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Saarlouis, 21. September 2006
Pinard de Picard bricht auf zu neuen Ufern!
Der erste Teil unserer Fotodokumentation beinhaltet neben einer ausführlichen Beschreibung unseres Bauprojektes Aufnahmen von der Aushebung des Sees bis zu unserem Richtfest. Wenn Sie diese Bilder bereits kennen, gelangen Sie hier zum Teil II und zum Teil III unserer Fotodokumentation mit den neuesten Aufnahmen. Mittlerweile haben wir unseren Umzug geschafft, die Bilder dazu finden Sie hier.
© Ulrich Warner
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde von Pinard de Picard,
wenn wir zurückschauen auf die mehr als zehnjährige Weinhandelsgeschichte von Pinard de Picard, dann stehen wir nunmehr unmittelbar vor dem Ende einer räumlichen Odyssee. Wie es einem geradezu klassischen Gründungsmythos entspricht, nahm die Pinard de Picard GmbH & Co. KG ihren Ausgang in einer Garage: Unsere stand im Saarlouiser Stadtteil Picard und dieser Ort ist bis heute Teil unseres selbstironischen Firmennamens, der sehr frei übersetzt „Pennerglück aus Picard” bedeutet.
Akuter Platzmangel brachte uns schnell zur nächsten Station, der größte Teil unserer Bestände wurde in die Katakomben eines Supermarktes in Beaumarais ausgelagert. Da auch dort die Lagerkapazitäten nicht mit unserem schnellen Wachstum Schritt halten konnten, stellte sich das Problem nach größeren Räumlichkeiten kurze Zeit später erneut. „Pure Verzweiflung” trieb uns schließlich in unser Domizil in Saarlouis, Fort Rauch, dessen einzige gestalterische Qualität in einer auf die Spitze getriebenen Ästhetik des Provisorischen bestand, das gleichwohl infolge umfänglicher Isolierungsmaßnahmen unsererseits und der Installation einer ebenso leistungsfähigen wie stromfressenden Klimaanlage über sehr gute klimatische Lagerbedingungen verfügte.
Vorgesehen für eine Übergangsphase von 2 Jahren, um in aller Ruhe nach einer architektonisch ansprechenden und natürlich wiederum klimatisch geeigneten Bleibe suchen zu können, wurden es schließlich 7 Jahre, die wir an diesem unwirtlichen Ort ausgehalten haben. Zwischenzeitlich kamen wir nach langer vergeblicher Suche in der näheren und weiteren Umgebung (unter anderem prüften wir Standorte in Hamburg, München, Berlin und Köln) zu der Erkenntnis, dass nur ein von uns selbst konzipierter Neubau in der Lage sein würde, unser komplexes Anforderungsprofil zu erfüllen.
Als wir schliesslich vom Projekt des Campus Nobel auf dem Gelände der ehemaligen Dynamitfabrik in Saarwellingen erfuhren, waren wir sofort elektrisiert. Ein verwunschenes Arkadien, eine traumhafte Idylle, mit perfekter Verkehrsanbindung — der Charme von altem Wald und sanft geneigtem Seeufer, kombiniert mit den Resten gründerzeitlicher Industriearchitektur im Dornröschenschlaf hat uns sofort absolut begeistert und ist unserer Meinung nach in dieser Form einzigartig in Deutschland.
Industriearchitektur der Jahrhundertwende im Dornröschenschlaf
Erste Gespräche mit dem privaten Investor, der Familie Arweiler, verliefen überaus positiv und von gegenseitiger Sympathie getragen und so erhielt unser Vorhaben den Status eines Pilotprojektes. Wir konnten unser Grundstück frei wählen und bereits lange vor dem offiziellen Start der Vermarktung begannen wir mit den Planungen.
Für uns war klar, dass an diesem einzigartigen Ort anstatt der üblichen Standard-Gebäudestruktur mit kostengünstiger, aber nichts sagender Lagerhalle und Büroeinheit nur ein architektonisch anspruchsvolles Bauwerk erstellt werden konnte.
Mit dem Neubau unserer eigenen Immobilie erfüllt sich nun der lange gehegte Traum, die Werte und Kompetenzen, für die unser Unternehmen bei Weinliebhabern und Winzern in ganz Europa steht, in eine architektonische Form zu übersetzen und unseren Kunden, Mitarbeitern und natürlich den bei uns unter absolut idealen Bedingungen lagernden Weinen eine Umgebung zu schaffen, die den Anspruch erhebt, im Weinhandel Maßstäbe zu setzen.
Die Baustelle spiegelt sich im kristallklaren See, der in den nächsten
Monaten noch weiter ansteigen und die als Stufe erkennbare
Flachwasserzone überfluten wird.
Zu diesem Zweck beauftragten wir zunächst ein Ingenieurbüro mit der Computersimulation der Temperaturverläufe des zukünftigen Gebäudes anhand lokaler Wetterdaten des Jahrhundert-Hitzejahres 2003, um einen Raum zu schaffen, der unsere hohen Anforderungen für die optimale Lagerung unserer Weine erfüllt, ohne dabei aber zu einer fensterlosen Gruft zu mutieren. Für unsere Zwecke kam als Baustoff durch seine enorme Wärmespeicherfähigkeit nur Stahlbeton infrage. Die Wärmespeicherfähigkeit von Stahlbeton liegt etwa 6mal so hoch wie die einer konventionellen Leichtbaukontruktion und immerhin noch bis zu 4mal so hoch wie die von monolithischem Mauerwerk.
Unsere Wahl fiel auf eine hoch gedämmte Konstruktion aus hell eingefärbten Beton-Sandwich-Elementen, die nach außen die Sonneneinstrahlung absorbiert und im Innern die erforderliche Speichermasse bietet, und so auf ca. 1.000 qm optimale Lagerbedingungen schafft, die im Wein-Versandhandel weltweit beispielgebend sind.
Der Aufbau der hochgedämmten Sandwichelemente:
Vorsatzschale, 2 Lagen Wärmedämmung
und Tragschale aus weißem Beton.
Darüber hinaus ermöglichen spezielle Sonnenschutzgläser reizvolle Ausblicke auf das angrenzende Seeufer oder die umliegende Waldlandschaft und verzahnen unser neues Gebäude mit seiner idyllischen Umgebung. Der helle, freundliche Bau fügt sich harmonisch in die Landschaft mit dem türkisfarbenen, sich langsam, aber stetig füllenden See und dem alten, erhaltenen Baumbestand ein, dessen Grün an warmen Sommertagen traumhaft mit einem tiefen Azurblau des Himmels kontrastiert.
Aus dem Hallenbereich entwickelt sich ein zweigeschossiger Gebäudeteil, der auf ca. 350 qm Verkostungs- und Büroräume sowie eine Lounge beherbergt. Großformatige Verglasungen geben in diesem Bereich in allen Räumen den Blick in die einzigartige See- und Waldumgebung frei.
Da die Abwicklung des diesjährigen Weihnachtsgeschäfts in unseren alten Räumlichkeiten uns schlicht unmöglich erschien, musste der Bauablauf in rekordverdächtigem Tempo geschehen. Nach dem Spatenstich am 2. Juni 2006 im Beisein des saarländischen Wirtschaftsministers Dr. Hanspeter Georgi, der den seiner Ansicht nach europaweit einzigartigen Charakter des Projekts „Leben und Arbeiten am See” betonte, verblieben unserem federführenden Bauunternehmen, der Firma Wolf & Sofsky aus Zweibrücken, nur knapp 5 Monate Bauzeit, um mit regionalen und überregionalen Partnern unser Bauwerk bis Ende Oktober fertigzustellen.
Symbolische Sprengung statt Spatenstich - der Geschichte des Ortes
und der Dynamik der Ereignisse angemessen, © Dirk Guldner
Ab dem 7. August bot sich dann vor Ort ein Schauspiel besonderer Art: Die mit Schwertransporten aus der Oberpfalz eintreffenden riesigen Sandwichelemente aus Architekturbeton wurden von zwei Autokränen montiert und so in gut einem Monat der gesamte Rohbau erstellt.
Anfang August 2006: Die ersten Schwertransporte aus Bayern
treffen an der Baustelle ein.
7. August 2006: Die Montage der Sandwichelemente beginnt.
Das erste Wandsegment wird millimetergenau versetzt.
Am Abend des ersten Montagetages zeigen die Bäume erstmals ihr
Schattenspiel auf dem weißen Architekturbeton.
In der jetzigen Innenausbauphase werden individuelle und hochwertige Lösungen den Raumeindruck bestimmen, um so für die Begegnung mit Ihnen, unseren Kunden, eine angenehme und inspirierende Umgebung zu schaffen, in der Genuss und Lebensfreude einen angemessenen Rahmen finden.
Sie, liebe Kunden, werden dann schon sehr bald entweder in unserem großzügigen hellen Verkostungsraum oder in benachbarten Bunkeranlagen aus den Zeiten der Dynamitfabrik Nobel, bei besonderen Anlässen in unserer Lounge und bei gutem Wetter auf unserer Seeterrasse die Möglichkeit haben, ihre Weine bei Vogelgezwitscher und entspannter Atmosphäre verkosten zu können.
Romantischer Blick auf unsere Baustelle Anfang September 2006
Unser Bauvorhaben wird gefördert mit Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung EFRE) sowie des Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Saarlandes.
Mit herzlichen Grüßen aus Saarwellingen,
Tino Seiwert, Martin Lehnen, Ralf Zimmermann
Weitere Fotos von der Baustelle in chronologischer Reihenfolge vom Sommer 2005 bis in die Gegenwart
Erdbewegungen im XXL-Format: Der neue See wird angelegt.
Blick auf das Areal der ehemaligen Dynamitfabrik Nobel am 03.06.2005,
dem Tag, an dem Pinard de Picard mit den Investoren des Gesamtprojektes
„Leben und Arbeiten am See”, der Familie Arweiler, handelseinig wurde.
Die Abdichtung des zukünftigen Sees wird eingebaut.
April 2006: Die Fläche für unsere neue Halle ist bereit für den Baubeginn
2. Juni 2006: Der erste Spatenstich wird gefeiert
„Campus Nobel begrüßt Pinard de Picard”
Martin Lehnen und ...
... Wirtschaftsminister Dr. Georgi erläutern ihre Visionen für den neuen Standort
© Dirk Guldner
Der genußvolle Teil der Feier beginnt in authentischer Umgebung
Die ehemaligen Sprengstoffbunker der Dynamit-Nobel werden
von uns für Weinevents aller Art genutzt werden.
Saarbrücker Zeitung vom 03.06.06
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Baubeginn
Juni 2006: Die Fundamente werden betoniert.
Verlegung der Grundleitungen
Selbst der regenreichste August im Saarland seit Beginn der
Wetteraufzeichnungen kann die Betonarbeiten nicht aufhalten.
Die Baustelle vom anderen Ufer aus gesehen, von der Stelle, an der wir
den Ersten Spatenstich feierten.
22. August 2006: Die Montage des Obergeschosses beginnt.
Energiesparen in seiner schönsten Form:
Die alten großen Bäume dienen an heißen Sommertagen als natürliche
Schattenspender und reduzieren so die erforderlichen Kühllasten.
Fertigteilknoten der besonderen Art:
„Eleganz und Finesse” für Architekturgourmets.
Der zukünftige Hallenbereich wird für das Betonieren der Decke vorbereitet
„Orgie” aus großkalibrigem Bewehrungsstahl:
Kreativität und Engagement unseres Statikers ermöglichen später
den stützenfreien Ausblick aus dem Verkostungsraum.
Der Baukörper hat seine endgültige Größe erreicht
Richtfest am 18.09.2006
Unser Polier, Herr Bender, spricht den Richtspruch
Frau Klär, unsere Bauleiterin von der Firma Wolf & Sofsky,
Ulrich Warner, WBC-Warner-Baucontrolling
und Herr Erhardt, Hemmerlein Ingenieurbau, im Gespräch.
Erster „Empfang” in der Lounge: Das schlechte Wetter kann die gute Stimmung nicht trüben
Saarbrücker Zeitung vom 21.09.2006
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Anmerkung: Die im Artikel der SZ genannte Temperatur von unter 20° C wird in unserer Halle selbst in einem Hitzesommer wie 2003 allein schon aufgrund der optimierten Bauweise erreicht. Durch Zuschalten unserer Klimaanlage werden wir diese Temperatur deutlich unterschreiten.
Am Tag nach dem Richtfest, 21.09.2006:
Das Farbenspiel bei wolkenlosem Himmel gibt eine Ahnung davon, warum unser Hallenprojekt
unter unseren Arbeitern (trotz des extrem engen Terminplans)
nur die „Ferienbaustelle” genannt wurde ...
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