Saarwellingen, im März 2007

Weingut Keller, Rheinhessen

„Kollektion des Jahres 2004” (Gault Millau)
„Weingut des Jahres 2006 – beste Weißweinkollektion” (Gerhard Eichelmann)


VON DER SINFONIE GROSSER TERROIRS

Kein deutsches Gut wurde im letzten Jahrzehnt derart mit Ehrungen und Preisen überhäuft und in den vinologischen Olymp erhoben wie „Deutschlands Winzer des Jahrzehnts, Klaus Keller”, so die einzigartige Auszeichnung eines großen Lebenswerks durch den „Gault Millau”. Unter den schier unzähligen weiteren Elogen möchte ich hier nur eine besonders hervorheben: Auf der ‚Vin Italy’ 2002 erhielten die Kellers als bisher einziger deutscher Erzeuger den begehrten „International Award”, mit dem nur eine sehr kleine Elite absoluter Weltklassegüter (Preisträger: Margaux, Penfolds, Vega Sicilia) geehrt worden ist.

Weingut Keller
Die sanft geschwungene Hügellage der legendären Abtserde
weckt Erinnerungen an das große Terroir des Burgund

Trotz dieser in Deutschland bisher einmaligen Erfolgsgeschichte dachte Sohn Klaus-Peter („Schon als kleiner Junge konnte ich nie schnell genug aus der Schule nach Hause kommen, um im Weinberg mitzuarbeiten”) nicht im Traum daran, es gemütlicher angehen zu lassen, seit er mit dem Jahrgang 2000 immer mehr hauptverantwortlich in die Weinbergs- und Kellerarbeit des rheinhessischen Traditionsgutes hineinwuchs, das er nunmehr auch offiziell von seinem Vater übernommen hat. Voller Ehrgeiz und Enthusiasmus ging er ans Werk, eigene Ideen, die er während seines Studiums in Geisenheim und bei großen Winzern des Burgund entwickelt hatte, in die Weinbergs- und Kellerarbeit mit einzubringen.

Nicht die Revolutionierung der bisherigen Arbeit war sein Ziel, wie hätte dies aufgrund des vorgefundenen beispielhaften Qualitätsstandards auch sein können, sondern subtile, behutsame Weiterentwicklung. Den singulären Charakter des unverwechselbaren Terroirs der großen rheinhessischen Lagen, auch und gerade der neu erworbenen Westhofener Parzellen, im Einklang mit der Natur einfühlsam zu interpretieren und infolge extrem selektiver Lese im fertigen Wein so unverfälscht und authentisch wie nur irgend möglich transparent werden zu lassen, darin investiert er kompromisslos all seine Tatkraft und sein herausragendes vinologisches Wissen. Folgerichtig schwingt sich unter der Führung begnadeter Winzer wie des kongenialen Tandems von Vater und Sohn Keller die lange ‚vergessene’ Region Rheinhessen zu einem vorher nie geahnten Höhenflug empor und steht heute als Synonym gar für trockenen Weltklasseriesling deutscher Provenienz. Der magische Klang, der wohlige Schauer, der Weißweinliebhaber in aller Welt erfasst, wenn denn edelsüße Gewächse aus der Hermannshöhle, der Wehlener Sonnenuhr oder dem Wiltinger Scharzhofberg im Glase funkeln, geht jetzt für trockene Rieslinge von diesen großen Terroirs in Rheinhessen aus: Der Dalsheimer Hubacker und die Westhofener Lagen sind wie die Noten einer Partitur, die sich unter dem Dirigat einfühlsamer Künstler zu einer einzigartigen Sinfonie entfalten – Maßstab und Vorbild großer deutscher Terroirweine! Diese beseelten Weine erzählen von ihrem Land: Von tiefen Schichten aus Tonmergel, Muschelkalk und hartem Fels, in die sich die Wurzeln alter Rieslingreben hineingewunden, vom glockenklaren Klang der Mineralien, die sie dabei aufgenommen haben, von Regenphasen und Trockenheit, von Kälteperioden und Hitzestress, von allen Faktoren eben, denen die Trauben während ihrer langen Vegetationsperiode Jahrgang für Jahrgang in unterschiedlicher Weise ausgesetzt sind, vor allem aber von der Hände Arbeit und den Visionen der Menschen, die sie meisterhaft geschaffen haben.

Was mir an Klaus-Peter Keller so imponiert, ist, wie souverän er, tatkräftig unterstützt von seinem Vater, die schwere Herausforderung meistert, das hohe Niveau des Weinguts als die unumschränkte Nr.1 Rheinhessens und als primus inter pares in ganz Deutschland nicht nur zu halten – dies allein wäre schon aller Ehren wert gewesen, wenn auch mancher Neider ihm hätte vorwerfen können, „nur” von einem großen Erbe zu profitieren – sondern den hohen Qualitätsstandard durch akribische Weinbergsarbeit und die dadurch bedingte transparente Herausarbeitung der Terroirs Jahrgang für Jahrgang immer weiter noch zu steigern! In der Zeit, wenn andere Winzer um die Welt jetten, um ihre Produkte auf Messen zu vermarkten, findet man ihn garantiert im Weinberg. Dabei ist er in keinster Weise eigenbrötlerisch, im Gegenteil, ihn zeichnet ein ausgesprochen weltoffenes Wesen aus und privat bereist er zusammen mit seiner ebenso attraktiven wie tatkräftigen Frau Julia und seinen beiden Kindern die renommierten Weinbauregionen der Welt und trifft sich mit befreundeten großen Winzern zum Erfahrungsaustausch. Zumeist aber findet man ihn in den Weinbergen seiner rheinhessischen Heimat, wo er mit immer neuen Ideen versucht, die Qualitäten seiner Weine noch weiter zu optimieren. Denn Klaus-Peter weiß, dass es viele Faktoren sind, zumeist Kleinigkeiten, die in ihrer Summe einen wirklich großen Wein ausmachen. So dient seine Weinbergsarbeit in erster Linie dazu, die Böden seiner großen Terroirs in einen optimalen Zustand zu versetzen und kleinbeerige, dickschalige, kerngesunde Trauben zu ernten, die sich während ihrer langen Reifungsphase nicht berühren, damit keine Fäulnis auftritt. Zudem will er damit ein optimales Verhältnis von wenig Saft und viel Traubenhaut erzielen, um möglichst viele in der Haut eingelagerte Aromastoffe in den fertigen Wein zu transportieren. Warum arbeitet ein erfolgreicher Winzer derart besessen? Die entwaffnende Antwort lautet schlicht: „Weil wir unsere Weine einfach selbst gern so trinken”, (Klaus Peter). Einbringen von Mulch und Kompost in Junganlagen, um die Feuchtigkeit in trockenen Sommern im Boden halten zu können, bestmögliche Rebenselektionen mit uraltem genetischen Material statt moderner Massenklone, diese Reihe innovativer Maßnahmen im Weinberg ließe sich mühelos fortsetzen, alles der Prämisse untergeordnet, dass großer beseelter Wein nur in Weinbergen mit erstklassigem Terroir, mit ‚lebenden’ Böden voller Mikroorganismen entstehen kann und dass er letztendlich erst durch die einfühlsame Gestaltungskraft des Menschen seine endgültige Form findet: Großer Wein entsteht stets im Weinberg!

Weingut Keller
Die kleinbeerigen Träubchen des Morstein strahlen um die Wette:
Welch goldener Spätherbst 2006

Doch Klaus-Peter ist nicht nur erfolgreich. Er ist ungemein sympathisch (was nicht an unserer gemeinsamen Vorliebe für den gleichen Fußballverein liegt, wegen dessen Ergebnissen wir so oft leiden müssen) infolge der Bodenhaftung und Menschlichkeit, die er sich stets bewahrt hat: Alles Arrogante oder Überhebliche ist ihm wesensfremd, immer hat er ein offenes Ohr für seine Kollegen, mit denen er sich fachlich austauscht und teils tiefe freundschaftliche Beziehungen pflegt. Bei aller Professionalität, bei aller visionären Tatkraft, die ihn so auszeichnen, er hat es geschafft, den kleinen Jungen tief in seinem Innern zu bewahren, den ich vor meinem geistigen Auge sehe, seinen Schulranzen in die Ecke donnernd und mit seinen Eltern in die Weinberge aufbrechend: Ein Winzer mit Leib und Seele, der seine Berufung gefunden hat.

So erweist sich Klaus-Peter Keller als ungemein sensibler Interpret seiner großen Lagen mit viel Gespür für ein Terroir, das sinnlich erlebbar den Gaumen verwöhnt. Was viele von Ihnen, liebe Kunden, vielleicht noch gar nicht wissen: Uralte Schriften zeugen davon, dass bereits in einer Warmphase im frühen Mittelalter um die Orte Flörsheim-Dalsheim und Westhofen großartige Rieslinge vinifiziert wurden, aus erstklassigen Kalksteinlagen, die sich im Besitze solch berühmter wie gleichzeitig für ihren exzellenten Weingeschmack gerühmten Klöster wie Lorch befunden haben, die im übrigen auch Weinberge in den großen Lagen der Nahe und des Rheingaus besaßen. Es scheint, dass die klimatischen Veränderungen der beiden letzten Jahrzehnte, welche (neben der hohen Kunst engagierter Spitzenwinzer) die Renaissance der deutschen Rieslinge einleiteten, die Wiederentdeckung der großen Terroirs des Hubacker, des Morstein, der Abtserde und des Kirchspiel begünstigten, die wegen ihres extrem felsigen, kalkreichen Bodens faszinierend mineralische Rieslinge mit einem großen Lager- und Entwicklungspotential hervorbringen, wie es weltweit nur wenige andere gibt. Und ich selbst gestehe gerne: Ich bin seit mehreren Jahren bekennender Keller-Fan. Die Rieslinge des ebenso fachlich begnadeten wie menschlich sympathischen Tandems Vater (Klaus) und Sohn (Klaus-Peter) begeistern mich ebenso wie viele andere Weinliebhaber auf der ganzen Welt und lösen Emotionen aus. Sie, liebe Kunden, empfinden und schmecken wohl ähnlich, denn unsere Verkaufszahlen sprechen eine beredte Sprache. Und hatten im Jahrgang 2004 wie 2005 die Kellers nach Ansicht vieler Weinkenner die besten Kollektionen in Deutschland vinifiziert, so haben sie sich in 2006 selbst übertroffen! In diesem Jahrgang der Extreme haben sie fabelhafte Weißweine vinifiziert, die in sich die Vorzüge großer deutscher Riesling-Jahrgänge vereinen: Sie besitzen infolge ausreichender Niederschläge eine traumhafte Extraktsüße und -dichte, wie seit den legendären 98ern nicht wieder, sie verfügen über die großartige Frische, die Finesse, die Präzision, die Rasse und das tänzerische Spiel der 2004er sowie die innere Dichte und Konzentration der 2005er. Alle meine bisherigen Fassproben deuten darauf hin, dass 2006 der bisher größte Jahrgang ist, der auf dem Weingut Keller vinifiziert worden ist.

Doch lassen wir hierzu Klaus-Peter Keller selbst zu Worte kommen, denn sein Jahrgangsbericht hat mittlerweile Tradition bei Pinard de Picard. Regelmäßig informieren wir Sie, liebe Kunden, aus berufenem Winzermund brandaktuell über die Qualitäten des neuen Jahrgangs und seine jeweiligen Besonderheiten. Doch selten war die Spannung so groß wie beim Jahrgang 2006. Denn während sich in Österreich auf breiter Linie vielleicht der beste Jahrgang der letzten 25 Jahre abzeichnet und selbst ältere Winzer sich nicht erinnern können, so spät im Herbst nach einer extrem langen Vegetationsperiode 100% gesunde Trauben geerntet zu haben („Während der Erntezeit 6 Wochen nur gutes Wetter, das habe ich noch nie erlebt”, Kurti Angerer, Kamptal), stellt sich die Situation in Deutschland extrem heterogen dar: 2006 wird bei uns ein Jahrgang zwischen Himmel und Hölle! Klaus-Peter Keller erzählt:
„Das Weinjahr 2006 kam nach einem langen Winter nur langsam in Gang. Doch Verrieselungen im zunächst kühlen Juni sorgten bereits für eine erwünschte Ausdünnung der Trauben, die daher traumhaft lockerbeerig am Rebstock hingen und dann ab Mitte Juni und im gesamten Juli mit der Sonne und der Fußball begeisterten Welt um die Wette strahlten. Erinnern Sie sich noch, wie pünktlich zum Beginn der Fußball-WM die Temperaturen drastisch anstiegen? Deutschland – ein ein(z)ig Sommermärchen: Der Juli war sagenhafte 4° wärmer als im langjährigen Durchschnitt – und somit der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Doch nicht die Temperaturen sorgten für eine weltweit positive Einstellung unserem Land gegenüber, sondern die fröhliche Stimmung allerorten: Selbst das Halbfinal-Aus gegen Italien, das ich mit meinen Freunden von Pinard de Picard hautnah live im Tollhaus des Dortmunder Stadions erlebte, konnte die Stimmung nicht wirklich trüben. Nur die Angst vor einem „Trocken- bzw. Hitzejahrgang“ machte winzerintern bereits die Runde.

Weingut Keller
Fabelhafter Reifezustand der lockerbeerigen Trauben
im Kirchspiel im Herbst 2006

Doch dann ließ der August Weinfreunde und Reben gleichermaßen durchatmen: Die kühle Witterung bremste das Wachstum der Reben, der zuvor strapazierte Bodenwasserspeicher wurde reichlich aufgefüllt – die Reben tankten Kraft und Energie für den nahenden Herbst. Insbesondere für den Riesling waren die klimatischen Bedingungen im August wie ein Geschenk des Himmels. Denn wie keine zweite Rebsorte profitiert diese Edelrebe von moderaten Temperaturen, kühlen Nächten und nicht zu heißen Tagen. Nur dann reifen seine Früchte langsam heran, gewinnen an aromatischer Konzentration, Vielschichtigkeit und Mineralität und bilden dieses unverwechselbare Spiel aus zwischen Finesse, Eleganz und großartiger Säurefrische, das die großen Rieslingweine zu weltweit einzigartigen Unikaten macht.

Ähnlich wie im Vorjahr 2005 schien es zunächst im September unter optimalen Bedingungen weiter zu gehen. Ein herrlicher Altweibersommer hielt Einzug – bei Temperaturen von 20-25° lächelten uns die Trauben am Stock an. Hätten nicht teilweise heftige Gewitterschauer dieses Idyll gestört - es wäre wohl in 2006 ein völlig unproblematischer Jahrgang geworden, der durchgängig grandiose Qualitäten gebracht hätte. Doch nun drohte, dass eine Überversorgung der Pflanzen mit Wasser immer mehr Traubenbeeren zum Aufplatzen bringen würde. Jetzt hieß es: Arbeiten rund um die Uhr! Wer höchste Qualitäten in den Keller einbringen wollte, musste extrem selektiv auslesen. Selektiv auslesen hieß, in jedem Weinberg, Parzelle für Parzelle, von den 10-12 Träubchen am Stock, die man in problemlosen Jahrgängen allesamt ernten kann, diejenigen rigoros auszusortieren und auf den Boden zu schneiden, die den höchsten qualitativen Ansprüchen nicht genügen und diesen Vorgang gegebenenfalls nochmals in allen Wingerten wiederholen, um die übrig gebliebenen Trauben zu bestmöglicher Reife zu bringen. Diese Art des Arbeitens setzt allerdings voraus, dass bereits über die gesamte Vegetationsperiode hinweg intensiv im Weinberg gewirtschaftet wurde. So war es gerade in 2006 von enormer Bedeutung, die fruchttragenden Sommertriebe exakt und gut durchlüftet aufzubinden. Optimales Blattwerksmanagement zu betreiben, wie es so (un)schön neudeutsch heißt. Natürliche Begrünungen mussten die Böden vor Erosion schützen und vor allem auch die Wüchsigkeit der Reben bremsen. Diesen Weinbergszustand erreicht man jedoch nicht von heute auf morgen – Seit über 10 Jahren (!) bereits werden auf unserem Weingut keine mineralischen Dünger mehr eingesetzt, da diese das Gleichgewicht im Boden nachhaltig stören und zu frühem Aufplatzen der Beeren und somit zu ausufernder Fäulnis führen können. Die von uns so sehr angestrebte Locker- und Kleinbeerigkeit der Trauben in Zusammenspiel mit unseren wasserdurchlässigen Kalksteinböden und auch ein wenig Glück im Erntepoker, dass wir unsere Träubchen lange genug am Stock hängen ließen (was gab es für eine goldene Periode vom 5. Oktober an, ein Bilderbuchwetter in einem malerischen indian summer), erbrachte uns in 2006 Weine von fein mineralischer Rasse und gutem Extrakt, die ihren noblen Vorgängern in nichts nachstehen werden – ja, sie vielleicht gar übertreffen werden.

Die Rieslingtrauben unserer Spitzenlagen HUBACKER, KIRCHSPIEL, MORSTEIN und ABTSERDE (quasi unsere Jungfernernte von allerdings bereits fast knapp 30-jährigen Reben!) profitierten zudem enorm von den ersten kalten Oktobernächten: Bei Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt verbesserte sich die Aromenstruktur der kleinbeerigen Träubchen von Tag zu Tag. Hier zahlte sich ganz besonders aus, dass wir in der Vegetationszeit mehr als 500 Arbeitsstunden zusätzlich in Pflegemaßnahmen zur Gesunderhaltung der Trauben (z.B. Entblätterung, Entfernen von Doppeltrieben, Halbierung von Trauben von Hand) investiert hatten. Die extraktreichen Moste unserer Filetstücke wiesen bei der Ernte zwischen 95 und 100° Oechsle auf bei Säurewerten um 8 g/l. Wir erwarten daher sehr hochwertige, finessenreiche trockene Rieslinge mit feinrassigem Säurespiel und prägnantem Bodengeschmack. Nur die Erträge sind wegen der rigorosen Selektion leider nochmals niedriger als im Jahrgang 2005.

Weingut Keller
Kellers Abtserde - Deutschlands Romanée Conti?

Auch in Zukunft werden wir versuchen, wie seit vielen Jahren bereits, in vielen kleinen Schritten auf die sich abzeichnenden klimatischen Veränderungen in der Welt zu reagieren (z.B. engere Zeilenabstände der Reben zur besseren Beschattung und gestutzte Laubwände, damit durch eine niedrigere Assimilationsleistung die Trauben zur langsameren Ausreifung und komplexeren Aromenbildung geführt werden, eine höhere Stockdichte zur tieferen Einwurzelung und gleichmäßigere Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen). Wir haben den personellen Aufwand im Weinberg in den letzten Jahren immens erhöht, um uns und Ihnen alljährlich größtmöglichen Trinkspaß zu ermöglichen. Mit großer Vorfreude, Ihnen schon bald unsere ersten 2006er Weine präsentieren zu dürfen (ab März bietet Ihnen Pinard die Basisweine des neuen Jahrgangs an), wünsche ich allen Kunden von Picard de Picard zahlreiche genussvolle Stunden beim Wein,

Ihr Klaus-Peter Keller”.


Herzlichen Dank, Klaus-Peter, für Deinen spannenden Bericht, der mich auch ein wenig wehmütig an eine großartige WM erinnert. Für mich unvergesslich der Besuch des vielleicht schönsten Spiels des gesamten Turniers gemeinsam mit Dir: Frankreich gegen Brasilien, in dem Zizou, der geniale Virtuose des Balls und – allen tragischen Vorkommnissen zum Trotz – , kreativste, ja beste Teilnehmer der WM, wohl das Spiel seines Lebens zelebriert hat. Zizou, in diesem Jahrhundertmatch bist Du leichtfüßig wie eine Gazelle (oder, um in der Weinsprache zu bleiben, wie ein filigranes Kirchspiel der Kellers inmitten mediokrer Marmeladenbomben) durch die Abwehrreihen selbst der großartigen brasilianischen Ballkünstler getänzelt. Unnachahmlich. Unvergesslich. Keinen einzigen Ball hast Du verloren. Man kann es anders sehen, aber für mich warst DU der Größte. Basta! Wie dereinst der ebenso geniale wie sensible Fritz Walter, Kaiserslauterns treuer Stolz, der säbelbeinige Garrincha, der Magier Pele, der Stratege Cruyff, Gerd Müller, die Tormaschine, Maradonna, die „Hand Gottes”, oder der Filigrankünstler Franz Beckenbauer. Ikonen ebenso wie die Weinmagier der neuen deutschen Winzergeneration. An ihrer Spitze als primus inter pares: Klaus-Peter Keller.

Und mein persönliches Fazit zum Weinjahrgang 2006: Dieser wird in Deutschland definitiv die Spreu vom Weizen trennen. Der handwerklichen Erzeugung nobler Spitzenweine durch große Winzerpersönlichkeiten auf der einen steht die agrarindustrielle Massenproduktion auf der anderen Seite gegenüber, mit Qualitätsunterschieden, wie sie gerade in 2006 drastischer nicht sein können. Klaus-Peter Keller, der ebenso sensible wie visionäre Winzermagier aus Rheinhessen, hat in 2006 fabelhafte Qualitäten in den Fässern reifen, die in sich die Vorzüge dreier großer Jahrgänge vereinen: den traumhaften Extrakt aus 1998, die vibrierende Frische und Mineralität aus 2004 sowie die innere Dichte und Konzentration aus 2005. So scheint 2006 bei unseren sympathischen Kellers selbst seinen großartigen Jahrgangsvorgängern nochmals einen Tick überlegen: Die liebevoll gepflegten Rebstöcke, die langsam ihr optimales Alter erreicht haben, das großartige, kalkgeprägte, energetische Terroir, das durch die jahrelange mühevolle Bodenarbeit ungemein feinkrümelig geworden ist, voll prallen Lebens durch die Aber-Milliarden von Kleinstlebewesen, die sich in jedem Quadratmeter dieser großen rheinhessischen Lagen tummeln, die schon in der Warmperiode des Mittelalters den Ruhm der dort produzierten Rieslinge in alle Welt hinausgetragen haben und all die Erfahrungen, die Klaus-Peter Keller, noch jung an Jahren, aber mit einem Faustischen Wissensdurst gesegnet, in seiner langjährigen (kein Widerspruch, denn seit jüngster Kindheit war er ständiger Weggefährte seines Vaters) Kellerarbeit gesammelt hat, lassen in 2006 geniale Weine erwarten!

Liebe Kunden: Es gibt auf der ganzen Welt keinen ebenso erhebenden Weißwein wie den Riesling. Nicht einmal die berühmtesten Prestigegewächse des Burgunds können sich mit einem großen Riesling deutscher oder österreichischer Provenienz messen. Denn keine andere Weißweinrebe vermag wie der Riesling die Essenz des Terroir eins zu eins in die Flasche zu transmittieren und mit seiner einzigartigen Aromenkomplexität und singulären Mineralität Zunge, Kopf und Herz des Weinliebhabers wie ein samtener Strom zu umfluten. Große Winzerpersönlichkeiten wie Klaus-Peter Keller erzeugen aus dieser einzigartigen Rebe mit großer Hingabe ebenso wie mit wachem Verstand und harter Hände Arbeit in einer einzigartig langen Vegetationsperiode (welche die betörendsten Aromen in kerngesunden, sorgsam gepflegten Träubchen evoziert) Rieslinge auf absolutem Weltklasseniveau, die keinerlei Konkurrenz zu fürchten haben. Natürlich können solch große Weine nicht billig sein – Qualität hat immer ihren Preis –, doch im internationalen Vergleich gesehen sind sie noch immer gnadenlos unterbezahlt und geradezu ein Schnäppchen. Doch die Zeiten beginnen sich dramatisch zu ändern: Auch im Ausland wächst die Nachfrage nach trockenem deutschen Riesling in einem vor wenigen Jahren noch unvorstellbarem Maße und ich wage die Prognose: Trockener deutscher Riesling wird nie wieder so günstig zu erwerben sein wie seinen alten Weltruf zurückerobern: Um die vorletzte Jahrhundertwende war deutscher Riesling aus handwerklicher Produktion der begehrteste und teuerste Wein der Welt und kostete mehr als alle Bordelaiser Prestigegewächse! Dieses Phänomen ist gar nicht so schwer zu erklären: Ich selbst bin oft unterwegs, trinke auf meinen Reisen viele große Weine in den Prestigeregionen Europas, im Bordelais, im Burgund oder im Piemont, doch die Vorfreude auf einen trinkanimierenden großen trockenen deutschen Riesling nach meiner Rückkehr lässt mir immer wieder gar schon unterwegs einen wohligen Schauer über den Rücken gleiten. Der Rieslingvirus hat mich gepackt und lässt mich nicht mehr los. Kompliment an unsere Winzer: Was ihr im letzten Jahrzehnt geschafft habt, ist einfach sensationell. Ihr habt dem deutschen Riesling seine Weltgeltung zurückgegeben!

Wir freuen uns sehr, Ihnen, liebe Stammkunden von Pinard de Picard, heute exklusiv die folgenden grandiosen Gewächse von Klaus-Peter Keller in Subskription anbieten zu können. Die Auslieferung des Kirchspiels wie des Hubackers erfolgt im Spätherbst 2007. Die Abtserdewird erst im Frühjahr 2008 frei gegeben. Wenn Sie eine E-Mail Adresse besitzen, dann teilen Sie uns diese bitte mit. Dies erleichtert uns die Kontaktaufnahme zur Abklärung der exakten Auslieferung. Unser heutiges Angebot ist gültig bis zum 10. März 2007. Danach erst werden wir dieses Mailing allen anderen Kunden zugänglich machen. Im letzten Jahrgang 2005 waren übrigens alle Großen Gewächse vom Weingut Keller bei uns in Subskription ausverkauft, lange vor ihrer offiziellen Freigabe im September!

Zu meinen Verkostungsnotizen: Die Beschreibungen setzen sich zusammen aus Notizen mehrerer Degustationen. Dabei ist sicherlich interessant für Sie, liebe Leser, zu wissen, dass sich einzelne Lagen – je nach Reifephase – dabei höchst unterschiedlich präsentieren, wie z.B. der Hubacker, der mal ungemein majestätisch und barock daherkommt und einige Wochen später eher von schlank-mineralischer Stilistik scheint. Auch wir sind erst dabei, die ganze Vielschichtigkeit, dieheute. Er wird vielmehr angesichts seiner singulären Qualitäten ähnlich wie die edelsüßen Rieslinge enorme Komplexität, das großartige Reifepotential und die Verwandlungskünste der großen deutschen trockenen Rieslinge zu begreifen: Denn niemals zuvor in der Geschichte waren die Qualitäten so herausragend wie heute: Der Klimawandel, der die, abgesehen von der Warmperiode im Mittelalter, früher (zu) kühlen rheinhessischen Hügellagen mit ihrem fabelhaften kalkhaltigen Terroir enorm begünstigt, das immense Wissen, das die Spitzenwinzer heute besitzen, der Faustische Erkenntnisdrang, der den wachen Intellekt eines Klaus-Peter Kellers beflügelt, die abgeschlossenen Umstellungen einer beispielhaften Bodenarbeit und Rebenpflege, all diese Faktoren sind verantwortlich für eine niemals zuvor erlebte Qualitätsdimension. Dazu lasse ich in meine Beschreibungen die unzähligen Nachproben einfließen, die ich von den Vorgängerjahren notiere, denn ich selbst trinke und genieße in vollen Zügen keinen anderen Wein so oft wie trockenen deutschen Riesling. Zudem haben wir erst kürzlich in einem kleinen Kreis von Rieslingexperten aus ganz Europa bei Klaus-Peter Keller eine großartige Probe veranstaltet, in der wir alle Jahrgänge der großen Lagen seit 2001 genießen durften: Ein traumhaft schöner, unvergesslicher Abend, an dem ich, ich muss es gestehen, nicht in der Lage war, auch nur einen einzigen Riesling wieder auszuspucken. (Hier kam mir am Morgen danach sehr zu Gute, dass die Keller’schen Weine naturnah ausgebaut werden, so ungemein bekömmlich sind und ich daher von Nachwirkungen, außer einem kleinen Restalkoholgehalt, verschont blieb.) Das Fazit: Alle Jahrgänge präsentierten sich ungemein jugendlich und bei aller Trinkfreude erst am Anfang einer großen Entwicklung. Ein großer Riesling bereitet, im Unterschied zu den anderen großen Weinen der Welt, in jedem Stadium seiner Entwicklung Trinkfreude pur: Kein Barriqueeinfluss hemmt im jugendlichen Stadium den hedonistischen Genuss und selbst ohne Holzstütze reifen edelsüße Rieslinge über Jahrzehnte hinweg fabelhaft, große trockene Rieslinge wie beste Weißweine aus dem Burgund etwa 20 Jahre und vielleicht noch länger, was neben ihrem Genussfaktor auch zu einer erstklassigen Kapitalanlage führt. Deutlich erkennbar waren auch die qualitativen Entwicklungen: 2001 war der erste Jahrgang in der Verantwortung von Klaus-Peter, die Umstellungen in der Weinbereitung und in den neu erworbenen Westhofener Lagen noch nicht abgeschlossen. Daher schmeckten die Weine aus 01 zwar vorzüglich, waren jedoch ähnlich wie die 2002er noch nicht ganz auf dem singulären Qualitätsniveau der großartigen 03er und der fabelhaften 04er und 05er, die miteinander um die Krone rangen, die bisher besten jemals abgefüllten trockenen Rieslinge zu sein und ein immenses Versprechen für die Weltklasse-Rieslinge aus 2006, Weißweine, wie sie besser nicht sein können, ultimative Provokationen der teuersten Prestigegewächse aus dem Burgund. Der Jahrgang 2006 in Deutschland wird in die Annalen eingehen und die Spreu vom Weizen trennen. Und Klaus-Peter Keller steht mit seinem fabelhaften Jahrgang 2006 auf dem vorläufigen Zenit seines vinologischen Schaffens. Mein Wort drauf!


951206 Westhofen Kirchspiel Riesling Großes Gewächs trocken 2006

„The German Chassagne-Montrachet” (Jancis Robinson)
„Bester trockener deutscher Riesling 2005” (Gault Millau)

Aus dem Urstromtal des Rheins heraus erheben sich sanft die süd-südöstlich exponierten Westhofener Weinberge bis zum Rand eines Hochplateaus, wo sich die großartige Lage ‚Kirchspiel’ wie ein Amphitheater zum Rhein hin öffnet und somit, bestens geschützt vor den kalten Westwinden, über ein optimales Mikroklima verfügt. Herausragende Parzellen mit einem phantastischen Potential, erst vor ein paar Jahren von den Kellers gekauft, demonstrieren Jahr für Jahr deutlicher die Früchte der Revolutionierung in der Weinbergsarbeit, die Klaus-Peter seither vorgenommen hat. Mittlerweile ist die Regeneration dieser phantastischen Lage abgeschlossen, die Böden sind durch Humusbeigaben und jahrelanges mühevolles Umgraben aufgelockert und lebendig wie nie zuvor: Daher war es auch keine Überraschung, dass das Große Gewächs ‚Kirchspiel’ mit dem fabelhaften 2005er vom GAULT MILLAU sowie dem wichtigsten holländischen Weinmagazin mit der Auszeichnung „bester trockener deutscher Riesling” geadelt wurde, dass die hervorragende britische Weinzeitschrift FINE WINES bereits den 2004er als „the best dry Kirchspiel to date, lots of finesse, very distinguished” belobigte und der im Folgenden beschriebene 2006er für meinen persönlichen Geschmack schlicht das größte ist, was ich je aus dieser Renommierlage verkosten durfte. Und es ist wie stets bei großen Weinen das erstklassige Terroir dieses rheinhessischen Filetstückes – nackter Kalksteinfels im Untergrund mit rötlichen Eisenoxideinschüben – das die Basis für die großartige, rauchige Mineralität und unvergleichliche Würze dieses edlen Rieslings legt, der sich wie sein 05er Vorgänger ungemein dicht, cremig, tiefgründig und konzentriert präsentiert. Aber in erster Linie bezaubert das ‚Kirchspiel’ seine Liebhaber durch seine unvergleichliche Eleganz und Finesse, fasziniert mit feinstem, tänzerischem Spiel und deutet schon in seiner Jugend sein breites Aromenspektrum an, das von Aprikose und Orangenschalen über Jasmin, Minze und Feuerstein bis hin zu frischen, kräutrigen Noten reicht und von einer samtig-seidenen Mineralität unterlegt, ja geradezu liebkost wird. Dieses rassige, brillante Große Gewächs macht (fast) süchtig in der Intensität seiner Aromen und seinem einzigartigen, authentischen Kirchspielcharakter, in seiner ungemein verführerischen Mischung aus seidiger Mineralität und Komplexität, cremigem Mundgefühl und sagenhafter Finesse sowie seiner einmaligen Verspieltheit und tänzerischen Eleganz, den unverwechselbaren Insignien seines legendären Terroirs.

In seiner Jugend wird er bei Ihnen, liebe Kunden, Erinnerungen an einen klaren, frischen Gebirgsbach evozieren, der tänzelnd und übermütig ins tiefe Tal sich ergießt. Doch dann wird er sich über viele Jahre hinweg zu einem ebenbürtigen Konkurrenten größter Burgunder Gewächse entwickeln! Es mag Sie vielleicht ein wenig verwundern, dass ich einen deutschen Spitzenriesling in seiner Stilistik mit einem so anders gearteten Chardonnay vergleiche, doch die kalksteingeprägte Mineralität, das finessenreiche Spiel, die Cremigkeit und die schwebende Leichtigkeit des Kirchspiels lassen mich beim Genuss dieses großen Rieslings immer wieder an die besten Exemplare legendärer Terroirs aus der Bourgogne denken; insbesondere Erinnerungen an die sublimen Weine von Coche-Dury oder Carillon werden in mir wach: Die unvergleichliche Sinfonie großer Burgunderlagen in einem deutschen Riesling zum Klingen zu bringen, dieser vor wenigen Jahren noch kaum für möglich gehaltene Traum, ist schönste Realität geworden. Das großartige Terroir des Kirchspiels, eine der größten Weißweinlagen Deutschlands, gebiert, in den Händen eines Weinmagiers sensibel interpretiert, den ersten „deutschen Chassagne-Montrachet” (so das auf den Punkt gebrachte dezidierte Urteil von Jancis Robinson, weltweit renommierte ‚master of wine’, dem ich jedoch insofern widersprechen möchte, dass mich das Kirchspiel eher an die präziseren, eleganteren Crus aus Puligny-Montrachet erinnert), den nur eines von seinen großen Vorbildern im Burgund unterscheidet: sein wesentlich günstigerer Preis!

Genießen Sie diese Ode an die einzigartige Finesse und Mineralität großer Rieslinge aus einer Lage, die ihrem Charakter und der enorm großen Palette ihres Ausdrucksvermögens in 2006 ihre bis dato schönste Ausprägung gegeben hat und die in den nächsten Jahren zu Weltruhm gelangen wird, ab Freigabe im September 2007, Höhepunkt etwa 2009 bis nach 2020.

Eine persönliche Anmerkung: Sie wissen, wie sehr ich die großen Rieslinge Deutschlands schätze, doch am liebsten habe ich in den letzten Jahren privat immer wieder zu Kellers ‚Kirchspiel’ gegriffen. Und vielen Kennern und Genießern scheint es genau so zu ergehen wie mir: Stets ist bei einer Verkostung dieser so spielerisch schwebende Riesling (Nomen est omen) der erste, der geleert ist, gleich, welch andere große Namen zur Probe auf dem Tische anstehen!

Leider bereits ausverkauft


952006 Dalsheimer Hubacker, Riesling Großes Gewächs trocken 2006

„Glücklich darf sich schätzen, wer ein paar Flaschen ‚Hubacker’ im Keller liegen hat!” (René Gabriel, renommierter Schweizer Weinkritiker, Hrsg. des WEINWISSER und Fachautor: ‚Bordeaux Total’)
VINUM: „Bester trockener Riesling 2005” (gemeinsam mit Kellers Morstein)

Das legendäre Große Gewächs ‚Hubacker’ genießt schon über viele Jahre hinweg als weltberühmtes Aushängeschild des Weinguts Keller unter Weinliebhabern einen mythischen Ruf. Die sanft geschwungene Hanglage im Rheinhessischen Hügelland in Flörsheim-Dalsheim, deren beste Parzellen sich im Monopolbesitz der Familie befinden, profitiert im Wind- und Regenschatten des Donnersberges von seinem einzigartigen Mikroklima. Hinzu kommt der skelettreiche, von der Farbe her ins zart Gelbliche tendierende Mergelboden mit seinem mächtigem Kalkfelsen im Untergrund, der den Weinen seine feste mineralische Struktur und exotische Aromen verleiht und der im Laufe vieler Jahre naturnahen Anbaus und Winterbegrünung eine exzellente Humusauflage mit einer großen Wasserhaltekraft erhielt: ein unschätzbarer Vorteil in den immer wärmer und trockener werdenden Jahrgängen in Deutschland. Welch monumentales Meisterwerk aus dem großen 2006er Jahrgang, dem spektakulärsten in der glanzvollen Geschichte des Weinguts, spiegelt sich bei meiner Probe bei Kellers im Glase! Betörend die extrem tiefgründige und komplexe Nase, Faszination pur im mineralisch-würzigen Duft nach Mandarinen, Minze und verführerischen exotischen Früchten (DEM unverwechselbaren Signum seines Terroirs), sinnenverwirrend die enorm konzentrierte Frucht am Gaumen, eingebunden in eine perfekte Säurestruktur und eine herrlich cremige Textur voll vibrierender Vitalität und Energie. Hinzu kommt eine extrem tiefe, vielschichtige und rassige, erstmals in 05 im Hubacker erlebte mineralische Würze: Ein ganz großer, herrlich balancierter, vibrierender, ungemein präziser Wein, der bei aller Dichte und sagenhaften Konzentration tänzerisch leicht über die Zunge gleitet und extrem lang anhält, dabei das hohe Lied erzählend von der Magie exotischer Düfte, insbesondere Mango, Litschi und etwas Kaffee. Gänsehautatmosphäre!

Weingut Keller


Das Große Gewächs ‚Hubacker’ wurde in den letzten Jahren mit Elogen überhäuft. Zu Recht! VINUM stellt den 04er wie den 05er an die Spitze aller Großen Gewächse, der Gault Millau bewertete ihn beide Male (hinter Kellers G-Max bzw. Kirchspiel) als zweitbesten Riesling und René Gabriel zählt ihn zu den „Lieblingsweinen des WEINWISSER”. Jancis Robinson reiht diesen Rieslinggiganten ein in die „classic of the future (this is delicious and should age magnificently”). Mich persönlich verblüfft und erstaunt stets aufs Neue die ungeheure Wandlungsfähigkeit eines der größten Weißweine der Welt: „Opulenz und geschmeidige Eleganz” (so die Laudatio des Gault Millau) bilden hier keinen Gegensatz, sondern zwei betörende Seiten einer Medaille, die einander, je nach Entwicklungsstadium mehr oder weniger stark ausgeprägt, im Faszinosum dieses fabelhaften Rieslings ergänzen. Und der sensationell schöne 2006er demonstriert, wie sich die phantastischen rheinhessischen Terroirs unter dem einfühlsamen Dirigat von Klaus-Peter Keller Jahrgang für Jahrgang besser entfalten und immer mehr zu ihrem wahren Charakter finden. „L’homme fait la difference”, sagen die Franzosen über die unterschiedlichen Weinqualitäten, die insbesondere im Burgund in ein und der selben Lage drastisch schwanken können. Es ist die handwerkliche Arbeit des Winzers also, die im Weinberg entscheidet, ob und welche Qualität in der Flasche entsteht und keine noch so ausgefeilte Kellertechnik! Präsentierte sich der Hubacker in früheren Jahren als die erotische Grande Dame des Rieslings in verführerischer Abendgarderobe und tief ausgeschnittenem Dekolleté eher barock und lasziv, hat diese geschmeidige Schönheit seit dem großen 2004er eine Schlankheitskur hinter sich und ist dadurch nur noch sinnlicher geworden und einfach nur gewaltig schön. Wenn Sie, liebe Kunden, glücklicher Besitzer dieses Rieslingmonuments aus den Vorgängerjahren sein sollten, kann ich Ihnen nur empfehlen – trotz des noch großen Entwicklungspotentials – bereits jetzt die ersten Flaschen dieses majestätischen Weines zu öffnen: Sie werden überrascht sein, wie deutlich sich die Stilistik dieses Klassikers aus dem Hause Keller in den letzten Jahren verändert hat. Der Hubacker scheint wie alle Rieslinge von „Deutschlands Winzer des Jahrzehnts” einen dialektischen Prozess zu durchlaufen: Bei aller Dichte, Konzentration und Cremigkeit entwickelt sich dieser phantastische Weißwein zur Inkarnation von Mineralität, Eleganz und Finesse mit einer Präzision und einem Glanz, der alles überstrahlt, was jemals zuvor aus dieser legendären Parzelle produziert wurde. Im fesselnden, tabakig-mineralischen Finale zeigt der 06er eine großartige, irre Länge und wirkt in seinem jetzigen jugendlichen Stadium noch wie die berühmte Eisenfaust im Samthandschuh, wie die Franzosen solch monumentale Weine zu nennen pflegen, doch in etwa einem Jahr wird dieser Traum von Wein bereits Trinkvergnügen pur bereiten. Diese atemberaubende Vermählung aus Konzentration und Finesse kann ich persönlich nur mit der Idealnote (98-100 Punkte) beurteilen!

Große Weine sind wie geniale Musikkompositionen; sie vermögen Emotionen auszulösen und Sehnsüchte hervorzurufen, die man kaum in Worte fassen mag. Manchmal kaufe ich Weine ein, die ich nur ganz schwer weiter veräußern kann, da der Verkauf viel Herzblut kostet. So hoffe ich denn, dass dieses Große Gewächs Hubacker in gute Hände gelangen möge, nicht als Spekulationsobjekt missbraucht werde und stattdessen all diejenigen glücklich machen wird, die es jemals genießen dürfen. Zu trinken ab Spätherbst 2008 wird sich dieses Rieslingbaby wie eine menschliche Persönlichkeit über Jahre hinweg weiter entwickeln und seinen Höhepunkt voraussichtlich zwischen 2010 bis nach 2025 erreichen.

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954006 Westhofen Abtserde Riesling Großes Gewächs trocken 2006

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne” (Hermann Hesse)
„Wenn Sie jemandem beweisen möchten, wie großartig trockener deutscher Riesling mit seiner einzigartigen Finesse und großen Mineralität schmecken kann, dann präsentieren Sie Weine von Klaus-Peter Keller – die deutschen Montrachets!” (Jancis Robinson in der Financial Times)

Das große Terroir der Abtserde ist eine phantastische, von einer alten Trockenmauer nach Norden hin abgeschirmte Südlage mit dem höchsten Kalkgehalt aller großen Westhofener Lagen und einer unterirdischen Wasserader, die eine optimale Versorgung der alten Reben auch in trockenen Sommermonaten garantiert. Diese mikroskopisch kleine Traumlage, zwischen Morstein und Kirchspiel gelegen, erinnert von ihrer Exposition her sehr stark an die berühmtesten Lagen des Burgund, genau so wie das Band von rötlichem (im unteren Teil) und weißem Kalkgestein (im oberen Gewann), das in dieser vielleicht besten Lage Westhofens förmlich aus dem Boden zu wachsen scheint. Schon im Mittelalter, als die Rieslinge aus dem rheinhessischen Hügelland legendären Ruf besaßen, demonstrierte der Volksmundname dieses großen Terroirs, „an Abtes Erden” (bereits im Jahre 1380 in Urkunden erwähnt), die herausragende Stellung dieses gesegneten Stückchen Lands. Die Geschichte dieser Benennung möchte ich Ihnen gerne erzählen: Ein weinbegeisterter Bischof von Worms bezog seinen Lieblingsriesling aus Westhofen. Doch dann wurde er unzufrieden. Die Qualität war auf einmal nicht mehr dieselbe wie früher. Also schickte er einen Abt, seinen persönlichen Sekretär, auf die Reise, um die Ursache zu ergründen. Und dieser wurde schnell fündig. Die schlauen Bauern vor Ort waren nämlich auf die Idee gekommen, nicht mehr die von Natur aus kleinbeerigen, nur Stecknadelkopf großen (und damit ertragsschwachen, aber dickschaligen, traumhaft aromenintensiven) Trauben dieser felsigen, extrem kalksteinhaltigen und nur sehr mühsam zu bearbeitenden Lage zum Riesling für den Bischof zu verarbeiten, sondern Trauben aus der wesentlich weniger Mühe kostenden Ebene von Westhofen. Zornig erließ der Abt ein strenges Dekret: Ab sofort durften für den bischöflichen Riesling nur noch die Trauben aus einer ganz bestimmten Parzelle verwendet werden, die denn danach bei den verdrießlichen Bauern „an Abtes Erden” hieß.

Doch der Bischof war ab dem nächsten Jahrgang wieder glücklich, ebenso wie all diejenigen Rieslingliebhaber, die sich diesen absoluten Weltklasseriesling, eine hypothetische Vereinigung all der positiven Attribute seiner berühmten Nachbarparzellen Morstein und Kirchspiel, in den Keller legen dürfen. Als ich diesen magischen Wein erstmals verkostete, war ich wie vom Donner gerührt: Ungläubiges Staunen ob seiner fabelhaften Kraftentfaltung, ungläubiges Staunen ob seiner elfenartigen Feinheit, ungläubige Beobachtung der eigenen Sinne. Welch Wunder der Natur, verletzlich, sinnlich, grazil in seiner schwebenden Transparenz, erschütternd in seiner bebenden Mineralität, ungemein berührend, ein seltenes Naturerlebnis. Einer der großen Weißweine der Welt, der dem staunenden Verkoster die Grenzen der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit verdeutlicht. Ein grandioses Erlebnis. Urgewalt pur. Es ist kaum vorstellbar, sich ein Mehr an Präzision, Noblesse und kaleidoskopartiger Komplexität vorzustellen, als sie diese Hommage an die urwüchsige Kalkstein-Mineralität mit seiner einzigartigen Finesse, Tiefe und Eleganz in sich vereint! Worte klängen banal, wollten sie der inneren Harmonie und Balance, der cremigen Textur, der schwebenden Leichtigkeit, der seidenen Transparenz und der abgrundtiefen Mineralität dieses leisen, aber dennoch ungemein lange nachklingenden flüssigen Urgesteins gerecht werden.

Eine neue Legende ist geboren und wird von mir als einer von 5 trockenen Rieslingen überhaupt in meinem Leben mit der Idealnote von 100 Punkten bewertet! Darüber hinaus jedoch möchte ich diesen magischen, verzaubernden Wein, der wie kein anderer Riesling die einzigartige Vermählung der abgrundtiefen Mineraliät des Morstein mit der elfenartigen Leichtigkeit und dem finessenreichen Tanz des Kirchspiels und damit eine wunderbare Leichtigkeit des Seins verkörpert, mit einer Auszeichnung ehren, die Pinard de Picard bisher erst zum zweiten Mal überhaupt einem großen, magischen Wein vergibt: coup de coeur, mein privater Lieblingsriesling! Als ich vor ein paar Tagen diesen herrlichen Tropfen bei den Kellers in Dalsheim zum dritten Mal vom Fass probierte, hätte ich mir es am liebsten sofort auf den Rücken geschnallt und wäre mit ihm durch„gebrannt”. Sie, liebe Kunden, sind vielen meiner Empfehlungen in den letzten Jahren gefolgt und hoffentlich selten enttäuscht worden. Doch niemals zuvor konnte ich Ihnen einen Wein so eindringlich ans Herz legen wie dieses singuläre Rieslingunikat, ein Weißwein rarer Ausstrahlung und Authentizität, ein Monument an Finesse und Mineralität! Hier finden Sie sie wieder, die andere, die helle Seite des Mondes, wie ich einmal einen ebenfalls von mir mit 100 Punkten bewerteten G-Max beschrieben habe: Bei aller inneren Kraft feiner, schlanker (ja, zerbrechlich fast in seiner Filigranität, aber sanft getragen von einem grandiosen inneren Spannungsbogen), mineralischer und spielerischer als jemals zuvor, ein atmosphärischer Riesling, der zwischen Himmel und Erde zu tanzen scheint. Ein zärtlicher Wein, ganz und gar ursprünglich, der alle Sinne streichelt und richtungsweisend steht für eine neue Generation trockener deutscher Weltklasserieslinge. Sinnlicher Genuss in Vollendung. Zu genießen ab Herbst 2008, Höhepunkt 2010 bis 2025.

Dieser magische Riesling ist einer jener großen Weine, der den Verkoster sprachlos und den Genießer gerührt hinterlässt, wie bei einer großen Liebe. Man hat Tränen in den Augen. Nichts, aber auch gar nichts ist hier laut oder aufdringlich – wie hinter einer geheimnisvollen Tür verbirgt sich jedoch Einmaliges und Unvergessliches!

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951606 Westhofen Morstein Riesling Großes Gewächs trocken 2006

VINUM: „Bester trockener Riesling 2005” (gemeinsam mit Kellers Hubacker)

Der Westhofener Morstein ist eine reine Südlage, deren schwere Tonböden auch in trockenen und warmen Jahren die so eminent wichtige Wasserversorgung sichern. Die besten Parzellen dieser rheinhessischen Renommierlage liegen eindeutig in dem von den Kellers bewirtschafteten oberen Gewann, da die Trauben aufgrund der Höhenlage hier später ausreifen und dem fertigen Wein aufgrund der längeren Vegetationsperiode wesentlich mehr Frucht und Finesse verleihen als in den weiter unter gelegenen Parzellen. Zudem sorgt ein sehr hoher Anteil an verwittertem Kalkstein im Untergrund für eine rassige Frucht und die einzigartige mineralische Struktur in diesem absoluten Weltklasseriesling. Die Qualität des Jahrgangs 2006 ist selbst mit dem Begriff sensationell nur schwer zu fassen: Hier liegen wir wie in den beiden grandiosen Vorgängerjahren zweifellos auf dem gleichen Niveau mit dem von Gerhard Eichelmann mit 98 Punkten und von Sam Hofschuster (Internetweinführer www.wein-plus.de) mit 100 Punkten gewerteten ‚G-Max’ aus dem traumhaften Jahrgang 2004! Welch gleichzeitig kraftvoller wie komplexer Wein, dessen prickelnde, ungemein zupackende, expressive Mineralität vom Klang der Mineralien aus den Tiefen des Bodens erzählt, die der Lage „Morstein” ihr einzigartiges, unverwechselbares Profil verleihen und im Glase zu einem gewaltigen vielstimmigen Chor mit einer faszinierenden Tiefe anschwellen.

Dieser in seiner Stilistik völlig eigenständige Riesling wird wie stets so manchen Verkoster nach der Degustation ein wenig ratlos zurücklassen: Keine Spur ist zu finden von vordergründigen Fruchtaromen, stattdessen brilliert dieser noble Wein mit einer tiefgründigen, brillanten Mineralität, die in der Historie der trockenen deutschen Rieslinge wohl ohne Beispiel ist und die den edlen, enorm komplexen Fruchtkörper mit seinen feinsten Adern würzig-rauchig durchwebt. Zudem zeitigt sich schon in der Nase ein grandioser Schmelz, der danach wohltuend seiden die Zunge umhüllt. Diese Charakteristik ist wie in 05 der entscheidende Unterschied zu den großen Vorgängerjahren, als der ‚Morstein’ in seinem jugendlichen Stadium noch fast schmerzhaft die Zunge mit seiner tabakig-rauchigen, würzigen Mineralität attackierte. Nicht, dass dieser Weltklasseriesling auch nur einen Hauch dieser zupackenden, strahlend-stahligen Mineralität, des Signums seiner einzigartigen Lage, verloren hätte, aber im Jahrgang 2006 schwebt er geradezu durch den gesamten Mundraum und begeistert zudem mit einer fabelhaften haselnussartigen Cremigkeit, wie sie die Weltklassegewächse von Coche-Dury aus Meursault besitzen, insbesondere der großartige ‚Perrières’, was eindrucksvoll demonstriert, wie qualitativ gleichwertig doch die kalksteingeprägten Terroirs aus dem Burgund und Rheinhessen in der Realität sind. Das große Terroir des Morstein kann infolge sorgfältigster Bodenbearbeitung der Kellers mittlerweile über viele Jahre hinweg ALLE Facetten seiner einzigartigen Lage in den fertigen Wein transformieren. Welten trennen die Bodenstruktur des Keller’schen Anteils am ‚Morstein’ von dem, was Sie, liebe Kunden, kennen, wenn Sie einmal einen ‚normalen’, betonharten Weinberg durchwandert haben sollten. Die Erde ist sehr feinkrümelig und so federt der Boden geradezu unter meinen Füßen, ja, es scheint wie ein Schweben auf einem Luftkissen, wenn ich an einem sonnigen Herbsttag vor der Ernte die dickschaligen, aber sehr kleinbeerigen und hocharomatischen Trauben von den Stöcken probiere.

Und so manifestiert sich am Gaumen als Resultat dieser langjährigen behutsamen Weinbergsarbeit und einer intensiven, ja liebevollen Betreuung der alten Reben ein beeindruckend fokussierter Wein von atemberaubender Rasse, brillanter Struktur, vibrierender Strahlkraft und einer schier unergründlichen aromatischen Tiefe. Dieser ungemein mineralische, traumhaft balancierte Riesling ist über den kargeren, puristisch-mineralischen Stil des Jungfernjahrgangs 2002 wie eine strahlend erblühte schöne Frau hinaus gewachsen und ist bei allem Schmelz dennoch ein archaischer, elfenhafter „Ursprungswein” geblieben, der in den letzten Jahren all diejenigen Weinliebhaber in aller Welt verzückte, die das große Glück hatten, ein paar Flaschen dieses sinnlichen Weinunikats zu erwerben. Ein Schluck dieses raren Rieslings von nobler und edler Gestalt führt Sie, liebe Kunden, auf eine vinologische Reise zu den Ursprüngen von Geschmack und Terroir. Morstein pur! Eine Hymne an die Mineralität und Komplexität großer trockener Rieslinge! Ein transzendentaler, ein beseelter Riesling, ein göttlicher Wein, die Inkarnation seines Terroirs, dessen Ausstrahlung, dessen vibrierender Energie sich niemand wird entziehen können! Phantastisches Potential, Höhepunkt wohl ab 2009 (unbedingt Dekantieren bitte!) bis etwa 2025.

Dieses rare Weltklassegewächs kann aufgrund der enormen weltweiten Nachfrage, dadurch bedingter zahlreicher Vorreservierungen sowie der von uns fest zugesagten Reservierung für unsere Kunden, die dieses Große Gewächs auch in den Vorjahren schon erwarben, voraussichtlich wiederum nur an diese Stammkunden abgegeben werden. Gleiches gilt für den legendärsten trockenen Riesling Deutschlands, den ‚G-Max’, einen wunderbaren Riesling, von dem die ganze Welt spricht, den aber wegen seiner Rarität nur wenige Glückliche jemals genießen dürfen.

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951906 G-Max, Riesling trocken 2006

Jancis Robinson: G-Max 2005 höchstbewerteter trockner Riesling des Jahrgangs, „wie ein großer Montrachet”

Sam Hofschuster: „100 Punkte für den grandiosen 2004er”

Alte Reben einer erlesenen Parzelle einer der großen Lagen der Kellers liefern in jedem Jahrgang aufs Neue einen Stoff, der unter Weinliebhabern weltweit eine neue Legende begründet hat und der aufgrund seiner singulären Qualität zur gesuchten Rarität mit mythischem Ruf, edelsten Burgundern gleich, avancierte. Welch unübertreffliche Interpretation höchster deutscher Rieslingkultur! Der Gault Millau wählte sowohl den 2003er als auch den 2004er zum besten trockenen Riesling des Jahres (verkannte aber völlig die einzigartige Qualität des 05ers, der, aus einer anderen Lage stammend als die Vorgänger, mit einer einzigartigen Finesse und Filigranität verzauberte und in unserer großen Verkostung bei Klaus-Peter Keller gleichberechtigt mit dem 04er G-Max den Sieg davon trug). Gerhard Eichelmann läutete in seinem Weinführer „Deutschlands Weine 2006” eine längst überfällige Revolution in der Bewertung deutscher Rieslinge ein. Zum einen gab er dem besten trockenen Riesling in 2004, dem G-Max, mit 98 Punkten endlich eine Weltklassenote, die der sagenhaften Mineralität, der Aromenkomplexität, der Konzentration und Dichte, der Eleganz, Finesse, inneren Balanciertheit und dem großen Entwicklungs- und Lagerpotential trockener deutscher Spitzenrieslinge gerecht wird und zum zweiten stufte er ihn damit über den seiner Meinung nach besten edelsüßen Riesling des Jahres ein. Châpeau! Sam Hofschuster feierte im Internetweinführer Deutschland auf wein-plus.de die Großen Gewächse von Klaus-Keller mit Weltklassebewertungen, die in der Idealnote von 100 Punkten für den mittlerweile auch auf allen internationalen Märkten wie die berühmte Stecknadel im Heuhaufen gesuchten G-Max gipfelten. Nach intensiven Degustationen des seine Gärung noch nicht ganz abgeschlossenen (und damit hier nicht detailliert beschriebenen) 2006ers möchte ich nur leise anmerken, dass ich in der Retrospektive – bei aller Klasse der großen, singulären Unikate, die ja erst seit dem Jahrgang 2000 vinifiziert werden – zu ahnen beginne, dass Klaus-Peter Keller sich gerade erst auf seinen Weg gemacht hatte. Ein Ende ist nicht abzusehen.

Auch hier sei nochmals betont, dass wir allen Kunden, die den großartigen 2006er Jahrgang erwerben, das gleiche Versprechen wie in den Vorjahren geben: Wenn die Zuteilungen von Klaus-Peter Keller an Pinard de Picard, die sich natürlich an den Jahrgangsbedingungen orientieren (es kann durchaus einmal sein, dass in einem problematischen Jahrgang einzelne Weine nicht produziert werden, sondern die Basiscuvées veredeln) und an den zur Verfügung stehenden Mengen es ermöglichen, erhalten Sie auch in den Nachfolgejahrgängen auf Wunsch diejenige Flaschenzahl von ‚Morstein’ und ‚G-Max’, die Sie bisher gekauft haben. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Weine bleibt bei der strikten Ertragsreduzierung der Kellers, die keinen ökonomischen Interessen geopfert wird, konstant, die weltweite Nachfrage hingegen explodiert förmlich und nimmt bisweilen hysterische Formen an: Wir werden regelrecht mit Anfragen überrannt. Sichern Sie sich daher jedes Jahr rechtzeitig Ihre Zuteilung dieser Inkarnation flüssig gewordener Mineralien aus tiefen geologischen Schichten, Weinunikate allerhöchster Qualität, die in der ganzen Welt ohne Beispiel sind!

Leider bereits ausverkauft


Herzliche Grüße aus Saarwellingen,

Tino Seiwert, Martin Lehnen und Ralf Zimmermann