Saarlouis, 12. August 2002

Info

Neu eingetrofen:
Weinhof Herrenberg Jahrgang 2001

Wohl keine Region Deutschlands brilliert mit rassigeren Rieslingen als das kleine Anbaugebiet der Saar mit seinem spezifischen kühlen Mikroklima. In schwierigen Jahrgängen haben die Weine zwar bisweilen mit einer hohen Säure zu kämpfen, um eine ideale Balance zu erreichen, in warmen Jahren jedoch vereinigt sich in ihnen die glasklare, saftige Rieslingfrucht mit einer rassigen Säure zu traumhaft schönen, filigranen Meisterwerken, die weltweit einzigartig sind. Nicht umsonst zahlen Liebhaber aus aller Welt exorbitante Preise für die besten Exemplare Egon Müllers aus dem legendären Scharzhofberg, Preise, gegen die selbst die völlig überteuerten Bordelaiser Spitzengewächse „billig“ erscheinen.
Und aus dieser faszinierenden Region präsentieren wir Ihnen einen Newcomer mit Qualitäten, wie sie spektakulärer nicht sein können, und das zu mehr als fairen Preisen. „Claudia Loch hat 1999 eine Atem beraubende Kollektion vorgestellt, ein Wein ist besser als der andere“, so urteilt begeistert Marcus Hofschuster im Weinplus Weinführer Deutschland 2001. Und Mario Scheuermann, erfahrener Fachjournalist und Veranstalter des Hamburger Weinsalons, meint gar: „Das Weingut Herrenberg ist für mich schon seit zwei, drei Jahren ein herausragender Geheimtipp an der Saar. Bei einer Erstteilnahme (am Hamburger Weinsalon) wäre das ziemlich uneinholbar die Nominierung für die Entdeckung des Jahres gewesen. Bei der minimalen Jahresproduktion und solchen Qualitäten müssten die Weinkenner eigentlich Schlange stehen und alles müsste zu Höchstpreisen ständig ausverkauft sein. Herrenberg ist so etwas wie ein weißer Riesling-Petrus von der Saar: Winzige Produktion, total eigenständiger Terroircharakter in absoluten Spitzenlagen“.

Und da wir in Bezug auf dieses Weingut absolut der gleichen Auffassung sind, haben wir alles daran gesetzt, mit dem so sympathischen Ehepaar Claudia und Manfred Loch (dem „ersten Knecht“, wie er sich selbstironisch gerne tituliert) zusammenarbeiten zu können, was gar nicht so einfach war, da sie bisher problemlos ihre kleine Jahresproduktion von ein paar tausend Flaschen ab Hof direkt verkauft haben.
Wir freuen uns wirklich sehr, dass wir Ihnen ab sofort als einziger deutscher Händler diese Rieslinge „wie aus dem Bilderbuch“ präsentieren können. Wir können Ihnen noch eine kleine Restmenge des großen 99er Jahrgangs anbieten, in dem die Lochs nichts anderes als wunderschöne Süßweine produziert haben, aber keine trockenen. „Der Grund hierfür ist so banal wie staunenswert“, erläutert mir Manfred Loch, „denn die Natur hat uns in 99 qualitativ so reichlich beschenkt (aber da haben meines Erachtens die Lochs ebenfalls ihren mehr als verdienten Anteil daran), dass wir nur Moste der Prädikate Auslese und Beerenauslese geerntet haben.
Kann sein, dass wir die Qualitätsschraube etwas überzogen haben (???), aber was hätten wir denn tun sollen? Mit Wasser rückverschneiden?“. So die natürlich nicht ernsthaft gemeinte rhetorische Frage des „ersten Knechts“. Und frisch eingetroffen sind die phantastischen Qualitäten aus dem herausragenden Jahrgang 2001

Was ist eigentlich das Geheimnis, das hinter diesen faszinierenden Qualitäten steckt? Eigentlich gar keins. Diese großen Rieslinge sind nichts anderes als das Resultat erstklassiger Lagen, ehrlicher, harter handwerklicher Arbeit in den biologisch bewirtschafteten Weinbergen und einer vehementen Liebesbeziehung der Lochs zu majestätischen Rieslingen und zu der unnachahmlichen Sinfonie eines wahrhaft großen Terroirs.
Claudia und Manfred, beide Seiteneinsteiger, erwarben 1992 ihren ersten, gerade mal 1200 Quadratmeter großen Weinberg im verträumten Schoden, im Folgejahr kamen dann 30 Ar von den Eltern dazu. Prachtstück ist eine Parzelle mit 100 Jahre alten, wurzelechten Reben im Wiltinger Schlangengraben.
Alle Lagen in den extrem steilen, mit Schiefer bedeckten Hängen (bis 80% Neigung!) werden „parzellenrein“ ausgebaut, um das jeweilige Terroir (wechselnde Schieferformationen, unterschiedliche Anteile an Feinerde) im Wein optimal zur Geltung zu bringen.
Der Schodener Herrenberg mit seinem extrem unterschiedlichen Bodenzusammensetzungen innerhalb der einzelnen Parzellen liegt mit seinem speziellen Mikroklima optimal süd-südwestorientiert wie ein riesiger Brennspiegel, der jeden auch noch so kleinen Sonnenstrahl einzufangen vermag, innerhalb eines nur etwa 4 km großen Gürtels, innerhalb dessen sich alle großen Lagen der Saar befinden.
Mein ausdrücklicher Respekt auch den Lochs für die harte körperliche Arbeit, die in diesen steilen Weinbergen notwendig ist, die mich sehr an die großartigen Gegebenheiten der Terrassenmosel erinnern.

Wenn man hoch über der Saar in den steilen Schieferlagen des Schodener Herrenbergs herumkraxelt, fallen sofort die Unterschiede zwischen den Parzellen des strikt qualitätsorientierten Winzerpaars und denen ihrer Nachbarn ins Auge.
Zum einen die extrem gepflegten „lebenden” Böden mit ihrem komplexen natürlichen Grünbewuchs (von den Lochs neu erworbene Parzellen in der Umstellungsphase zum biologischen Anbau weisen erst 1-2 verschiedene Kräuter auf), der durch die Konkurrenzsituation die Wurzeln der Reben tiefer in die Erde zwingt, der Entwässerung und dem Erosionsschutz dient sowie zur Humusproduktion beiträgt, und die Nistkästen für die einheimische Vogelwelt, die durch den Fraß der Schädlinge zum ökologischen Gleichgewicht in den Weinbergen beitragen.
Zum anderen sticht ein Rebschnitt ins Auge, der sich von dem aller Nachbarn völlig unterscheidet und der meines Wissens nach von kaum einem anderen Winzer an Mosel-Saar-Ruwer angewandt wird: die Vertiko-Erziehung nach Prof. Cargnello, eine Außenseitermethode eines engagierten Querdenkers.

Hierbei wachsen die Rebstöcke mit ihren langen Trieben wie ein kleiner Busch über mehrere Etagen. Manfred Loch erklärt dazu: „Infolge der wesentlich höheren Blattwerksproduktion (das Kraftwerk der Reben) verfügen die Reben über ein deutlich besseres Blatt-Fruchtverhältnis, dass mitverantwortlich ist für die herausragende Qualität der Trauben. Dabei ist der Schnitt so kompliziert, dass wir gezwungen sind, diesen entscheidenden Arbeitsschritt ohne jegliche Hilfskräfte durchzuführen, denn er setzt so viele Fachkenntnisse voraus, dass ich damit keine Saisonkräfte betrauen kann, da es viel zu lange dauern würde, bis sie es im Detail verstehen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als es selbst zu machen. Doch wenn man diesen Schnitt beherrscht und die Erträge drastisch reduziert, ist er nach meinen Erfahrungen dem traditionellen Moselschnitt weit überlegen”.
Eine Einschätzung, die die Qualitäten der Loch'schen Weine Jahrgang für Jahrgang bestätigen. Ein Beleg hierfür sind aber auch die Wildschweine, die sich im Herbst mit Vorliebe ebenfalls kostenlos in den Loch'schen Parzellen bedienen vollen, ein Elektrozaun ist unumgänglicher Schutz vor diesem „Mundraub“. Auch die Vögel picken sich genau diese Trauben heraus, verschmähen aber diejenigen der Nachbarn: Tiere haben sich im Gegensatz zu uns Menschen ihre natürlichen Instinkte bewahrt.

Trotz der privilegierten mikroklimatischen Gegebenheiten und des herausragenden Terroirs sowie der innovativen, harten handwerklichen Arbeit im Weinberg war der Anfang der Winzerkarriere der Lochs beschwerlich:
Die ersten Jahrgänge wurden nachts in ihrem uralten Keller gekeltert, um die kostbaren Herbsttage optimal zu nutzen. Das Land verweigerte finanzielle Zuschüsse doch Lochs arbeiteten engagiert und voller Enthusiasmus weiter. Dann gelangen mit dem 97er und 98er bereits vorzügliche Jahrgänge, „die 99er allerdings stellen (erstmals) alles in den Schatten. Mit gerade einmal 35 Hektolitern pro Hektar waren die Ergebnisse ausgesprochen niedrig. Ergebnis einer intensiven Weinbergsarbeit. Am Ende steht eine fulminante Kollektion von Auslesen – glasklar im Stil, mit Schmelz und mineralischer Säure. Unsere Hochachtung“ (Gault Millau).
Die Aufbauphase war abgeschlossen, die Weinbergsarbeit auf biologischen Anbau umgestellt, d.h. kein Einsatz von Insektiziden und Herbiziden, dazu eine extrem selektive Auslese von Trauben mit höchster physiologischer Reife und verrückt niedrige Erträge, unverzüglicher, schonender Transport gesunder, unzerquetschter Trauben in kleinen Behältern in die Keller und sofortige sanfte Pressung (Selbst Marienkäfer haben diese Prozedur schon überlebt!), moderat reduktiver Ausbau der Weine in blitzenden Edelstahltanks, geringst mögliche Schwefelung.

Das Resultat:
Was die Jahrgänge 99 und 2000 bereits ankündigten, demonstriert der 2001er auf geniale Art und Weise. Der Weinhof Herrenberg katapultiert sich mit spektakulären handwerklichen Qualitäten im besten Sinne des Wortes und mit dem singulären Charakter ihrer in konsequenter Ertragsreduktion und extrem selektiver Lese entstandenen Naturweinen nicht nur mit an die Spitze der Weinanbauregion Saar mit ihrer großartigen Tradition, für mich zählen die sympathischen Quereinsteiger Claudia und Manfred Loch zur absoluten Winzerelite Deutschlands und ihre Weine mit ihrer glasklaren, saftigen Rieslingfrucht, ihrer charakteristischen, eher saaruntypischen Fülle, ihrem Extraktreichtum, ihrer Frische, ihrer beispielhaften Mineralität, ihrer Kraft und ihrer Finesse sowie ihrem kompromisslosen Terroirkonzept besitzen ein schwerlich zu schlagendes Preis-Genussverhältnis.
Von Claudia und Manfred Loch werden wir in Zukunft noch sehr viel hören, wir freuen uns jedenfalls weiterhin auf eine spannende Zusammenarbeit.

Anmerkung: Die Fassnummern bei den trockenen Rieslingen vom Herrenberg spiegeln keine Wertigkeit der Weine, sondern ausschließlich die unterschiedlichen Zusammensetzungen des heterogenen Terroirs!


909101 Schodener Herrenberg Fass Nr. 3, trocken 2001, 9,30 Euro
Aus der extrem steilen, „Stier” (ein dialektaler Ausdruck für „Stirn”) genannten Parzelle mit dem höchsten Schieferanteil, direkt unterhalb des Kamms des Herrenbergs gelegen, stammen die Trauben dieses exzellenten Rieslings, der geprägt ist von einer markanten Mineralität, Extraktreichtum und zarten Fruchtaromen, ein ungemein filigraner, rassiger Wein, "vibrierend", füllig, dicht, die wunderbare Leichtigkeit des Seins an lauen Sommerabenden auf einer Terrasse auf des Angenehmste begleitend, faszinierendes Spiel auf der Zunge, lang anhaltend.



909601 Schodener Herrenberg Fass Nr. 6, trocken 2001, 9,30 Euro
Obwohl von 2 direkt nebeneinander liegenden Parzellen stammend, in seiner Stilistik vom Riesling des Fasses Nr. 3 grundverschieden, da konzentrierter, dichter, fülliger. Faszinierende Frucht, tiefgründige, mineralische Finesse, sehr extraktreich, obwohl ganz trocken, wirkt er auf der Zunge dennoch leicht „süß”, grandioses Spiel zwischen der Frucht und der fein ziselierten Säure. Welcher Riesling schmeckt besser, die Nr. 3 oder die Nr. 6? Schwer zu sagen, eher eine Stil– als eine Qualitätsfrage!



909501 Schodener Herrenberg Fass Nr. 4, „Saartyr” trocken 2001, 10,40 Euro
Nach der mythologischen Gestalt des Satyr, des lüsternen, sinnesfrohen Waldgeistes und Begleiter des Dionysos benannter Spitzenriesling, in diesem Jahrgang mein persönlicher Favorit bei den trockenen Weinen: Die Trauben stammen aus derjenigen Parzelle, aus der in Jahrgängen wie 99 die Contes Saar gewonnen wird (aufgrund seines feinen Spiels mein Lieblingswein vom Herrenberg im edelsüßen Bereich im Jahrgang 1999). Was für eine großartige Mineralität, welch feinste Frucht, welch ungemein komplexe Aromatik, im Vergleich zu den Fassnummern 3, 5 und 6 eher exotische Noten, am Gaumen ungemein betörend, subtile Aromen, eher ein verwobener, verspielter Stil, dabei feinst balanciert, dazu eine traumhafte, reife Textur, lang anhaltend. Das Wortspiel im Namen suggeriert es bereits: Ein „lüsterner” Wein, der Emotionen und Sinnesfreuden zu wecken vermag!



909801 Barrique Riesling „Alte Reben, kleines Fass” 2001, 17,90 Euro
Hochinteressantes Experiment (1 Barrique aus neuer amerikanischer Eiche) aus den Trauben der besten und ältesten Parzellen des Gutes, dem Wiltinger Schlangengraben, ungemein exotischer Charakter, Raucharomen, Mandarinen, würzig, Karamellnoten, wunderschöne Vermählung zwischen den Barriquearomen und der Frucht, ein Riesling für Weinfreaks, die bereit sind, ausgetretene Pfade zu verlassen und die dem Ungewöhnlichen offen gegenüberstehen.



909701 Schodener Herrenberg Spätlese 2001, 12,90 Euro
(Leider) der einzige edelsüße Riesling von phantastischer Qualität aus dieser großartigen Lage im Jahrgang 2001, in der Nase charakteristische, expressive Rieslingaromen, auf der Zunge ungemein füllig, dicht, großartiges Spiel Süße-Säure, feinste, seidige, zarte Fruchtsüße, faszinierende, hochfeine Mineralität, ausgezeichnete Struktur, sehr lang anhaltend, ein Schmeichler der Sinne, eine Verkörperung der unvergleichlichen Sinfonie großer Schieferlagen der Saar, zu genießen jetzt bis mindestens 2012.



909301 Ockfener Bockstein Spätlese 2001, 16,90 Euro
Von einer der Traumlagen der Weinanbauregion Saar mit seinem eher rötlichen, erzdurchwachsenen Schiefer kommt diese Labsal der Seele, eine traumhafte Symbiose, eine Liebesbeziehung gar zwischen der Rieslingfrucht und dem Schiefer, ein spektakulär gut gelungener Bockstein allererster Güte! In der Nase ein komplexes Aromenspektrum (Pfirsich, Maracuja, Mandeln), am Gaumen ungemein füllig, dicht, konzentrierter noch als sein Pendant vom Herrenberg, m.E. deutlicher Auslesecharakter, schmelzig, subtiles Spiel Süße-Säure, geschmeidig, nachhaltige mineralische Rasse, großartige Länge, zu genießen jetzt bis mindestens 2012.



909901 Riesling Schodener Herrenberg, Trockenbeerenauslese 2001, 0,375 l, 100,00 Euro
Ganze 14 l (in Worten: vierzehn) dieser Weltklasseauslese haben die Lochs Mitte November gelesen, ungemein liebevoll, wie ihr eigenes Baby fast, vinifiziert, ein großartiger Riesling von geradezu schockierender Qualität, ölig, monumental, Extrakt pur, Götternektar!


Aufgrund der geringen Menge nur Einzelflaschenabgabe!


Noch lieferbare Weine aus dem Jahrgang 1999

909199 Riesling Schodener Herrenberg Auslese Nr. 3 1999 15,90 Euro
Schöne Konzentration im vielschichtigen honigwürzigen Bukett, reife, klare Frucht, kandierte Zitrusfrüchte, Pfirsich, Ananas und Aprikosen, im Mund wiederum viel süße Frucht, sehr elegant, rassige Säure, beeindruckende Frische, wunderbare Balance, mineralisches Spiel, herrlich reintönige Auslese, große Länge, sehr langer Nachhall;
zu trinken jetzt bis mindestens 2015.



909299 Riesling Schodener Herrenberg Contes 1999 17,50 Euro
Konzentrierte, klare exotische Frucht, Aprikosen, Ananas und Grapefruit, im Mund cremig, dicht, zart mineralisch, schmeichelnd, betörend am Gaumen, traumhaftes Spiel zwischen der Süße und der pikanten Säure, spezieller Parzellencharakter (feiner Schiefer und relativ viel Feinerde), sehr nachhaltig, wunderschöne Balance, fruchtig-süßer Nachklang;
zu trinken jetzt bis mindestens 2010.



909399 Riesling Ockfener Bockstein Goldkapsel Auslese 1999 29,90 Euro
Eine herausragende Lage im ursprünglichen alten Bockstein, die der Vorbesitzer aufgrund der extremen Steilheit (unwirtschaftlich) nicht mehr bearbeiten wollte, liefert eine Auslese der Extraklasse.
Welch ein verführerischer, sinnlicher Duft von Weinbergspfirsich, Aprikose und mineralischer Würze! Am Gaumen betört er die Geschmackspupillen, breitet sich aus bis in den letzten Mundwinkel, unglaublich harmonisch, perfekt balanciert, hervorragende Struktur, feines mineralisches Rückgrat, extrem lang. Ein großer, sinnlicher Riesling auf höchstem Niveau!
2004 bis mindestens 2020.