Saarwellingen, im Januar 2007

News


Klaus-Peter Keller:

Deutschlands Rieslingikone („Winzer des Jahrzehnts”, Gault Millau) vinifiziert im Jahrhundertjahrgang 2005 magische Rotweine der absoluten Spitzenklasse!

Werte Kunden, wir haben Ihnen in den letzten Jahren in unzähligen Mailings alles über die sympathischen Kellers aus Rheinhessen, Deutschlands dynamischster Anbauregion, erzählt. Wirklich alles? Nein, ein paar Geheimnisse haben wir uns noch bewahrt. Und die ersten beiden davon wollen wir heute lüften: Zum einen begab sich Klaus-Peter Keller in seiner Jugend auf „unerhörte Abwege”. Und zum zweiten gehört seine heimliche Liebe als Winzer dem Rotweinmachen! Und diese beiden Dinge gehören untrennbar zusammen.


Weingut Keller


Wahre Weinliebhaber und Kenner wissen: Weine der absoluten Weltspitze zu vinifizieren setzt sehr viel Intuition voraus. Originäre, unverfälschte charaktervolle Weine kann man nicht am Reißbrett konzipieren und als Massenprodukt vermarkten. Da gehören Bauchentscheidungen und das intuitive Verstehen der Natur dazu, das Belauschen der Reben, die unbedingte Liebe zur Traube. Wie einfühlsame Pferdeflüsterer für den Laien wie von Zauberhand traumatisierte Pferde heilen, gibt es auch begnadete Rebenflüsterer. Männer und Frauen, die das ganze Jahr über ganz nah dran sind an ihren Trauben, die bei Wind und Wetter im Wingert stehen statt im Nadelstreifenanzug zu repräsentieren. Doch nach vielen Jahren der intensiven Beschäftigung mit Wein und seinen Machern scheint mir auch, dass das letzte Quäntchen an Qualität in den Trauben herauszuholen auch eine Frage des kreativen Kopfes ist, des wachen Intellekts. Klaus-Peter Keller ist ein solch kluger Kopf. Und der hätte ihn fast beim Finden seiner Berufung behindert!

Denn nach seinem Abitur (1993) studierte er zunächst Volkswirtschaftslehre – aller Liebe zum Rebensaft, die ihn von Kindesbeinen an prägte, zum Trotze, denn eine solide wirtschaftliche Grundbildung sollte seiner Winzerlaufbahn vorausgehen. Doch schon bald merkt Klaus-Peter, dass die nüchterne Welt der Zahlen die seine nicht ist, schmeißt im 3. Semester sein Studium, verlässt das elterliche Weingut und geht, seinem Bauchgefühl folgend, nach Burgund, um in Gevrey Chambertin die Geheimnisse großer roter Pinot-Noir-Weine (infolge seines Finessenreichtums, seiner Feinheit und Balanciertheit auch liebevoll roter Riesling genannt) zu erforschen. Dieses Ausreißen nach Burgund („Viel modischer wäre es seinerzeit als deutscher Winzersohn gewesen, sich in der Toskana, in Neuseeland oder sonst wo in der Neuen Welt die Hörner abzustoßen”), führt ihn nach dem Zahlenstress des Studiums und der Hektik des ungewohnten Großstadtlebens an die Wiege der zwei größten klösterlichen Reformbewegungen des Mittelalters: Cluny und wenig später Citeaux („Die Mönche der Abbaye bereiten noch heute phantastische Käsespezialitäten aus eigener Milch”) waren seinerzeit nicht nur geistige, sondern auch künstlerische und politische Zentren Europas. Darüber hinaus befanden sich in ihrem Besitz eine Großzahl der besten Lagen der Côte d’Or, die heute als Grand Crus Weltruhm genießen und fabelhafte Preise erzielen. Und hinter dicken Klostermauern weilte demütig der junge Klaus-Peter (in der ‚rue de l’ancien hospital’) – oftmals vor Kälte fröstelnd und mit erbeutetem Rebenreisig am offenen Feuer sein kleines Zimmer erwärmend. (Noch ein kleines Geheimnis: Natürlich brachte Klaus-Peter auch einige Zweige edelster Reben aus besten Lagen mit nach Deutschland und pflanzte sie in Rheinhessen an.) In dieser selbst auferlegten Klausur und während gleichzeitig absolvierter spannender Praktika bei großen Meistern seiner Zunft (heute, ein Jahrzehnt später, pilgern übrigens wissbegierige Weinstudierende aus aller Welt zu Klaus-Peter nach Flörsheim-Dalsheim, „the times they are a-changin”, wie Bob Dylan so unnachahmlich näselte) widmete er sich mit Faustischer Neugier seinem erklärten Ziel, das Geheimnis der Herstellung großer Rotweine zu erforschen. In langen Diskussionen mit Romain Lignier (dieser hatte zuvor in Rheinhessen ein Praktikum absolviert) von der weltberühmten Domaine Lignier und mit Charles Rousseau, dem großen alten Mann, dem Doyen des Burgund, beginnt Klaus-Peter Kellers Verständnis für große Rotweine aus handwerklicher Machart zu reifen.

Gereift kehrt auch er nach 9 Monaten des Exils in seine rheinhessische Heimat zurück, beseelt von der Idee, neben großen Rieslingen etwas zu machen, was damals in Deutschland noch (fast) unvorstellbar war. Große Rotweine von Weltruf. Finessebetont sollten sie sein, und dennoch ausdrucksstark.


Weingut Keller


Keine bloße Kopie eines auch noch so edlen Burgunders wollte er machen, stattdessen etwas eigenständig Großes: Die deutsche Antwort auf die Herausforderung Burgund. Einen feinsinnigen „vin de finesse”, der dennoch Dichte, Strukur, Komplexität und veritable Kraft besitzt. Und nach einigen harten Lehrjahren („Da ging schon mancher Versuch in die Hose, zumal meine Hauptbeschäftigung natürlich immer der Riesling war. Und ich brauchte einfach Zeit, unsere Rotweinlagen zu verstehen und die bestens geeigneten Parzellen heraus zu finden”) wurden seine Rotweine von Jahr zu Jahr dramatisch besser: Einige von Ihnen, liebe Kunden, werden sich vielleicht noch an den 2003er BÜRGEL erinnern, der bereits nach einem einzigen (!) Tag der Präsentation bei Pinard de Picard komplett ausverkauft war. (Reservierungen für den fabelhaften, aber ebenfalls extrem raren 2005er nehmen wir ab sofort entgegen. Preis und Verfügbarkeit können wir Ihnen erst im Laufe des Frühlings/Sommers mitteilen, wenn endgültig klar ist, wieviele Fässer in die Spitzencuvée fließen werden.) Jedes Jahr legte ich mir seither Kellers fabelhafte „rote Rieslinge” in meinen eigenen Keller. Anbieten konnten wir die Weine mit Ausnahme des 03er Bürgels bisher leider nicht, die produzierte Menge war viel zu gering. Das hat sich mittlerweile glücklicherweise ein wenig geändert, da neu angepflanzte und erworbene Parzellen sich jetzt in einem optimalen Zustand befinden. Dennoch: Klein – aber fein wird auch in Zukunft die Devise sein, denn bei nur knapp über einem Hektar bepflanzter Rebfläche werden die raren Rotweincuvées ein nobles Hobby der Kellers bleiben. Wir freuen uns außerordentlich, dass wir Ihnen, liebe Kunden, heute weltweit exklusiv eine frisch abgefüllte Burgundercuvée anbieten können, die Klaus-Peter Keller aus seinen besten Fässern für Sie persönlich ausgewählt hat:
die Edition Pinard 2005. Viel Vergnügen mit diesem fabelhaften Wein, in seiner genussfreundlichen Preisklasse eine unerhörte Provokation renommierter Burgunder Dorflagen!


953905 Keller, Edition Pinard, rot 2005 2005 12,95 Euro
2005 war ein phantastisches Rotweinjahr für Deutschland; infolge der klimatischen Veränderungen schlicht das beste aller Zeiten. Kleinbeerig, dickschalig, mit perfekter Reife (aber ohne jegliche Überreife) kamen die kerngesunden Trauben der Burgunderreben in den Keller, wo sie sich extrem behutsam, selbstverständlich auch ohne die so beliebte Schminkung mit ein wenig verführerischer Restsüße (daher braucht unsere Edition Pinard zurzeit auch noch viel Luft, um sich optimal zu entfalten und schmeckt mir persönlich am zweiten Abend noch besser als am ersten), in aller Ruhe zu einem großen Wein entwickeln konnten. Traditionelle Maischegärung in offenen Bütten über knapp 2 Wochen, sensibler Ausbau nur in großen Holzfässern (2.400 l), so wuchs eine traumhafte Cuvée mehrerer Burgundersorten heran, die nicht durch Holz oder Alkohol, sondern durch komplexe Fruchtaromen, Mineralität und wunderbare Würzaromen verzaubert: Finesse pur! Prächtiges leuchtendes Rot in der Farbe, die Nase wird verwöhnt von traumhaften Aromen reifer Kirschen und von faszinierend würzigen Noten. Und betörende Veilchen blühen am Wegesrand! Genauer gesagt, Cyclamini (Sprich: schiklamini). Kennen Sie, liebe Kunden, den betörenden Duft dieser herrlich duftenden Alpenveilchen, die auf kalkhaltigen Böden in schattigen Lagen und Mischwäldern von der Tallage bis ca. auf 2.000 m Höhe anzutreffen sind und die bei einem Spaziergang an einem lauen Sommerabend sich mit dem duftenden Humus des Waldbodens im Karstgebirge zu betörenden Aromen vermählen? So riecht dieser fabelhafte Rotwein! Am Gaumen sehr ausgewogen und harmonisch, fein balanciert, von kühler Stilistik und mit keinerlei marmeladigen Noten versehen, da nur traumhaft niedrige 12,5 Volumenprozent Alkohol! Bei aller Dichte und fleischigen Fülle dominieren eine spielerische Finesse und seidene, cremige Tannine. Großartiger Nachhall!
2005 ist in der tat DER Jahrhundertjahrgang für deutsche Rotweine! Die Cuvée Pinard ist ein vorzüglicher Essensbegleiter, aber auch solo getrunken wegen seiner animierenden Frische und seinem sympathisch niedrigen Alkoholgehalt ein fabelhafter Genuss!
P.S.: Jancis Robinson, renommierte master of wine, äußert sich euphorisch über Kellers „komplexe rote Burgunder: Rousseau-Rotweine in Rheinhessen” und Gerhard Eichelmann bringt es auf den Punkt: „Auch beim Rotwein sind die Kellers Spitze”.
Zu trinken ab sofort, Höhepunkt Ende 2007 bis 2012.