Aus der Region Donauland:
Bernhard Ott, legendärer Weinmacher aus dem ungemein spannenden Anbaugebiet Wagram, wird vom FALSTAFF, dem renommierten österreichischen Weinführer, mit dem Titel „WINZER DES JAHRES 2008”, der bedeutendsten Ehrung, die ein Winzer in Österreich erreichen kann, ausgezeichnet. Wir gratulieren „Österreichs Mr. Grüner Veltliner”, wie der sympathische Genuss-Mensch Bernhard Ott in der Weinszene liebevoll tituliert wird, von ganzem Herzen zu dieser großartigen Auszeichnung und präsentieren Ihnen heute seine überragenden Grünen Veltliner aus seinem phantastischen Jahrgang 2007.

Romantische Abendstimmung auf dem Weingut Ott
„Der Grüne Veltliner ist unsere Chance. Der wächst nirgendwo anders auf der Welt. Der kann nicht wie Chardonnay von jedermann übernommen und zum charakterlosen Modewein degradiert werden.” Eigentlich ist Bernhard Ott, ein sinnenfroher, ausgeglichener, barocker Genussmensch, so schnell nicht aus der Ruhe zu bringen. Doch wenn die Rede auf „seinen” Grünen Veltliner kommt, dann wirkt er wie elektrisiert, wird zum engagierten Streiter für eine häufig verkannte, von allzu vielen Winzern zum billigen Durstlöscher abgestempelte Massenrebe. Dann erspürt jeder Gesprächspartner, dass sein leidenschaftliches Plädoyer für Österreichs große autochthone Rebsorte, die unter den Händen begnadeter Winzer höchst anspruchsvolle Spitzengewächse mit cremig-seidener Textur gebären kann, aus tiefstem Herzen kommt.
„Terroir und Rebsortencharakter unverfälscht in die Flasche zu bringen, also die Natur eins zu eins umzusetzen, ist die Maxime all meines Handelns. Eleganz, Kraft, feinnervige Mineralität und insbesondere Finesse sind viel wichtiger als vordergründige Primärfruchtaromen, die durch kalte Temperaturen bei der Vergärung entstehen”, fährt Bernhard Ott fort, während wir in seiner gemütlichen Probierstube degustieren. In unserer Diskussion schweifen seine Gedanken zurück in die Vergangenheit. Bernhard hatte 1992 als 20-jähriger das seit 1889 im Familienbesitz befindliche, 16 ha große, mittlerweile liebevoll restaurierte Weingut und das 800-Seelen-Dörfchen Feuersbrunn im niederösterreichischen Weinbaugebiet Donauland verlassen. „Alles war mir hier – wie vielen jungen Menschen – zu eng. Ich wollte mir den Wind der großen weiten Welt um die Nase wehen lassen. Mein Ziel: viel sehen, viel erleben, viel lernen.” Dazu besuchte er die Spitzenwinzer Europas, machte Praktika, sog neues Wissen und Erkenntnisse förmlich in sich ein. Doch dann erkrankt urplötzlich der Vater und so kehrt Bernhard bereits im Sommer 1993 zur Weinlese nach Hause zurück – den Kopf voller neuer Ideen – und probt eine Palastrevolution. „Ich bin an die Schalthebel der Macht gekommen und habe sie einmal umgedreht. Mal sehen, was passieren würde.” Und kompromisslos krempelt Bernhard – nach seinen Lehr- und Wandermonaten voller Tatkraft und Visionen – alles um: „Weg mit den alten, muffigen, großen Holzfässern, dafür Anschaffung blitzsauberer Stahltanks. Weg von der bis dato betriebenen Sortenvielfalt, dafür Konzentration auf die „Brot-und-Butter-Rebe” Grüner Veltliner. Aber mit viel mehr Finesse, mehr Fülle und viel mehr Eleganz. Der Grüne Veltliner war jahrzehntelang in unseren Breiten ein ständiger Begleiter. Wie ein treuer alter Hund, der aber nur noch still in der Ecke lag. Und dem wollte ich auf die Sprünge helfen.”

Bernhard Ott im Spiegel der untergehenden Abendsonne
Zunächst nimmt jedoch kaum jemand Notiz von dem jungen Himmelsstürmer. Aber dann kommt 1994 Paula Bosch, Deutschlands renommierte Sommelière, verkostet – und ist begeistert. Unverzüglich nimmt sie Bernhards Weine auf die Karte des Spitzenrestaurants „Tantris” (2 Michelinsterne) in München: Der Jungwinzer avanciert in Insiderkreisen zum Geheimtipp. Dies spornt weiter an, macht Mut und bereits ein Jahr später überträgt ihm der Vater – stolz auf seinen Sohn und die drastisch gestiegenen Qualitäten – den Betrieb. Bernhard schuftet wie verrückt: Extreme Weinbergsarbeit, Kompostierung der Böden statt Düngung der Reben, Bodenbepflanzung mit Klee und im Herbst mit Rap: „Das ist in feuchten Jahren ein enormer Wasserverbraucher und wirkt als natürlicher Mostkonzentrator. In den immer heißer werdenden Jahren erweist sich die Bepflanzung als Segen, da die Begrünung das Wasser halten kann und den Boden vor Erosion schützt”. Zudem hat Bernhard Ott in den letzten Jahren konsequent auf biodynamischen Anbau umgestellt, was seinen großartigen Veltlinern eine neue Dimension an strahlender Mineralität, unvergleichlicher Brillanz und betörend aromatischer Finesse und Transparenz hinzugefügt hat. Hinzu kommt eine extrem selektive und riskant späte Lese hochreifer Trauben, wie er es bei den Großen der Zunft gelernt hat, eine sehr sorgfältige, schonende, moderat oxidative Vinifikation mit sehr vorsichtigen Schwefelzugaben und ein langes Feinhefelager.
„Aber: Entscheidend ist einzig und allein die Weinbergsarbeit. Der Weinberg ist die Quelle aller Qualität, im Keller kann man nur noch Fehler machen”, stellt Bernhard in seiner wohltuend zurückhaltenden Art seine ausgeklügelte, kompromisslose Kellerarbeit weit unter den Scheffel. Doch unstrittig ist: Seine Grünen Veltliner sind zuallererst das Produkt einer Liebesziehung zwischen diesem jungen, innovativen, begnadeten Winzermagier und dem großen Terroir des Wagrams, dieses beeindruckenden, bis zu 15 Metern dicken Lösswalls 7 km nördlich der Donau (ehemals das Nordufer des Urmeers. „Wogenrain” war der im 12. Jahrhundert benutzte Ausdruck für „Uferböschung”. Aus Wogenrain wurde Wachrain und schließlich Wagram), der sich majestätisch von Krems stromabwärts bis vor die Tore Wiens zieht mit einer Jahrtausende alten Weinbautradition. Schon die Römer, welche als erste anfingen, Terrassen anzulegen, in denen sich bis heute eine intakte Natur mit seltenen Tieren wie Smaragdeidechse und Steinkauz erhalten hat, erkannten, dass hier ideale Bedingungen für Reben herrschen: Auf den fast ausschließlich nach Süden gerichteten, sanften Lössterrassen mit hohem Kalkgehalt (der Löss ist nichts anderes als vor Urzeiten angewehter, heute extrem komprimierter Flugsand) fühlt sich vor allem der Grüne Veltliner wohl. Heiße Sommertage (pannonisches Klima mit warmen Winden tagsüber aus der nach Westen hin offenen ungarischen Tiefebene) und sehr kalte Lüfte in der Nacht aus den nahen Waldgebieten geben den Trauben ihre unverwechselbare expressive Aromatik, ihre grandiose Tiefe und Mineralität und ihre ungewöhnlich feine Eleganz und Finesse, DAS Markenzeichen Ott’scher Veltliner.

Blitzsaubere Stahltanks in den neu konstruierten Kelleranlagen
Dies spiegelt sich eindrucksvoll in seinen brillanten Weinen. Viele Jahre ist die „Palastrevolution” mittlerweile her – Bernhard Ott, vom jungen Revoluzzer zum arrivierten Kultwinzer seiner Region gereift, hat den Gipfel österreichischer Winzerkunst erreicht, was sich in der Verleihung des Titel „Winzer des Jahres 2008” durch den Falstaff beispielhaft widerspiegelt – und ist trotzdem ein so wohltuend bescheidener und sympathischer Naturbursche geblieben, wie ich ihn dereinst als aufstrebenden Fixstern am österreichischen Weinhimmel kennen lernte. Seine glockenklaren, fein mineralischen, lang entwicklungs- und lagerfähigen Grünen Veltliner (gut zehn bis zwanzig Jahre bei den Spitzenweinen) zieren die Karten der großen Restaurants in aller Welt, werden von Weinliebhabern in aller Welt so gesucht wie sündhaft teure Burgunder und von Weinkritikern in aller Welt enthusiastisch gefeiert!
„Mister Grüner Veltliner”, mit diesem prägnantesten und zutreffendsten aller Komplimente wurde Bernhard Ott von einem der kompetentesten Weinjournalisten Österreichs, Michael Pronay, in einem Interview tituliert. Wir sind überzeugt: Sie werden dieser Hommage vorbehaltlos zustimmen, wenn Sie die herausragenden trockenen Weißweine – erstklassige Essensbegleiter genauso wie zum meditativen Genuss geeignete Trinkweine – unseres Kleinods aus Österreichs aus seinem phantastischen Jahrgang 2007 degustiert haben. Ein solch fabelhaftes Preis-Genussverhältnis, wie es die traumhaft mineralischen und betörend aromatischen Grünen Veltliner von Bernhard Ott aufweisen, finden Sie, werte Kunden, äußerst selten, und das nicht nur in Österreich! Visionäre Qualitäten eines höchst sympathischen Winzergenius in avantgardistischer Tradition, Weltklasse pur aus biodynamischem Anbau und unsere ganz besondere Empfehlung! Kategorie persönliche Lieblingsweine.

Blick über die Riede Rosenberg, gelegen auf dem Kamm des Wagrams
PS: Robert M. Parker bzw. David Schildknecht, der im wine advocate für Österreich ebenso zuständig ist wie für Deutschland und in Frankreich auch die Regionen Burgund, Loire und das Languedoc-Roussillon übernommen hat (so wie auch Parker nicht selbst Italien und Spanien verkostet, sondern diese Degustationen Jay Miller und Antonio Galloni überlässt) und dessen persönlichen Geschmack ich sehr schätze, da er sehr wohl die Finesse, Komplexität und Eleganz in einem Wein wenigstens ebenso zu schätzen vermag wie Dichte und Konzentration, stellt im aktuellen wine advocate 177 die Ott’schen Pretiosen auf zumindest eine Stufe mit den teuersten Renommiergewächsen aus der Wachau: Er berichtet von einer Probe gereifter Grüner Veltliner im Januar diesen Jahres, in der Otts Gewächse gegen „die berühmtesten Namen der Wachau angetreten sind und durchgängig die fesselndsten und aufregendsten Weine der Verkostung waren”! Bravo, Bernhard!
Ach ja, fast hätte ich es vergessen, aber der Ehrungen in diesem genialen Jahrgang 2007 sind es fast zu viele. Auch VINARIA, der Konkurrenzguide zum FALSTAFF, adelt Bernhard Ott für seine 07er Kollektion erstmals mit drei Sternen und stellt ihn damit, lange genug hat’s gedauert, auf eine Stufe mit den legendären Granden aus der Wachau und dem Burgenland.
