Weingut Pöckl - Neusiedlersee

Meine Weine sollen unverkennbar die Eigenheiten des Bodens, auf dem ihre Trauben gewachsen sind, die Besonderheiten des Mikroklimas und die Aromen der Rebsorten erkennen lassen.”, erläutert Josef Pöckl, handwerklicher Qualitätsfanatiker und visionärer Genius in einem, der den meisten Winzerkollegen im Burgenland intellektuell um Jahre voraus scheint, engagiert seine Philosophie. Denn sein erklärtes Ziel ist es, ohne Mostkonzentration oder andere „Segnungen” moderner önologischer Techniken, die in Österreich mittlerweile weit verbreitet sind, herausragende Rotweine auf absolutem Spitzenniveau zu erzeugen.

So sind Pöckls Weine stilistisch – bei aller Konzentration und Dichte, Tiefe und Kraft – von einer edlen Finesse und einer raren Eleganz durchzeichnet, Parameter, die im Weinberg, nicht im Keller ihren Ursprung haben, natürlich nur mit weineigenen Hefen spontan vergoren und qualitativ derart herausragend in Ausstrahlung und Textur, dass sie zusammen mit den Rotweinen von Gernot Heinrich aus dem benachbarten Gols als Referenz für die Weine des Anbaugebietes Neusiedlersee angesehen werden müssen.

Sehr selten nur in der gesamten europäischen Weinwelt findet man eine derart stimmige Konzentration in tiefgründiger Frucht und komplexer Aromatik, die wiederum geprägt ist von cremiger Fülle, kühler Finesse und bemerkenswerter Frische, sowohl in ihrer Struktur als auch in den edlen, schmelzigen Gerbstoffen. Josef Pöckls Weine sind eigenständig und authentisch, Originale voller Charakter und von faszinierender Stilistik.

Mit diesen herausragenden Rotweinen wird definitiv die qualitative Grenze zwischen Österreichs Spitzenrotweinen und den großen Weinen der Welt, aus den Renommierregionen des Bordelais, des Burgund oder des Piemont verwischt. Sie sind meilenweit entfernt von den dicken Rotweinsuppen internationaler Machart, die kundige Weinliebhaber immer mehr verschmähen zugunsten schmackhafter Terroirweine mit raffinierter Frische und spielerischer Finesse. Kein Wunder, dass Pöckls Spitzenweine in kürzester Zeit „Kultstatus weit über die Grenzen Österreichs hinaus erlangten (und stets im Voraus ausreserviert sind), es gibt in ganz Österreich nicht viele Betriebe, die mit der Winzerfamilie aus Mönchhof in einer Liga spielen” (Gault Millau 2003).

Pöckls Weine sind, wie alle wirklich großen Weine der Welt, das Resultat eines erstklassigen Terroirs und der harten, aber einfühlsamen Gestaltungskraft enthusiastischer Menschen mit Visionen und Tatkraft. Der Heideboden am Ostufer des Neusiedlersees bietet wegen seiner guten Durchlässigkeit und wegen des heißen, trockenen Klimas die denkbar besten Voraussetzungen zur Erzeugung großer Rotweine auf absolutem Weltklasseniveau, eine Tatsache, die in der Region selbst lange nicht erkannt wurde; vielerorts spielte der Weißwein lange Zeit die entscheidende Rolle. Doch in der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts begann der Rotwein zu boomen, bekamen Weinorte wie die benachbarten Gols (hier ist Gernot Heinrich zu Hause) oder Mönchhof, wo sich das traditionsreiche Familiengut Pöckl befindet, in den Ohren von Insidern einen magischen Klang: Mittlerweile schicken sich ihre bei aller Fülle, Dichte und explosiver Frucht animierend finessenreichen Weine an, etablierte Regionen in aller Welt das Fürchten zu lehren.

Die Region Neusiedlersee, dieser faszinierende, im Landschaftsbild an die ungarische Puszta erinnernde Teil des Burgenlandes, breitet sich im Norden und Osten des gleichnamigen Sees aus und erweist sich infolge des milden pannonischen Klimas mit über 2.000 Stunden Sonneneinstrahlung jährlich als wärmstes Anbaugebiet Österreichs. Die starken Temperaturunterschiede zwischen heißen Sommern und relativ kalten Wintern sowie die häufigen Ostwinde sorgen für Trockenheit und halten kontinentale Einflüsse mit feuchten Winden zumeist fern.

Die gigantische Wasseroberfläche des größten Steppensees Mitteleuropas wirkt dabei infolge der von ihr ausgehenden Luftfeuchtigkeit ausgleichend und sorgt mit für den perfekten Reifezustand der Trauben. Die besten Parzellen in dieser klimatisch derart privilegierten Region befinden sich auf den sanft gewellten, südlich exponierten Abhängen der Parndorfer Platte (die sich wie ein Band von Weiden über Gols bis Mönchhof zieht) zum nahen See hin, eine variantenreiche Mischung unterschiedlichster Bodenformationen und Terroirtypen (extreme Sandböden bis hin zu schweren Lehmböden, allesamt mit den Wein prägenden eisenhaltigen Einschüben versehen), die ideal geeignet sind zur Produktion individueller, ausdrucksstarker Rotweine: Österreichs große autochthone Rebsorte, der Zweigelt, fühlt sich hier augenscheinlich ebenso wohl wie internationale Edelreben und auch der Blaufränkisch, der speziell im Burgenland qualitativ herausragende Ergebnisse erbringt.

Deutlich sichtbar heben sich die Pöckl’schen Rebstöcke von denen ihrer Nachbarn ab, denn bereits Theodor Pöckl, Josefs Vater, hatte die so genannte Doppelstockerziehung eingeführt, aus Kostengründen übrigens. In dieser ehemals extrem armen Region musste somit ein Stock reichen, um zwei Reben Halt zu geben und dieses aus der Not geborene Experiment erwies sich in der Folgezeit als Glücksfall: Die harte Konkurrenz der unmittelbar nebeneinander wachsenden Rebstöcke zwingt die Wurzeln zur Nahrungsversorgung tief in die Erde und sorgt so für einen hohen Extrakt in den Trauben, die im übrigen niemals rosiniert geerntet werden, um jeden marmeladigen Anflug im fertigen Wein zu vermeiden.

In den neu erbauten, hochmodern eingerichteten, kühlen unterirdischen Vergär- und Barriquekellern wird auf im besten Wortsinne traditionelle Art und Weise, mit viel Fingerspitzengefühl und so schonend wie möglich, „nur” noch das Geschenk der Natur, ein extrem selektiertes, hochwertiges Lesegut, so unverfälscht wie möglich in die Flasche transformiert. Spontanvergärung, schonendster Ausbau und Arbeiten nur mit Hilfe der Schwerkraft, geringst möglicher Schwefeleinsatz und Verzicht auf jegliche Manipulation des Weines, auch legaler Methoden wie der Mostkonzentration, sind eine pure Selbstverständlichkeit. Computer gesteuerte Vergärung ist verpönt, Geruch und Geschmack des Mostes werden als die entscheidenden Parameter angesehen. Gefühl und menschliche Intuition für ein lebendiges Naturprodukt und insbesondere die Zeit sind somit wichtiger als jede noch so ausgeklügelte Technik.

„Die Zeit ist zwar der teuerste, für uns aber wichtigster Faktor bei der Weinwerdung”, erläutert René Pöckl, der zwar noch junge, aber ungemein talentierte und ehrgeizige Sohn des Hauses, seit 2001 Kellermeister und immer mehr in die Gesamtverantwortung des Gutes hineinwachsend (Josefs Ehefrau Theresa kümmert sich ebenso liebevoll wie engagiert um Marketing und Verkostung). „Ich bin nur mehr der Traktorfahrer im Weinberg.”, schmunzelt Josef Pöckl, „René macht mittlerweile den Großteil der Arbeit, nur bei der Zusammenstellung der Cuvées entscheide noch ich selbst. Ansonsten hat René bereits freie Hand”.

Es ist ein langer, couragierter Weg, den Josef Pöckl seit der Übernahme des Gutes 1979 bis hin zur in wenigen Jahren anstehenden völligen Stabübergabe an René zurück gelegt hat, geprägt von intensiven Lernprozessen infolge nächtelanger Diskussionen und Verkostungen, insbesondere mit den benachbarten Golser Kollegen um seinen Freund Gernot Heinrich. Der Blick über die engen Grenzen seiner Heimat hinaus – die Reisen in die renommierten Rotweinregionen der Welt und die Verkostung und Analyse ihrer Weine – prägten stilbildend seinen Geschmack; auch Sohn René praktizierte fern der Heimat bei den Großen der Zunft.
„Nur Kraft oder Frucht allein ergeben keinen großen Wein. Natürlich muss Körper da sein, muss das Terroir stimmen, eine perfekte Tanninstruktur ist Grundvoraussetzung für ein großes Entwicklungspotential, doch entscheidend ist die Harmonie des Weines, die ideale Abstimmung aller Komponenten”, plädiert Josef Pöckl vehement für elegante und finessenreiche Weine internationalen Formats. In den Händen begnadeter Winzer, wie die immer die eigenen Wege suchenden Pöckls, entstehen so stilistisch unverwechselbare Unikate, herrlich bekömmliche Weine, die über ein enormes Reifepotential verfügen, die (selbst bei den Basisweinen) auch ein klein wenig Geduld nach ihrer Abfüllung benötigen und ab dem zweiten Jahr nach ihrer Freigabe gewaltig in der Qualität zulegen.

Das Ideal all dieses unerbittlichen und kompromisslosen Qualitätsstrebens ist es, „den perfekten Wein zu kreieren, auch wenn wir wissen, dass dieses Ziel eigentlich unerreichbar ist” (Josef Pöckl). Die Fachwelt ist jedenfalls begeistert: Seit Jahren wird die sympathische Familie mit Auszeichnungen überhäuft: „Höchstprämiertes Weingut”, „bestes Rotweingut Österreichs”, „bester Winzer Österreichs” und aktuell „Winzer des Jahres 2004” im FALSTAFF, Österreichs renommiertem Weinmagazin.

Unverkennbar sind „die großen finessenreichen Bordelaiser Gewächse, in erster Linie Margaux und Latour, unser Vorbild, aber wir wollen keine, wenn auch noch so gute Kopie erzeugen. Unser Ideal ist der authentische Burgenländer Wein, der unverwechselbare Stil des Gutes Pöckl”, so Renés vehementes Bekenntnis zum ureigenen Pöckl’schen Weg. Terroireinflüsse, nachvollziehbarer Herkunftscharakter also, Finesse und Spiel sind noch immer sehr selten bei Österreichs Top-Rotweinwinzern anzutreffen, Pöckls Weine aber besitzen für diese Parameter Vorbildcharakter. Doch probieren und urteilen Sie selbst: 2002 war im Burgenland, ähnlich wie in französischen Regionen wie dem Burgund und Cahors, ausgezeichnet, 2003 zweifellos ein Jahrhundertjahrgang, in dem ein Gewitter Ende Juli, wie bestellt, die notwendigen Regenmengen zur optimalen Ausreifung der Trauben brachte. Wir freuen uns ungemein auf eine spannende Zusammenarbeit in den nächsten Jahren. Die Weine der Familie Pöckl sind ein edles Kleinod in unserem Programm.

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