Saarlouis, 16. Mai 2002

Info

Weltklasseweine aus dem Cahors

Im Feinschmecker 6/2002 findet sich ein ausgezeichnet recherchierter Bericht über die „schwarzen Weine” aus dem Cahors, die einst berümhter waren als Bordeaux und Burgunder. Manfred Lüer beschreibt eindrucksvoll das glanzvolle Comeback dieser so kraftvollen und komplexen Rotweine. Natürlich zählt der Feinschmecker unsere vier Domainen zur absoluten Spitze der Region. Ich selbst habe das Cahors kürzlich aufgesucht. Nachfolgend meine ausführlichen Notizen, die sich auch mit dem neuen Superstar des gesamten französischen Südwestens, Château Lamartine, beschäftigen.

Quercy im Südwesten Frankreichs ist eine zauberhafte Landschaft. In Millionen von Jahren hat der Lot zwischen der Garonne-Ebene und den Auvergne-Bergen sein Flussbett in die trockene Hochebene am Rande des Zentralmassivs gegraben und seine für den Weinanbau so wertvollen Sedimente angehäuft. Er mäandert durch abrupte Felsabbrüche und weiß getünchte Kalkklippen, aber auch durch fruchtbare, grün leuchtende Täler und Weinberge auf flachen Geländeterrassen. Immer wieder windet sich der Lot in weiten Schleifen, auf deren Landzungen mittelalterliche Städte und Burgen liegen. In diesem zauberhaften Tal gedeiht die hochkapriziöse Malbec-Traube, die bei sorgsamer Pflege, niedrigen Erträgen und fein dosierter Extraktion Großes zu leisten vermag: Die ultimative Herausforderung bester Bordelaiser Gewächse.

Für uns gehört Cahors zu den aufregendsten Weinanbaugebieten überhaupt.
Die Weine sind deshalb so spannend, weil sie von ganz eigener Stilistik sind: die Fruchtaromatik ist beinahe expressiv, die Struktur sehr reichhaltig, fast cremig, die Finesse burgundisch. Selten habe ich so wohlbalancierte Rote genießen dürfen. Sie hinterlassen am Gaumen den Geschmack von vollkommener Fülle, sie sind reichhaltig, rund und harmonisch sowie von einer blumig-würzigen Kraft, die sehr nachhaltig ist. Ein großer Cahors, nicht umsonst berühmt geworden als der Wein der Könige und Päpste, ist gewirkt wie ein edler Samtteppich, der den Gaumen mit seinen überaus wohlschmeckenden Aromen vollständig auskleidet.
Wer jemals einen gereiften Cahors gekostet hat - etwa aus dem Spitzenjahrgang 1990 - ist hingerissen von den subtilen Aromen: Trüffel, Unterholz und Lakritze paaren sich mit einer Minzfrische, die an einen Mouton-Rothschild erinnert. Keine Frage, ein Cahors gehört zu den langlebigsten Rotweinen der Welt.
Das Reifepotential liegt bei etwa 15-20 Jahren, selbst im Stahltank ausgebaute Weine von 1975 und 1982 zeigten sich bei meiner Verkostung vor Ort Anfang des Jahres in tadelloser Verfassung, ohne Alterston.

Wegen ihrer kraftvollen Fülle, wegen der komplexen Fruchtaromen und der enormen Eleganz sind es für mich die „Burgunder des Südens", Château Lamartine mir seinen herausragenden Weinen voller Finesse und Sinnlichkeit scheint mir der beste Beleg dieser These. Mit einem Pinot Noir hat ein Auxerrois, so das in der Region häufig gebrauchte Synonym für Malbec, auch gemein, dass seine Weine zwischen „Himmel und Hölle" schwanken können - großartige Gewächse von den talentiertesten Weinmachern wechseln sich ab mit animalischen, rustikalen Weinen, die kaum trinkbar sind, dennoch aber unter dem Appellationssiegel für teures Geld verkauft werden. Die wirklich guten Cahors, die in ihrer Primärfruchtphase erstaunlich zugänglich sind, brauchen einige Jahre auf der Flasche, um vollständig auszureifen. Doch dann sind es äußerst harmonische, subtile Rote, die ihr Terroir vortrefflich ausdrücken. Sie profitieren im Cahors von einer idealen Mischung zwischen mediterranem und atlantischem Klima: genügend Niederschläge - Trockenstress ist für die Reben ein Fremdwort -, ausreichend Sonnenstunden und besonders im Herbst durchlüftet ein frischer Wind die Weinberge.

Allerdings neigt diese Rebsorte auch zum Verrieseln und ist anfällig für Krankheiten. Aus diesem Grund wurde sie aus den Weingärten des Bordelais weitgehend verbannt - im Libournais des 19. Jahrhunderts war sie einst die wichtigste Sorte. Nur in dem malerischen Tal des Lot wird sie in Europa heute noch in größerem Stil kultiviert und sorgt ansonsten in Südamerika für Aufsehen. Doch Vorsicht: Wer die Erträge nicht reduziert und überextrahiert, keltert nur animalische, wild-würzige Weine, rustikal und belanglos und schadet dem Image von Cahors. Viele hiesige Winzer arbeiten nachlässig und produzieren zu Dumpingpreisen Billig-Gesöff für Supermärkte. Sie zehren von dem Ruhm einiger weniger herausragender Domänen und nutzen einfach die noch immer bzw. aufgrund der Spitzenleistungen der Vorzeigegüter wiedererlangte hohe Reputation der Region für ihren Absatz unsagbarer Plörre.

Es gibt auch nicht den EINEN Cahors, dafür sind die Terroirs zu unterschiedlich:
es befinden sich exzellente (die besten?) Lagen auf Talebene, wie die von Du Cèdre, auf Terrassen (Château Lamartine) und auf hochgelegenen Plateaus (Château Haut-Monplaisir), die verschiedenen Terroirs ergeben sehr unterschiedliche Weine. Tendenziell lassen sich dennoch zwei Stilrichtungen unterscheiden: Die feminineren Weine (Lamartine) kommen von den kargen, oft eisenhaltigen Kalk-Terrassen und zeigen Aromen von (kandierten) roten Früchten, Himbeeren, Kirschen sowie Menthol; die maskulinen (Du Cèdre) sind typisch für die steinigen, stärker lehmhaltigen Böden, wie sie viele der Weinberge im Talgrund und auf den Hochplateaus zeigen, sie betören durch Noten von schwarzen Früchten, kleinen schwarzen Heidelbeeren und Lakritze.

Das Cahors, galloromanischen Ursprungs und damit eines der ältesten und berühmtesten Weinanbaugebiete Frankreichs, hat in seiner langen Geschichte drei Katastrophen überstehen müssen: zum ersten die wirtschaftlichen Sanktionen des Bordelais zu Beginn der Neuzeit, die heute noch für die große Rivalität beider Regionen verantwortlich ist. Die Bordelaiser Handelshäuser sperrten den Cahorswinzern einfach den Transportweg über das Wasser zu ihren Märkten in Nordeuropa ab, voller Neid auf die viel konzentrierteren, kräftigen, fruchtigen und dunkelfarbenen - „the black wines" der Engländer -, schlichtweg besseren Weine aus dem Cahors, mit denen man als geeignetes Verschnittmaterial die eigenen, dünnen, blassen Weinchen aufpäppelte.
Dann die Reblausplage Ende des 19. Jahrhunderts und den wohl schlimmsten Schlag ereilte das Cahors mit dem Jahrhundertfrost 1956, der nur noch 1% der ehemals großen Rebfläche von über 40.000 ha übrig ließ.
Heute sind wieder ca. 4.000 ha bepflanzt und 1971 wurde Cahors zum kontrollierten Ursprungsgebiet A.O.C. ernannt und ausschließlich Malbec, Merlot und Tannat zugelassen. Ein Cahors, so die Vorschriften, muss mindestens 70 Prozent Auxerrois enthalten. Knapp 500 Winzer produzieren in 45 Dörfern rund 250.000 Hektoliter Wein jährlich. 200 Winzer sind Mitglied der Genossenschaftskellerei „Les Côtes d'Olt" in Parnac. Daneben vertreiben 20 Handelshäuser Wein - doch wie so oft ist die Zahl der wirklichen Spitzenwinzer auch hier sehr dünn gesät.

Cahors profitiert von vier großen Jahrgängen in Folge:
die abgefüllten Weine und von mir verkostete Fassproben der Jahrgänge 1998-2001 zeigen eindrucksvoll das enorme Potenzial einer Appellation, die den Renommierregionen in Nichts nachsteht:
Die besten Gewächse befinden sich, und das schreibe ich mit Bedacht, auf dem Niveau gar von Premier Grand Crus aus dem Bordelais und wir sind stolz, Ihnen diese Weine auf Weltklasseniveau präsentieren zu können.


Château Lamartine

„Ich mache hier die Pinot Noirs aus Cahors”, leise, mit unaufgeregter Stimme, ohne Überheblichkeit, aber voller Selbstbewusstsein, so charakterisiert Winzerpionier Alain Gayraud aus Soturac seine stilistisch so eigenständigen Weine bei meinem Besuch Anfang Februar vor Ort. Sie sind subtil und delikat, tief und dicht, vollkommen harmonisch und von einer raren Eleganz und Finesse – fürwahr Cahors’sche Crus!
Die Weinberge, insgesamt 30 Hektar, liegen in idealer süd-südwestlicher Exposition auf der zweiten und dritten Terrasse über dem Tal des malerischen Flüsschens Lot. Die kargen, gut drainierten Böden sind stark kalkhaltig wie im Burgund, hohe Eisenanteile sorgen für Komplexität und feine Würze. Zudem liegt Château Lamartine ganz am westlichsten Punkt der Appellation Cahors und verfügt über ein einzigartiges Mikroklima, welches neben südlichen Einflüssen auch vom Atlantik geprägt wird, so dass die sehr tief wurzelnden Reben auch heiße Sommer ohne Wassermangel ertragen.

Alain Gayraud ist eine der Schlüsselfiguren im französischen Südwesten: Er spielte eine treibende Rolle bei der Wiederherstellung der AOC Cahors 1971 und bereitet – zusammen mit seinem Freund Pascal Verhaeghe, der mir dieses Gut als ein unbedingtes Muss eindringlich ans Herz gelegt hatte – eine bahnbrechende Klassifikation des einst so berühmten Weinanbaugebiet in Quercy vor.
Dieses dreistufige Modell sieht – in Anlehnung an Burgund – eine Einstufung der Lagen als Grand und Premier Cru vor. Die einfachen Weine werden nur unter dem Namen der Appellation Cahors geführt.
„Wir brauchen diese Klassifikation, um das durch rustikale Massenweine heruntergekommene Image der Region aufzupolieren. Denn das Potenzial unserer Region ist gewaltig und gleichwertig mit dem Bordelais!”
Diese auf den ersten Blick manchem Weinfreund gewagte These Alain Gayrauds findet ihre Bestätigung nicht nur in historischen Texten der Vergangenheit, in denen gar von einer Überlegenheit des „black wine” aus dem Cahors über die Konkurrenz aus dem Bordelais die Rede ist, davon überzeugt jeder Schluck der großartigen Weine von Lamartine. Bereits der zu zwei Dritteln im Zementtank und zu einem Drittel in gebrauchten Barriques ausgebaute Alltagswein „Château Lamartine” aus Malbec und Merlot besticht durch seine klare, feingliedrige Struktur, aromatische Nachhaltigkeit und subtile Zimtwürze, die frische, rote Beerenfrucht ist zart mineralisch unterlegt. Die 1988 eingeführte „Cuvée Particulière” bringt Stärke, Konzentration und Feinheit gleichermaßen zum Ausdruck. Enorm ist das Potenzial dieses in gebrauchten und neuen Barriques ausgebauten Weins (90 % Malbec, 10 % Tannat); zum Beleg öffnet Alain eine Flasche eines gereiften 1990ers, der mich ungeheuer beeindruckt, ja geradezu betört durch edles Rosenparfum und Aromen von kleinen Griotte-Kirschen. Die dezente Süße in den Tanninen wird belebt durch mineralische Frische und einen stringenten Säurenerv – ein großer Wein zum kleinen Preis!

Für Alain sind die 1998/99er die ebenbürtigen Nachfolger: reiche und kräftige Aromen von kleinen Wald- und Erdbeeren, langes gebündeltes Finale, kräftiger Tanninbiss, beim 98er präsenter als beim 99er.
Alains Spitzenwein ist ein wahrer Grand Cru aus Cahors: „Cuvée Expression”.
Der Name kommt nicht von ungefähr: Es ist der vollkommene Ausdruck (Expression!) der Malbec-Traube und eines besonderen Terroirs. Die „Expression” ähnelt mit ihrer Üppigkeit, aromatischen Reichhaltigkeit und opulenten Struktur ungemein den legendären Weinen des Château Rayas aus Châteauneuf-du-Pape – wenngleich diese, aus Grenache vinifiziert, natürlich von anderer Aromatik sind. Gekeltert wird der reinsortige Expression ausschließlich aus uralten, ertragsschwachen Malbecreben, eine Weltrarität, die nur durch die außerordentliche Güte der Lagen von Lamartine zu begründen ist.

„Ein Kriegsgefangener pflanzte 1943 auf einer besonderen, 3 Hektar großen Parzelle Malbec-Stöcke, diese haben wie durch ein Wunder den verheerenden mehrwöchigen harten Frost von 1956 (damals wurden 99 % aller Anpflanzungen im Cahors zerstört) überlebt,” erzählt Alain voller Stolz. Dieser komplett in neuen Barriques ausgebaute reinsortige Auxerrois (Sie wissen, ein in Cahors gebräuchliches Synonym für Malbec) ist einer der großen Klassiker der Region, für die führende französische Weinzeitschrift „Revue du Vins de France” – sie widmet in ihrer Märzausgabe 02 den südwestfranzösischen Weinen ein großes, euphorisches Special unter dem Titel: „ Das große Erwachen im Südwesten” – ist es schlicht der „größte unter allen verkosteten Weinen”.
Und an dieser Verkostung nahmen sie alle teil, alle großen Domainen aus dem Cahors, aus Madiran, aus dem Bergerac, aus dem Jurançon usw.! Nun, ganz so weit möchte ich nicht gehen, denn auch Primo Palatum, Du Cèdre und Tour des Gendres produzieren ebenbürtige „vins de gardes” – wenngleich deutlich maskuliner, in ihrer Jugend ungestümer, holzbetonter und in ihrer Aromatik mehr zu schwarzen Früchten tendierend. Die „Expression” hingegen ist seidiger, femininer, üppiger und viel früher zugänglich – der 1999er zeigt reintönige Aromen von roten Früchten (Mon Cheri-Kirschen), florale Noten und einen delikaten, vanilleartigen Holzton. Letzterer ist nur dezent zu spüren, weswegen Alain des öfteren gar angefochten wird. „Gerade erst kürzlich warf mir ein Önologe aus der Region vor, dass meine Weine zu wenig Holz hätten, um zu gefallen. Doch ich möchte Weine machen, die man immer trinken kann.
Das ist der Wein eines Winzers, nicht der eines Önologen.”

Und wie sehr seine Weine gefallen, beweist die „Revue du Vin de France”:
Sie setzt in der bereits erwähnten März-Ausgabe „Château Lamartine” mit ihren Terroirweinen erster Güte und ihren begnadeten, so ganz und gar „unmodern” scheinenden Winzer allein an die Spitze der Appellation Cahors. Ich selbst stelle sie auf eine Stufe mit unseren anderen Gütern aus dieser Appellation, die ich allesamt jedem Liebhaber großer Bordelaiser Gewächse als Alternative auf der Qualitätsebene nur wärmstens empfehlen kann, preislich sind sie sowieso nur als eine ungeheure Provokation zu bezeichnen.

Eins aber kann Alain Gayraud ganz allein für sich in Anspruch nehmen: Er macht zweifellos DIE Burgunder des Cahors, vielleicht gar die finessenreichsten Weine des französischen Südens überhaupt!


508199 Château Lamartine, rouge 1999 7,90 Euro
Leuchtend rote Farbe, schmeichlerisches Bukett von kleinen roten Früchten und ein wenug Lakritze, dazu dezente Noten von verführerischem Zimt, im Mund kräftig, dicht, gleichzeitig von betörender Weichheit, feingliedrige Struktur, finessenreich, sehr selten nur habe ich in dieser Preisklasse einen ähnlich animierenden Wein genießen dürfen; ab sofort Trinkvergnügen pur, Potential bis mindestens 2006.



508299 Lamartine, Cuvée Particulière, rouge 1999 11,80 Euro
Schöne, satte Farbe, sehr komplexe, "generöse" Aromen schmeicheln der Nase: Noten von kleinen Wald- und Erdbeeren, zarte Gewürzanklänge, ein wenig Minze und Röstaromen, dieses Aromenspektrum findet sich auch im Mund wieder, mit Anklängen an Kräuterbrot und einer erstklassigen Struktur, ein großer Terroirwein, mit einer Eleganz und Finesse, die in Cahors ihresgleichen sucht, zu Recht in der "Revue du Vin de France" mit 4,5/5 Sternen bewertet, eine sehr rare Auszeichnung!
Unbedingt zwei, drei Stunden vor dem Trinken dekantieren, dann Trinkgenuss ab sofort, Potential für sicherlich 10 Jahre und mehr.



508399 Lamartine, „Expression”, rouge 1999 24,90 Euro
"Der größte unter allen verkosteten Weinen" des französischen Südwestens, so die Eloge der "Revue du Vin de France", natürlich die Traumnote von 5 Sternen und ein Wein zum Verlieben, zu einem Preis, der angesichts der absoluten Weltklassequalität kaum nachvollziebar ist.
Erwarten Sie bitte nur nicht einen hyperkonzentrierten Monsterwein, im Gegenteil, Sie genießen einen unglaublich feinen Wein mit einer traumhaften Aromenintensität (rote Früchte, Mon Cheri-Kirschen, florale Noten, schmelzige Schokolade, delikater, vanilleartiger Holzton), mit einer außergewöhnlichen Expressivität und Dichte, in den rassigen Gerbstoffen "ultrafein", Finesse und Eleganz pur.
Das ist er, DER Burgunder unter allen südfranzösischen Weinen mit einem Nachhall, den man so schnell nicht wieder vergisst.

Ein Freund und exzellenter Weinkenner misst die Qualität eines Weines immer daran, wie lange er im Gedächtnis verhaftet, wie oft man an ihn zurückdenkt: Diesen, behauptet er, werde er nie vergesen!
Mir schmeckt dieser große Wein bereits heute vorzüglich, nach mehrstündigem Dekantieren, Höhepunkt 2004 bis 2015, mindestens.



Château du Cèdre

Pascal Verhaeghe, ambitionierter, visionärer und innovativer Weinmacher belgischer Herkunft, von so manchem Winzerkollegen hinter vorgehaltener Hand respektvoll als Primus seiner Zunft apostrophiert, ist zweifellos verantwortlich für die Renaissance der großen Weine des Cahors, die lange genug von einer Reputation lebten, die mit den tatsächlichen „Qualitäten” in der Flasche nicht mehr übereinstimmten.
Seit gut 10 Jahren hat Pascal einen Kreis von Gleichgesinnten, zu denen auch sein Freund Luc de Conti (Tour des Gendres) gehört, um sich geschart, man diskutiert gemeinsam neue Ideen und Pascal hat einen Cahorswein geschaffen, der nichts, aber auch gar nichts mit den bäuerlichen, harten Cahors zu tun hat, die vielfach noch heute den Markt überschwemmen. Pascal produziert im Tal, aber auch auf hoch gelegenen, kargen Kalksteinlagen sowie steinigen Lehmböden zwar ebenfalls sehr kraftvolle, konzentrierte, dunkelrubinrote, ja extrem farbintensive Weine, die dem Image der schwarzen Weine gerecht werden, aber diese besitzen zudem eine immense Frucht, große Tiefe und Rasse, eine faszinierende Finesse, die man bei so wenigen Weinen überhaupt findet, und eine bemerkenswerte Frische, oftmals in Verbindung mit einem charakteristischen Schwarzbeerenbukett, Lakritze und deutlichen Gewürzanklängen.
Die unfiltrierten Weine verfügen über enorm viel Dichte und Rückgrat, Kraft und Komplexität und einen ursprünglichen, wilden Charakter, besitzen aber dennoch eine wunderbare Eleganz, eine typische, erfrischende Säure und dazu eine wunderbare Harmonie zwischen Frucht und Holz.
Diese Weine setzen neue Maßstäbe, nicht nur für ihre Region, und sind unter Preis-Leistungsgesichtspunkten geradezu eine Provokation für die gerühmten Bordelaiser Gewächse. Und so erscheint es nur noch auf den ersten Blick überraschend, bei genauerem Hinsehen jedoch folgerichtig, dass sich mittlerweile etliche Châteauxbesitzer aus Bordeaux nach Cahors auf den Weg machen, um bei Pascal zu lernen, wie er aus der nicht leicht zu handhabenden Rebsorte Malbec diese faszinierenden Spitzenweine vinifiziert.

Pascals „vins de gardes”, die in der Weinwelt für dieses erhebliche Aufsehen gesorgt haben, sind schlicht das Ergebnis harter Arbeit im Weinberg und im Keller. Anfang Juli wird das Blattwerk gekappt und alle Beeren werden aussortiert, die sich berühren.
Im August werden dann nochmals die unreifen Früchte abgepflückt. Diese extreme Auslese ergibt bei der Ernte drei bis fünf Trauben pro Stock. Und 2000 wie 2001 – wohl Pascals bislang besten – waren es sogar noch weniger! „Und selbst nachdem der Wein in den Barriques reift”, erzählt mir Pascal, „nehme ich ständig Fassproben und überlege, wann welcher Wein wieder was braucht.
Die anderen sperren den Keller zu und warten.”

Wenn Sie jemals diese Domaine besuchen sollten, dann versuchen Sie Pascal zu überreden, dass er Sie die einzelnen Cuvées aus den unterschiedlichen Barriques der besten Tonneliers probieren lässt:
Einen besseren Anschauungsunterricht, wie sich unterschiedliche Barriquesorten auf den Wein auswirken, werden Sie nirgendwo erhalten und sie bekommen gleichzeitig eine Vorstellung, wie ein im positiven Wortsinn Qualitätsbesessener seine Weine in aufwendiger Arbeit komponiert, mit einer Stilistik, die Maßstäbe setzt für die großen Weine der Welt. Und das Ergebnis dieses unermüdlichen Fleißes kann sich wirklich schmecken lassen.
Die Weine von du Cèdre sind trotz aller Dichte und Konzentration keine Kraftprotze und parkerisierten Fruchtbomben, sondern reinste „Haute Couture”:
eigenständige, handwerklich produzierte Persönlichkeiten wie Samt und Seide.

Sowohl die Selektion „Le Prestige” (90 % Malbec, 10 % Tannat) als auch die 1996 erstmals produzierte Supercuvée „Le Cèdre” (100 % Malbec, in Cahors auch Cot oder Auxerrois genannt), von den ältesten Rebstöcken des Gutes, beide übrigens vom „Feinschmecker” bereits zu den 100 besten Weinen der Welt gezählt, werden in offenen, großen neuen Eichenbehältern vergoren, dann in den klimatisierten Kellern in den neuen Barriques unterschiedlicher Herkunft ausgebaut unter feinst dosierter Anwendung der Mikrooxidation und nach abgeschlossener Reifung mit großer Könnerschaft assembliert:
Es entstehen eigenständige und komplexe Weine mit kräftigen, jedoch seidigen Tanninen, die zugleich an große Bordeaux-, als auch an erste Rhônegewächse erinnern, Weine, die allerdings ein Vielfaches dieser tiefdunklen Cahors-Weine mit ihren betörenden Beerenaromen kosten.
Nehmen Sie uns beim Wort und probieren Sie diese herausragenden Weine: Der Jahrgang 2000 bot die erdenklich besten klimatischen Voraussetzungen, die Weine, die unser Freund Pascal daraus erzeugt hat, sind mit dem Begriff spektakulär nur unzureichend beschrieben, Weine mit einer Finesse, Rasse, Eleganz und insbesondere einer Komplexität wie nie zuvor.
Wo gibt es noch ähnlich phantastische Weine zu solch moderaten Preisen?


502300 „Tradition”, rouge 2000 7,50 Euro
Eigenständiger, authentischer Wein von jüngeren Malbec-Rebstöcken, dazu 10 % Merlot, in Eichenholzfudern ausgebaut, von herausragender Qualität in seiner so verbraucherfreundlichen Preisklasse, dazu ein großes Entwicklungspotential;
2003 bis 2008, Höhepunkt ab 2004.



502100 „Le Prestige”, rouge 2000 11,90 Euro
Cuvée aus 90 % Malbec und 10% Tannat von älteren Reben, mit niedrigen Erträgen, handselektiert, erfuhr die malolaktische Gärung teilweise im Eichenholz, wurde dann fast 20 Monate in neuen, ein und zwei Jahre alten Barriques ausgebaut und unfiltriert auf Flaschen gezogen. Tiefdunkle, fast schwarze Farbe mit violettem Rand, in der Nase eine reife, tiefe Brombeerfrucht, dunkle Würze aber auch Toast. Im Mund weiche, bestens eingebundene Tannine, viel Frucht, Tiefe, Kraft, Konzentration, feine Struktur, Eleganz und Finesse, Aromen nach Waldbeeren, Schokolade und etwas Lakritze. Die Qualität war schon in der Vergangenheit grandios, aber die extreme Auslese reifster Beeren im Weinberg sowie weitere Verbesserungen in der Kellertechnik – wo findet man in der Winzerszene noch solch innovative Köpfe wie Pascal oder seinen Freund Luc de Conti? –, die darauf abzielen, noch mehr die Finesse, die Eleganz, die Subtilität der Aromen zu betonen und die Gerbstoffe feiner, weicher, runder werden zu lassen (dies erreicht er durch seltenere Anwendung der Pigeage = Untertauchen der Traubenhäute in den Most, als früher, so dass sich nur noch die feinsten Tannine lösen, nicht aber die gröberen), all das führt diesmal zu einem wahrhaft spektakulären Wein in seiner Preisklasse, auch und gerade für Freunde Bordelaiser Gewächse, den ich Ihnen ganz besonders ans Herz legen möchte;
trinkbar in der Primäfruchtphase zu allen kräftigen Fleischgerichten, dann wieder ab 2004/5, Höhepunkt 2007 bis 2015.



502200 Château du Cèdre „Le Cèdre”, rouge 2000 26,00 Euro
Wir arbeiten bereits seit mehreren Jahren eng und erfolgreich mit Pascal zusammen, der uns in dieser Zeit ein Freund geworden ist. So teilt er uns auch immer eine große Partie seiner Luxuscuvée „Le Cèdre” zu, die zu 100 % aus alten Malbectrauben mit niedrigem Ertrag vinifiziert und 20 Monate in neuen Barriques ausgebaut wird. Violette, undurchdringliche Farbe, steht fast wie dickflüssige Tinte im Glas, ungemein saftiger, eleganter, finessenreicher 100 %iger Malbec, ausdrucksstarkes Beerenbukett, kleine, schwarze Heidelbeeren, Bitterschokolade, Lakritze, Trüffel, Unterholz und schwarze Oliven paaren sich mit einer Minzfrische, die an einen Mouton-Rothschild erinnert, dazu leicht süßliche Würze, feinste Struktur, ein dichter, konzentrierter, und dennoch eleganter Wein mit präsenter, perfekt eingebundener Säure, die Tannine so weich und saftig, wie noch nie zuvor.
Bei solch enormer Extraktion jene rassige Frucht und Kühle in den hochfeinen Gerbstoffen herauszuarbeiten, das ist höchste handwerkliche Kunst. Welche Extraktsüße, welch explosive Fruchtfülle und welch katapultartiges Finale! Kann ein Wein aus dem Bordelais zu solch genussfreundlichem Preis eine ähnliche Klasse aufweisen?
Dies ist jedenfalls für mich die ultimative Alternative zu den unverschämten Allüren so mancher Bordelaiser Unternehmen.
Das ist ein gigantischer Stoff, aus dem die Träume des ambitionierten Weinliebhabers bestehen, ein hochkonzentrierter Extrakt in Abendgarderobe aus Samt und Seide, geschaffen von einem begnadeten Winzer. Schmeckt jetzt in seiner Primärfruchtphase hervorragend und zeigt denjenigen unter Ihnen, die noch nie einen gereiften Cahors probieren konnten, welch großartiges Potential diese lange Zeit im Dornröschenschlaf versunkene Region doch besitzt;
Höhepunkt 2007 bis 2020.



Unser Subskriptionsangebot für den Überfliegerjahrgang 2001, befristet bis 31. 8. 2002 und solange Vorrat reicht.

502201 Château du Cèdre, „Le Cèdre“, rouge 2001 24,00 Euro
Violette, eher gar undurchdringliche schwarze Farbe, steht wie Tinte im Glas, schier unglaubliche aromatische Konzentration, ausdrucksstarkes, explosives Beerenbukett, e(über)reife Früchte, Bitterschokolade, Unterholz, Laub, leicht süßliche Würze, Oliven, mineralische Anklänge, Lakritze, feinste Struktur, ein unfassbar dichter, konzentrierter, körperreicher und dennoch eleganter und finessenreicher Wein mit präsenter, perfekt eingebundener Säure für eine lange Entwicklungs- und Lagerzeit, die Tannine weich und saftig, aufgrund der geringen Erträge noch etwas extraktreicher als beim 2000er.
Ein großer Cahors, gewirkt wie ein edler Samtteppich, der den Gaumen mit seinen überaus wohlschmeckenden Aromen vollständig auskleidet. Welcher Wein aus dem Bordelais kann zu solch akzeptablem Preis eine ähnliche Klasse aufweisen? Keiner! Dieser Wein setzt vielmehr neue Maßstäbe, an denen sich die besten Weine aus Bordeaux messen lassen müssen, das ist die neue Referenz, das ist der Stoff, aus dem die Legenden geboren werden! 94-96 PdP-Punkte.



502401 Château du Cèdre, „Grande Cuvée“, rouge 2001 55,00 Euro
Aus nur 19 hl/ha bester Malbectrauben schlichtweg das Non plus Ultra, in der Stilistik dem Le Cèdre sehr ähnlich, aber mit dem kleinen, entscheidenden Kick mehr. Mehr an allem, an Komplexität, Konzentration, Dichte, Eleganz, Extrakt, ein Traum aus Seide und Finesse, eine bisher nicht gekannte Tanninqualität, für mich der beste Cahors aller Zeiten, eine neue Dimension des Weins, 98-100 PdP-Punkte.



Château Haut Montplaisir

Hinter dieser Neuaufnahme aus dem Cahors verbirgt sich niemand anderes als unser Freund Pascal Verhaeghe, Eigner und genialer Weinmacher des Château Du Cèdre. Unweit seines Gutes existiert seit ewigen Zeiten die Domaine Haut Monplaisir, gesegnet mit erstklassigem, extrem steinigen Terroir (dazu Grasbewuchs, der den Böden Nährstoffe entzieht, in regnerischen Jahren auch Wasser, und die Wurzeln tief in die karge Erde zwingt), gelegen auf den hochwertigen dritten Terrassen, aber bedauerlicherweise ohne qualitätsorientierte Besitzer.
Dies änderte sich vor 4 Jahren schlagartig, als Cathy Fournié und Daniel Salanié die Leitung übernahmen und sich mit Pascal zusammentaten, der seitdem als önologischer Berater fungiert und die Weine auch vermarktet.
So brauche ich Ihnen hier nichts über die intensive Weinbergsarbeit und die sorgfältige Vinifizierung im Keller zu erzählen, das wissen Sie bereits alles von Du Cèdre.
Jedenfalls schlug schon der erste selbst abgefüllte 98er Jahrgang wie eine Bombe in der Weinszene ein, die renommierte „Revue du vin de France” erkor das Gut in ihrer Ausgabe 6/01 zu DER Entdeckung des gesamten französischen Südwestens und der 99er erscheint mir so eigenständig im Charakter, so anders als die Weine von Pascals eigenem Gut, weicher, schmeichlerischer, dass wir uns entschlossen haben, diese Aufsteigerdomaine als große Bereicherung zusätzlich in unser Programm aufzunehmen. Die (Malbec-)Trauben entstammen exponierter südlicher Lage, der Anbau erfolgt nach streng biologischen Richtlinien, der schonende Ausbau sowohl in neuen als auch in gebrauchten Barriques, selbstverständlich ohne jede Filtrierung. Wiederum ein in Deutschland noch relativ unbekannter Wein, dafür aber mit einem außerordentlich günstigen Preis-Genussverhältnis!


518199 Haut Montplaisir, Cuvée Prestige, rouge 1999 9,90 Euro
Fast schwarzer Wein mit purpurvioletten Reflexen, im Bukett dunkle Beeren, Amarenakirschen, ein Hauch von Zimt, Toastnoten und mineralische Anklänge, durchaus Assoziationen an wesentlich teurere Bordelaiser Crus evozierend.
Am Gaumen zeigt er sich mild, weich, schmeichlerisch, „fett”, dicht und ausgewogen mit einer feinen Struktur und einer erstaunlichen Fruchtkonzentration, dazu bestens eingebundenes seidenes, reifes Tannin, lang anhaltend;
ab sofort zu kräftigen Fleischgerichten, am besten 3-4 Stunden dekantieren, Höhepunkt 2004 bis 2010.



518201 Haut Montplaisir, „Grande Cuvée”, rouge 2001 17,00 Euro
Fast schwarzer Wein mit purpurvioletten Reflexen, im Bukett dunkle, wilde Beeren, schwarze Oliven, Zimt, Lakritze, Schokolade, Unterholz, Laub, leicht süßliche Würze und mineralische Anklänge.
Am Gaumen zeigt er sich konzentriert, dicht und ausgewogen mit einer feinen Struktur und einer erstaunlichen Fruchtkonzentration, dazu bestens eingebundenes seidenes, Tannin, lang anhaltend.
Zwar ist der Wein vom Stil dem Le Cèdre von Pascal sehr ähnlich, kein Wunder, bei der intensiven Zusammenarbeit und Freundschaft beider Winzer, aber die Trauben kommen von unterschiedlichen Terroirs und dies ergibt dann doch zwei verschiedene Weine. Phänomenales Preis-Genussverhältnis! 92-95 PdP-Punkte.



Primo Palatum

Es ist schon ein gutes Jahr her, da suchte uns auf Vermittlung unseres Freundes Marc Buelinckx (belgischer Weinagent und Kenner der südfranzösischen Weinszene par excellence) ein gerade einmal 32jähriger studierter Önologe und Weinmacher in Saarlouis auf, von dem ich bis dato noch nie etwas gehört hatte und der für seine Weine einen seriösen Händler für den Vertrieb in Deutschland suchte. In seinem Gepäck hatte er die Fassproben des großartigen 98er Jahrgangs, des dritten in der jungen Historie dieses außergewöhnlichen Winzers, die bei unserer gemeinsamen Verkostung sofort deutlich werden ließen, woher der Spitzname von Xavier Copel stammt, „Le Terroirist”, gemeint als Kompliment für das grandiose Herausarbeiten des jeweiligen Terroirs in den einzelnen Weinen, einer Aufgabe, die er sich mit größter Leidenschaft, ja geradezu mit einer Besessenheit im positivsten Wortsinne widmet. Denn trotz des großen kellertechnischen Aufwandes, der dem Feinschliff seiner Weine dient, entstehen diese zuallererst im Weinberg.

Xavier Copel und der in Deutschland bereits wesentlich bekanntere Michel Tardieu haben manches gemeinsam: Beide sind charismatische Persönlichkeiten, ambitioniert und von einer immensen Leidenschaft beseelt, wahrhaft große Weine zu produzieren und entwickelten unabhängig voneinander eine geniale Idee:
Sie suchen sich in bestimmten Regionen die absolut herausragenden Winzer aus, arbeiten langfristig mit Ihnen zusammen, ja treten mit ihrer Art der Weinbereitung in eine Art internen Wettbewerb, wer denn den herausragenden Wein der Appellation produziere und verkaufen die selbst vinifizierten großartigen Weine unter dem Namen ihrer Handelhäuser.

Aber es gibt auch einen bemerkenswerten Unterschied zwischen den beiden. Xavier sucht die besten Parzellen bei den Winzern, mit denen er zumeist schon seit Jahren freundschaftlich verbunden ist (sonst würden diese ihm nicht einen wenn auch nur kleinen Teil ihrer besten Weinberge überlassen), selbst aus, arbeitet auch das gesamte Jahr über in den Weinbergen mit und vinifiziert die Trauben dann in den Kellern bei den jeweiligen Spitzenwinzern in den besten überhaupt erhältlichen Barriques.
Tardieu bekommt von den Winzern einen kleinen Teil ihrer Spitzenmoste geliefert, die er dann in seinen eigenen hochmodernen Kelleranlagen in Lourmarin mit einer Sorgfalt ausbaut, die ich so zuvor kaum gesehen habe. Copel und Tardieu achten insbesondere darauf, dass das erworbene Ausgangsmaterial jeweils über eine extreme Reife verfügt und auf ultrakleinen Hektarerträgen sehr alter Reben basiert. Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden so ambitionierten Winzern besteht darin, dass Copel seine Trauben in der von ihm ausgewählten Appellation bei jeweils nur einem Winzer auf einem spezifischen Terroir mit den autochthonen Reben der Region produziert, während Tardieu bisweilen seine Moste von mehreren Spitzenwinzern bezieht, die er dann zu Weinen ausbaut, die das Potential und die herausragenden Eigenschaften unterschiedlicher Lagen aufs Schönste vereinen.

Xaviers Ziel ist es, in einer Zeit, „in der für Bordeauxweine monströse, ja skandalöse Preise abverlangt werden, gleich grandiose Weine in anderen Appellationen zu erzeugen, die zwar nicht billig sein können, dafür ist das Terroir zu herausragend, das Traubenmaterial zu wertvoll, die Vinifizierung in den auf höchstem Niveau befindlichen Kelleranlagen arbeitsintensiv und teuer (bei einigen Weinen verwendet er 200 % neue Barrique, neue Fässer für die Vergärung, dann noch einmal komplett neue Barriques für die Reifung), die aber auf höchstem Niveau einen hervorragenden Gegenwert für ihr Geld bieten”, so Xaviers leidenschaftliche Argumentation bei seiner vehementen und engagierten Darlegung seiner Philosophie zur Erzeugung großartiger Weine.
Seinen Worten zu lauschen, seine aus tiefstem Herzen kommende Begeisterung, seine enorme Leidenschaft für wahrhaft große Weine mitzuerleben, mit ihm dann im Glas die außergewöhnlichen Resultate all seiner Bemühungen zu verkosten, ist ein Erlebnis der besonderen Art, so dass unsere gemeinsame Degustation für mich zu einer unvergesslichen, fast schon legendären Sternstunde meines Weinhändlerdaseins geworden ist.

Xaviers expressive, zumeist unfiltriert abgefüllte Weine sind von faszinierender Eigenständigkeit, sowohl bei den weißen wie bei den roten voller Kraft und Konzentration, aber gleichzeitig von hoher Eleganz und Finesse, fleischig und außerordentlich komplex, mit einer großartigen Tanninstruktur, aber mit einem seidenen Kern versehen, einem schier unermesslich reichen Aromenspektrum von reifen Früchten und fast allesamt große Lagerweine mit einem grandiosen Potential, Weine zum Verlieben, traumhafte individuelle Tropfen in einem immer uniformer werdenden Weinmeer. Diese Entdeckung lege ich Ihnen ganz besonders ans Herz, denn diese extrem raren Weine (zusammengenommen wurden vom 98er Jahrgang gerade mal 38 000 Flaschen abgefüllt) spiegeln jeweils auf unnachahmliche Weise das Terroir, den Stil ihrer jeweiligen Appellation und werden gerade von der Fachpresse, zunächst der französischen, entdeckt, enthusiastisch gelobt – so feiert ihn DIE renommierte französische Fachzeitschrift „Revue du vin de France” überschwänglich als „Héros du millésime” („Helden des Jahrgangs”) – und seine Weine werden bald nur noch schwer erhältlich sein.

Unseres Erachtens gehört Xavier zu den 5 besten Winzern des gesamten französischen Südwestens. Hier seine grandiosen Weine aus dem Cahors, sensationelle Qualitäten, leider nur in homöopathischen Dosen.


338301 Primo Palatum, Cahors, „Mythologia”, rouge 2001 45,00 Euro
Ganze 2400 Flaschen dieses wollüstigen, gigantischen Weines werden nächstes Jahr abgefüllt, unglaublich konzentriert, komplex, voller Rasse, exzessiv, mit einem enormen Potential, ein Wein, der ähnlich wie Pascals „Grande Cuvée” neue Maßstäbe für diese Region setzt, ja, der geradezu prädestiniert erscheint, die Geschichte des Cahors umzuschreiben. Dieser Wein gehört zur absoluten Weltspitze, noch einen Tick besser als in 2000, dieser Jahrgang war im Cahors einfach genial!



338100 Primo Palatum, Cahors, „Classica“, rouge 2000 18,41 Euro
Tintenschwarz steht dieser Weinriese im Glas, hochreife Früchte, Kraft, Konzentration, komplex, großer Cahors! 93-95+PdPP