Saarlouis, im September 2005

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VINUM feiert die Großen Gewächse von Keller und Diel - übt aber auch deutliche Kritik an vielen drittklassigen Gewächsen!

In seiner aktuellen Oktoberausgabe nimmt VINUM-Redakteur Rudolf Knoll eine sehr differenzierte und aufschlussreiche Analyse des großen, klassischen Jahrgangs 2004 vor und urteilt dezidiert:

„Auch wenn unter den Grossen Gewächsen Weltklasseweine entdeckt werden können, das Prüfsystem des VDP und des im Rheingau zuständigen Verbandes greift offenbar noch nicht so recht. Gerade die Edelrebe Riesling zeigt unerklärliche Schwankungen. Manche der Gewächse waren nicht groß, sondern eher klein. Vor allem aus dem Rheingau kam eine Reihe von Durchhängern - eine Deklarierung als drittes Gewächs hätte für diese „Ersten Gewächse” locker gereicht. Der Mittelrhein bekleckerte sich ebenfalls nicht mit Ruhm. Und zu Württemberg muss man einfach die Frage stellen: Ist der schwäbische Riesling überhaupt tauglich für ein Grosses Gewächs? Die Weine von dort fallen einfach zu knochig und uncharmant aus”.

Nach meinen eigenen umfangreichen Verkostungen kann ich diesem pointierten Urteil von Rudolf Knoll nur ausdrücklich zustimmen. Seine Favoriten des Jahrgangs will ich Ihnen ebenfalls nicht vorenthalten:


Platz 1:

952004 Keller, Dalsheimer Hubacker, Riesling Großes Gewächs trocken 2004 28,50 Euro
Ein gewaltiger Wein, Würze, Konzentration, geballte, rassige Frucht, ein enormer Nuancenreichtum; in der Nähe der Perfektion. 2006 bis 2015.
18 Punkte



Platz 2:

932604 Diel, Dorsheimer Burgberg Großes Gewächs Riesling, trocken 2004 27,50 Euro
Herrlicher Grapefruitduft; enormer Schmelz, rassig, elegant, ungemein facettenreich. 2006 bis 2015.
17,5 Punkte



Was mir allerdings nicht ganz einleuchtet, ist das noch immer zögerliche Verhalten bei der Punktevergabe. Warum trauen sich deutsche Journalisten nicht, großen deutschen Weinen, die sie „in der Nähe der Perfektion” sehen, endlich mit der entsprechenden Höchstnote von 20 bzw. 100 Punkten, je nach Bewertungssystem, zu versehen?