Giacomo Conterno

Welch ein Kontrast! Auf der einen Seite die geräumigen, modern ausgestatteten Kellerräume des uralten Weingutes im Herzen des Piemont und auf der anderen Seite die herrlich ‘altmodische’ Philosophie der Weinbereitung des leider letztjährig nach langer Krankheit verstorbenen Giovanni Conternos – einen krasseren Widerspruch kann man sich kaum vorstellen.

Neben Bruno Giacosa war der scheue, zurückhaltende Conterno (niemals ließ er sich photographieren) die zweite kompromisslos auf traditionelle Verfahren setzende großartige Winzerpersönlichkeit, DIE Symbolfigur piemontesischen Weinbaus schlechthin, dem selbst die Liebhaber moderner Nebbioloweine konzedierten, dass es sich bei beiden von ihm produzierten Baroli, dem frühestens nach sieben Jahren Fassausbau auf den Markt kommenden „Monfortino” und dem früher freigegebenen „Cascina Francia”, um monumentale Gewächse handelt: Weine von massiver Struktur mit umwerfendem Bukett und reichhaltigen, reifen Geschmacksnoten, die wuchtig und elegant zugleich sind.

Giovanni Conterno, dieser so höfliche und angenehm schweigsame Traditionalist (35tägige Maischegärung(!), natürlich keine Barriques, keine Schönung, keine Filtration) meinte dazu in einem gemeinsamen Gespräch in gewohnt bescheidener Zurückhaltung: „Ich versuche einen Barolo mit Seele zu schaffen, nach der alten Methode halt, die mich mein Vater lehrte”.
Conterno erzielte seine großartigen Resultate, die Kombination höchster Konzentration und begeisternder Eleganz vor allem durch harte Arbeit im Weinberg, da er unter allen Winzern des Piemont die wohl strengste Auslese von Trauben betrieb, die seinen extremen Ansprüchen nicht genügten.

Unter dem Einfluss seines jüngsten Sohnes Roberto, der jetzt das Weingut im Geiste seines Vaters weiter führt, hatte er auch Edelstahltanks mit computergesteuerter Temperaturregelung anschaffen lassen, die ihm – „Ich werde ja schließlich nicht jünger und kann nicht mehr ganze Nächte in alten Kellerräumen verbringen, um die entscheidenden Momente bei der Vergärung nicht zu verpassen” – seine Arbeit in seinen letzten Lebensjahren wesentlich erleichterten, in denen er leider von Krankheit und Alter gezeichnet war.

Aber immer noch blühte er unverzüglich auf und wurde zum engagierten Streiter, wenn das Gespräch auf „seinen” Barolo kam, den er so sehr liebte und dem er alle Zeit der Welt gab, sich dem jeweiligen Jahrgang angemessen im Holz zu entwickeln. So hat er mir einmal auf die Frage nach seiner Meinung bezüglich einer Festlegung der Dauer der Fassreife geantwortet: „Das entscheidet weder ein Konsortium, noch der Winzer selbst, sondern einzig und allein der Barolo des jeweiligen Jahrganges. Wenn z.B. der Monfortino sieben Jahre braucht, dann sind es eben sieben, wenn er acht Jahre will, dann kriegt er sie, und es können durchaus auch mal 9 oder 10 Jahre sein”. Welch eine herrlich „altmodische” Einstellung in einer Zeit, in der die Weinbereitungstechnik so häufig den Vorrang besitzt vor den Gegebenheiten des Jahrgangs und der Philosophie eines Winzers. Übrigens: Durchschnittliche Weine gibt es bei Conterno nie.
In schwierigen Jahren mit extremen Wetterkapriolen wird auf dem Gut einfach kein Wein produziert.

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