Saarlouis, 18. Juni 2004

Domaine de la Grange des Pères 2001 – vielleicht der spektakulärste Wein, der bisher im Languedoc erzeugt wurde!

Wohl kaum ein anderer Wein aus dem Süden Frankreichs ist binnen eines Jahrzehnts zu einer solchen Legende, einem weltweit derart gesuchten Kultwein geworden, wie der rote „Grange des Pères” aus dem faszinierenden Tal des kleinen Flüsschens Hérault. Welcher Wein des Languedoc ist sonst bei Insidern derart in aller Munde, wie dieser schon aufgrund seiner Rebsortenzusammensetzung (Syrah, Mourvèdre und Cabernet-Sauvignon) einzigartige Rotwein, der aufgrund seiner niedrigen Produktionsmenge von ca. 20.000 Flaschen leider nur von wenigen Glücklichen jemals verkostet werden konnte und der in Deutschland aufgrund seiner bisherigen Vertriebsstruktur nur wenigen Eingeweihten ein Begriff war, die diesen monumentalen Wein in renommierten Sternerestaurants genießen durften.

Laurent Vaillé, mittlerweile Vorbild einer ganzen Schar junger innovativer Winzer aus Frankreichs wildem Süden, ist ein sehr scheuer Mensch, der selten in der Öffentlichkeit auftritt oder in den Medien präsent ist. Um so mehr lässt der „Verrückte”, wie man ihn noch Anfang der 90er Jahre in der Region verspottete, als er in kühlen Höhenlagen inmitten eines unwirtlichen Stein- und Felsenmeeres seine Edelreben anpflanzte, die Qualität seines Weines für sich sprechen, beseelt von der Vision, „DEN Grand Cru des Hérault” zu vinifizieren. Nach Lehr- und Wanderjahren auf Weltklassedomainen wie Chave, Comtes Lafont , Coche Dury und Trévallon schlug sein 92er Jungfernjahrgang unter Kennern ein wie eine Bombe, sein phänomenaler Rotwein besaß eine bis dato im Languedoc nie gesehene Finesse und Eleganz, kombiniert mit einer großartigen Beerenfrucht und einer subtilen Gewürzaromatik. In den Folgejahren wurden seine Weine immer dichter, konzentrierter, legendärer, verloren aber niemals ihre phantastische Eleganz und Finesse. Parker behauptet, der aufgrund seiner geringen Produktionsmenge „unter Weinliebhabern noch weitgehend unbekannte Laurent Vaillé, ein großer Weinmacher, ist neben Jean-Paux Rosset von Château de la Negly einer der beiden Lokomotiven, Vorbilder und Zugpferde des gesamten Languedoc. Sein Geheimnis: Niedrige Erträge!”

Diesen Elogen ist nichts mehr hinzuzufügen, außer einer Beschreibung des phantastischen 2001ers, des zusammen mit dem 2000er wohl besten Weines, den das visionäre Genie Vaillé bisher vinifiziert hat und dem Hinweis, dass dieser atemberaubende Wein in seiner eher kühlen, expressiven Stilistik, in seiner für das Languedoc unnachahmlichen Eleganz und Finesse den Gegenpol zu den großen, opulenten Spitzenweinen von Negly bildet. Meine ganz besondere Empfehlung.


352101 Grange des Pères, rouge 2001 49,00 Euro
Sattes Brombeerrot in der Farbe, wie in allen großen Jahrgängen unmittelbar nach der Öffnung deutliche Anklänge an Weltklasseweine von der Côte Rôtie, in der Nase ein komplexes Bündel von Cassis- und traumhaft schönen, leicht süßlichen Waldbeerenaromen, dazu zartes Rauchfleisch, Kirschen und feinste Würze.
Am Gaumen beeindruckt zunächst ein exzellentes Säuregerüst, das ein immenses Potential verspricht, dazu fasziniert dieser edle Wein mit einer wesentlich finessenreicheren und kühleren Stilistik, die so anders ist als fast alles, was es sonst im Languedoc gibt und Assoziationen weckt an große Pinot Noir bester burgundischer Provenienz; dieser phantastische Wein präsentiert sich dicht, konzentriert und dennoch hoch elegant, ausgestattet mit einer hinreißenden Fruchtsüße.
Unmittelbar nach der Öffnung noch präsente, kompakte, aber sehr geschliffene Tannine, subtile Finesse, hinter einer ganzen Wagenladung voll subtiler, differenzierter Frucht offenbart sich bereits heute nach 24 bis 48stündiger Öffnung mehr und mehr die ungemein komplexe Aromenvielfalt, die enorme Frische und das großes Potential.
Ein monumentaler, ja ein emotionaler Wein aus dem großen Jahrgang 2001, gereift in gebrauchten Barriques von Coche Dury aus dem Burgund, an dessen phänomenale Weine dieser Grandseigneur aus Samt und Seide erinnert, der bei aller Eleganz über eine derart bemerkenswerte Dichte und eine solch fabelhafte Struktur verfügt, dass man ob so viel Finesse und Ausstrahlung und einer schon in der Jugend sichtbaren Größe – und erst recht bei Bewertung seines enormen Potentials – kaum zu glauben vermag, dass der französische Süden über Jahrzehnte in einem Dornröschenschlaf verfallen war.
Ein geniales Kunstwerk, zweifellos zu den besten Weinen Frankreichs gehörend, ein unkopierbarer Individualist, geprägt von den Aromen spektakulär reifer (aber aufgrund der kühlen Höhenlage in keinster Weise überreifer oder eine marmeladige Stilistik produzierender) Trauben der Edelreben Syrah, Mourvèdre und Cabernet-Sauvignon, von einzigartigem autochthonem Charakter, der ihn unverwechselbar und damit konkurrenzlos werden lässt. Wie sein bereits legendärer Jahrgangsvorgänger ein Wein, wie ihn auch ein großer Winzer nur ein paar Mal im Leben vinifiziert!