Saarlouis, 30. Mai 2003

Spektakuläre Neuaufnahme bei Pinard de Picard:
Domaine Gauby

Im exzellenten Jahrgang 2001 die ultimative Herausforderung finessenreicher und eleganter Bordelaiser Gewächse

Seit Jahren gehört Gérard Gauby zweifellos zu den besten Winzern des gesamten französischen Südens und dennoch haben wir lange gezögert, ihn in unser Programm aufzunehmen. Der Grund liegt darin, dass ich die Weine zwar schon immer als ungeheuer konzentriert, dicht, ja als gewaltig eingestuft habe, ihnen für meinen Geschmack aber die Finesse und Eleganz fehlte, die sie weit über die anderen Weine der Region gestellt und die ihre bereits damals hohen Preise gerechtfertigt hätte.

Natürlich kann man über diese Einschätzung diskutieren, aber nicht mehr darüber, dass mit Gaubys großartigen Jahrgängen 99/2000 ein Stilwandel einsetzte, der statt auf übermäßige Konzentration und schiere Kraft bei immer noch vorhandener großer Dichte auf eine fabelhafte Finesse, eine hohe Eleganz und ultrafeine, geschliffene Tannine setzt und der in den traumhaften Weinen des exzellenten Jahrgangs 2001 seinen vorläufigen Höhepunkt, aber sicherlich nicht seinen Abschluss, findet.

Gauby hat als einer der ersten Winzer des Languedoc-Roussillon begriffen, dass die Zeit der überkonzentrierten Monsterweine vorbei ist, dass der kundige Weinliebhaber zwar dichte, aber keine überextrahierten Weine, zwar vollmundige und geschliffene Gewächse, aber keine Fruchtbomben mehr im Glase haben möchte: Delikate Finesse und hochfeine Eleganz, gepaart mit feinster Mineralität, betörender Fruchtfülle, animierender Frische, vibrierender Rasse und sagenhaft weichen, seidenen, cremigen Tanninen, Trinkgenuss pur statt marmeladiger Punkteheimsterer („Marmelade ist gut fürs Brot, aber nicht für den Wein”), Gaubys extraktreiche Weine demonstrieren exemplarisch die Zukunft dieser großartigen Region und die wahre Alternative zu Bordelaiser Hochpreisgewächsen.

Gaubys in biodynamischer Arbeitsweise erzeugte Weine sind zuallererst die Folge von Niedrigsterträgen auf „lebenden Böden” und äußerst penibler und aufwendiger Weinbergsarbeit (Maultiere ersetzen die Traktoren) und somit der unverfälschte Ausdruck von Klima, Bodenbeschaffenheit und handwerklicher Kunst des Winzers, eines einzigartigen Terroirs eben auf der Hochebene von Calce im Herzen des Roussillon.
Legt Gauby in seinen in die intakte Naturlandschaft eingebetteten Parzellen den Grundstock für seine herausragenden Qualitäten, so findet diese handwerkliche Arbeit ihre logische Fortsetzung im gekonnten, feinfühligen Ausbau (kaum noch Untertauchen der Maische oder Umpumpen des Mostes) im Keller, der zum einen gekennzeichnet ist durch eine spontane Vergärung in hölzernen Gärbottichen und kleinen Betontanks, in denen durch die ausschließliche Verwendung weineigener Hefen der Gärverlauf langsam erfolgt und so eine Extraktion auch der feinsten Inhaltsstoffe der Trauben ermöglicht. Zum anderen forciert Gauby einen langen Hefekontakt und eine immer stärkere Zurücknahme des Holzes infolge einer immer weiter voranschreitenden Umstellung vom Barrique auf neue Eichenholzfuder, was den Weinen noch mehr Finesse und Geschliffenheit vermittelt und zu der im Weinberg angelegten Dominanz des Terroirs über den Rebsortencharakter beiträgt.

So sind diese großartigen, perfekt ausbalancierten, harmonischen Weine aus dem exzellenten Jahrgang 2001 die ultimative Herausforderung finessenreicher und eleganter Bordelaiser Gewächse, sie sind DIE Antwort des Südens auf die großartigen Weine der klassischen Regionen der Welt.
Die Bibel der französischen Weinliebhaber, das „Classement des meilleures vins de France 2003” von Bettane & Desseauve, vergibt der Domaine Gauby als einziger des gesamten Südens 2 Sterne, was bedeutet: „Produzent sehr großer Weine in den besten Lagen Frankreichs”. Diesem Lob braucht man wohl nichts mehr hinzuzufügen, Gérard Gauby zählt mittlerweile zweifelsfrei zu Frankreichs kleiner avantgardistischer Winzerelite.


354201 Côtes du Roussillon Villages „Vieilles Vignes”, blanc 2001 26,00 Euro
Eigenständige, charaktervolle, mineralisch frische Cuvée aus alten autochthonen Weißweinreben wie Grenache Blanc und Gris, und Malvoise, der eine behutsame Zugabe von kleinen Mengen Viognier und Chardonnay zur aromatischen Abrundung verholfen haben.
Zusammen mit dem legendären Weißwein von „Grange des Pères” die Referenz für komplexe, vielschichtige, fruchtige, Weißweine aus einer heißen Region, von der man kaum zu glauben vermag, welch aromatische, frische, geschmacksintensive Tropfen sie hervorzubringen in der Lage ist und die man infolge ihrer Finesse und Eleganz in einer Blindprobe niemals in den französischen Süden einordnen würde.
Zu genießen ab sofort (Nicht zu kalt und unbedingt dekantieren) in großen Burgundergläsern bis wenigstens 2010.

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354301 „Coume Gineste”, VdP blanc 2001 49,00 Euro
Legendäres Weißweinunikat in homöopathischer Dosis: Grenache Blanc, Grenache Gris und Viognier aus winzigen Erträgen ergeben einen hochkomplexen Weißwein, der die Träume fortgeschrittener Kenner und Genießer wahr werden lässt und der in seiner einzigartigen Klasse nur noch in hochwertigen Burgundern eine adäquate Konkurrenz findet. Zu genießen ab sofort nach mehrstündigem (bis zu 24 Stunden!) Dekantieren, Höhepunkt 2005 bis 2010.

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354401 Côtes du Roussillon „Vieilles Vignes” rouge 2001 34,00 Euro
Uralte Grenache- und Carignanreben aus dem Ende des 19ten Jahrhunderts, dazu etwas Syrah und Mourvèdre (über 50 Jahre alt) ergeben einen der besten Rotweine des gesamten französischen Südens, der seiner faszinierenden Frische und Kühle, seiner fulminanten Finesse und Eleganz und seines ganz eigenständigen Charakters wegen fast Referenzcharakter besitzt.
Keine marmeladige Überreife, Rumtopfnoten oder uniforme Schokoladennoten vom neuen Barrique attackieren Gaumen und Nase, stattdessen brilliert dieser autochthone, tiefstdunkle Wein mit einer sagenhaften Fruchttiefe und einer noblen Aromatik: edle, burgundisch kühle, hochkomplexe, feinwürzige Beeren- und Kirscharomen in Nase und Gaumen, traumhaft feine, in dieser Form bisher im französischen Süden nie zuvor erlebte seidige Gerbstoffe, enorm lang anhaltend.
Dies ist ein Spitzenwein, der im internationalen Maßstab keinen (Preis-) Vergleich zu scheuen braucht. Aufgrund der unendlich feinen Tanninstruktur bereits heute ein Hochgenuss, Höhepunkt 2005 bis 2010.

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354501 Côtes du Roussillon „Muntada” rouge 2001 67,00 Euro
Junge Syrahtrauben von einer traumhaften, nach Nordwesten! ausgerichteten großartigen Einzellage und uralte Grenache- und Mourvèdrereben ergeben den für mich persönlich besten Wein des gesamten französischen Südens im großartigen Jahrgang 2001:
Fabelhafte Konzentration, Dichte, Tiefe und Extrakt (aber kein Konzentrationsmonster), gepaart mit einer einzigartigen Finesse, Frische und Mineralität formen einen sagenhaften Wein der absoluten Weltspitze mit dem Potential für eine Legende, der mediterrane Reife und phantastische Aromenvielfalt mit nobler Bordelaiser Eleganz vereint.
Dieser subtile, hochkomplexe, beerenwürzige Wein setzt neue Maßstäbe, betört, fasziniert, fordert die Sinne, macht sprachlos gar. Seine noble Frucht, seine exorbitante Fruchtsüße, seine Gerbstoffqualität, die von größten burgundischen Gewächsen nicht übertroffen werden kann, seine subtile, sich am Gaumen langsam aufbauende Aromenintensität (bei der Fassprobe im März dieses Jahres präsentierte sich der Grenacheanteil in einer Qualität, wie ich dies bisher nur bei Rayas in größten Jahrgängen erlebt habe), all dies macht diese unvergleichliche Kreszenz zum bisher unerreichten Vorbild aller Weine des gesamten Midi! Ein einzigartiges Gewächs, die südfranzösische Wärme mit einer wunderbaren Leichtigkeit des Seins und einem tiefen inneren Wunsch nach einem intensiven, meditativen Genuss in sich vereinend. Zu degustieren jetzt in seiner phantastischen Primärfruchtphase und dann zu genießen von 2005 bis 2015.

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WEINWISSER: 19/20 Punkten