Domaine Vincent Girardin - Santenay

Vincent Girardin, der jüngste Spross einer alten Winzerfamilie in Santenay, erlernte sein Handwerk in der berühmten Winzerschule in Beaune und erwarb sich seine praktischen Fertigkeiten bei großen Winzerpersönlichkeiten des Burgund.
Das dort vermittelte Wissen und kreative eigene Überlegungen führten zu ständigen Verbesserungen in der Weinbergsarbeit und Kellertechnik, ließen Girardin zu einem Pionier der qualitativen Erneuerung der großen Weine des Burgund werden. So legt er, ähnlich wie Marcel Deiss im Elsass, entschiedenen Wert auf die Betonung des Terroirprinzips, so dass der Charakter der einzelnen Lagen sich unverkennbar in seinen Weinen widerspiegelt. Für die Weinbergsarbeit bedeutet dies: naturnaher Anbau und keinerlei Verwendung chemischer Dünger oder Herbizide.
Das Unkraut wird vielmehr umgepflügt und dient als natürlicher Dünger, gleichzeitig wird der Boden durch diese Bearbeitung gelüftet, und die seitlich wachsenden Wurzeln werden abgerissen, so dass die Hauptwurzeln gezwungen sind, tiefer ins Erdreich einzudringen und die darin enthaltenen Mineralien aufzunehmen.

Zudem erreichen die extrem selektionierten Trauben aus geringen Erträgen aufgrund dieser Bearbeitung der Rebstöcke eine deutlich höhere Reife, die in Girardins Weinen genauso schmeckbar ist wie die Mineralität, die zudem begünstigt wird durch eine Vergärung und einen Ausbau (ca. 50% in neuen Barriques) bei sehr niedrigen Temperaturen. Weiterhin achtet Girardin bei der Vinifizierung der Weine sehr darauf, dass reintönige, klare Aromen entstehen und dass seine Weine auch über Jahre hinweg die Frische bewahren, die diese Chardonnays und Pinot Noirs gegenüber anderen – vor allem den „Modeweinen” aus Übersee – so unvergleichlich machen.
Dazu sind seine Weine erstaunlich konzentriert, von ungewöhnlicher Komplexität, saftig und weich, von einer traumhaften Finesse und ausgestattet mit extrem viel verführerischer Frucht und reifen Gerbstoffen, die die Weine relativ früh trinkbar werden lassen.

Zu den Jahrgängen:

Wir stellen Ihnen Weine aus vier verschiedenen Jahrgängen von Girardin vor, so dass wir zunächst eine kurze Charakteristik der einzelnen Jahrgangsgegebenheiten vornehmen.

Der 97er Jahrgang erbrachte im Burgund sehr heterogene Weine. Alle Verkoster sind sich zwar einig, dass es sich um einen sehr guten Weißweinjahrgang handelt (Parker: „There is no doubt that 1997 is a very good vintage for whites from the Côte d’Or”, Wine Advocate Nr. 121), mit überaus vollen, weichen, relativ früh trinkreifen Weinen. Andererseits gibt es bei den Roten enorme Qualitätsunterschiede, wie sie größer nicht sein können. Neben grottenschlechten Burgundern, haben einige Spitzenwinzer großartige Ergebnisse erzielt, „wines, which are among the greatest of the last decade”, so der renommierte britische Burgunderexperte Clive Coates. Und Jacques Lardière, hoch angesehener Kellermeister der Domaine Louis Jadot, vergleicht gar die besten Weine des Jahrgangs, die sich als überaus fruchtige, opulente Gewächse mit reifen und weichen Tanninen erweisen, mit den legendären 59ern und konzediert ihnen trotz der relativ niedrigen Säure und ihres hohen Trinkgenusses in der Jugend eine Haltbarkeit von 20 Jahren und mehr!

Vincent Girardin hat mit seinen Maßnahmen, die mit fast 30 Grad im sehr heißen September 97 in den Keller gelieferten Trauben über Nacht auf 8 Grad abzukühlen, sie dann ganz langsam durchzumaischen, wieder zu erwärmen und die „cuvaison” von 2 auf 4 Wochen zu verlängern, „offensichtlich die beste Wahl für den Jahrgang getroffen mit hervorragendem Ergebnis”. So wiederum die Meinung von Clive Coates, der diese Weine, die uns bereits seit der ersten Fassprobe begeistern, mit außerordentlich hohen, bisweilen gar Traumnoten bewertet.

Der 98er Jahrgang ist ebenfalls sehr uneinheitlich ausgefallen, ein ausgesprochenes Winzerjahr, und wurde zunächst von der Fachpresse völlig unterschätzt. Wir waren von Anfang an anderer Meinung, und das nicht nur bei den großartigen Weinen von Girardin. Denn dessen Weißweine werden vom Terroir der weltberühmten Lagen geprägt wie nie zuvor, die Umstellung auf naturnahen Anbau zeitigt immer bessere Ergebnisse, die Rotweine besitzen eine für Pinot Noir seltene Farbintensität, eine traumhafte Reife, eine prägnante Frucht, seidene, saftige, reife Tannine, eine verblüffende Komplexität und eine präsente Säure für eine großartige Entwicklung.
Wenn Sie bisher mit dem Burgund nichts (mehr) anfangen konnten, und Gründe dafür gibt es ja mehr als genug, diese Weine von Girardin können eine alte Liebe wiedererwecken oder eine neue Leidenschaft begründen.

„Ja, ich glaube auch, in 99 die besten Rotweine meiner bisherigen Winzerlaufbahn gemacht zu haben”, antwortete mir Vincent Girardin, zwar mit berechtigtem Stolz, aber in keinster Weise überheblich. Es war Anfang September 2000, wir saßen, fast ein wenig erschöpft, bei ihm in der Probierstube, ich hatte gerade zum zweiten Mal seine herausragende 99er Kollektion verkostet, kein einfaches Vergnügen angesichts der über 80! Lagen, die Girardin mittlerweile vinifiziert, hatte meine endgültige Bestellung aufgegeben und ihm zu verstehen gegeben, dass der 99er Jahrgang wohl noch einen Tick besser ausgefallen war als seine schon herausragenden Vorgänger.
Ähnlich euphorisch reagierte die Fachpresse bei der Bewertung von Girardins Weinen. Nachdem der 98er Jahrgang in Burgund zunächst von den Journalisten, zumindest in der qualitativen Spitze, völlig verkannt wurde und sich jetzt langsam Korrekturen dieser Fehleinschätzung bemerkbar machen, wird der 99er, das andere Extrem, arg hochgejubelt. Doch Vorsicht:
Hier weist vor allem Parker völlig zu Recht darauf hin, dass NUR diejenigen Winzer, die eine strikte Mengenbegrenzung vornahmen – 99 war ein Jahr des extremen Traubenwachstums – Ergebnisse erzielten, welche die höchstmögliche Einschätzung des Jahrganges als „outstanding vintage” gerechtfertigt erscheinen lassen. Girardin hat in beiden Jahrgängen 98/99 nochmals einen qualitativen Schub bei den Weiß- und Rotweinen erreicht: Die Neuorientierung auf naturnahen Anbau trägt erkennbare Früchte, die Umstellungsphase ist abgeschlossen. Der Terroireinfluss, der einen Chardonnay oder einen Pinot Noir erst zu einem wirklich großen Wein macht (ich zumindest bin kein großer Freund beider Rebsorten, wenn denn der Traubencharakter vordergründig dominiert), ist seit diesen Jahrgängen deutlich präsenter, die Erträge wurden noch einmal zurückgefahren, die Trauben sehr reif geerntet und länger extrahiert. Dies ergibt Weine mit einer extremen Konzentration, einer schönen Tiefe (einer ungewöhnlichen Farbausbeute bei den Roten, die zudem eine unvergleichliche Harmonie aufweisen), einer hervorragenden Struktur, weichen Tanninen und einer traumhaften Fruchtaromatik.

Die Weißweine des 2000er Jahrgangs sind im Burgund aufgrund der nicht einfachen klimatischen Gegebenheiten extrem heterogen ausgefallen. Es wurden, neben wirklich vielen schlechten Weinen, bei den besten Produzenten „wunderbare Weißweine” (Steven Tanzer) vinifiziert, „outstanding qualities” so Parker, „ohne Frage besser als die feinsten 99er”. Vielleicht etwas weniger elegant als die besten 99er, dafür häufig jedoch mit noch mehr Struktur, Tiefe, einem enormen Reifepotential und einem „Biss” ausgestattet, wie seit den sensationellen 96ern nicht mehr, „und zwar immer dann besser als der hoch gelobte 99er Jahrgang, wenn als Voraussetzung zum Erfolg riskant spät geerntet wurde”, so Vincent Girardin.
Die Pinot Noir-Traube ist eine delikate Rebsorte, dünnschalig, hitzeempfindlich und nicht sehr fäulnisresistent; sie besitzt eine kurze Periode des Reifeoptimums und erbringt nur bei kleinen Erträgen eine adäquate Konzentration. So sind aufgrund der problematischen Witterungsbedingungen die Rotweine im Burgund in 2000 noch uneinheitlicher ausgefallen als die Weißen, in der Tendenz überraschend gut in der Côte de Nuits und zumeist problematisch in der Côte de Beaune.
Generell gilt: Ausschließlich die absoluten Stars der Winzerszene konnten wirklich überzeugende Qualitäten auf die Flasche bringen. „Völlig unerwartet gute Weine von der Côte de Beaune kommen von Vincent Girardin, gestützt auf alte Reben”, konstatiert Clive Coates, der international als einer der renommiertesten Burgunderexperten angesehen wird. Girardins großer Erfolg in 2000 beruht jedoch, nach unserer Ansicht, in gleichem Maße auch auf einer intensiven Ausdünnung im Frühjahr und einer rigorosen Selektion während der Ernte.

Da wir mit Vincent Girardin bereits zusammengearbeitet haben, als er noch nicht in aller Munde war durch die Elogen der Weinkritiker und er zudem ein äußerst fairer Geschäftspartner ist, erhalten wir jeweils große Kontingente seiner unterschiedlichen Spitzenlagen, die wir Ihnen als unsere ganz besonderen Empfehlungen vorstellen möchten.

Zu den Weinen

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Erlesene Weine, Spirituosen & Feinkost
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