Château d’Agassac - Haut-Médoc

Robert M. Parker urteilt enttäuscht: „Auf Château d’Agassac fallen die Weine ungleichmäßig aus, sie sind robust und lassen häufig Charme und Frucht vermissen”. Und: Parker hat mit seinem Urteil mal wieder recht – allerdings nur, was die Jahrgänge von d’Agassac vor 1998 betrifft. Denn in der Tat waren die Erzeugnisse dieses traditionsreichen Gutes, dessen Anfänge bis ins 11. Jahrhundert zurückdatieren, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zumeist auf einem unverständlich bescheidenen Niveau.
Dies verwundert um so mehr angesichts der Tatsache, dass alte Rebstöcke mit bestem genetischen Material auf einem optimalen tiefgrundigen Kiesplateau im südlichen Médoc, in Ludon, in unmittelbarer Nachbarschaft zur prestigereichen Appellation Margaux gelegen, schon immer ideale Voraussetzungen zur Erzeugung großer Terroirweine boten.

Château d’Agassac - Haut-Médoc

Zahlreiche Auszeichnungen aus dem 19. Jahrhundert demonstrieren entsprechend eindrucksvoll eine ruhmreiche Vergangenheit dieses architektonischen Kleinods, einer schönen mittelalterlichen Burg, die zu den eindrucksvollsten Bauten des Bordelais gehört. Seine Lage inmitten eines kleinen, von einer steinernen Brücke überspannten Wassergrabens, der zentrale, in einem eleganten Stil ermauerte Gebäudetrakt mit seinen zwei schlanken, schiefergedeckten Türmen sowie der Park mit dem umliegenden Wald haben diese majestätische Anlage schon lange zu einem Blickfang für Besucher werden lassen, die den kleinen Umweg von der weltberühmten Weinstraße D 2 Richtung Gironde lohnt.

Doch Sie wissen: Ein malerisches Schloss und selbst optimale natürliche Voraussetzungen im Weinberg garantieren allein noch lange keinen großen Genuss, untrennbar ist die herausragende Qualität großer Weine verbunden mit der Gestaltungskraft und dem Willen der handelnden Personen. Van Volxems Renaissance der edlen Saarrieslinge sei Roman Niewodniczanski zu Dank als leuchtendes Beispiel genannt.

Château d’Agassac - Haut-Médoc

So war es auch ein Besitzerwechsel, der 1996 die Trendwende auf Château d’Agassac einleitete. Eine große Versicherungsgesellschaft kaufte das Gut, investierte große Summen in die Renovierung des Schlosses und der Kelleranlagen.
Der entscheidende Coup war jedoch die zwei Jahre später erfolgte Verpflichtung des jungen Elsässers Jean-Luc Zell als Regisseur. Dieses vinologische Naturtalent, ein hervorragend ausgebildeter, aber nicht verbildeter Önologe, hatte auf verschiedenen Stationen im In- und Ausland viel gelernt. Behutsam, aber konsequent restaurierte er die Weinberge des Château, stellte die Arbeit in den warmen, einen guten Wasserabzug bietenden Kiesböden, eine der früh reifenden Zonen im Médoc, von konventioneller Bordelaiser Anbautechnik mit viel Agrarchemie auf naturnahen Anbau um, praktiziert seither eine strenge Selektion der handgelesenen Trauben, kaufte kleinere Gärtanks und konzipierte die Kellerarbeit neu. Er reduzierte den Einsatz neuer Barriques in der Weinbereitung und verminderte sensibel die Extraktion zugunsten einer hochwertigen Tanninqualität und einer phantastischen Frucht im fertigen Wein.

„Als wir das Weingut übernommen haben, wollten wir keineswegs einen radikalen Strich unter die Vergangenheit ziehen. Vielmehr war es unser Ziel, einen Wein zu produzieren, welcher der Ausdruck seines Terroir, also des lagenspezifischen Charakters ist, und eben nicht nur der Ausdruck der Anwendung bester technischer Hilfsmittel, wie dies heute im Bordelais weit verbreitet ist. Unser Wirken stellt sich also in die Kontinuität des großen Terroirs von Agassac, so wie es in den Verkostungen ganz alter Jahrgänge zum Vorschein tritt”, erläutert Jean-Luc seine sympathische Philosophie.

Und dieser ist ein sensationeller Erfolg beschieden: Heute, bereits wenige Jahre nach Jean-Lucs einschneidenden Veränderungen, präsentieren sich die spektakulär schönen, neuen Weine eines fast vergessenen Gutes als reife, dichte, geschmeidige Bordelaiser Gewächse, bar jeglicher in die Überreife und ins Marmeladige abgleitender Parameter, die bei aller Dichte und Konzentration von großer kühler Eleganz und burgundisch anmutender Finesse geprägt sind. Es sind herrlich authentische Bordeauxweine mit großem Entwicklungspotential, die auch schon jung mit hohem Genuss getrunken werden können.

Château d’Agassac - Haut-Médoc
Die blitzsauberen Kelleranlagen von Château d’Agassac

Nur Parkers oben angesprochener veralteter Beurteilung sowie der Lage dieses architektonischen Kleinods knapp außerhalb der Grenzen der berühmten und teuren Appellation Margaux verdanken wir diesen großartigen Haut-Médoc zu einem solch phantastischen Preis-Genussverhältnis, dass gegen ihn viele höherpreisige Prestigegewächse des Bordelais keine Chance haben. Ein großer Bordeaux zu äußerst fairem Kurs – und damit eine absolute Rarität auf dem Weltweinmarkt, denn zu diesem konsumentenfreundlichen Preis ist kaum mehr ein qualitativ vergleichbarer Wein im Bordelais zu finden, von vordergründig in Weinkellern getunten Billigkopien aus Übersee ganz zu schweigen.

P.S. Auch Parker (‚Wine Advocate’ 153) hat Notiz genommen von dem fulminanten Wiederaufstieg dieser einstmals berühmten Domaine und fordert seine Leser auf, „ein waches Auge auf das sich im rasanten Aufstieg befindliche Gut mit seinem großen Potential zu werfen”. Es ist angesichts der spektakulären Qualitäten ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis dieses traumhafte Schlossgut endgültig in aller Munde ist!

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