Aus der Region Südliche Rhône:
Domaine La Bouissière - Gigondas
Traumqualitäten aus dem „besten Rhônejahrgang der letzten 30 Jahre” (Parker) auf dem Top-Niveau der Prestigecuvées aus Châteauneuf-du-Pape in einem raren Stil: Mineralität und kühle Frische statt barocker Opulenz!
Der malerische Ort Gigondas an den Hängen der wildromantischen Dentelles de Montmirail besitzt identisch grandiose Terroirs wie Châteauneuf-du-Pape. Daher kommen von hier auch mit die besten Weine der südlichen Rhône, von Parker schon mit 100 Punkten bewertet, doch die Preise dieser Weltklasseweine sind deutlich niedriger als die der berühmten Luxus-Cuvées aus Châteauneuf. Liebhaber der grandiosen Weine der weltbekannten Güter Santa Duc und Saint Cosme wissen, wovon wir hier reden. Qualitativ auf gleich schwindelerregender Höhe bewegen sich die in kleinen Mengen produzierten Nobelgewächse der Domaine de la Bouïssière, eine uralte stille Liebe von uns. Bereits Mitte der 90er Jahre importierten wir diese stilistisch so eigenständigen, da feinst balancierten, geradezu nordisch kühlen, ungewöhnlich mineralischen Rhônetropfen nach Deutschland. Leider waren die für den deutschen Markt zur Verfügung stehenden Mengen zu gering, als dass wir diese Juwelen im dynamischen Wachstumsprozess von Pinard hätten weiter offensiv vermarkten können. Die gegenseitige Sympathie mit dem Winzer blieb davon unberührt und meine Vorliebe für diese so originären Weine auch. Jährlich bekam ich meine Kiste von den sympathischen Faravel-Brüdern für meinen privaten Keller geschickt. Herzlichen Dank dafür! Und in vergleichenden Verkostungen mit den Granden der Rhône brillierten diese Pretiosen stets aufs Neue und erzeugten häufig genug Gänsehautgefühle.Immer wieder trafen wir uns in den letzten Jahren mit Gilles und Thierry Faravel, so heißen die beiden ebenso bodenständigen wie ehrgeizigen Eigner des wegen seiner Höhenlage auch „Adlernest” genannten Domaine, auf Verkostungen der besten Rhôneweine und groß war unsere Freude kürzlich bei einem Treffen in Brüssel, als Thierry uns anbot, von seinen internationalen Märkten Kontingente in einer für uns vermarktungsfähigen Größenordnung abzuziehen und sie uns zuzuteilen, weil er sich einfach freut, im Programm von Pinard de Picard präsentiert zu werden, eine Freude, die wir ausdrücklich mit ihm teilen, wenn wir auch zwei seiner rarsten Weine in der Abgabe limitieren müssen. So phantastisch schlicht die Qualität, so dramatisch fair die Preise! Juwelen der südlichen Rhône eben!
Aber Vorsicht, werte Kunden: In ihrer durch ihre hoch gelegenen, steinwüstenartigen, kargen Weinberge geprägten ureigenen Stilistik unterscheiden sich die originären, in alter handwerklicher Tradition hergestellten, ungeschönt und unfiltriert abgefüllten Gewächse der Domaine Bouïssière deutlich von den meisten anderen Weinen der südlichen Rhône und dem dadurch geprägten gängigen Geschmacksbild. Sie sind wesentlich mineralischer, „kühler”, frischer, säurebetonter, balanciert in Referenzqualität, weisen weniger opulente süßliche Frucht auf, brauchen, abgesehen von der leckeren Basiscuvée. immer etwas mehr Zeit, bis sie sich in all ihrer Schönheit entfalten, werden daher auch von so manchem Journalisten auf Jungweinverkostungen verkannt, andererseits von Kennern und Liebhabern wegen ihrer kühlen Stilistik, ihrer Komplexität, ihrer Rasse und Finesse und ihres autochthonen Charakters hoch geschätzt. Antipodenweine zum modernen Zeitgeist!
Was mich ein wenig wundert, ist, wie hoch Parker trotz dieser Stilistik neuerdings diese originären Charakterweine einstuft. Zwar haben die Gebrüder Faravel ihre Spitzencuvées aus 2007 gar nicht erst zur Verkostung bei ihm angestellt, denn sie haben so schon viel zu wenig Weine zu verkaufen, aber die traumhaft leckere Basiscuvée aus 2007, ein Preis-Leistungshammer in der „Sieben Euro-Klasse”, die ihr amerikanischer Importeur Parker zur Verfügung stellte, wurde mit spektakulären 91 Punkten bewertet. Damit kann man erahnen, in welch luftigen Höhen sich die Spitzencuvées punktemäßig getummelt hätten, die nochmals um Längen besser schmecken. Welch Glück für wahre Weinliebhaber, die somit Traumqualitäten erwerben können, zu einem wesentlich niedrigeren Preis, als er für vergleichbare Spitzenqualitäten der berühmten Güter aus Châteauneuf-du-Pape gezahlt werden muss. Diese urwüchsigen Pretiosen gehören zur Kategorie persönliche Lieblingsweine – So haben große Rhônegewächse früher einmal, vor der Klimaerwärmung, geschmeckt: Raffinesse statt Opulenz, leise Töne statt üppiger süßlicher Fruchtorgie mit Pauken und Trompeten. Domaine de la Bouïssière: Der Stoff scheint zu verdunsten, so schnell sind die Gläser stets geleert. Wohl bekomm’s!
