Saarlouis, im September 2003

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Cuvée mit dichtem Fruchtpotpourri
Wein-Tipp – Heute: 2001 Ansata, Domaine Marc Kreydenweiss, Frankreich

Bekannt geworden ist Marc Kreydenweiss durch seine Weine im Elsass, wo er 1948 in Straßburg das Licht der Welt erblickte. Seine Familie betreibt den Weinbau seit über drei Jahrhunderten. 1971 übernahm Marc das elterliche Weingut und entschloss sich Jahre später, nur noch Weine von höchster Qualität herzustellen. Er wählte eine neue sensorische Erfahrungsdimension: das Terroir. Dabei wurden seine Weine dichter und die Geschmacksvielfalt und Nachhaltigkeit erhöht.

Sein stetes Streben nach Perfektion führte ihn 1989 auf den Weg des biodynamischen Anbaus. Durch sorgsames, ständig wiederholtes Hacken und die Versorgung mit homöopathisch zubereiteten Präparaten beleben sich die Böden. Dadurch werden sie ausgewogener und bringen gesündere und wertvollere Trauben hervor.

Die Domaine umfasst heute 13 Hektar und wird von seiner Ehefrau Emanuelle, seinem Sohn Manfred und ihm selbst bewirtschaftet. In den Neunzigern kam verstärkt der Wunsch auf, sich der Leidenschaft für Rotwein zu widmen. 1999 kaufte er die Domaine des Perrières im Languedoc- Roussillon hinzu. Die mediterrane Landschaft, das eigene Klima und die geologischen Beschaffenheiten inspirierten ihn. Als Rebsorten sind hier der lokale Carignan, Syrah und Grenache, die teilweise bis zu 40 Jahre alt sind, ansässig.

Der Ansata ist die jüngste Cuvée von Marc Kreydenweiss. Sie stammt aus den Trauben von besonders ausgewählten Parzellen, die teilweise am Rande des Rhône-Tals liegen. Die Rebstöcke stehen auf einem Boden, der von dem gerundeten Rhônekiesel Gress geprägt ist. Daraus beziehen sie ihre Vitalität und bringen den einzigartigen Terroir-Geschmack hervor.

Der Name Ansata wurde als Bild einer Verbindung zwischen Winzer und Weinliebhaber gewählt. Im alten Ägypten stand das Ansatakreuz schon für die Dreiheit Leben, Liebe und Fruchtbarkeit.

Die Cuvée wurde zusammengestellt aus Grenache, Syrah, Carignan und Merlot und reifte 14 Monate in neuen französischen Barriques. Wenn es eine schwarze Farbe beim Rotwein geben würde, dann würde man sie hier erkennen. Der Wein wirkt sehr konzentriert und zeigt ein dichtes Fruchtpotpourri von dunklen Waldbeeren und getrockneten Pflaumen auf. Blumige Noten nach Veilchen und blauem Flieder verstärken den angenehmen Eindruck. Der Gaumen wird mit Süßholz, Schokolade und Blaubeeren gekitzelt. Seine opulente und mollige Art wird von einer reifen und gut integrierten Säure im Zaum gehalten. Der lange Nachhall erinnert an eine in Alkohol eingelegte Kirsche, die von zarter Bitterschokolade umhüllt ist. Ein idealer Partner zum Ansata sind in Kräuter eingelegte Lammkoteletts, die auf Holzkohle gegrillt wurden. Bon Appetit!


René Baumgart
© WELT.de 1995 - 2003


304301 Perrières, „Ansata”, VdP des Côteaux Flaviens, Vallée du Rhône, rouge 2001 12,50 Euro

leider bereits ausverkauft!