Aus der Region Mosel-Saar-Ruwer:
Unsere Entdeckung des Jahres 2011
Der Lieblingsschüler von Klaus-Peter Keller und Deutschlands größtes Winzertalent verzaubert mit zwei Pretiosen von der Mittelmosel auf absolutem Weltklasseniveau!
Exclusiv bei Pinard de Picard.

Unsere Entdeckung des Jahres 2011: Julian Haart
© Werner Richner
Er ist anders als die anderen. Er hat einen sehr eigenen Kopf. Das zeigte sich schon früh in seiner Jugend, als er, das Kind zweier begeisterter Lehrer, „absolut keinen Bock auf Schule hatte”. Er bolzte stattdessen Fußball, aber noch viel lieber half er seiner Mutter – in der Küche! Immer, wenn Mutter und Sohn mittags nach Hause kamen, zog es ihn magisch an den Herd. Er schnippelte die Zutaten und sog die Aromen von Fisch und Fleisch, von Gemüse und Gewürzen tief in sich auf. „Obwohl meine Mutter sich über die unerwartete Hilfe auch freute, haben meine Eltern damals sehr an mir gezweifelt. In der Schule habe ich zu ihrem höchsten Missfallen nur das Nötigste getan und als sie mir zu meinem 15ten Geburtstag einen Roller schenken wollten, wie ihn auch meine Freunde besaßen, bat ich sie darum, doch für das Geld mit mir in ein Spitzenrestaurant essen zu gehen. Meine Eltern sahen sich zunächst entgeistert an und fragten sich wohl, was sie denn in der Erziehung dieses Kindes alles falsch gemacht hätten. Doch dann erfüllten sie mir meinen Wunsch.”
Aus diesem Geburtstagsgeschenk („Das war wie ein Erwachen für mich. So eine Aromenexplosion in Mund und Nase hatte ich noch nie zuvor erlebt. Das war ganz große Kunst!”) wurde eine Initialzündung. Eine, deren Auswirkungen wiederum seinen Eltern gar nicht gefallen wollte. Julian schmiss die Schule. „Der Unterricht war mir viel zu langweilig. Und zu theoretisch ausgerichtet. Ich selbst bin von meinem ganzen Naturell her ein „Hand”-Arbeiter. Mit meinen Händen nur kann ich meine mir gegebene Kreativität ausleben.” Gedacht, getan. Julian lernte so gut kochen (er arbeitete unter anderem im Sternerestaurant Landgasthof St. Urban und bei Deutschlands Koch des Jahres 2011, Klaus Erfort), dass ich auf der einen Seite zutiefst bedaure, dass er nicht in diesem Metier geblieben ist: Seine Kreationen sind schlichtweg köstlich, ach was, genial. Er ist ein geborener Drei-Sterne Koch!
Aber da gab es ja noch die andere Seite in ihm. Er stammt schließlich aus einer der berühmtesten Winzerdynastien der Mosel – der Name Haart hat seit Jahrzehnten strahlenden Klang – und so lernte er auch das Weinmachen von der Pike an. Werner Schönleber von der Nahe „brachte mir zunächst den Grundschliff bei, bei Heymann-Löwenstein und Egon Müller bekam ich den Feinschliff”. Und als hätte es nicht schon ausgereicht, gleich bei drei deutschen Weltklassewinzern in die Lehre zu gehen, verbrachte er anschließend noch zwei Gesellenjahre bei „Deutschlands Romanée Conti” (VINUM), bei Klaus-Peter Keller in Rheinhessen.
Das war eine harte Zeit für den jungen Mann. Frühmorgens in den Weinberg, dann in den Keller und abends – von wegen Freizeit. Klaus-Peter und Julia Keller hatten sehr schnell das zweite große Talent von Julian Haart bemerkt und so gings abends statt in die Disco ab in die Küche. Damit begann natürlich auch eine ganz besondere Beziehung zwischen dem Meister und seinem „Lehrling”. Da sprechen drei Menschen die gleiche Sprache, sind gleich begeistert von der unermesslichen Aromenvielfalt großer Gerichte und großer Weine und fangen an, sich gegenseitig zu inspirieren. Das, was Klaus-Peter Julian ganz besonders ans Herz legt, ist die Betonung von Finesse und Eleganz im Wein als wichtigstes Kriterium großer Winzerkunst. Die Komplexität der Aromen einzufangen, ihr subtiles Spiel in einem großen Wein sinnlich erfahrbar zu machen, diese Philosophie impft Klaus-Peter seinem Lieblingsschüler förmlich ein und Julian ist ebenso wissbegierig wie gelehrig. Er saugt die Worte Klaus-Peter Kellers, der, selbst noch so jung an Jahren, schon zum Idol einer ganzen nachwachsenden Winzergeneration in Deutschland geworden ist, förmlich in sich auf.

Im Keller dieses traditisreichen Hauses baut Julian seine Pretiosen aus
© Werner Richner
Und er beginnt sofort, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Nicht nur in Keller und Weinberg bei Julia und Klaus-Peter, nein, an der Mosel, seiner Heimat, hat er ein winziges Stückchen Weinberg pachten können. An Wochenenden, wenn er frei hat, düst er in „seinen” Steilhang an die Mosel, ackert und rackert wie ein Besessener, um seinen ersten eigenen Wein vinifizieren zu können. Er ist wie beseelt von der Idee, an der Mosel, dem Synonym für die weltbesten süßen Weine, einen trockenen Riesling zu machen nach den Grundsätzen, die ihn Klaus-Peter gelehrt hatte.
Es kommt die erste, winzig kleine Ernte. Mit Folgen! Beim bundesweit viel beachteten Berliner-Riesling-Cup 2010 geschieht schier Ungeheuerliches: Julians Jungfernwein landet auf dem vierten Platz, inmitten, nein, fast vor der gesamten deutschen Rieslingelite. Welch Paukenschlag beim Eintritt in die große weite Weinwelt.
Ich war zur damaligen Zeit mal wieder in südfranzösischen Kellern unterwegs. Als ich zurück komme, trifft mich die Nachricht wie ein Blitz. Aber wiederum auch nicht ganz unvorbereitet. In den knapp zwei Jahren, in denen ich Julian bei meinen zahlreichen Besuchen auf dem Weingut Keller kennengelernt habe, war ich von seinen Fähigkeiten in der Küche, seiner so seltenen Gabe, mit Aromen geradezu spielen zu können und von Klaus-Peters beständigem Lob über die mustergültige Arbeit seines Lieblingsschülers glei chermaßen erfreut. Wie ein Schock trifft mich nur die Nachricht, dass dieser vorzügliche Wein infolge seines Sensationserfolges binnen Tagen ausverkauft war. „Warum hast Du mir Deinen Wein nicht für Pinard aufgehoben?” fragte ich ihn entgeistert und Julian antwortete ein wenig verlegen „Ich habe doch nicht damit gerechnet, sofort in das Programm von Pinard de Picard aufgenommen zu werden.” Diese bescheidene Zurückhaltung ehrt das junge Winzertalent, doch mein Jagdtrieb ist unwiderruflich geweckt. Wer bei Schönleber und Heymann Löwenstein, bei Egon Müller und Klaus-Peter gelernt hat und mit seinem Jungfernjahrgang die deutsche Winzerelite auf die Plätze verweist, das ist einer für uns! Die Entstehung seines 2010er Folgejahrgangs habe ich daher von Anfang an genauestens verfolgt. Und als klar wurde, dass diese Weine dem 09er in nichts nachstehen, haben wir die gesamte zur Verfügung stehende Ernte für Pinard de Picard exklusiv aufgekauft.
Denn wir sind überzeugt: Julian Haart ist der Mann der Zukunft für trockenen und süßen Riesling von der Mosel. Mein Wort drauf. Werte Kunden, lassen Sie sich diese traumhaften Pretiosen auf keinen Fall entgehen: Es sind Sternstunden des Jahrgangs 2010. Großer Moselwein kann anders, niemals aber besser schmecken!
