Saarlouis, 14. September 2004

Neu im Programm:

Weingut Van Volxem - Wiltingen Saar

Am Anfang stand eine Vision: Es müsste doch möglich sein an der Saar, in dieser zwar arg gebeutelten, fast vergessenen, doch immerhin sehr traditionsreichen deutschen Weinbauregion den Schiefer im Riesling wieder zum Klingen zu bringen. Kompromisslos sollte ein Weg beschritten werden in die Welt des authentischen und komplexen Geschmacks, um den Weinen ihren angestammten Platz in der Weltspitze zurück zu geben.

Van Volxem - Wiltingen, Saar


Denn bevor der Saarriesling, von wenigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen, in die Bedeutungslosigkeit versank und, wohlwollend formuliert, elfenhaften Charakter annahm, war er zu Ende des 19. Jahrhunderts aus ganz anderem Holz geschnitzt:
Majestätisch und kraftvoll, zutiefst mineralisch und komplex erstrahlte er im Glase, seine Noblesse reihte ihn ein in die rarsten, begehrtesten und damit teuersten Weine der Welt, gegen die selbst die großen Namen des Bordelais heut zu Tage vergleichsweise billig gehandelt werden: Als renommierte deutsche Weine, einschließlich der großen Saarrieslinge, vor über 100 Jahren auf der Weltausstellung in Paris als die besten der Welt ausgezeichnet wurden und man für eine Flasche eines solchen Spitzenweins 80 Goldmark bezahlte, hätte man zu jener Zeit in der Stadt an der Seine für dieses Geld über zwei Monate lang im Frankfurter Hof, dem ersten Haus am Platze, wohnen können!

Doch dies klingt wie eine Mär aus grauer Vorzeit, die Realität sah bis vor kurzem anders aus: Saarwein wurde zumeist billigst verramscht (Egon Müllers legendäre Rieslinge und die einiger weniger Kollegen waren nichts anderes als die berühmten Ausnahmen), Weinliebhaber in aller Welt zeigten sich entsetzt über die Verbrauchertäuschung Mitte des 20 Jahrhunderts, als durch die „Ausweitung” der Toplagen in die Ebene die Qualitäten drastisch verwässert wurden und zeigten dem ‚neuen’ Stil die kalte Schulter.

Die tragische Konsequenz: Ein Weingut nach dem anderen scheiterte an den enorm hohen Kosten des Steilhanganbaus; die meisten Jungen waren nicht mehr bereit, den unprofitablen elterlichen Betrieb zu übernehmen mit der Folge, dass die einst weltberühmten Steillagen aufgegeben wurden.

Roman Niewodniczanski


Diese Ausgangssituation war es, die den Wirtschaftsgeographen und jüngsten Spross einer Eifeler Brauereidynastie, Roman Niewodniczanski, reizte. Er selbst, ein begeisterter Liebhaber großer Weine aus aller Welt mit einer enormen Verkostungserfahrung, hatte den Weinbau dieser Region, den der verblassten Blütejahre und der tristen Gegenwart, an der Universität Trier studiert und möchte irgendwann sein Thema „Reprofilierung des Weinanbaugebietes Mosel-Saar-Ruwer” mit der Promotion abschließen; doch dafür wird er wohl keine Zeit mehr haben.
Denn nach lehrreichen Studienaufenthalten in großen Weinanbauregionen rund um den Erdball lernt er 1999 auf einem Balkon bei einer privaten Verkostung großer Bordelaiser Gewächse Gernot Kollmann kennen, der sich damals um das Marketing der Bischöflichen Weingüter Trier kümmerte. Ihre Diskussionen kreisen an jenem Abend nur um ein Thema, ob man solche Weltklasseweine, wie gerade im Glase, nicht auch wieder an der Saar vinifizieren könne.
Aus diesem leidenschaftlichen Diskurs erwächst die bereits oben skizzierte Vision: Roman kauft im Jahr 2000 entschlossen einen traditionsreichen, berühmten Betrieb, ein ehemaliges Klosterweingut im historischen Zentrum von Wiltingen, der bedeutendsten Weinbaugemeinde der Saar, der in Konkurs geraten war und Gernot wird sein Kellermeister. Um die Rückbesinnung auf einen Stil stoffiger, mineralischer, gehaltvoller Rieslinge von Weltruf, mit einer unverwechselbaren eigenen Identität, mit höchst möglicher Komplexität und einer harmonisch integrierten natürlichen Fruchtsüße nach außen zu demonstrieren, gibt er dem Gut seinen alten Namen zurück, der einst strahlenden Klang an der Saar besaß: Van Volxem, mit großem Besitz in den Kernlagen der berühmtesten Saarlagen mit ihren völlig unterschiedlichen Terroirs auf engstem Raum und einem besonderen Schatz: alten, z.T. wurzelechten Rebstöcken auf skelettreichen Schieferböden.

Van Volxem - Gutshof


Dann beginnt eine sehr harte handwerkliche Arbeit. Das Gut wird renoviert, in den hoch und steil über der Saar und einem Nebental liegenden weltberühmten Weinbergen werden die sich in einem durchaus guten Zustand befindlichen Böden (dank der sorgfältigen Arbeit des Vorbesitzers) aufgelockert und Unmengen von Humus eingebracht. Diese Maßnahme dient der Erhöhung der Wasserhaltekraft und, wie die teilweise Begrünung, der Vitalisierung der Böden, die Mikroorganismen kehren infolge der biologischen Wirtschaftsweise zurück (mit chemischem Dünger und Pestiziden behandelter Boden ist fast so tot wie der Saharasand), aufwändige Laubwerksarbeiten an den zumeist alten, wertvollen Rebanlagen mit ihren tief ins Mineralreich wachsenden Reben werden zur Selbstverständlichkeit. Niedrigertragsreben aus genetisch wertvollem Material werden hinzugepflanzt, die Pflanzdichte selbst drastisch erhöht. Massive Ausdünnung der Trauben (unter 35 hl/ha, in Spitzenlagen noch viel weniger) führt dazu, dass die völlig unterschiedlichen Mineralien des je nach Parzelle differierenden Grau-, Blau- und Rotschieferanteils ebenso wie die der Feinerde- und Grauwackenanteile im fertigen Wein stilistisch deutlich schmeckbar werden.

Natürlich profitieren die Reben auch vom relativ kühlen Klima dieses nördlichen Anbaugebietes. Bei Weinen, die sich bei aller Komplexität und Kraft über Finesse, Eleganz und Filigranität definieren, garantiert die ausreichend lange Vegetationsperiode von bis zu 160 Tagen von der Blüte bis zur Vollreife der klein- und lockerbeerigen Trauben (optimales Verhältnis der die Inhaltsstoffe beherbergenden Haut zum Saft), dass sie ihre subtilen Aromen langsam ausreifen lassen können. Der Riesling, diese uralte Rebe, trotzt mit seiner schier unglaublichen Vitalität Kälte und Regen, Hitze und Trockenheit und transformiert mit seinen bis zu mehr als 10 m tief in die Felsböden reichenden Wurzeln den Eigengeschmack der unterschiedlichen Schieferarten in die vollreifen Trauben.

Roman lässt den Trauben viel Zeit, ihre volle physiologische Reife zu erlangen. Sehr spät wird extrem selektiv in mehreren Durchgängen geerntet, die Spitzenlagen tief im November. Die gleiche Zeit erhält der Most nach einer schonenden Pressung und einer je nach Traubenqualität unterschiedlich langen Maischestandzeit (bis zu 2 Tagen) im kalten Keller in seinen Holzgebinden, spät erst ist die Umwandlung des spontan vergorenen Traubenzuckers (um die Stilistik der einzelnen Lagen unverfälscht zu erhalten sind industrielle Hefen verpönt) in Alkohol abgeschlossen, lange verbleibt der ungeschwefelte Wein auf der Feinhefe, wird cremig und hochkomplex und – aller Jungweinhysterie zum Trotz – erst im September des Folgejahres abgefüllt, so wie in den großen Zeiten des Saarrieslings üblich.

Van Volxem - Wiltinger Kupp


Solch immenser Aufwand, solch durchdachte Sorgfalt im Detail, solche Liebe bei der täglichen Arbeit trägt erkennbar schnell Früchte: Das Duo Roman und Gernot hat sofort Erfolg: Die Fachwelt ist voll des Lobs und versieht die beiden Jungwinzer mit Attributen wie „Senkrechtstarter”, „aufsteigender Stern” und „junge Wilde”. Der Gault Millau kürt sie zur „Entdeckung des Jahres 2002 in Deutschland”, der Internetweinführer www.wein-plus.de ehrt sie gar für „das beste Sortiment des Jahres aus dem Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer mit der Auszeichnung Kollektion des Jahres 2004”. Dennoch wirken die Weine anfangs auch polarisierend beim breiten Publikum, der ‚neue’ alte Stil ist ungewohnt, manch einer störte sich auch an der – allerdings kaum schmeckbaren – Restsüße.
Doch Roman hat aus den Erfahrungen der ersten drei Jahrgänge Schlüsse gezogen, beherrscht seine Lagen immer mehr („Winzer sein heißt lebenslanges Lernen im Weinberg und Keller”), hat subtile Verbesserungen vorgenommen und somit stellt der heute präsentierte 2003er Jahrgang „die beste Kollektion” (FALSTAFF 5/04) dar, die auf Van Volxem in seiner neuen Ära vinifiziert wurde. Die Aromatik ist noch terroir- und lagenbetonter als in der Vergangenheit, die fein ausbalancierte Harmonie lässt diese großen individuellen Rieslinge trockener erscheinen als in der Vergangenheit, ohne jede schmeckbare Süße; diese genialen Gewächse sind die ultimativen Referenzweine für eine ganze Region!

Die moderate Veränderung in der Stilistik hängt auch ein wenig zusammen mit personellen Wechseln: Gernot Kollmann hat sich neuen beruflichen Ufern zugewandt und das Weingut in Freundschaft verlassen. Als seinen Nachfolger konnte Roman mit Dominik Völk einen jungen leidenschaftlichen Kellermeister engagieren, der „zwar noch jung ist, aber ein neugieriger, wacher Geist, der die richtigen Fragen stellt, der weiß, dass Qualität zuvörderst im Weinberg entsteht und diese im Keller nur noch bewahrt und behutsam in Wein umgesetzt wird, ohne Reinzuchthefen, Enzyme, Schönungsmittel und die sonstigen ‚Segnungen’ der Kellerchemie, die in Spitzenweingütern keinen Platz haben sollten. Ein guter Kellermeister lässt der Natur weit gehend ihren freien Lauf. Er soll auch kein Künstler sein, unsere Hauptdarsteller sind die Reben,” so Romans engagiertes Plädoyer. Zudem konnte er für die Weinbergsarbeiten mit Hermann Tapp einen weiteren engagierten Mitarbeiter gewinnen, der über langjährige Erfahrungen im ökologischen Weinbau verfügt, der daher verantwortlich ist für die schrittweise Umstellung des gesamten Betriebes auf biodynamische Bewirtschaftung.

Van Volxem - Wiltingen


Wer Roman Niewodniczanski persönlich kennt, weiß um die charismatische Begeisterungsfähigkeit und die besondere Aura, die ihn umgibt. Dabei ist er alles andere als ein weltfremder Träumer oder Esoteriker. Er ist unübersehbar ein gestandenes Mannsbild, steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Aber wenn ich mit ihm durch seine imposanten Weinberge kraxele, wenn er sich in jeder Lage buchstäblich in die Rebzeilen hinein kniet, mit leuchtenden Augen die harmonisch duftende, ‚lebendige’ Erde durch die Finger rieseln lässt, die augenscheinlich die Grundlage seiner großen Rieslinge bildet, dann sehe ich, wie in der imposanten Gestalt eines Riesen (immerhin stolze 203 cm misst der Hüne) der kleine begeisterungsfähige Junge steckt, der, häufig genug tief verborgen, in jedem von uns weiter lebt und der dabei ist, seinen großen Traum zu verwirklichen. Wenige Winzer tragen diese Bestimmung und dieses Feuer in sich; bei Luc de Conti, dem genialen Winzer aus dem Bergerac habe ich es gesehen, bei Didier Barral, bei Gauby und bei Deiss, bei Klaus-Peter Keller, bei Reinhard Löwenstein, bei Helmut Dönnhoff (wenn er von seinen Rebstöcken wie von seinen Kindern spricht) und einigen wenigen anderen.
Und genau wie diese begnadeten Winzer hat es Roman in dem schwierigen, da extrem heißen 2003er Jahrgang, aber seinem eindeutig besten bisher, geschafft, tiefgründige Weine mit sensationeller Dichte auf absolutem Weltklasseniveau ohne jegliche Alkohollastigkeit zu erzeugen: infolge sehr langer Reifung der Trauben, niedrigster Erträge, einer extrem aufwändigen Bodenbearbeitung sowie Blattwerksarbeiten wie noch nie, letzteres zur Verhinderung von Sonnenbrand und zur Schaffung eines optimalen Laub-Fruchtverhältnisses und dem Einbringen großer Mengen Humus, der auch das Wasser gut halten kann.

Diese Weine zählen zu den besten Kollektionen in ganz Deutschland; es sind begeisternde Rieslingunikate mit opulenter Frucht, gewachsen auf großen, steilen Lagen mit einzigartigem Terroir, nirgendwo auf der Welt kopierbar. Sie besitzen neben ihrer komplexen Aromatik ein traumhaftes Mundgefühl, sind kraftvoll und komplex, sagenhaft mineralisch und enorm extraktreich, dabei fein, elegant und höchst finessenreich, voll von subtilem Spiel und innerer Frische. Zudem sind sie herausragende Essensbegleiter, auch hierin großen weißen Burgundern absolut ebenbürtig. Roman hat seine Vision, die bereits Realität war vor über 100 Jahren, wieder Wirklichkeit werden lassen. Bei Roman hat das Denkbare über das vermeintlich Machbare gesiegt, er kennt keine Kompromisse und wer um seinen Enthusiasmus weiß, der ahnt, dass sein Weg noch lange nicht zu Ende ist. Wir freuen uns sehr, ihn zusammen mit Ihnen in den nächsten Jahren auf dieser spannenden Reise zu begleiten.

Das Eintauchen in die magische Welt der großen, zutiefst bekömmlichen Weine Roman Niewodniczanskis ist vergleichbar nur noch der kontemplativen Betrachtung des Ozeans oder einer lustvollen erotischen Begegnung, der Augenblick verschmilzt mit dem Unendlichen, die Zeit scheint still zu stehen – Glück stellt sich ein.

Probieren Sie und nehmen Sie uns beim Wort. Die Weine dieses ebenso ehrgeizigen wie sympathischen Winzers zählen zu meinen persönlichen Favoriten! Sie werden entscheidend dazu beitragen, der Region Saar die internationale Reputation zurück zu geben, die sie aufgrund ihres großen Terroirs verdient.

Übrigens: Der immense Erfolg der Weine von Van Volxem und unseres zweiten Paradegutes von der Saar, des Weinhofs Herrenberg, hat eine vor ein paar Jahren unvorstellbare Renaissance der hiesigen Rieslinge eingeleitet, die Nachfrage kann bei beiden Gütern bei weitem nicht mehr das Angebot decken und die Bodenpreise für die großen Steillagen haben immens angezogen. Eine Region erwacht aus ihrem schon viel zu lange andauernden Dornröschenschlaf, ist endlich dabei, ihre alte Identität und Rieslingkultur wieder zu finden und profitiert dabei enorm von den Pionierleistungen beider Güter!

Ein Hinweis noch zur Bezeichnung der Van Volxem Weine: Da infolge extrem niedriger Erträge und später Lese zumeist Auslesemostgewichte erreicht werden, wird mit Ausnahme der frucht- und edelsüßen Spezialitäten auf die Nennung von Prädikatsangaben verzichtet, die zudem nur von dem ablenken würde, was Romans Weine in ihrem Kern ausmacht: ihr unverwechselbares, einzigartiges Terroir.


907103 Van Volxem, Saar Riesling, trocken 2003 8,30 Euro
Reife gelbe Früchte, feinste Würze und nach längerer Öffnung mineralische Noten dominieren den faszinierend intensiven Duft, der betörend dem Glas entströmt. Am Gaumen präsentiert sich dieser im Unterschied zu seinem Jahrgangsvorgänger absolut trockene Riesling dicht, elegant und komplex mit einer tollen Säurestruktur und einer für den Jahrgang atypischen, animierenden Frische; in der Aromatik zeigen sich Anklänge von Mirabelle und tropischen Früchten und im bemerkenswert langen Nachhall eine feine Mineralität; phantastisches Preis-Genussverhältnis;
zu trinken jetzt bis 2007.

Produktabbildung



Dieser Saar-Riesling und sein größerer Bruder, der Saar-Riesling ‚Alte Reben’, den wir Ihnen bald vorstellen werden, entstammen einem Projekt, dessen ihm zugrunde liegende Idee in anderen Weinanbauregionen der Welt, wie etwa im Burgund, so neu nicht ist, wenngleich sie in diesem Fall infolge Romans kompromisslosen Qualitätsansprüchen konsequenter und mit strengeren Auflagen denn je umgesetzt wird.
Er hat sich Partnerwinzer mit erstklassigen Lagen an der Saar und mindestens 25 Jahre alten Rieslingreben gesucht, die er das ganze Jahr hindurch bei ihrer Arbeit im Weinberg betreut und denen er dann zu fest vereinbarten Preisen, die deutlich über denen liegen, welche die Winzer ansonsten realisieren könnten, das hochwertige Lesegut abkauft. Zudem werden die Besitzer der Weinberge in langfristigen Verträgen gebunden, in denen klare Vorgaben über die Art der Weinbergsbewirtschaftung (Bodenbearbeitung, Rebschnitt, Laubwerksarbeit, Kompostierung, späte Lese) fest geschrieben sind. Durch ständige Kontrolle und die oben angesprochene intensive Beratung vor Ort wird das Qualitätsniveau gesichert.
Die Weine werden schließlich auf Van Volxem ausgebaut und das Ergebnis sind Rieslinge, wie sie in dieser Qualität und zu diesem Preis kaum sonstwo zu finden sind.

Während das Saar-Riesling-Projekt also stets eine Cuvée aus verschiedenen Lagen darstellt, legt Roman bei seinen eigenen Rieslingen größten Wert auf eine klare Trennung nach Lagen und eine präzise Wiedergabe der Standortcharakteristik in den Weinen. Wer die nachfolgenden Lagenweine nebeneinander probiert, wird fasziniert sein, wie gewaltig die stilistischen Unterschiede zwischen (fast) identisch ausgebauten Rieslingen sein können!


907403 Van Volxem, Wiltinger Kupp Riesling 2003 15,00 Euro
Die Kupp mit ihrem harten, rötlichen Boden liegt wie ein Reflektor inmitten der großen Wiltinger Lagen, ist damit der wärmste Punkt und erbringt Rieslinge, die dramatisch anders sind im Charakter als die übrigen Rieslinge und die mehr von der Kraft, der Fülle und der Opulenz geprägt sind denn von reiner Finesse. Die Aromen weisen mehr ins Rotfruchtige (Johannisbeeren, Kirschen, Erdbeere) und Speckige, auf der Zunge zeigt sich ein mächtiger mineralischer Kern, weich eingebettet jedoch in eine füllige, geschmeidige, ölige Gesamtkomposition. Intensiver, lang anhaltender, tief mineralischer Abgang;
zu genießen ab sofort (nach längerem Dekantieren), Höhepunkt 2006 bis nach 2012.

Produktabbildung



907303 Van Volxem, Wiltinger Braunfels Vols Riesling 2003 18,50 Euro
Aus einer besonders wertvollen, südwestlich ausgerichteten Spitzenlage, unmittelbar an den Scharzhofberg angrenzend, mit seinen skelettreichen Braun- und Blauschieferböden und 60 Jahre alten Reben stammt dieser feingliedrige phantastische Riesling mit seiner mineralisch-finessenreichen Stilistik, den bei fast identischen Analysewerten und gleicher Ausbauart eine ganze Welt vom Kuppriesling unterscheidet:
Welch ein Triumph des Terroirs, der deutlich macht, wie wenig einzelne isolierte Parameter über einen Wein aussagen. Die Aromen sind geprägt von gelben Früchten (Aprikose insbesondere), würzigen Kräutern und einer rauchigen Aromatik, am Gaumen kommen verführerische nussige Komponenten hinzu. Auf der Zunge eine vibrierende Mineralität, die süchtig machen kann, herrliches Saartypisches Spiel und eine tolle Frische bei aller Opulenz und Dichte (immer wieder verfügen Romans Rieslinge über dieses nur scheinbare Paradox), die Aromen verschieben sich nach längerer Öffnung hin zu Mandarinen- und Orangentönen, meinen bevorzugten Fruchtaromen in wahrhaft großen Rieslingen. Grandioser, lang anhaltender, zutiefst mineralischer Abgang;
zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2006 bis nach 2012.

Produktabbildung



907503 Van Volxem, Wiltinger Klosterberg Millichberg Riesling 2003 18,50 Euro
Der rötlich schimmernde magere Boden (Schiefer und roter Sandstein) und das spezielle Mikroklima dieser Lage unmittelbar neben dem Gottesfuß sind verantwortlich für dieses traumhafte Elixier, das Feinheit und Finesse der größten Rieslinge der Welt in sich vereinigt.
Er bezaubert mit seiner frischen kräutrigen Aromatik und feinstem Spiel und deutet schon in der Jugend sein breites Fruchtspektrum an, das von Cassis über Sauerkirsche bis hin zu zart exotischen Anklängen reicht und macht fast süchtig in der Intensität der Aromen, in der Reinheit seiner geschmacklichen Komponenten und dem unverkennbaren authentischen Rieslingcharakter seiner großen Lage: Eine faszinierende Mischung aus stahliger Mineralität und Komplexität, Kraft und Finesse, die nur wenige große Winzer auf die Flasche zu zaubern vermögen. Ein brillanter, sehr harmonischer Riesling mit viel Charakter.

Übrigens: Der Name Millichberg leitet sich von Milch ab und verdeutlicht, dass bereits in alter Zeit diese Lage so berühmt und damit gewinnbringend war, dass die Weinbauern, die hier Parzellen besaßen, über genügend ‚Milch’ verfügen konnten.
Zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2006 bis etwa 2015.

Produktabbildung



907603 Van Volxem, Scharzhofberger Pergentsknopp Riesling 2003 25,00 Euro
Welch gewaltiges Meisterwerk: Es trägt konzentrierte Steinobstaromen ebenso in sich wie hochreife Birnen- und Zitrusaromen, die sich auf raffinierte Weise mit intensiven Gesteinsnoten und frisch gemahlenem weißem Pfeffer zu einem faszinierenden, komplexen Kunstwerk vereinen. Ungewöhnlich kraftvoll spielt dieser Rieslinggigant mit seiner Herkunft: Blauer und roter Schiefer prägen die fast schmerzhafte Mineralität, mit der er die Zunge attackiert; seine enorme Komplexität, die großartige Struktur und eine geradezu intellektuelle Textur machen jedem Genießer eindrücklich klar, warum der Scharzhofberg einer der drei wertvollsten Rieslinglagen der Saar ist.
Roman Niewodniczanski erweist sich als sensibler Interpret mit viel Gespür für ein Terroir, das sinnlich erlebbar den Gaumen verwöhnt: ungemein dicht und saftig, enorm viel Druck, pralle Opulenz und fordernde Tiefgründigkeit, feinwürzig, kühl und fordernd in der Stilistik, große Länge.
Ein Weinmonument, das man noch Tage nach der Verkostung glaubt auf der Zunge zu spüren. Alte Lagenklassifikationen werden mit derart großen Weinen mit neuem Leben erfüllt!
Zu genießen ab sofort (unbedingt Dekantieren), Höhepunkt 2006 bis nach 2015.

Produktabbildung



907803 Van Volxem, Wiltinger Gottesfuß Riesling Alte Reben 2003 30,00 Euro
Dieser extrem steile Prachthang, einem Amphitheater nicht unähnlich, mit warmer Thermik vom Fluss verwöhnt, verfügt über extrem skelettreiche steile Rot- und Blauschieferböden mit hohem Eisengehalt, die Pflanzdichte (über 11.000 Pflanzen pro Hektar!) der bis zu über 120 Jahre alten wurzelechten Reben ist so dicht, dass es keine Bodenbesonnung gibt und die Reben infolge der Konkurrenzsituation gezwungen sind, extrem tief zu wurzeln – Grundstein für diesen phantastischen Riesling mit einer sagenhaften Mineralität.
Ungeheuer war der Arbeitsaufwand in dieser einst renommiertesten Wiltinger Lage (ja, sie war angesehener noch als der weltberühmte Scharzhofberg und ich bin ganz sicher, Roman wird diesem Terroir seinen gebührenden Rang wieder geben); Tausende von Einzelpfählen mit Wagenladungen von Draht und Nägeln wurden ausgetauscht, Selektionsreben von Hand nachgepflanzt, Tonnen von Pferdemist, Stroh und diversen Komposten eingebracht und nicht zuletzt wurden die Rebstöcke in mehreren Etappen durch Runterschneiden ‚tiefer gelegt’, damit die Wärme des Schieferbodens die Trauben optimal erreichen kann.

Das Resultat: Ein gewaltiges Weinmonument mit einer ungeheuren Komplexität in den Aromen: ein exotischer Früchtekorb und reifes Kernobst (zurzeit dominiert die Sauerkirsche). Dieser phantastische Wein vibriert am Gaumen vor Mineralität, verwöhnt mit seiner opulenten Frucht und belegt, eindrucksvoll dimensioniert, mit dichtem kompaktem Kern, aber auch gleichzeitig mit einer cremigen, weichen und seidigen Textur die Zunge; hier ist sie wieder, die von mir mehrfach beschriebene innere Paradoxie, der begeisternde Spannungsbogen, der den großen Rieslingen Van Volxems zu eigen ist. Kraft und Muskeln, die mächtige Konzentration und die enorme innere Dichte, sie werden quasi aufgehoben, wirken ‚leicht’ im faszinierend subtilen Spiel, das den fein balancierten, harmonischen Weltklassewein von der Zungenspitze bis zum gewaltigen Abgang kohärent durchzieht.

Ein großer transzendentaler Riesling mit Seele, ein göttlicher Wein, der Emotionen auslöst und dessen Ausstrahlung sich niemand wird entziehen können;
zu genießen ab sofort (am besten über mehrere Tage aus der geöffneten Flasche probieren), Höhepunkt 2007 bis nach 2020.

Produktabbildung



907703 Van Volxem, Kanzemer Altenberg Riesling Alte Reben 2003 30,00 Euro
Die Geheimnisse der großen Weine der Welt liegen in ihrem unverwechselbaren Terroir, dem schöpferischen Zusammenspiel von Boden, Mikroklima und Rebe, sowie der Gestaltungskraft und Vision des Winzers und kumulieren in einem einzigartigen, authentischen Sinnenerlebnis. Wenn Sie von Kanzem kommend die Saar überqueren, erhebt sich vor Ihnen eine extrem steile Wand, der legendäre Altenberg, seit alters her DIE Traumlage der Saar, bepflanzt mit alten Reben besten genetischen Materials.
Romans lang gehegter Wunsch, in dieser Weltklasselage die besten und ältesten Parzellen zu erwerben, ging vor zwei Jahren in Erfüllung. Voller Enthusiasmus ging er die alles andere als leichte Aufgabe an, diese Steillage hoch über der Saar mit ihrem herrlichen Ausblick, in der man sich kaum vernünftig bewegen, geschweige denn arbeiten kann, zu restaurieren. 9.000 Pfähle zur Stütze der Reben wurden ausgetauscht, die Böden (Grauschiefer mit roten Einschlüssen) mit Humus durchmischt, die Pflanzen behutsam regeneriert.

Das Resultat: Der Jungfernjahrgang 2003 liefert aus rosinenartig geschrumpften, jedoch kerngesunden Trauben, vinifiziert in dreijährigen Halbfuderfässern bester Provenienz, einen majestätischen Riesling singulären Charakters, wie Sie ihn von der Saar garantiert noch nie im Glase hatten. Die Nase ist irrsinnig komplex und in der Aromatik terroirbedingt völlig anders als alles, was Sie bisher von der Saar kennen: Heublumen, feinste Mineralität, Sandelholz, nach längerer Öffnung Mandarinen.
Am Gaumen ungemein cremig, so dass sich nicht die bekannte Stahligkeit von Saarrieslingen einstellt, sondern ein Mundgefühl wie beim Genuss exzellenter burgundischer Grand Crus, dazu extrem konzentriert und dicht infolge verrückt kleiner Erträge (deutlich unter 30 hl/ha) dennoch von vibrierender Vitalität und enormer Finesse, große Tiefe, vielschichtig und rassig, nach hinten heraus öffnet sich der Wein noch einmal und gewinnt so eine neue Dimension an Komplexität, schmeckbar die hohe Reife des Lesegutes, sinnenverwirrendes Frucht-Säurespiel, welches die eingelagerte Mineralität noch überdeckt: Ein traumhaft balancierter Riesling, der extrem lang anhält, dabei das hohe Lied erzählend von der Magie seiner großen Lage.

Einer der absoluten Spitzenrieslinge Deutschlands aus einem denkwürdigen Jahrgang, nahe dem Ideal, der in den Keller eines jeden ambitionierten Weinliebhabers gehört!
Riesiges Potential, zu genießen ab sofort nach mehrstündigem Dekantieren, Höhepunkt sicherlich erst zwischen 2007 bis nach 2015.

Produktabbildung



907903 Van Volxem, Kanzemer Altenberg Riesling Spätlese 2003 18,50 Euro
Erstmals entschloss sich Roman in diesem großen Jahr an der Saar, eine restsüße Spätlese auf Van Volxem zu vinifizieren: die optimale Reife des Lesegutes infolge spätest möglicher Lese und verrückt niedriger Erträge verführten zu diesem Schritt. Das Ergebnis ist spektakulär: In der Nase ein kühles, expressives, komplexes Bukett, ein Pfauenrad an Aromen, die noch stark changieren, je nachdem, wie lange sich der Wein im Glas entfalten darf; Mandarine, rote und exotische Früchte sowie Edelhölzer! schmecken ganz zart hervor, unterlegt von einer faszinierenden Mineralität. Am Gaumen dicht, konzentriert, tolle Säurestruktur, sehr intensiver mineralischer, fast salziger Nachklang, das große Terroir eindrucksvoll widerspiegelnd, ein faszinierender Riesling mit hintergründiger Finesse und fruchtiger Frische, herrliches Spiel, lang anhaltend. Große Weine und geniale Musikkompositionen vermögen Emotionen auszulösen: Und diese phantastische Spätlese erinnert an erlesene klassische Musik, nicht der getragenen Art, sondern an fröhliche, optimistische, südländische Arien, die verzaubern, berühren und in eine magische Welt entführen.
Zu genießen ab sofort bis nach 2015.

Produktabbildung