Domaine de la Vieille Julienne - Châteauneuf-du-Pape

Jean-Paul Daumen hat die traditionsreiche Familiendomaine mit großartigen Rotweinen aus biodynamischem Anbau innerhalb nur einer Dekade qualitativ „in die Stratosphäre geschossen. Er ist nicht nur einer der brillantesten Winzer von Châteauneuf-du-Pape, sondern seine Domaine zählt zu France’s superstar wineries,” Robert M. Parker.

DER WINZER:
Seitdem Jean-Paul Daumen mit den großartigen Jahrgängen 98/99 und vor allem dem hedonistischen 2000er der ganz große Durchbruch gelungen ist, wird er regelmäßig von der Weinkritik je nach Sichtweise zu den besten Winzern der Rhône, Frankreichs oder gar der Welt gezählt. Nachdem er diesen Ruf eindrucksvoll mit phantastischen Qualitäten in den Jahrgängen 2001 bis 2003 bestätigt hat (So erhielt als einziger Wein der Appellation beispielsweise der 03er Réservée von Parker die glatte Punktzahl 100!), zeigt er wiederum sein großes Können mit dem klassischen Jahrgang 2004, in dem Jean-Paul ungemein ausbalancierte, frische, samtige, ja seidige Weine produziert hat, die den Vorjahren in nichts nachstehen, sie wegen ihrer feinen Art nach meinem persönlichen Geschmack sogar nochmals übertreffen. Dabei hat der immense Erfolg den ungemein sympathischen Winzer überhaupt nicht verändert, Jean-Paul bleibt so zurückhaltend, beinah schüchtern, wie stets zuvor und seine Auftritte in der Öffentlichkeit sind extrem rar. Doch wie einst bei der leider verstorbenen Winzerlegende Jacques Renaud von Château Rayas oder Henri Bonneau bahnt sich hier ein neuer Mythos in Châteauneuf-du-Pape an! Und auch wenn die Vieille Julienne erst seit einigen Jahren zu den absoluten Topweingütern ganz Frankreichs gehört, wird Jean-Paul nicht müde, darauf hinzuweisen, wie sehr er sich der Arbeit von vier Generationen vor ihm verpflichtet fühlt: „Die Vieille Julienne ist kein modernes Weingut, das quasi über Nacht aus dem Boden gestampft wurde. Ohne die Arbeit meiner Vorfahren wäre es unmöglich, die heutigen Qualitäten herzustellen. Unsere Rebstöcke haben ein Durchschnittsalter von siebzig Jahren, da versteht man sofort, wie wichtig es ist, darauf aufzubauen, was mein Urgroßvater bereits seit 1905 geleistet hat.” Wir sind sehr stolz darauf, diesen sympathischen Ausnahmewinzer seit einigen Jahren auf seinem Weg begleiten und Ihnen, liebe Kunden, seine unvergleichlich feinen und eleganten Weine anbieten zu können.

 

 

Domaine de la Vieille Julienne
Jean-Paul Daumen in seinem Weinberg

 

DAS TERROIR:
Sämtliche Parzellen der Domaine liegen im nördlichen Bereich von Châteauneuf-du-Pape, in Le Grès. Heute mutet es höchstens noch wie ein makabrer Scherz an, dass über lange Zeit hinweg die extrem ärmlichen sand- und lehmhaltigen Böden, auf denen bisweilen nicht mal der berühmte Grashalm zu wachsen gedenkt, maßlos unterschätzt und geradezu als ‚unwürdig’ für die weltberühmte Appellation angesehen wurden. Das aber änderte sich schlagartig, als Jean-Paul das erste Mal 1998 mit Aufsehen erregenden Qualitäten von sich hören ließ. Und seitdem zeigt sich Jahrgang für Jahrgang, dass gerade die extrem armen, wasserdurchlässigen und relativ kühlen Böden mit Nordausrichtung (was auch die Theorie nahe legt, dass die klimatischen Veränderungen sich ausgesprochen positiv für Vieille Julienne auswirken) harmonische, fein ziselierte Weine hervorbringen, die vor allem durch ein phantastisches Gleichgewicht von Frucht und Tanninen, Säure und Alkohol begeistern. Doch das Terroir der Vieille Julienne ist extrem anspruchsvoll. Nichts geht hier einfach wie von selbst. Alle Arbeitsschritte müssen genau durchgeplant werden. Der Boden wird ständig bis in mehrere Meter Tiefe analysiert, vor allem der Feuchtigkeitsgehalt, ein Faktor, der in den letzten, immer heißer und trocken werdenden Jahren enorm an Bedeutung gewonnen hat. In einem Computerprogramm sind Karten verschiedener Bodentiefen gespeichert. Terroir, so wie Jean-Paul es versteht, ist keine Modeerschienung oder ein Begriff von Marketingexperten. „Terroir ist das exakte Durchleuchten des Zusammenspiels von Pflanze, Bodenuntergrund, Ausrichtung der Rebe (Sonneneinstrahlung und Windrichtung) sowie die Geschichte des Ortes und das genaue Wissen um das Zusammenspiel der verschiedenen Qualitäten.”
Der Boden besteht (bis zu einem Meter Tiefe) aus 35% Galets (den für Châteauneuf so typischen Steinen, die vor 1,2 bis 1,8 Millionen Jahren von der Rhône angeschwemmt wurden), der Untergrund ist nichts als der für Vieille Julienne so wichtige reine Sand, der im Myozen, also vor ca. 16 bis 10 Millionen Jahren, abgelagert worden ist. Darauf fühlen sich vor allem Grenache-Stöcke pudelwohl (ca. 80% der Bestockung), aber auch Syrah und Mourvèdre (etwa 5 bis 10%) gedeihen hier bestens. Dazu gesellen sich in kleinen Anteilen Bourboulenc, Vaccarèse, Cinsault, Counoise und alle anderen in Châteauneuf zugelassen Rebsorten. Zu vermerken ist noch, dass die Parzellen nicht rebsortenrein gepflanzt wurden, sondern nach bester Tradition des französischen Südens geht es hier kunterbunt durcheinander und alle Rebsorten beeinflussen sich gegenseitig! Durch Jean-Pauls vorbildliche Weinbergsarbeit ist Le Grès heute zu einem der berühmtesten Terroirs von Châteauneuf-du-Pape geworden!

 

 

Domaine de la Vieille Julienne
Bodenanalysen, bis zu mehreren Metern Tiefe, erlauben
eine präsise Kenntnis des Terroirs

 

IM WEINGARTEN:
Nur durch ein ausgeklügeltes System von traditioneller Bodenbearbeitung, Unterstützung der natürlichen Abwehrkräfte der Pflanze durch biodynamischen Landbau, Nachpflanzung von Rebstöcken nur aus eigener Produktion besten genetischen Pflanzmaterials (sélection massale), strengem Rebschnitt, optimaler Laubwerksarbeit, die jedes Jahr erneut den Wetterbedingungen angepasst werden muss, und Lese bei perfekter Reife der Traube (die alkoholische UND phenolische Reife muss vorhanden sein) gelingt die Ernte allerbester Weintrauben. Und es wird stets erst dann geerntet, wenn diese Trauben so gut schmecken, dass man Lust hat, sie sofort zu essen! Seit einigen Jahren bereits wird auf der Vieille Julienne nach biodynamischen Prinzipien gearbeitet. Jean-Paul und seine Mitarbeiter sind felsenfest davon überzeugt, dass sich die Qualität der Trauben, vor allem die Struktur der Häute und der Kerne – und damit der Tannine im fertigen Wein – dadurch entscheidend verbessert hat. Dazu erlaubt die Verwendung von biodynamischen Produkten auf Basis von Brennesseln ein deutliches Absenken der Schwefel- und Kupfermengen zum Pflanzenschutz. Dabei ist die Biodynamie für Jean-Paul keine Ideologie. Wenn man ihn darauf anspricht, erwidert er lächelnd: „Schon mein Großvater hat so gearbeitet. Das ist einfach gesunder Menschenverstand und keine Religion. Wir bewahren für die zukünftigen Generationen, was uns die vorherigen übermittelt haben. Anders kann das im Weinbau nicht gehen. Wer meint, die schnelle Lösung durch moderne Techniken gefunden zu haben, ist sicher auf dem Holzweg.”

 

 

Domaine de la Vieille Julienne
Jean-Paul beginnt mit den jährlichen Rebschnitt

 

IM KELLER:
Ziel der Kellerarbeit ist es anschließend, diese so köstlich schmeckenden Weintrauben in einem möglichst schonenden Prozess in ebenso köstlichen Wein zu verwandeln. Dies geschieht ohne irgendwelche Eingriffe von außen (keine Reinzuchthefen, keine Filtrierung, keine Schönung, kein neues Holz, keinerlei Schwefeln während des Ausbaus). Die alkoholische Gärung findet in Betoncuveés statt, die alle unterschiedlich groß sind, um die Trauben der verschieden großen Parzellen aufzunehmen und somit die Eigenschaften jeder einzelnen Lage herauszuarbeiten. Nach gut zwanzig Tagen wird der Most in alte Holzfuder abgelassen, wo sich die malolaktische Gärung mit all ihren Rätseln vollzieht. Und anschließend heißt Jean-Pauls Devise: Kontrolliertes Nichtstun! Geduld, kühle Kellerräume, die großen, majestätisch wirkenden Fuder, totale Ruhe und Stille. Eineinhalb Jahre lang nimmt das Wunder seinen Lauf. Nicht einmal verkostet wird der Wein in dieser Zeit, so genau ahnt, nein spürt Jean-Paul, wie die Entwicklung verlaufen wird. Und dann kommt der magische Moment. Die Assemblage (der Verschnitt der einzelnen Fässer), die Abfüllung. Alles auf einmal (bis vor wenigen Jahren eher untypisch in der Region), um jede Art von Flaschen- und damit Qualitätsschwankungen zu vermeiden, die früher oftmals den Genuss selbst bei renommierten Gütern beeinträchtigten. Im Übrigen verzichtet Jean-Paul auf jegliche Zusammenarbeit mit einem Önologen. Seine unumstößliche Maxime lautet: „Wein wird vom Winzer gemacht. Perfekte technische Weine können sicherlich interessant sein, wirklich gut wird Wein aber erst durch seinen Charakter, seine Ecken und Kanten.”

 

 

Domaine de la Vieille Julienne
Jean-Paul beim „kontrollierten Nichtstun”

 

DIE JAHRGÄNGE 2004 und 2005:
Der Jahresverlauf 2004 war vor allem durch eine lange Trockenperiode von April bis zum 20. August gekennzeichnet. Nicht ein Tropfen Regen! Zum Glück wurzeln die alten Grenachestöcke bis zu acht Meter tief im Boden und die Temperaturen waren deutlich niedriger als 2003. Und dann kam er endlich doch, der Regen. Rechtzeitig vor der Ernte! Die Rebstöcke sogen das Wasser geradezu aus dem Boden und produzierten wieder Blätter. Gar nicht so leicht, unter diesen Bedingungen Traumqualitäten herzustellen! Doch Jean-Paul bewies wieder einmal, dass er sein Terroir, jede einzelne Parzelle, bis in die letzten Winkel kennt. Über fünfeinhalb Wochen streckte er die 18 Erntetage. Immer wieder ließ er dabei die Mannschaft anhalten, um jeweils den optimalen Reifezeitpunkt zu erwischen. So wurden jeweils nur Teile einer Parzelle gelesen. Dann wieder abgewartet, beobachtet, verkostet. Beste Wetterbedingungen mit kühlen Nächten und einem glücklicherweise nur leichten Mistral (zu heftige Winde führen nämlich zu einer raschen Saftkonzentration und damit zu „fetten” Weinen mit hohen Alkoholgradationen) erlaubten, höchstes Risiko einzugehen. Bis Anfang Oktober wurde gelesen – mit bis zu sechs Durchgängen in den besten Parzellen. Nicht einmal 45 Minuten dauerte es dann vom Schnitt der Trauben bis in den Keller. Bei den Hitzegraden im Süden Frankreichs ist diese Schnelligkeit unablässig für höchste Qualität.

 

 

Domaine de la Vieille Julienne
Behutsame Lese auf der Domaine

 

Und so hat Jean-Paul in sorgfältigster Lesearbeit nur bestes Traubenmaterial eingefahren. Hier zeigt sich die wahre Handschrift eines Winzermagiers, der alles über Bord geworfen hat, was man auf der Schulbank lernt, und nur noch nach eigenem Fingerspitzengefühl vorgeht. Solche Intuition, das zeichnet den wahren Meister aus. Bravo! Das Resultat: Ich habe Ihnen, werte Kunden, nach mehreren Verkostungen vor Ort zu völlig unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Weine schon oft geschrieben, dass mir persönlich der Jahrgang 2004 an der südlichen Rhône noch besser gefällt als der so hoch gelobte Jahrgangsvorgänger 03, denn die Weine verfügen über mehr Frische, mehr Struktur und eine höhere Komplexität. Und sie sind nicht so ‚fett’ wie im Hitzejahrgang 2003, der wiederum einigen Journalisten und Weinkritikern wegen der schier unglaublichen Konzentration mehr zusagte. Es hat mich jedoch sehr gefreut und in meiner Einschätzung bestätigt, dass René Gabriel, Fachautor („Bordeaux Total”) und Herausgeber des WEINWISSER, als erster namhafter Journalist ebenfalls konstatiert, dass die „2004er Weine besser sein werden als die 2003er”. Doch wie in jedem Jahrgang brauchen die biodynamisch und ohne jegliche Manipulation produzierten Weine der Vieille Julienne wesentlich mehr Zeit als die meisten ihrer Konkurrenten, bis sie anfangen sich zu öffnen und ihre wahren Qualitäten zeigen. Daher präsentieren wir ab jetzt immer erst etwa ein Jahr nach der Abfüllung die Weine dieser Ausnahmedomaine in ausführlicher Beschreibung, wenn die fabelhaften Qualitäten, wie jetzt beim 2004er Jahrgang, sich langsam entfalten und die Weine auch ersten Trinkgenuss bereiten.
Dazu bieten wir Ihnen (noch ohne Beschreibung) natürlich auch den Traum-Jahrgang 2005, den sich viele Kunden und Liebhaber großer Châteauneufweine sofort in den Keller legen wollen. Lassen Sie sich diese fabelhaften Wein-Werte auf keinen Fall entgehen und bestücken Sie Ihre Keller für viele Jahre: Das Reifepotential des 2005er Jahrgangs ist nicht zuletzt wegen der großartigen Säurestruktur, denen großen Weine ihre fabelhafte Frische und Trinkanimation verdanken, legendär!

 

 

Domaine de la Vieille Julienne
Kerngesundes Lesegut

 

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