Aus der Region Navarra:
Unsere Entdeckung des Jahres 2004 in Spanien verzaubert alle Liebhaber charaktervoller Tropfen: Kein Wunder, dass die traumhaft preiswerten Weine unseres iberischen Kleinods seit drei Jahren zu den meist verkauften Rotweinen unseres gesamten Programms avancierten. Außerdem werden sie von der Fachpresse für ihr schier unglaubliches Preis-Genuss-Verhältnis gefeiert.
„Von allen Wein anbauenden Ländern hat sich Spanien in der letzten Dekade wohl am meisten verändert”, konstatieren Hugh Johnson und Jancis Robinson trefflich in der aktuellen Ausgabe ihres renommierten „Wein-Atlasses”. Zunächst bildeten das Priorat und die Region Ribera del Duero die Epizentren der neuen Umwälzungen und entfachten mit ihrer entfesselten Kreativität und ihrer Hinwendung zu kühleren, hoch gelegenen Terroirs einen Trend zu charaktervollen Rotweinen, die neben ihrer gehaltvollen, aromatischen Frucht über eine singuläre Feinheit und famose Frische verfügen. Keine Frage also, dass die neuen spanischen Weine ebenso angesagt sind wie die pulsierenden Metropolen Barcelona und Madrid. Zum Glück scheint zudem in der flächenmäßig größten Weinanbau-Nation der Welt, wo sich Rebbestände von bis zu 100-jährigen Tempranillo-, Monastrell- und Garnacha-Stöcken erhalten haben, die Zeit der schwächlichen, überholzten und ausgezehrten Weine endgültig passé – zumindest bei den weltweit anerkannten Spitzenerzeugern. Innovation gepaart mit Rückbesinnung auf handwerkliche Tradition heißt bei der neuen Winzer-Avantgarde das Zauberwort.

Blick auf die sanfte Hügellandschaft der Bodega Inurrieta
Junge Winzer sind es vor allem, die den Weinanbau in der sanften Hügellandschaft von Navarra, dieser „französischsten” aller spanischen Appellationen, nördlich der berühmten Region Rioja und in den südlichen Ausläufern der Pyrenäen gelegen, revolutioniert haben. Sie ‚entdecken’ die Möglichkeiten des Geschenkes uralter Garnacha-Reben in diesem so niederschlagsarmen Gebiet neu oder experimentieren höchst erfolgreich mit dem Anbau französischer Edelreben auf erstklassigen Kalk-, Lehm- oder Sandböden. Und das Beste daran: Bei unserer ureigenen Entdeckung Bodega Inurrieta sind die Preise angesichts der Qualitäten derart phantastisch niedrig, dass sich diese herrlich leckeren Alltagsweine aus dem Stand heraus gar zu unseren meistverkauften Rotweinen überhaupt entwickelten. Was für ein Erfolg!
Die märchenhafte Geschichte dieses Gutes findet ihre Wurzeln bereits vor einem Jahrhundert: Die Familien Antoñana, Borda und Arriola betrieben bereits vor über 100 Jahren Weinbau auf einem wertvollen Stück Land mit dem schönen baskischen Namen Inurrieta. Da sich die Winzertätigkeit jedoch zur damaligen Zeit finanziell nicht rechnete, gaben die Vorfahren diesen Beruf auf und „machten” ihr Geld mit einer kleinen Lebensmittelkette, ehe die junge Generation ihre Liebe zum Wein wieder entdeckte und mit dem finanziellen Rückhalt ihrer Eltern in erstklassige Weinberge sowie moderne Keller investieren konnte. So wurde die Bodega 1999 mit viel Enthusiasmus in einem kleinen Seitental im südlichen Teil Navarras wieder gegründet.

Penible Sauberkeit herrscht in den modernen Barriquekellern
Als optimale Grundlage zur Erzeugung großer Rotweine erweist sich dabei die geographische Lage der traumhaft gelegenen Parzellen (300 bis knapp 500 m hoch angesiedelt) an der Schnittstelle zwischen mediterranem und atlantischem Klima, da die starken Abkühlungen der Trauben in der Nacht ungemein wichtig sind für die Finesse und die komplexe Aromenausbildung. Zudem sind die Rebstöcke teilweise sehr kalten Nordwinden aus den Pyrenäen ausgesetzt, die auch in heißen Sommern genügend Feuchtigkeit transportieren, um Trockenstress und eine damit verbundene Blockade der physiologischen Reife der Trauben zu vermeiden. Konsequent ausgeschöpft werden diese optimalen Anbaumöglichkeiten von den Weinenthusiasten José Manuel Echeverria und Kepa Sagastizába, die mit Leib und Seele für die Weinbereitung verantwortlich zeichnen und teils auf autochthone, einheimische Reben sowie auf die Bordelaiser Edelsorten Cabernet Sauvignon und Merlot setzen. Das Resultat:
Herrlich fruchtbetonte, komplexe, dichte Weine mit einer phantastisch reifen Tanninstruktur zu unglaublich niedrigem Preis. Und: 2005 war auf den hoch gelegenen Weinbergen in Navarra ähnlich den fabelhaften Bedingungen im Borelais ein absolutes Ausnahmejahr und erbrachte feinst balancierte, frische, ungemein komplexe und bereits früh zugängliche Weine mit saftigem, fast fließendem Tannin und einer superben Frucht wie zum Reinbeißen. Unsere unbedingte Empfehlung für diese herausragenden Alltagsweine, die nach weit mehr schmecken, als sie kosten und die am besten bei einer Temperatur von knapp unter 20° C munden!
