein Energie-Wein, der fordert, der Spannung zeigt: Vor allem durch die fast schon rieslingtypische, feinstrahlige, kühle Mineralität als Pendant zur burgundischen Differenziertheit und Intensität der Frucht. Das ist Finesse pur! Und was zunächst im Bukett maskulin erscheint, wird am Gaumen weich, füllig und warm. Da ist jene Spannung, die diesen Wein für mich so faszinierend macht, ihn als unverwechselbares Unikat so wohltuend heraushebt aus dem Ozean der überpowerten Designer-Kult-Weine. Da ist nichts Gemachtes, Überdrehtes, Hochgetuntes oder Tiefergelegtes — das, liebe Kunden, ist für mich der Inbegriff eines pannonischen Terroir-Weins, der seine Herkunft, seine Heimat aufs Vortrefflichste widerspiegelt. Herzlichen Glückwunsch, Heike und Gernot Heinrich!
Dieser Wein begründete — neben dem Pannobile — völlig zu Recht den Ruhm der Familie Heinrich. Der Gabarinza ist eine komplexe Cuvée der besten Trauben aus der Golser Einzellage und penibelste Selektion heißt das Zauberwort. Einmal akribisch im Weingarten und dann sorgfältig im Weingut am Sortierband. Verarbeitet wurde das exzellente Traubenmaterial des Überfliegerjahrgangs 2003 nur mittels Schwerkraft und Gernot Heinrich vinifizierte den Wein mit einer vier- bis fünfwöchigen Maischestandzeit (!) und baute ihn danach 18 Monate in zu 90 Prozent neuem Holz aus. Doch die innere Dichte ist so hoch und das Tannin so fein, dass man in diesem riesigen Roten kein vordergründiges Holz schmeckt, ganz im Gegenteil.
Ein „sehr facettenreiches Trinkerlebnis”, schwärmt auch der FALSTAFF-Weinguide 05/06 und gibt begeistert 92-94 Punkte, wobei ich den Wein wegen seiner unnachahmlichen Finesse sogar bei 95 Punkten sehe. Denn der Gabarinza, den ich mir selbst in den Keller legen werde, bietet eine Eigenschaft, die nur den wirklich großen Weinen dieser Welt zu eigen ist: Bei jedem Schwenken des Glas, bei jedem Hineinschnuppern und Schmecken changieren die Aromen, verändern sich auf subtilste Weise, legen wieder neue Frucht- und Terroir-Nuancen frei. Zum Trinken schön!
Zu genießen ab sofort (zweistündiges Dekantieren empfohlen), Höhepunkt 2008 bis 2014+.



Herzliche Grüße aus Saarlouis,

Tino Seiwert, Martin Lehnen und Ralf Zimmermann