Aus der Region Cahors:
Manfred Klimek (Weinfreunden bestens bekannt als CAPTAIN CORK ) urteilt brandaktuell in seiner stets lesenswerten Weinkolumne in der Welt am Sonntag (19.2.2012): „Großer Wein für wenig Geld”!
Die ‚Bibel’ der französischen Weinkritik schwärmt: „Alain Gayraud vinifiziert die großen Klassiker der Region, die durch ihren Charakter, ihre Finesse ihre Frische und grandiose Reife betören”!
„Schade, dass man Wein nicht streicheln kann”, Kurt Tucholsky

Morgenstimmung am Lot
© Werner Richner
„Ich mache hier die Pinot Noirs aus Cahors”, charakterisiert Winzerpionier Alain Gayraud aus Soturac leise, mit unaufgeregter Stimme, ohne Überheblichkeit, aber voller Selbstbewusstsein seine stilistisch so eigenständigen Weine. Sie sind delikat, tief und dicht, vollkommen harmonisch und von einer raren Eleganz und Finesse – fürwahr Cahors’sche Crus, von einer ganz anderen stilistischen Prägung als unsere beliebten Gewächse von Du Cèdre: femininer und von einer berührenden Subtilität getragen. Die Weinberge, insgesamt 30 Hektar, liegen in idealer süd-südwestlicher Exposition auf der zweiten und dritten Terrasse über dem Tal des malerischen Flüsschens Lot. Die kargen, gut drainierten Böden sind stark kalkhaltig wie im Burgund, hohe Eisenanteile sorgen für Komplexität und feine Würze im fertigen Wein. Zudem liegt Château Lamartine am westlichsten Punkt der Appellation Cahors und verfügt somit über ein einzigartiges Mikroklima, welches neben südlichen Einflüssen auch von atlantischen Tiefs geprägt wird, so dass die sehr tief wurzelnden Reben auch heiße Sommer ohne jeglichen Wassermangel ertragen können.
Alain Gayraud ist eine der Schlüsselfiguren im französischen Südwesten: Er spielte eine treibende Rolle bei der Wiederherstellung der AOC Cahors 1971 und bereitet derzeit zusammen mit seinem Freund Pascal Verhaeghe von du Cèdre eine bahnbrechende Klassifikation des einst so berühmten Weinanbaugebietes in Quercy (altgallischer Name für Cahors, bedeutet soviel wie: „die am Ufer eines schönen Flusses leben”) vor. Dieses dreistufige Modell sieht – in Anlehnung an Burgund – eine Einstufung der Lagen als Grand und Premier Cru vor. Die einfachen Weine werden nur unter dem Namen der Appellation Cahors geführt. „Wir brauchen diese Klassifikation, um das durch rustikale Massenweine heruntergekommene Image der Region aufzupolieren. Denn das Potential unserer Region ist gewaltig und gleichwertig mit dem Bordelais!” Diese auf den ersten Blick manchem Weinfreund gewagt erscheinende These Alain Gayrauds findet ihre Bestätigung jedoch nicht nur in historischen Texten der Vergangenheit, in denen gar von einer Überlegenheit des „black wine” aus dem Cahors über die Konkurrenz aus dem Bordelais die Rede ist, davon überzeugt auch jeder Schluck der großartigen Weine von Lamartine. Bereits der zu zwei Dritteln im Betontank und zu einem Drittel in gebrauchten Barriques ausgebaute Alltagswein „Château Lamartine” aus Malbec und Merlot besticht durch seine klare, feingliedrige Struktur, aromatische Nachhaltigkeit und subtile Zimtwürze, die frische, rote Beerenfrucht ist zart mineralisch unterlegt. Die 1988 eingeführte „Cuvée Particulière” bringt Stärke, Konzentration und Feinheit gleichermaßen zum Ausdruck. Enorm ist das alljährliche Potential dieses in gebrauchten und neuen Barriques ausgebauten Weins (90 % Malbec, 10 % Tannat). Zum Beleg öffnet Alain eine Flasche eines gereiften 1990ers, der mich ungeheuer beeindruckt, ja geradezu betört durch edles Rosenparfum und Aromen von kleinen Griotte-Kirschen. Die dezente Süße in den Tanninen wird belebt durch mineralische Frische und einen stringenten Säurenerv – ein großer Wein zum kleinen Preis!

Blick über die sorgfältig gepflegten Rebzeilen auf Château Lamartine
Und Alains Spitzenwein ist ein wahrer Grand Cru aus Cahors: „Cuvée Expression”. Der Name kommt nicht von ungefähr: Es ist der vollkommene Ausdruck (Expression!) der Malbec-Traube und eines besonderen Terroirs. Der „Expression” erinnert mich mit seiner Üppigkeit, aromatischen Reichhaltigkeit, opulenten Struktur und seiner gleichzeitigen Finesse und Eleganz an eine hypothetische Mischung eines majestätischen Bordelaiser Crus mit den legendären Weinen des Château Rayas aus Châteauneuf-du-Pape in ihrem sugtil-finessenreichen Stil der 70er/80er Jahre – Gänsehautatmosphäre! Gekeltert wird der reinsortige „Expression” ausschließlich aus uralten, ertragsschwachen Malbecreben – eine Weltrarität, die nur durch die außerordentliche Güte des Klimas im Bereich der Domaine Lamartine zu erklären ist: „Ein deutscher Kriegsgefangener pflanzte 1943 auf einer besonderen, 3 Hektar großen Parzelle Malbec-Stöcke, diese haben wie durch ein Wunder den verheerenden, mehrwöchigen harten Frost von 1956 überlebt, dem damals 99 % aller Anpflanzungen im Cahors zum Opfer fielen,” erzählt Alain voller Stolz. Diese wertvollen Trauben von alten Rebstöcken besten genetischen Ursprungs liefern heute die Basis für den komplett in neuen Barriques ausgebauten reinsortigen Malbec, einen der großen Klassiker der Region. Für die führende französische Weinzeitschrift „Revue du Vin de France” – sie widmete den südwestfranzösischen Weinen ein großes, euphorisches Special unter dem Titel „Das große Erwachen im Südwesten” – ist es schlicht der „größte unter allen verkosteten Weinen”.
Der „Expression” präsentiert sich im Vergleich zu den meisten anderen Weinen des Südwestens seidiger, femininer und viel früher zugänglich mit einem delikaten, vanilleartigen Holzton. Letzterer ist nur dezent zu spüren, weswegen Alain des Öfteren gar angefochten wird. „Gerade erst kürzlich warf mir ein Önologe aus der Region vor, dass meine Weine zu wenig Holz hätten, um hoch bepunktet zu werden. Doch ich möchte Weine machen, die man immer trinken kann. Das ist der Wein eines Winzers, nicht der eines Önologen.”

Der wildromantische Lot mäandert durch abrupte Felsabbrüche und weiß getünchte Kalkklippen, aber auch durch grün leuchtende Täler und Weinberge und romantische Dörfer.
© Werner Richner
Und wie sehr seine Weine gefallen, beweist nicht nur der euphorische Artikel in der „Revue du Vin de France”. Auch die Bibel der französischen Weinkritik, das „Classement des meilleurs vins de France”, bewertete sowohl den ‚Expression’ 2007 wie den 08er mit sagenhaften 18/20 Punkten („Alain Gayraud vinifiziert die großen Klassiker der Region, die durch ihren Charakter, ihre Finesse ihre Frische und grandiose Reife betören”), eine rare Weltklassebewertung, die im benachbarten Bordelais im Jahrhundertjahrgang 2005 beispielsweise solch großartige Weine wie Gruaud-Larose, Cos d’Estournel oder Palmer erhielten, allerdings kostet unser ‚Expression’ einen Bruchteil dieser Preise. Und 2009, das wissen Sie, werte Kunden vom Fabeljahrgang in Bordeaux, spielt nach dem Urteil der meisten Kenner nochmals in einer anderen Liga!
Und brandaktuell urteilt Manfred Klimek (Weinfreunden bestens bekannt als CAPTAIN CORK ) in seiner stets lesenswerten Weinkolumne in der Welt am Sonntag (19.2.2012) gar über die ‚ungemein preis’werte’ Cuvée Particulière: „Großer Wein für wenig Geld”!
Wir zitieren seinen profund recherchierten Artikel mit großer Freude in Auszügen: „Dank der Allmacht des amerikanischen Weintesters Robert Parker steigen die Flaschenpreise selbst mittelmäßiger Bordelaiser Châteaus in lichte Höhen. Wo sie heute noch verweilen. Wer kann das bezahlen? Antwort: die Chinesen. Ganz anders die benachbarte südwestliche Region Cahors. Von hier aus ist es nicht mehr weit ins gelobte Bordeaux. Die Weine der Gegend waren lange Zeit nur einem eingeweihten Kreis Weintrinker bekannt, und kaum ein Winzer dort dachte an den Export seiner Flaschen. Alain Gayraud war das ein Dorn im Auge. Er wusste um die Besonderheiten seiner Weinberge und Reben. Ausgeprägte Kalkböden und die seltenen Rebsorten Malbec und Tannat können ein Alleinstellungsmerkmal sein, wenn es darum geht, sich aus der Masse hervorzuheben. Gayraud focht mit ein paar anderen Winzern 1971 die Appellation Cahors durch, die einigen Winzern im Bordelais seither ein Dorn im Auge ist. Gute Weine. Und um einiges billiger.

Großer Jahrgang, aber stets prüft Alain Gayraud selbst seine gefeierten Weine mit unbestechlischem klaren Blick.
Natürlich kann man beide Weinstile nicht miteinander vergleichen, dazu sind die Rebsorten zu unterschiedlich. Während sich aus Cabernet-Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot an der Gironde oft leicht verständlich Weine keltern lassen, so bringen Tannat und Malbec in jungen Jahren meist sehr unzugängliche, tanninreiche Weine. Auch davon wusste Alain Gayraud. Und steuerte gegen. Ich will seine Cuvée Particulière hervorheben, einen großen Wein für wenig Geld”.
Wohlfeile Worte, denen wir aus ganzem Herzen zustimmen können. Und noch eines kann Alain Gayraud ganz allein für sich in Anspruch nehmen: Er macht für meinen persönlichen Geschmack zweifellos DIE Burgunder des Cahors, es sind mit die finessenreichsten Weine des gesamten französischen Südens mit einer unverwechselbaren Aura, „die großen Klassiker der Region”, so sie Bibel der französischen Weinkritik, das Classement Les meilleurs vins de France.
Heute können wir den im gesamten französischen Südwesten einschließlich des Bordelais hymnisch gefeierten und frisch eingetroffenen Jahrhundertjahrgang 2009 anbieten mit Weinen, die mit die größten Schnäppchen sind, werte Kunden, die wir Ihnen in der Weinhandelsgeschichte von Pinard de Picard anbieten konnten. Mein Wort drauf. Kaufen, Leute, kaufen!
