FRANKREICH

Wir haben Sie schon mehrfach informiert. Obwohl Teile der (Fach-)presse den Jahrgang 2003 bereits vor der Traubenernte infolge des in Europa ungewöhnlich heißen und niederschlagsarmen Sommers als Jahrhundertjahrgang hochjubelten, muss dieser Jahrgang sehr differenziert betrachtet werden, denn die extrem heterogenen Qualitäten schwanken, ähnlich wie in 2002, zwischen Himmel und Hölle und es gehörten umfangreiche Verkostungen vor Ort dazu, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Dementsprechend intensiv habe ich in sehr umfangreichen mehrwöchigen Reisen in alle wichtigen Weinanbauregionen die Jungweine verkostet.

Mein Fazit: In diesem Jahr der klimatischen Extreme gibt es neben erschreckend schwachen, breiten alkoholreichen Weinen, welche sicherlich die Mehrheit bilden, phantastische Alltagsweine und Gewächse der absoluten Spitzenklasse von erstklassigen Terroirs mit großer Wasserhaltekraft und von engagierten, visionären Winzern, die mit individueller, auf ihr jeweiliges Terroir abgestimmter, extrem aufwändiger Weinbergsarbeit phänomenal gute Weine produzieren konnten, über die man noch in Jahrzehnten diskutieren wird.
Die notwendigen Arbeiten zum richtigen Zeitpunkt im Weinberg durchzuführen, die Vermeidung von Trockenschäden und Sonnenbrand (Beschattung durch Laubwände), gut kompostierte Böden und alte, tief wurzelnde Reben mit ausreichender Wasserversorgung waren der Schlüssel zum Erfolg.
Doch wie viele Weine kommen überaus langweilig daher, überreif gelesen, „leer” schmeckend, mit trockenen Tanninen und übermäßig hohem Alkoholgehalt; wie viele Weine wurden, mehr oder weniger spürbar, aufgesäuert, schmeckbar am nicht integrierten Säurerand an den Zungenrändern.

Wir bieten Ihnen eine sehr gezielte Auswahl herausragender 2003er Weine in Subskription an, ausgestattet mit Charakteristika, die rar sind in diesem heißen Jahrgang – neben aller Konzentration und Dichte ausreichend Finesse, Frische und Eleganz, Struktur, natürliche Säure und seidene Gerbstoffdichte.

Dieses Subskriptionsangebot gilt, solange der Vorrat reicht, höchstens jedoch bis zum 15. August 2004. Wir liefern die Weine nach ihrem Eintreffen (bis spätestens Frühjahr 2006) und vorherigem Avis aus, auch sortiert. Evt. Mehrwertsteueränderungen bis zur Auslieferung werden nachberechnet. Die Freihausgrenze liegt bei einem Bestellwert von 200 Euro, darunter stellen wir bei Auslieferung 5 Euro Frachtkosten in Rechnung.


BORDEAUX

Viele der gesuchtesten Weine dieses Jahrgangs der Kontraste werden aufgrund einer so NIE zuvor erlebten, insbesondere vom amerikanischen und asiatischen Markt ausgelösten und von so manchem Châteaubesitzern schamlos ausgenutzten Spekulation zu indiskutabel überteuerten Preisen gehandelt, die in keiner Relation mehr zur Qualität stehen und die als völlig unseriös bezeichnet werden müssen. Unsere kleine Auswahl Bordelaiser Gewächse ist sehr sorgfältig vorgenommenen und bietet außergewöhnlich gute Qualitäten zu sehr fairem Preis. Denn es gibt im auch im Bordelais extrem heterogenen Jahrgang 2003, abhängig vor allem von wasserhaltigen (Lehm-)Böden und Schatten spendenden Laubwänden, weniger von Rebsorten oder generell einer Appellation, authentische preiswerte Weine, die man in ein paar Jahren mit größtem Vergnügen aus dem Keller holen und genießen wird! Zudem bieten wir denjenigen Kunden, die keine Weine aus Spekulationsgründen kaufen wollen, sondern großartige Trinkweine auf absolutem Weltklasseniveau suchen, überzeugende Qualitäten aus gleich hochwertigen Regionen.

Hier zunächst unsere ganz besondere Empfehlung: DER Médoc Wein 2003 mit dem besten Preis-Genussverhältnis!

571103 Château Lousteauneuf rouge 2003 9,20 Euro
Lassen Sie mich zu diesem phantastischen Wein zu fast unglaublich günstigem Preis (Parker hat nicht verkostet!) einen der renommiertesten Bordeauxexperten, René Gabriel, Weinwisser, zitieren: „Dicht, violette Reflexe. Traumhaftes Bouquet. Amarenakirschentouch, mit viel Cassis und Edelhölzern unterlegt. Am Gaumen tolle Frucht, feine Tannine, sehr sauber vinifiziert, Rückhalt zeigend. Toller Weine, nahe bei 18/20 Punkten. Trinken 2007-2015”

Vergessen Sie alle Preisorgien des Bordeaux und legen Sie sich diesen tollen Wein kistenweise in den Keller!



576103 Château Rollan de By, rouge 2003 13,20 Euro
Hier möchte ich gerne den renommierten Bordeaux-Experten René Gabriel zitieren, dessen Bewertungen im Weinwisser veröffentlicht werden: „Tiefes, sehr dichtes Purpur-Granat. Reifes, leicht kompottig wirkendes Bouquet, zarte Rosinentöne, getrocknete Pflaumen, warme Ausstrahlung. Rahmiger, weicher Gaumen, zeigt viel Fett in den Tanninen, gekochte schwarze Kirschen und Brombeeren im samtenen Extrakt, Schoko und Malztöne im langen, druckvollen Finale. Hat Chancen zum besten Rollan de By aller Zeiten zu avancieren”. Parker vergibt 88-90 Punkte und bezeichnet einen der überzeugendsten Werte des Jahrgangs, auch und gerade im preislichen Kontext, als „sleeper of the vintage”. Zu genießen wohl 2007 bis nach 2015.



575103 Château Vrai Canon Bouché, Canon Fronsac, rouge 2003 11,50 Euro
Château Vrai Canon Bouché steht exemplarisch für den sensationellen Erfolg, den der Jahrgang den besten Weinen auf Fronsacs relativ kühlem Terroir in 2003 bescherte. Ein Wein von beeindruckend tiefer Farbe, dessen reichhaltige süße Frucht geschmeidige Kraftentfaltung auf der Zunge signalisiert, der ohne jegliche Alkohollastigkeit daherkommt, sondern ungewöhnlich attraktiv, saftig, mit viel Schmelz, Frische und Finesse begeistert. Sensationelles Preis-Genussverhältnis, „sleeper of the Vintage, 88-90 Punkte” (Parker), zu genießen 2006 bis nach 2015.



577103 Château Clos des Lunelles, Côtes de Castillon rouge 2003 29,00 Euro
„Wegen seines majestätischen Reichtums die Referenz der Appellation, die seriöse Weinliebhaber besonders beachten sollten, 91-93+ Punkte”, so urteilt Parker begeistert. In der Tat spektakulären Weingenuss bietet diese Merlot-dominierte Cuvée mit ihrer enormen Kraft und Dichte in ihrer noch bezahlbaren Preisklasse. Die jahrgangsspezifische kompakte Gerbstoffstruktur spielt mit dunkelwürzigen, süßen Aromen dunkler Kirschen und reifer Beeren, durchdrungen vom feinen Hauch von Mokka, Schokolade und Mineralnoten. Ein absolut überzeugender Wein, eine echte Trouvaille des Jahrgangs! Zu genießen 2006 bis mindestens 2015.



574103 Château Phélan-Ségur, Cru Bourgeois St. Estèphe rouge 2003 21,95 Euro
Dies ist der beste Phélan-Ségur seit Jahrzehnten und einer der besten Cru Bourgeois des Jahrgangs, der „mit den großen Weinen der Appellation locker mithalten kann” (René Gabriel). In der Nase ein delikates, reifes Cabernetbukett, dazu Zedernnoten, Rauch und würzige Tabakanklänge. Im Mund wirkt der Wein so kompakt, elegant und perfekt ausbalanciert wie schon lange nicht mehr, viel Kraft, blaubäriges Spiel und cremige Textur auf der Zungenmitte, für einen St. Estèphe unglaublich seidene Tannine, phantastisches Preis-Genussverhältnis, zu trinken 2007 bis nach 2020. Von Parker zwar als der beste Phélan-Ségur seit 1990 und „sleeper of the vintage” gelobt, mit 87-89 Punkten jedoch maßlos unterbewertet.



572103 Château Pavie, St. Émilion rouge 2003 124,00 Euro
Einer der am meist diskutierten und extremsten Weine des Jahrgangs, der Liebhaber eindrucksvoll dimensionierter, opulenter Weine zu Superlativen hinreißt. Er beeindruckt mit gewaltiger Dichte, seine opulente süße Duftfülle offenbart intensiven Cassis- und Schwarzkirschengeruch sowie Portweinanklänge und über die Zunge rollt der mineralische Wein mit unglaublicher Länge und Vielschichtigkeit. Parker (96-100P), René Gabriel (19/20P) und der Wine Spectator (95-100)) sind begeistert, voraussichtliche Genussreife 2012 bis 2040.



Die ALTERNATIVEN zum Bordelais – preis„werte” Qualitäten auf absolutem Weltklasseniveau!
Château du Cèdre – Cahors

Der Jahrgang 2003 wird in die Geschichte von Cahors eingehen mit einem in der Historie der Region einzigartigen Sommer (selbst ältere Winzer erinnern sich an keinen vergleichbaren Jahrgang): sehr geringe Niederschläge (welch Vorteil für Winzer mit alten Rebstöcken und tief ins Erdreich reichenden Wurzeln) und Rekordmarken für die Sonneneinstrahlung ergaben höchst konzentrierte Weine mit unglaublich niedrigen Ertrag. Im Durchschnitt, also inklusive der „normalen” Weine, erntete man auf Château du Cèdre gerade einmal 16 hl/ha! Und dennoch sind die phantastischen Weinen dieser Vorzeigedomaine keine Konzentrationsmonster, denn die seit Jahren praktizierte vorbildliche Bodenarbeit und der Verzicht auf jeglichen Einsatz chemischer Dünger und Schädlingsbekämpfungsmittel führt zu „lebenden Böden” mit hoher Wasserhaltekraft, so dass die Rebstöcke nicht unter großem Stress litten, die Trauben stattdessen wunderbar gereift in Weine transmittiert werden, die sich ihre Frische bewahrt haben, über eine wunderbares Gleichgewicht aller Komponenten verfügen und nach ca. 8 bis 20 Jahren, größten Bordelaiser Gewächsen ähnlich, äußerst attraktives Trinkvergnügen bieten werden.


502203 „Le Cèdre”, rouge 2003 21,00 Euro
Wir arbeiten bereits seit Jahren eng und erfolgreich mit Pascal zusammen, der uns in dieser Zeit Freund geworden ist. So teilt er uns auch immer eine große Partie seiner Luxuscuvée „Le Cèdre” zu, die zu 100 % aus alten Malbectrauben mit niedrigem Ertrag (15 hl/ha) vinifiziert und 20 Monate in neuen Barriques ausgebaut wird. Undurchdringliche tiefstrote Farbe mit violetten Reflexen, dieser Weinriese steht wie dickflüssige Tinte im Glas, schier unglaubliche aromatische Konzentration und herrlich finessenreich, ausdrucksstarkes, explosives Beerenbukett, kleine, schwarze Heidelbeeren, Cassis, Bitterschokolade, Laub, Pflaumen, leicht süßliche Würze, schwarze Oliven, mineralische Anklänge, Lakritze, gepaart mit einer Minzfrische, die an einen Mouton-Rothschild erinnert. Am Gaumen feinste Struktur, ein sehr dichter, konzentrierter, körperreicher und dennoch eleganter, rassiger und finessenreicher Wein mit präsenter, perfekt eingebundener Säure für eine lange Entwicklungs- und Lagerzeit, die Tannine für einen Cahorswein ungemein seiden, weich und saftig, aufgrund der geringen Erträge noch etwas extraktreicher als bei seinen Vorgängern, sehr langes Finale. Ein großer Cahors, gewirkt wie ein edler Samtteppich, der den Gaumen mit seinen überaus wohlschmeckenden Aromen vollständig auskleidet. Welcher Wein aus dem Bordelais kann zu solch akzeptablem Preis eine ähnliche Klasse aufweisen? Keiner! Vielmehr ist dieser Wein die neue Referenz, an der sich die besten Weine aus Bordeaux messen lassen müssen! LES PLUS GRANDS VINS DE FRANCE behauptet, „die Cuvée Le Cèdre ist sicherlich der größte aus der Malbectraube vinifizierte Wein Frankreichs”.


späterer Preis 26 Euro


502403 „Grande Cuvée”, rouge 2003 49,90 Euro
Schlichtweg das Non plus Ultra, ein großes Gewächs mit einer legendären Aura, in der Stilistik dem Le Cèdre zwar ähnlich, aber mit dem kleinen, entscheidenden Kick mehr. Mehr an allem, an Komplexität, Konzentration, Dichte, Eleganz und explosivem Extrakt, ein Traum aus Seide und Finesse, eine bisher im französischen Süden, außer bei Gaubys „Muntada”, nicht gekannte Tanninstruktur feinster Ausprägung, in dieser so dynamischen Region Cahors eine neue Dimension des Weins einläutend. Worin liegen die Ursachen für die nochmalige Steigerung der Qualität im Vergleich zum schon so großartigen „Le Cèdre”?
Nun, zum einen in den noch geringeren, verrückt kleinen Erträgen, (sagenhaft niedrige 9 hl/ha aus knapp 50 Jahre alten Malbectrauben liefern den Stoff, aus dem die Träume sind), in der extremen Selektion der ältesten Rebstöcke der Domaine, im Einsatz der besten und teuersten Barriques der französischen Spitzentonneliers und in einer von Pascal entwickelten besonderen Art der Vinifizierung: Schon die Vergärung findet statt in offenen, 500 l fassenden neuen Eichenholzfudern, was zu einer maximalen Extraktion der Frucht beiträgt und – so bizarr der Gedankengang im ersten Moment auch sein mag – die Vergärung im neuen Holz führt dazu, dass im fertigen Wein der Einfluss des Holzes wesentlich geringer ist als sonst. Die komplizierten chemischen Prozesse, die hierbei eine Rolle spielen, führen zusammen mit dem Einfluss des Sauerstoffs im offenen Bottich zu fabelhaft seidenen, weichen Tanninen von transparenter Kühle und gleichzeitig besitzt der Wein eine enorme Konzentration, Dichte, Tiefe und eine unendliche Länge. Und genau dieses Gleichgewicht zwischen Kraft und Konzentration auf der einen Seite und Finesse, Eleganz und seidener Tanninstruktur auf der anderen Seite zu erreichen, das ist höchste winzerliche Handwerkskunst, die Pascal wie kaum ein zweiter beherrscht. Das ist der Stoff, aus dem Legenden geboren werden! Welche Noblesse, welche Extraktsüße, welch explosive Fruchtfülle und welch katapultartiges Finale! Diese ultimative Herausforderung Bordelaiser Premier Grand Crus hat ein Potential für eine über 20jährige Entwicklungs- und Lagerzeit, nur wenige Flaschen werden abgefüllt, Kultweinstatus, ein aristokratischer Wein, der einen neuen Mythos begründen wird. Ewiges Potential! Mit Gaubys „Muntada” vielleicht der Wein des Jahrgangs.


späterer Preis 59,90 Euro


Beide Gewächse von Pascal wurden von der REVUE DU VIN DE FRANCE in ihrer aktuellen Juniausgabe 04 in einem Special zum Jahrgang 2003 mit der höchsten Bewertung versehen!


Domaine Laffont – Madiran

„In diesem sehr heterogenen Jahrgang im Südwesten triumphierten die Tannattrauben, die von alten Reben stammen und ergeben bisweilen spektakuläre Resultate, ausladende Weine mit wie üblicherweise reichhaltigen, aber atypisch samtweichen Tanninen”, so urteilt die REVUE DU VIN DE FRANCE in ihrem Special zum Jahrgang 2003 und vergibt, wie schon gewohnt in den letzten Jahren, unserem Hécate 03 ihre höchste Bewertung!


504103 Cuvée „Hécate”, rouge 2003 19,00 Euro
Pierre Speyers unermüdliche Weinbergsarbeit, die sich dadurch immer weiter verbessernde Bodenstruktur, die tiefgründigen Lehmböden mit ihrer immensen Wasserhaltekraft, die bis zu 70 Jahre alten Tannatreben mit ihren tief reichenden Wurzeln und weitere kellertechnische Fortschritte infolge langer gemeinsamer Überlegungen mit seinem Freund Pascal Verhaeghe, genialer Eigner von Château du Cèdre, all dies trägt erkennbare Früchte und führte zusammen mit den für die Tannattraube herausragenden klimatischen Bedingungen des Jahrgangs und den niedrigen Erträgen zu einer neuen Qualitätsdimension im Madiran, zu einem Weinmonument, einem Tannatwein in Vollendung! In der Farbe zeigt dieser Gigant ein extrem dichtes Schwarz mit violettem Rand, in der Nase eine grandiose Aromenvielfalt, im verschwenderischen Bukett Anklänge an saftige, wild wachsende schwarze Beeren, Tabak, Ledernoten, herrlich duftende provenzalische Kräuter, dazu ist er fein mineralisch, die ungemein reichhaltige, samtige Fruchtfülle kleidet den ganzen Gaumen aus, kriecht unaufhaltsam bis in den letzten Mundwinkel, die bestens in die immens frische Frucht integrierten Tannine sind derart elegant, seiden und voller Finesse, dass man kaum glauben mag, dass dieser Weltklassewein aus dem Madiran stammt, leicht süßliche Holztöne, gewaltige Dichte, unglaubliche Konzentration, dabei faszinierend elegant und finessenreich, im nicht enden-wollenden Abgang enorm würzig, ein großer Wein, eigenständig, ein Aristokrat! Ein Preis-Leistungswunder dieses Jahrgangs, fast atypisch für Madiranweine mit einer „neuen Dimension der Weichheit”, ein Wein mit geradezu unglaublich saftigen, reifen Tanninen; die so genannte Mikrooxidation, die kontrollierte Sauerstoffzufuhr beim Ausbau des Weines im neuen Barrique, beherrscht Pierre Speyer, lebenslustiger Winzer belgischer Provenienz, in Perfektion. Zu genießen etwa ab 2008 bis nach 2020.


späterer Preis 23,00 Euro


Château Tour des Gendres – Bergerac

Auch im Bergerac erwies sich der 03er als ein Jahrgang, der in die Geschichte eingehen wird: Nach einem trockenen und kalten Winter, einem sehr früh einsetzenden, ungewöhnlich warmen Frühling und heißen Sommermonaten erfolgte ein sonniger, trockener, traumhaft schöner „Indian Summer” in den Herbstmonaten. Die Konsequenz: Wie in anderen europäischen Anbauregionen gingen viele Jungpflanzen infolge der intensiven Hitze (+45°C) zugrunde, da sie noch nicht widerstandsfähig genug waren, um die Trockenheit zu ertragen. Diejenigen Jungpflanzen, die überlebten, lieferten verbrannte Trauben, die Winzer mit höchsten qualitativen Ansprüchen nicht ernteten, sondern vorher auf den Boden schnitten. Aber selbst Altanlagen lieferten nur dann erstklassige Trauben, „wenn durch biologische Landwirtschaft und die jahrelange sorgfältige Bearbeitung und Belüftung des Terroirs „lebende Böden” mit ihrer ungeheuren Vielzahl von Mikroorganismen geschaffen wurden und die tief wurzelnden Pflanzen mit genügend Wasser und Mineralien versorgt wurden. Über Jahre malträtierte, erstickte Böden erbrachten gestresste Trauben, deren daraus resultierende Weine infolge monströser Alkoholgehalte (bis zu 16 %) und mangels Säure unbalanciert und unausgewogen daher kommen. Gewonnen haben bei derart arbeitenden Winzern nur die Verkäufer von Zusatzprodukten: Mit Säure-, Wasser- Enzym- oder Tanninzusätzen kann nicht mehr nachträglich repariert werden, was mit langem verächtlichen Bodenumgang zerstört worden ist”, so unser Freund Luc de Conti, genialer Eigner von Tour des Gendres, der als jahrelanger ökologischer Vorreiter der Region genau weiß, wovon er spricht. Und das Resultat von Lucs behutsamen, biologischen Anbaumethoden: Ungemein ausgeglichene, feinst balancierte, abgerundete, einfach geniale Weine mit einem perfekten Gleichgewicht aller Komponenten.


510403 „Moulin des Dames”, rouge 2003 19,00 Euro
Intensiv blau violett, ja fast schwarz in der Farbe präsentiert sich dieser Weinriese im Glas. Niemals zuvor hat der MdD eine derart reintönige Frucht besessen: Traumhaft konzentrierte, weit gefächerte Aromen von Cassis, wilden Waldbeeren, Sauerkirsche, Vanille und schwarzem Tabak, zart unterlegt von süßlichen Holztönen der neuen Barriques erlauchter Provenienz. Am Gaumen ungemein expressiv, enorm viel Frucht, beeindruckende Konzentration, Dichte und Tiefe, dazu eine vibrierende Finesse, eine stahlige Kühle und sinnliche Süße, ein komplexer, terroirgeprägter Wein von großer Rasse und Eleganz, die Tannine sind reif, cremig und seiden, das Finale lang, intensiv, frisch und mineralisch.
Lucs Verzicht auf die Abfüllung der Supercuvée „Anthologia” hat zu diesem Weinmonument beigetragen. Dieser begeisternde Tropfen (vinifiziert aus vollreif gelesenen Cabernet Sauvignon- und Merlottrauben mit einer auch Luc selbst überraschenden überragenden Frische, alle Malbectrauben von jüngeren Rebstocken wurden rigoros auf den Boden geschnitten ), gehört mit zum besten, was bisher im französischen Südwesten erzeugt worden ist, ein charaktervoller Grandseigneur in Samt und Seide, der wegen der grandiosen Qualität seiner Ingredienzien von einer edlen Noblesse zeugt, wie sie sonst nur wesentlich teureren Bordelaiser Gewächsen zu eigen ist. Ein wundervoller, perfekt gewirkter Ästhet! Zu genießen 2007 bis nach 2018.


späterer Preis 23 Euro


Domaine Gauby – Roussillon

Seit Jahren gehört Gérard Gauby zu den besten Winzern des gesamten französischen Südens: Bis zum Jahrgang 1998 waren seine Weine ungeheuer konzentriert, dicht, ja gewaltig, es fehlte ihnen aber für meinen Geschmack an Finesse und Eleganz. Doch mit Gaubys großartigen Jahrgängen 99/2000 setzte ein Stilwandel und damit verbunden ein qualitativer Sprung ein, der in den heute in der Subskription angebotenen 2003ern ihren vorläufigen Höhepunkt findet und der dadurch gekennzeichnet ist, dass er anstatt auf höchstmögliche Konzentration und schiere Kraft auf eine fabelhafte Finesse, eine hohe Eleganz und ultrafeine, geschliffene Tannine setzt.

Wie kam dieser Wandel zustande? Nach der Hinwendung zum biologischen Anbau folgte in aller Konsequenz 1999 die Einführung der Biodynamie, zu deren bedeutendsten Verfechtern Gérard mittlerweile zählt und die mitentscheidend war für den dramatischen Qualitätssprung, der damals einsetzte. Zudem reduzierte Gauby im gleichen Jahr als einer der ersten Winzer, damals noch völlig gegen den Zeitgeist, die Extraktion, um keine Konzentrationsmonster mehr zu erzeugen, sondern – bei aller Dichte und Tiefe – großartige TRINKWEINE, die Lust machen, mehr als nur zwei oder drei Gläser zu genießen.
Gaubys Kellertätigkeit ist seither gekennzeichnet durch einen wesentlich sensibleren, „zarteren” Ausbau (reduziertes Untertauchen der Maische oder Umpumpen des Mostes) als in der Vergangenheit, was zu deutlich geschliffeneren, feineren, frischen und seidigen Tanninen führt. Zudem vergärt er in großen hölzernen Gärbottichen und Betontanks (je nach Zustand der Trauben entscheidet Gérard intuitiv, ob die Behälter dabei offen oder geschlossen sind), in denen durch die ausschließliche Verwendung weineigener Hefen die Gärung langsam verläuft und so eine Extraktion der feinsten Inhaltsstoffe der Trauben ermöglicht wird. Zudem hat sich Gauby für einen langen Hefekontakt und eine immer stärkere Zurücknahme des Holzes infolge der voranschreitenden Umstellung vom Barrique auf neue Eichenholzfuder (zunehmend auch gebrauchte! Barriques statt neue, „Die Mischung muss optimal sein”) entschieden, was den Weinen mehr Finesse, Eleganz und Geschliffenheit vermittelt und zu der im Weinberg angelegten Dominanz des Terroirs über den Rebsortencharakter beiträgt.

„Ich will eigentlich nichts anderes als das, was ich im Weinberg angelegt habe, im Keller bewahren”, so die Maxime von Gérard Gauby, die in den traumhaften Weinen der exzellenten Jahrgänge 2002/3 einen vorläufigen Höhepunkt, aber sicherlich noch keinen Abschluss findet.
Gauby ist ein „Wissender”, er hat als einer der ersten Winzer des Languedoc-Roussillon begriffen, dass die Zeit der überkonzentrierten Monsterweine vorbei ist, dass der kundige Weinliebhaber zwar dichte, aber keine überextrahierten Weine, zwar vollmundige und geschliffene Gewächse, aber keine Fruchtbomben mehr im Glase haben möchte: Delikate Finesse und hochfeine Eleganz, gepaart mit feinster Mineralität, betörender Fruchtfülle, animierender Frische, vibrierender Rasse und sagenhaft weichen, seidenen, cremigen Tanninen, Trinkgenuss pur statt marmeladiger Punktehamsterer („Marmelade ist gut fürs Brot, aber nicht für den Wein”), Gaubys extraktreiche Weine demonstrieren exemplarisch die Zukunft dieser großartigen Region und die wahre Alternative zu Bordelaiser Hochpreisgewächsen.

So wichtig Gaubys modifizierte Kellerarbeit auch ist, seine authentischen, terroirgeprägten Weine entstehen nicht primär nach der Ernte. Sie sind vielmehr zuallererst die Folge von Niedrigsterträgen auf „begrünten, lebenden Böden mit einem voll intakten Ökosystem und einer ungeheuren Anzahl von Kleinstlebewesen” sowie äußerst penibler und aufwändiger Weinbergsarbeit (Maultiere ersetzen die Traktoren) und somit der unverfälschte Ausdruck von Klima, Bodenbeschaffenheit und handwerklicher Kunst des Winzers, eines einzigartigen Terroirs eben auf der Hochebene von Calce im Herzen des Roussillon. Gaubys atemberaubende, perfekt ausbalancierte, harmonische Weine sind somit spätestens mit der exzellenten Jahrgangstriologie 2001/2/3 die ultimative Herausforderung finessenreicher und eleganter Bordelaiser Gewächse, sie sind DIE Antwort des Südens auf die großartigen Weine der klassischen Regionen der Welt.
Die Bibel der französischen Weinliebhaber, das „Classement des meilleures vins de France 2003” von Bettane & Desseauve, vergibt der Domaine Gauby als einziger des gesamten Südens 2 Sterne, was bedeutet: „Produzent sehr großer Weine in den besten Lagen Frankreichs”.
Auch der WEINWISSER, die renommierte Schweizer Fachzeitschrift (Hrsg: René Gabriel, Autor des Standartwerkes „Bordeaux Total”), bewertet in seiner Ausgabe Juni 03 Gérard Gauby als zur „Winzerelite Frankreichs” gehörend.
Wir selbst haben Mitte März eine enorm spannende Verkostung mit einigen Weinfreaks und versierten Verkostern mit jahrelanger Trinkerfahrung großer Weine durchgeführt: Über mehrere Stunden hinweg probierten wir blind den 2000er „Mission-Haut-Brion” (im übrigen von Parker mit 100 Punkten bewertet) und den „Muntada” 2001, mit dem von mir durchaus erwarteten, aber von den übrigen Probenteilnehmern nach der Aufdeckung mit größtem Erstaunen zur Kenntnis genommenem Ergebnis: Während der gesamten Dauer der Blindverkostung war der Muntada der Favorit aller Teilnehmer!

Diesem Lob braucht man wohl nichts mehr hinzuzufügen, Gérard Gaubys Weinbereitung ist höchste handwerkliche Kunst und er, der kreative Visionär, zählt mittlerweile zweifelsfrei zu Frankreichs avantgardistischen Weltklassewinzern: Seine terroirgeprägten Weine haben allesamt uneingeschränkten Kultstatus!

354403 Vieilles Vignes, Côtes du Roussillon Villages rouge 2003 23,00 Euro
Uralte Grenache- und Carignanreben aus dem Ende des 19ten Jahrhunderts, dazu etwas Syrah und Mourvèdre (über 50 Jahre alt) ergeben einen der besten Rotweine des gesamten französischen Südens, der wegen seiner faszinierenden Frische und Kühle, seiner fulminanten Finesse und Eleganz (und genau diese Parameter herauszuarbeiten war ein Knackpunkt dieses Jahrgangs) und seines ganz eigenständigen Charakters wegen fast Referenzcharakter besitzt und in allen bisherigen Fassproben ungemein beeindruckte. Keine Spur von marmeladiger Überreife, Rumtopfnoten oder uniformen Schokoladennoten vom neuen Barrique, die Gaumen und Nase attackieren, stattdessen brilliert dieser autochthone, tiefdunkle Wein mit einer sagenhaften Fruchttiefe und einer noblen Aromatik: Edle, burgundisch kühle, hochkomplexe, feinwürzige Beeren- und Kirscharomen in Nase und Gaumen, traumhaft feine, in dieser Form bisher im französischen Süden kaum je zuvor erlebte seidige Gerbstoffe, enorm lang anhaltend. Dies ist ein Spitzenwein, der im internationalen Maßstab keinen (Preis-) Vergleich zu scheuen braucht.



354503 „La Muntada”, rouge 2003 54,00 Euro
Junge Syrahtrauben von einer traumhaften, nach Nordwesten! ausgerichteten großartigen Einzellage und uralte Grenache- und Mourvèdrereben ergeben den für mich persönlich besten Wein des französischen Südens in 2003. Dieses sensationelle Weinunikat ist wohl das Größte, was Gérard Gauby in seiner bisherigen Winzerlaufbahn vinifiziert hat, noch einmal einen Tick besser als die phantastischen beiden Jahrgangsvorgänger:
Eine fabelhafte Konzentration, Dichte, Tiefe und Extrakt (aber beileibe kein Konzentrationsmonster), dies alles eigentlich wie gewohnt, gepaart jedoch mit einer bisher einzigartigen Finesse, Frische und Mineralität formen einen sagenhaften Wein der absoluten Weltspitze mit dem Potential für eine Legende, der mediterrane Reife und phantastische Aromenvielfalt mit nobler burgundischer Eleganz vereint.
Dieser subtile, hochkomplexe, beerenwürzige Wein setzt neue Maßstäbe für den gesamten Süden, betört, fasziniert, fordert die Sinne, macht sprachlos gar. Seine noble Frucht, seine exorbitante Fruchtsüße, seine Gerbstoffqualität, die von größten burgundischen Gewächsen nicht übertroffen werden kann, seine subtile, sich am Gaumen langsam aufbauende Aromenintensität, seine innere Balance, all dies macht dieses einzigartige Gewächs zum bisher unerreichten Vorbild aller Weine des gesamten Midi! Auf der großen Weinmesse in Montpellier im Februar dieses Jahres, der vinisud, war dieser Wein für viele Kenner der eindeutige Favorit!

Wurde schon der 2001er, zu Recht, von der Schweizer Fachzeitschrift WEINWISSER mit der Weltklassenote von 19/20 Punkten beurteilt und setze sich in unserer Blindprobe, wie oben beschrieben, selbst gegen den wahrhaft großen Mission-Haut-Brion durch, so kann dieser Traum eines Weines, ebenso wie sein in der Charakteristik leicht unterschiedlicher Jahrgangsvorgänger 02 nur mit der Idealnote bewertet werden, (98-) 100 PdP-Punkte.
Riesiges Potential!



DEUTSCHLAND

Weingut Klaus Keller – Rheinhessen
Von der Sinfonie großer Terroirs

Thomas Mann hat mit seinen Buddenbrooks universellen Ruhm erlangt. Zu Recht. Nur allzu exemplarisch hat er typischen Aufstieg und Fall einer deutschen Unternehmerfamilie beschrieben: Die erste Generation baut voller Tatkraft ein blühendes Geschäft auf, die zweite, im übermächtigen Schatten des Vaters stehend, verwaltet immerhin noch das Erbe, die dritte, zur Muse hingezogen, verspielt es.

Doch es gab und gibt Gegenbeispiele zu solch weltweit nicht unüblichen Familiensagas. Wie leicht hätte Klaus-Peter Keller, gerade mal 30 Lenze zählend und nach seinen Lehr- und Wanderjahren immer mehr in die Mitverantwortung des Gutes hineinwachsend, sich auf dem Lorbeerkranz ausruhen können, den Fachpresse wie Weinliebhaber seinem Vater gewoben: Kein deutsches Gut wurde im letzten Jahrzehnt derart mit Ehrungen und Preisen überhäuft und in den Olymp erhoben wie „Deutschlands Winzer des Jahrzehnts, Klaus Keller”, so die einzigartige Auszeichnung durch den Gault Millau.

Doch Sohn Klaus-Peter („Schon als kleiner Junge konnte ich nie schnell genug aus der Schule nach Hause kommen, um im Weinberg mitzuarbeiten”) dachte nicht im Traum daran, es gemütlich angehen zu lassen. Voller Ehrgeiz und Enthusiasmus ging er ans Werk, eigene Ideen, die er während seines Studiums in Geisenheim und bei großen Winzern des Burgund entwickelt hatte, in die Weinbergs- und Kellerarbeit mit einzubringen. Nicht die Revolutionierung der bisherigen Arbeit war sein Ziel, wie hätte dies aufgrund des vorgefundenen beispielhaften Qualitätsstandards auch sein können, sondern subtile, behutsame Weiterentwicklung. Den singulären Charakter des unverwechselbaren Terroirs der großen rheinhessischen Lagen, auch und gerade der neu erworbenen Westhofener Parzellen, im Einklang mit der Natur einfühlsam zu interpretieren und infolge extrem selektiver Lese im fertigen Wein so unverfälscht und authentisch wie nur irgend möglich transparent werden zu lassen, darin investiert er kompromisslos all seine Tatkraft und sein herausragendes vinologisches Wissen.

Und dies ausgerechnet in Rheinhessen: Wohl kaum eine andere Region litt über viele Jahre derart unter der desaströsen Phase heimischer „Wein”machung, die unter dem Schlagwort Liebfrauenmilch fatalerweise weltweit die Regale von Supermärkten füllte und deutschem Riesling zu traurigem Ruhm verhalf. Doch das ist Vergangenheit: Unter der Führung begnadeter Winzer wie des kongenialen Tandems von Vater und Sohn Keller schwingt sich die „vergessene” Region zu einem vorher nie geahnten Höhenflug empor und steht heute als Synonym gar für trockenen Weltklasseriesling deutscher Provenienz.
Der magische Klang, der wohlige Schauer, der Weißweinliebhaber in aller Welt erfasst, wenn denn edelsüße Gewächse aus der Sonnenuhr oder dem Wiltinger Scharzhofberg im Glase funkeln, geht jetzt für trockene Rieslinge von diesen großen Terroirs in Rheinhessen aus: Der Dalsheimer Hubacker und die Westhofener Lagen sind wie die Noten einer Partitur, die sich unter dem Dirigat einfühlsamer Künstler zu einer einzigartigen Sinfonie entfalten – Maßstab und Vorbild großer deutscher Terrroirweine!
Diese erzählen von ihrem Land: Von tiefen Schichten aus Tonmergel, Muschelkalk und hartem Fels, in die sich die Wurzeln alter Rieslingreben hineingewunden, vom glockenklaren Klang der Mineralien, die sie dabei aufgenommen haben, von Regenphasen und Trockenheit, von Kälteperioden und Hitzestress, von allen Faktoren eben, denen die Trauben während ihrer langen Vegetationsperiode Jahrgang für Jahrgang in unterschiedlicher Weise ausgesetzt sind, vor allem aber von der Hände Arbeit und den Visionen der Menschen, die sie meisterhaft geschaffen haben.

Zwei persönliche Anmerkungen:
Was mir an Klaus-Peter so imponiert, ist, wie souverän er, tatkräftig unterstützt von seinem Vater, die schwere Herausforderung meistert, das hohe Niveau des Weinguts als die unumschränkte Nr.1 Rheinhessens und als primus inter pares in ganz Deutschland nicht nur zu halten – dies allein wäre schon aller Ehren wert gewesen, wenn auch mancher Neider ihm hätte vorwerfen können,„nur” von einem großen Erbe zu profitieren – sondern den hohen Qualitätsstandard durch die transparente Herausarbeitung der Terroirs immer weiter noch zu steigern.
Was Klaus-Peter zudem so sympathisch macht, ist die Bodenhaftung und Menschlichkeit, die er sich bewahrt hat: Alles Arrogante oder Überhebliche ist ihm wesensfremd, immer hat er ein offenes Ohr für seine Kollegen, mit denen er sich fachlich austauscht und teils tiefe freundschaftliche Beziehungen pflegt. Bei aller Professionalität, bei aller visionären Tatkraft, die ihn so auszeichnen, er hat es geschafft, den kleinen Jungen tief in seinem Innern zu bewahren, den ich vor meinem geistigen Auge sehe, seinen Schulranzen in die Ecke donnernd und mit seinen Eltern in die Weinberge aufbrechend: Ein Winzer mit Leib und Seele, der seine Berufung gefunden hat.

Heute präsentieren wir Ihnen in Subskription die von aller Welt mit Spannung erwarteten „Großen Gewächse” aus dem von der Presse zum Jahrhundertjahrgang hoch gejubelten 2003er, der dieser nach meinen umfangreichen Verkostungen in der Tat auch bei Deutschlands besten Winzern (sowie innovativen jungen Talenten) geworden ist, die mit extremer Mengenbeschränkung und einer immensen Weinbergsarbeit dafür die Grundlage gelegt haben. Doch in der Breite scheint mir der 2003er infolge der enormen Hitze während des Sommers und des damit verbundenen Trockenstresses eher ein durchschnittlicher Jahrgang mit vielen biederen und relativ plumpen Weinen zu werden.

Ich habe Klaus-Peter Keller gebeten, Ihnen, unserer interessierten Kundschaft, die Jahrgangsgegebenheiten in 2003 und die Folgerungen für die Weinbergsarbeit aus Winzersicht zu erläutern. Hier seine fundierte Analyse:

„Ganz wichtig ist eine differenzierte Betrachtung des Jahrgangs 2003. Jahrhundert-Sommer bedeutet nicht automatisch auch Jahrhundert-Wein. Dort, wo leichte Böden, hohe Erträge, frühe Ernte (und vielleicht mangelnde Pflege des Rebbergs) zusammentrafen, dürfte 2003 eine eher durchschnittlicher Jahrgang mit breiter Frucht und geringem Extrakt sein:
Mit der Hitze ist die Finesse gleich mit verbrannt. Wir selbst haben in diesem Jahr in unseren jungen Weinbergen überhaupt nichts ernten können (zur Entlastung schnitten wir die Trauben im August auf den Boden), zu groß war der Stress durch Wassermangel. In den alten Anlagen, die oft 40 Jahre und mehr zählen, war die Qualität ( bei sehr bescheidenen Erträgen und später Ernte) allerdings fantastisch. Frühzeitige Ertragsreduzierung und extrem später erster Laubschnitt (die Beschattung verhinderte das „Verkochen” der heranreifenden Trauben und bewahrte Frucht und Aromenvielfalt) waren in unserem Betrieb der Schlüssel zum guten Wein. Schon unser fast täglicher „Mineraltrunk”, der „von der Fels” (den Pinard in der heutigen Pinwand anbietet), ist nur aus Reben vinifiziert, die 20 Jahre und älter sind. Da er beinahe ausschließlich aus Großen Gewächslagen stammt, zeigt er eine feine Mineralität, Dichte und den langen Nachhall, der nur aus älteren Reben kommen kann.
Die Grossen Gewächse, die im Schnitt noch 14 Tage länger am Stock hingen, blieben in der Säure absolut stabil, tankten in den kühlen Nächten aber noch jede Menge feinster Aromen und zeigen einfach eine extra Dimension an Spiel und Komplexität. Die schweren Tonböden auf Kalksteinfels erwiesen sich 2003 als exzellenter Wasserspeicher”.


Zu unserer heutigen Subskription:
Sie wissen sicherlich, dass die besten Parzellen innerhalb klassifizierter Lagen in Deutschland je nach Region mit den Zusätzen „Erste Lage” (Mosel-Saar-Ruwer), „Erstes Gewächs“ (Rheingau) oder „Großes Gewächs” (in den anderen Regionen) vermarktet werden dürfen. Weine dieser Klassifikation müssen wesentlich härteren Auflagen genügen als sonst in den Regionen üblich und vor der Freigabe einer strengen sensorischen Prüfung einer kompetenten Verkostungsjury standhalten. Zwar waren die besten trockenen Weine der deutschen Spitzenwinzer bereits in den letzten Jahren auf sehr hohem Niveau, dennoch dürfte die neue Regelung auf breiter Front einer Individualisierung großer heimischer Gewächse und dem Terroircharakter bester deutscher Lagen dienlich sein.


951203 Westhofen Kirchspiel -Turmstück-, Riesling trocken (Großes Gewächs) 2003 18,90 Euro
Aus dem Urstromtal des Rheins erheben sich die süd-südöstlich exponierten Westhofener Weinberge bis zum Rand eines Hochplateaus, wo sich die großartige Lage „Kirchspiel” wie ein Amphitheater zum Rhein hin öffnet, optimal geschützt vor den kalten Westwinden. Dieses hervorragende Mikroklima ist neben dem Kalkstein im Untergrund ein wesentlicher Aspekt für das erstklassige Terroir dieses lange Zeit unterschätzten rheinhessischen Filetstückes. Beste Parzellen, erst vor ein paar Jahren von den Kellers gekauft, demonstrieren seit dem 02er Jahrgang die Früchte der vollständigen Veränderung in der Weinbergsarbeit; die Regeneration der sehr differenzierten Böden ist abgeschlossen und diese phantastische Lage wird spätestens mit diesem gigantischen 03er zur ebenbürtigen Konkurrenz für den benachbarten und (noch) berühmteren „Morstein”.
Es ist der Kalkstein, der die Basis für die zarte Mineralität dieses großen Rieslings legt, der dicht, kompakt und konzentriert daherkommt. In erster Linie fasziniert er jedoch durch enorm viel Eleganz und Finesse, bezaubert mit frischer kräutriger Aromatik und feinstem Spiel (weckt Erinnerungen an einen klaren, frischen Gebirgsbach, der tänzelnd und übermütig ins tiefe Tal sich ergießt) und deutet schon in seiner Jugend sein breites Fruchtspektrum an, das von Pfirsich über Aprikose bis hin zu exotischen Anklängen reicht. Er macht fast süchtig in seiner Intensität der Aromen, in der Reinheit seiner geschmacklichen Komponenten und dem unverkennbaren authentischen Rieslingcharakter, wie ihn nur wenige Winzer außer den Kellers in dieser Mischung aus Mineralität und Komplexität, Kraft und Finesse auf die Flasche zu zaubern vermögen. Ein großer, sehr komplexer, brillanter Riesling mit viel Charakter; cremiger, mit noch mehr seidener Eleganz und noch mehr Potential ausgestattet als der 02er, ein großes Gewächs, das Sie unbedingt dekantieren sollten und das die Philosophie des Hauses, durch minimale Erträge die Dichte und Mineralität im Wein zu steigern, wunderbar widerspiegelt;
Eine Ode an die einzigartige Finesse großer Rieslinge aus einer Lage, die in den nächsten Jahren zu Weltruhm gelangen wird, zu genießen ab sofort, Höhepunkt 2006 bis nach 2010.



952003 Dalsheimer Hubacker, Riesling trocken (Großes Gewächs) 2003 22,90 Euro
Der Hubacker, schon über viele Jahre hinweg das mittlerweile weltberühmte Aushängeschild des Weingutes, eine sanft geschwungene Hanglage im Rheinhessischen Hügelland, deren beste Parzellen sich im Monopolbesitz der Familie Keller befinden, profitiert im Wind- und Regenschatten des Donnersberges von seinem einzigartigen Mikroklima. Hinzu kommt der skelettreiche Mergelboden, der den Weinen eine feste mineralische Struktur verleiht und der im Laufe vieler Jahre naturnahen Anbaus und Winterbegrünung eine exzellente Humusauflage mit einer großen Wasserhaltekraft erhielt, ein unschätzbarer Segen in einem trockenen Jahrgang wie 2003. Im Glase ist auch für den Laien auf Anhieb erkennbar, welch stilistischer Unterschied besteht zum wesentlich verspielteren, extrem finessenreichen „Kirchspiel”, da der „Hubacker” in seiner Charakteristik wesentlich barocker, opulenter, fülliger, mächtiger wirkt, dabei Assoziationen auslösend an eine sich in gewagter Abendgarderobe verführerisch präsentierende lasziv-erotische „Grande Dame”!

Ein monumentales Meisterwerk, extrem tiefgründige und komplexe Nase, dabei betört ein mineralisch-würziger Duft nach Aprikosen, Zitrusaromen und nach faszinierenden exotischen Aromen. Am Gaumen eine fast sinnenverwirrende, konzentrierte Frucht, eingebunden in eine perfekte Säurestruktur, mächtiger Körper, „fett”, dennoch von vibrierender Vitalität, sehr tief, vielschichtig und rassig, kernige mineralische Würze, ein ganz großer, herrlich balancierter Wein, der extrem lang anhält, dabei das hohe Lied erzählend von der Magie exotischer Düfte.
Zu genießen ab sofort (Dekantieren), Höhepunkt 2006 bis nach 2012.



951603 Westhofen Morstein, Riesling trocken (Großes Gewächs) 2003 26,90 Euro
Der Westhofener Morstein ist eine reine Südlage, deren schwere Tonböden die in diesem trockenen und heißen Mikroklima so eminent wichtige Wasserversorgung sichern und dessen beste Parzellen eindeutig in dem von den Kellers bewirtschafteten oberen Gewann liegen, da die Trauben aufgrund der Höhenlage hier später ausreifen und dem fertigen Wein aufgrund der längeren Vegetationsperiode wesentlich mehr Frucht und Finesse verleihen als in den weiter unter gelegenen Parzellen. Zudem sorgt ein hoher Anteil an verwittertem Kalkstein im Untergrund für eine rassige Frucht und die einzigartige mineralische Struktur in diesem absoluten Weltklasseriesling.
Der Jahrgang 2003 liefert einen gleichermaßen kraftvollen wie komplexen Wein, dessen prickelnde, ungemein zupackende expressive Mineralität vom Klang der Mineralien aus den Tiefen des Bodens erzählt, die der Lage „Morstein” ihr einzigartiges, unverwechselbares Profil verleihen und im Glase zu einem gewaltigen vielstimmigen Chor mit einer faszinierenden Tiefe anschwellen. Betörend fruchtige Nase nach Pfirsichen, Aprikosen und Mango, unterlegt mit einer unglaublich intensiven, abgrundtiefen mineralischen Würze.
Am Gaumen anfangs verschlossen. legt dann im großen Glas ungemein zu, feinfruchtig und wiederum – DAS Signum seines Terroirs – extrem mineralisch. Animierende Säure, sehr, sehr tief und saftig, komplex, hochelegant, betörendes Spiel, transportiert die faszinierende Leichtigkeit des Seins, wie es sonst nur größte moselanische und Rheingauer Lagen vermögen und ist dabei doch so konzentriert, dicht und großartig strukturiert, dass er gleichfalls Assoziationen bester Wachauer Lagen evoziert, zupackend, extrem lang, phantastisches Potential, Höhepunkt 2006 bis nach 2012.
Dieser majestätische Riesling ist die wohl gelungenste Interpretation der großen Westhofener Lagen, die ich bis heute im Glase hatte. Eine Hymne an die Mineralität und Komplexität großer trockener Rieslinge, die mich derart begeisterte, dass ich mir am liebsten bei meiner Verkostung das Fass auf den Rücken geschnallt und mit dem gesamten Inhalt durchgebrannt wäre.



Die Auslieferung der Großen Gewächse erfolgt nach ihrer Freigabe am 1. September 2004.

Nehmen Sie uns beim Wort: Das Weingut Keller ist ein wahrer Glücksfall für den gesamten heimischen Weinanbau, der hilft, der Reputation großer trockener Rieslinge deutscher Provenienz weltweit die ihm gebührende Strahlkraft zu verleihen.

P.S.: Um nochmals auf die Buddenbrooks zurückzukommen: Felix, der knapp 6jährige Sohn von Klaus-Peter Keller und seiner ebenso sympathischen wie hübschen Frau Julia, wird ganz sicher dafür sorgen, dass auch die nächste Generation der Kellers einen anderen Weg als die Buddenbrooks gehen werden. Nicht nur, dass er, ohne noch Lesen zu können, bereits voller Stolz die Nummern der einzelnen Rieslingfässer einer bestimmten Lage zuordnen kann:
Diebisch grinsend und mit leuchtenden Augen kam er nach meiner Verkostung des großen Jahrgangs 2003 mit einer Flasche an unseren Tisch: Die weggeschütteten Fassproben hatte er eigenhändig abgefüllt und mit einem Korken versehen: Die Geburtsstunde einer Cuvée Felix, sich noch jeder Bewertung entziehend, aber ein Versprechen für eine große Zukunft.


Weingut Hermann Dönnhoff – Nahe

930303 Niederhäuser Herrmannshöhle, Großes Gewächs Riesling trocken 2003 24,00 Euro
Wohl DIE Spitzenlage der Nahe: Windoffener (daher kaum Botrytis), steiler Südhang zur Nahe, Niedrigerziehung der Rebstöcke wegen Ausnutzung der Bodenwärme, Kompostierung der Böden, um die Feuchtigkeit optimal zu speichern, Grauschieferverwitterung und komplexe Mischung verschiedener Gesteinstypen: „Heute wird der Name Niederhäuser Herrmannshöhle von Weinfreunden auf der ganzen Welt mit Ehrfurcht ausgesprochen, Helmut Dönnhoff verhalf den Weinen aus dieser Lage zu mehr als nur Beachtung und Bewunderung – er gab ihnen eine Aura”, so urteilt Stuart Pigott zu Recht im WEINGOURMET 3/2003. Diese Lage mit ihren bis zu über 60 Jahre alten Reben bringt intensivst mineralische Weine hervor, sehr komplex, ungemein konzentriert, füllig, dicht, elegant, extraktreich, extrem tiefgründig, mit herrlichen Pfirsich- und Zitrusaromen, am Gaumen druckvoll, schöne Balance, unfassbar lang, über 1 Minute anhaltend. Dieser große spektakuläre Riesling gehört zu den besten trockenen Weißweinen des Jahres in ganz Deutschland und demonstriert durch seine Stilistik eindrucksvoll, warum in Weinbauregionen kalte Nächte und somit große Temperaturunterschiede zum Tag eminent wichtig sind: welch fabelhafte Frische, welch große Eleganz und Finesse, welch beeindruckende mineralische Strahlkraft und welch perfekte Säurestruktur! Doch wird dieses Rieslingunikat noch eine Weile unnahbar bleiben: Zwar erbringt die große Lage Herrmannshöhle infolge der Vielfalt ihrer Gesteinstypen Rieslinge, die auch schon in der Jugend phasenweise infolge ihrer Harmonie, ihrer aromatischen Komplexität und dem perfekten Zusammenspiel aller Faktoren dem Kenner große Freude bereiten, doch machen sie immer wieder trotz ihrer Noblesse Phasen der „Aufsässigkeit” durch. Und dieses Große Gewächs, wohl der beste trockene Riesling, den Dönnhoff jemals produzierte, wird infolge seiner „ungeheuren” Mineralität, Tiefgründigkeit, Stoffigkeit, nie zuvor erlebten Fülle und Wuchtigkeit einige Zeit der Reife benötigen; daher zu genießen voraussichtlich erst Ende 2005 bis nach 2012. Ein Weltklasseriesling fast jenseits der sprachlichen Beschreibbarkeit, ein großer Wein, der sich beim meditativen Genuss dem kundigen Liebhaber von selbst erklären wird.


Ab September 28,00 Euro