Aus der Region Pfalz:
VORSICHT: BISSIGER KALK vom Urgestein deutscher Rieslingkultur!

„Seine Weine aus der berühmten Lage Saumagen sind Weltklasse.” So begann bereits 1998 ein Artikel in der Zeitschrift FEINSCHMECKER. Im gleichen Jahr kürte das Magazin den Besitzer des Traditionsgutes Koehler-Ruprecht, Bernd Philippi, zum Winzer des Jahres. Zweifellos, das Pfälzer Urgestein und Sympathieträger par excellence, den schönen, genussreichen Dingen des Lebens zugeneigt wie kaum ein zweiter, war in den 90er Jahren die unangefochtene Nummer 1 in Deutschland, was die Qualität trockener Rieslinge betraf. Niemand konnte ihm auch nur annähernd das Wasser reichen. Und seine Saumagen-Legenden (insbesondere die mythischen Jahrgänge 1990, 96, 98 und 2004, in aller Welt gerühmte Meilensteine hin auf dem Weg zum trockenen Weltklasse-Riesling deutscher Provenienz) gehören seit jeher zu meinen persönlichen Lieblingsweinen und demonstrieren ihre exorbitante Qualität mit Grandezza auch wieder in einem Jahrhundertjahrgang des deutschen Weins, in 2008.

Bernd Philippi
Kein Wunder, dass Liebhaber auf der ganzen Welt diese Unikate kultartig verehren und Jahr für Jahr große Kontingente aufkaufen, so dass es enorm schwierig war, respektable Mengen für unsere Kunden ordern zu können. Und was besitzen die magischen Rieslinge von Bernd Philippi nur für eine einzigartige Stilistik, wie sie KEINE anderen Rieslinge der Welt aufweisen und sich so in ihrer ungeheuren kalkgeprägten Mineralität dem gewohnten Geschmacksbild entziehen, das Liebhaber in aller Welt von den Weinen der edelsten aller Rebsorten in ihrem olfaktorischen Gedächtnis gespeichert haben! In ihrer Jugend machen diese singuläre Mineralität und der traditionelle Ausbau in teils über 100 jahre alten Holzfässern Bernds Meisterwerke unnahbar in jeder Hinsicht: Extrem verschlossen und von einer brutalen Mineralität in Nase und Gaumen geprägt, die selbst gestandene Weinkenner, denen jedoch die Stilistik der Philippischen Weine unbekannt ist, sie fälschlicherweise bisweilen als korkbehaftet einstufen lassen. Doch lassen sie sich nicht täuschen, verehrte Kunden – Bernds Meisterwerke verbieten schlicht den flüchtigen Blick in ihrer frühesten Jugend. Sie sollten stets über Jahre reifen, um ihren Genusshöhepunkt zu erreichen und in ihrer ganzen Strahlkraft zu betören. Liebhaber der magischen Rieslinge von Koehler-Ruprecht wissen daher, dass auch dieser mineralische Schleier sich nach einiger Zeit der Flaschenreife (daher unbedingt auf unsere Trinkempfehlungen achten, wenn auch alle Weine von Bernd erst dann auf den Markt gelangen, wenn sie, wie die heute präsentierten 2008er, am ANFANG ihrer Trinkreife stehen) lüften und dann eine brillante Frucht, eingebettet natürlich in das feste mineralische Fundament, ihre Herzen betören wird. Bernds wahrlich unvergleichliche Unikate sind wie ein Urschrei der Authentizität in einem Meer belangloser Industrieweinchen, die supermarktkompatibel die Märkte überschwemmen. Originäre, traditionelle Charakterweine versus seelenlose Technoprodukte! Und daher führen wir sie mit großer Freude in unserem Sortiment, wohl wissend, welche Irritationen sie in ihrer Jugend bisweilen auslösen können und nicht ohne Rieslingnovizen eher abzuraten, sich diesen traditionellen Meisterwerken zu nähern.

Sanft schmiegen sich die weltberühmten Kalk-Lagen um das Örtchen Kallstadt
Kenner aber wissen: Selbst Bernds Basisweine belohnen jedes zusätzliche Jahr an Kellerreifung, wie auch jedes längere Öffnen der Flaschen, weil dann die betörende Fruchtigkeit sich immer mehr in den Vordergrund spielt. Wahre Größe braucht Reifung, beim Menschen, wie beim Wein! Und die emotional unter die Haut gehenden Spitzenrieslinge aus diesem weltberühmten Traditionsgut sind grandiose Weltklasseweine. „Entscheidend sind die authentischen Aromen des Saumagens”, sagt der stets gut gelaunte Wein-Kosmopolit Philippi und beteuert: „Wir machen hier knalltrockene Weine und haben noch nie aufgezuckert. Heutzutage ist dagegen vielfach die Suche nach dem schnellen Glück gefragt. Das haben wir noch nie mitgemacht, und genau das schätzt unsere Kundschaft.” Und dann verweist Bernd Philippi auf einen weißen 1900er Corton-Charlemagne aus dem Burgund – für den Kallstädter ein prägendes Weinerlebnis und ein Jahrhundertwein: „Der hatte genau die Aromen wie meine trockenen Saumagen-Auslesen!” Daher nimmt auch Weinjournalist Manfred Lüer in Stuart Pigotts Standardwerk „Wein spricht Deutsch” darauf Bezug und urteilt dezidiert, dass „die südlich ausgerichteten Filetstücke des Saumagens tatsächlich genauso außergewöhnlich sind wie der mächtige, ebenso in aller Welt gerühmte Corton-Berg im Burgund. Zur römischen Zeit war diese Lage ein Kalksteinbruch und diese riesige, mit Brocken aus Kalkstein gefüllte Senke ist einzigartig und produziert Rieslingunikate, die genauso unverwechselbar schmecken. Der 1890 geborene Ernst Koehler, Großvater von Bernd Philippi, begann dort ab 1920 Rieslingreben zu setzen. Koehler leitete bis 1969 das Weingut und war ein absoluter Verfechter des Naturweingedankens. Er ist daher das erklärte Vorbild für Bernd Philippi.
Dabei hat der Enkel nicht nur den klassischen Ausbau des Rieslings im Holzfass weiter verfeinert, sondern sich durch penibelste Selektion der Trauben einen Namen gemacht. So werden – je nach Jahrgang – für die trockenen Auslesen nur die besonders aromatischen, gesunden, kleinen Beeren nach den Farben Gold, Gelb und Grün gelesen, getrennt ausgebaut und erst später, abhängig vom Geschmack des Jungweins, verschnitten. Dann zeigt sich der ganze Triumph des nicht primärfrucht-dominierten Weins: Ein sehr frisches, originäres Aroma, das den Saumagen deutlich schmeckbar macht” und die Tradition dieser grandiosen Lage in den fertigen Wein transmittiert. Bernd Philippi, Pfälzer Urgestein und weltoffener Kosmopolit, der Lebenslust, Weinwissen und Bauchgefühl unschlagbar in seiner Persönlichkeit vereint, ist wahrlich eine der großen Winzerpersönlichkeiten der Welt! Und seine Rieslinge die Essenz der großen Pfälzer Kalklage Saumagen! Kategorie persönliche Lieblingsweine!
