Saarwellingen, im Herbst 2006


Pit Falkenstein feiert im aktuellen HANDELSBLATT die großartigen Gewächse unsere Neuentdeckung aus dem Languedoc, der Domaine Champs des Soeurs, als herzerfrischende Trinkweine nach „Großväter-Art”.

Pit Falkenstein, renommierter Weinjournalist aus Köln, empfiehlt im aktuellen Handelsblatt vom 24.11.1006 eine der spannendsten Entdeckungen der letzten 10 Jahre im Languedoc, die Domaine Champs des Soeurs, wegen ihrer „schlanken, knackigen, köstlichen Weine nach Großväter-Art, fernab der Alkoholbomben, wie sie heute gängig sind”. Für uns keine Überraschung, denn Bernhard Maynadier ist mit  einer großen Portion Leidenschaft, viel Feinsinn und Talent am Werk, so dass mittlerweile die Spürnasen unter den Weinjournalisten auf ihn aufmerksam werden. Auch Michel Bettane, der große alte Mann des französischen Weines, feiert Laurent Maynadier als eine der größten Entdeckungen der letzen Jahre wegen seiner fabelhaften „Weine, die geboren sind unter mediterraner Sonne, die aber voller Finesse, Frische, Ausgewogenheit und Bekömmlichkeit daherkommen und versehen mit erstklassigen Tanninen den Ruhm französischer Weine begründen”. Und tatsächlich: Selten haben wir in den letzten Jahren so herzerfrischend authentische Languedoweine gefunden zu einem derart unschlagbar fairen Preis. Für alle Interessenten stellen wir hier noch einmal unsere Erst-Präsentation der Domaine du Champs des Soeurs aus unserer Ausgust-Pinwand ins Netz. Der von Pit Falkenstein als köstlicher Begleiter zum Hirschgulasch gerühmte Wein ist der Basisrotwein Fitou rouge zum Preis von 7,90 Euro.


Domaine du Champs des Soeurs – Fitou

Die kargen Hänge und die optimalen Mikroklimata in den sonnendurchfluteten, aber auch sehr windigen Hügellandschaften der unendlichen Weiten des Languedoc bieten für den Weinanbau natürliche Bedingungen par excellence. Und so setzte hier in den letzten zwei Jahrzehnten eine entfesselte Dynamik wahrhaft historischer Dimension ein, die einmalig in Europa ist. Sie lässt sich nur noch mit der Erschließung des Burgunds durch die Zisterzienser im 12. Jahrhundert vergleichen. Denn es ist kaum einmal 20 Jahre her, da war diese riesige Region, aus der fast 10% der gesamten Weltweinproduktion stammen und die sich über 300.000 ha vom Rhône-Delta im Osten bis zu den Bergriesen der Pyrenäen im Westen erstreckt, vom Südrand des Zentralmassivs bis hin zum Ufer des Mittelmeeres die Hochburg für kaum trinkbaren Land- und Tafelwein: derbe, rustikale Tropfen, alkoholreich und bäuerlich strukturiert. Und trotz der qualitativen Revolution ist noch immer Vorsicht geboten, denn auch im Midi ist längst nicht alles Gold, was glänzt: Die wirklich guten Winzer sind, wie überall auf der Welt, rar gesät!

So klafft nach wilden, ungezügelten Boomjahren eine große Schere zwischen einer kleinen begabten Winzerelite und ihren „Kollegen”, die auf Massenproduktion stromlinienförmiger Weine setzen statt auf handwerkliche Qualität und Terroirbezug. Zwar sind diese Tropfen deutlich besser als das, was früher an untrinkbarer Plörre in dieser Region produziert wurde, aber es sind vielfach völlig austauschbare Weine, die sich entweder an den ermüdend uniform schmeckenden Garriguearomen des französischen Südens orientieren oder an einem internationalen Weinstil, wie wir ihn nur allzu gut aus Übersee kennen mit seiner marmeladig überreifen und hyperkonzentrierten Stilistik ohne jeglichen Terroirbezug.

Pinard de Picard recherchiert seit Jahren ständig vor Ort, um Ihnen, liebe Kunden, ausschließlich authentische Weine anbieten zu können, die sich einerseits ihren Ursprungscharakter dank ihrer großen Lagen mit ihren zumeist sehr alten, liebevoll restaurierten Rebstöcken bewahrt haben und die sich andererseits infolge des Lernprozesses der Winzer in Textur, Mundgefühl und Struktur mit den großen Weinen der Welt messen können. Diese Terroirweine sind nicht geprägt durch eine mediterrane Hitze oder rustikale Gerbstoffe; sie schmecken wesentlich kühler, feiner, eleganter und finessenreicher als früher und besitzen ein größeres Aromenspektrum sowie noble, cremige, seidene Tannine. Finesse pur statt schierer Kraft lautet die Maxime, weg von den überextrahierten, muskulösen Monsterweinen hin zu Eleganz und Subtilität. Schmelz, Geschliffenheit, Frische im Trunk und Mineralität zählen für die „Wissenden” der neuen Winzergeneration mehr als Muskeln und überbordendes Eichenholz. Somit trennt sich im Languedoc, unüberschmeckbar, die Spreu vom Weizen!

Im Frühjahr dieses Jahres, am Ende eines einwöchigen Verkostungsmarathons im Midi, war ich an der westlichen Grenze dieser gigantisch großen Weinanbauregion angekommen, in der Region Fitou, unmittelbar an das Roussillon angrenzend. Aus der Ferne grüßen bereits die majestätischen Gipfel der Pyrenäen im milden Dunst der Nachmittagssonne. Marie Valette und ihr Ehemann Laurent Maynadier vom in Deutschland noch gänzlich unbekannten Château Champ des Soeurs hatten mich auf einer großen Messe in Montpellier mit ihren erfrischenden Weinen jenseits eines internationalen Standartgeschmacksbildes derart begeistert, dass mein Jagdinstinkt geweckt war und ich die Weinberge und die Kellerarbeit einer genauen Überprüfung unterziehen wollte.

Die teils äußerst steinigen (fast wie in Châteauneuf-du-Pape), teils aus Schutz vor Bodenerosion begrünten und stets in aufwändiger Handarbeit aufgelockerten Parzellen der sympathischen Newcomer liegen am Fuße des Gebirgszuges der Corbières in unmittelbarer Nachbarschaft der Mittelmeerküste: Nur ca. 2-3 km entfernt ist das blau schimmernde Meer von fast jedem Weinberg aus zu erspähen.

Domaine du Champs des Soeurs
Das zum Schutz vor Bodenerosion begrünte Terroir

Dem Auge des geübten Beobachters fallen sofort die Unterschiede in der Weinbergsarbeit der innovativen Maynadiers zu denen ihrer Nachbarn ins Auge: Laurent hat sich intensiv mit den ganz alten Weinbauern aus Fitou unterhalten, um möglichst viel aus jenen Zeiten zu erfahren, als diese Region noch für ihre eigenständigen Weine berühmt war. Heute, da auch hier die moderne Önologie Einzug gehalten hat, werden die Reben im allgemeinen an Drahtrahmen in luftige Höhen gezogen, um möglichst hohe Alkoholgradationen in den Trauben zu erzielen, um dann im Keller in neuen Barriques „moderne” Weine zu produzieren. Doch genau das ist nicht der Stil, den Maynadier bevorzugt: Er erzieht seine Reben, die sich bereits seit dem 17. Jahrhundert in Familienbesitz befinden, auf seinen vorbildlich gepflegten, rein organisch gedüngten Parzellen mit ihren extrem unterschiedlichen Böden (nämlich Kalk und roter Schiefer (!) ), ganz bewusst in alter Tradition: Wie vor einem Jahrhundert pflegt er einen sehr tiefen Schnitt, so dass die Trauben bei der großen Hitze im Sommer von der mächtigen Laubwand beschattet werden und somit bei aller Reife ihre natürlich Säure und damit ihre Trinkanimation behalten.

Domaine du Champs des Soeurs
Ganz „tiefgelegt” kämpfen sich die Reben
in das extrem steinige Terroir

Ein natürlicher Standortvorteil ist zudem der Tramontanawind, der bisweilen sehr heftig von Norden her durch die Weinberge fegt, nach den seltenen Regenfällen die Trauben schnell abtrocknet, aber auch notwendige Feuchtigkeit mit sich führen kann.

Laurent Maynadier gehört zweifellos zu den „Jungen Wilden” des Languedoc, die sich nicht mehr mit den belanglosen „Qualitäten” ihrer Elterngeneration zufrieden geben, die sich stattdessen auf uralte Traditionen ihrer Vorfahren besinnen und zusammen mit dem neuen Wissen der modernen Weinbereitung das Potential und die natürlichen Gegebenheiten ihrer Heimat zur Erzeugung wirklich großer Weine nutzen. Laurents intensive handwerkliche Arbeit inmitten seiner in die blühende, herrlich duftende Garriguelandschaft wie Inseln eingelassenen Parzellen erinnert mich in vielem an diejenige von Laurent Vaillé von Grange des Pères. Die intensive Bodenarbeit zur besseren Mineralisation, das natürliche Gleichgewicht der Reben, die dadurch von Natur aus bedingten niedrigen Erträge und die veränderte Blattwerksarbeit bewirken, dass der fertige Wein fokussierter, transparenter, präziser wirkt, sehr viel frischer im Trunk und viel weniger dick und fett als viele langweilige, uniforme Garrigueweine, dafür jedoch fast ätherisch duftig.

Domaine du Champs des Soeurs
Laurent Maynadier erläutert engagiert
seine Weinbergsphilosophie

Im Keller geht es noch sehr einfach zu: eine uralte, aber sehr funktionelle Presse, große hölzerne Gärbottiche, die zum Ausbau der Weine mit Deckeln verschlossen werden, ein paar Betoncuves, das war’s! So einfach kann die Vinifizierung sein, vorausgesetzt, der Winzer hat im Weinberg optimale Arbeit geleistet. Noch ist Laurent Maynadier erst am Anfang seines Weges, doch unter Preis-Genussgesichtspunkten sind seine Weine für Finessetrinker bereits heute ein absolutes Muss! Laurent Maynadier steht für die neue Generation avantgardistischer junger Winzer im Languedoc, der es selbstbewusst um eine andere Zukunft geht: nicht um überkonzentrierte, alkoholreiche Monsterweine in global kompatiblem Einheitsgeschmack, sondern um Frische, Finesse und Eleganz sowie ein unverwechselbares Profil und regionsspezifische Authentizität! Wir freuen uns auf eine spannende Zusammenarbeit in den nächsten Jahren!

P.S. Michel Bettane, der große alte Mann des französischen Weines, feiert Laurent Maynadier mittlerweile als eine der größten Entdeckungen der letzen Jahre wegen seiner fabelhaften „Weine, die geboren sind unter mediterraner Sonne, die aber voller Finesse, Frische, Ausgewogenheit und Bekömmlichkeit daherkommen und versehen mit erstklassigen Tanninen den Ruhm französischer Weine begründen”.


359105 Rosé, AOC Corbières 2005 7,90 Euro

Einer der leckersten Rosés Frankreichs, vinifiziert aus den autochthonen Rebsorten des Südens Grenache Noir und Syrah, verführt mit sommerlichen Aromen, mit denen man unweigerlich den Geruch von Kräutern der Garrigue, von blauen Lavendelfeldern, südlichen Beerenfrüchten und von einem sich in der Sonne spiegelnden Meer assoziiert. Ein Glas dieses saftigen, frischen, feinen, zart mineralischen Weißweins aus großem Jahr, zur mediterranen Küche genossen oder abends solo auf der Terrasse getrunken, und Erinnerungen an die unvergleichliche Landschaft der Provence werden wach und verführen zum Träumen.



Domaine du Champs des Soeurs
Das beeindruckende Steinmeer auf der Domaine du Champs des Soeurs

359204 Fitou Rouge 2004 7,90 Euro

Dieser ätherisch feinduftige, auf den heimischen Rebsorten Grenache und Carignan basierende Wein stellt attraktiv seine herrliche Frucht in den Vordergrund und fasziniert mit seinen betörenden Aromen nach Himbeeren, Cassis, würzigen Tabakblättern und provençalischen Kräutern. Am Gaumen begeistert er mit seiner würzigen Dichte und seiner tänzerischen Leichtigkeit auf der Zunge. Nichts hier kommt fett oder marmeladig daher, vielmehr schmeicheln ein betörender Charme und die Ausstrahlung eines filigranen Weines, der die Wärme des Südens mit der Kühle des Terroirs perfekt zu vereinen versteht. Diese weiche, erfrischende Basiscuvée von Laurent ist ein trinkfreudiger, fröhlicher, charmanter Rotwein, der heiter und lecker hohen Anspruch realisiert.
Zu genießen ab sofort: aufmachen, trinken und wohl fühlen!



359304 „Bel Amant” rouge 2004 11,00 Euro

Kaum ein anderer Rotwein in Fitou verfügt über so präzise Ausstrahlung und seidenweiche Struktur im Mund; cremig und extrem feinkörnig ist seine kühle, ungemein weiche Gerbstoffpräsenz auf der Zunge zu verspüren. Seine allgegenwärtige Mineralität, Kennzeichen eines großen Terroirs, signalisiert unverkennbar seine Kalk- und Schieferböden. Komplexes und feines Aromenspiel in der Nase mit Anklängen an rote Beerenfrüchte, Mineralien, Gestein und Gewürze der Garrigue. Feine, konzentrierte Fruchtsüße am Gaumen, ungemein präzise fokussiert, die faszinierende Mineralität ist durchdringend spürbar. Die unverkennbare Ausstrahlung als Terroirwein macht diesen herrlichen, ungemein frischen (!) Tropfen aus Carignan, Grenache und Mourvèdre zu einem der größten Schnäppchen Languedoc. 2004 ist noch blutjung, bezaubert aber mit dem unverschämt leckeren Fruchtcharme dieses Jahrgangs, der noch viel Freude machen wird.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2007 bis 2011.

„Bel Amant” rouge



359404 „La Tina” rouge 2004 13,80 Euro

Statt massiver Fruchtkonzentration, ermüdender Barrique-Aromen und massiver Tannine, wie wir es von vielen Weingütern der aufstrebenden Appellation kennen, präsentieren sich alle drei Rotweine von Champ des Soeurs ungemein elegant, frisch und daher herrlich trinkanimierend. Doch diese Spitzencuvée aus den traditionellen Reben des Südens (Carignan, Grenache und Mourvèdre), ein edler und nobler, aber dennoch authentischer Garriguewein, ist DER Insider-Tip aus Fitou! In der Nase ein großartiges, komplexes Aromenspektrum, geprägt von frischen, wilden, dunklen Beeren, intensiven, jedoch sehr feinen Gewürzanklängen, Holunder und schwarzem Pfeffer. Dem Gaumen schmeichelt er mit einer wunderbar weichen Textur und cremiger, reifer, opulenter, zart süßlicher, feinwürziger Frucht. Dabei präsentiert sich dieses urwüchsige Musterexemplar eines leckeren, Trinkspaß bereitenden Rotweins aus dem Midi ungemein harmonisch und von einem fabelhaften Gleichgewicht aller Komponenten gekennzeichnet, dicht, rund und geschmeidig, mit kühler Finesse und einer kernigen, dennoch schmelzig-seidenen Tanninstruktur und langem, mineralischem Abgang.

Die Spitzencuvée „La Tina” demonstriert ausdrücklich die Elogen von Michel Bettane: Zweifellos ist die Domaine du Champ des Soeurs eine der größten Languedoc-Entdeckungen der letzten 10 Jahre! Unbedingt probieren.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt Ende 2007 bis 1012.

„La Tina” rouge