Roussillon

Das spektakulär schöne Roussillon ist unbedingt eine Reise wert; bereits im Februar bilden die Mimosen ein gelbes Blütenmeer und unter den Palmen reifen Zitronen und Orangen. Der Blick von höher gelegenen Hügeln auf die atemberaubend schöne Landschaft ist spektakulär. Auf der einen Seite die schneebedeckten Pyrenäen, im Tal die blühenden Bäume und Sträucher, am Horizont das blau schimmernde Mittelmeer, ein kleines Paradies. Gänsehautatmosphäre! Und die kleine Region des Roussillon unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht deutlich vom flächenmäßig weit größeren Languedoc. Kein Wunder, liegt sie doch, abgeschlossen wie ein natürliches Amphitheater, im äußersten südlichen Zipfel Frankreichs, unmittelbar an der spanischen Grenze – geschützt und begrenzt durch drei Gebirge (den Corbières im Norden, dem Canigou im Westen und den Albéres im Süden) und das blaue Mittelmeer im Osten. Hier ist das Klima besonders sonnenreich, die Winter ungewöhnlich mild und die Sommer sehr warm, so dass diese Region als die beste Zone für den Anbau von Obst und Gemüse in Frankreich gilt, aus der im Frühling auch immer die ersten frischen Produkte den Feinschmecker in ganz Europa verwöhnen. Die raren Niederschläge, der heftig wehende Tramontane-Wind – ein Nordwind, der die Reifung der Trauben fördert und Krankheiten der Reben verhindern hilft –, sowie morphologisch sehr differenzierte, oft schieferhaltige Böden sorgen für terroirbetonte Weine ureigenen Charakters.

Sie sind in ihrer Stilistik häufig eleganter als jene aus dem Languedoc – die berühmten Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier nur die Regel – und je nach Ausbaustil sehr stark von einer fabelhaften Finesse und Mineraltät (z.B. bei Gauby, der in den nördlich gelegenen, kühleren Hochlagen von Calce angesiedelt ist) oder einer betörenden Frucht (z.B. auf Boudau, deren beste Lagen sich auf sanften, aber steinigen Hügeln in der Ebene von Perpignan befinden oder im adlerhorstähnlich gelegenen Força Real) geprägt. In den letzten Jahren haben sich fast alle Spitzenwinzer einem Stil verschrieben, der deutlich weg geht von (zu) hohen Alkoholgradationen hin zu mehr Frische und damit zu einer höheren Trinkigkeit ihrer Weine! Im Roussillon werden neben den trocken ausgebauten Weiß-, Rosé- und Rotweinen (identische Rebsorten wie im Languedoc) auch zahlreiche, von Kennern und Liebhabern hoch geschätzte Süßweine wie Rivesaltes, Maury oder (an den Schiefer-Steilhängen zum Mittelmeer) traumhaft finessenreiche Banyuls produziert. All diese besonderen geographischen, klimatischen und stilistischen Aspekte haben uns bewogen, das Roussillon, dessen Name übrigens von der römischen Siedlung „Ruscino” in der Nähe des heutigen Perpignan herrührt, als eigenständige Region zu führen, wenn auch die Geschichte des Weinbaus in den letzten Jahrzehnten weitgehend mit der des Languedoc identisch ist.

Zu den aktuellen Jahrgängen im Rossillon: 2006 scheint nach all meinen bisherigen Proben noch einen Wimpernschlag vor den fabelhaften Zwillingsjahrgängen 2004/5 (großartige ältere Jahrgänge waren 98 sowie 89/90, doch seitdem hat sich so viel Positives in der Weinbergs- und Kellerarbeit getan, dass die neuen Jahrgänge deutlich bessere Weine erbringen) der beste Jahrgang der Neuzeit zu werden. Warum? Nun, im Winter hatte es viele Niederschläge gegeben und die in den Vorjahren arg strapazierten Wasserreserven im Boden waren endlich wieder bestens aufgefüllt. Dann regnete es im gesamten Frühjahr bis weit in den Sommer hinein überhaupt nicht mehr: Die Trauben befanden sich in einem kerngesunden Zustand! Und als dann so langsam die Wasservorräte im Boden aufgezehrt waren und man befürchten musste, dass vielleicht ein Trockenstress eine optimale Reife der Trauben blockieren würde, gab es Mitte August und Mitte September leichte Regenfälle von einigen wenigen Millimetern. Es regnete gerade so viel, wie nötig war, um Reifeblockaden zu verhindern, ohne irgendwelche Fäulnisprobleme zu bekommen, die im Bordelais den Winzern das Leben schwer machten. Es war einfach traumhaft, Wetterbedingungen, wie von den Winzern bestellt: Optimale Erntemöglichkeiten waren die Folge!

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