Saarlouis, 20. März 2003

Domaine de la Côte de L’Ange

Wir präsentieren den ersten großen Châteauneuf-du-Pape aus dem Jahrhundertjahrgang 2001

Wir haben Sie seit Spätherbst 2001 immer wieder nach unseren Verkostungsreisen an die südliche Rhône informiert: 2001 wird in Châteauneuf-du-Pape ein Jahrhundertjahrgang, vergleichbar nur noch 1978, 1990, 1998 und 2000 (an der übrigen südlichen Rhône ist dies differenzierter zu sehen, darüber mehr in den nächsten Tagen).
Meine gerade abgeschlossene Degustationstour mit Verkostungen aller großer Châteauneuf bestätigt meine vorherigen Erfahrungen ausdrücklich: 2001 scheint selbst seinem großartigen Jahrgangsvorgänger noch einmal leicht überlegen, scheint so das berühmte i-Tüpfelchen in der Abfolge vierer großer Jahrgänge nacheinander zu sein, (Parker spricht von einem „excellent to outstandig year” und vergibt höchst gerechtfertigt einen wahren Punkteregen), bevor wir nächstes Jahr mit dem höchst problematischen Jahrgang 2002 konfrontiert werden, der in Châteauneuf nur in Einzelfällen wirklich gute Weine hervorbringen wird.

Heute präsentieren wir Ihnen ein in Deutschland noch gänzlich unbekanntes Gut, das wir dem Insidertipp eines renommierten Önologen verdanken (der u..a. für die Weine von Pégau, Clos du Caillou und Les Cailloux verantwortlich zeichnet), der mich regelrecht auf die Domaine de la Côte de L’Ange „verschleppte”, da deren Weine in der Vergangenheit, wenn ich sie denn auf meinen Reisen verkostete, keine rechte Begeisterung aufkommen ließen, zu durchschnittlich die Qualitäten. Doch wie bei so vielen Weingütern in der Welt: Ein Generationenwechsel auf dieser uralten Familiendomaine, die früher ihre Trauben zumeist an Négociants verkaufte, und unter der Ägide von Corinne Gasparri und ihrem Mann Yannick sind in den letzten Jahren die Qualitäten drastisch angestiegen, um im Jahrhundertjahrgang 2001 erstmals wirklich groß zu sein.
Die Quelle dieser außerordentlich schönen Weine ist in dem erstklassigen, zumeist im Norden von Châteauneuf-du-Pape gelegenen unterschiedlichen, teilweise sandigen, teilweise mit den berühmten großen roten Steinen bedeckten Terroir zu suchen, dass durch seine Heterogenität zur großen Komplexität der Weine beiträgt und das mit teilweise uralten Rebstöcken bepflanzt ist.

Wir freuen uns aber nicht nur wegen der sofort auch von Parker erkannten hohen Qualität, Ihnen heute dieses wahre Kleinod aus Châteauneuf-du-Pape anbieten zu können, insbesondere die höchst moderaten Preise in der nach Parkers Bewertungen aufgeheizten Stimmung von Châteauneuf machen unsere Neuentdeckung zu einem regelrechten Schatz: Wo finden Sie heute noch von Parker mit über 90 Punkten beurteilte große Châteauneuf-du-Pape für deutlich unter 20,00 Euro?


170101 L’Ange, Côtes du Rhône, rouge 2001 7,80 Euro
Diese in gebrauchten Barriques ausgebaute Cuvée aus 85% Grenache, der Rest Syrah und Mourvèdre stammt aus erst 2000 erworbenen erstklassigen, sandigen Parzellen bei Roquemaure, unmittelbar an Châteauneuf angrenzend, und kann nur als preisliche Sensation bezeichnet werden. Welch herrlich saubere, klare, frische Frucht, für seine Preisklasse erstaunlich dicht und konzentriert, in seiner Stilistik an traditionelle Châteauneuf erinnernd, Trinkspaß ab sofort, Höhepunkt Ende des Jahres bis mindestens 2006.

Produktabbildung



170201 L’Ange, Châteauneuf-du-Pape, rouge 2001 18,50 Euro
Purpur- bis rubinrote Farbe, das überwältigende Aromenspektrum, das dem Glase entströmt, wird zur Zeit noch dominiert von einem Strauß provenzalischer Kräuter, von asiatischen Gewürzen und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer, nach längerer Öffnung gesellen sich süßliche schwarze Kirschen dazu. Parker bemerkt wörtlich, dieser dichte Wein sei „im Stil von Pégau und Henri Bonneau gemacht”, ich selbst finde Anklänge an Brunels puristischen „Les Cailloux”, eine bemerkenswerte Frische, keinerlei Anzeichen von Überreife, die in 2001 in vielen Châteauneuf-du-Pape-Weinen dominiert und mag diesen eher schlanken, völlig eigenständigen Stil sehr. Der Wein wurde gerade abgefüllt, trifft Ende März bei uns ein, ist sofort genießbar und hat seine optimale Trinkreife 2004 bis 2015. Ein absoluter Preis-Leistungshammer, ein erstklassiges Schnäppchen, das in Amerika bereits 32,00 $ kostet!

Produktabbildung



P.S.: Als wir Ihnen vor etwa einem Jahr eine erstmalig produzierte Specialcuvée von Michel Tardieu aus dem Jahrgang 2001 in Subskription angeboten haben, mit einer Bewertung des Weines, die gar noch höher ausfiel als die des schon hervorragenden Vieilles Vignes, gab es einige Aufregungen in der Szene, die in obskuren Vorwürfen uninformierter Kreise gipfelten, diese (von mir übrigens mehrfach verkostete) Cuvée existiere entweder gar nicht oder habe nicht die gewohnte Qualität Tardieuscher Weine. Nun, unsere Kunden, die uns wie stets vertrauten, können sich freuen, einen längst bei uns ausverkauften Wein bestellt zu haben, auf den nach Parkers - eher vorsichtiger Bewertung - mit 95-98 Punkten im neuen wine advocate 145 ein enormer internationaler Run eingesetzt hat. Und ich schätze, nach einem weiteren Jahr Fassausbau (insgesamt 3 Jahre im Stil traditioneller Châteauneuf-du-Pape-Weine) wird dieses großartige Gewächs nahe der Idealnote sein.