Saarlouis, 02. Mai 2002

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Neu im Programm:
Weinhof Herrenberg - Mosel-Saar-Ruwer

Wohl keine Region Deutschlands brilliert mit rassigeren Rieslingen als das kleine Anbaugebiet der Saar mit seinem spezifischen kühlen Mikroklima. In schwierigen Jahrgängen haben die Weine zwar mit einer hohen Säure zu kämpfen, um eine ideale Balance zu erreichen, in warmen Jahren jedoch vereinigt sich in ihnen die glasklare, saftige Rieslingfrucht mit einer rassigen Säure zu traumhaft schönen, filigranen Meisterwerken, die weltweit einzigartig sind.

Nicht umsonst zahlen Liebhaber aus aller Welt exorbitante Preise für die besten Exemplare Egon Müllers aus dem legendären Scharzhofberg, Preise, gegen die selbst die völlig überteuerten Bordelaiser Spitzengewächse billig erscheinen. Und aus dieser faszinierenden Region präsentieren wir Ihnen einen Newcomer mit Qualitäten, wie sie spektakulärer nicht sein können, und das zu mehr als fairen Preisen.

„Claudia Loch hat 1999 eine Atem beraubende Kollektion vorgestellt, ein Wein ist besser als der andere”, so urteilt begeistert Marcus Hofschuster im Weinplus Weinführer Deutschland 2001.
Und Mario Scheuermann, erfahrener Fachjournalist und Veranstalter des Hamburger Weinsalons meint gar: „Das Weingut Herrenberg ist für mich schon seit zwei, drei Jahren ein herausragender Geheimtipp an der Saar. Bei einer Erstteilnahme (am Hamburger Weinsalon) wäre das ziemlich uneinholbar die Nominierung für die Entdeckung des Jahres gewesen. Bei der minimalen Jahresproduktion und solchen Qualitäten müssten die Weinkenner eigentlich Schlange stehen und alles müsste zu Höchstpreisen ständig ausverkauft sein. Herrenberg ist so etwas wie ein weißer Riesling-Petrus von der Saar: Winzige Produktion, total eigenständiger Terroircharakter in absoluten Spitzenlagen.”

Und da wir in Bezug auf dieses Weingut absolut der gleichen Auffassung sind, haben wir alles daran gesetzt, mit dem so sympathischen Ehepaar Claudia und Manfred Loch (dem „ersten Knecht”, wie er sich selbstironisch gerne tituliert) zusammenarbeiten zu können, was gar nicht so einfach war, da sie bisher problemlos ihre kleine Jahresproduktion von ein paar tausend Flaschen ab Hof direkt verkauft haben.

Wir freuen uns wirklich sehr, dass wir Ihnen ab sofort als einziger deutscher Händler diese Rieslinge „wie aus dem Bilderbuch” präsentieren können. Wir beginnen mit dem Traumjahrgang 99, in dem die Lochs nichts anderes als wunderschöne Süßweine produziert haben.
„Der Grund hierfür ist so banal wie staunenswert”, erläutert Manfred Loch, „denn die Natur hat uns in 99 qualitativ so reichlich beschenkt (aber da haben meines Erachtens die Lochs ebenfalls ihren mehr als verdienten Anteil daran), dass wir nur Moste der Prädikate Auslese und Beerenauslese geerntet haben. Kann sein, dass wir die Qualitätsschraube etwas überzogen haben (???), aber was hätten wir denn tun sollen? Mit Wasser rückverschneiden?” So die natürlich nicht ernsthaft gemeinte rhetorische Frage des ersten Knechts.

Was ist eigentlich das Geheimnis, das hinter diesen faszinierenden Qualitäten steckt? Eigentlich gar keins. Diese großen Rieslinge sind nichts anderes als das Resultat erstklassiger Lagen, ehrlicher, harter handwerklicher Arbeit in den biologisch bewirtschafteten Weinbergen und einer vehementen Liebesbeziehung der Lochs zu majestätischen Rieslingen und zu der unnachahmlichen Sinfonie eines wahrhaft großen Terroirs.

Claudia und Manfred, beide Seiteneinsteiger, erwarben 1992 ihren ersten, gerade einmal 1200 Quadratmeter großen Weinberg im verträumten Schoden, im Folgejahr kamen dann 30 Ar von den Eltern dazu. Prachtstück ist eine Parzelle mit 100 Jahre alten, wurzelechten Reben im Wiltinger Schlangengraben. Alle Lagen in den extrem steilen, mit Schiefer bedeckten Hängen (bis 80% Neigung!) werden „parzellenrein” ausgebaut, um das jeweilige Terroir (wechselnde Schieferformationen, unterschiedliche Anteile an Feinerde) im Wein optimal zur Geltung zu bringen.

Und dennoch war der Anfang ihrer Winzerkarriere beschwerlich: Die ersten Jahrgänge wurden nachts in ihrem uralten Keller gekeltert, um die kostbaren Herbsttage optimal zu nutzen. Das Land verweigerte finanzielle Zuschüsse, doch Lochs arbeiteten engagiert und voller Enthusiasmus weiter. Dann gelangen mit dem 97er und 98er bereits vorzügliche Jahrgänge, „die 99er allerdings stellen alles in den Schatten. Mit gerade einmal 35 Hektolitern pro Hektar waren die Ergebnisse ausgesprochen niedrig.
Resultat einer intensiven Weinbergsarbeit. Am Ende steht eine fulminante Kollektion von Auslesen – glasklar im Stil, mit Schmelz und mineralischer Säure. Unsere Hochachtung” (Gault Millau).

Die Aufbauphase war abgeschlossen, die Weinbergsarbeit auf biologischen Anbau umgestellt, d.h. kein Einsatz von Insektiziden und Herbiziden, dazu selektivste Auslese von Trauben mit höchster physiologischer Reife und verrückt niedrige Erträge, unverzüglicher, schonender Transport gesunder, unzerquetschter Trauben in kleinen Behältern in die Keller und sofortige sanfte Pressung (Selbst Marienkäfer haben diese Prozedur schon überlebt!), Ausbau der Weine in blitzenden Edelstahltanks, geringst mögliche Schwefelung.

Das Resultat: herausragende, bekömmliche, mineralreiche Saarrieslinge mit einem phantastischen Preis-Genussverhältnis, ohne jegliche Manipulation kellertechnischer Art, aber mit viel Herzblut vinifiziert.

Von Claudia und Manfred Loch werden wir in Zukunft noch sehr viel hören, wir freuen uns jedenfalls auf eine spannende Zusammenarbeit.


909199 Riesling Schodener Herrenberg Auslese Nr. 3 1999 15,90 Euro
Schöne Konzentration im vielschichtigen honigwürzigen Bukett, reife, klare Frucht, kandierte Zitrusfrüchte, Pfirsich, Ananas und Aprikosen, im Mund wiederum viel süße Frucht, sehr elegant, rassige Säure, beeindruckende Frische, wunderbare Balance, mineralisches Spiel, herrlich reintönige Auslese, große Länge, sehr langer Nachhall;
zu trinken jetzt bis mindestens 2015.



909299 Riesling Schodener Herrenberg Contes 1999 17,50 Euro
Konzentrierte, klare exotische Frucht, Aprikosen, Ananas und Grapefruit, im Mund cremig, dicht, zart mineralisch, schmeichelnd, betörend am Gaumen, traumhaftes Spiel zwischen der Süße und der pikanten Säure, spezieller Parzellencharakter (feiner Schiefer und relativ viel Feinerde), sehr nachhaltig, wunderschöne Balance, fruchtig-süßer Nachklang;
zu trinken jetzt bis mindestens 2010.



909399 Riesling Ockfener Bockstein Goldkapsel Auslese 1999 29,90 Euro
Eine herausragende Lage im ursprünglichen alten Bockstein, die der Vorbesitzer aufgrund der extremen Steilheit (unwirtschaftlich) nicht mehr bearbeiten wollte, liefert eine Auslese der Extraklasse.
Welch ein verführerischer, sinnlicher Duft von Weinbergspfirsich, Aprikose und mineralischer Würze! Am Gaumen betört er die Geschmackspupillen, breitet sich aus bis in den letzten Mundwinkel, unglaublich harmonisch, perfekt balanciert, hervorragende Struktur, feines mineralisches Rückgrat, extrem lang. Ein großer, sinnlicher Riesling auf höchstem Niveau!
2004 bis mindestens 2020.