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Saarlouis, 17. juli 2006

Laurent Vaillé (Domaine de la Grange des Pères) und Fréderic Poutalié (Domaine Montcalmès) vinifizieren die finessenreichsten Weine des Languedoc

Domaine de la Grange des Pères - Languedoc

Wohl kaum ein anderer Wein aus dem Süden Frankreichs ist binnen eines Jahrzehnts zu einer solchen Legende, einem weltweit derart gesuchten Kultwein geworden, wie der „Grange des Pères” aus dem wildromantischen Tal des kleinen Flüsschens Hérault. Welcher Wein des Languedoc ist sonst bei Insidern derart in aller Munde, wie dieser schon aufgrund seiner Rebsortenzusammensetzung (Syrah, Mourvèdre und Cabernet-Sauvignon) einzigartige Rotwein, der aufgrund seiner niedrigen Produktionsmenge von knapp 20.000 Flaschen leider nur von wenigen Glücklichen jemals verkostet werden kann. Der Vater dieses ‚Weinwunders’ aus dem Languedoc, Laurent Vaillé, ein visionäres Genie und mittlerweile Vorbild einer ganzer Schar junger innovativer Winzer aus Frankreichs wildem Süden, ist ein sehr scheuer, zurückhaltender Mensch, der selten in der Öffentlichkeit auftritt oder in den Medien präsent ist. Um so mehr lässt der „Verrückte”, wie man ihn noch Anfang der 90er Jahre in der Region verspottete, als er in kühlen Höhenlagen inmitten eines unwirtlichen Stein- und Felsenmeeres seine Edelreben anpflanzte, die Qualität seines Weines für sich sprechen, beseelt von der Vision, „DEN Grand Cru des Hérault” zu vinifizieren.

Nach Lehr- und Wanderjahren auf französischen Weltklassedomainen wie Chave, Comtes Lafont, Coche Dury und Trévallon schlug sein 92er Jungfernjahrgang unter Kennern ein wie eine Bombe, sein phänomenaler Rotwein besaß eine bis dato im Languedoc nie gesehene Finesse und Eleganz, kombiniert mit einer großartigen Beerenfrucht und einer subtilen Gewürzaromatik. Deutlich demonstrierte dieser mittlerweile legendäre Wein, was Laurent bei den großen Winzerpersönlichkeiten Frankreichs gelernt hatte. Bei Jean-Louis Chave aus Hermitage beispielsweise den gekonnten Umgang mit der Rebsorte Syrah und bei Coche-Dury in Meursault den perfekten Ausbau im Barrique und die Kunst, die Finesse großer Burgunder vom Weinberg in die Flasche zu transmittieren. Bei all seinen Lehrmeistern sog er ungemein viel praktisches und auch theoretisches Wissen förmlich in sich auf, die wichtigste Erfahrung dabei umschreibt er selbst folgendermaßen: „Einen wirklich großen Wein zu machen, ist nicht allein eine Frage der technischen Perfektion oder des Terroirs allein. Die Weine, die ich bei meinen Lehrmeistern kennen lernen konnte und die zweifellos zu den größten der Welt zählen, spiegeln jeder auf seine unverwechselbare, ureigene Art ihren Schöpfer, den Genius ihrer Winzer, wider. Denn es wird immer auch der Charakter des Winzers sein, der einem Wein seine ureigene Authentizität vermittelt. Und so ist auch ‚Grange des Péres’ mein ganz persönlicher Ausdruck eines großen Weines, eine Hommage an seine Herkunft, an sein großes Terroir des Languedoc!”

In den Folgejahren wurden Laurents Weine immer dichter, konzentrierter, legendärer, verloren aber niemals ihre phantastische Eleganz und Finesse. Parker konstatiert daher völlig zu Recht, dass der aufgrund seiner geringen Produktionsmenge „unter Weinliebhabern leider noch weitgehend unbekannte Laurent Vaillé, ein großer Weinmacher, neben Jean-Paux Rosset von Château de la Negly einer der beiden Lokomotiven, Vorbilder und Zugpferde des gesamten Languedoc ist. Sein Geheimnis: Großartige Weinbergsarbeit mit niedrigen Erträgen!”

Diesen Elogen ist nichts mehr hinzuzufügen, außer einer Beschreibung des neu eingetroffenen phantastischen 2003ers und dem Hinweis, dass dieser atemberaubende Wein in seiner eher kühlen, expressiven Stilistik, in seiner für das Languedoc unnachahmlichen Eleganz und Finesse den stilistischen Gegenpol zu den großen, opulenten Spitzenweinen von Negly bildet und sicherlich der burgundischste aller Weine aus dem Languedoc ist. Meine ganz besondere Empfehlung!

352103 Grange des Pères, rouge 2003 49,00 Euro
Sattes Brombeerrot in der Farbe, wie in allen großen Jahrgängen der Domaine sind unmittelbar nach der Öffnung deutliche Anklänge an Weltklasseweine von der Côte Rôtie oder aus Hermitage vernehmbar:
In der Nase ein komplexes Bündel von Cassis- und traumhaft schönen, leicht süßlichen Waldbeerenaromen, dazu zartes Rauchfleisch, Kirschen, Brombeeren, etwas Weihrauch, eine traumhafte Mineralität und feinste Würze.
Am Gaumen beeindruckt zunächst ein exzellentes Säuregerüst, eine absolute Rarität in diesem heißen Jahrgang, das ein immenses Potential verspricht und diesem Giganten eine traumhafte Balance vermittelt. Dazu fasziniert dieser edle Wein mit einer wesentlich finessenreicheren und kühleren Stilistik, die so anders ist als fast alles, was es sonst im Languedoc gibt und Assoziationen weckt an große Pinot Noir bester burgundischer Provenienz; dieser phantastische Wein präsentiert sich dicht, konzentriert und dennoch hoch elegant, ausgestattet mit einer hinreißenden Fruchtsüße. Unmittelbar nach der Öffnung noch präsente, kompakte, aber sehr geschliffene Tannine, doch hinter einer ganzen Wagenladung voll subtiler, differenzierter Frucht offenbart sich bereits heute nach 24 bis 48stündiger Öffnung mehr und mehr die ungemein komplexe Aromenvielfalt, die enorme Frische und das großes Potential.

Ein monumentaler, ja ein emotionaler Wein aus dem großen Jahrgang 2003, gereift in gebrauchten Barriques von Coche Dury aus dem Burgund, an dessen phänomenale Weine dieser Grandseigneur aus Samt und Seide erinnert, der bei aller Eleganz über eine derart bemerkenswerte Dichte und eine solch fabelhafte Struktur verfügt, dass man ob so viel Finesse und Ausstrahlung und einer schon in der Jugend sichtbaren Größe – und erst recht bei Bewertung seines enormen Potentials – kaum zu glauben vermag, dass der französische Süden über Jahrzehnte in einem Dornröschenschlaf verfallen war.

Ein geniales Kunstwerk, zweifellos zu den besten Weinen Frankreichs gehörend, ein unkopierbarer Individualist, geprägt von den Aromen spektakulär reifer (aber aufgrund der kühlen Höhenlage in keinster Weise überreifer oder eine marmeladige Stilistik produzierender) Trauben der Edelreben Syrah, Mourvèdre und Cabernet-Sauvignon, von einzigartigem autochthonem Charakter, der ihn unverwechselbar und damit konkurrenzlos werden lässt. Welch hoch komplexes, charaktervolles Weinunikat aus der Hand einer der größten Winzerpersönlichkeiten Frankreichs!

Produktabbildung



Und Laurent, dieser Winzergenius, hat mittlerweile einen hoch begabten „Ziehsohn” ausgebildet, der ihm in Puncto Finesse und Eleganz bei seinen Weinen (die – da noch fast völlig unbekannt – zu wesentlich günstigerem Preisen zu haben sind) in (fast) Nichts nachsteht. Und diese großartige Aufsteigerdomaine aus dem Languedoc präsentieren wir Ihnen ebenfalls heute mit größtem Vergnügen:


Domaine Montcalmès - Languedoc

Bereits seit seinem Debutjahrgang 1999 ist Fréderic Poutalié, damals gerade einmal Anfang 20, unter Intimkennern der südfranzösischen Winzerszene ein Geheimtipp. Kein Wunder, erhielt er doch - nach Lehr- und Wanderjahren bei renommierten Winzern an der Rhône - nach seiner Rückkehr in seine Heimat von Winzergenius Laurent Vaillé (Domaine de la Grange des Pères) seinen letzten Schliff. Und wer die hochkarätigsten Winzer des französischen Südens seine Lehrer nennen darf, auf dem ruhen naturgemäß hohe Erwartungen. Zudem nennt er ein herausragendes, ererbtes Terroir sein eigen, mitten im Herzen des Languedoc und in unmittelbarer Nachbarschaft zu den großen Lagen von Aniane, wo auch Laurent Vaillé seine Parzellen besitzt.

Domaine Montcalmes
Fréderic Poutalié


Und auch die Philosophie des Weinmachens, die Betonung von Finesse und Eleganz statt schierer Kraft und Konzentration, weist hohe Ähnlichkeiten mit der Stilistik von Grange des Pères auf. Welche Liebe zum Metier und welche Sorgfalt finden wir hier im Detail: Das neue Kellergebäude grenzt direkt an einen Hang, über den die Trauben im Giebel des Hauses angeliefert, entrappt und ausschließlich per Schwerkraft bewegt werden. Vergoren wird in kleinen Gärbehältern, die Trauben jeder Weinbergsparzelle separat für sich. Der anschließende Barrique-Ausbau geschieht im alten Keller, der zusätzlich klimatisiert wurde. Doch Sie wissen, liebe Kunden: Echte Spitzenqualität entsteht im Weinberg. Deshalb sieht Frédéric Poutalié sein Kellerequipment auch nur als Werkzeug, das ihm hilft, so schonend wie möglich das zu verarbeiten, was seine großartigen Weinberge ihm liefern. Denn seine exzellenten Parzellen, bestens exponiert in den Gemeinden Puéchabon und Aniane, sind das eigentliche Herz der Domaine.

Auf einem Hochplateau in Puéchabon steht die Syrah auf extrem kargem, ärmlichem, sehr kalkhaltigem Boden in leichter Nordausrichtung. Der magere Boden, die eher kühle nördliche Expostion und der hier gepflanzte Edel-Syrahklon (eine „selection masale“ von der nördlichen Rhône) prägen den Charakter ds fertigen Weins, eine Côte-Rôtie ähnliche Finesse und ein ungemein komplexes Aromenspiel. Exzellente Mourvèdre- und Grenache Noir-Reben wurzeln in Aniane auf einem Hang mit Südausrichtung und auf einem Boden, der mit runden Kiesaelsteinen (‚galets roulés’) übersät ist, wie in den besten Parzellen von Châteauneuf-du-Pape! Die Weinbergsarbeit ist extrem aufwändig: Die naturnah bearbeiteten Böden sind frisch aufgelockert, die Laubwand an Drahtrahmen hoch gezogen und im unteren Segment sind die Trauben von allen Blättern freigelegt. Diese intensive Bodenarbeit zur besseren Mineralisation und die veränderte Blattwerksarbeit haben stabilere pH-Werte zur Folge, so dass der fertige Wein fokussierter, transparenter, präziser wirkt, sehr viel frischer im Trunk und viel weniger dick und fett als viele langweilige, uniforme Garrigueweine, dafür jedoch fast ätherisch duftig. Das Resultat solch extrem handwerklicher Arbeit auf erstklassigen Böden: Ein Traum von Wein, ungemein finessenreich, komplex und elegant, daher in seiner Textur an große Gewächse aus dem Burgund erinnernd (der Wein wird übrigens in gebrauchten, 1-3jährigen Barriques der Domaine de la Romanée-Conti ausgebaut), in seiner Aromatik aber auch Anklänge an die berühmten, um ein Vielfaches teurere Weine von der nördlichen Rhône evozierend!

Fréderic Poutalié steht für die neue Generation avantgardistischer junger Winzer im Languedoc, der es selbstbewusst um eine andere Zukunft geht: nicht um überkonzentrierte, alkoholreiche Monsterweine in global kompatiblem Einheitsgeschmack, sondern um unverwechselbares Profil und regionsspezifische Authentizität!


360103 Montcalmès, Coteaux du Languedoc, rouge 2003 22,00 Euro
Bereits der ungemein betörende Duft dieses traumhaftern Weines weckt Neugierde, die Melange aus feinstem Holz der gebrauchten Barriques der Domaine de la Romanée Conti, der fabelhaften Frucht und der hochkomplexen Gewürzaromen erinnert an feinste Hermitageweine oder gar an einen großen Chambolle-Musigny!
Auch auf der Zunge präsentiert sich dieser große Wein ungemein geschliffen, die Frucht ist sagenhaft finessenreich wie bei einem Burgunder und die Aromatik transparent, ohne jegliche Schwere! Die Tannine: cremig, edel und lang. Was wir hier voller Begeisterung im Glas erleben, ist die Quintessenz im Schaffen der neuen Generation des Languedoc, die beweist, zu welch qualitativen Höhenflügen diese wildromatische Region tatsächlich fähig ist! Hier ist nicht überbordende Konzentration das Ziel, sondern höchste Finesse und Komplexität, welche die Fruchtaromatik bester Syrahreben mit der geschliffenen Mineralität extrem kalkhaltiger Böden perfekt verbindet.

„Die Revue du Vin de France” feiert Montcalmès übrigens als DIE Neuentdeckung und spricht „von der Geburt eines Grand Cru méridonal“. Ich möchte Ihnen, liebe Kunden, diesen fabelhaften Wein, von dem leider noch wesentlich geringere Mengen produziert werden als von Grange des Péres, ganz ausdrücklich ans Herz legen. Nur wenige andere Weine im Languedoc wagen ähnlich prägnanten Charakter, verströmen ähnlich souveränes Charisma. Ein großer Wein, die lange im Gedächtnis nachwirkt, wenn die Gläser längst geleert sind.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2008 bis 2014.